(19)
(11) EP 1 153 661 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.11.2001  Patentblatt  2001/46

(21) Anmeldenummer: 01106480.5

(22) Anmeldetag:  22.03.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B02C 23/16, B02C 23/32, B07B 7/083
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.05.2000 DE 10022536

(71) Anmelder: LOESCHE GMBH
D-40549 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Schmitt, Markus, Dipl.-Phys.
    40476 Düsseldorf (DE)
  • Ruhkamp, Winfried, Dr.-Ing.
    41564 Kaarst (DE)

(74) Vertreter: Heim, Hans-Karl, Dipl.-Ing. 
Weber & Heim Patentanwälte Irmgardstrasse 3
81479 München
81479 München (DE)

   


(54) Mühlensichter


(57) Ein Mühlensichter, insbesondere ein trennscharfer Wälzmühlensichter, wird durch horizontale Leiteinrichtungen (8) im Bereich des statischen Leitapparates (4) optimiert. Der statische Leitapparat (4) weist vorzugsweise verstellbare, strömungsoptimierte Leitklappen (5) auf, welche einen zylindrischen Stabkorbsichter (6) umgeben. Die horizontalen Leiteinrichtungen (8) des statischen Leitapparates (4) führen zu einer Vergleichmäßigung der Anströmung der Rotorleisten und zu einer verbesserten Trennschärfe.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Mühlensichter, insbesondere einen Wälzmühlensichter, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Aus der DE 36 17 746 A1 ist eine Wälzmühle mit einem aufgesetzten Sichter bekannt, welcher einen feststehenden Leitklappenkranz und einen konzentrisch dazu angeordneten, rotierenden Lamellensichtkorb aufweist. Zwischen dem Sichtergehäuse und dem Leitklappenkranz ist ein zylindrischer Ringraum ausgebildet, welcher zu einer Geschwindigkeitserhöhung des mit dem zu sichtenden Mahlgut beladenen Fluids führen soll. Die feststehenden Leitklappen des Leitklappenkranzes sind zur tangentialen Anströmung des rotierenden Lamellensichtkorbes in Drehrichtung und die Lamellen des Sichtkorbes in Gegenrichtung angestellt, wodurch das Sichtergebnis verbessert werden soll. Durch den vor dem Leitklappenkranz ausgebildeten Ringraum, der nach unten bis in die Mühle hinein mittels eines Doppelmantels verlängert werden kann, und die damit erreichbare Geschwindigkeitserhöhung des Fluids soll sich die Anströmung des Leitklappenkranzes über die gesamte Höhe vergleichmäßigen und ein vorzeitiges Ausfallen grober Grieße verhindert werden.

[0003] Aus der EP 0 204 412 B1 ist ein Mühlensichter bekannt, dessen rotierender Lamellensichtkorb von einem einstellbaren Leitschaufelsystem konzentrisch umgeben ist. Das Leitschaufelsystem besteht aus zwei oder mehr Leitschaufelsätzen, welche übereinander auf stationären Ringen angeordnet und unabhängig voneinander verstellbar sind.

[0004] Der bei den vorgenannten Mühlensichtern verwendete Lamellen- oder Leistenrotor weist in der Regel eine Leistenzahl auf, welche mindestens doppelt so hoch ist wie bei den Standardsichtern, welche einen konusförmigen Leistenrotor mit an einem Doppelkonusrotor angeschraubten, schräggestellten Sichtleisten aufweisen.

[0005] Zur Reduzierung der damit verbundenen, relativ hohen Herstellungskosten wurde bereits ein trennscharfer Sichter vorgeschlagen (deutsche Patentanmeldung 199 61 837.2), welcher die Vorteile eines Leistenrotors bezüglich der Aufhängung und Lagerung und insbesondere in Bezug auf die Anzahl der Rotorleisten übernimmt und mit Hilfe eines Leitklappenkranzes eine rein dynamische Sichtung ermöglicht. Der Leitklappenkranz weist verstellbare und strömungsoptimierte Leitklappen auf, welche einen von der Mühle aufsteigenden Mahlgut-Fluid-Strom zu einer tangentialen bis radialen Anströmung der Rotorleisten, welche senkrecht und nicht mehr schrägstehend angeordnet sind und eine radiale Dimensionierung aufweisen, zwingt.

