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(11) |
EP 0 886 596 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.11.2001 Patentblatt 2001/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.03.1997 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B61L 5/10 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/AT9700/051 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9733/784 (18.09.1997 Gazette 1997/40) |
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VORRICHTUNG ZUM ERFASSEN DER POSITIONEN VON SCHWENKBAREN TEILEN EINER WEICHE
DEVICE FOR DETECTING THE POSITIONS OF PIVOTABLE PARTS OF A POINT
DISPOSITIF SERVANT A DETECTER DES POSITIONS DE PARTIES PIVOTANTES D'UN AIGUILLAGE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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LT LV RO SI |
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Priorität: |
12.03.1996 AT 46896
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.12.1998 Patentblatt 1998/53 |
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Patentinhaber: VAE Aktiengesellschaft |
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1010 Wien (AT) |
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Erfinder: |
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- SEIDL, Kurt
A-8753 Fohnsdorf (AT)
- FRAUSCHER, Josef
D-94099 Ruhstorf (DE)
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| (74) |
Vertreter: Haffner, Thomas M. |
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Patentanwalt,
Haffner Thomas M., Dr.,
Schottengasse 3a 1014 Wien 1014 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-A- 373 836
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DE-A- 3 511 891
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erfassen der Positionen von schwenkbaren
Teilen einer Weiche, wie z.B. Zungenschienen, mit wenigstens einem Sensor, sowie ein
Verfahren zur Signalauswertung von Sensoren zur Ermittlung der Position von schwenkbaren
Teilen einer Weiche, mittels dieser Vorrichtung.
[0002] Aufgrund des ständig fortschreitenden Ausbaues der Hochgeschwindigkeitstrassen für
Eisenbahnen wachsen insbesonders die Ansprüche an die Kontrolle von Schienenweichen.
Um einen sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten, müssen die Überfahrten über die Schienenweichen
mit einem höchsten Maß an Sicherheit erfolgen. Hierzu ist unbedingt notwendig, daß
die Weichenzungen nach Verschwenken durch entsprechende Stellantriebe ihre Endlagen
korrekt einnehmen und auch einhalten. Zur Überprüfung dieser Endlagen wurden bislang
Zungenlagemelder mit mechanischen Endschaltern verwendet. Diese mechanischen Vorrichtungen
sind jedoch relativ aufwendig, da sie meist in Form von Gestängen ausgeführt sind,
welche leicht beschädigt werden und daher häufig gewartet und neu eingestellt werden
müssen. Neben diesen mechanisch arbeitenden Lagemeldern sind Einrichtungen bekanntgeworden,
welche aus induktiv berührungslos wirkenden Näherungsschaltern aufgebaut sind.
[0003] In der DE 35 11 891 A1 ist eine Einrichtung bestehend aus einem elektromotorisch
angetriebenen Einzelweichenantrieb, einem festlegbaren Stell- und gegebenenfalls einem
ebenfalls festlegbaren Überwachungsschieber und einer Sensoranordnung zum Erkennen
der Schieberendlagen und deren Sicherungszustand bekanntgeworden. Mit Hilfe der in
die Einrichtungen integrierten Sensoren wird eine Überwachung der Endlagen durchgeführt
sowie die Verschlußlage des Stell- und gegebenenfalls Überwachungsschiebers erkannt.
Die Prüfergebnisse werden dann an eine Steuer- und Überwachungslogik bzw. ein steuerndes
Stellwerk weitergegeben, wobei die Befahrbarkeit der Weiche festgestellt wird. Eine
Abstandsmessung der Zungenschiene zur Backenschiene erfolgt nicht.
[0004] Aus der DE 26 36 359 A1 ist-eine Überwachungseinrichtung für die Endlagen schwenkbarer
Schienen von Eisenbahnweichen bekanntgeworden, wobei an bestimmten Kontrollpunkten
induktive Schienenschalter vorgesehen sind, welche von an der schwenkbaren Schiene
angeordneten ferromagnetischen Gegenstücken überstrichen werden. Durch die induktiv
hervorgerufene Schalterauslösung soll ermittelt werden, ob sich die schwenkbare Schiene
in ihrer Endlage befindet.
