[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Faserstoffen aus thermoplastischen
Kunststoffen, bei denen der thermoplastische Kunststoff geschmolzen und in einen rotierenden
Reaktor zur Bildung eines Schmelzefilms geleitet wird und an einer offenen Reaktorkante
die Fasern gebildet und gestreckt werden.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Herstellung von Faserstoffen aus
thermoplastischen Kunststoffen mit einer Schmelzeinrichtung für den thermoplastischen
Kunststoff und einem beheizten rotierenden Reaktor zur Ausbildung eines Schmelzefilms
aus dem geschmolzenen Kunststoff, der den rotierenden Reaktor über eine Kante einer
offenen Seite unter Ausbildung von Fasern verläßt.
[0003] Aus derartigen Faserstoffen gebildete Vliese werden insbesondere für die Absorption
von Erdöl, Erdölprodukten und Schwermetallionen aus Wasser verwendet. Für besonders
effektive Vliese ist es erwünscht, daß die Fasern eine möglichst geringe Stärke aufweisen.
[0004] Die übliche Art der Herstellung von thermoplastischen Fasern erfolgt durch das Einschmelzen
des Ausgangs-Thermoplasten und Extrudieren des geschmolzenen Kunststoffes durch dünne
Düsen zur Ausbildung dünner strahlenartiger Fasern. Durch Strecken können die extrudierten
Fasern noch dünner gemacht werden, wobei sie gleichzeitig mit einem Spezialluftstrom
abgekühlt werden. Diese Verfahren setzen einen sehr homogenen Ausgangs-Thermoplasten
voraus, so daß sich insbesondere die Verwendung von Recycling-Kunststoffen, die inhomogen
sind und Fremdkörper enthalten können, verbietet. Diese würden nämlich die Düsen bzw.
Kanäle verstopfen. Die Extrusionsverfahren sehen darüber hinaus vor, daß mit relativ
niedrigen Temperaturen, die nur wenig oberhalb der Schmelztemperatur liegen können,
gearbeitet wird, um die Abkühlungsmaßnahmen nach dem Extrudieren so einfach wie möglich
zu gestalten. Die Verarbeitung von Sekundärrohstoffen und Thermoplastabfällen erfordert
hingegen eine Verarbeitung bei höheren Temperaturen, die nahe den Temperaturen der
Thermoplastzersetzung liegen.
[0005] Insbesondere aus SU 699 041 ist es bekannt, die Thermoplastschmelze einem Drehtopf
zuzuführen, auf dessen Innenwand der Schmelzefilm gebildet und das Spinnstrecken aus
dem Schmelzefilm durch die Bildung von Fasern auf der Topfkante mit einem mit hoher
Geschwindigkeit über den Schmelzefilm geleiteten Gas vorgenommen wird. Der Reaktor
ist dabei in Form eines senkrecht aufgestellten Topfes ausgeführt und besteht aus
einem Hohlraum und einer Arbeitsoberfläche. Aufgeheiztes Gas wird unter Druck dem
inneren Hohlraum des Reaktors und der Oberfläche des Schmelzefilms zugeführt. Auf
der Kante des Topfes sind Schlitzdüsen vorhanden, durch die der Schmelzefilm in einzelne
Strahlen aufgeteilt wird und zusammen mit dem aufgeheizten Gas strömt. Dadurch werden
die gebildeten Strahlen dünner gemacht und verstreckt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der Nachteile der bekannten
Vorrichtung dünne synthetische Fasern erzeugen zu können, die mit höherer Ausbeute
aus Hochqualitätsrohstoffen, aber auch aus Abfall-Thermoplasten gebildet werden können.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Verfahren der eingangs erwähnten
Art dadurch gekennzeichnet, daß der rotierende Reaktor so aufgeheizt wird, daß der
Schmelzefilm eine Temperatur nahe der Abbautemperatur der thermoplastischen Kunststoffe
hat und daß der Reaktor mit einer Bahngeschwindigkeit von wenigstens 10 m/s an seiner
Kante gedreht wird.
[0008] Erfindungsgemäß wird somit der Reaktor selbst geheizt, so daß der geschmolzene Thermoplast
sehr konstante Temperaturbedingungen unterliegt, die nahe der Abbautemperatur für
den Thermoplasten gewählt werden kann, ohne daß das Risiko besteht, daß durch lokale
Überschreitung dieser Temperatur die Qualität des Kunststoffes durch Zersetzungsvorgänge
beeinträchtigt wird. Die Faserbildung entsteht bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
aufgrund der hohen Rotationsgeschwindigkeit bzw. der hohen Bahngeschwindigkeit an
der Kante des Reaktors, wodurch die Kohäsionskraft des Schmelzefilms überschritten
wird, so daß die Aufteilung in die Fasern erfolgt. Auf die Verwendung von verstopfungsanfälligen
Kanälen oder Düsen kann daher vollständig verzichtet werden.
[0009] Die an der Kante des Drehtopfes verstreckten Fasern werden zweckmäßigerweise unter
Einwirkung eines Luftstroms stabilisiert, der vorzugsweise quer zum Faserlauf geleitet
wird.