[0006] Dabei wird eine trennscharfe Sichtung ohne eine vorgeschaltete statische Sichtung durch strömungsoptimierte Leitklappen erreicht, welche eine abgerundete Anströmkante und wenigstens ein Leitblech aufweisen und gegenüber den Rotorleisten des Leistenrotors derart angestellt werden können, dass sich eine parallele Strömung ohne Einschnürung bei der Abströmung oder eine sich erweiternde Abströmung mit Diffusoreffekt einstellt. Der vorgeschlagene trennscharfe Sichter weist vorteilhaft nicht nur Rotorleisten wie beim LOESCHE-Kreisel-/Korb-Sichter der Bauart LKS, sondern auch dessen Sichtergehäuse und Sichteroberteil, Antrieb und Antriebswelle auf. Der Raum für die aufsteigende Mahlgut-Fluidströmung verengt sich somit über die Höhe des Leitklappenkranzes, wodurch der Partikelstrom in die Strömungskanäle des Leitklappenkranzes hinein beschleunigt wird.

[0007] Es ist bekannt, dass bei einem Wälzmühlensichter, welcher in die Wälzmühle integriert ist bzw. auf dem Mühlengehäuse sitzt, die Mahlgutpartikel des Zweiphasengemisches aufgrund ihrer Trägheit die Tendenz haben, nahezu bis zu der Sichterdecke zu strömen. Von dort werden die Partikel aufgrund der vom Mühlenventilator erzeugten Schleppkraft des Fluids zur Rotationsachse des Sichters umgelenkt. Verschleißspuren an den Leitklappen beweisen, dass die Partikelkonzentration im oberen Bereich der Leitklappen besonders hoch ist und eine gleichmäßige Radialgeschwindigkeit über die Höhe der Rotorleisten nicht erreicht werden kann.

[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mühlensichter für ein aufsteigendes Mahlgut-Fluidgemisch, insbesondere einen Wälzmühlensichter, zu schaffen, welcher bei vergleichbar niedrigen Herstellungskosten eine hohe Trennschärfe und eine Vergleichmäßigung der Anströmung der Rotorleisten über deren Höhe gewährleistet.

[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in der Figurenbeschreibung und in den Unteransprüchen enthalten.

[0010] Die Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, eine möglichst gleichmäßige Radialgeschwindigkeit über die Höhe der Rotorleisten durch eine horizontale Unterteilung der Strömungskanäle des statischen Leitapparates zu erreichen. Versuche haben ergeben, daß eine Anordnung horizontaler Zwischenringe am Leistenrotor zu keiner Veränderung der Beaufschlagung der oberen Bereiche der Rotorleisten führt. Eine gemäß der Erfindung vorgenommene horizontale Unterteilung im Bereich des Leitklappenkranzes, derart, daß jeweils von zwei Leitklappen gebildete Strömungskanäle in Teilkanäle unterteilt werden, führt überraschenderweise nicht nur zu einer Vergleichmäßigung der Radialkomponente des Fluids über die Höhe der Rotorleisten, sondern auch zu einer Vergleichmäßigung des Partikelstroms über die Höhe der Rotorleisten und zu einer verbesserten Trennschärfe der Sichtung.

[0011] Es wurde gefunden, daß durch eine horizontale Unterteilung der Strömungskanäle des Leitklappenkranzes in mehrere, übereinander angeordnete Teilkanäle eine deutlich reduzierte Partikelkonzentration in jedem Bereich der Rotorleisten erreicht werden kann, während bei den herkömmlichen Strömungskanälen ohne horizontale Unterteilungs- oder Leiteinrichtungen eine erhöhte Beaufschlagung der oberen Rotorleistenbereiche zu verzeichnen ist.

