(19)
(11) EP 0 861 412 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.01.2002  Patentblatt  2002/02

(21) Anmeldenummer: 96933351.7

(22) Anmeldetag:  21.09.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F41B 11/06
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9604/131
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9718/432 (22.05.1997 Gazette  1997/22)

(54)

DRUCKGASBETRIEBENE SCHUSSWAFFE

COMPRESSED GAS-OPERATED SHOOTING WEAPON

ARME A FEU A COMMANDE PAR GAZ COMPRIME


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 14.11.1995 DE 19542326

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
02.09.1998  Patentblatt  1998/36

(73) Patentinhaber: UMAREX SPORTWAFFEN GmbH & CO.
D-59757 Arnsberg (DE)

(72) Erfinder:
  • WONISCH, Franz
    D-59757 Arnsberg (DE)
  • EMDE, Dietmar
    D-59757 Arnsberg (DE)

(74) Vertreter: Söltenfuss, Dirk Christian, Dipl.-Phys. et al
OCKEL.SÖLTENFUSS, Patentanwaltssozietät, Morassistrasse 8/II
80469 München
80469 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 2 752 446
US-A- 4 344 410
DE-B- 1 114 121
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine druckgasbetriebene Schußwaffe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

    [0002] Eine Schußwaffe nach dem gattungsbildenden Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist durch die US-A-4 344 410 bereits offenbart, bei welcher in das Griffstück eine Gaspatrone oder Gaskapsel einsetzbar ist. Das Griffstück weist zu diesem Zweck einen herausschwenkbaren Deckel mit einer Ausformung auf, in die eine Gaspatrone einlegbar ist. Durch das Schließen des Deckels wird die Gaspatrone in ihre Endlage gebracht, in welcher der obere Verschluß durch eine in die Schußwaffe eingebaute Ventileinrichtung aufgestoßen wird. Dadurch wird das Gas aus der Gaspatrone entnommen und durch das Ventilsystem der Schußwaffe für die Schußabgabe zugesteuert.

    [0003] Die geschilderte Vorrichtung zur Aufnahme einer Gaspatrone im Griffstück einer Handfeuerschußwaffe ist ein starres System, welches im Prinzip keine Toleranzen bei der Gaspatrone zuläßt. Die Gaspatrone wird in einer einzigen Schwenkbewegung des Dekkels in ihre Endposition gebracht, wobei nicht berücksichtigt wird, ob die Gaspatrone richtig eingelegt wurde, die richtigen, paßgenauen Abmessungen hat und bei der Einschwenkbewegung des Deckels verkantet wurde. Alle die unberücksichtigten und von außen nicht einsehbaren Vorgänge können zu Beschädigungen der Gaspatrone und zur verminderten Schießleistung der Schußwaffe führen.

    [0004] Die DE-B-1 114 121 offenbart ebenfalls eine Schußwaffe mit einer Schließeinrichtung zur Unterbringung einer Gaspatrone im Handgriff und im wesentlichen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Dabei kann der aus diesem Dokument bekannte Ventilsitz als ein von der Schließeinrichtung unabhängiges Gegenlager betrachtet werden. Im übrigen treffen zu dieser bekannten Schußwaffe im wesentlichen die gleichen Nachteile zu wie ober zur US-A-4 344 410 beschrieben.

