[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Wandfertigteils, welches
zwei bewehrte Betonschalen aufweist, die über bewehrte Leisten miteinander verbunden
sind.
[0002] Die DE 195 21 262 C2 beschreibt ein Verfahren, nach welchem eine erste bewehrte Betonschale
hergestellt wird, zusammen mit parallel zueinander verlaufenden Leisten, bei welchen
die Spitzen von Stabträgern über die Betonleisten überstehen. Nach dem Aushärten der
ersten Schale und der Leisten wird die erste Schale um 180° gedreht und auf eine zweite
bewehrte Betonschale so aufgesetzt, daß die Spitzen der V-förmigen Stabträger in den
Beton der zweiten Schale eindringen. Auf diese Weise entstehen zwischen den Leisten
und den beiden Betonschalen Kammern. In diese Kammern kann Ortbeton eingebracht werden
oder sie können mit einem Kunststoff ausgeschäumt werden.
[0003] Nach der AT 396 274 wird ein Bewehrungskörper hergestellt, der eine Grundbewehrung
und eine Verteilerbewehrung aufweist, die über Stegdrähte miteinander verbunden sind.
Hierbei wird zuerst die Grundbewehrung hergestellt, an welcher die Stegdrähte befestigt
werden. Auf die Stegdrähte werden Platten aus geschäumten Kunststoff aufgesetzt und
sodann mit den Stegdrähten die Verteilerbewehrung verbunden. Zwischen den Schaumstoffplatten
können zwischen den beiden Bewehrungen V-förmige Stabträger vorgesehen sein. Es wird
eine die Grundbewehrung aufweisende erste Schale betoniert und sodann eine die Verteilerbewehrung
aufweisende zweite Schale, zusammen mit den Leisten zwischen den Kunststoffplatten.
Das so gefertigte Bauteil findet als Deckenplatte Verwendung.
[0004] Es besteht die Aufgabe, ein solches Wandfertigteil herzustellen, das leicht herstellbar
und transportierbar ist.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0006] Nach dem Aushärten des Betons der zweiten Schale kann das Fertigteil bei senkrecht
verlaufenden Bügelreihen aufgestellt werden und können die Bügelreihen zwischen den
Plattenrändern mit Ortbeton vergossen werden. Dabei können in die senkrecht verlaufenden
Bügelreihen senkrecht verlaufende Armierungsstäbe eingebracht werden, und es können
die Armierungsstäbe in die Bügelreihen von übereinander angeordneten Fertigteilen
dies überbrückend eingebracht werden.
[0007] Ausführungsbeispiele werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
- Figuren 1A und 1B:
- Schnitte durch das Wandfertigteil zur Erläuterung der Verfahrensschritte;
- Figur 2:
- einen Schnitt durch ein Gebäude, hergestellt aus nach dem Verfahren gefertigten Wandfertigteilen;
und
- Figur 3:
- eine Darstellung des Zusammenfügens der Wandfertigteile zur Herstellung eines Gebäudes.
[0008] Gemäß Figur 1A werden an einer ersten Längs- und Querbewehrung 1 Reihen von U-förmigen
Bügeln 2 befestigt. Im dargestellten Beispiel sind zwei Reihen 3, 4 vorhanden. Nunmehr
wird eine erste Betonschale 5 betoniert, die die erste Längs- und Querbewehrung 1
enthält und die unteren Enden der Bügel 2 umschließt. Auf diese erste Betonschale
5 werden Platten 6, 7 eines geschäumten Kunststoffes bevorzugt der Marke Styropor
aufgelegt, bevor der Beton der Schale 5 abgebunden hat. Auf diese Weise wird ein Verbund
zwischen den Platten 6, 7 und der Schale 5 erreicht. Der Verbund kann auch durch Kleben
erreicht werden. Die Plattenränder 8, 9 verlaufen im Abstand zu den Seitenschenkeln
der Bügel 2. Die Dicke der Platten 6, 7 ist geringer als die Höhe der Seitenschenkel
der Bügel 2, so daß die Enden der Bügel 2 über die Oberfläche 10 der Platten 6, 7
überstehen. An den Enden der Bügel 2 im Abstand zur Oberfläche 10 wird eine zweite
Längs- und Querbewehrung 11 befestigt. Die Längs- und Querbewehrungen 1, 11 können
auch über die Bügel 2 miteinander verbunden werden, bevor die Schale 5 gegossen wird.
