[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur automatischen Einstellung
und Regelung der Zugkraft des Seiles einer Überkopfseilwinde für ein Pistenpflegegerät
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zum Einhalten einer vorgegebenen Seilzugkraft sind Regeleinrichtungen für Seilwinden
bekannt, um einen steuerbaren Windenantrieb derart zu beeinflussen, dass ein Überschreiten
und Unterschreiten der eingestellten Zugkräfte vermieden werden. Eine erhöhte Seilbelastung
kann zum Seilriss mit schwerwiegenden Folgen führen. Außerdem berücksichtigen Regeleinrichtungen
der bekannten Art nicht die Dynamik eines Fahrzeuges an dem sie angebracht sind, insbesondere
nicht die verschiedenen Winkelpositionen, die das Seil gegenüber dem Fahrzeug einnehmen
kann. Dadurch dass die Regeleinrichtungen der Seilkraft bei bekannten Seilwinden nur
in Abhängigkeit des Sollwertes der zulässigen Seilspannung einstellbar sind, wird
nicht den Fahrgegebenheiten des Fahrzeuges Rechnung getragen und das Seil unterliegt
Zugkräften, die durch die Ausführung von bestimmten Arbeiten in ihrer Größe nicht
notwendig sind. Dies verringert unnütziger Weise die Seillebensdauer.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt daher darin, die Nachteile der bekannten
Regeleinrichtungen zu beseitigen und eine Einrichtung zur automatischen Verstellung
der Zugkraft vorzuschlagen, den Gegebenheiten eines Pistenpflegegerätes Rechnung zu
tragen, mit dem Ziel, die erforderliche Zugkraft jederzeit zur Verfügung zu stellen,
sie aber gleichzeitig auf das gerade erforderliche Maß zu beschränken. Überdies soll
eine Sollwertvorgabe für die Zugkraft selbsttätig erfolgen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Einrichtung zur automatischen Regelung
der Zugkraft einer Überkopfseilwinde für ein Pistenpflegegerät gelöst, in der die
Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 vorgesehen werden.
[0005] Mit Hilfe einer Steuer- und Regeleinheit und dort hinterlegten Algorithmus aus verschiedenen
mit Sensoren gewonnenen Messwerten wird ein Sollwert für die Zugkraft ermittelt. Der
Sollwert wird in Abhängigkeit vom Druck im hydrostatischen Fahrantrieb und vom Winkel
des Seils relativ zum Fahrzeug sowie eines vom Fahrer vorgegebenen Korrekturwertes
gebildet. In einem nachgeschalteten geschlossenen Regelkreis wird der so gewonnene
Sollwert mit dem mittels eines Kraftmessbolzens gemessene Istwert verglichen und die
Zugkraft auf den Sollwert geregelt.
[0006] Als Maß für die erforderliche Zugkraft bietet sich der Druck im Fahrantrieb an. Wenn
sich das Windenseil z.B. in Fahrtrichtung vorn befindet und ein hoher Druck auf der
Vorwärtsseite des Fahrantriebes liegt, so sollte auch die Windenzugkraft entsprechend
höher gewählt werden. Liegt der Druck jedoch auf der "Rückwärtsseite" an, mit dem
Windenseil in Fahrtrichtung vorne, so bedeutet dies, dass die Überkopfseilwinde gegen
den Fahrantrieb arbeitet. In diesem Fall sollte die Windenzugkraft möglichst gering
eingestellt werden.
[0007] Weiterhin soll die Windenzugkraft reduziert werden, wenn sie quer zur Fahrtrichtung
angreift. Für den Fall, dass die Steuer- und Regeleinheit aufgrund ungünstiger Schneeverhältnisse
(z.B. Neuschnee) falsche Zugkraftsollwerte liefert, hat der Fahrer die Möglichkeit
zum Übersteuern, u.zw. eine Steigerung oder Reduktion der Zugkraft zu ermöglichen.
[0008] Weitere Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Einrichtung gehen aus den Ansprüchen
und aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung hervor. Es zeigen,
- Figur 1
- ein Schaubild der erfindungsgemäßen Einrichtung angewandt auf ein Pistenpflegegerät
bekannter Art,
- Figur 2
- schematisch ein Pistenpflegegerät mit Überkopfseile,
- Figur 3
- ein Diagramm zur Bestimmung eines Zugkraftwertes,
- Figur 4
- ein Diagramm zur Bestimmung der maximal zulässigen Zugkraft, und
- Figur 5
- schematisch einen Regelkreis zum Vergleich eines Istwertes der Zugkraft und Regelung
des Istwertes auf den Sollwert.