[0012] Die durch die Unterteilung der Strömungskanäle des Leitklappenkranzes erreichte Reduzierung der Vertikalkomponente bei Vergleichmäßigung der Radialkomponente des Partikelstroms und die damit verbundene Vergleichmäßigung des Partikelstroms über die Höhe der Rotorleisten kann mit einem besseren und schnelleren Abfließen einer im Sichtraum zwischen den Rotorleisten und dem Leitklappenkranz gebildeten Grießewolke erklärt werden. Bei einem konzentrierten Partikelangebot im oberen Bereich des Leitklappenkranzes wird auch der Leistenrotor in einem vergleichbaren Bereich an seinem oberen Ende beaufschlagt. In dem Sichtraum zwischen dem Leistenrotor und dem Leitklappenkranz tritt eine relativ hohe Konzentration des vom Rotor abgewiesenen Überkorns in Form einer Grießewolke auf. Diese Grießewolke passiert unter Schwerkrafteinwirkung den Sichtraum bzw. Sichtspalt von oben nach unten über dessen gesamte Höhe, ehe sie in den strömungsberuhigten Grießekonus unterhalb der Leitklappen fällt. Während des Passierens des Sichtspaltes wird die Grießewolke jedoch ständig von dem Fluid, welches vom Mahlraum nach oben und durch die Strömungskanäle des Leitklappenkranzes strömt, wieder angeblasen. Bei Strömungskanälen des Leitklappenkranzes ohne eine horizontale Unterteilung geschieht dieses Anblasen mit einer deutlichen vertikalen Strömungskomponente in den Strömungskanälen der Leitklappen, welche nach oben und nur gering einwärts gerichtet ist. Diese vertikale Strömungskomponente behindert jedoch erheblich den freien Fall der konzentrierten Grießewolke. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen horizontalen Leiteinrichtungen in den Strömungskanälen des Leitklappenkranzes wird die vertikale Strömungskomponente verringert oder ausgeschaltet und die radiale Strömungskomponente relativ zur Gesamtgeschwindigkeit verstärkt, so dass ein Anblasen der Grießewolke nach oben nicht mehr auftritt bzw. auf ein Minimum reduziert ist und ein ungehindertes Abfließen der nun entzerrten Grießewolke nach unten erfolgen kann.

[0013] Aufgrund des ungehinderten Abflusses der vom Leistenrotor abgewiesenen Grobpartikel wird durch die erfindungsgemäße horizontale Unterteilung der Strömungskanäle der Leitklappen eine Verbesserung der Trennschärfe des Sichters erreicht. Die über die gebildeten Teilkanäle aufgefächerte Zufuhr des Partikelstroms aus dem Leitklappensystem zu den Rotorleisten führt zu einer Reduzierung der spezifischen Rotorbelastung, wie sie bisher im oberen Rotorbereich besteht. Während nach dem bekannten Stand der Technik eine konzentrierte Beanspruchung eines oberen Bereichs der Sichtleisten auftritt, werden bei dem erfindungsgemäßen Mühlensichter die Rotorleisten über ihre gesamte Höhe mit einem annähernd gleichen Massenstrom an Partikeln beaufschlagt, so dass es zu einer Absenkung der maximalen spezifischen Leistenbeanspruchung des Leistenrotors kommt.

[0014] Es ist vorteilhaft, eine horizontale Unterteilung der Strömungskanäle mit Hilfe von Leiteinrichtungen, insbesondere horizontalen Leitblechen, welche beabstandet übereinander angeordnet werden können, durchzuführen.

[0015] Zweckmäßigerweise werden die horizontalen Leitbleche an den Leitklappen befestigt, beispielsweise angeschweißt. Um einem Verschleiß der horizontalen Leitbleche entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, die Leitbleche zumindest an ihrer Anströmseite verschleißfest auszubilden und z.B. mit einem verschleißfesten Material, einer Panzerung oder einer Beschichtung zu versehen.

[0016] In einer besonders einfachen und kostengünstigen Ausbildung sind die horizontalen Leitbleche in einem gleichmäßigen Abstand übereinander an den Leitklappen befestigt.

[0017] Grundsätzlich ist es zweckmäßig, die Abstände zwischen den Leitblechen so zu wählen, dass die Strömungswiderstände des Mahlgut-Fluid-Gemisches über die gesamte, horizontal unterteilte Höhe der Strömungskanäle des Leitklappenkranzes annähernd konstant bleibt.

[0018] In Abhängigkeit von dem zu sichtenden Mahlgut und dem geforderten Feingut kann es vorteilhaft sein, die horizontalen Leitbleche mit einem sich nach oben oder nach unten verringernden Abstand anzuordnen.

[0019] Bei Leitklappen, welche fest und nicht verschwenkbar zu einem Leitklappenkranz angeordnet sind, können die horizontalen Leitbleche jeweils an zwei benachbarten Leitklappen eines Strömungskanals fest angeordnet, insbesondere verschweißt werden.