    [0005] Aus der DE-A-27 52 446 ist eine sogenannte Gaskapseldurchstoßvorrichtung für Gasdruckschußwaffen bekannt. Diese Vorrichtung ist anhand eines Gewehres beschrieben und nicht unmittelbar auf eine Pistole oder dergleichen Handfeuerwaffe übertragbar. In dem Gewehrrahmen befindet sich parallel zum Lauf eine in Längsrichtung ausgedehnte Kammer zur Aufnahme einer Gaskapsel, die durch einen nach unten ausschwenkbaren Hebel verschlossen ist. Dieser Hebel ist an seinem kurzen Hebelarm gabelförmig gestaltet, wobei die wirksamen Umfangsflächen Nocken und Abflachungen aufweisen, die auf einen Block aus Stangen und Ringscheiben mit Schultern wirken. Der gesamte Block steht unter der Kraft einer Feder in Richtung einer Öffnungsbewegung des Blockes und damit weg von der Gaspatrone. Dadurch wird im Zusammenwirken mit den Nocken und Abflachungen des kurzen Hebelarms nach Überschreiten der Aufstechposition eine leichte Entspannung in der Axialrichtung der Gaspatrone erzielt. In dieser Endstellung, in welcher der Hebel völlig unter die Waffe eingeschwenkt ist und die Kammer verschließt, kann ein Gas aus der Gaspatrone in ein nachgeschaltetes Ventilsystem entweichen.

    [0006] Mit dieser geschilderten Vorrichtung werden zwar bereits Toleranzen der Gaspatrone in der Endstellung ausgeglichen und ein ständig wirksamer, zu hoher Druck von der Gaspatrone und dem Ventilsystem genommen. Dennoch unterliegt auch diese Vorrichtung der nicht einsehbaren Position der Gaspatrone in der Endstellung sowie in Zwischenstellungen. Durch das beim Einschwenken des Deckels sofort und ohne Toleranz wirksame Hebelsystem sind Fehlbedienungen und Beschädigungen der Gaspatrone nicht auszuschließen.

    [0007] Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine druckgasbetriebene Schußwaffe der eingangs geschilderten Art vorzuschlagen, welche die Aufnahme einer Gaspatrone mit einfachen technischen Mitteln erlaubt, einen optimalen Toleranzausgleich gewährleistet und in Zwischenstellungen sowie in der Endstellung der eingesetzten Gaskapsel eine Einsichtnahme gewährleistet.

    [0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

    [0009] Erfinderische Ausgestaltungen und Weiterbildungen des im Patentanspruch 1 vorgestellten Lösungsgedankens sind in den Unteransprüchen 2 und 10 beschrieben.

    [0010] Der wesentliche Lösungsgedanke besteht darin, zum einen die Aufnahme der Gaskapsel und das Einführen bis in ihre Endstellung unabhängig von Schließvorrichtungen der Aufnahmekammer für die Gaskapsel vorzunehmen. Dadurch sind alle Positionen der Gaskapsel optimal einsehbar und bereits vor möglicher Kapselbeschädigung korrigierbar. Zum anderen wird eine schonende Behandlung der Gaskapsel bei optimaler Zwischen- und Endposition erreicht, und es werden auch größere Toleranzen der Gaskapsel problemlos ausgeglichen.

    [0011] Das der aufzustechenden Spitze der Gaskapsel abgewandte Gegenlager ist relativ zu einem als Abstützelement ausgebildeten verschiebbaren Element des Gegenlagers so weit axial verschiebbar, daß ein bequemes Einlegen der Gaskapsel in die richtige Position in der Aufnahmekammer der Schußwaffe gewährleistet ist. Die Relativbewegung des Gegenlagers erlaubt anschließend eine axiale Verstellung bis in eine sichere und funktionsgerechte Position der Gaskapsel, ohne daß diese bereits angestochen wird. Das Anstechen der Spitze der Gaskapsel erfolgt erst bei der die Eigenverstellung durch ein justierbares Element des Gegenlagers überlagernden Fremdverstellung (verschiebbares Element), welche von dem Abstützelement ausgeht und sich über das Gegenlager auf die Gaskapsel überträgt. Die Fremdverstellung selbst wird dabei durch eine Spannvorrichtung vorgenommen, die auf das Abstützelemet (verschiebbares Element) des Gegenlagers wirkt.

    [0012] Weitere vorteilhafte Einzelheiten werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert.

