(19)
(11) EP 1 190 826 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.03.2002  Patentblatt  2002/13

(21) Anmeldenummer: 01117057.8

(22) Anmeldetag:  13.07.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B28B 23/00, B28B 19/00, B28B 23/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 23.09.2000 DE 10047283

(71) Anmelder: Präton International GmbH
89407 Dillingen/Donau (DE)

(72) Erfinder:
  • Christa, Benedikt A.
    89407 Dillingen/Donau (DE)

(74) Vertreter: Rapp, Bertram, Dr. et al
Charrier Rapp & Liebau Patentanwälte Postfach 31 02 60
86063 Augsburg
86063 Augsburg (DE)

   


(54) Verfahren zum Herstellen eines Wandfertigteils


(57) Zum Herstellen eines zweischaligen Wandfertigteils wird eine erste bewehrte Betonschale (5) hergestellt, die Reihen (3, 4) von Bügeln (2) aufweist, die aus der ersten Betonschale (5) ragen. Zwischen den Bügelreihen (3, 4) werden Schaumstoffplatten (6, 7) aufgebracht, die mit dem Beton der ersten Schale (5) sich verbinden und die eine Dicke aufweisen, die geringer ist als die Höhe der Bügel (2). Mit den überstehenden Teilen der Bügel (2) wird eine zweite Bewehrung verbunden und das so erhaltene Bauteil gewendet, wenn der Beton der ersten Schale (5) ausgehärtet ist. Die Bügelenden um die zweite Bewehrung werden in den Beton einer zweiten Schale (12) eingetaucht, bis er die Oberfläche (10) Platten (6, 7) in Kontakt kommt mit dem Beton der zweiten Schale (12). Nach dem Aushärten des Betons der zweiten Schale (12) wird das Fertigteil bei senkrecht verlaufenden Bügelreihen (3, 4) aufgestellt und bei den Bügelreihen (3, 4) der Raum zwischen den Plattenrändern (8, 9) mit Ortbeton vergossen.







Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Wandfertigteils, welches zwei bewehrte Betonschalen aufweist, die über bewehrte Leisten miteinander verbunden sind.

[0002] Die DE 195 21 262 C2 beschreibt ein Verfahren, nach welchem eine erste bewehrte Betonschale hergestellt wird, zusammen mit parallel zueinander verlaufenden Leisten, bei welchen die Spitzen von Stabträgern über die Betonleisten überstehen. Nach dem Aushärten der ersten Schale und der Leisten wird die erste Schale um 180° gedreht und auf eine zweite bewehrte Betonschale so aufgesetzt, daß die Spitzen der V-förmigen Stabträger in den Beton der zweiten Schale eindringen. Auf diese Weise entstehen zwischen den Leisten und den beiden Betonschalen Kammern. In diese Kammern kann Ortbeton eingebracht werden oder sie können mit einem Kunststoff ausgeschäumt werden.

[0003] Nach der AT 396 274 wird ein Bewehrungskörper hergestellt, der eine Grundbewehrung und eine Verteilerbewehrung aufweist, die über Stegdrähte miteinander verbunden sind. Hierbei wird zuerst die Grundbewehrung hergestellt, an welcher die Stegdrähte befestigt werden. Auf die Stegdrähte werden Platten aus geschäumten Kunststoff aufgesetzt und sodann mit den Stegdrähten die Verteilerbewehrung verbunden. Zwischen den Schaumstoffplatten können zwischen den beiden Bewehrungen V-förmige Stabträger vorgesehen sein. Es wird eine die Grundbewehrung aufweisende erste Schale betoniert und sodann eine die Verteilerbewehrung aufweisende zweite Schale, zusammen mit den Leisten zwischen den Kunststoffplatten. Das so gefertigte Bauteil findet als Deckenplatte Verwendung.

[0004] Es besteht die Aufgabe, ein solches Wandfertigteil herzustellen, das leicht herstellbar und transportierbar ist.

[0005] Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

[0006] Nach dem Aushärten des Betons der zweiten Schale kann das Fertigteil bei senkrecht verlaufenden Bügelreihen aufgestellt werden und können die Bügelreihen zwischen den Plattenrändern mit Ortbeton vergossen werden. Dabei können in die senkrecht verlaufenden Bügelreihen senkrecht verlaufende Armierungsstäbe eingebracht werden, und es können die Armierungsstäbe in die Bügelreihen von übereinander angeordneten Fertigteilen dies überbrückend eingebracht werden.

[0007] Ausführungsbeispiele werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figuren 1A und 1B:
Schnitte durch das Wandfertigteil zur Erläuterung der Verfahrensschritte;
Figur 2:
einen Schnitt durch ein Gebäude, hergestellt aus nach dem Verfahren gefertigten Wandfertigteilen; und
Figur 3:
eine Darstellung des Zusammenfügens der Wandfertigteile zur Herstellung eines Gebäudes.


