(19)
(11) EP 1 149 631 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.10.2001  Patentblatt  2001/44

(21) Anmeldenummer: 01110259.7

(22) Anmeldetag:  25.04.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B02C 19/22, B02C 18/18, B01F 15/00, B01F 13/10, C05F 17/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 28.04.2000 DE 20007764 U

(71) Anmelder: Heissenberger & Pretzler Ges.m.b.H.
8130 Frohnleiten (AT)

(72) Erfinder:
  • Pretzler, Rudolf Dipl.-Ing.
    A-8600 Bruck/Mur (AT)
  • Heissenberger, Josef Ing.
    A-8045 Graz (AT)

(74) Vertreter: Zinnecker, Armin, Dipl.-Ing. 
Lorenz-Seidler-Gossel, Widenmayerstrasse 23
80538 München
80538 München (DE)

   


(54) Werkzeugbefestigung für eine Fräswalze


(57) Die Erfindung betrifft eine Werkzeugbefestigung einer Fräswalze (10), die auf einer drehbar antreibbaren Welle (12) vorzugsweise wendelförmig verlaufende mit dieser unlösbar verbundene Werkzeuge (14) und in letzteren wieder lösbar aufgenommene Verschleißwerkzeuge (16) umfasst, zur wieder lösbaren Befestigung der Verschleißwerkzeuge. Erfindungsgemäß sind in Richtung zur antreibbaren Welle konisch zusammenlaufende taschenförmige Ausnehmungen in den unlösbar mit der Welle verbundenen Werkzeugen (14) vorgesehen, in die ein entsprechend geformter Bereich des Verschleißwerkzeuges (16) einsetzbar ist, wobei das jeweilige Verschleißwerkzeug durch eine schräg zur antreibbaren Welle hin gerichtete Spannschraube in der taschenförmigen Ausnehmung spielfrei verspannbar ist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Werkzeugbefestigung einer Fräswalze nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Zur Bearbeitung und Aufbereitung von biogenem Material ist es bekannt, Universalmischzerkleinerer einzusetzen. Die Universalmischzerkleinerer weisen in der Regel mehrere Fräswalzen auf, die mit diesen zumindest teilweise umgebenen Verschleißböden zur Zerkleinerung und Vermischung des biogenen Materials dienen. Das biogene Material besteht aus Bioabfall, beispielsweise Küchen- und Gartenabfällen, denen mittels des Universalmischzerkleinerers Grünabfälle in gewünschtem Umfang zumischbar sind. Die zur Zerkleinerung und Mischung dienenden Fräswalzen weisen wendelförmig verlaufende mit der drehbar antreibbaren Welle unlösbar verbundene Werkzeuge auf, mit welchen wiederum Verschleißwerkzeuge wieder lösbar verbunden sind. Die Verschleißwerkzeuge sind mit mehreren Schrauben an den entsprechenden Halterungen seitlich angeschraubt. Bei den in den Universalmischzerkleinerer auftretenden extrem hohen Belastungen müssen die Befestigungsschrauben für die Verschleißwerkzeuge in großer Anzahl und in massiver Ausführung vorgesehen werden. Durch die hohe Anzahl und die ungünstige Lage dieser Befestigungsschrauben gestaltet sich der Werkzeugwechsel sehr zeitintensiv.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Werkzeugbefestigung für eine gattungsgemäße Fräswalze derart zu verbessern, daß der Werkzeugwechsel der häufiger zu wechselnden Verschleißwerkzeuge zeitsparend und einfach ermöglicht wird.

[0004] Ausgehend von einer Werkzeugbefestigung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 wird diese Aufgabe durch die Kombination mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Demnach weisen die unlösbar mit der Welle verbundenen Werkzeuge in Richtung zur antreibbaren Welle konisch zusammenlaufende taschenförmige Ausnehmungen auf, in die jeweils ein entsprechend geformter Bereich des Verschleißwerkzeuges einsetzbar ist, wobei das jeweilige Verschleißwerkzeug durch eine schräg zur antreibbaren Welle hin gerichtete Spannschraube in der taschenförmigen Ausnehmung spielfrei verspannbar ist. Gemäß der Erfindung wird zunächst für jedes Verschleißwerkzeug nur eine Spannschraube vorgesehen, die aufgrund ihrer Anordnung sehr gut zugänglich ist. Dadurch kann durch Anziehen bzw. Lösen einer einzigen Spannschraube das Verschleißwerkzeug sicher befestigt bzw. zum Herausnehmen freigegeben werden.