    [0013] In der Zeichnung ist ein Beispiel der Erfindung dargestellt. Darin zeigen:
    Figur 1
    eine druckgasbetriebene Schußwaffe in der Seitenansicht;
    Figur 2
    das geöffnete Griffstück der Schußwaffe nach Figur 1 mit der Ladestellung des Gegenlagers im Schnitt;
    Figur 3
    die relative Eigenverstellung des Gegenlagers nach Figur 2 im Schnitt;
    Figur 4
    das Gegenlager nach Figur 2 in Anstechposition der Gaskapsel im Schnitt;
    Figur 5
    das Gegenlager nach Figur 2 in geschlossener Endstellung im Schnitt.


    [0014] Die druckgasbetriebene Schußwaffe, beispielsweise eine Pistole 1, besteht im wesentlichen aus dem Verschluß oder Rahmen 2, dem auf dem oder im Rahmen 2 angeordneten Lauf 3, dem Abzug 4 und dem Griffstück 5. Der Lauf 3 ist im Rahmen 2 geradlinig von einer Feuerstellung in die Ladestellung bzw. umgekehrt verschiebbar. Die Entriegelung des Laufs 3 zur geradlinigen und durch Federkraft untertützten Verschiebung erfolgt durch einen Verschlußhebel 7, der durch Verschwenken um eine Achse 8 die verriegelte oder entriegelte Stellung bewirkt.

    [0015] Die eigentliche Sicherung der Schußwaffe 1 erfolgt durch einen Sicherungshebel 10, der in der gezeichneten Stellung einen Schlagbolzen 11 in die Wirklinie zwischen dem Hammer oder Hahn 12 und einem Ventilstößel 13 eines Ventilsystems 33 bringt, was der Feuerstellung "F" entspricht. Das manuelle Umschwenken des Sicherungshebels 10 nach unten in die Sicherungsposition "S" dreht den Schlagbolzen 11 aus der geschilderten Wirklinie, wodurch die Schußabgabe verhindert wird.

    [0016] Das Griffstück 5 besitzt eine vordere Griffschale 6, die durch Betätigung eines Griffschalenknopfes 14 geöffnet und manuell von dem Griffstück 5 abgenommen werden kann. Durch den Griffschalenknopf 14 wird in einfacher Weise ein an sich bekannter, beispielsweise federunterstützter Verriegelungsmechanismus beaufschlagt, der das Abnehmen der Griffschale 6 beim Eindrücken erlaubt und ein Einschnappen beim Aufsetzen der Griffschale 6 zuläßt.

    [0017] Beim Einblick in das Innere des Griffstücks 5, beispielsweise bei abgenommener Griffschale 6, ist eine Kammer 9 ersichtlich, in die eine Gaskapsel oder Gaspatrone 15 locker und mit axialem Spiel nach oben und unten eingelegt ist. Die kugelig oder ballig geformte Bodenfläche 16 der Gaskapsel 15 befindet sich in einem axialen Abstand von dem Gegenlager 17 in Form einer Rändelschraube (20,21). Das Gegenlager 17 hat eine mittige Aufnahmefläche 18 für die Bodenfläche 16 der Gaskapsel 15, die mit einer balligen, kugeligen oder dergleichen Ausnehmung 19 versehen ist, wodurch die Gaskapsel 15 am Boden sicher aufgenommen ist. Die Aufnahmefläche 18 entspricht der Oberseite der Rändelmutter 20, wobei ein einteiliger als justierbares Element ausgebildeter Gewindestift 21 in einer Gewindebohrung 22 eines als verschiebbares Element ausgebildeten Abstützelementes 23 eingeschraubt ist.

    [0018] Das verschiebbare Element 23 ist als einarmiger Hebel ausgebildet, der um die Achse 24 schwenkbar im Griffstück 5 gehaltert ist. Das verschiebbare Element 23 besitzt eine ebene Mittelfläche, auf die das Gegenlager 17 in seiner offenen Endstellung aufliegt oder nahezu aufliegt, wie dies Figur 2 zeigt. Von der Mittelfläche geht eine abgestufte Formgebung aus, die von einem Kapselspanner 25 von der Unterseite her beaufschlagt ist. Der Kapselspanner 25 ist um den Achsbolzen 26 schwenkbar gelagert und nimmt in Figur 2 die vollständig geöffnete Position nach Drehung in Pfeilrichtung 27 ein. In dieser gezeigten Position liegt der kurze Hebelarm 28 des Kapselspanners 25 an der unteren Schrägfläche 29 der Abstufung an.

