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(11) |
EP 0 931 172 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2001 Patentblatt 2001/50 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.09.1997 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9702/205 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9814/628 (09.04.1998 Gazette 1998/14) |
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| (54) |
VERSCHLEISSFESTE, BESCHICHTETE KOLBENRINGE, KOLBENRINGE FÜR VERBRENNUNGSKRAFTMASCHINEN
UND VERFAHREN ZU DEREN HERSTELLUNG
COATED WEAR RESISTING PISTON RINGS FOR INTERNAL COMBUSTION ENGINES AND METHOD FOR
THEIR PRODUCTION
SEGMENTS DE PISTON REVETUS RESISTANTS A L'USURE POUR MOTEURS A COMBUSTION INTERNE
ET PROCEDE DE PRODUCTION CORRESPONDANT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT PT SE |
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Priorität: |
02.10.1996 DE 19640789
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.07.1999 Patentblatt 1999/30 |
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Patentinhaber: |
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- FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER
ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V.
80636 München (DE)
- Sealed Power Europe GmbH
30883 Barsinghausen (DE)
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Erfinder: |
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- BERGER, Lutz-Michael
D-01189 Dresden (DE)
- VUORISTO, Petri
FIN-33240 Tampere (FI)
- MÄNTYLÄ, Tapio
FIN-33710 Tampere (FI)
- REINHARDT, Thomas
D-98593 Hohleborn (DE)
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| (74) |
Vertreter: Benedum, Ulrich Max, Dr. et al |
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Haseltine Lake Partners
Motorama Haus 502
Rosenheimer Strasse 30 81669 München 81669 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DD-A- 224 057 DE-B- 1 174 997 US-A- 3 859 057
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DE-A- 4 134 144 GB-A- 1 433 399
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- JOHNER G ET AL: "VERSCHLEISSSCHUTZ DURCH THERMISCHES SPRITZEN WOLFRAMKARBIDHALTIGER
METALLSCHICHTEN" METALLOBERFLACHE, Bd. 44, Nr. 9, 1.September 1990, Seiten 451-454,
XP000176368
- P.VUORISTO ET AL.: "Properties of TiC-Ni and (Ti,Mo)C-NiCo coatings sprayed from agglomerated
and sintered powders" THERMAL SPRAYING CONFERENCE, INTERNATIONAL DVS-CONFERENCE, 6-8
MARCH 1996, ESSEN, Seiten 58-61, XP002056407
- S.ECONOMOU ET AL.: "Tribological behavior of TiC/TaC-reinforced cermet plasma sprayed
coatings tested against sapphire" WEAR, Bd. 185, 1995, Seiten 93-110, XP002056408
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft verschleißfeste beschichtete Kolbenringe für Verbrennungskraftmaschinen
zum Einsatz im Motoren- und Fahrzeugbau, und Verfahren zu deren Herstellung. Der Elnsatz
der Kolbenringe ist besonders in Motoren moderner Bauart vorteilhaft, wo diese thermisch
besonders stark beansprucht werden, und der Einsatz von Beschichtungswerkstoffen nach
dem Stand der Technik nur begrenzt möglich ist.
[0002] Bauteile von Verbrennungskraftmaschinen, insbesondere Kolbenringe, werden außerordentlich
hoch belastet, so daß der Schutz ihrer Oberflächen dringend geboten ist. Dafür existieren
mehrere technische Lösungen.
[0003] Galvanische Hartchromschichten stellen seit vielen Jahren die Standardverschleißschutzschicht
für Kolbenringe dar. Diese Schichten verbinden eine hohe Härte mit einer hohen Verschieißfestigkeit,
es sind sehr gute Oberflächenrauheiten mit geringen Reibungskoeffizienten erreichbar.
Nachteilig ist die geringe thermische Belastbarkeit der Schicht, die insbesondere
bei Mangelschmierung zwischen Kolbenring und Zylinderwand zu Adhäsivverschleiß (Brandspuren)
und ermüdungsbedingten Verschleiß (Peel- and Polish-Effekt) führt. Von großem Nachteil
beim Verchromungsprozeß sind die teure Anlagentechnik, die aufwendige Prozeßüberwachung
und die enorme Belastung der Umwelt.
