(19)
(11) EP 0 864 712 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
14.11.2001  Patentblatt  2001/46

(21) Anmeldenummer: 98810152.3

(22) Anmeldetag:  25.02.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04F 15/20, B32B 27/06

(54)

Bodenbelag mit Schalldämmatte

Floor covering with sound insulating mat

Revêtement de sol avec une nappe isolante acoustique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 11.03.1997 CH 57097

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.09.1998  Patentblatt  1998/38

(73) Patentinhaber: Per Akustik AG
8304 Wallisellen (CH)

(72) Erfinder:
  • Stadtmann, Hans
    CH-8706 Meilen (CH)

(74) Vertreter: Rottmann, Maximilian R. 
c/o Rottmann, Zimmermann + Partner AG Glattalstrasse 37
8052 Zürich
8052 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 3 652 360
US-A- 4 803 112
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 015, no. 199 (M-1115), 22. Mai 1991 & JP 03 051474 A (MATSUSHITA ELECTRIC WORKS LTD), 5. März 1991
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die erfindung betrifft einen Bodenbelag.

[0002] Wenn nachfolgend verallgemeinernd von Laminatböden gesprochen wird, so sind darunter Bodenbeläge zu verstehen, die aus hochverdichteten Spanplatten hergestellt sind und zumindest auf der Oberseite eine Beschichtung und/oder ein Furnier aufweisen. Die Höhe solcher Laminatböden beträgt im allgemeinen zwischen 6 und 8 mm. Neben vielen Vorteilen weisen solche Laminatböden den Nachteil auf, dass beim Begehen laute Gehgeräusche entstehen. Dies wirkt sich insbesondere in grossen und stark frequentierten Räumen sehr negativ aus.

[0003] Die Ursache dafür lassen sich vereinfacht ausgedrückt folgendermassen erklären:
Laminatbodenelemente sind leicht und wegen ihres verdichteten Aufbaus sehr steif und hart. Bei direkter Schritt-Anregung, speziell mit harten Absätzen, erzeugen sie im jeweiligen Raum -Senderaum- einen hohen, durch die Luft übertragenen Schallpegel, dessen Frequenz in einem subjektiv als äusserst unangenehm empfundenen Bereich liegt.

[0004] Auch die Verwendung von Unterlagen wie beispielsweise Kork, Filz und dergleichen bringt keine nennenswerte Verbesserung, da solche Unterlagen zwar die Schallübertragung zwischen Bodenbelag und Boden dämpfen, den Schallpegel -Luftschallübertragung- im eigentlichen Senderaum jedoch kaum heruntersetzen.

[0005] Aus der US-A-3 652 360 ist ein Verfahren zum Herstellen von schalldämmenden Sandwichelementen unter Verwendung von Schwerstoffen in einer viskoelastischen Matrix als Kernmaterial bekannt. Die nach dem Verfahren hergestellten Sandwichelemente weisen zwei harte Seitenteile auf, die das weiche Kernmaterial umschliessen. Derartige Sandwichelemente werden als Wand-, Decken- oder Bodenelemente ausgeführt und werden zur Luftschalldämmung eingesetzt, indem mit ihnen fremdgenerierter Luftschall absorbiert wird.

[0006] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, einen steifen Bodenbelag derart auszugestalten, dass die Schallabstrahlung im Senderaum massgeblich vermindert werden kann.

[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Bodenbelag mit einer durch eine oder mehrere Schalldämmatte(n) gebildeten Unterseite gelöst, wobei die Schalldämmatte(n) mit den im Anspruch 1 in Kombination angeführten Merkmalen versehen ist.

[0008] Vesuche mit einem Bodenbelag, dessen Unterseite durch eine oder mehrere Schalldämmatte(n) gebildet ist, welch letztere aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff mit viskoelastischem Verhalten oder einem Naturstoff mit gleichartigem Verhalten gefertigt ist/sind und eine Dicke von 2.lmm und eine Dichte von 2.4g/cm3 aufweist/aufweisen, haben eine Schallpegelreduktion im Senderaum von 3 dB (A) bewirkt.

[0009] Bevorzugte Ausführungen des Bodenbelags sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 7 umschrieben.

[0010] Anhand der Figur 1 soll nachfolgend ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert werden.

