[0001] Die Erfindung betrifft einen Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer
Brennkammerwand, mit einer einem heißen Medium aussetzbaren Heißseite, einer der Heißseite
gegenüberliegenden Wandseite und einer an die Heißseite und die Wandseite angrenzenden
Umfangsseite, die eine Umfangsseitenfläche aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin
eine Brennkammer mit einer inneren Brennkammerauskleidung sowie eine Gasturbine.
[0002] Ein thermisch und/oder thermomechanisch hoch belasteter Brennraum, wie beispielsweise
ein Brennofen, ein Heißgaskanal oder eine Brennkammer einer Gasturbine, in dem ein
heißes Medium erzeugt und/oder geführt wird, ist zum Schutz vor zu hoher thermischer
Beanspruchung mit einer entsprechenden Auskleidung versehen. Die Auskleidung besteht
üblicherweise aus hitzeresistentem Material und schützt eine Wandung des Brennraumes
vor dem direkten Kontakt mit dem heißen Medium und der damit verbundenen starken thermischen
Belastung.
[0003] Die US-Patentschrift 4,840,131 betrifft eine Befestigung von keramischen Auskleidungselementen
an einer Wand eines Ofens. Hierbei ist ein Schienensystem, welches an der Wand befestigt
ist und eine Mehrzahl von keramischen Schienenelementen aufweist, vorgesehen. Durch
das Schienensystem können die Auskleidungselemente an der Wand gehaltert werden. Zwischen
einem Auskleidungselement und der Wand des Ofens können weitere keramische Schichten
vorgesehen sein, u.a. eine Schicht aus losen, teilweise komprimierten Keramikfasern,
wobei diese Schicht zumindest etwa die selbe Dicke wie die keramischen Auskleidungselemente
oder eine größere Dicke aufweist. Die Auskleidungselemente weisen hierbei eine rechteckige
Form mit planarer Oberfläche auf und bestehen aus einem Wärmeisolierenden feuerfesten
keramischen Fasermaterial.
[0004] Die US-Patentschrift 4,835,831 behandelt ebenfalls das Aufbringen einer feuerfesten
Auskleidung auf einer Wand eines Ofens, insbesondere einer vertikal angeordneten Wand.
Auf die metallische Wand des Ofens wird eine aus Glas-, Keramik- oder Mineralfasern
bestehende Schicht aufgebracht. Diese Schicht wird durch metallische Klammern oder
durch Kleber an der Wand befestigt. Auf dieser Schicht wird ein Drahtmaschennetz mit
wabenförmigen Maschen aufgebracht. Das Maschennetz dient ebenfalls der Sicherung der
Schicht aus Keramikfasern gegen ein Herabfallen. Auf die so befestigte Schicht wird
mittels eines geeigneten Sprühverfahrens eine gleichmäßige geschlossene Oberfläche
aus feuerfestem Material aufgebracht. Mit dem beschriebenen Verfahren wird weitgehend
vermieden, dass während des Aufsprühens auftreffende feuerfeste Partikel zurückgeworfen
werden, wie dies bei einem direkten Aufsprühen der feuerfesten Partikel auf die metallische
Wand der Fall wäre.
[0005] Eine keramische Auskleidung der Wandungen von thermisch hoch beanspruchten Brennräumen,
beispielsweise von Gasturbinenbrennkammern, ist in der EP 0 724 116 A2 beschrieben.
Die Auskleidung besteht aus Wandelementen aus hochtemperaturbeständiger Strukturkeramik,
wie z.B. Siliciumcarbid (SiC) oder Siliciumnitrid (Si
3N
4). Die Wandelemente sind mechanisch mittels eines zentralen Befestigungsbolzens federelastisch
an einer metallischen Tragstruktur (Wandung) der Brennkammer befestigt. Zwischen dem
Wandelement und der Wandung des Brennraumes ist eine Dicke thermische Isolationsschicht
vorgesehen, so dass das Wandelement von der Wandung der Brennkammer entsprechend beabstandet
ist. Die im Verhältnis zum Wandelement etwa dreimal so dicke Isolationsschicht besteht
aus keramischem Fasermaterial, dass in Blöcken vorgefertigt ist. Die Abmessungen und
die äußere Form der Wandelemente sind an die Geometrie des auszukleidenden Raumes
anpassbar.
[0006] Eine andere Art der Auskleidung eines thermisch hoch belasteten Brennraumes ist in
der EP 0 419 487 B1 angegeben. Die Auskleidung besteht aus Hitzeschildelementen, die
mechanisch an einer metallischen Wandung des Brennraumes gehaltert sind. Die Hitzeschildelemente
berühren die metallische Wandung direkt. Um eine zu starke Erwärmung der Wandung zu
vermeiden, z.B. infolge eines direkten Wärmeübergangs vom Hitzeschildelement oder
durch Einbringen von heißem Medium in die durch die voneinander angrenzenden Hitzeschildelementen
gebildeten Spalte, wird der von der Wandung des Brennraumes und dem Hitzeschildelement
gebildete Raum mit Kühlluft, der sogenannten Sperrluft beaufschlagt. Die Sperrluft
verhindert das Vordringen von heißem Medium bis zu Wandung und kühlt gleichzeitig
die Wandung und das Hitzeschildelement.