[0004] Eine weitere technische Lösung stellen die nitrierten Schichten dar. Von Vorteil
sind hier der verbesserte Flankenverschleißschutz, da die Beschichtung auf allen Flächen
des Kolbenringes erfolgt, sowie das Fehlen von Schichtausbrüchen, da es sich hier
um Diffusionsschichten mit einem Gradienten des Stickstoffgehaltes von der Oberfläche
zum Grundkörper handelt. Die wichtigste Prozeßvariante zum Nitrieren von Kolbenringen
ist das Gasnitrieren. Über Nitrierverfahren hergestellte Kolbenringe und das Verfahren
selbst besitzen entscheidende Nachteile. Nitrierte Kolbenringe können ohne aufwendige
Nachbearbeitung nicht scharfkantig hergestellt werden, was aber in bestimmten Anwendungsfällen
zur Gewährleistung der Ölabstreifwirkung notwendig ist. Von Nachteil sind weiterhin
die Korrosionsanfälligkeit der Ringe und die thermische Belastung des Substrates beim
Beschichtungsprozeß. Nitrierte Kolbenringe neigen zum Adhäsivverschleiß (Brandspuren)
welcher sich nur mittels zusätzlicher Einlaufschichten beseitigen läßt. Jedoch bilden
mit Ausnahme des Plasmanitrierens alle Nitrierverfahren eine extrem spröde Verbindungsschicht
("White layer"), die durch einen aufwendigen zusätzlichen Prozeßschritt entfernt werden
müssen, um eine Einlaufschicht auftragen zu können. Das Verfahren selbst ist zudem
in einigen Prozeßvarianten umweltgefährdend (Salzbadnitrieren), in allen Varianten
entstehen hohe Kosten durch die langen Prozeßzeiten.
[0005] CVD- und PVD-Beschichtungen sind wegen der geringen Schichtstärke problematisch,
da die Anpassung zwischen Ring und Zylinder eine Einlaufphase notwendig macht. Schichten
mit geringem Verschleiß werden bereits in dieser Einlaufphase abgetragen, so daß das
Grundmaterial in der Folge ungeschützt bleibt. Schichten mit hohem Verschleißwiderstand
schädigen jedoch den Zylinder in unzulässiger Weise. Daher ist die Anwendung dieser
Verfahren auf Einlaufschichten begrenzt.
[0006] Beschichtungen, die mittels verschiedener thermischer Spritzprozesse auf Kolbenringe
aufgetragen werden, zeichnen sich durch eine hohe Verschleißfestigkeit, eine hohe
Variabilität der Beschichtungszusammensetzungen und geringe Kosten durch die hohe
Produktivität des Beschichtungsprozesses aus. Durch die Variabilität der Werkstoffauswahl
beim thermischen Spritzen kann insbesondere der Schichtwerkstoff außerordentlich gut
an das Belastungsniveau des jeweiligen Motors angepaßt werden. Von Vorteil beim Beschichten
durch thermisches Spritzen ist weiterhin die geringe thermische Belastung des Substrates.
Eine Porosität, die sich mit Schmierflüssigkeit füllt und hervorragende Notlaufeigenschaften
sichert, kann zielgerichtet eingebracht werden.
[0007] Basiswerkstoff für thermisch gespritzte Schichten nach dem Stand der Technik ist
Molybdän, welches üblicherweise mittels Flammspritzen aufgebracht wird. Reine Molybdänschichten
weisen jedoch neben der hohen Brandspursicherheit eine unzureichende Verschleißfestigkeit
auf. Zur Verbesserung der Zug- und Haftfestigkeiten werden selbstfließende Leglerungen
(NiCrBSi oder CoNiB) zum Spritzwerkstoff mechanisch hinzugemischt, z.B. DE 2 032 722
und US 3,690,684 oder US 3,378,372. Da aber die Verschleißeigenschaften dieser thermisch
gespritzten Schichten immer noch unzureichend sind, wurde insbesondere versucht, diese
durch Einlagerung von Hartstoffen, wie Carbiden, in die Schicht weiter zu verbessern.
[0008] Die Patentschriften US 3,556,747 und US 4,334,927 beschreiben mittels Plasmaspritzen
hergestellte Schichten aus den mechanisch gemischten Bestandteilen Cr
3C
2, Mo und NlCr mit unterschiedlichen Zusammensetzungen auf Kolbenringen. Dadurch, daß
die einzelnen Pulverbestandteile nur mechanisch gemischt vorliegen, kommt es während
des Spritzprozesses zu gravierenden chemischen Veränderungen durch Oxidation und Entkohlung
des Carbids. Besonders verschleißfeste hartmetallähnliche Strukturen der Schichten
können auf diesem Weg nicht hergestellt werden.
[0009] Die Patentschrift US 3,837,817 beschreibt eine technische Lösung um die Eigenschaften
von thermisch gespritzten Molybdänschichten auf Kolbenringen zu verbessern. Dazu werden
eine selbstfließende Legierung und eine dritte Komponente, die ein Carbid oder Oxid
sein kann, mechanisch gemischt und verspritzt. Die Nachteile entsprechen denen bei
US 3,556,747 und US 4,334,927 genannten.
[0010] Die deutsche Patentschrift DE 35 15 107 beschreibt dagegen Spritzpulver mit den Zusammensetzungen
10-25% Mo, 25-50% Cr
3C
2 und 55-70% einer niedrigschmelzenden Nickellegierung bzw. 25-45% Mo, 50-25% eines
Hartstoffes wie Molybdäncarbid, Chromkarbid Cr
23C
6 und/oder elementarem Chrom und 45-60% einer niedrigschmelzenden Nickellegierung,
welche sowohl als mechanische Mischung als auch als Verbundpulver verwendet werden
kann.
[0011] Die Patentschrift DE 38 02 920 benutzt zur Beschichtung von Kolbenringlaufflächen
mit einem thermischen Spritzverfahren (Lichtbogenspritzen) Fülldrähte aus Mo oder
einer niedrigschmelzenden Legierung der zusammen mit der Füllung als Schicht eine
Zusammensetzung 40-60% Mo, 0-35% eines Hartstoffes (Hartmetalle, Metallcarbide, -carbonitride,
oder -nitride) und 10-50% einer niedrigschmelzenden Legierung ergibt.
[0012] Die US-Patentschrift 4,233,072 verwendet mechanische Mischungen der Zusammensetzung
60-85% Mo, 10-30% einer NiCr-Legierung und 5-20% TiC. Der Hartstoffanteil gemäß dleser
Patentschrift ist ausgesprochen gering.
[0013] Die deutsche Patentschrift DE 32 47 054 beschreibt ein Spritzpulver mit der Zusammensetzung
20-60% Mo, 25-50% Molybdäncarbid und bis zu 30% einer niedrigschmelzenden Legierung,
welche sowohl als mechanische Mischung als auch als Verbundpulver verwendet werden
kann.
[0014] Gemeinsam ist allen oben zitierten Patentschriften mit Hartstoffbestandteilen (mit
Ausnahme einer Lösung gemäß DE 35 15 107), daß das teure Molybdän, welches dle Brandspursicherheit
gewährleistet, in wesentlichen Mengen enthalten ist und somit alle Lösungen den Preis
für die Beschichtung nicht wesentlich herabsenken. Das Problem der Verschleißbeständigkeiten
dieser Schichten ist ebenfalls noch nicht zufriedenstellend gelöst.
[0015] Vuoristo P. et al beschreiben in einem Beitrag mit der Bezeichung "Properties of
TiC-Ni- und (Ti, Mo)C-NiOC coatings sprayed from agglomerated and sintered powders",
Thermal Spraying Conference, in International DVS-Conference, 6. bis 8. März 1996,
Essen, DE, Seiten 58 bis 61, Spritzpulver aus Carbiden und lückelosen Mischkristallen
der Carbide und Nitride der IV. und V. Nebengruppe bzw. der Carbide der VI. Nebengruppe
zusammen mit ein oder mehreren Metallen der Gruppe Eisen, Nickel und Kobalt. Wenngleich
der Einsatz anderer Metalle wie Wolfram beschrieben ist, so wird der Einsatz von Molybdän
in der Spritzbeschichtung nicht erwähnt und insbesondere auch nicht die Verwendung
dieser Spritzbeschichtung für Kolbenringe. Es heißt nur, dass diese Bestandteile bzw.
eine derartige Spritzbeschichtung für Maschinenteile geeignet seien, die einem Abrasions-
oder Erosionsverschleiß unterliegen. Diese Art von Verschleiß tritt typisch bei Ventilen
und Einspritzdüsen auf, ist aber von einem anderen Typ als der Verschleiß in einem
tribologischen System mit wiederholt gegeneinander bewegten Teilen, beispielsweise
wie das aus Kolbenring und Zylinderwand in einem Verbrennungskraftmotor.
[0016] Die japanische Patentschrift 61-23266 beschreibt einen Kolbenring mit einer plasmagespritzten
mechanischen Mischung von 40-60 Masse-% Ti (und den Rest Co. Nachteilig ist die Verwendung
der mechanischen Mischung beider Komponenten und der unzureichende Legierungsgrad
der Beschichtung.
[0017] Von besonderer Bedeutung ist auch, daß das tribologische System Kolben-Kolbenring-Zylinder
in seiner Gesarntheit betrachtet wird. Extrem verschleißfeste Schichten auf Kolbenringen
führen z.B. zu erhöhtem Zylinderverschleiß, der die Funktion des Gesamtsystems negativ
beeinflußt. Dies wird z.B. aus der Entwicklung von Cr
3C
2-NiCr-Schichten deutlich, die zu einem erhöhten Zylinderverschleiß führten (H.Fukutome,
et al., Proc. Int. Thermal Spray Conf. 1995, Kobe, Ed. by A.Ohmori, High Temperature
Society of Japan, 1995, Vol. 1, p.21-26). Entsprechend ist die Meinung der Fachwelt
dokumentiert, wonach Schichten mit hoher Eigenverschleißfestigkeit einen erhöhten
Zylinderverschleiß auslösen und umgekehrt (U.Buran, Metalloberfläche, 1990, Band 44,
No.4, S.213-217). Ein Ausweg besteht hier in der Anwendung kostenintensiver gehärteter
Zylinderlaufbahnen, was unter Großserienbedingungen nicht akzeptabel ist.
[0018] Wegen der thermisch verursachten Lastwechsel ist die Thermoschockbeständigkeit der
Kolbenringbeschichtungen ebenfalls von großer Bedeutung. Schichtsysteme auf der Basis
von thermisch gespritzten Schichten auf Mo-Basis welsen im Vergleich zu anderen Schichtsystemen
eine zu verbessernde Thermoschockbeständigkeit auf.
[0019] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Kolbenringe, mit einer kostengünstig
herzustellenden Verschleißschutzschicht, die eine hohe Brandspursicherheit besitzt,
die durch Veränderung der Legierungszusammensetzung den Anforderungen im Motor angepaßt
werden kann und deren Verschleißfestigkeit im tribologischen System sich optimal verhält,
vorzuschlagen.
[0020] Darüberhinaus ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung der Kolbenringe
vorzuschlagen, das wenig aufwendig und kostengünstig ist.
[0021] Diese Aufgaben werden das Bauteil betreffend erfindungsgemäß nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 9, und das Verfahren zur Herstellung verschleißfester Kolbenringe
nach den Ansprüchen 10 oder 11 gelöst.
[0022] Diese erfindungsgemäßen verschleißfesten Kolbenringe sind dadurch gekennzeichnet,
daß sich auf der verschleißbeanspruchten oberfläche eine 50 - 400 µm, vorzugsweise
100 - 300 µm, dicke, mittels thermischer Spritzverfahren auftragbare Schicht befindet.
Diese Schicht ist dadurch charakterisiert, daß mehrere kubische Ti- und C enthaltende,
und/oder Ti-, ein zweites Metall und Kohlenstoff enthaltende Hartstoffphasen und eine
metallische Binderphase nachweisbar sind. Der Nachweis kann mit gängigen physikalischen
Untersuchungsmethoden, wie Röntgenbeugungsanalyse, rasterelektronenmikroskopische
Untersuchungen und energiedispersiver Röntgenmikroanalyse (EDX) nach metallographischer
Präparation gespritzter Proben sowie weiteren Methoden geführt werden. Es ist kennzeichnend
für das erfindungsgemäße Beschichtungssystem, daß es durch einfache legierungstechnische
Maßnahmen, optimal den Einsatzbedingungen angepaßt werden kann.
[0023] Die erfindungsgemäßen Schichten zeigen bei einem Thermoschocktest an Kolbenringen
nach 400 Zyklen einen mindestens um den Faktor 10 niedrigeren Masseverlust als plasmagespritzte
Mo-NiCrBSi-Beschichtungen. Kolbenringe mit den erfindungsgemäßen Schichten weisen
beim Motorentest überraschenderweise einen um 50 % verminderten Verschleiß am Ring
und gleichzeitig einen um 20 % verminderten Verschleiß an der Zylinderlaufwand im
Vergleich zu plasmagespritzten Mo-NiCrBSI-Beschichtungen auf. Damit wurde ein Schichtsystem
entwickelt, welches sich gegenüber dem Stand der Technik und der gängigen Meinung
der Fachwelt dadurch auszeichnet, daß es gegenüber herkömmlichen Werkstoffentwicklungen
zu einem geringeren Verschleiß sowohl am Kolbenring, als auch an der Zylinderlaufwand
kommt.
[0024] Vorteilhafterweise wird erfindungsgemäß auf die Kolbenringe eine Schicht aufgetragen,
die aus einem Beschichtungspulver gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 9
mittels eines Verfahrens erzeugt wird, welches der Prozeßgruppe des thermischen Spritzens,
wie Plasmaspritzen, Hochgeschwindigkeitsflammspritzen oder Detonationsspritzen, zuzurechnen
ist. Die das Beschichtungspulver kennzeichnende Kern-Hülle-Skuktur der kubischen Hartstoffphasen
wird auf die Schicht übertragen und ist in dieser nachweisbar.
[0025] Der besondere Vorteil der Anwendung dieses Schichtsystems besteht darin, daß die
die Brandspursicherheit gewährleistende Komponente Molybdän mit den anderen Grundkomponenten
des Beschichtungssystems kompatibel ist. Molybdän kann sowohl in der Hartstoffphase
als auch in der Binderphase gebunden sein. Im stickstofffreien System ist hierfür
der Kohlenstoffgehalt entscheidend. Im stickstoffhaltigen System wird die Regulierung
der Verteilung des Mo-Gehaltes in den Hartstoffphasen und im Binder vom Stickstoffgehalt
übernommen. Diese Kompatibilität des Molybdäns mit den anderen Komponenten und die
Möglichkeit der Regulierung seiner Gehalte zwischen Hartstoffphasen und Binderphase
bietet auch die Möglichkeit den Gehalt dieser teuren Komponente in der Schicht auf
ein Minimum zu begrenzen und andererseits ein Optimum der Verschleißfestigkeit des
Ringes im Gesamtsystem einzustellen. Das System zeichnet sich zusätztich durch eine
hohe chemische Beständigkeit gegenüber vielen Laugen und Säuren aus.
[0026] Das Verfahren zur Herstellung verschleißfester Kolbenringe für Verbrennungskraftmaschinen
ist dadurch gekennzeichnet, daß prinzipiell alle Verfahren, die der Verfahrensgruppe
des thermischen Spritzens zugerechnet werden, einsetzbar sind. Aus Kostengründen werden
atmosphärisches Plasmaspritzen und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF) bevorzugt
eingesetzt. Der Oxidation des Beschichtungsmaterial kann dadurch begegnet werden,
daß Carbide wie Cr
3C
2 zum Beschichtungspulver zulegiert werden, welches unter Bildung von metallischem
Chrom oxidiert, das die metallische Binderphase vorteilhafterweise legieren kann,
oxidiert.
[0027] Die Erfindung wird an folgendem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
[0028] Ein agglomeriertes und gesintertes Beschichtungspulver der Fraktion 20-45 µm mit
der phasenmäßigen Zusammensetzung (Ti,Mo)(C,N)-Ni, welches aus 59,6 Masse-% TiC
0,7N
0,3, 12,0 Masse-% Mo
2C und 28,4 Masse-% Ni hergestellt wurde, wurde durch atmosphärisches Plasmaspritzen
mit einer Anlage PT A 3000 auf Kolbenringe aus Grauguß aufgetragen. Hierzu wurde ein
Ar/H
2-Plasma (45 l/min Ar und 15 l/min H
2) bei einer Plasmaleistung von 50 kW verwendet. Der Spritzabstand betrug 130 mm. Die
Kolbenringe wurden nach der Endbearbeitung einem Thermoschocktest unterzogen. 5 Kolbenringe
wurden einzeln gewogen und paketwelse in eine Graugußbuchse eingefüttert Diese Buchse
wird auf 550-600°C aufgeheizt und danach über einen Wassermantel schockartig auf 50-70°C
abgekühlt. Nach jeweils 100 Zyklen wurde der Masseverlust gemessen. Nach 400 Zyklen
ergab sich für die Kolbenringe mit der erfindungsgemäßen Beschichtung einen mittleren
Masseverlust von 6,9 mg pro Ring. Eine herkömmliche Beschichtung aus 75% Mo - 25%
NiCrBSi zeigte einen mittleren Masseverlust von 72,7 mg pro Ring.
[0029] Das Leistungsvermögen der erfindungsgemäßen Beschichtung wurde in einem 6-Zylinder
PKW-Turbodieselmotor nach einem 10-Punkte Test nach Mercedes-Benz getestet. Die Zylinderflächen
bestanden aus Grauguß. In den Zylindern 1,3 und 5 wurden Kolbenringe mit einer herkömmlichen
Schicht 75% Mo - 25% NiCrBSi als Topringe eingesetzt, während in den Zylindern 2,
4 und 6 erfindungsgemäße Kolbenringe als Tapringe eingesetzt wurden. Dle hier angegebenen
Verschleißwerte beziehen sich auf eine Testzeit von 200 h ohne Ausfälle. Beim Test
wurden die Verschleißhöhen sowohl für die Laufflächenbeschitung der Ringe als auch
für die von ihnen überlaufenen Zylinderbereiche ermittelt. Die Mittelwerte bezogen
auf den Ring- bzw. Zylinderbohrungsdurchmesser zeigten gegenüber der herkömmlichen
Beschichtung einen um 50 % verminderten Verschleiß an den Ringen und einen um 20 %
verminderten Verschleiß an den Zylinderlaufwänden.
1. Kolbenring für eine Verbrennungskraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass sich auf dem Kolbenring eine 50 bis 400 µm dicke, verschleißfeste Schicht befindet,
auftragbar durch ein thermisches Spritzverfahren, die sich dadurch auszeichnet, dass
mehrere kubische, Titan und Kohlenstoff enthaltende, und/oder Titan, ein zweites Metall
und Kohlenstoff enthaltende Hartstoffphasen sowie eine metallische Binderphase nachweisbar
sind.
2. Kolbenring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht eine Dicke von 100 bis 300 µm besitzt.
3. Kolbenring nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht auf dem Kolbenring nach 400 Zyklen im Thermoschocktest einen um mindestens
den Faktor 10 geringeren Masseverlust als eine plasmagespritzte Mo-NiCrBSi-Beschichtung
aufweist.
4. Kolbenring nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht auf dem Kolbenring im Motorentest gegenüber einer plasmagespritzen Mo-NiCrBSi-Beschichtung
einen um 50% geringeren Verschleiß am Ring besitzt und einen um 20% geringeren Verschleiß
an der Zylinderlaufwand verursacht.
5. Kolbenring nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht durch ein thermisches Spritzverfahren hergestellt ist aus einem Beschichtungspulver
mit einer Hartmetall-ähnlichen Mikrostruktur, bestehend aus zwei kubischen Hartstoffphasen,
die jeweils eine Kern-Hülle-Struktur eines Hartstoffteilchens darstellen, wobei die
Hartstoffphase im Kern zu einem überwiegenden Teil aus Titan und Kohlenstoff und die
Hartstoffphase in der Hülle zu einem überwiegenden Teil Titan, ein zweites Metall
und Kohlenstoff enthält, und in einer Binderphase aus mindestens einem oder mehreren
der Elemente Nickel, Kobalt und Eisen eingebettet sind,
6. Kolbenring nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungspulver mit Hartmetall-ähnlicher Mikrostruktur, aus dem die Schicht
hergestellt ist, entweder in den Hartstoffphasen oder in der Binderphase oder in beiden
gleichzeitig wenigstens ein weiteres Legierungselement enthält.
7. Kolbenring nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Beschichtungspulver die kubische Hartstoffphase in der Hülle der Hartstoffpartikel
als zweites Metall Molybdän oder Wolfram enthält.
8. Kolbenring nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die weiteren Legierungselemente im Beschichtungspulver Stickstoff und/oder wenigstens
eines der Elemente Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal und Chrom sind.
9. Kolbenring nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Beschichtungspulver die metallische Binderphase zusätzlich mit Wolfram und/oder
Molybdän legiert ist, eines oder beide Elemente aber gleichzeitig in der die Hülle
der Hartstoffpartikel bildenden, kubischen Hartstoffphase enthalten sind.
10. Verfahren zur Herstellung verschleißfester Kolbenringe für Verbrennungskraftmaschinen
nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kolbenring die Schicht durch Plasmaspritzen an Luft oder Hochgeschwindigkeitsflammspritzen
(HVOF) aufgebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Spritzprozess durch Oxidation Metallionen aus den Hartstoffphasen in die Binderphasen
übergehen.
1. Piston ring for an internal combustion engine, characterised in that a 50 to 400 µm thick, wear-resistant coating, applicable by means of a thermal spraying
process, is present on the piston ring, which coating is distinguished in that a plurality of cubic hard material phases containing titanium and carbon, and/or
containing titanium, a second metal and carbon, are detectable, as is a metallic binder
phase.
2. Piston ring according to claim 1, characterised in that the coating has a thickness from 100 to 300 µm.
3. Piston ring according to claim 1 or 2,
characterised in that the coating on the piston ring has, after 400 cycles of thermal shock testing, a
mass loss which is less by at least a factor of 10 than a plasma sprayed Mo-NiCrBSi
coating.
4. Piston ring according to one or more of claims 1 to 3, characterised in that the coating on the piston ring has, in a motor test, compared with a plasma sprayed
Mo-NiCrBSi coating, around 50 percent lesser wear on the ring, and causes around 20
percent lesser wear on the cylinder wall.
5. Piston ring according to one or more of claims 1 to 4, characterised in that the coating is formed, by means of a thermal spraying process, from a coating powder
having a microstructure similar to hard metal, consisting of two cubic hard material
phases, which represent a core-shell structure of a hard material particle, the hard
material phase in the core being preponderantly of titanium and carbon and the hard
material phase in the shell being preponderantly of titanium, a second metal and carbon,
and which phases are embedded in a binder phase of at least one or more of the elements
nickel, cobalt and iron.
6. Piston ring according to claim 5,
characterised in that the coating powder having a microstructure similar to hard metal, of which the coating
is produced, contains either in the hard material phases or in the binder phase or
in both at the same time, at least one further alloying element.
7. Piston ring according to claim 5 or 6,
characterised in that in the coating powder the cubic hard material phase in the shell of the hard material
particle contains molybdenum or tungsten as a second metal.
8. Piston ring according to claim 6 or 7,
characterised in that the further alloying elements in the coating powder are nitrogen and/or at least
one of the elements zirconium, hafnium, vanadium, niobium, tantalum and chromium.
9. Piston ring according to any one or more of claims 5 to 8,
characterised in that in the coating powder the metallic binder phase is additionally alloyed with tungsten
and/or molybdenum, one or both elements being contained at the same time in the cubic
hard material phase forming the shell of the hard material particle.
10. Method of manufacturing wear-resistant piston rings for internal combustion engines
in accordance with claims 1 to 9, characterised in that the coating is applied to the piston ring by means of air plasma spraying or high
velocity oxygen fuel spraying (HVOF).
11. Method according to claim 10,
characterised in that in the spraying process metal ions migrate from the hard material phases into the
binder phases through oxidation.
1. Segment de piston pour un moteur à combustion interne caractérisé en ce que sur le segment de piston est disposée une couche résistante à l'usure, qui possède
une épaisseur comprise entre 50 et 400 µm et qui peut être appliquée au moyen d'un
procédé thermique de moulage par injection et qui se caractérise par le fait qu'on peut déceler plusieurs phases de matériau dur cubiques contenant du titane et du
carbone et/ou du titane, un second métal et du carbone, ainsi qu'une phase formant
liant métallique.
2. Segment de piston selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche possède une épaisseur comprise entre 100 et 300 µm.
3. Segment de piston selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la couche située sur le segment de piston présente, au bout de 400 cycles lors du
test de choc thermique, une perte de masse, qui est inférieure au moins du facteur
10 par rapport à un revêtement de Mo-NiCrBSi projeté par plasma.
4. Segment de piston selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la couche située sur le segment de piston présente, lors du test du moteur, une usure
inférieure de 50 % par rapport à un revêtement de Mo-NiCrBSi projeté par plasma et
entraîne une usure, qui est réduite de 20 %, au niveau de la paroi de circulation
du cylindre.
5. Segment de piston selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la couche est formée au moyen d'un procédé thermique de moulage par injection, à
partir d'une poudre de revêtement possédant une microstructure similaire à un métal
dur, constitué par deux phases cubiques de matériau dur, qui représentent chacune
une structure à noyau et enveloppe d'une particule de métal dur, la phase de matériau
dur dans le noyau contenant en majeure partie du titane et du carbone et la phase
de matériau dur dans l'enveloppe contenant de façon prépondérante du titane, un second
métal est du carbone, et sont noyées dans une phase formant liant constituée par au
moins un ou plusieurs des éléments nickel, cobalt et fer.
6. Segment de piston selon la revendication 5, caractérisé en ce que la poudre de revêtement, qui possède une microstructure similaire au métal dur et
dont est constituée la couche, contient simultanément au moins un autre élément d'alliage
soit dans les phases de matériau dur, soit dans la phase formant liant, soit dans
les deux.
7. Segment de piston selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que dans la poudre de revêtement, la phase cubique de matériau dur située dans l'enveloppe
des particules de matériau dur contient du molybdène ou du tungstène en tant que second
métal.
8. Segment de piston selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que les autres éléments de l'alliage dans la poudre de revêtement sont l'azote et/ou
l'un des éléments zirconium, hafnium, vanadium, niobium, tantale et chrome.
9. Segment de piston selon une ou plusieurs des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que dans la poudre de revêtement, la phase formant liant métallique est alliée en outre
à du tungstène et/ou du molybdène, mais l'un des deux éléments ou les deux éléments
sont présents simultanément dans la phase cubique de matériau dur qui forme l'enveloppe
des particules de matériau dur.
10. Procédé pour fabriquer des segments de piston résistant à l'usure pour des moteurs
à combustion interne selon les revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'on applique la couche sur le segment de piston au moyen d'une projection de plasma
dans l'air ou au moyen d'une projection à la flamme à grande vitesse (HVOF).
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que dans le cas du procédé de moulage par projection, les ions métalliques sont transférés,
par oxydation, des phases de matériau dur aux phases formant liant.