Die Platten 6, 7 müssen dann nach dem Fertigen der Schale 5 seitlich zwischen der
Schale 5 und der Bewehrung 11 eingeschoben werden.
[0009] Nach dem Aushärten des Betons der Schale 5 wird das so erhaltene Bauteil um 180°
in die Stellung nach Figur 1B gedreht. Es wird nunmehr eine zweite die Bewehrung 11
enthaltene Schale 12 hergestellt, in welche auch die Enden der Bügel 2 eintauchen.
Auf diese Weise wird nach dem Aushärten des Betons der zweiten Schale 12 ein Fertigbauteil
erhalten, das eine erste die Bewehrung 1 aufweisende Schale 5 und eine zweite die
Bewehrung 11 aufweisende Schale 12 umfaßt, wobei die Schalen 5, 12 über die Platten
6, 7 und die Bügel 2 miteinander verbunden sind. Die Seitenschenkel der Bügel 2 verlaufen
durch zueinander parallele Kanäle 13, welche durch die Schalen 5, 12 und die Ränder
8, 9 begrenzt sind.
[0010] Das Wandfertigbauteil kann somit zur Baustelle transportiert werden und wird dort
so aufgestellt, daß die Kanäle 13 senkrecht verlaufen. Die Kanäle 13 werden nunmehr
mit Ortbeton ausgegossen. In die Kanäle 13 können Armierungsstäbe 14 eingesetzt werden,
welche zwischen zwei aufeinandergesetzten Wandfertigteilen verlaufen. Gleiches gilt
für die Knotenpunkte zwischen benachbarten Wandfertigteilen, die ebenfalls mit Ortbeton
ausgefüllt werden.
[0011] Dient das Wandfertigteil als Außenwand, dann kann auf die außenseitige Schale eine
Isolierung aufgebracht werden, die bevorzugt aus Platten 15 aus geschäumtem Kunststoff
bestehen.
1. Verfahren zum Herstellen eine Wandfertigteils, bestehend aus folgenden Schritten:
a) Herstellen einer ersten Betonschale (5), die eine erste Längs- und Querbewehrung
(1) und in Reihen (3, 4) angeordnet, mit der ersten Bewehrung (1) verbundene Bügel
(2) aufweist, die aus der ersten Schale (5) ragen;
b) Aufbringen von Platten (6, 7) aus geschäumtem Kunststoff zwischen den Bügelreihen
(3, 4) und Herstellen eines Verbunds mit dem Beton der ersten Schale (5), wobei Platten
(6, 7) mit einer Dicke verwendet werden, die geringer ist als die Höhe der Bügel (2);
c) Befestigen einer zweiten Längs- und Querbewehrung (11) an den über die Plattenoberfläche
(10) überstehenden Teilen der Bügel (2);
d) Wenden des so erhaltenen Bauteils, wenn der Beton der ersten Schale (5) ausgehärtet
ist;
e) Eintauchen der Bügelenden und der zweiten Bewehrung (11) in den Beton einer zweiten
Schale (12), bis die Plattenoberfläche (10) in Kontakt kommt mit dem Beton der zweiten
Schale (12).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbringen der Platten (6, 7) auf den Beton der ersten Schale (5) erfolgt, solange
dieser noch nicht erhärtet ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem eine Außenwand bildenden Fertigteil auf die Außenschale Platten aus geschäumten
Kunststoff aufgebracht werden.