[0008] Gemäß Figur 1A werden an einer ersten Längs- und Querbewehrung 1 Reihen von U-förmigen Bügeln 2 befestigt. Im dargestellten Beispiel sind zwei Reihen 3, 4 vorhanden. Nunmehr wird eine erste Betonschale 5 betoniert, die die erste Längs- und Querbewehrung 1 enthält und die unteren Enden der Bügel 2 umschließt. Auf diese erste Betonschale 5 werden Platten 6, 7 eines geschäumten Kunststoffes bevorzugt der Marke Styropor aufgelegt, bevor der Beton der Schale 5 abgebunden hat. Auf diese Weise wird ein Verbund zwischen den Platten 6, 7 und der Schale 5 erreicht. Der Verbund kann auch durch Kleben erreicht werden. Die Plattenränder 8, 9 verlaufen im Abstand zu den Seitenschenkeln der Bügel 2. Die Dicke der Platten 6, 7 ist geringer als die Höhe der Seitenschenkel der Bügel 2, so daß die Enden der Bügel 2 über die Oberfläche 10 der Platten 6, 7 überstehen. An den Enden der Bügel 2 im Abstand zur Oberfläche 10 wird eine zweite Längs- und Querbewehrung 11 befestigt. Die Längs- und Querbewehrungen 1, 11 können auch über die Bügel 2 miteinander verbunden werden, bevor die Schale 5 gegossen wird. Die Platten 6, 7 müssen dann nach dem Fertigen der Schale 5 seitlich zwischen der Schale 5 und der Bewehrung 11 eingeschoben werden.

[0009] Nach dem Aushärten des Betons der Schale 5 wird das so erhaltene Bauteil um 180° in die Stellung nach Figur 1B gedreht. Es wird nunmehr eine zweite die Bewehrung 11 enthaltene Schale 12 hergestellt, in welche auch die Enden der Bügel 2 eintauchen. Auf diese Weise wird nach dem Aushärten des Betons der zweiten Schale 12 ein Fertigbauteil erhalten, das eine erste die Bewehrung 1 aufweisende Schale 5 und eine zweite die Bewehrung 11 aufweisende Schale 12 umfaßt, wobei die Schalen 5, 12 über die Platten 6, 7 und die Bügel 2 miteinander verbunden sind. Die Seitenschenkel der Bügel 2 verlaufen durch zueinander parallele Kanäle 13, welche durch die Schalen 5, 12 und die Ränder 8, 9 begrenzt sind.

[0010] Das Wandfertigbauteil kann somit zur Baustelle transportiert werden und wird dort so aufgestellt, daß die Kanäle 13 senkrecht verlaufen. Die Kanäle 13 werden nunmehr mit Ortbeton ausgegossen. In die Kanäle 13 können Armierungsstäbe 14 eingesetzt werden, welche zwischen zwei aufeinandergesetzten Wandfertigteilen verlaufen. Gleiches gilt für die Knotenpunkte zwischen benachbarten Wandfertigteilen, die ebenfalls mit Ortbeton ausgefüllt werden.

[0011] Dient das Wandfertigteil als Außenwand, dann kann auf die außenseitige Schale eine Isolierung aufgebracht werden, die bevorzugt aus Platten 15 aus geschäumtem Kunststoff bestehen.


Ansprüche

1. Verfahren zum Herstellen eine Wandfertigteils, bestehend aus folgenden Schritten:

a) Herstellen einer ersten Betonschale (5), die eine erste Längs- und Querbewehrung (1) und in Reihen (3, 4) angeordnet, mit der ersten Bewehrung (1) verbundene Bügel (2) aufweist, die aus der ersten Schale (5) ragen;

b) Aufbringen von Platten (6, 7) aus geschäumtem Kunststoff zwischen den Bügelreihen (3, 4) und Herstellen eines Verbunds mit dem Beton der ersten Schale (5), wobei Platten (6, 7) mit einer Dicke verwendet werden, die geringer ist als die Höhe der Bügel (2);

c) Befestigen einer zweiten Längs- und Querbewehrung (11) an den über die Plattenoberfläche (10) überstehenden Teilen der Bügel (2);

d) Wenden des so erhaltenen Bauteils, wenn der Beton der ersten Schale (5) ausgehärtet ist;

e) Eintauchen der Bügelenden und der zweiten Bewehrung (11) in den Beton einer zweiten Schale (12), bis die Plattenoberfläche (10) in Kontakt kommt mit dem Beton der zweiten Schale (12).


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbringen der Platten (6, 7) auf den Beton der ersten Schale (5) erfolgt, solange dieser noch nicht erhärtet ist.
 
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem eine Außenwand bildenden Fertigteil auf die Außenschale Platten aus geschäumten Kunststoff aufgebracht werden.
 




Zeichnung