[0005] Aus der EP 0 514 365 B1 geht bereits ein Verfahren zur Überwachung des Zustandes
von Schienenweichen und zum Erfassen von vorzeitigem Verschleiß im Bereich der Zungenschiene
einer Weiche hervor. Dieses Verfahren zielt im wesentlichen darauf ab, vorzeitigen
Verschleiß im Bereich der Zungenschiene durch einen Sensor zu erfassen, sodaß der
beim Befahren ermittelte kleinste Wert des Abstandes zwischen Zungenschiene und Backenschiene
gespeichert wird, wobei jeweils Abstandswerte und Grenzwerte definiert und miteinander
verglichen wurden und bei Überschreiten eines bestimmten Grenzwertes ein Wartungssignal
ausgelöst wird. Als mögliche Näherungssensoren werden hierbei induktiv oder kapazitative
Analogsensoren vorgesehen.
[0006] Diese induktiv wirkenden Näherungsschalter sind zwar sehr zuverlässige und verschleißfreie
Schaltelemente, jedoch können sie nicht dazu eingesetzt werden, die exakte Position
der beweglichen Teile einer Weiche ständig zu ermitteln sondern werden nur dazu verwandt,
zu signalisieren, ob die Weichenzunge die jeweilige Endlage erreicht hat oder nicht.
Da induktiv wirkenden Näherungsschalter in Schwingkreise eingesetzt werden, unterliegt
die Genauigkeit der Messungen der Schwingkreisgüte, welche stark von äußeren Einflüssen
und der Genauigkeit der Bauelemente abhängig ist. Es sind daher aufwendige Maßnahmen
notwendig, um die Redundanz und Genauigkeit dieser Meßeinrichtungen zu erhöhen.
[0007] Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, eine Meßeinrichtung zu schaffen, welche
die Position der beweglichen Teile einer Schiene kontinuierlich mißt, wobei deren
Funktionstüchtigkeit permanent überwacht werden kann. Zur Lösung dieser Aufgabe wird
eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 vorgeschlagen. Die Vorrichtung ist so ausgeführt,
daß der Sensor als kontinuierlicher Abstandssensor ausgebildet ist und daß der Sensorausgang
mit einer Schaltungsanordnung für zwei gesonderte Auswertungen verbunden ist, wobei
eine erste Auswertung als Abstandsauswertung und eine zweite Auswertung als Funktionskontrolle
des Sensors ausgebildet ist. Dadurch, daß der Sensor als kontinuierlicher Abstandssensor
ausgebildet ist, lassen sich im Gegensatz zu Meßsensoren, die lediglich zur Ermittlung
eines Zustandes geeignet sind, alle Positionen der Weichenzunge über den Endbereich
des jeweiligen gesamten Verstellweges exakt erfassen. Für die Signalauswertung ist
hierbei eine Schaltungsanordnung vorgesehen, wobei durch eine Funktionskontrolle,
z.B. durch Bereitstellen eines Referenzsignales, ermittelt werden kann, ob der Sensor
intakt ist und korrekte Meßergebnisse liefert. Die kontinuierliche Bestimmung der
Position wird in der Abstandsauswertung durchgeführt, wobei als eine mögliche Methode
zur Lageermittlung, die Berechnung der Position in Frage kommt. Zur schnellen Verarbeitung
nach Analog-Digitalwandlung in diskreter Form vorliegender Meßwerte werden hierfür
üblicherweise leistungsstarke Mikrokontroller mit hoher Taktrate verwendet. Da in
der Regel die Zungenschienenposition nicht linear vom Sensorsignal abhängig ist, ist
die Abstandsauswertung in besonders vorteilhafter Weise so ausgeführt, daß sie mit
einer Kennlinienabfrage zusammenwirkt. Dank einer derartigen Kennlinienabfrage ist
eine exakte Ermittlung der Zungenschienenposition auch dann möglich, wenn den Meßsignalen
kein lineares Abstandsgesetz zugrundeliegt.