[0007] Die WO 99/47874 betrifft ein Wandsegment für einen Brennraum sowie einen Brennraum
einer Gasturbine. Hierbei wird ein Wandsegment für einen Brennraum, welcher mit einem
heißen Fluid, z.B. ein Heißgas, beaufschlagbar ist, mit einer metallischen Tragstruktur
und einem auf der metallischen Tragstruktur befestigten Hitzeschutzelement angegeben.
Zwischen die metallische Tragstruktur und das Hitzeschutzelement wird eine verformbare
Trennlage eingefügt, die mögliche Relativbewegungen des Hitzeschutzelements und der
Tragstruktur aufnehmen und ausgleichen soll. Solche Relativbewegungen können beispielsweise
in der Brennkammer einer Gasturbine, insbesondere einer Ringbrennkammer, durch unterschiedliches
Wärmedehnverhalten der verwendeten Materialien oder durch Pulsationen im Brennraum,
die bei einer unregelmäßigen Verbrennung zur Erzeugung des heißen Arbeitsmediums oder
durch Resonanzeffekte entstehen können, hervorgerufen werden. Zugleich bewirkt die
Trennschicht, dass das relativ unelastische Hitzeschutzelement insgesamt flächiger
auf der Trennschicht und der metallischen Tragstruktur aufliegt, da das Hitzeschutzelement
teilweise in die Trennschicht eindringt. Die Trennschicht kann so fertigungsbedingte
Unebenheiten an der Tragstruktur und/oder dem Hitzeschutzelement, die lokal zu einem
ungünstigen punktuellen Krafteintrag führen können, ausgleichen.
[0008] Die Erfindung geht von der Beobachtung aus, dass, insbesondere keramische, Hitzeschildsteine
aufgrund
ihrer notwendigen Flexibilität hinsichtlich thermischer Ausdehnungen häufig nur unzureichend
gegenüber mechanischen Belastungen, wie beispielsweise Stöße oder Vibrationen, gesichert
sind.
[0009] Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, einen Hitzeschildstein
anzugeben, welcher sowohl hinsichtlich unbeschränkter thermischer Ausdehnung als auch
hinsichtlich der Stabilität gegenüber mechanischen, insbesondere stoßartigen, Belastungen
eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist
die Angabe einer Brennkammer mit einer inneren Brennkammerauskleidung sowie die Angabe
einer Gasturbine mit einer Brennkammer.
[0010] Die auf einen Hitzeschildstein gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
einen Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand, mit einer
einem heißen Medium aussetzbaren Heißseite, einer der Heißseite gegenüberliegenden
Wandseite und einer an die Heißseite und die Wandseite angrenzenden Umfangsseite,
die eine Umfangsseitenfläche aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Umfangsseite
ein in Umfangsrichtung vorgespanntes Zugelement vorgesehen ist, wobei eine Druckspannung
normal zur Umfangsseitenfläche erzeugt wird.
[0011] Mit der Erfindung wird ein völlig neues Konzept aufgezeigt, Hitzeschildsteine gegenüber
hohen Beschleunigungen infolge Stößen oder Vibrationen dauerhaft zu sichern. Die Erfindung
geht dabei bereits von der Erkenntnis aus, dass Brennkammersteine, wie sie üblicherweise
zur Auskleidung einer Brennkammerwand verwendet werden, durch stationäre und/oder
transiente Schwingungen in der Brennkammerwand zu entsprechenden Schwingungen angeregt
werden. Dabei können, insbesondere in einem Resonanzfall, erhebliche Beschleunigungen
oberhalb einer Grenzbeschleunigung auftreten, wobei die Hitzeschildsteine von der
Brennkammerwand abheben und in der Folge wieder aufschlagen. Ein solcher Aufschlag
auf die massive oder auch teilweise gedämpfte Brennkammerwand führt zu sehr hohen
Kräften auf die Hitzeschildsteine und kann zu erheblichen Beschädigungen, z.B. Bruch
an diesen führen. Hinzu kommt die große thermische Belastung des Hitzeschildsteins
aufgrund der Beaufschlagung des Hitzeschildsteins mit einem heißen Medium im Betrieb.
Sowohl auf der Wandseite als auch auf der Heißseite des Hitzeschildsteins können somit
Anrisse auftreten, wobei auch die Gefahr eines Herauslösens von Material aus dem Hitzeschildstein
besteht. Dies führt zu einer erheblichen Reduzierung der Dauerhaltbarkeit eines Hitzeschildsteins,
vor allem weil solche Anrisse zu einem Materialdurchriss und somit zu einem Bruch
und somit Versagen des gesamten Hitzeschildsteins führen können. In der Folge besteht
die Gefahr, dass Bruchstücke in den Brennraum gelangen und weitere Bauteile der Brennkammer
oder, beispielsweise beim Einsatz in einer Gasturbine, den empfindlichen Beschaufelungsbereich
mit Turbinenschaufeln massiv schädigen.
[0012] Mit dem vorgeschlagenen Hitzeschildstein mit einem an der Umfangsseite in Umfangsrichtung
vorgespannten Zugelement, wird erstmals eine äußerst effiziente und langzeitstabile
Sicherung für einen Hitzschildstein angegeben. Das Zugelement ist in Umfangsrichtung
vorgespannt, wobei eine gewisse Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche erzeugt
wird. Durch diese Normalkraft, die in Richtung des Inneren des Hitzeschildsteins in
dessen Zentrum gerichtet ist, wird der Hitzeschildstein bereits bei sehr geringen
Normalkräften gesichert. Hierdurch wird einem Materialanriss, beispielsweise infolge
einer Stoßbelastung, wirkungsvoll entgegengetreten. Vorhandene Materialanrisse können
sich bei entsprechender Anordnung und Ausgestaltung des Zugelements nicht oder nur
eingeschränkt weiterbilden oder ausdehnen. Das Zugelement hält den Hitzeschildstein
sozusagen zusammen und sichert ihn einerseits gegenüber Materialanrissen und andererseits
vor allem gegenüber einem vollständigen Materialdurchriss. Zusätzlich wird der Gefahr
eines Herauslösens oder Herausfallens von kleineren oder größeren Bruchstücken im
Falle eines möglichen Materialdurchrisses wirkungsvoll entgegengetreten.
[0013] Durch das Vorsehen des Zugelements an der Umfangsseite des Hitzeschildsteins werden
vorteilhafterweise Vibrationen und/oder Stoßbelastungen mit einer Komponente normal
zur Umfangsseitenfläche gedämpft. Bei entsprechender Ausgestaltung und Materialwahl
für das Zugelement kann die Dämpfungskonstante entsprechend den auftretenden Belastungen
eingestellt werden. Solche Stoßbelastungen normal zur Umfangsseitenfläche können beispielsweise
bei der Anordnung mehrerer Hitzeschildsteine infolge der Relativbewegung benachbarter
Hitzeschildsteine auftreten. Durch diese Dämpfung kann ein längerer Einsatz des Hitzeschildstein
gewährleistet werden.
[0014] Von besonderem Vorteil ist die Erhöhung der passiven Sicherheit des Brennkammersteins
gegenüber den herkömmlichen Ausgestaltungen. Einem Materialanriss oder -urchriss wird
entgegengetreten, wobei im Durchrissfall ein Herauslösen von Bruchstücken des Brennkammerstein
weitgehend verhindert wird.
[0015] Durch die Ausgestaltung des Hitzeschildstein mit dem Zugelement ergibt sich weiterhin
der Vorteil einer problemlosen Vorfertigbarkeit und einfachen Montierbarkeit des Hitzeschildsteins,
beispielsweise zur Montage in einer Brennkammerwand. Das Zugelement wird einfach an
der Umfangsseite angebracht und in Umfangsrichtung je nach Anforderung vorgespannt.
Separate Dämpfungs- und/oder Sicherungselemente, wie sie bei herkömmlichen Hitzeschildsteinen
zusätzlich zu finden sind, erfordern gegenüber dem Hitzeschildstein der Erfindung
einen erheblich größeren Montage- und Justieraufwand. Bei einer Revision muss gegebenenfalls
lediglich der Hitzeschildstein ausgetauscht werden, nicht aber zusätzliche Sicherungselemente.
Diese hohe Flexibilität einerseits sowie die erreichbare Dauerhaltbarkeit des Hitzeschildsteins
andererseits sind auch im Hinblick auf wirtschaftliche Gesichtspunkte von besonderem
Vorteil. Insbesondere Revisions- oder Wartungsintervalle für den Hitzeschildstein,
beispielsweise bei einer Anwendung in einer Brennkammer einer Gasturbine, werden verlängert.
Im Falle eines Bruchs eines Hitzeschildsteins muss nicht unmittelbar der Betrieb zur
Revision der Anlage eingestellt werden, weil aufgrund der erhöhten passiven Sicherheit
ein Weiterbetrieb bis zum turnusgemäßen Revisionsintervall oder darüber hinaus möglich
ist.
[0016] Vorteilhafterweise ist die Druckspannung, die normal zur Umfangsseitenfläche erzeugt
wird durch entsprechende Vorspannung des Zugelements einstellbar.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung erstreckt sich das Zugelement zumindest bereichsweise
in Umfangsrichtung. Infolge der jeweiligen Geometrie des Hitzeschildsteins, beispielsweise
in Form von Prismen mit einer vieleckigen Grundfläche, können auf der Umfangsseite,
die die Umfangsseitenfläche aufweist, verschiedene Bereiche gebildet sein. Damit das
Zugelement zur Erhöhung der passiven Sicherheit des Brennkammersteins seine Wirkung
voll entfalten kann, ist es sinnvoll, dass das Zugelement sich zumindest bereichsweise,
insbesondere auch bereichsübergreifend, in Umfangsrichtung erstreckt. Somit kann in
einem Bereich eine entsprechende Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche erzeugt
werden.
[0018] Vorzugsweise sind mehrere Zugelemente vorgesehen. Die Anordnung und Ausgestaltung
der Zugelemente an der Umfangsseite kann durch die Verwendung mehrerer Zugelemente
sehr flexibel vorgenommen werden. Durch die Verwendung mehrerer Zugelemente können
kritische Bereiche des Hitzeschildsteins, beispielsweise Ecken oder Kanten, in denen
ein Anriss oder Durchbruch oder ein Herauslösen eventueller Bruchstücke zu erwarten
wäre, gezielt gesichert werden. Die Betriebssicherheit des Hitzeschildsteins wird
hierdurch weiter erhöht.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung umschließt ein Zugelement die Umfangsseitenfläche
vollständig. Durch diese Konfiguration wird eine sichernde Normalkraft auf die Umfangsseitenfläche
über den gesamten Umfang des Hitzeschildsteins gewährleistet. Es wird sozusagen ein
geschlossener Ringschluss erreicht, wobei der Hitzeschildstein insgesamt durch die
lokal in das Innere des Hitzeschildsteins gerichteten Kräfte in vorteilhafter Weise
umfassend passiv gesichert ist. Bereits ein solches Zugelement, welches die Umfangsseitenfläche
vollständig umschließt, kann dieses gewährleisten. Je nach Belastungsfall sind aber
auch mehrere solche vollständig die Umfangsseitenfläche umschließende Zugelemente
anbringbar.
[0020] Bevorzugt umschließt das Zugelement die Umfangsfläche mehrfach. Ein mehrfach die
Umfangsfläche umschließendes Zugelement verstärkt die Sicherungswirkung des Zugelements
entsprechend vielfach, wobei sich die normal zur Umfangsseitenfläche gerichteten Sicherungskräfte
vergrößern. Durch dieses mehrfach Umschließen bildet das Zugelement sozusagen eine
mehrfache Armierung des Hitzeschildsteins an der Umfangsseite. Durch diese Mehrfachsicherung
wird eine besonders hohe Betriebssicherheit erreicht mit den bereits weiter oben diskutierten
wirtschaftlichen Vorteilen.
[0021] Weiter bevorzugt weist die Umfangsseite eine Umfangsnut auf, in die das Zugelement
eingreift. Die Umfangsnut ist dabei vorteilhafterweise über den gesamten Umfang auf
der Umfangsseite gebildet, beispielsweise durch entsprechende materialabtragende Bearbeitung
des Hitzeschildsteins oder durch Ausformen der Umfangsnut beim Herstellen des Hitzeschildsteins
aus einer, beispielsweise keramischen, Formmasse. Durch den Eingriff des Zugelements
in die Umfangsnut ist eine sehr wirkungsvolle Hitzeschildsteinsicherung erreicht,
wobei zusätzlich das Zugelement in der Umfangsnut vor einer direkten Beaufschlagung
mit einem Heißgas, wie es im Betriebsfall vorgesehen ist, geschützt ist. Weiterhin
bildet die Umfangsnut eine Herausfallsicherung für das Zugelement oder, sofern mehrere
Zugelemente zum Einsatz kommen, für die in die Umfangsnut eingreifenden Zugelemente.
Vorteilhafterweise erstreckt sich die Umfangsnut über den gesamten Umfang des Hitzeschildsteins.
In einer alternativen Ausgestaltung ist es jedoch auch möglich, dass die Umfangsnut
nicht über den vollen Umfang des Hitzeschildsteins ausgebildet ist, sondern nur in
einem jeweils wählbaren Teilbereich der Umfangsseite.
[0022] Weiter bevorzugt ist mindestens eine weitere Umfangsnut vorgesehen, die zur Umfangsnut
beabstandet ist, wobei ein Zugelement in die weitere Umfangsnut eingreift. Die Umfangsnut
kann dabei beispielsweise an dem der Heißseite des Brennkammersteins zugewandten Ende
der Umfangsseite vorgesehen sein, während die weitere Umfangsnut an dem der Wandseite
zugewandten Ende der Umfangsseite vorgesehen ist. Eine Vielfachsicherung mit Umfangsnuten,
in die jeweils zumindest ein Zugelement eingreift, wird hierdurch gewährleistet, wobei
die für eine Umfangsnut angesprochenen Vorteile sich entsprechend in verstärkter Weise
ergeben.
[0023] Vorzugsweise ist das Zugelement als Schnur oder Band, insbesondere geflochten oder
gewebt, ausgestaltet. Zur Aufbringung einer einstellbaren Zugkraft mittels Vorspannung
weist die Schnur oder das Band wahlweise eine gewisse Elastizität auf. Als Zugelement
kommt auch ein Draht oder ein Drahtgeflecht in Frage. Somit kann für das Zugelement
auf weitgehend konventionell erhältliche Vorprodukte zurückgegriffen werden, was die
Realisierung des Hitzeschildsteins mit dem Zugelement erleichtert und auch kostenmäßig
den Einsatz in Grenzen sehr interessant erscheinen lasst.
[0024] Vorteilhafterweise ist hierbei auch ein Umrüsten herkömmlicher Hitzeschildsteine
gemäß dem neuen Konzept möglich. Die Zugelemente in Form einer Schnur oder eines Bandes,
welche beispielsweise geflochten oder gewebt sind, können auf einfache Weise auf vorhandene
herkömmliche Hitzeschildsteine aufgebracht werden.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung besteht das Zugelement aus einem keramischen Material,
insbesondere aus einem keramischen Fasermaterial. Keramisches Material ist hochtemperaturfest
sowie oxidations- und/oder korrosionsbeständig und eignet sich daher hervorragend
für den Einsatz für einen Hitzeschildstein in einer Brennkammer. Schnüre und/oder
Bänder bestehen dabei vorzugsweise aus keramischen Fasern, welche für einen Einsatz
von bis zu 1200 °C geeignet sind. Die chemische Zusammensetzung dieser Fasern ist
beispielsweise 62 Gew.-% Al
2O
3, 24 Gew.-% SiO
2 und 14 Gew.-% B
2O
3. Die Fasern sind dabei aus einer Vielzahl einzelner Filamente zusammengesetzt, wobei
die Filamente einen Durchmesser von etwa 10 bis 12 µm aufweisen. Die maximale Kristallitgröße
beträgt bei diesen Keramikfasern typischerweise 500 nm. Aus dem keramischen Fasermaterial
lassen sich auf einfache Weise Gewebe, Gewirke oder Geflechte der gewünschten Größe
und Dicke oder auch Schnüre oder Bänder herstellen. Mit einem derart ausgestalteten
Zugelement ist eine dauerhafte Sicherung des Hitzeschildsteins auch bei sehr großen
Betriebstemperaturen, wie sie beispielsweise in einer Brennkammer einer Gasturbine
auftreten, gewährleistet.
[0026] Bevorzugt ist das Zugelement zumindest teilweise mit dem Hitzeschildstein verklebt.
Durch die Verklebung wird eine zusätzliche Sicherung des Zugelements gegenüber einem
möglichen Herauslösen erreicht und die Dauerhaltbarkeit entsprechend erhöht. Beim
Verkleben des Zugelements mit dem Hitzeschildstein, kann sowohl ein konventioneller
Klebstoff als auch ein hochtemperaturfester Kleber zum Einsatz kommen. Auch können
Kleber auf Silicatbasis zum Einsatz kommen, die hervorragende Klebereigenschaften
und eine große Temperaturbeständigkeit aufweisen. Als besonders vorteilhaft erweist
sich bei der Verbindung die Verwendung von keramischen oder metallischen Materialien
für das Zugelement, insbesondere bei einer keramischen Schnur oder einem keramischen
Band, weil dieses aufgrund der Gewebestruktur eine gewisse Luftdurchlässigkeit aufweist
(Porösität), was ein gutes Verbinden des Zugelements mit dem Hitzeschildstein befördert.
Die Verklebung ist besonders effektiv, falls die Konfiguration mit einer Umfangsnut
gewählt wird, in die ein Zugelement eingreift. Dadurch kann der Kleber zum Verkleben
in die Umfangsnut eingelassen werden, wodurch eine besonders sichere Verbindung herstellbar
ist. Der Kleber kann dabei sowohl lokal an verschiedenen Stellen der Umfangsnut eingebracht
werden oder die Umfangsnut, beispielsweise im Nutgrund, bereichsweise oder vollständig
benetzen. Das Zugelement wird durch die Verklebung sozusagen integraler Bestandteil
des Hitzeschildsteins, wobei die Verklebung lösbar oder, sofern gewünscht, für einen
Revisionsfall unlösbar ausgeführt sein kann.
