(19)
(11) EP 1 041 232 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.01.2002  Patentblatt  2002/01

(21) Anmeldenummer: 98107699.5

(22) Anmeldetag:  28.04.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E05D 9/00, B26F 3/00

(54)

Scharnierteil-Rohling aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen

Hinge part blank from rolled or drawn strip profiled material

Ebauchet de partie de charnière d'une matière de bande profilée, laminée ou étirée


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.10.2000  Patentblatt  2000/40

(73) Patentinhaber: Ford Global Technologies, Inc., A subsidiary of Ford Motor Company
Dearborn, Michigan 48126 (US)

(72) Erfinder:
  • Weber, Norbert
    52074 Aachen (DE)

(74) Vertreter: Messulam, Alec Moses et al
A. Messulam & Co. Ltd., 43-45 High Road
Bushey Heath, Bushey, Herts WD23 1EE
Bushey Heath, Bushey, Herts WD23 1EE (GB)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 19 509 674
DE-A- 19 603 149
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen, der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 erläuterten Art.

    [0002] Aus der DE 196 03 149 A 1 ist ein Verfahren zum Herstellen von Scharnierbähdern bekannt. Bei diesem Verfahren werden die Scharnierteile aus einem Strangpressprofil hergestellt Das Profil ist symmetrisch ausgebildet und beinhaltet in seinem mittleren Bereich ein sogenanntes verlorenes Stegprofil. Das verlorene Stegprofil ist T-förmig ausgebildet. Die Vereinzelung der Scharnierteile aus dem Strangpressprofil erfolgt durch Fräsen und anschließendes Brechen der Scharnierteile von dem verlorenen Stegprofil. Hierbei werden die für Vereinzelung notwendigen Materialabschnitte herausgefräst Dadurch entsteht ein zusätzlicher Materialverlust. Eine Schachtelung der Scharnierteile zur Vermeidung von Abfallverlusten ist nicht vorgesehen.

    [0003] Aus der DE 195 09 674 C2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Scharnier-Rohlings, gemäß Oberbegriff des Anspruch 1 bekannt. Der Rohling besteht aus einem ersten Scharnierteil-Rohling und einem zweiten Scharnierteil-Rohling, wobei der entsprechende gewalzte oder gezogene Profilmaterialstreifen ein dem gewünschten Scharnierteil-Rohling entsprechendes Profil aufwies und die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge durch Trennschneiden entlang bestimmter Begrenzungs- und Trennlinien in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wurde.

    [0004] Bei der Entwicklung dieses Scharnierteil-Rohlings und des hierfür vorgesehenen Herstellungsverfahren hat es sich ergeben, daß die Qualität der durch Strahl-Trennschneiden erzeugten Flächenbereiche zwar in ihrer Qualität für die äußeren Begrenzungslinien der Scharnierteil-Rohlinge ausreichend gut waren, daß jedoch die Qualität der durch Strahl-Trennschneiden entlang der Trennlinien gebildeten Flächenbereiche, die beim fertigen Scharnier die aufeinanderliegenden Gleitflächen des Scharniers bilden, in der Oberflächengüte z.Z. nicht ausreichend für diesen Zweck waren.

    [0005] Desweiteren ist die Möglichkeit der Wahl der Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge durch die Art der Schachtelung nach DE 19 509 674 C2 funktionsbedingt eingeschränkt.

    [0006] Bei dem nach dem oben erwähnten bekannten Herstellungsverfahren erstellten Scharnierteil-Rohlingen war es somit erforderlich, diese aufeinanderliegenden Gleitflächen noch nachträglich einer maschinellen Bearbeitung zu unterziehen, wodurch der Herstellungsaufwand für das fertige Scharnier erhöht wurde.

    [0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen aus gewalztem oder gezogenen Profilmaterialstreifen hergestellten Scharnierteil-Rohling nicht nur kostengünstiger herstellen zu können, indem eine solche zusätzliche Bearbeitung vermieden werden kann, sondern auch durch die andere Schachtelung eine größere Freiheit bei der Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge zu ermöglichen.

