[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Dämpfung von Schwingungen und
zur Reduzierung axsialer Durchbiegungen der Tragwellen von fliegend angeordneten Walzenpaaren
in den Fertiggerüstanordnungen von, mit hohen Geschwindigkeiten betriebenen Drahtwalzstraßen,
bei der die Tragwellen jeweils zweiseitig in exentrisch gegeneinander drehverstellbaren
Lagergehäusen lagern und zwischen den Lagern Antriebsritzel aufweisen.
[0002] Den Vorteilen dieser, fliegend auf Tragwellen angeordneten Walzenpaare, insb. denen
des einfachen Walzenwechsels stehen die Nachteile der höheren Belastung des walzennahen
Hauptlagers in dem Lagergehäuse und der großen Biegebeanspruchung der Tragwellen im
Vergleich mit zweiseitig gelagerten Tragwellen gegenüber.
[0003] Um den Nachteilen, die aus diesen Lagerbelastungen und den Biegebeanspruchungen entstehen,
zu begegnen hat man bisher in erster Linie versucht die Walzgerüste selbst kompakter
und steifer auszubilden. Diese Gerüstausbildungen ermöglichten zwar das Walzen gleichmäßigerer
Querschnitte des Walzgutes, insb. in den letzten Gerüsten der Fertiggerüstanordnung,
dies insb. deshalb weil die Lagerbelastungen hier keine wesentliche Rolle mehr spielen.
Die Biegungen und Schwingungen der Walzentragwellen ließen sich aber auch bei diesen
Walzgerüstausbildungen, trotz des größeren Herstellungsaufwandes nicht direkt beeinflussen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Biegung der Walzentragwellen direkt
zu beeinflussen und damit auch den, durch diese verursachten Schwingungen entgegenzuwirken.
[0005] Ausgehend von bekannten Vorschlägen, bei Werkzeugmaschinen, den Ausbiegungen der
Werkzeugspindeln mit, auf die Spindel einwirkenden druckbeaufschlagten Dämpfungsbüchsen
zu begegnen (US-PS 4 036 030) bzw. die Spindellager selbst entsprechend mit Druckflüssigkeiten
zu beaufschlagen (DE-A-1 255 449) oder auch bei zweiseitig gelagerten Walzen die Ölzufuhr
im Zapfenlager der Walzen, achsmittig verschoben zu verändern (DE-OS 38 09 463) wird
diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß auf jeder der Tragwellen, zwischen
den beiden Lagern eine, fest mit dem exentrisch verstellbaren Lagergehäuse verbundene,
mit einer druck- und volumeneinstellbaren Druckflüssigkeit beaufschlagbare, an sich
bekannte Druckbüchse angeordnet ist.
[0006] Diese Druckbüchse, die z. B. ähnlich einem Gleitlager ausgebildet sein kann, und
bei der das Spiel zwischen Büchse und Tragwelle unabhängig von deren beiden Lagern
und unabhängig von deren Ölzufuhr definier- und einstellbar ist, erlaubt es, der Durchbiegung
der Tragwellen entgegen zu wirken und damit Federbewegungen der Walzen des Walzenpaares,
welche die Gleichmäßigkeit des Querschnitts des von diesem gebildeten Walzspalts und
damit die des Querschnitts des den Walzspalts durchlaufenden Walzgutes beeinträchtigen,
zu begrenzen und damit auch die Ursachen für das Auftreten von Schwingungen der Tragwalzen
zu beseitigen.
[0007] Die Verschiebbarkeit der Druckbüchse in Achsrichtung der Tragwelle und ggfs. deren
Verschwenkung gegenüber der Achsrichtung ermöglicht dabei den zielgerechten Einsatz
der, den Biegekräften entgegenwirkenden Stellkräfte.
[0008] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Figur 1
- die teilweise geschnittene Draufsicht auf die Vorrichtung und
- Figur 2
- einen Radialschnitt durch Figur 1.