[0005] Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

[0006] Demnach kann in dem Verschleißwerkzeug eine schlitzförmige Ausnehmung mit einem zumindestens eine Schräge aufweisenden Randbereich derart vorgesehen sein, daß die Schräge des Randbereichs dieser Ausnehmung eine parallel zur Auflagefläche der Spannschraube bildende Abstützfläche bildet. Hierdurch kann die Spannschraube eben aufliegen, wobei eine große Auflagefläche geschaffen wird. Hierdurch kann durch Festziehen der Spannschraube das Verschleißwerkzeug sicher in die konisch zusammenlaufende taschenförmige Ausnehmung gedrückt werden, so daß das Verschleißwerkzeug spielfrei in der Ausnehmung verspannt ist.

[0007] Zur Aufnahme der Spannschraube können die unlösbar mit der Welle verbundenen Werkzeuge im Bereich jeder taschenförmigen Ausnehmung einen von der Oberfläche herausspringenden Aufnahmebereich für die Spannschraube aufweisen. Hier kann nur ein Teil des Aufnahmebereichs mit einem der Spannschraube entsprechenden Gewinde versehen sein, so daß eine große freie Spannlänge für die Spannschraube geschaffen wird. Gerade das Vorsehen einer großen freien Spannlänge für die Spannschraube sowie die große Auflagefläche der Spannschraube auf der Abstützfläche, die im Randbereich des im Verschleißwerkzeug vorgesehenen Schlitzes gebildet ist, verhindert ein unerwünschtes Lockern des Werkzeuges während des Betriebes. Aufgrund des herausspringenden Aufnahmebereichs, der von außen gut zugänglich ist, kann das Verschleißwerkzeug mittels eines Luft- bzw. Elektroschraubers einfach und schnell gewechselt werden.

[0008] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:

Fig. 1: eine Fräswalze gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform,

Fig. 2 bis

Fig. 4: verschiedene Ansichten (teilweise geschnitten) eines Details der auf den Fräswalzen aufsitzenden Werkzeuge,

Fig. 5: eine Draufsicht auf ein Verschleißwerkzeug, das mit der Werkzeugbefestigung gemäß dem Ausführungsbeispiel festlegbar ist und

Fig. 6: eine Seitenansicht (teilweise geschnitten) des Verschleißwerkzeuges nach Fig. 5.



[0009] In Fig. 1 ist eine Fräswalze 10 eines Mischzerkleinerers dargestellt. Die Fräswalze besteht aus einer antreibbaren Welle 12, auf der wendelförmig verlaufende Werkzeuge 14 angeschweißt sind. In den Werkzeugen 14 sind Verschleißwerkzeuge 16 wieder lösbar befestigt. Die wendelförmig verlaufenden Werkzeuge 14 bestehen aus strahlenförmig von der Welle 12 abstehenden Blechen 18, die derart versetzt zueinander angeordnet sind, daß sich die Wendelform ergibt.