    [0019] Eine im Griffstück 5 eingesetzte Feder 30 steht auf der Oberseite des verschiebbaren Elementes 23 in dessen Endbereich an und drückt dieses in die geöffnete Stellung gemäß Figur 2.

    [0020] Die Spitze 31 der Gaskapsel 15 befindet sich im axialen Abstand von der Anstechnadel 32 des Ventilsystems 33. Die Anstechnadel 32 ist in einer Anstechscheibe 34 eingesetzt, die im Anstechgehäuse 35 gegenüber der Gaskapsel 15 durch eine Dichtscheibe 36 abgedichtet gehalten ist. Oberhalb der Anstechscheibe 34 ist ein Sieb 37 vorgesehen, welches vor dem Gaskanal 38 liegt, der in die Ventilkammer 39 des Ventilgehäuses 40 einmündet. In dem Ventilgehäuse 40 ist ein von einer Feder 42 gesteuerter Ventilschaft 41 axial beweglich gelagert, der kopfseitig zur Laufmündung zeigt und fußseitig durch einen Ventilstößel 13 beaufschlagt ist, der mit dem Schlagbolzen 11 der Schußwaffe 1 in Verbindung steht. Das Ventilsystem 33 als solches ist im übrigen in der Patentanmeldung Nr. 195 42 332.1 der Anmelderin beschrieben.

    [0021] Wenn nun in der beschriebenen Weise eine Gaskapsel 15 in das Griffstück 5 der Schußwaffe 1 eingelegt ist, erfolgt nach Figur 3 ein Zurückschwenken des Kapselspanners 25 in die Pfeilrichtung 43 bis in eine erste Raststellung, in welcher der kurze Hebelarm 28 des Kapselspanners 25 in dem Übergang von der Schrägfläche 29 in die waagerechte Unterfläche des als Abstützelement ausgebildeten verschiebbaren Elementes 23 einliegt. In dieser Position liegt das Gegenlager 17 mit Rändelmutter 20 in einer etwa rechtwinkligen Lage zu der Längsachse der Gaskapsel 15. Nun wird die Rändelmutter 20 in Pfeilrichtung 44 gedreht, wodurch der Gewindestift 21 (justierbares Element) aus der Gewindebohrung des verschiebbaren Elementes 23 herausgedreht wird. Das Gegenlager 17 führt also bis zur Anlage an die Bodenfläche 16 der Gaskapsel 15 eine Relativbewegung in axialer Richtung zum verschiebbaren Element 23 durch. Diese Relativbewegung wird fortgesetzt, bis die Gaskapsel 15 vollständig vorgespannt ist und mit ihrer Spitze 31 an der Anstechnadel 32 anliegt.

    [0022] Diese erste Vorspannung erfolgt schonend und bei geöffneter Griffschale 5, wodurch der Bediener einen jederzeit guten Einblick in den Einlege- und ersten Vorspannvorgang bekommt. Der Vorspannvorgang dient zum Toleranzausgleich der Länge der Kapsel 15.

    [0023] Der Kapselspanner 25 wird gemäß Figur 4 in Pfeilrichtung 43 weitergeschwenkt und erreicht dabei eine maximale Position, in welcher zwischen der waagerechten Unterfläche des verschiebbaren Elementes 23 und der Senkrechten durch den Achsbolzen 26 des Kapselspanners 25 ein rechter Winkel 45 vorliegt. Die Senkrechte verläuft dabei parallel zu Längsachse der Gaskapsel 15. Dies ist die höchste Position des verschiebbaren Elementes 23 und des bei dieser Schwenkbewegung gleichzeitig mitgeführten Gegenlagers 17, das nun zu der relativen Eigenverstellung durch das justierbare Element 21 eine überlagerte Fremdverstellung durch das verschiebbare Element 23 erfahren hat. Dies ist gleichzeitig die Anstechposition, in welche die Anstechnadel 32 die Spitze der Gaskapsel 15 durchsticht, so daß nun ein Gas unter Druck in das Ventilsystem 33 entweichen kann, welches bei der Schußabgabe benötigt wird. Die Dichtung 36 erfährt hier ihren maximalen Anpressdruck.