[0008] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung der Meßvorrichtung besteht darin, daß der
Ausgang wenigstens eines weiteren Sensors zur Messung des Ruhesignales mit der Funktionskontrolle
verbunden ist. Dadurch, daß in dieser Weiterbildung ein weiterer Sensor, welcher entweder
speziell kalibriert oder mit dem eigentlichen Abstandssensor identisch ist, zum Einsatz
gelangt, wird die Genauigkeit der Messung des Ruhesignales und somit die Zuverlässigkeit
der Funktionskontrolle gesteigert.
[0009] Um die Genauigkeit der Lagebestimmung von schwenkbaren Teilen einer Weiche weiter
zu erhöhen, ist eine besonders zweckmäßige Ausbildung derart gestaltet, daß wenigstens
zwei Abstandssensoren jeweils an der An- und Ablageposition der schwenkbaren Teile
am Gleis angeordnet sind. Dadurch, daß nunmehr mehrere Abstandssensoren entsprechend
angeordnet sind, kann neben der Funktionskontrolle im unbedämpften Zustand auch eine
weitere Funktionskontrolle in der bedämpften Endlage stattfinden. Der Einsatz wenigstens
zweier an unterschiedlichen Orten installierter Abstandssensoren schafft weiters die
Möglichkeit die Zuverlässigkeit der Funktionskontrolle und die Genauigkeit der Abstandsmessung
mit Hilfe eines Meßwertvergleiches und/oder einer Mittelwertbildung zu erhöhen. Desweiteren
dient eine derartige Ausbildung dazu, die Zungenschienen über die gesamte Weichenlänge
auf Formänderungen hin zu beobachten, wobei die Messungen auch während der Überfahrt
erfolgen können. Auf diese Weise können der Gesamtzustand der Weichenlage festgestellt
und langfristige Veränderungen vorherbestimmt werden.
[0010] In einer bevorzugten Weiterbildung ist die Kennlinie derart ausgebildet, daß sie
jeweils Toleranzbereiche für zulässige Funktionsbereiche für die An- und Ablage der
schwenkbaren Teile aufweist und daß eine Funktionskontrolle für die Anlage- und Ablageposition
erfolgt. Dadurch, daß Toleranzfenster vorgesehen sind, wird verhindert, daß die Funktionskontrolle
bereits bei geringen Abweichungen von der Endlage ein Alarmsignal ausgibt und der
Betrieb in eigentlich noch unkritischen Bereichen zu früh beendet wird. Die vorgenommene
Ausbildung erlaubt es nunmehr, auch die Veränderungen der Endlagenpositionen kontinuierlich
zu kontrollieren und bei Meßwerten innerhalb der Toleranzfenster frühzeitig anstehende
Reparatur- bzw. Justiermaßnahmen vorzunehmen. Dadurch kann der Verschleißfortschritt
innerhalb der Toleranzgrenzen beobachtet werden, womit sowohl Material als auch Kosten
eingespart werden.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführung ist vorgesehen, daß das Ruhesignal als
Kalibriergröße für die Kennlinie mit der Kennlinienabfrage zusammenwirkt. Indem das
Ruhesignal dazu verwendet wird, die Kennlinien selbst zu verschieben, daß der Wert
des Ruhesignales gleich dem Funktionswert an der Ablageposition ist, entsteht eine
Kennlinienschar. Eine solche Selbstjustierung der Kennlinien unter Ausbildung einer
Kennlinienschar ermöglicht es, Umgebungs- und Alterseinflüsse auf die Auswertung weitgehend
auszuschalten und unverfälschte Positionswerte zu erhalten.
[0012] Um eine weitere Störgröße in Form von Leitungsverlusten, z.B. Spannungsabfällen an
den Leitungswiderständen, zu verhindern, sind die Sensorausgänge in vorteilhafter
Weise als Stromausgänge ausgebildet. Dadurch, daß die Sensorausgänge als Stromausgänge
ausgeführt sind, liegen die Sensorsignale in Form von leicht weiterverarbeitbaren
Strömen vor.