    [0008] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst, indem für einen Scharnierteil-Rohling aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen eine im Kennzeichenteil des Patentanspruches 1 aufgezeigte besondere Querschnittform des Profilmaterials in Verbindung mit der neuen Schachtelung und einer unterschiedlichen Abfolge von Trennschneide-Schritten vorgesehen wird.

    [0009] Dadurch, daß der Profilmaterialstreifen einen T- oder Y-förmigen Querschnitt aufweist, der im Bereich des Scharnierkopfes durch z.B. einen Säge-Trennschnitt entlang einer Trennlinie III und die Scharnier-Befestigungsflügel und die Scharnier-Kragarme durch Trennschneiden entlang von Begrenzungslinien I und Trennlinien II in einzelne Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt werden, kann bei großer Gestaltungsfreiheit für die Schamierteil-Rohlinge deren Herstellung in kostengünstiger Weise erfolgen.

    [0010] Die Erfindung wird anhand eines in den beiliegenden Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt:
    Fig. 1
    eine Schrägrißansicht eines erfindungsgemäßen Scharnierteil-Rohling-Profilmaterialstreifens in der neuen T- oder Y-Form mit den entsprechenden Begrenzungslinien und Trennlinien und
    Fig. 2
    den Querschnitt des erfindungsgemäßen Profilmaterialstreifens mit Angabe der Trenn-Schneidlinien.


    [0011] In Fig. 1 ist ein gewalzter oder gezogener Profilmaterialstreifen für ein karosserieseitiges Scharnierteil-Rohling einer Kraftfahrzeugtür gezeigt, wobei die Ineinanderschachtelung der Scharnierteil-Rohlinge derart vorgenommen wird, daß jeweils ein Scharnierteil-Rohling 1 und ein Scharnierteil-Rohling 2 so ineinander geschachtelt sind, daß ihre Befestigungsflügel 3 bzw. 4 mit den Kragarmen 5 bzw. 6 für das Scharnierauge 7 bzw. 8 zur Aufnahme des Scharnierbolzens nach Art eines T- oder Y-Stabes angeordnet sind, wodurch sich besondere Vorteile in Hinblick auf die Gestaltung der Scharnierteil-Rohlinge und die Führung der unterschiedlichen Trennschnitte ergeben.

    [0012] In den Figuren 1 und 2 sind in den Befestigungsflügeln 3 und 4 Öffnungen 9 für die Befestigungsbolzen und in den Scharnierköpfen 7 und 8 eine Bohrung 10 zur Aufnahme des Scharnierbolzens (nicht gezeigt) vorgesehen bzw. angedeutet. Die Öffnungen 9 können sowohl vor den Trennschnitten hergestellt werden, als auch erst nach dem Trennen des Scharnierteil-Rohling-Profilmaterialstreifens in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge, und zwar durch entsprechendes Trennschneiden, Stanzen oder Bohren.

    [0013] Die die Befestigungsflügel 3 und 4 aufteilenden Strahl-Trennschnitte verlaufen entlang Begrenzungslinien I und die Kragarme 5 und 6 werden durch Strahl-Trennschneiden entlang von Trennlinien II geschnitten, wohingegen die Scharnierköpfe 7 und 8 durch einen Säge-Trennschnitt III getrennt werden, der z.Z. für die gewünschte Qualität der Gleitoberfläche im Bereich des Scharnierbolzens sorgt. (Die Kontur des Sägeblattes ist hierbei in Fig. 2 angedeutet.)

    [0014] In Fig. 2 sind die entsprechenden Schnittführungen ebenfalls mit den gleichen Bezugszeichen für die Begrenzungs-Strahl-Trennlinien I, für die Trenn-Strahllinien II und für die Säge-Trennlinie mit III bezeichnet angegeben.

    [0015] Dieses Schachtelkonzept ist gleichermaßen für karosserieseitige, sowie türseitige Scharnierteile anwendbar, wobei durch einen Profilmaterialstreifen gleichzeitig ein rechtes und ein linkes Scharnierteil-Rohling erstellt wird.