[0010] Die Figuren 5 und 6 zeigen die Verschleißwerkzeuge 16. Diese sind flach und symmetrisch ausgeführt, so daß sie beidseitig eingesetzt werden können. Die Verschleißwerkzeuge weisen im wesentlichen einen Arbeitsbereich 20 und einen Haltebereich 22 auf. Der Arbeitsbereich 20 weist die bei den Verschleißwerkzeugen bekannte Form mit angeschrägten Flanken im Kopfbereich und in den Seitenbereichen auf. Der Haltebereich 22 ist konisch verjüngt ausgebildet, wie sich dies aus der Darstellung gemäß der Figur 5 ergibt. Diese Formgebung entspricht einer in Richtung zur antreibbaren Welle konisch zusammenlaufenden taschenförmigen Ausnehmung 24 in dem unlösbar mit der Welle verbundenden Werkzeug 14 (vgl. die Figuren 2 bis 4). Zwischen zwei strahlenförmig von der Welle abstehenden Platten 18 des fest mit der Welle verbundenen Werkzeuges 14 ist ein aus der Oberfläche herausspringender Aufnahmebereich 26 zur Aufnahme einer Spannschraube 28 vorgesehen. Der vorspringende Aufnahmebereich 26 ist derart ausgeführt, daß die Spannschraube 28 schräg zur Welle 12 in den Aufnahmebereich 26 einschraubbar ist.

[0011] In Fig. 3 ist näher dargestellt, daß die Spannschraube 28 bei entsprechendem Einschrauben sich in einen Schlitzbereich 30 im Verschleißwerkzeug 16 an einer Auflagefläche 32 großflächig abstützt. Aufgrund des symmetrischen Aufbaus des Verschleißwerkzeuges 16 ist diese Abstützfläche 32 von beiden Seiten her im Schlitzbereich 30 vorgesehen. Somit kann das Verschleißwerkzeug in beliebiger Stellung eingesetzt und mit der Spannschraube 28 verspannt werden.

[0012] Der Aufnahmebereich 26 für die Spannschraube ist, wie aus den Figuren 2 und 4 und der Zusammenstellungsfigur 1 deutlich wird, von außen leicht zugänglich, so daß die Spannschraube 28 mittels eines Luft- bzw. Elektroschraubers in einfacher Weise festgezogen bzw. gelöst werden kann. Nur ein Teil des Aufnahmebereichs 26 ist mit einem der Spannschrauber entsprechenden Gewinde 33 versehen, so daß die Spannschraube selbst eine große freie Spannlänge 34 aufweist.

[0013] Mittels der Spannschraube wird das Verschleißwerkzeug über seinen keilförmigen Haltebereich 22 in der entsprechend keilförmig gebildeten Aufnahmetasche 24 verspannt. Aufgrund der großen Auflagefläche 32 und der großen freien Spannlänge 34 der Spannschraube 28 wird ein Lockern des Werkzeuges verhindert.


Ansprüche

1. Werkzeugbefestigung einer Fräswalze, insbesondere für eine Abfallaufbereitungsmaschine, die auf einer drehbar antreibbaren Welle vorzugsweise wendelförmig verlaufende mit dieser unlösbar verbundene Werkzeuge und in letzteren wieder lösbar aufgenommene Verschleißwerkzeuge umfaßt, zur wieder lösbaren Befestigung der Verschleißwerkzeuge,
gekennzeichnet durch
in Richtung zur antreibbaren Welle konisch zusammenlaufende taschenförmige Ausnehmungen in den unlösbar mit der Welle verbundenen Werkzeugen, in die ein entsprechend geformter Bereich des Verschleißwerkzeuges einsetzbar ist, wobei das jeweilige Verschleißwerkzeug durch eine schräg zur antreibbaren Welle hin gerichtete Spannschraube in der taschenförmigen Ausnehmung spielfrei verspannbar ist.
 
2. Werkzeugbefestigung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Verschleißwerkzeug eine schlitzförmige Ausnehmung mit einem zumindestens eine Schräge aufweisenden Randbereich derart vorgesehen ist, daß die Schräge des Randbereichs dieser Ausnehmung eine parallel zur Auflagefläche der Spannschraube bildende Abstützfläche bildet.
 
3. Werkzeugbefestigung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unlösbar mit der Welle verbundenen Werkzeuge im Bereich jeder taschenförmigen Ausnehmung einen von der Oberfläche herausspringenden Aufnahmebereich für die Spannschraube aufweisen, wobei nur ein Teil des Aufnahmebereichs mit einem der Spannschraube entsprechenden Gewinde versehen ist, so daß eine große freie Spannlänge für die Spannschraube geschaffen ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht