[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Faltwand-Container (Wechselbehälter) mit zu
öffnender Seitenwand sowie stirnseitigen Verriegelungsöffnungen.
[0002] Über etwa vier Jahrzehnte hat der Container seine große Bedeutung als Frachtbeälter
bestätigt. Zunächst für den Seeverkehr ausgelegt, hat er inzwischen auch die übrigen
Frachtwege erreicht. Seine modularen Abmessungen und die international festgeschriebenen
Sicherheitsbestimmungen, überwacht durch Klassifikationsgesellschaften, haben den
Container auch konstruktiv an viele Ladebedürfnisse angepaßt. Neben dem vorwiegend
genutzten Trockenfracht-Container gibt es zahlreiche Varianten, wie Bulk-, Open Top-,
Tank-, Kühl-Container etc.
[0003] Alle Modelle haben das eine Ziel, den Warenumschlag zu vereinfachen (rationalisieren)
und ihn in die internationale Transportkette einzugliedern. Der neu entwickelte Faltwand-Container
gemäß der Erfindung stellt eine weitere Variante dar.
[0004] Es ist bekannt, Container und Wechselbehälter mit Seitenwandtüren auszustatten. Es
ist weiterhin bekannt, Frachtbehälter mit ganz zu öffnenden Seitenwänden zu bauen,
zum Beispiel als Curtain Sider (Seitenwand mit Einsteckbrettern, Rungen und Plane)
oder als Open Side in ähnlicher Bauweise, jedoch mit unterer Bordwand.
[0005] Die Ausführungen beziehen sich jedoch auf kürzere Ladeeinheiten, so daß der Volumentransport
großer Behälter davon ausgeschlossen ist.
[0006] Durch die Erfindung sollen die folgenden Bedürfnisse erfüllt werden:
1. das seitliche Be- und Entladen langer Ladeflächen,
2. das bequeme Be- und Entladen ohne Rampe,
3. das Be- und Entladen einzelner Sektionen,
4. das problemlose Laden langer Frachtkörper,
5. das seitliche Beladen von Transportgestellen,
6. das Laden sperriger Güter.
[0007] Natürlich bleibt auch die Beladung durch die Rückwandtür weiterhin möglich, so daß
die herkömmliche Rampenbeladung nicht verlorengeht. Ein Vorteil des Containers gemäß
der Erfindung liegt in dem Diebstahlschutz gegenüber aufplanbaren Seitenwänden (Curtain
Sider) sowie in der Sicherung des Zollgutes.
[0008] Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Container in größtmöglicher Länge,
bei dem die Seitenwände annähernd ganz zu öffnen sind. Die Seitenwände besitzen im
Bereich der Greifzangentaschen stabile Rungen, an denen die seitlichen Flügeltüren
paarweise angeordnet sind.
[0009] Die Rungen sind oben und unten an Rollenwagen gelagert. Sie lassen sich einschließlich
der geöffneten Türen in beiden Richtungen aus dem Ladebereich verschieben und sichern.
Oberhalb der Greifkanten werden die Rungen fest verankert, so daß beim Umschlag auftretende
Kräfte übertragen werden.
[0010] Die Türen haben innenliegende Verschlußstangen. Diese werden an Boden- und Dachrahmen
fest verriegelt. auch hier erfolgt eine Übertragung der Kräfte von der Bodengruppe
in den Dachbereich. Der Transport auf öffentlichen Straßen unter Einhaltung der Straßenverkehrsgesetze
erfordert bei maximaler Containerlänge eine Befestigung des Containers innerhalb des
vorderen Durchdrehbereichs durch zwei Steckzapfenverriegelungen (Horizontallocks).
Zu diesem Zweck wird der Behälter an der Stirnseite mit stabilen Steckkzapfen-Führungen
ausgerüstet.
[0011] Der Container nach der Erfindung ist ein ISO-Container mit optimalen Abmessungen
für den Umschlag (Einsatz) im internationalen Transport.
[0012] Der Container ist ausgerüstet mit ISO-Eckbeschlägen (Corner Castings) an allen Ecken.
Wegen der Überlänge sind auch auf der 40'-Längenposition Eckbeschläge angebracht.
Diese Maßnahme ermöglicht auch weiterhin die Verwendung der 40'-Umschlageinrichtungen.
Auch das Stapeln der Container im Terminal oder an Bord eines Schiffes mit 40'-Standard-Containern
ist weiterhin gegeben.
[0013] Der Umschlag bei der Bahn im Europaverkehr mit Greifzangeneinrichtungen ist durch
die international festgelegten Greifkanten und deren Anordnung sichergestellt.
[0014] Die Seitentüren entsprechen in der Festigkeit den üblichen Seitenwandverkleidungen.
Ihre Scharniere, Dichtungen und Verschlußelemente sind bewährte Standardprodukte.
[0015] Die Boden- und Dachlängsträger sind so profiliert, daß die Laufrollen der verschiebbaren
Rungeneinheit auf ganzer Länge entlang gleiten können. Die Festigkeiten und Materialqualitäten
der Profile sind entsprechend der Belastung gewählt.
[0016] Die Rollenführungen sind versetzt angeordnet, damit Beschädigungen beim Ladevorgang
durch Staplergeräte verhindert werden.
[0017] Die Türen sind in einstellbare Waagepfosten an den Rungen eingehängt und mit Verschlußeinrichtungen
(PowerBrace) ähnlich der Rückwandtür verschlossen. Die Handhebel der Verschlüsse erhalten
doppelte Sicherungsfallen. Diese Maßnahme resultiert aus Erfahrungen der Bundesbahn
beim Transport von Behältern mit Seitenwandtüren. Der Container hat einen verlängerten
Goosenecktunnel, damit werden die Bedingungen für die sinnvolle Gestaltung eines Euro-Chassis
erfüllt.
[0018] An der Stirnwand sind die Eckbeschläge oben und unten abgeschrägt. Eine ähnliche
Form erhalten die Ecksäulen.
[0019] Abgeschrägte Eckbeschläge für 45'-Container sind bekannt, sie werden beim Bau von
45'-Containern eingesetzt.
[0020] Durch die abgeschrägten Eckbeschläge am 45'-Container wird es möglich, die gesetzlichen
Vorschriften beim "Euro-Sattelzug" zu erfüllen. Durch die Abschrägung der Eckbeschläge
verschiebt sich das stirnseitige Loch am Eckbeschlag nach innen. Das wahlweise Sichern
eines 40'-Containers oder eines 45'-Containers mit einem Combi-Chassis durch die Steckzapfenverriegelung
ist hierbei nicht mehr möglich. Querträger und Verriegelung liegen außerhalb des Durchdrehradius.
[0021] Der Faltwand-Container gemäß der Erfindung erhält stirnseitig neben dem Goosenecktunnel
Aufnahmeöffnungen für die Steckkzapfenverriegelung (Horizontal-Lock). Bei dieser Lösung
bleiben Querträger und Verriegelung innerhalb des zulässigen Durchdrehradius.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert.
[0023] Fig. 1 zeigt den unteren Bereich der Halterung einer Runge für einen Container gemäß
der Erfindung in geschlossenem Zustand.
[0024] Fig. 2 zeigt den unteren Bereich der Halterung einer Runge für einen Container gemäß
der Erfindung in geöffnetem Zustand.
[0025] Fig. 3 zeigt den oberen Bereich der Halterung einer Runge eines Containers gemäß
der Erfindung in geschlossenem Zustand.
[0026] Fig. 4 zeigt den oberen Bereich der Halterung einer Runge eines Containers gemäß
der Erfindung in geöffnetem Zustand.
[0027] In den Figuren 1 und 2 ist der untere Bereich eines Containers gemäß der Erfindung
gezeigt und zwar das untere Längsprofil mit einer Laufschienenanordnung 12. In der
Laufschiene laufen Rollen, die mit einer Gelenkverbindung 11 verbunden sind, die wiederum
im unteren Bereich an einer Runge 10 befestigt ist.
[0028] Die Figuren 3 und 4 zeigen den oberen Bereich der Halterung der Runge 10 und zwar
den oberen Dachrahmen mit einer Laufschieneneinrichtung 22, die über ein Gelenk 21
im oberen Bereich mit der Runge 10 verbunden ist.
[0029] Die Figuren 1 und 3 zeigen den geschlossenen Zustand. Es ist zu erkennen, daß in
diesem geschlossenen Zustand die Runge 10 an der Seitenfläche des Containers eine
feste unveränderliche Lage einnimmt. In dieser Situation wirken nämlich Anlageteileteile
30 so aufeinander, daß eine Längsverschiebung (senkrecht zur Papierebene) der Runge
10 nicht möglich ist.
[0030] In den Figuren 2 und 4 ist die Runge 10 im unteren Bereich nach außen verschwenkt,
so daß in dieser Lage die Anschlagteile 30 voneinander freigekommen sind, so daß nunmehr
die Runge 10 in Laufrichtung verschoben werden kann.
1. Faltwand-Container (Wechselbehälter) mit zu öffnender Seitenwand sowie stirnseitigen
Verriegelungsöffnungen, dadurch gekennzeichnet, daß der Container ein- oder beidseitig über die gesamte Erstreckung zu öffnende Seitenwände
besitzt, bei denen die Türflügel gefaltet und einschließlich ihrer Halterungen auf
ganzer Länge zu verschieben sind.
2. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenöffnungen durch bewegbare Rungen unterteilt sind.
3. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rungen oben und unten verschiebbar gelagert sind und in ihrer Basisposition oberhalb
der Greifzangenkanten fest verankert werden können.
4. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Türflügelpaare an der Runge angeschlagen sind und mit der Runge verschoben werden
können.
5. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung der Türen an den Rungen und Ecksäulen mittels Waageprofil erfolgt
und die Türen oben und unten durch Gewindebolzen eingestellt und gesichert werden.
6. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnwandsäulen ein abgestuftes Eckprofil besitzen und sich diese Abstufung an
den Eckbeschlägen oben und unten fortsetzt.
7. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnwand neben dem Goosenecktunnel Aufnahmeöffnungen besitzt, in die die Steckzapfen
der stirnseitigen Verriegelungen des Container-Chassis eingreifen und sichern.
8. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrzeug zur Aufnahme des Containers (WBs) frontal im Bereich des Druchdrehradiusses
horizontal angeordnete Steckzapfen-Verriegelungen besitzt, die in die am Container
(WB) angebrachten Aufnahmeöffnungen eingreifen und dadurch den Container (WB) und
das Fahrzeug stirnseitig miteinander verbinden.
9. Faltwand-Container (WB) nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügeltüren des Containers (WBs) durch einliegende Scharniere verbunden sind
und die Scharnierachse durch die Verschlußstangen gebildet wird.
10. Faltwand-Container (Wechselbehälter) mit zu öffnender Seitenwand sowie stirnseitigen
Verriegelungsöffnungen, dadurch gekennzeichnet, daß der Container ein- oder beidseitig über die gesamte Erstreckung zu öffnende Seitenwände
besitzt, bei denen die Türflügel gefaltet und einschließlich ihrer Halterungen auf
ganzer Länge zu verschieben sind, daß an der Stirnseite zwei zusätzliche Steckzapfenöffnungen
vorgesehen sind.