[0011] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Laminatboden 2 der aus einer Vielzahl von mittels Nut 3 und Kamm 4 zusammengefügten Laminatbodenelementen 2A besteht. Auf der Unterseite jedes Laminatbodenelements 2A ist eine Schalldämmatte 1 vollflächig verklebt angebracht. Um die Schalldämmatten 1 einfach und schnell am jeweiligen Laminatbodenelement 2A anbringen zu können, sind diese einseitig mit einer Selbstklebeschicht versehen, welche mit einer abziehbaren Folie bedeckt ist. Vorzugsweise werden die Schalldämmatten 1 in Formaten gefertigt, die auf die Grössen der Laminatbodenelemente 2A abgestimmt sind, wobei die Schalldämmatten 1 sowohl in der Breite wie auch in der Länge vorzugsweise um einige Millimeter kürzer, bzw. schmaler als das jeweilige Laminatbodenelement 2A sind. Diese Gestaltung vereinfacht das Aufkleben, ohne dass dabei nennenswerte Nachteile bezüglich der Schalldämmung in Kauf genommen werden müssten.

[0012] Die Schalldämmatte 1 ist aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff mit viskoelastischem Verhalten gefertigt, wobei unter viskoelastischem Verhalten ein Deformationsverhalten verstanden wird, bei dem sowohl eine zähplastische wie auch eine elastische Verformung beteiligt ist. Dieses Verhalten wird oft auch mit -innerer Dämpfung- umschrieben. Anstelle eines thermoplastischen Kunststoffes kann auch ein Naturstoff mit gleichartigem Deformationsverhalten, z.B. modifiziertes Bitumen, verwendet werden. Die Dichte der Schalldämmatte 1 sollte zumindest 2g/cm3 betragen. Durch das relativ hohe, spezifische Gewicht braucht die Schalldämmatte 1 nicht sehr hoch zu sein. In der Regel genügt eine Höhe von ca. 2 mm, um eine Schallpegelreduktion im Senderaum in der Grössenordnung von 3dB(A) zu erreichen. Dies ist insofern wichtig, als dass die Gesamthöhe des Bodenbelags -Laminatbodenelement 2A plus Schalldämmatte 1- in der Regel 10mm nicht überschreiten sollte.

[0013] Die Schalldämmatte ist aus einem EVA-Kunststoff - Ethylen/Vinylacetat-Copolymer- gefertigt. Als Grundmischung sind 10 bis 40 Gewichtsprozent eines Ethylen/Vinylacetat-Mischpolymeres vorgesehen, wobei der Vinylacetatanteil 10 bis 45 Gewichtsprozent der Grundmischung ausmacht. Vorzugsweise enthält die Grundmischung zudem zwischen 60 und 90 Gewichtsprozent Füllstoffe mit einer Dichte von zumindest 2,5g/cm3.

[0014] Die übrigen Daten der Schalldämmatte sehen wie folgt aus:
Wärmeleitfähigkeit > 0,3 W/mK
Druckfestigkeit ca. 30 N/cm2
Shore A-Härte 80-90
Wasserdampfdiff.-Widerstandsfaktor µ ca. 40'000
Brandkennziffer 5,3


[0015] Unter Laminatbodenelement wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein aus hochverdichteten Spanplatten hergestelltes Element bezeichnet, das zumindest auf der Oberseite -Gehfläche- beschichtet und/oder mit einem Furnier versehen ist. Die Dicke derartiger Laminatbodenelemente beträgt im allgemeinen zwischen 6 und 8 mm. Da solche Laminatbodenelemente relativ leicht und dabei sehr hart sind, eignet sich die erfindungsgemässe Schalldämmatte 1 insbesondere zur Verwendung mit derartigen Bodenbelägen. Allerdings kann die beschriebene Schalldämmatte natürlich auch zusammen mit beliebig anderen, steifen Bodenbelägen eingesetzt werden.

[0016] Anstelle von Schalldämmatten die nachträglich an die einzelnen Laminatbodenelemente angeklebt werden, ist es durchaus denkbar, dass derartige Schalldämmatten bei der Herstellung der Laminatbodenelemente in einem zusätzlichen Arbeitsgang direkt aufgebracht -verklebt- werden.