    [0024] Der Kapselspanner 25 wird bis in seine Endlage in Pfeilrichtung 43 (Figur 5) weiter verschwenkt, in der er in Schließstellung an der Unterseite des Griffstückes 5 anliegt. In dieser Position hat der kurze Hebelarm 28 des Kapselspanners 25 seine Totpunktlage aus Figur 4 überschritten. Dadurch wird zum einen ein ungewolltes und selbständiges Öffnen des Kapselspanners 25 verhindert und zum anderen der axiale Anstechdruck von der Gaskapsel 15 genommen. Dies ist wichtig, weil dadurch die Dichtung 36 im Ventilsystem 33 und die relativ empfindlichen Bauteile des Ventilsystems 33 vom Druck entlastet werden, ohne daß dadurch eine Gasleckage eintritt. Der geschilderte Entspannungsweg ist mit etwa 0,2 bis 0,5 Millimeter sehr kurz und wird von der Dichtung 36 aufgenommen.

    [0025] Erst nach Abschluß des Anstech- und Spannvorganges wird die Griffschale 6 wieder in das Griffstück 5 eingeschnappt.


    Ansprüche

    1. Druckgasbetriebene Schußwaffe, insbesondere Pistole (1), mit einem Waffenrahmen (2), einem in bzw. auf dem Waffenrahmen (2) angeordneten Lauf (3), einem Abzugssystem (4), einem Griffstück (5) und einer in eine Kammer (9) im Griffstück (5) der Schußwaffe (1) einsetzbaren Gaskapsel oder Gaspatrone (15), die mit einem oberen Ventilsystem (33) der Schußwaffe (1) in Eingriff bringbar ist, welches die Gasabgabe bei der Schußauslösung durch den Abzug (4) steuert, ferner mit einer Schließeinrichtung (6) für die Kammer (9) im Griffstück (5) in Form eines Verschlußdeckels und mit einem auf die Bodenfläche (16) der Gaspatrone (15) wirkenden Gegenlager (17),
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Gegenlager (17) von der Schließeinrichtung (6) getrennt ist und aus einer unabhangig von der Bewegung der Schließeinrichtung (6) axial in Richtung auf die Bodenflächen (16) der Gaspatrone (15) wirkenden Verstelleinrichtung aus einem verschiebbaren (23) und einem justierbaren (21) Element gebildet ist, die beide unabhängig voneinander bewegbar sind.
     
    2. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das justierbare Element (21) relativ zum verschiebbaren Element (23) bewegbar ist, welches als Abstützelement ausgebildet ist und direkt und überlagernd auf die Gaspatrone (15) wirkt.
     
    3. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das justierbare Element (21) mit dem verschiebbaren Element (23) durch eine Schraubverbindung in Eingriff steht.
     
    4. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Gegenlager (17) durch eine Rändelschraube (20,21) gebildet ist, deren Kopf (20) als Rändelmutter ausgebildet ist, der auf der der Gaskapsel (15) zugewandten Stirnfläche eine Aufnahmeeinrichtung (19) aufweist, während abgewandte das justierbare Element (21) ein Gewindestift ist, der in einer zugeordneten Gewindebohrung (22) des verschiebbaren Elementes (23) axial verschieblich eingesetzt ist.
     
    5. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach einem der vorgenannten Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das verschiebbare Element (23) um eine Achse (24) gegen die Wirkung einer Feder (30) schwenkbar ist.
     