[0013] Um über einen längeren Zeitraum die Tendenzen des Weichenverhaltens festzustellen,
d.h. den Verschleiß frühzeitig zu erkennen und die verbleibende Lebensdauer einer
Weiche einzuschätzen, ist die Auswerteschaltung in bevorzugter Weise mit einem Speicher
verbunden.
[0014] Um die sichere Funktion der Verschlüsse zu überwachen und den engsten Durchgang zu
überprüfen sind gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausbildung die Abstandssensoren
in mehreren Meßebenen angeordnet.
[0015] Das Verfahren zur Auswertung der Signale der Sensoren zur Ermittlung der Position
von schwenkbaren Teilen einer Weiche mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung, besteht
im wesentlichen darin, daß die Sensorsignale in einem Kennlinienrechner ausgewertet
werden, die Positionen als Funktionen der Signalwerte ermittelt werden, wobei die
Signale mit den Sensorruhesignalen verglichen werden und die Funktionsfähigkeit der
Sensoren festgestellt wird und gegebenenfalls Signalwerte, welche außerhalb von in
den Kennlinien vorgegebenen Toleranzfenstern liegen, für Fehlermeldungen herangezogen
werden, wobei die Kennlinie durch Vergleich mit den Ruhestromsignalen innerhalb einer
zulässigen Toleranz an die Umgebungsbedingungen angepaßt wird und kurzfristige Fehlermeldungen
unterdrückt werden. Indem die Analyse der durch die Sensoren ermittelten Daten sowohl
für die Ermittlung des Abstandes als auch für die Überprüfung der Funktionsfähigkeit
der Sensoren bei gleichzeitiger Anpassung der Kennlinie durchgeführt wird, werden
die auf die Meßeinrichtung einwirkenden Verfälschungen durch Störgrößen weitgehend
eliminiert und dadurch die Meßgenauigkeit in hohem Maße gesteigert. Da nur Signalwerte,
welcher außerhalb der in den Kennlinien vorgegebenen Toleranzfenstern liegen, Fehlermeldungen
auslösen, wird ein Betriebsbereich innerhalb der Toleranzen definiert, wodurch gewährleistet
wird, daß nicht bereits kleine Abweichungen der Zungenschienen von den Endlagen Betriebsunterbrechungen
verursachen, obwohl ein fehlerfreier Betrieb hier noch unriskant ist. Ein solches
meßtechnisches Verfahren erhöht infolgedessen insgesamt gesehen die Verwendungsdauer
der Zungenschienen von Schienenweichen. Verläßt das Signal jedoch den Toleranzbereich,
so hat sich entweder die Weichenzunge bewegt oder der Sensor ist defekt. Daß beide
Störungen gleichzeitig auftreten, ist im Sinne der Sicherheitsrichtlinien des Eisenbahngesetzes
auszuschließen. Soll eine tatsächliche Fehlerquelle ermittelt werden, muß der Sensor
im Leerlauf überprüft werden. Dadurch, daß durch Speicherung auch die Dauer der Fehlermeldung
ermittelt wird, können Fehlermeldungen die von eventuellem Meßwertausreißern, z.B.
in Folge von versehentlich durch Personen oder Tiere verursachter Bedämpfung eines
Abstandssensors, herrühren und daher nur kurzfristiger Art sind, unterdrückt werden.
Die Betriebsbereitschaft der Schienenweiche wird dann nicht unterbrochen. Auch wird
durch die Anordnung und das Auswerteverfahren sichergestellt, daß fehlerhafte Sensoren
oder ein Sensorausfall zur Unterbrechung des Betriebes führen.