[0010] Die für das erfindungsgemäße Verfahren erforderliche thermische Gleichmäßigkeit in
dem Reaktor wird in einer bevorzugten Ausführungsform dadurch unterstützt, daß der
Innenraum des Reaktors durch einen mit der Kante einen schmalen umlaufenden Spalt
ausbildenden Deckel weitgehend abgeschlossen wird. Die bei der Aufheizung des Schmelzefilms
austretenden Gase treten durch den Spalt aus und beeinflussen die erfindungsgemäße
Faserbildung positiv. Der Deckel ist dabei vorzugsweise ortsfest positioniert. Dabei
kann es zweckmäßig sein, wenn der Deckel zur Ausbildung eines umlaufenden Spaltes
mit variierender Breite asymmetrisch zur Drehachse des Reaktors positioniert wird.
[0011] Bei einer glatten Innenfläche des Reaktors könnte der Schmelzefilm spiralförmige
Schlieren, also ungleichmäßige Dicken, ausbilden. Dies kann weitgehend dadurch verhindert
werden, daß der Schmelzefilm auf der Innenwand des Reaktors durch axial verlaufende
Rippen unterteilt wird.
[0012] Zur Lösung der oben genannten Aufgabe ist ferner eine Vorrichtung der eingangs erwähnten
Art erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß der rotierende Reaktor von außen beheizt
und an seiner offenen Seite durch einen feststehenden Deckel bis auf einen mit der
Kante gebildeten umlaufenden Ringspalt verschlossen ist.
[0013] Zur Verstärkung der Beschleunigung des Schmelzefilms ist es vorteilhaft, wenn sich
die Innenwand des rotierenden Reaktors zur Kante hin konisch erweitert, wobei allerdings
der Reaktor über den größten Teil seiner axialen Länge zylindrisch ausgebildet sein
kann.
[0014] Der Ringspalt kann vorzugsweise eine Breite von 15 bis 20 mm aufweisen, wobei durch
einen asymmetrisch zur Drehachse des rotierenden Reaktors angeordneten Deckel der
Ringspalt mit einer variierenden Breite gebildet sein kann.
[0015] Sofern gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Innenwand des Reaktors
mit axial verlaufenden Rippen zur Unterteilung des Schmelzefilms versehen ist, sind
diese vorzugsweise dreieckförmig mit ihrer größten Höhe am Boden des Reaktors und
mit ihrer geringsten Höhe am Austrittsende des Schmelzefilms ausgebildet. In Verbindung
mit der bevorzugten Ausführungsform eines zylindrischen Reaktors, der sich zur offenen
Seite hin konisch erweitert, erstrecken sich die Rippen vorzugsweise über den zylindrischen
Teil des Reaktors und enden am Beginn des konischen Teils.
[0016] Der Reaktor wird von außen durch einen Erhitzer auf seine Betriebstemperatur gebracht,
der vorzugsweise ein Widerstandserhitzer, ein Induktionserhitzer oder ein Magnetinduktionserhitzer
sein kann.
[0017] Die Erfindung soll im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1 -
- schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung
- Figur 2 -
- eine Draufsicht auf die Lage des Deckels relativ zur Kante des Reaktors
- Figur 3 -
- zwei Schnittdarstellungen eines Widerstandserhitzers
- Figur 4 -
- zwei Schnittdarstellungen eines Induktionserhitzers
- Figur 5 -
- zwei Schnittdarstellungen eines Magnetinduktionserhitzers.
[0018] Die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung zeigt als Baugruppen einen Extruder 1, eine
Vorrichtung zur Faserbildung 2, eine Einheit zur Ausfällung der fertigen Faser 3 und
eine Abnahmevorrichtung 4.
[0019] Die Vorrichtung zur Faserbildung 2 besteht aus einem hohlen rotierenden Reaktor 5,
der von außen mit einem Reaktorerhitzer 6 aufgeheizt wird. Die offene Seite des Reaktors
5 ist durch einen konisch erweiterten Kegel 7 ausgeführt. In dem Kegel 7 ist unter
Ausbildung eines Ringspaltes 8 ein unbeweglicher Deckel 9 installiert, der durch eine
Stange 10 auf einem Zuführkopf 11 des Extruders 1 befestigt ist. Der unbewegliche
Deckel 9 ist exzentrisch zur Kontur des sich konisch erweiternden Kegels 7 angeordnet
und ist in seiner axialen Lage mittels einer Gewindeverbindung einstellbar, so daß
der Spalt 8 durch den Deckel justierbar ist.
[0020] Auf der Innenwand des Reaktors 5 sind dreieckförmige flache Rippen 13 in axialer
Richtung erstreckt. Die Rippen 13 befinden sich auf der gesamten Mantelfläche des
Reaktors 5 in dessen zylindrischen Teil. Sie weisen ihre größte Höhe am Boden des
Reaktors 5 auf und sind mit ihrer geringsten Höhe (mit ihren Spitzen) in Richtung
des Schmelzeaustritts orientiert. Das Austrittsende des Reaktors 5 ist durch eine
Ringluftleitung 14 umgeben, aus der Luft mit hohem Druck aus einer Öffnung 15 (Figur
1a) austreten kann.