[0020] Bei Leitklappenkränzen mit verstellbar angeordneten Leitklappen ist es vorteilhaft, die horizontalen Leitbleche fliegend an den Leitklappen zu befestigen. Wenn die Leitbleche dabei jeweils nur an einer Seite der Leitklappen horizontal angeordnet werden, ist es für eine veränderbare winklige Anstellung der Leitklappen sinnvoll, die Leitbleche derart auszubilden, dass ein Verstellabstand zur benachbarten Leitklappe vorhanden ist.

[0021] In einer weiteren Ausbildungsvariante sind die horizontalen Leitbleche an beiden Seiten einer Leitklappe fliegend befestigt, wobei beide Leitbleche eine gleiche oder eine unterschiedliche Breite aufweisen können.

[0022] Für eine wirkungsvolle Unterteilung der Strömungskanäle des Leitklappenkranzes ist es zweckmäßig, die horizontalen Leitbleche von zwei benachbarten Leitklappen derart auszubilden, dass sie sich mit ihren freien Kantenbereichen überlappen. Die Befestigung der sich überlappenden Leitbleche an den benachbarten Leitklappen sollte derart erfolgen, dass sie in dem Überlappungsbereich nur mit einem geringen Abstand, jedoch gegeneinander verstellbar übereinanderliegen.

[0023] Bei Mühlensichtern mit strömungsoptimierten Leitklappen, welche beispielsweise gemäß der deutschen Patentanmeldung 199 61 837.2 ausgebildet sind, ist es zweckmäßig, die horizontalen Leitbleche an den vertikalen Leitblechen der Leitklappen zu befestigen.

[0024] In einer weiteren Ausbildungsvariante kann die horizontale Unterteilung der Strömungskanäle des Leitklappenkranzes mit Hilfe von horizontalen Leitringen bzw. Ringsegmenten vorgenommen werden. Die horizontalen Leitringe oder Ringsegmente können dann an den Anströmkanten, beispielsweise Anströmrohren, der strömungsoptimierten Leitklappen befestigt werden. Eine Verstellung der Leitklappen wird durch horizontale Ausnehmungen, welche komplementär zu den Leitringen bzw. Ringsegmenten beispielsweise schlitzartig ausgebildet sein können, gewährleistet.

[0025] Versuche haben gezeigt, dass ein trennscharfer Sichter gemäß der deutschen Patentanmeldung 199 61 837.2 durch erfindungsgemäß unterteilte Strömungskanäle des Leitklappenkranzes weiter optimiert werden kann. Durch Strömungssimulationen konnte nachgewiesen werden, dass durch horizontale Leitbleche im Leitklappenkranz eine erheblich stärkere Radialkomponente der Strömungslinien erreicht wird und nicht nur eine Gasströmung, sondern auch eine Partikelströmung eine stärkere Umlenkung erfährt und das Angebot der Partikel über die Höhe des Sichterrotors vergleichmäßigt wird.

[0026] Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Zeichnung weiter erläutert; in dieser zeigen in einer stark schematisierten Darstellung
Fig. 1
einen erfindungsgemäßen Mühlensichter;
Fig. 2
einen ausschnittsweisen Horizontalschnitt des erfindungsgemäßen Mühlensichters gem. Fig. 1
Fig. 3
eine ausschnittsweise Ansicht eines von zwei fest angeordneten Leitklappen gebildeten Strömungskanals mit horizontalen Leitblechen und
Fig. 4
eine ausschnittsweise Ansicht eines von verstellbaren Leitklappen gebildeten Strömungskanals mit horizontalen Leitblechen.


[0027] Fig. 1 zeigt einen Wälzmühlensichter 2, welcher in eine Wälzmühle (nicht dargestellt) integriert oder auf diese aufgesetzt werden kann. Der Wälzmühlensichter 2 ist ein trennscharfer Sichter, bei welchem es sich um einen Stabkorbsichter mit einem vorgeschalteten Leitklappensystem handelt. Der Wälzmühlensichter 2 weist im Wesentlichen ein Gehäuse 30, ein Gehäuseoberteil 31 mit Austrittsstutzen für Feingut 34, einen Leistenrotor 6 mit senkrecht angeordneten Rotorleisten 7 und einen konzentrisch zum Leistenrotor 6 angeordneten Leitklappenkranz 4 auf, zwischen denen ein Sichtraum 17 ausgebildet ist.