[0016] In einem besonders bevorzugten Verfahrensschritt wird zusätzlich die Betriebsbereitschaft
des Weichenantriebes überwacht, wodurch sich eine noch höhere Zuverlässigkeit der
Weichenstelleinrichtung erreichen läßt. Durch die Überwachung des Weichenantriebes
wird sichergestellt, daß Störungen, welche auf den Weichenantrieb zurückzuführen sind,
und nicht von altersbedingtem Verschleiß oder anderen umweltbedingten Störungen der
Zungenschiene herrühren, rechtzeitig erkannt werden. Es gelingt also die Hauptfehlerquellen,
welche unmittelbar zur Stillegung und Reparatur der Schienenweiche führen, ständig
und getrennt voneinander zu überwachen.
[0017] Ein weiterer vorteilhafter Verfahrensschritt, um die sichere Funktion der Verschlüsse
zu überwachen und den engsten Durchgang zu überprüfen, besteht darin, daß die Signale
aus verschiedenen Meßebenen miteinander verglichen werden.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher dargestellt und erläutert.
Fig. 1 stellt die Anordnung der erfindungsgemäßen Vorrichtung an einer Schienenweiche
dar, Fig. 2 zeigt die prinzipielle Schaltungsanordnung der Vorrichtung zum Erfassen
der Positionen von schwenkbaren Teilen einer Weiche dar und in Fig. 3 wird die Schaltungsanordnung
anhand eines Ausschnittes des Schaltplanes der Elektronikplatine näher beschrieben.
In Fig. 4 sind die der Kennlinienabfrage zugrunde liegenden Kennlinien ersichtlich.
[0019] Fig. 1 zeigt zwei Zungenschienen 1 und 2 einer Schienenweiche. Mit 3 ist ein Weichenantrieb
bezeichnet, welcher die Zungen 1 und 2 in die entsprechenden Positionen bringt. Die
für die Erfassung der Positionen der Zungenschienen erforderlichen kontinuierlichen
Abstandssensoren einer Meßebene sind mit 4,5,6 und 7 bezeichnet. Gemäß der schematischen
Darstellung ist in jeder Weichenstellung jeweils ein Sensor 5 bei der an der Backenschiene
8 anliegender Zunge 1 und ein Sensor 4 im Bereich der von der Backenschiene 8 abliegenden
Zunge 2 bedämpft. Zwei weitere Sensoren 6 und 7 sind in dieser Weichenstellung unbedämpft.
Hierbei kann vorgesehen werden, daß die Position der anliegenden Zunge mittels eines
auf den Schienensteg hin orientiert Sensors und die Lage der abliegenden Zunge mittels
eines auf den Schienenfuß hin orientierten Sensors ermittelt wird. Da erfahrungsgemäß
die abliegende Zunge eine deutlich größere Lagetoleranz im Vergleich zur anliegenden
Zunge hat, kann für die Messung der Position der abliegenden Zunge ein größerer Meßbereich
vorgesehen werden als bei der anliegenden Zunge. Die höhere Auflösung eines Sensors
für den kleineren Meßbereich der anliegenden Zunge trägt der hierbei geforderten höheren
Meßgenauigkeit Rechnung. Zusätzlich zu der Positionserfassung übernimmt die Koppelschaltung
die Überprüfung der Betriebsbereitschaft der elektromechanisch oder elektrohydraulisch
wirkenden Weichenantriebe.
[0020] Fig. 2 zeigt die sich in der Anlage bzw. Ablage zur Backenschiene 8 befindlichen
Zungenschienen 1 und 2 und die jeweils entsprechend der Zungenschienenlage bedämpften
4,5 und unbedämpften 6,7 kontinuierlichen Abstandssensoren. Die Abstandssensoren sind,
wie schematisch angezeigt, in Zweidrahttechnik ausgebildet, wobei das Sensorsignal
in einen dazu proportionalen Strom umgewandelt wird, welcher nicht durch die Leitungswiderstände
verfälscht wird. In einer Verschaltungs- und Prüflogik 10 werden die Signale der Sensoren
weiterverarbeitet und die Positionen der Zungenschiene ermittelt. Die Sicherheitsrelais
11 werden von den Ausgängen 16 der Verschaltungs- und Prüflogik 10 angesteuert.