Ansprüche

1. Bodenbelag mit einer durch eine oder mehrere Schalldämmatte(n) (1) gebildeten Unterseite, wobei die Schalldämmatte(n) (1) aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff mit viskoelastischem Verhalten oder einem Naturstoff mit gleichartigem Verhalten gefertigt ist/sind, und wobei die Schalldämmatte(n) (1) eine Dicke zwischen 1 und 3 mm und eine Dichte von zumindest 2g/cm3 aufweist/aufweisen.
 
2. Bodenbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalldämmatte(n) (1) vollflächig verklebt ist/sind.
 
3. Bodenbelag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundmischung der Schalldämmatte(n) (1) 10 bis 40 Gewichtsprozent eines Ethylen/Vinylacetat-Mischpolymers enthält.
 
4. Bodenbelag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundmischung der Schalldämmatte(n) (1) einen Vinylacetatanteil von 10 bis 45 Gewichtsprozent aufweist.
 
5. Bodenbelag nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundmischung der Schalldämmatte(n) (1) zwischen 60 und 90 Gewichtsprozent Füllstoffe enthält.
 
6. Bodenbelag nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstoffe eine Dichte von zumindest 2,5 g/cm3 aufweisen.
 
7. Bodenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalldämmatte(n) (1) eine Wärmeleitfähigkeit von zumindest 0,3 W/mK aufweist bzw. aufweisen.
 


Claims

1. Floorcovering with a lower side formed by one or more sound-deadening mats (1), where the sound-deadening mat(s) (1) has/have been manufactured from a flexible thermoplastic with viscoelastic behaviour or from a naturally occurring material with the same type of behaviour, and where the sound-deadening mat(s) (1) has/have a thickness of from 1 to 3 mm and a density of at least 2 g/cm3.
 
2. Floorcovering according to Claim 1, characterized in that the sound-deadening mat(s) (1) has/have been adhesively bonded over the entire surface.
 
3. Floorcovering according to Claim 1 or 2, characterized in that the base-compound for the sound-deadening mat(s) (1) comprises from 10 to 40% by weight of an ethylene-vinyl acetate copolymer.
 
4. Floorcovering according to Claim 3, characterized in that the base-compound for the sound-deadening mat(s) (1) has a vinyl acetate content of from 10 to 45% by weight.
 
5. Floorcovering according to Claim 3 or 4, characterized in that the base-compound for the sound-deadening mat(s) (1) comprises from 60 to 90% by weight of fillers.
 
6. Floorcovering according to Claim 5, characterized in that the fillers have a density of at least 2.5 g/cm3.
 
7. Floorcovering according to any of the preceding claims, characterized in that the sound-deadening mat(s) (1) has/have a thermal conductivity of at least 0.3 W/mK.
 


Revendications

1. Revêtement de sol avec une face inférieure formée d'un ou plusieurs mats insonorisants (1), où le (les) mat(s) insonorisant(s) (1) est(sont) constitué(s) d'une matière plastique flexible, thermoplastique avec un comportement viscoélastique ou une matière naturelle avec un comportement similaire et où le (les) mat(s) insonorisant(s) (1) présente(nt) une épaisseur comprise entre 1 et 3 mm et une masse spécifique d'au moins 2 g/cm3.
 
2. Revêtement de sol selon la revendication 1, caractérisé en ce que le (les) mat(s) insonorisant(s) (1) est(sont) entièrement collé(s).
 
3. Revêtement de sol selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le mélange de base du (des) mat(s) insonorisant(s) (1) contient 10 à 40% en poids d'un copolymère éthylène/acétate de vinyle.
 
4. Revêtement de sol selon la revendication 3, caractérisé en ce que le mélange de base du (des) mat(s) insonorisant(s) (1) présente une quantité d'acétate de vinyle de 10 à 45% en poids.
 
5. Revêtement de sol selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en du (des) mat(s) insonorisant(s) (ou des mats insonorisants (1) contient de 60 à 90% en poids de charge.
 
6. Revêtement de sol selon la revendication 5, caractérisé en ce que la charge présente une masse spécifique d'au moins 2,5 g/cm3.
 
7. Revêtement de sol selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le (les) mat(s) insonorisant(s) (1) présente(nt) une conductibilité thermique d'au moins 0,3 W/mK.
 




Zeichnung