[0028] Ein in einer Drallströmung aus einem Düsenkranz der Wälzmühle (nicht dargestellt) aufwärts strömendes Mahlgut-Fluid-Gemisch 3 gelangt in den Mühlensichter 2, welcher sich im Bereich des Leitklappenkranzes 4 nach oben verjüngt. Die Rotorleisten 7 des zylindrischen Leitenrotors 6 weisen nahezu die gleiche Höhe wie die Leitklappen 5 des Leitklappenkranzes 4 auf.

[0029] Die Leitklappen 5 des Leitklappenkranzes 4 sind strömungsoptimiert ausgebildet und können für eine tangentiale bis radiale Abströmung um eine vertikale Achse 9 verstellt werden (siehe auch Fig. 2). Um eine über die gesamte Höhe reichende gleichmäßige Anströmung der Rotorleisten 7 und eine verbesserte Trennwirkung des Mühlensichters 2 zu erreichen, sind im Bereich des Leitklappenkranzes 4 horizontale Leiteinrichtungen 8 angeordnet. Als horizontale Leiteinrichtungen sind Leitbleche 8 in einer weitgehend horizontalen Ausrichtung an den Leitklappen 5 befestigt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind jeweils fünf horizontale Leitbleche 8 in den jeweils von zwei Leitklappen 5 gebildeten Strömungskanälen 13 angeordnet und bilden sechs Teilkanäle 23 für eine aufgefächerte Anströmung der Rotorleisten 7.

[0030] Die Strömungskanäle 13 und Teilkanäle 23 gehen aus den Figuren 2 bis 4 hervor, in denen Ausbildungsvarianten der horizontalen Leiteinrichtungen bzw. Leitbleche 8 und ihre Anordnung im Bereich des Leitklappenkranzes 4 dargestellt sind.

[0031] Fig. 2 zeigt in einer Draufsicht einen Ausschnitt eines Horizontalschnitts durch den Mühlensichter 2. Auf einem Basisblech 18 sind verstellbare, strömungsoptimierte Leitklappen 5 zu einem Leitklappenkranz 4 angeordnet und umgeben einen Leistenrotor 6 konzentrisch. Die Rotorleisten 5 des Leistenrotors 6 können als Z-Leisten gemäß dem unteren Teil der Fig. 2 oder als radial ausgerichtete Flachstäbe von geringerer radialer Ausdehnung als die Z-Leisten ausgebildet sein (siehe oberer Teil in Fig. 2).

[0032] Die Leitklappen 5 weisen jeweils ein Anströmrohr als abgerundete Anströmkante 10 und ein vertikales Leitblech 11 auf, welches tangential an der Anströmkante 10 mit Hilfe von Befestigungselementen 16, z.B. Befstigungsflanschen, befestigt ist. Die Leitklappen 5 sind um eine vertikale Achse 9 verstellbar und bilden Strömungskanäle 13 mit einem Diffusoreffekt. Es wird auf die bereits zitierte deutsche Patentanmeldung 199 61 837.2 verwiesen, welche Bestandteil der vorliegenden Anmeldung sein soll.

[0033] Die zur horizontalen Unterteilung der Strömungskanäle 13 angeordneten horizontalen Leitbleche 8 sind zur besseren Übersicht in Fig. 2 jeweils nur in jedem zweiten Strömungskanal 13 eingezeichnet.

[0034] Ein etwa in der Mitte der Fig. 2 dargestellter Strömungskanal 13 weist in einer ersten Variante ein horizontales Leitblech 8 auf, welches an den vertikalen Leitblechen 11 der benachbarten Leitklappen 5 angeschweisst ist. Eine derartige Anordnung der horizontalen Leitbleche 8 bedingt eine feste Anordnung der Leitklappen, welche somit nicht verstellt werden können (siehe auch Fig. 3).

[0035] In Strömungskanälen 13, welche im Ausschnitt nach Fig. 2 oben und unten gezeigt sind, sind horizontale Leitbleche 8 jeweils an beiden Seiten der Leitklappen 5 ausgebildet und überlappen sich in einem Überlappungsbereich 14. Bei dieser Ausbildungsvariante können die Leitklappen 5 für eine erforderliche tangentiale bis radiale Abströmung verstellt werden.

[0036] Fig. 3 zeigt eine teilweise Ansicht des mittleren Strömungskanals 13 nach Pfeil A der Fig. 2, jedoch mit feststehenden Leitklappen 5. Die Leitklappen 5 sind auf einem Basisblech 18 angeschweißt und weisen übereinander angeordnete, horizontale Leitbleche 8 auf, welche den Strömungskanal 13 in mehrere Teilkanäle 23 unterteilen. Die unteren Anströmseiten 15 der horizontalen Leitbleche 8 sind verschleißfest ausgebildet.