[0021] Fig. 3 zeigt wiederum die kontinuierlich messenden Abstandssensoren 4,5,6 und 7,
deren Signale auf einer Elektronikplatine 12 weiterverarbeitet werden. Auf dieser
Elektronikplatine 12 werden die Sensorsignale unter Zwischenschaltung von Eingangsschutzbeschaltungen
13 und Frequenzfiltern 14 zwei unabhängig voneinander arbeitenden Mikrokontrollern
15 und 17 zugeführt. Zur gegenseitigen Kontrolle und Überprüfung der Funktionsfähigkeit
der Sensoren stehen die beiden Mikrokontroller miteinander in Verbindung. Über eine
im weiteren nicht näher erläuterte Schaltungslogik steuern die Platinenausgänge 16
die Sicherheitsrelais 11 an. Die Mikrokontroller führen die eigentliche datentechnische
Verarbeitung der Sensorsignale durch. In sie sind hierbei, wie nicht näher dargestellt,
gleichzeitig die Kennfeldrechner integriert, welche die Abstände der Zungenschienen
mittels der gespeicherten Kennlinien ermitteln.
[0022] Fig. 4 zeigt die Abhängigkeit der Zungenschienenposition in Abhängigkeit des als
Strom vorliegenden Sensorsignales. Der hier gezeigten Funktion ist ein auf Ruhestrom
aufgebautes Wirkprinzip zugrunde gelegt. Ruhestrom bedeutet, daß ohne Bedämpfung die
höchste Stromaufnahme stattfindet, was dem größten Koordinatenwert der Kennlinien
in Fig. 4 entspricht. Kennlinie 1 zeigt hierbei die Abhängigkeit des Weges vom Strom
einer Urkurve eines Sensors. Kennlinie 2 gibt im Gegensatz dazu eine Funktion wieder,
welche sich nach Alterung des Sensors, ausgedrückt durch Verlagerung in Richtung des
Pfeiles 18, ergibt. Durch entsprechende meßtechnische Maßnahmen, z.B. durch Vergleich
mit dem unabhängig gemessenen Sensorruhestrom, lassen sich die Kennlinien in Richtung
des Pfeiles 18 den durch den Altersprozeß bedingten Veränderungen entsprechend adaptiv
anpassen. Dadurch, daß zusätzlich zu der Funktionskontrolle durch Erfassung des Ruhestromes
des Sensors im unbedämpften Zustand zwei Toleranzfenster für die Bereiche um die Endlagen
in der Anlage 19 und Ablage 20 innerhalb des Kennlinienfeldes definiert sind, kann
eine stetige Überwachung der Funktionstüchtigkeit der Sensoren sowohl im bedämpften
als auch im unbedämpften Zustand stattfinden. Die sich nach Weichenumstellung einstellenden
Stromsignale müssen für fehlerfreien Betrieb innerhalb des Stromfensters liegen. Kommt
ein Signal nicht innerhalb dieser Toleranzbereiche zu liegen, so ist der Fehler entweder
auf eine unzulässige Position der Weichenzunge zurückzuführen oder der Sensor ist
defekt. Daß beide Störungen gleichzeitig auftreten, ist im Sinne der Sicherheitsrichtlinien
des Eisenbahngesetzes nicht anzunehmen.
[0023] In Fig. 1 sind weitere Sensoren 21 und 22 in einer weiteren Meßebene ersichtlich.