[0021] Der Reaktor 5 ist am Ende einer hohlen Welle 16 montiert, die mit Kugellagern 17
versehen ist. Die Kugellager 17 befinden sich in einem gekühlten Gehäuse 18. Am anderen
Ende der Welle 16 ist eine Antriebsscheibe 19 eines Riementriebs 20 angebracht, der
über eine Abtriebscheibe 21 an der Welle eines Asynchronmotors 22 läuft. Innerhalb
der hohlen Welle 16 verläuft ein Zuführaufsatz 23 eines Zuführkopfes 11, der eine
Zentralöffnung 24 für die Zuführung des Schmelzgutes aus dem Extruder 1 in den Reaktor
5 aufweist.
[0022] Die ganze Vorrichtung zur Faserbildung 2 ist auf einem separaten Rahmen 32 montiert
und in einer Schutzkammer 33 aufgestellt. Im Oberteil der Schutzkammer 33 ist eine
mit einem Niederdruckventilator 35 verbundene Luftleitung 34 befestigt. Der Niederdruckventilator
35 ist ausgangsseitig über eine Luftleitung 36 mit einer Gasreinigungsvorrichtung
37 verbunden.
[0023] Der Extruder 1 weist einen Vorratsbehälter 39 für einen vorbereiteten Thermoplast
auf. Ein Antriebsmotor 40 treibt über einen Riementrieb 41 und ein Reduziergetriebe
42 eine Schnecke 43 des Extruders 1 an. Die Schnecke 43 befindet sich in einem Gehäuse
mit einem mantelförmigen Erhitzer 38.
[0024] Die Inbetriebnahme der Vorrichtung erfolgt durch Einschaltung des Reaktorerhitzers
6 und des Erhitzers 38 sowie des Niederdruckventilators 35 und der Gasreinigungsvorrichtung
37. Dem Extruder 1 wird Wasser zur Kühlung des Gehäuses 18 zugeführt. Der Behälter
39 des Extruders 1 wird mit dem vorbereiteten Thermoplast gefüllt. Nachdem die Solltemperaturen
erreicht sind, wird der Antriebsmotor 22 für die Rotations des Reaktors 5 eingeschaltet
und die Anordnung im Leerlauf 15 bis 20 Minuten zur Stabilisierung der Betriebstemperaturen
laufen gelassen. Nachdem die Betriebstemperaturen der Vorrichtung erreicht sind, setzt
man den Antriebsmotor 40 des Extruders 1 in Gang und schaltet die Antriebe der Einheit
zur Faserabfüllung 3 und der Abnahmevorrichtung 4 ein.
[0025] Der Antriebsmotor 40 bringt die Schnecke 43 über den Riementrieb 41 und das Reduziergetriebe
42 in Drehbewegung. Die Schnecke 43 erfaßt den Thermoplast aus dem Behälter 39 und
befördert ihn zum Zuführkopf 11. Indem der Stoff durch den erhitzten Teil des Extruders
11 befördert wird, vermischt er sich und schmilzt bis zur Viskosität, die der Thermoplastviskosität
im Bereich der Abbautemperatur entspricht. Dann tritt der geschmolzene Stoff durch
die Öffnung 24 des Aufsatzes 23 und des Zuführkopfes 11 in den Reaktor 5 ein, wo die
gleichen Temperaturen eingehalten werden.
[0026] Im Reaktor 5 verteilt sich die Schmelze über den Umfang der Innenwand und wird dank
der Zentrifugalkraft zwischen den Rippen 13 zum geöffneten Ende des Reaktors 5 transportiert.
Indem die die Innenfläche und die Rippen 13 berührende Thermoplastschicht vorgeschoben
wird, erhebt sie sich zusätzlich, wodurch ein dünner Schmelzefilm entsteht. Da innerhalb
des Reaktors 5 die Rippen 13 eingebaut sind, bewegt sich die Schmelze nicht spiralförmig,
was bei einer glatten Oberfläche geschehen würde, sondern längs der Reaktorerzeugende.
Dadurch erfolgt die Beschichtung der Innenfläche mit dem Schmelzefilm viel gleichmäßiger,
was die Qualität der Schmelze wesentlich erhöht. Indem der Schmelzefilm aus dem zylindrischen
Teil des Reaktors 5 in den Bereich des konisch erweiterten Kegels 7 gelangt, verringert
sich zusätzlich seine Dicke. Dabei verursachen die im Reaktor 5 entstehenden Gase
bei ihrem Austritt eine vergleichmäßigte Verteilung des Schmelzefilms im Bereich des
Kegels 7. Der Schmelzefilm erhält dank der Drehung des Reaktors 5 die Bewegungsenergie,
die größer als die Kraft der Oberflächenspannung ist. Deshalb teilt sich der Schmelzefilm
in Strahlen, reißt von der Kante des Kegels 7 ab und streckt sich in Fasern.