[0009] In Figur 1 ist schematisch ein Bild mit der Bezugsziffer 1 im allgemein bezeichnetes
Pistenpflegegerät bekannter Art angegeben. Es umfasst beispielsweise einen Dieselmotor
2, der über ein Getriebe 3 eine erste Pumpe 4 und eine zweite Pumpe 5 antreibt. Die
hydraulische Pumpe 4 versorgt über eine Förderleitung 6 einen Hydromotor 7, bzw. die
Pumpe 5 versorgt über eine Förderleitung 8 einen Hydromotor 9 mit Druckmittel. Der
Hydromotor 7 ist über eine Rückführleitung 10 und der Hydromotor 9 über eine Rückführleitung
11 mit der Pumpe 4 bzw. 5 verbunden. Der Hydromotor 7 treibt eine, in Fahrtrichtung
gesehen rechte Raupenkette 12 und der Hydromotor 9 eine linke Raupenkette 13 an. Die
bis jetzt beschriebenen Teile eines Pistenpflegegerätes sind bekannter Art und dienen
nur zur besseren Verständlichkeit der nachfolgenden Beschreibung der erfindungsgemäßen
Einrichtung.
[0010] Die Förderleitung 6 ist über eine Abzweigung 14 und die Förderleitung 8 über eine
Abzweigung 15 mit einem Wechselventil 16 verbunden, das fähig ist, den höheren der
beiden in den Leitungen 6 und 8 anstehenden Drücke über eine Leitung 17 von einem
Drucksensor A erfassen zu lassen.
[0011] Auf ähnliche Weise ist die Rückleitung 10 über eine Abzweigung 18 und die Rückleitung
8 über eine Abzweigung 19 mit einem Wechselventil 20 verbunden, das über eine Leitung
21 mit einem Drucksensor B verbunden ist.
[0012] Somit werden für die Messung des Druckes im Fahrantrieb die beiden Drucksensoren
A und B verwendet. Der Sensor A ist somit über das Wechselventil 16 mit den "Vorwärtsseiten",
der zweite Sensor B über das Wechselventil 20 mit den "Rückwärtsseiten" der beiden
hydrostatischen Fahrantriebe in der Form der Hydromotore 7 und 9 verbunden. Dadurch
steht an den beiden Sensoren A und B der jeweils höhere Druck der "Vorwärtsseite"
bzw. "Rückwärtsseite" des rechten und des linken Fahrantriebes an.
[0013] In Figur 2 ist schematisch das Pistenpflegegerät aus Figur 1 von oben dargestellt.
Eine Überseilwinde ist in 22 symbolisiert. Sie besitzt einen Windenausleger 23, der
das Windenseil 24 innerhalb eines Winkels α gegenüber der Fahrtrichtung 25 des Pistenpflegegerätes
1 führt.
[0014] Der Winkel α des Seils 24 bzw. des Windenauslegers 23 bezüglich der Fahrzeuglenkachse
bzw. der Fahrtrichtung 25 wird mit Hilfe eines nicht dargestellten Drehwinkelgeber
bekannter Art bestimmt, der ein zum Winkel α proportionales Spannungssignal liefert.
Befindet sich der Windenausleger 23 in Fahrtrichtung vorn, so entspricht dies α =
0°, befindet er sich in Fahrtrichtung hinten, entspricht dies einem Winkel von α =
180°. Das Winkelsignal ist für positive und negative Winkel gleich (z.B. liefert ein
Winkel von α = 60° das gleiche Signal wie ein Winkel von α = -60° bzw. α = 300°),
da eine Unterscheidung zwischen rechter und linker Seite für die Ermittlung der Zugkraft
von keiner Bedeutung ist.