1. Vorrichtung zum Erfassen der Positionen von schwenkbaren Teilen einer Weiche, wie
z.B. Zungenschienen (1,2), mit wenigstens einem Sensor (4, 5, 6, 7), dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor als ein Abstandssensor zur kontinuierlichen Erfassung der Position eines
schwenkbaren Teils (1, 2) der Weiche über Endbereiche dessen Verstellweges ausgebildet
ist und daß der Sensorausgang mit einer Schaltungsanordnung (10) für zwei gesonderte
Auswertungen verbunden ist, wobei eine erste Auswertung als Abstandsauswertung und
eine zweite Auswertung als Funktionskontrolle des Sensors ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandsauswertung mit einer die Abhängigkeit einer Zungenschienenposition vom
Sensorsignal definierenden Kennlinienabfrage zusammenwirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang wenigstens eines weiteren Sensors zur Messung eines Sensorruhesignales
in einer der beiden Endpositionen mit der Schaltungsanordnung (10) verbunden ist und
mit der Funktionskontrolle des Abstandssensors (4, 5, 6, 7) zusammenwirkt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Abstandssensoren jeweils an der An- und Ablageposition der schwenkbaren
Teile in einer gemeinsamen Meßebene am Gleis angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Kennlinienabfrage gespeicherte Kennlinien jeweils Toleranzbereiche für zulässige
Funktionsbereiche für die An- und Ablage der schwenkbaren Teile aufweisen und daß
eine Funktionskontrolle für die Anlage- und Ablageposition erfolgt.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Ruhesignal als Kalibriergröße für die Kennlinie mit der Kennlinienabfrage zusammenwirkt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Sensorausgänge als Stromausgänge ausgebildet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltungsanordnung (10) mit einem Speicher verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Abstandssensoren in mehreren Meßebenen angeordnet sind.
10. Verfahren zur Signalauswertung von Sensoren zur Ermittlung der Position von schwenkbaren
Teilen einer Weiche mittels der Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensorsignale in einem Kennlinienrechner ausgewertet werden, die Positionen als
Funktionen der Signalwerte ermittelt werden, wobei die Signale mit Ruhesignalen der
Sensoren verglichen werden und die Funktionsfähigkeit der Sensoren festgestellt wird
und gegebenenfalls Signalwerte, welche außerhalb von in den Kennlinien vorgegebenen
Toleranzfenstern liegen, für Fehlermeldungen herangezogen werden, wobei die Kennlinie
durch Vergleich mit den Ruhesignalen der Sensoren innerhalb einer zulässigen Toleranz
an die Umgebungsbedingungen angepaßt wird und kurzfristige Fehlermeldungen unterdrückt
werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsbereitschaft eines Weichenantriebes (3) zur Positionierung von Zungenschienen
zusätzlich überwacht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Signale aus verschiedenen Meßebenen miteinander verglichen werden.
1. A device for detecting the positions of pivotable parts of a switch such as, e.g.,
tongue rails (1, 2), including at least one sensor (4, 5, 6, 7), characterized in that the sensor is designed as a distance sensor adapted to continuously detect the position
of a pivotable part (1, 2) of the switch over end regions of its displacement path,
and that the sensor output is connected to a circuit arrangement (10) for two separate
evaluations, a first evaluation being configured as a distance evaluation and a second
evaluation being configured as a function check of said sensor.
2. A device according to claim 1, characterized in that said distance evaluation cooperates with a characteristic curve interrogation defining
the dependence of a tongue rail position on the sensor signal.
3. A device according to claim 1 or 2, characterized in that the output of at least one further sensor is connected to the circuit arrangement
(10) to measure a static signal of the sensor in one of the two end positions, and
cooperates with the function check of the distance sensor (4, 5, 6, 7).
4. A device according to claim 1, 2 or 3, characterized in that at least two distance sensors are each arranged in a common measuring plane on the
track at the closed and open positions of said pivotable parts.
5. A device according to claim 2, characterized in that the characteristic curves stored for said characteristic curve interrogation each
comprise tolerance ranges for admissible functional ranges for the closed and open
positions of said pivotable parts, and that a function check is effected for said
closed and open positions.
6. A device according to claims 3 and 5, characterized in that the static signal cooperates with said characteristic curve interrogation as a characteristic
curve calibration quantity.
7. A device according to any one of claims 1 to 6, characterized in that sensor outputs are designed as current outputs.
8. A device according to any one of claims 1 to 7, characterized in that the circuit arrangement (10) is connected with a memory.
9. A device according to any one of claims 1 to 8, characterized in that distance sensors are arranged in several measuring planes.