[0027] Die Herstellung des Faserstoffes in der erfindungsgemäßen Weise ist nur möglich,
wenn die Lineargeschwindigkeit an der Kegelkante des Reaktors 5 höher als 10 m/s ist.
Der aus den Öffnungen 15 der Ringluftleitung 14 ausströmende Luftstrom 44 beeinflußt
den im Prozeß des Streckens befindlichen Faserstoff. Der Faserstoff gelangt auf das
Fließband 45 der Einheit zur Faserausfällung 3. Mit Hilfe des Fließbandes 45 wird
der Faserstoff zur Abnahmevorrichtung 4 befördert, wo die Fasern zu Fertigwaren umgeformt
werden.
[0028] Die bei der Erzeugung des Faserstoffes entstehenden Gase werden aus der Schutzkammer
33 durch die Luftkanäle 34 und 36 mit Hilfe des Niederdruckventilators 35 in die Gasreinigungsvorrichtung
37 geleitet.
[0029] Die beschriebene Vorrichtung ermöglicht die Herstellung des Faserstoffs aus Thermoplasten
mit hervorragenden Absorptionseigenschaften, wobei auch Industrie- und Haushaltsabfälle
als Rohstoff ausgenutzt werden können.
[0030] Der Reaktorerhitzer 6, der außen am Reaktor 5 aufgebaut ist, kann als Widerstandserhitzer
25, Induktionserhitzer 26 oder als Magnetinduktionserhitzer ausgeführt sein.
[0031] In allen Fällen werden diese Erhitzer 25, 26 und der Reaktor 5 mit dem Außenmantel
27 thermisch isoliert.
[0032] Gemäß Figur 3 ist der Reaktorerhitzer 6 als Widerstandserhitzer 25 ausgeführt, der
sich in einem hitzebeständigen keramischen Massivgehäuse 28 befindet. Zwischen dem
Elektroerhitzer und dem Schutzmantel 27 ist ein wärmeisolierender Stoff 29, z.B. Kaolinwatte,
untergebracht.
[0033] Die Variante gemäß Figur 4 zeigt einen Reaktorerhitzer 6 als abkühlbaren Induktionserhitzer
26, der in dem Schutzmantel 27 untergebracht ist. Auch hier ist der Raum zwischen
dem Erhitzer 26 und dem Schutzmantel 27 mit wärmeisolierendem Stoff gefüllt.
[0034] Gemäß Figur 5 enthält der Induktionserhitzer 26 zusätzlich Platten 30 aus einer Ferromagnetlegierung
(z.B. aus Ni-Co), die längs der Reaktormantelwand auf der Außenfläche des Reaktors
5 befestigt und mit isolierten Leitern verbunden ist.
[0035] Verfahrensmäßig wird der Ausgangsrohstoff in dem Extruder 1 vorgeschmolzen und umgerüht,
so daß eine homogene Schmelze entsteht, deren Temperatur nahe der Abbautemperatur
des Polymers ist. Aus dem Extruder 1 wird die Schmelze dem rotierenden Reaktor 5 zugeführt,
dessen Wändetemperatur auf eine Temperatur nahe der Abbautemperatur vorgeheizt sind.
Durch die Rotation des Reaktors 5 wird die Schmelze gleichmäßig auf der inneren Oberfläche
verteilt. Dabei bildet sich ein Paraboloid der Rotation, und sie bewegt sich unter
der Einwirkung von Zentrifugalkräften in Richtung der offenen Seite. Da die offene
Seite des Reaktors 5 die Form eines auseinanderlaufenden Kegels 7 hat, verringert
sich die Dicke des Films proportional zur Vergrößerung der Seitenoberfläche. Auf diese
Weise ist es möglich, dünnere Fasern zu bekommen. Nach dem Verlassen der Kante des
auseinanderlaufenden Kegels 7 teilt sich die Folie in einzelne Strahlen, die unter
Einwirkung der Zentrifugalkraft und aufgrund einer hohen Rotationsgeschwindigkeit
des Reaktors 5 zur Faser werden. Die entstehende Faser kommt in den Luftstrom 44,
der senkrecht zu den auseinanderfliegenden Fasern gerichtet ist und somit die Fasern
in die Einheit 4 zur Ausfällung der Fasern zwingt. Dabei verlängert und kühlt sich
die Faser.
[0036] Da der Vorgang der Filmbildung in einem praktisch geschlossenen Raum erfolgt, entsteht
innerhalb des Reaktors 5 ein Gasmedium mit einem Überdruck. Dadurch können Abbauvorgänge
aufgrund des Luftmangels reduziert werden.
[0037] Darüber hinaus entsteht im Reaktor 5 eine stabile Temperatur. Deshalb können mögliche
Schwankungen bei der Wärmeversorgung für den Vorgang der Filmbildung kompensiert werden.
Dies führt zur Senkung von Energiekosten, um die vorgegebene Temperatur aufrechtzuerhalten.
Der Überdruck im Innern des Reaktors 5 führt zu einem Gasstrom, der eine gewisse Zeit
der Faser eine ausreichende Wärme zuführt, damit sie noch länger werden kann.