[0037] Fig. 4 gibt eine teilweise Ansicht nach Pfeil B in Fig. 2 wieder und zeigt einen Strömungskanal 13, welcher von verschwenkbaren, strömungsoptimierten Leitklappen 5 gebildet ist. Um die Verstellung der Leitklappen 5 zu gewährleisten, sind die horizontalen Leitbleche 8 an beiden Seiten der Leitklappen 5 bzw. der hier nicht gezeigten vertikalen Leitbleche 11 befestigt und mit einem Verstellabstand 12 zur jeweils angrenzenden Leitklappe 5 ausgebildet. Um eine effiziente Unterteilung des Strömungskanals 13 zu erreichen, überlappen sich die horizontalen Leitbleche 8 mit freien Kantenbereichen in einem Überlappungsbereich 14. Die horizontalen Leitbleche 8 sind dabei so an den Leitklappen 5 bzw. deren vertikalen Leitblechen 11 befestigt, insbesondere angeschweißt, dass sie mit einem geringen Abstand übereinanderliegen.


Ansprüche

1. Mühlensichter für ein aufsteigendes Mahlgut-Fluid-Gemisch, insbesondere Wälzmühlensichter, mit einem dynamischen Sichterteil, welcher als Leistenrotor (6) ausgebildet ist und Rotorleisten (7) aufweist, und mit einem Leitklappenkranz (4) als statischen Leitapparat, welcher Leitklappen (5) und zwischen diesen ausgebildete Strömungskanäle (13) aufweist und den Leistenrotor (6) unter Ausbildung eines ringförmigen Sichtraums (17) konzentrisch umgibt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strömungskanäle (13) des Leitklappenkranzes (4) horizontal unterteilt sind und Teilkanäle (23) zur Vergleichmäßigung der Anströmung der Rotorleisten (7) aufweisen.
 
2. Mühlensichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Unterteilung der Strömungskanäle (13) des Leitklappenkranzes (4) horizontale Leiteinrichtungen (8) angeordnet sind.
 
3. Mühlensichter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leiteinrichtungen als horizontale Leitbleche (8) ausgebildet und an den Leitklappen (5) befestigt sind.
 
4. Mühlensichter nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) an den Leitklappen (5) angeschweißt sind.
 
5. Mühlensichter nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) mit einem gleichmäßigen Abstand übereinander angeordnet sind.
 
6. Mühlensichter nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) mit einem sich nach oben verringernden oder vergrößernden Abstand angeordnet sind.
 
7. Mühlensichter nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) jeweils an zwei Leitklappen (5) eines Strömungskanals (13), welche unverstellbar sind, befestigt sind.
 
8. Mühlensichter nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leitklappen (5) um eine vertikale Achse (9) verstellbar sind und die horizontalen Leitbleche (8) mit einem Kantenbereich an einer Seite der Leitklappen (5) befestigt sind.
 
9. Mühlensichter nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leitklappen (5) für eine tangentiale bis radiale Anströmung von senkrecht ausgerichteten Rotorleisten (7) eines zylindrischen Leistenrotors (6) strömungsoptimiert ausgebildet sind und wenigstens ein vertikales Leitblech (11) aufweisen und dass die horizontalen Leitbleche (8) wenigstens an den vertikalen Leitblechen (11) der Leitklappen (5) befestigt sind.
 
10. Mühlensichter nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) mit einem Verstellabstand (12) zu der benachbarten Leitklappe (5) ausgebildet sind.
 
11. Mühlensichter nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die horizontalen Leitbleche (8) an beiden Seiten einer Leitklappe (5) befestigt sind.
 
12. Mühlensichter nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die an beiden Seiten der Leitklappen (5) angeordneten horizontalen Leitbleche (8) mit einem Überlappungsbereich (14) ausgebildet sind.
 
13. Mühlensichter nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die an beiden Seiten der Leitklappen (5) angeordneten horizontalen Leitbleche (8) derart angeordnet sind, dass sie in dem Überlappungsbereich (14) mit einem geringen Abstand übereinander liegen.
 
14. Mühlensichter nach einem der Ansprüche 3 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die horizontalen Leitbleche (8) wenigstens an ihrer Anströmseite (15) verschleißfest ausgebildet sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht