[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen
aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen, der im Oberbegriff des
Patentanspruches 1 erläuterten Art.
[0002] Aus der DE 196 03 149 A 1 ist ein Verfahren zum Herstellen von Scharnierbähdern bekannt.
Bei diesem Verfahren werden die Scharnierteile aus einem Strangpressprofil hergestellt
Das Profil ist symmetrisch ausgebildet und beinhaltet in seinem mittleren Bereich
ein sogenanntes verlorenes Stegprofil. Das verlorene Stegprofil ist T-förmig ausgebildet.
Die Vereinzelung der Scharnierteile aus dem Strangpressprofil erfolgt durch Fräsen
und anschließendes Brechen der Scharnierteile von dem verlorenen Stegprofil. Hierbei
werden die für Vereinzelung notwendigen Materialabschnitte herausgefräst Dadurch entsteht
ein zusätzlicher Materialverlust. Eine Schachtelung der Scharnierteile zur Vermeidung
von Abfallverlusten ist nicht vorgesehen.
[0003] Aus der DE 195 09 674 C2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Scharnier-Rohlings,
gemäß Oberbegriff des Anspruch 1 bekannt. Der Rohling besteht aus einem ersten Scharnierteil-Rohling
und einem zweiten Scharnierteil-Rohling, wobei der entsprechende gewalzte oder gezogene
Profilmaterialstreifen ein dem gewünschten Scharnierteil-Rohling entsprechendes Profil
aufwies und die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge durch Trennschneiden entlang bestimmter
Begrenzungs- und Trennlinien in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wurde.
[0004] Bei der Entwicklung dieses Scharnierteil-Rohlings und des hierfür vorgesehenen Herstellungsverfahren
hat es sich ergeben, daß die Qualität der durch Strahl-Trennschneiden erzeugten Flächenbereiche
zwar in ihrer Qualität für die äußeren Begrenzungslinien der Scharnierteil-Rohlinge
ausreichend gut waren, daß jedoch die Qualität der durch Strahl-Trennschneiden entlang
der Trennlinien gebildeten Flächenbereiche, die beim fertigen Scharnier die aufeinanderliegenden
Gleitflächen des Scharniers bilden, in der Oberflächengüte z.Z. nicht ausreichend
für diesen Zweck waren.
[0005] Desweiteren ist die Möglichkeit der Wahl der Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge
durch die Art der Schachtelung nach DE 19 509 674 C2 funktionsbedingt eingeschränkt.
[0006] Bei dem nach dem oben erwähnten bekannten Herstellungsverfahren erstellten Scharnierteil-Rohlingen
war es somit erforderlich, diese aufeinanderliegenden Gleitflächen noch nachträglich
einer maschinellen Bearbeitung zu unterziehen, wodurch der Herstellungsaufwand für
das fertige Scharnier erhöht wurde.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen aus gewalztem oder gezogenen Profilmaterialstreifen
hergestellten Scharnierteil-Rohling nicht nur kostengünstiger herstellen zu können,
indem eine solche zusätzliche Bearbeitung vermieden werden kann, sondern auch durch
die andere Schachtelung eine größere Freiheit bei der Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge
zu ermöglichen.
[0008] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst, indem für einen Scharnierteil-Rohling
aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen eine im Kennzeichenteil
des Patentanspruches 1 aufgezeigte besondere Querschnittform des Profilmaterials in
Verbindung mit der neuen Schachtelung und einer unterschiedlichen Abfolge von Trennschneide-Schritten
vorgesehen wird.
[0009] Dadurch, daß der Profilmaterialstreifen einen T- oder Y-förmigen Querschnitt aufweist,
der im Bereich des Scharnierkopfes durch z.B. einen Säge-Trennschnitt entlang einer
Trennlinie III und die Scharnier-Befestigungsflügel und die Scharnier-Kragarme durch
Trennschneiden entlang von Begrenzungslinien I und Trennlinien II in einzelne Scharnierteil-Rohlinge
aufgeteilt werden, kann bei großer Gestaltungsfreiheit für die Schamierteil-Rohlinge
deren Herstellung in kostengünstiger Weise erfolgen.
[0010] Die Erfindung wird anhand eines in den beiliegenden Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Schrägrißansicht eines erfindungsgemäßen Scharnierteil-Rohling-Profilmaterialstreifens
in der neuen T- oder Y-Form mit den entsprechenden Begrenzungslinien und Trennlinien
und
- Fig. 2
- den Querschnitt des erfindungsgemäßen Profilmaterialstreifens mit Angabe der Trenn-Schneidlinien.
[0011] In Fig. 1 ist ein gewalzter oder gezogener Profilmaterialstreifen für ein karosserieseitiges
Scharnierteil-Rohling einer Kraftfahrzeugtür gezeigt, wobei die Ineinanderschachtelung
der Scharnierteil-Rohlinge derart vorgenommen wird, daß jeweils ein Scharnierteil-Rohling
1 und ein Scharnierteil-Rohling 2 so ineinander geschachtelt sind, daß ihre Befestigungsflügel
3 bzw. 4 mit den Kragarmen 5 bzw. 6 für das Scharnierauge 7 bzw. 8 zur Aufnahme des
Scharnierbolzens nach Art eines T- oder Y-Stabes angeordnet sind, wodurch sich besondere
Vorteile in Hinblick auf die Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge und die Führung
der unterschiedlichen Trennschnitte ergeben.
[0012] In den Figuren 1 und 2 sind in den Befestigungsflügeln 3 und 4 Öffnungen 9 für die
Befestigungsbolzen und in den Scharnierköpfen 7 und 8 eine Bohrung 10 zur Aufnahme
des Scharnierbolzens (nicht gezeigt) vorgesehen bzw. angedeutet. Die Öffnungen 9 können
sowohl vor den Trennschnitten hergestellt werden, als auch erst nach dem Trennen des
Scharnierteil-Rohling-Profilmaterialstreifens in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge,
und zwar durch entsprechendes Trennschneiden, Stanzen oder Bohren.
[0013] Die die Befestigungsflügel 3 und 4 aufteilenden Strahl-Trennschnitte verlaufen entlang
Begrenzungslinien I und die Kragarme 5 und 6 werden durch Strahl-Trennschneiden entlang
von Trennlinien II geschnitten, wohingegen die Scharnierköpfe 7 und 8 durch einen
Säge-Trennschnitt III getrennt werden, der z.Z. für die gewünschte Qualität der Gleitoberfläche
im Bereich des Scharnierbolzens sorgt. (Die Kontur des Sägeblattes ist hierbei in
Fig. 2 angedeutet.)
[0014] In Fig. 2 sind die entsprechenden Schnittführungen ebenfalls mit den gleichen Bezugszeichen
für die Begrenzungs-Strahl-Trennlinien I, für die Trenn-Strahllinien II und für die
Säge-Trennlinie mit III bezeichnet angegeben.
[0015] Dieses Schachtelkonzept ist gleichermaßen für karosserieseitige, sowie türseitige
Scharnierteile anwendbar, wobei durch einen Profilmaterialstreifen gleichzeitig ein
rechtes und ein linkes Scharnierteil-Rohling erstellt wird.
[0016] Aufgrund der Geometrie eines türseitigen Scharnierteil-Rohlings (nicht gezeigt),
kann ggf. auf den Schnitt II verzichtet werden.
[0017] Generell erlaubt die T- oder Y-Schachtelmethode eine flexible Gestaltung der Scharnierteile
bei Anwendung von unterschiedlichen Trennverfahren, um die an bestimmten Trennflächen
erwünschte bauteilgerechte Oberflächenqualität zu erlangen.
1. Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen aus einem gewalzten oder gezogenen
Profilmaterialstreifen, der durch Strahl-Trennschneiden entlang einer querlaufenden
Begrenzungslinie (I) am Profilmaterialstreifen und Trennen entlang einer Trennlinie
in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Profilmaterialstreifen einen T- oder Y-förmigen Querschnitt aufweist,
- der Profilmaterialstreifen im Bereich des Scharnierkopfes (7 bzw. 8) durch ein Trennverfahren,
z.B. Säge-Trennschneiden, entlang einer Trennlinie (III) und der Profilmaterialstreifen
für die Scharnier-Befestigungsflügel (3 bzw. 4) und die Scharnier-Kragarme (5 bzw.
6) durch Trennschneiden entlang von Begrenzungslinien (I) und Trennlinien (II) in
die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge mit im Vergleich zum Trennverfahren für den Scharnierkopf
geringeres Schnittqualität aufgeteilt wird.
2. Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Profilmaterialstreifen bei einem türseitigen Scharnierteil-Rohling durch ein
die Begrenzungslinie (I) und die Trennlinien (II) umfassenden Trennschnitt in die
einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wird.
1. Method for manufacturing hinge part blanks from rolled or drawn strip profiled material,
which through jet cutting and separating along a diagonally running boundary line
(I) on the strip profiled material and separating along a separating line is divided
into the individual hinge part blanks,
characterised in that
- the strip profiled material has a T or Y-shaped cross-section,
- the strip profiled material in the area of the hinge head (7 or 8) is divided through
a separation process, e.g. saw cutting and separating, along a separating line (III)
and the strip profiled material for the hinge fixing wings (3 or 4) and the hinge
collar arms (5 or 6) through cutting and separating along boundary lines (I) and separating
lines (II) is divided into the individual hinge part blanks with lower cutting quality
in comparison with the separation process for the hinge head.
2. Method for manufacturing hinge part blanks according to Claim 1,
characterised in that
the strip profiled material with a door side hinge part blank is divided by a separating
section incorporating the boundary line (I) and the separating lines (II) into the
individual hinge part blanks.
1. Procédé pour fabriquer des ébauches de partie de charnière à partir d'une bande de
matériau profilé laminée ou étirée qui est débitée en plusieurs ébauches de parties
de charnière par coupe au jet le long d'une ligne de délimitation transversale (I)
sur la bande de matériau profilé et par coupe le long d'une ligne de coupe,
caractérisé en ce que
- la bande de matériau profilé présente une section transversale en T ou en Y,
- la bande de matériau profilé est débitée en plusieurs ébauches de partie de charnière
avec une qualité de coupe moindre comparée à celle du procédé de coupe pour la tête
de charnière, dans la zone de la tête de charnière (7 ou 8), par un procédé de coupe,
par exemple par coupe à la scie, le long d'une ligne de coupe (III) et, pour former
les brides de fixation de la charnière (3 ou 4) et les bras en porte-à-faux de la
charnière (5 ou 6), par coupe le long de lignes de délimitation (I) et de lignes de
coupe (II).
2. Procédé pour fabriquer des ébauches de partie de charnière selon la revendication
1, caractérisé en ce que, dans le cas d'une ébauche de partie de charnière qui est destinée à être montée
sur la portière, la bande de matériau profilé est débitée en plusieurs ébauches de
partie de charnière par une coupe à la fois le long de la ligne de délimitation (I)
et le long des lignes de coupe (II).