[0009] Wie aus Figur 1 zu ersehen sind zwei Lagergehäuse LG1 und LG2 parallel nebeneinander
liegend, um ihre Längsmittenachse mit beiden Enden LGE1 und LGE2 im Walzgerüst WG
drehbar gelagert. In den beiden Enden LGE1 und LGE2 sind, exentrisch zu der jeweiligen
Längsmittenachse der Lagergehäuse LG1 und LG2 das Hauptlager HL1 bzw. HL2 und das
Nebenlager NL1 bzw. NL2 des Tragwellenpaares TW1, TW2 angeordnet. Die beiden Lagergehäuse
LG1 und LG2 weisen (vgl. Figur 2) radiale Tragansätze AS auf, die an, im Walzgerüst
WG angeordneten Anstellspindeln ASP angelenkt sind. Die beiden Tragwellen TW1 und
TW2 ragen mit ihren Walzenzapfen WZ1 und WZ2 aus dem Walzgerüst WG heraus. Auf diese
sind die ringförmigen Walzen W1 und W2 aufgesetzt. Zwischen Hauptlager HL1 bzw. HL2
und Nebenlager NL1 bzw. NL2 tragen die beiden Tragwellen TW1 und TW2 die Antriebsritzel
AR1 bzw. AR2.
[0010] Auf beide Tragwellen TW1 und TW2 ist zwischen den jeweiligen Hauptlagern HL1, HL2
und Nebenlager NL1, NL2 mit dem Walzgerüst WG je eine Druckbüchse DB1 bzw. DB2 aufgesetzt,
die deren Umfang umfassen. Jede dieser Druckbüchsen DB1 bzw. DB2 ist über eine separate
Druckleitung DL1 bzw. DL2 mit einer, nicht dargestellten Drucksteuereinrichtung verbunden,
mit deren Hilfe die Druckräume DR1 bzw. DR2 der Druckbüchsen DB1 bzw. DB2 mit dem
Druckmittel beaufschlagt werden.
[0011] Die mit BLN bezeichnete Kurvenlinie deutet die Biegelinie an, welche die Tragwelle,
hier TB2 beim Walzbetrieb ohne Einsetzen der Druckbüchse DB2 einnimmt und die mit
BLD bezeichnete Kurvenlinie, die, mit dem Einsetzen der Druckbüchse DB2 erzielbare,
wesentlich flacher verlaufende Biegelinie der Tragwelle TB2.
Bezugszeichenliste
[0012]
- LG1
- Lagergehäuse
- LG2
- Lagergehäuse
- LGE1
- Lagergehäuseende
- LGE2
- Lagergehäuseende
- WG
- Walzgerüst
- HL1
- Hauptlager
- HL2
- Hauptlager
- NL1
- Nebenlager
- NL2
- Nebenlager
- TW1
- Tragwelle
- TW2
- Tragwelle
- AS
- Tragansätze
- ASP
- Anstellspindel
- WZ1
- Walzenzapfen
- WZ2
- Walzenzapfen
- W1
- Walze
- W2
- Walze
- AR1
- Antriebsritzel
- AR2
- Antriebsritzel
- DB1
- Druckbüchse
- DB2
- Druckbüchse
- DL1
- Druckleitung
- DL2
- Druckleitung
- DR1
- Druckraum
- DR2
- Druckraum
- BLN
- Kurve
- BLD
- Kruve
1. Vorrichtung zur Dämpfung von Schwingungen und zur Reduzierung axsialer Durchbiegungen
der Tragwellen (TW) von fliegend angeordneten Walzenpaaren (W) in den Fertiggerüstanordnungen
von, mit hoher Geschwindigkeit betriebenen Drahtwalzstraßen, bei der die Tragwellen
(TW) jeweils zweiseitig in exentrisch gegeneinander verstellbaren Lagergehäusen (LG)
lagern und zwischen den Lagern (HL; NL) Antriebsritzel (AR) tragen,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf jeder der Tragwellen (TW1; TW2) zwischen deren beiden Lagern (HL1; HL2) eine,
fest mit dem exentrisch verstellbaren Lagergehäuse (LG1; LG2) verbundene, mit einer
druck- und volumeneinstellbaren Druckflüssigkeit beaufschlagbare an sich bekannte
Druckbüchse (DB1; DB2) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckbüchse (DB1; DB2) in der Längsachsrichtung der Tragwelle (TB1; TB2) verschieb-
und und/oder gegenüber dieser schwenkbar ausgebildet ist.