[0027] Bevorzugt besteht der Hitzeschildstein aus einem keramischen Grundmaterial, insbesondere
aus einer Feuerfestkeramik. Durch die Wahl einer Keramik als Grundmaterial für den
Hitzeschildstein ist der Einsatz des Hitzeschildsteins bis zu sehr hohen Temperaturen
sicher gewährleistet, wobei zugleich oxidative und/oder korrosive Angriffe, wie sie
bei einer Beaufschlagung der Heißseite des Hitzeschildsteins mit einem heißen Medium,
z.B. einem Heißgas, auftreten, weitestgehend unschädlich für den Hitzeschildstein
sind. Vorteilhafterweise ist das Zugelement mit dem keramischen Grundmaterial des
Hitzeschildsteins gut verbindbar. Die feste Verbindung kann dabei auch, wie bereits
oben angesprochen, als lösbare Verbindung ausgestaltet sein. In Frage kommen neben
der Verklebung auch das Anbringen des Zugelements mittels geeigneten Befestigungselementen
an der Umfangsseite, z.B. durch eine Verklammerung oder durch eine Verschraubung.
Durch die Wahl eines Zugelements, welches zumindest teilweise aus einem keramischen
Material besteht, ist auch eine gute Anpassung an das keramische Grundmaterial des
Hitzeschildsteins hinsichtlich der thermomechanischen Eigenschaften erreicht. Durch
die feste Verbindung des Zugelements mit dem Grundmaterial ist der Hitzeschildstein
vorteilhafterweise in einer Art Verbund mit dem Zugelement ausgestaltet. Dadurch ist
eine kompakte Bauweise und Struktur des Hitzeschildsteins gegeben, die eine außerordentlich
große Dauerhaltbarkeit und passive Sicherheit selbst bei großen thermischen und/oder
mechanischen Belastungen aufweist. Dies ist von besonders großem Vorteil beim Einsatz
des Hitzeschildsteins in einer Brennkammer, weil selbst nach einem Anriss oder Materialdurchriss
die Hitzeschildfunktion des Hitzeschildsteins weiterhin gewährleistet ist, insbesondere
sicher keine Bruchstücke in den Brennraum gelangen können.
[0028] Wirtschaftlich ergibt sich hieraus einerseits der Vorteil, dass im normalen Betriebsfall
keine außerordentliche Wartung und/oder Revision einer den Hitzeschildstein aufweisenden
Brennkammer erforderlich ist. Andererseits verfügt der Hitzeschildstein im Fall besonderer
Vorkommnisse über Notlaufeigenschaften, so dass Folgeschäden für eine Turbine, beispielsweise
die Beschaufelung, vermieden werden können. Die Brennkammer kann zumindest mit den
üblichen Wartungszyklen betrieben werden, wobei aber zudem eine Verlängerung der Standzeiten
aufgrund der mit dem Zugelement erhöhten passiven Sicherheit erzielbar ist.
[0029] Die auf eine Brennkammer gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Brennkammer mit einer inneren Brennkammerauskleidung, die Hitzeschildsteine gemäß
den obigen Ausführungen aufweist.
[0030] Die auf eine Gasturbine gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Gasturbine mit einer solchen Brennkammer.
[0031] Die Vorteile einer solchen Brennkammer oder einer solchen Gasturbine ergeben sich
entsprechend den Ausführungen zu dem Hitzeschildstein.
[0032] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen hierbei
schematisch und teilweise vereinfacht:
- FIG 1
- eine perspektivische Ansicht eines Hitzeschildsteins mit Zugelement,
- FIG 2
- eine Draufsicht auf die Heißseite des Hitzeschildsteins der FIG 1,
- FIG 3
- in einer perspektivischen Darstellung einen gegenüber FIG 1 modifizierten Hitzeschildstein,
- FIG 4 bis FIG 6
- jeweils eine Ansicht eines Hitzeschildsteins mit gegenüber den Figuren 1 bis 3 modifizierten
Anordnung des Zugelements,
- FIG 7
- eine perspektivische Ansicht eines Hitzeschildsteins mit Umfangsnut,
- FIG 8 und FIG 9
- jeweils eine Schnittansicht eines Hitzeschildsteins mit Varianten bezüglich der Umfangsnut,
- FIG 10
- eine Anordnung mit zwei Hitzeschildsteinen,
- FIG 11
- eine Draufsicht auf eine Anordnung von Hitzeschildsteinen an einer Tragwand, und
- FIG 12
- einen stark vereinfachten Längsschnitt durch eine Gasturbine.
[0033] Gleiche Bezugszeichen haben in den verschiedenen Figuren die gleiche Bedeutung.