10. A method of evaluating the signals of sensors for detecting the positions of pivotable
parts of a switch using the device according to any one of claims 1 to 9, characterized in that the sensor signals are evaluated in a characteristic curve computer, the positions
are determined as functions of the signal values, wherein the signals are compared
with static signals of the sensors and the functionability of the sensors is determined
and signal values that are located outside tolerance ranges preset in the characteristic
curves are optionally used for error messages, wherein the characteristic curve is
adapted to the environmental conditions by comparison with the static signals of the
sensors within an admissible tolerance and short-term error messages are suppressed.
11. A method according to claim 10, characterized in that the ready status of a switch actuator (3) adapted to position tongue rails is additionally
monitored.
12. A method according to claim 10 or 11, characterized in that the signals from different measuring planes are compared with one another.
1. Dispositif de détection des positions de parties pivotantes d'un aiguillage, telles
que par exemple des rails formant lames d'aiguille (1, 2), par au moins un capteur
(4, 5, 6, 7), caractérisé en ce que le capteur est réalisé en tant que capteur de proximité pour la détection continue
de la position d'une partie pivotante (1, 2) de l'aiguillage par l'intermédiaire des
zones d'extrémité du déplacement de celle-ci, et en ce que la sortie du capteur est reliée à un circuit (10) pour deux évaluations distinctes,
une première évaluation étant réalisée en tant qu'évaluation de distance, et une seconde
évaluation étant réalisée en tant que contrôle du fonctionnement du capteur.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'évaluation de distance est associée à une consultation de caractéristiques définissant
la relation entre une position de rail formant lame d'aiguille et un signal du capteur.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la sortie d'au moins un autre capteur, pour la mesure d'un signal de repos provenant
du capteur, dans l'une des deux positions finales, est reliée au circuit (10) et est
associée au contrôle de fonctionnement du capteur de proximité (4, 5, 6, 7).
4. Dispositif selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce qu'au moins deux capteurs de proximité sont chaque fois disposés au niveau de la position
de contact et de la position de déviation des parties pivotantes, dans un plan commun
de mesure au niveau de la voie.
5. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que des caractéristiques mémorisées pour la consultation de caractéristiques, présentent
chaque fois des plages de tolérances pour les plages de fonctionnement admissibles
pour la position de contact et pour la position de déviation des parties pivotantes,
et en ce qu'un contrôle du fonctionnement est effectué pour la position de contact et pour la
position de déviation.
6. Dispositif selon les revendications 3 et 5, caractérisé en ce que le signal de repos est associé, en tant que grandeur de calibrage pour la caractéristique,
à la consultation de caractéristiques.
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les sorties des capteurs sont réalisées en tant que sorties de courant.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le circuit (10) est relié à une mémoire.
9. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que les capteurs de proximité sont disposés en plusieurs plans de mesure.
10. Procédé d'évaluation de signaux provenant de capteurs pour déterminer la position
de parties pivotantes d'un aiguillage, à l'aide du dispositif selon l'une des revendications
1 à 9, caractérisé en ce que les signaux des capteurs sont évalués dans un processeur de caractéristiques, les
positions sont déterminées en tant que fonctions des valeurs des signaux, les signaux
étant comparés aux signaux de repos des capteurs et l'aptitude au fonctionnement des
capteurs étant établie et, le cas échéant, des valeurs de signaux, qui sont situées
en dehors des zones de tolérances prédéfinies dans les caractéristiques, sont prises
en compte pour des messages d'erreur, la caractéristique étant alors adaptée aux conditions
ambiantes par une comparaison avec les signaux de repos des capteurs dans les limites
d'une tolérance admissible, et des messages d'erreur à court terme étant supprimés.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'état d'ordre de marche d'un dispositif de commande d'aiguillage (3), servant au
positionnement des rails formant lames d'aiguille, est en outre surveillé.
12. Procédé selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que les signaux, provenant de différents plans de mesure, sont comparés les uns aux autres.