[0038] Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht es, hochwertige Fasern
nicht nur mit Rohstoffen einer Sorte, sondern auch mit einer Kombination von Rohstoffen
durchzuführen. Dies liegt daran, daß der Rohstoff zuerst im Extruder 1 eingeschmolzen
und umgerührt wird und danach eine gewisse Zeit innerhalb des Reaktors 5 bleibt. Dadurch
wird die gesamte Menge gleichmäßig erwärmt und die Viskosität gemittelt, so daß die
Produktion der Faser aus einer homogenisierten Schmelze erfolgt.
[0039] Im Falle einer Störung, durch die die Schmelze die erforderliche Viskosität nicht
erreicht, erfolgt unter Einwirkung der Zentrifugalkraft eine Selbstreinigung des Reaktors
5.
[0040] Die Verwendung von Thermostabilisatoren in dendritischer Form, die über freie Ionen
verfügt, ermöglicht eine schnelle Unterdrückung der Vorgänge beim Abbau von Polymeren
durch die Zusammenführung von freien Radikalen der zerrissenen Polymerketten. Hieraus
resultiert eine Steigerung der Fasermenge im Vergleich zu den schweren Metallen, und
der Ausstoß von Schadstoffen in die Umwelt wird reduziert.
Beispiel 1:
[0041] Die hergestellten Fasern haben überwiegend eine Dicke von 5 bis 20 µm und sind in
Geflechte gewunden, deren Querschnittsgröße im Bereich von 25 bis 100 µm liegt. Das
Geflecht enthält kugel- und tropfenartige Teilchen, die teils mit den Fasern zusammengewachsen,
teils von den Fasern isoliert sind. Außerdem gibt es zahlreiche Faserverdickungen,
deren Länge zwischen dem drei- und zehnfachen der Querschnittsgröße dieser Verdickungen
liegt. Die Querschnitte dieser Verdickungen und der kugel- und tropfenartigen Teilchen
liegen im Bereich von 30 bis 200 µm.
Beispiel 2:
[0042] Es handelt sich um ein Grobfasermuster, in dem der größte Teil der Fasern eine Dicke
von 50 bis 400 µm hat. Es gibt eine geringere Anzahl dünnerer Fasern mit einer Größe
von 5 bis 20 µm. Es sind zahlreiche kugel- und tropfenartige Teilchen mit einer Größe
von 50 bis 300 µm vorhanden.
Beispiel 3:
[0043] Der größte Teil der Fasern hat einen Querschnitt von 1 bis 10 µm. Vorhanden sind
grobere Fasern mit einer Dicke von 20 bis 50 µm mit den Verdickungen bis 100 µm. Es
gibt auch kugel- und tropfenartige Teilchen.
Beispiel 4:
[0044] Der größte Teil der Fasern hat einen Querschnitt von 1 bis 10 µm. Eine geringe Anzahl
der Fasern hat eine Größe bis 20 µm. Die dickeren Fasern haben Verdickungen mit dem
maximalen Querschnitt von 50 bis 150 µm. Die vorhandenen kugel- und tropfenartigen
Teilchen haben eine Größe von 100 bis 400 µm.
[0045] Die Dicke und die Porosität der Fasermuster in loser Lagerung ohne Verdichtung wurde
piknometrisch nach den Standards GOST 18955. I-73 bestimmt mit der Ausnutzung von
Tetrachlorid-Kohlenstoff als piknometrische Flüssigkeit und der Waage WLR-200, die
die Meßgenauigkeit von ± 0,05 mg haben. Die erhaltenen Angaben sind in der Tabelle
1 angeführt.
Tabelle 1:
| Die Dichte- und Porositätsdaten bei der losen Lagerung bei 20 °C. |
| Nummer des Musters |
1 |
2 |
3 |
4 |
| Die Dichte, kg/m3 |
911 |
903 |
907 |
909 |
| Schüttendichte, kg/m3 |
102-117 |
167-174 |
112-127 |
123-136 |
| Porosität, % |
87,1-88,8 |
80,7-81,5 |
86,0-87,6 |
85,0-86,0 |
| Verhalten des Porenraums zum Polymerraum |
6,75-7,93 |
4,75-7,93 |
6,14-7,06 |
5,67-6,0 |
[0046] Das Absorptionsvermögen der Fasermuster für den Prozeß des Sammelns des Erdöls und
der Erdölprodukte vom Wasserspiegel bei der wiederholten Ausnutzung des Stoffes im
Zyklus Absorption-Regeneration wurde nach folgender Methodik bestimmt.
[0047] Das Fasermuster im Ausgangszustand ließ man mit dem Wasserspiegel kontaktieren, der
eine 3 bis 6 mm dicke Erdölschicht enthielt. Für die Tests benutzte man das westsibirische
Erdöl und als Erdölprodukt das Industrieöl I-L-A-10 (GOST 20799-88) und das Dieselöl
der Marke 3-02 (GOST-305-82).