[0015] Über ein nicht dargestelltes Potentiometer kann ein Korrekturwert vom Fahrer eingestellt
werden. Die Steuer- und Regeleinheit für die Windenzugkraft, die im Normalbetrieb
vollautomatisch arbeitet, kann durch Einstellen eines Korrekturwertes vom Fahrer gesteuert
werden. Das dafür eingesetzte Potentiometer kann aus einer federbelasteten Mittelstellung
heraus in positive und negative Richtung ausgelenkt werden. Dadurch ist es möglich,
den von der Steuer- und Regeleinrichtung automatisch ermittelten Zugkraftsollwert
je nach Bedarf zu verringern oder zu erhöhen. Nach Loslassen des Potentiometers kehrt
dies automatisch in die Mittelstellung zurück, so dass der Korrekturwert 0 ist und
der Zugkraftsollwert nunmehr wieder vollautomatisch ermittelt wird.
[0016] Die Ermittlung des Zugkraftsollwertes in der Steuer- und Regeleinrichtung erfolgt
in zwei Schritten:
Wie in Figur 3 gezeigt, wird abhängig vom Druck p im Fahrantrieb und vom Korrekturwert
K
1 der vom Fahrer über das Potentiometer einstellbar ist, der Zugkraftwert F
* wie folgt unter Bezugnahme auf Figur 3 bestimmt:

Dabei ist:
p = Druck im Fahrantrieb (der höhere der Drücke PA und PB)
F0 = 0,38 kN
K1 = Korrekturwert [-12 kN < K1 < 12 kN], vom Fahrer über ein Potentiometer einstellbar
[0017] In einem zweiten Schritt wird gemäß der Figur 4 je nach Winkel α des Windenauslegers
und Anliegen der Drücke P
A und P
B die maximal zulässige Kraft F
zul bestimmt , wobei das obere Diagramm der Figur 4 für Druck auf der "Vorwärtsseite"
ausgelegt ist und das untere Diagramm für Druck auf der "Rückwärtsseite".
[0018] Der geringere der beiden Werte F
* und F
zul stellt den Zugkraftsollwert F
soll dar.
[0019] In einem geschlossenen Regelkreis wird dieser Wert mit dem mittels eines Kraftmessbolzens
gemessenen Istwert der Zugkraft F
ist verglichen und der Istwert wird auf den Sollwert geregelt.
1. Einrichtung zur automatischen Einstellung und Regelung der Zugkraft des Seils einer
Überkopfwinde für ein Pistenpflegegerät, umfassend eine Steuer- und Regeleinheit,
die mit einem steuerbaren Windenantrieb verbunden ist, eine Auswerteeinrichtung, die
mit Sensorelementen und mit der Steuer- und Regeleinheit verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorelemente Drucksensoren sind, welche den an einem Wechselventil (16,
20) mit höchstem Wert anstehenden Druck erfassen, das zwischen den Förderleitungen
(6, 8) von rechtsseitigen und linksseitigen Antrieben in einer ersten Fahrtrichtung
bzw. in einer gegenüber der letzteren entgegengesetzten Fahrtrichtung geschaltet ist,
wobei in der Auswerteeinrichtung ein Algorithmus abgelegt ist, der aufgrund des durch
die Drucksensoren gewonnenen Druckwertes einen Sollwert errechnet, der den Windenantrieb
über die Regeleinheit steuert.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der durch die Regeleinheit
gewonnene Sollwert mit einem mittels eines am Zugseil anliegenden Kraftbolzen gemessenen
Istwert verglichen wird und die Regeleinheit die Zugkraft auf den Sollwert regelt.
3. Einrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eines der
Sensorelemente ein Drehwinkelgeber ist, der den Winkel α des Seils (24) bzw. des Windenauslegers
(23) bezüglich der Fahrzeuglängsachse (25) bestimmt, wobei ein zum Winkel α proportionales
Signal gebildet wird, das der Auswerteeinheit zur Berechnung der maximal zulässigen
Zugkraft zugeführt wird.
4. Einrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eines der
Sensorelemente durch einen am Seil anliegenden Kraftbolzen zur Bildung eines höchst
zulässigen Kraftzugsollwertes gebildet wird.
5. Einrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass mit der
Regeleinheit ein vom Fahrer des Pistenpflegegerätes einstellbares Potentiometer verbunden
ist, das die Eingabe eines Korrekturwertes des ermittelten Zugkraftsollwertes zur
Erhöhung oder Verringerung desselben erlaubt.