    6. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach einem der vorgenannten Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das verschiebbare Element (23) durch eine Spannvorrichtung (25), die als ein Kapselspanner ausgebildet ist, beaufschlagt ist.
     
    7. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Spannvorrichtung (25) als doppelarmiger Hebel ausgebildet ist, dessen kurzer Hebelarm (28) mit dem verschiebbaren Element (23) in Eingriff steht und über zumindest eine Zwischenstellung bis in eine Endstellung einer funktionfähig aufgenommenen Gaskapsel (15) bewegbar ist, in welcher der kurze Hebelarm (28) eine Übertotpunktlage einnimmt, in der das verschiebbare Element (23) aus seiner in bezug auf die Gaskapsel (15) axial höchsten Position in Richtung der Wirkung der Feder (30) zurückgesetzt ist.
     
    8. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das verschiebbare Element (23) einen stufenförmig gestalteten freien Endabschnitt aufweist, der mit dem kurzen Hebelarm (28) der Spannvorrichtung (25) in Wirkverbindung steht.
     
    9. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach einem der vorgenannten Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Gegenlager (17) im Griffstück (5) der Schußwaffe (1) angeordnet ist.
     
    10. Druckgasbetriebene Schußwaffe nach Anspruch 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Griffstück (5) durch eine Griffschale (6) verschließbar ist, welche durch einen Griffschalenknopf (14) zur Entriegelung verbunden ist.
     


    Claims

    1. Compressed gas-operated firearm, especially a pistol (1), comprising a weapon frame (2), a barrel (3) arranged in or on said weapon frame (2), a trigger system (4), a grip member (5) and a gas capsule or gas cartridge (15) insertable into a chamber (9) in said grip member (5) of said firearm (1), said gas cartridge being engageable with an upper valve system (33) of said firearm (1) controlling the gas emission upon the initiation of a shot through said trigger (4), further comprising a closure arrangement (6) for said chamber (9) in said grip member (5) in the form of a closure cover and with an abutment (17) acting on the bottom surface (16) of said gas cartridge (15),
    characterised in that
    said abutment (17) is separate from said closure arrangement (6) and is formed by an adjustment means being constituted of a displaceable element (23) and an adjustable element (21) and acting independently of the movement of said closure arrangement (6) axially in a direction towards said bottom surface (16) of said gas cartridge (15), said displaceable and adjustable elements being independently movable relative to each other.
     
    2. Compressed gas-operated firearm according to claim 1,
    characterised in that
    said adjustable element (21) is movable relative to said displaceable element (23), which is formed as a support element and acts directly and superimposingly on said gas cartridge (15).
     
    3. Compressed gas-operated firearm according to claim 1 or 2,
    characterised in that
    said adjustable element (21) is in engagement with said displaceable element (23) through a screw connection.
     
    4. Compressed gas-operated firearm according to anyone of claims 1 to 3,
    characterised in that
    said abutment (17) is formed by a knurled screw (20, 21), whose head (20) is formed as a knurled nut comprising a receiving means (19) on an end surface facing towards said gas capsule (15), whereas said adjustable element (21) facing away therefrom is a threaded pin being axially displaceably inserted into an associated threaded bore (22) of said displaceable element (23).
     
    5. Compressed gas-operated firearm according to anyone of the preceding claims,
    characterised in that
    said displaceable element (23) is pivotable about an axis (24) against the action of a spring (30).
     
    6. Compressed gas-operated firearm according to anyone of preceding claims,
    characterised in that
    said displaceable element (23) is under the force of a tensioning means (25) being formed as a capsule tensioner.
     
    7. Compressed gas-operated firearm according to claim 6,
    characterised in that
    said tensioning means (25) is constructed as a double-armed lever whose shorter lever arm (28) is in engagement with said displaceable element (23) and is movable through at least one interim position into an end position of an operatively received gas capsule (15), in which said shorter lever arm (28) takes up an over-a-dead point position in which said displaceable element (23) is reset from its axially highest position relative to said gas capsule (15) in a direction of the action of said spring (30).
     
    8. Compressed gas-operated firearm according to anyone of the preceding claims,
    characterised in that
    said displaceable element (23) has a step-shaped configured open end section being in operative connection with said shorter lever arm (28) of said tensioning means (25).
     
    9. Compressed gas-operated firearm according to anyone of the preceding claims,
    characterised in that
    said abutment (17) is arranged in said grip member (5) of said firearm (1).
     
    10. Compressed gas-operated firearm according to claim 9,
    characterised in that
    said grip member (5) is closable by a grip cup (6) which is unlatchable by a knob (14) of said grip cup.
     


    Revendications

    1. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, en particulier pistolet (1), comportant une culasse d'arme (2), un canon (3) disposé dans, ou sur la culasse (2), un système de détente (4), une poignée (5) et une capsule de gaz ou cartouche de gaz (15) à insérer dans une chambre (9) dans la crosse (5) de l'arme de tir (1), laquelle capsule ou cartouche de gaz peut être amenée en engagement avec un système de soupape supérieur (33) de l'arme de tir (1), qui commande la distribution des gaz lors du déclenchement du tir par la détente (4), comportant en outre un dispositif de fermeture (6) pour la chambre (9) dans la crosse (5), sous la forme d'un couvercle de fermeture et comportant un contre-palier (17) agissant sur la surface de fond (16) de la cartouche de gaz (15), caractérisée en ce que le contre-palier (17) est séparé du dispositif de fermeture (6) et est constitué d'un dispositif de réglage qui agit axialement en direction des surfaces de fond (16) de la cartouche de gaz (15), indépendamment du mouvement du dispositif de fermeture (6), et qui est constitué d'un élément coulissant (23) et d'un élément ajustable (21), qui sont déplaçables tous deux indépendamment l'un de l'autre.
     
    2. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'élément ajustable (21) est déplaçable par rapport à l'élément coulissant (23) qui est conformé en tant qu'élément d'appui et qui agit directement et en superposition sur la cartouche de gaz (15).
     
    3. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'élément ajustable (21) est en engagement avec l'élément coulissant (23), par un raccord à vis.
     
    4. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le contre-palier (17) est formé par une vis moletée (20, 21) dont la tête (20) est réalisée en tant qu'écrou moleté qui comporte un dispositif de réception (19) sur la face frontale tournée vers la capsule de gaz (15), tandis que l'élément ajustable (21) tourné à l'opposé est une tige filetée qui est insérée, de manière à pouvoir coulisser axialement, dans un trou taraudé (22) associé de l'élément coulissant (23).
     
    5. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément coulissant (23) peut pivoter autour d'un axe (24), à l'encontre de l'action d'un ressort (30).
     
    6. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément coulissant (23) est sollicité par un dispositif de tension (25) qui est réalisé en tant que tendeur de capsule.
     
    7. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon la revendication 6, caractérisée en ce que le dispositif de tension (27) est réalisé en tant que levier à deux bras dont le bras de levier court (28) est en engagement avec l'élément coulissant (23) et est déplaçable, en passant par au moins une position intermédiaire, jusque dans une position de fin de course d'une capsule de gaz (15) logée de manière fonctionnelle, dans laquelle le bras de levier court (28) prend une position de point mort dépassé, dans laquelle l'élément coulissant (23) est replacé, depuis sa position la plus haute axialement par rapport à la capsule de gaz (15), en direction de l'action du ressort (30).
     
    8. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément coulissant (23) comporte une portion terminale libre de forme étagée qui est en liaison active avec le bras de levier court (28) du dispositif de tension (25).
     
    9. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le contre-palier (17) est disposé dans la crosse (5) de l'arme (1).
     
    10. Arme de tir actionnée au moyen d'un gaz sous pression, selon la revendication 9, caractérisée en ce que la crosse (5) peut être fermée par une plaquette de crosse (6) qui est reliée par un bouton de plaquette de crosse (14) en vue du déverrouillage.
     




    Zeichnung