[0048] Den Grad der Sättigung des Stoffes mit den Flüssigkeiten kontrollierte man nach der
Wiegemethode. Dann schleuderte man das mit dem Erdöl (Erdölprodukt) gesättigte Muster
bei dem Trennungsfaktor 100 ±3. Den Gehalt des an den Fasern gebliebenen Erdöls (Erdölprodukte)
bestimmte man nach GOST 6370-83. Fugat entwässerte man mit Kupfersulfat nach GOST
26378.0-84 und danach bestimmte man darin den Erdölgehalt (Gehalt des Erdölproduktes)
nach GOST 6370-83. Aufgrund der erhaltenen Angaben berechnete man das Verhalten der
Masse des im gegebenen Prozeß aufgesaugten Erdöls vor und nach dem Schleudern zur
Masse des zu überprüfenden Musters. Die Resultate sind in den Tabellen 2 und 3 angegeben.
Tabelle 2:
| Absorptionskapazität des Beispiels 4 in Bezug auf das Industrieöl I-L-A-10 und das
Dieselöl 3-02 bei den wiederholten Sättigungszyklen des Faserstoffs mit den Erdölprodukten
(Absorption - Regeneration) |
| Nummer des Zyklus Absorbtion-Regeneration |
Verhalten der Masse des Erdölprodukts zur Masse der Fasern für: |
| |
Industrieöl |
Dieselöl |
| |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
| 1 |
12,99 |
0,376 |
9,95 |
0,132 |
| 2 |
8,54 |
0,409 |
7,28 |
0,195 |
| 5 |
7,97 |
0,446 |
7,22 |
0,201 |
| 10 |
7,75 |
0,443 |
6,27 |
0,204 |
| 15 |
7,913 |
0,454 |
6,31 |
0,210 |
| 20 |
7,82 |
0,451 |
6,22 |
0,215 |
[0049] Zum Vergleich werden die Absorbtionskapazitäten der bekannten Stoffe angegeben, die
für das Sammeln der Kohlenwasserflüssigkeiten verwendet werden (g/g): Lignin - 2,2;
Torf - 2,6-7,7; Filterperlit - 7,0-9,2; Asbest (bei Auffaserung) - 5,8-6,4; Dornit
- 1,9-2,5, technische Watte - 7,0-7,2. Dabei muß man berücksichtigen, daß alle diese
bekannten Stoffe nur Einwegstoffe sind. Die durchgeführten Untersuchungen mit den
genannten Stoffen haben gezeigt, daß sie solche Eigenschaften besitzen, die es erlauben,
sie für das Sammeln des Erdöls und der Erdölprodukte vom Wasserspiegel zu benutzen.
[0050] Zu diesen Eigenschaften gehören:
- Hydrophobie, gutes Anfeuchten mit Erdöl und Erdölprodukten;
- ihre Dichte ist niedriger als Wasserdichte, was die Schwimmfähigkeit dieser Stoffe
beeinflußt;
- hohe Porosität der Stoffe;
- hohe Absorptionskapazität der Stoffe, in Bezug auf Erdöl und Erdölprodukte sogar
nach dem zwanzigsten Verwendungszyklus;
- "flache" Senkungscharakteristik der Absorptionskapazität nach den mehrmaligen Zyklen
Absorption-Regeneration;
- hoher Grad der Entfernung der aufgesaugten Flüssigkeit aus dem Stoff im Zentrifugalkraftfeld
(90-98 %).
Tabelle 3:
| Absorptionskapazität der Fasermuster in Bezug auf das westsibirische Erdöl bei den
mehrmaligen Erdölsättigungszyklen Absorption-Regeneration |
| Nummer des Zyklus Absorption-Regeneration |
Verhalten der Masse des aufgesaugten Erdöls zur Masse der Fasern, g/g für die Muster |
| |
Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
Beispiel 3 |
Beispiel 4 |
| |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
vor dem Schleudern |
nach dem Schleudern |
| 1 |
8,76 |
0,235 |
6,09 |
0,160 |
7,84 |
0,428 |
9,31 |
0,407 |
| 2 |
8,72 |
0,307 |
6,58 |
0,175 |
5,61 |
0,558 |
7,03 |
0,267 |
| 5 |
7,97 |
0,462 |
6,71 |
0,183 |
5,34 |
0,513 |
6,08 |
0,357 |
| 10 |
7,18 |
0,386 |
7,35 |
0,165 |
3,80 |
0,501 |
5,89 |
0,352 |
| 15 |
6,73 |
0,285 |
7,68 |
0,165 |
3,52 |
0,558 |
6,03 |
0,459 |
| 20 |
6,75 |
0,343 |
7,63 |
0,148 |
3,46 |
0,733 |
5,79 |
0,500 |
[0051] In der Tabelle 4 ist die Absorptionskapazität des Faserstoffs angegeben. Der Faserstoff
ist auf der Versuchsvorrichtung aus den Abfällen des Polypropylens der Marke (21030
- 21060)-60 mit dem Thermostabilisator Titandioxyd mit der Teilchengröße 3 - 5 µm
mit dem Gehalt 1 % Masse erzeugt.
[0052] Für die Wasserreinigung von Eisen (III) bei dem Anfangsgehalt des Eisens (III) von
10 mg/l in der Lösung wurden Fasermuster mit einer Lagerungsdichte der Fasern im Filter
- 260 kg/m
3 benutzt.
Tabelle 4:
| Absorbtionskapazität des Faserstoffs im Prozeß der Wasserreinigung von den Ionen des
Eisens III. |
| N |
Endkonzentration des Eisens, Ci, mg/l |
Grad der Reinigung 1 -
 . 100% |
| 1 |
2 |
3 |
| 1 |
0,40 |
99,60 |
| 2 |
0,36 |
99,64 |
| 3 |
0,35 |
99,65 |
| 4 |
0,41 |
99,59 |
| 5 |
0,33 |
99,67 |
| 6 |
0,29 |
99,71 |
| 7 |
0,28 |
99,72 |
| 8 |
0,25 |
99,75 |
| 9 |
0,24 |
99,76 |
| 10 |
0,20 |
99,80 |
1. Verfahren zur Herstellung von Faserstoffen aus thermoplastischen Kunststoffen, bei
denen der thermoplastische Kunststoff geschmolzen und in einem rotierenden Reaktor
(5) zur Bildung eines Schmelzefilms geleitet wird und an einer offenen Reaktorkante
die Fasern gebildet und gestreckt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der rotierende Reaktor (5) so aufgeheizt wird, daß der Schmelzefilm eine Temperatur
nahe der Abbautemperatur der thermischen Kunststoffe hat und daß der Reaktor (5) mit
einer Bahngeschwindigkeit von wenigstens 10 m/s an seiner Kante gedreht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum des Reaktors (5) durch einen mit der Kante einen schmalen Spalt (8)
ausbildenden Deckel (9) weitgehend abgeschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (9) zur Ausbildung eines umlaufenden Spaltes (8) mit variierender Breite
asymmetrisch zur Drehachse des Reaktors positioniert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzefilm auf der Innenwand des Reaktors (5) durch axial verlaufende Rippen
(13) unterteilt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die sich bildende Faser der Einwirkung eines Luftstroms (44) unterworfen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom quer zu der aus dem Reaktor (5) austretenden Faser gerichtet ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem thermoplastischen Kunststoff wenigstens ein Dispersermineralstoff mit dendritischer
Partikelform zugesetzt wird.
8. Vorrichtung zur Herstellung von Faserstoffen aus thermoplastischen Kunststoffen, mit
einer Schmelzeinrichtung für den thermoplastischen Kunststoff und einem beheizten
rotierenden Reaktor (5) zur Ausbildung eines Schmelzefilms aus dem geschmolzenen Kunststoff,
der den rotierenden Reaktor (5) über eine Kante einer offenen Seite unter Ausbildung
von Fasern verläßt, dadurch gekennzeichnet, daß der rotierende Reaktor (5) von außen beheizt und an seiner offenen Seite durch einen
feststehenden Deckel (9) bis auf einen mit der Kante gebildeten umlaufenden Ringspalt
(8) verschlossen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Innenwand des rotierenden Reaktors (5) zur Kante hin konisch erweitert.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktor (5) über den größten Teil seiner axialen Länge zylindrisch ausgebildet
ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringspalt (8) eine Breite von etwa 15 bis 20 mm aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (9) asymmetrisch zur Drehachse des rotierenden Reaktors (5) angeordnet
ist, so daß ein Ringspalt (8) mit variierender Breite gebildet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktor (5) auf seiner Innenwand eine Vielzahl von axial ausgerichteten Rippen
zur Unterteilung des Schmelzefilms aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Rippen (13) in Längsrichtung dreieckförmig mit ihrer größten Höhe am Boden des
Reaktors (5) und mit ihrer geringsten Höhe am Austrittsende des Schmelzefilms ausgebildet
sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 10 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Rippen (13) am Ende des zylindrischen Teils des Reaktors (5) enden.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktor (5) an seinem Austrittsende von einer ringförmigen Luftleitung (14) umgeben
ist, die einen in axialer Richtung des Reaktors (5) gerichteten ringförmigen Austrittsspalt
(15) aufweist.
1. Method for producing fibrous materials from thermoplastic materials, in which the
thermoplastic material is melted and passed into a rotating reactor (5) to form a
melt film and the fibres are formed and drawn on an open edge of the reactor, characterised in that the rotating reactor (5) is heated so that the melt film is at a temperature close
to the decomposition temperature of the thermoplastic materials and in that the reactor (5) is rotated at an orbital velocity of at least 10 m/s at its edge.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the interior of the reactor (5) is largely closed off by a cover (9) which forms
a narrow gap (8) with the edge.
3. Method according to Claim 2, characterised in that the cover (9) is positioned asymmetrically with respect to the axis of rotation of
the reactor in order to form a gap (8) of varying width running all the way round.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the melt film is subdivided on the inner wall of the reactor (5) by axially running
ribs (13).
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterised in that the fibres being formed are subjected to the action of an air stream (44).
6. Method according to Claim 5, characterised in that the air stream is directed transversely with respect to the fibre emerging from the
reactor (5).
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterised in that at least one disperser mineral material with a dendritic particle form is added to
the thermoplastic material.
8. Apparatus for producing fibrous materials from thermoplastic materials, having a melting
facility for the thermoplastic material and a heated rotating reactor (5) for forming
a melt film from the molten plastic, which film leaves the rotating reactor (5) via
an edge of an open side with the formation of fibres, characterised in that the rotating reactor (5) is heated from outside and is closed at its open side by
a stationary cover (9) except for an annular gap (8) formed with the edge and running
all the way round.
9. Apparatus according to Claim 8, characterised in that the inner wall of the rotating reactor (5) widens conically towards the edge.
10. Apparatus according to Claim 9, characterised in that the reactor (5) is of cylindrical construction over the greatest part of its axial
length.
11. Apparatus according to one of Claims 8 to 10, characterised in that the annular gap (8) has a width of about 15 to 20 mm.
12. Apparatus according to one of Claims 8 to 11, characterised in that the cover (9) is arranged asymmetrically with respect to the axis of rotation of
the rotating reactor (5), so that an annular gap (8) of varying width is formed.
13. Apparatus according to one of Claims 8 to 12, characterised in that the reactor (5) has on its inner wall a multiplicity of axially oriented ribs for
subdividing the melt film.
14. Apparatus according to Claim 13, characterised in that the ribs (13) are of triangular construction in the longitudinal direction, with
their greatest height at the bottom of the reactor (5) and with their smallest height
at the end from which the melt film emerges.
15. Apparatus according to Claim 10 and 14, characterised in that the ribs (13) end at the end of the cylindrical part of the reactor (5).
16. Apparatus according to one of Claims 8 to 15, characterised in that the reactor (5) is surrounded at its outlet end by an annular air line (14) having
an annular outlet gap (15) directed in the axial direction of the reactor (5).
1. Procédé de production de matières fibreuses à partir de thermoplastiques, dans lequel
le thermoplastique est fondu et conduit dans un réacteur tournant (5) pour formation
d'un film en fusion, et les fibres sont formées à un bord ouvert du réacteur et étirées,
caractérisé en ce que le réacteur tournant (5) est chauffé de telle façon que le film en fusion ait une
température proche de la température de décomposition des thermoplastiques, et en ce qu'on fait tourner le réacteur (5) avec une vitesse linéaire d'environ 10 m/s à son bord.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'intérieur du réacteur (5) est en grande partie fermé par un couvercle (9) constituant
une fente mince (8) avec le bord.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le couvercle (9) est positionné asymétriquement par rapport à l'axe de rotation du
réacteur pour réaliser une fente périphérique (8) à largeur variable.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que sur la paroi intérieure du réacteur (5) le film en fusion est subdivisé par des nervures
(13) s'étendant axialement.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les fibres qui se forment sont soumises à l'effet d'un écoulement d'air (44).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'écoulement d'air est orienté transversalement aux fibres sortant du réacteur (5).
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'au moins un agent minéral de dispersion, à forme de particules dendritique, est ajouté
au thermoplastique.
8. Dispositif de production de matières fibreuses à partir de thermoplastiques, comprenant
un dispositif de fusion pour le thermoplastique et un réacteur rotatif chauffant (5)
pour constituer un film en fusion à partir du plastique fondu, lequel quitte le réacteur
en rotation (5) par un bord d'un côté ouvert en formant des fibres, caractérisé en ce que le réacteur tournant (5) est chauffé de l'extérieur et fermé sur son côté ouvert
par un couvercle fixe (9) sauf une fente annulaire périphérique (8) formée avec le
bord.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que la paroi intérieure du réacteur tournant (5) s'élargit de façon conique vers le bord.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que le réacteur (5) est réalisé cylindrique sur la majeure partie de sa longueur axiale.
11. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que la fente annulaire (8) présente une largeur d'environ 15 à 20 millimètres.
12. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que le couvercle (9) est disposé asymétriquement par rapport à l'axe de rotation du réacteur
tournant (5), de façon à constituer une fente annulaire (8) à largeur variable.
13. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 12, caractérisé en ce que le réacteur (5) présente sur sa paroi intérieure plusieurs nervures dirigées axialement
pour subdiviser le film en fusion.
14. Dispositif selon la revendication 13, caractérisé en ce que les nervures (13) sont réalisées triangulaires en direction longitudinale, avec leur
plus grande hauteur au fond du réacteur (5) et leur plus faible hauteur à l'extrémité
de sortie du film en fusion.
15. Dispositif selon revendications 10 et 14, caractérisé en ce que les nervures (13) se terminent à l'extrémité de la partie cylindrique du réacteur
(5).
16. Dispositif selon l'une des revendications 8 à 15, caractérisé en ce que le réacteur (5) est entouré à son extrémité de sortie par une conduite d'air annulaire
(14) qui présente une fente de sortie annulaire (15) dirigée dans la direction axiale
du réacteur (5).