[0034] FIG 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen Hitzeschildstein 1. Der Hitzeschildstein
1 weist eine Heißseite 3 und eine der Heißseite 3 gegenüberliegende Wandseite 5 auf.
An die Heißseite 3 und die Wandseite 5 grenzt eine Umfangsseite 7 des Hitzeschildsteins
1 an. Die Umfangsseite 7 weist eine Umfangsseitenfläche 9 auf. Die Heißseite 3 ist
beim Einsatz des Hitzeschildsteins mit einem heißen Medium, beispielsweise einem heißen
Gas, beaufschlagt. An der Umfangsseite 7 des Hitzeschildsteins 1 ist ein in Umfangsrichtung
vorgespanntes Zugelement 11 vorgesehen. Das Zugelement ist derart vorgespannt, dass
eine Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche 9 erzeugt wird. Zur Erzeugung einer
Vorspannung in Umfangsrichtung kann das Zugelement eine gewisse Elastizität aufweisen.
Mit dem Zugelement 11 ist eine deutliche Erhöhung der passiven Sicherheit und damit
Dauerhaltbarkeit des Hitzeschildsteins 1 beim Einsatz in einem Brennraum, beispielsweise
in der Brennkammer einer Gasturbine, erreicht.
[0035] Wie in FIG 2, die eine Draufsicht auf den in FIG 1 dargestellten Hitzeschildstein
auf die Heißseite 3 zeigt, verdeutlicht, ist das Zugelement 11 über den vollen Umfang
des Hitzeschildsteins 1 an der Umfangsseite angebracht. Durch die Vorspannung des
Zugelements 11 in Umfangsrichtung werden Druckkräfte S1,S2,S3,S4 normal zur Umfangsseitenfläche
9 erzeugt. Die Druckkräfte S1 bis S4 sind dabei einwärts in das Innere des Hitzeschildsteins
1 hinein gerichtet. Im vorliegenden Fall ist der Hitzeschildstein 1 quaderförmig,
hier mit einer quadratischen Grundfläche ausgestaltet. Durch den Ringschluss infolge
der Anordnung des Zugelements 11 über den gesamten Umfang des Hitzeschildsteins 1
wird auf jede Seitenfläche des quaderförmigen Hitzeschildsteins 1 eine jeweilige resultierende
Druckkraft S1 bis S4 erzeugt. Hierdurch ist der Hitzeschildstein 1 gegenüber der Gefahr
einer Rissbildung oder Rissausbreitung auf der Heißseite 3, der Wandseite 5 oder der
Umfangsseite 7 weitgehend geschützt. Durch den Ringschluss ist vor allem bei einem
Materialdurchriss ein Herauslösen von Material aus dem Hitzeschildstein 1 unterbunden.
Die Dauerhaltbarkeit des Hitzeschildsteins 1 ist hierdurch erhöht, so dass auch bei
einem Materialdurchriss eine Revision des Hitzeschildsteins 1 nicht erforderlich ist,
sondern die üblichen Revisions- und Wartungszyklen oder auch längere Intervalle erreicht
werden. Durch das Zugelement 11 ist im Riss- oder Stoßbruchfall der Hitzeschildstein
1 gesichert, weil ein Herauslösen möglicher Bruchstücke nur unter Arbeitsaufwand aus
dem Verbund des Hitzschildsteins 1 möglich ist. Die durch das Zugelement 11 induzierten
Druckkräfte S1 bis S4 halten den Hitzeschildstein 1 dauerhaft zusammen. Das Zugelement
11 ist in vorliegendem Beispiel von bandförmiger Geometrie. Das Zugelement 11 kann
insbesondere geflochten oder gewebt sein.
[0036] In FIG 3 ist in einer perspektivischen Darstellung ein Hitzeschildstein 1 dargestellt,
wobei der Hitzeschildstein 1 gegenüber der Darstellung aus FIG 1 ein erstes Zugelement
11A sowie ein zweites Zugelement 11B aufweist. Die Zugelemente 11A, 11B sind an der
Umfangsseite 7 vorgesehen und jeweils in Umfangsrichtung vorgespannt, so dass eine
Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche 9 erzeugt wird. Das erste Zugelement
11A ist an dem der Heißseite 3 zugewandten Ende der Umfangsseite 7 angeordnet. Das
Zugelement 11B ist an dem der Wandseite 5 zugeordneten Ende der Umfangsseite 7 angeordnet.
Durch diese Doppelsicherung mit zwei über den vollen Umfang des Hitzeschildsteins
1 vorgespannten Zugelementen 11A, 11B kann sowohl im Bereich der Heißseite 3 als auch
im Bereich der Wandseite 5 infolge der Druckkräfte normal zur Umfangsseitenfläche
9 ein Herauslösen möglicher Bruchstücke infolge Stoßbruchs thermisch induzierten Rissbildung
auf der Wandseite 5 bzw. der Heißseite 3 sicher vermieden werden.