    [0016] Aufgrund der Geometrie eines türseitigen Scharnierteil-Rohlings (nicht gezeigt), kann ggf. auf den Schnitt II verzichtet werden.

    [0017] Generell erlaubt die T- oder Y-Schachtelmethode eine flexible Gestaltung der Scharnierteile bei Anwendung von unterschiedlichen Trennverfahren, um die an bestimmten Trennflächen erwünschte bauteilgerechte Oberflächenqualität zu erlangen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen aus einem gewalzten oder gezogenen Profilmaterialstreifen, der durch Strahl-Trennschneiden entlang einer querlaufenden Begrenzungslinie (I) am Profilmaterialstreifen und Trennen entlang einer Trennlinie in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wird,
    dadurch gekennzeichnet, dass

    - der Profilmaterialstreifen einen T- oder Y-förmigen Querschnitt aufweist,

    - der Profilmaterialstreifen im Bereich des Scharnierkopfes (7 bzw. 8) durch ein Trennverfahren, z.B. Säge-Trennschneiden, entlang einer Trennlinie (III) und der Profilmaterialstreifen für die Scharnier-Befestigungsflügel (3 bzw. 4) und die Scharnier-Kragarme (5 bzw. 6) durch Trennschneiden entlang von Begrenzungslinien (I) und Trennlinien (II) in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge mit im Vergleich zum Trennverfahren für den Scharnierkopf geringeres Schnittqualität aufgeteilt wird.


     
    2. Verfahren zur Herstellung von Scharnierteil-Rohlingen nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass

    - der Profilmaterialstreifen bei einem türseitigen Scharnierteil-Rohling durch ein die Begrenzungslinie (I) und die Trennlinien (II) umfassenden Trennschnitt in die einzelnen Scharnierteil-Rohlinge aufgeteilt wird.


     


    Claims

    1. Method for manufacturing hinge part blanks from rolled or drawn strip profiled material, which through jet cutting and separating along a diagonally running boundary line (I) on the strip profiled material and separating along a separating line is divided into the individual hinge part blanks,
    characterised in that

    - the strip profiled material has a T or Y-shaped cross-section,

    - the strip profiled material in the area of the hinge head (7 or 8) is divided through a separation process, e.g. saw cutting and separating, along a separating line (III) and the strip profiled material for the hinge fixing wings (3 or 4) and the hinge collar arms (5 or 6) through cutting and separating along boundary lines (I) and separating lines (II) is divided into the individual hinge part blanks with lower cutting quality in comparison with the separation process for the hinge head.


     
    2. Method for manufacturing hinge part blanks according to Claim 1,
    characterised in that
    the strip profiled material with a door side hinge part blank is divided by a separating section incorporating the boundary line (I) and the separating lines (II) into the individual hinge part blanks.
     


    Revendications

    1. Procédé pour fabriquer des ébauches de partie de charnière à partir d'une bande de matériau profilé laminée ou étirée qui est débitée en plusieurs ébauches de parties de charnière par coupe au jet le long d'une ligne de délimitation transversale (I) sur la bande de matériau profilé et par coupe le long d'une ligne de coupe, caractérisé en ce que

    - la bande de matériau profilé présente une section transversale en T ou en Y,

    - la bande de matériau profilé est débitée en plusieurs ébauches de partie de charnière avec une qualité de coupe moindre comparée à celle du procédé de coupe pour la tête de charnière, dans la zone de la tête de charnière (7 ou 8), par un procédé de coupe, par exemple par coupe à la scie, le long d'une ligne de coupe (III) et, pour former les brides de fixation de la charnière (3 ou 4) et les bras en porte-à-faux de la charnière (5 ou 6), par coupe le long de lignes de délimitation (I) et de lignes de coupe (II).


     
    2. Procédé pour fabriquer des ébauches de partie de charnière selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans le cas d'une ébauche de partie de charnière qui est destinée à être montée sur la portière, la bande de matériau profilé est débitée en plusieurs ébauches de partie de charnière par une coupe à la fois le long de la ligne de délimitation (I) et le long des lignes de coupe (II).
     




    Zeichnung