[0037] In den Figuren 4 bis 6 sind verschiedene Ansichten auf einen Hitzeschildstein 1 dargestellt.
FIG 4 zeigt eine ersten Seitenansicht, FIG 5 eine zweite, um 90 ° gedrehte, Seitenansicht,
während FIG 6 eine Draufsicht auf die Heißseite 3 des Hitzeschildstein 1 zeigt. Es
sind vier Zugelemente 11A, 11B, 11C, 11D vorgesehen, die jeweils unter Vorspannung
an der Umfangsseite 7 angebracht sind. Jedes der Zugelemente 11A bis 11D erstreckt
sich über drei der vier Seitenflächen des quaderförmigen Hitzeschildsteins. Die Zugelemente
11A, 11B sind an dem der Heißseite 3 zugewandten Ende der Umfangsseite 7 vorgesehen.
Die Zugelemente 11C, 11D sind an dem der Wandseite 5 zugewandten Ende der Umfangsseite
7 angeordnet. In ihrer Gesamtwirkung ergibt sich durch die Anordnung durch die Zugelemente
11A bis 11D ein Ringschluss über die gesamte Umfangsseitenfläche 9 des Hitzeschildsteins
1 (siehe FIG 6), so dass jede der vier die Umfangsseite 7 des quaderförmigen Hitzeschildsteins
1 bildenden Seitenflächen eine Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche 9 erfahren.
Durch diese Konfiguration ist eine gewisse Materialersparnis bei den Zugelementen
11A bis 11D erzielbar, bei nahezu gleicher Sicherungswirkung gegenüber Bruchgefahr
wie etwa bei der in FIG 3 gezeigten Konfiguration.
[0038] FIG 7 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Hitzeschildstein 1 mit gegenüber
den Figuren 1 bis 6 modifizierter Ausgestaltung. Der Hitzeschildstein 1 weist an der
Umfangsseite 7 eine Umfangsnut 13 auf. Die Umfangsnut 13 ist über den gesamten Umfang
des Hitzeschildsteins 1 ausgebildet. In die Umfangsnut 13 greift ein Zugelement 11
ein. Das Zugelement 11 in der Umfangsnut 13 umschließt die Umfangsseitenfläche 9 zweifach.
Es ist auch möglich, dass das Zugelement 11 die Umfangsseitenfläche 9 mehrfach, insbesondere
drei- oder vierfach, umschließt (siehe FIG 8 bis 10). Durch den Eingriff des Zugelements
11 in die Umfangsnut 13 ist neben einer Erhöhung der passiven Sicherheit des Hitzeschildsteins
1 das Zugelement 11 geschützt. Beispielsweise kann beim Einsatz des Hitzeschildsteins
1 in einem Brennraum eine direkte Beaufschlagung des Zugelements 11 mit einem heißen,
korrosiven oder oxidativen Gas, durch den Eingriff in die Nut 13 verhindert werden.
[0039] In FIG 8 und 9 ist jeweils eine Schnittansicht eines Hitzschildsteins 1 dargestellt.
Der Hitzeschildstein 1 der FIG 8 weist eine Umfangsnut 13 auf, während der Hitzeschildstein
1 der FIG 9 eine Umfangsnut 13A sowie eine weitere Umfangsnut 13B aufweist. In die
Umfangsnuten 13, 13A, 13B greift jeweils ein jeweiliges Zugelement 11, 11A, 11B ein.
Die Zugelemente 11A, 11B, 11C umschließen die Umfangsseitenfläche 9 dabei mehrfach.
Das Zugelement 11 in der Umfangsnut 13 umschließt die Umfangsseitenfläche 9 dreifach
(FIG 8), während das Zugelement 11A die Umfangsseitenfläche 9 vierfach und das Zugelement
11B die Umfangsseitenfläche 9 dreifach umschließt. Durch diese Mehrfachsicherung durch
Zugelemente 11, 11A, 11B ist ein besonders wirkungsvoller Schutz des Hitzeschildsteins
im Betrieb bei Stoßbruchgefahr, Rissbildung oder Materialdurchriss gewährleistet.
Der Hitzeschildstein 1 besteht hierbei aus einem keramischen Grundmaterial 19, insbesondere
eine Feuerfestkeramik. Die Zugelemente 11, 11A, 11B bestehen vorteilhafterweise ebenfalls
aus einem keramischen Material 15, beispielsweise einem keramischen Fasermaterial,
welches band- oder schnurförmig geflochten oder gewebt ausgestaltet ist. Dadurch ist
ein einfaches Umwickeln des Hitzeschildsteins 1 mit den Zugelementen 11, 11A, 11B
unter Aufbringung einer gewissen Vorspannung in Umfangsrichtung möglich. Der Eingriff
der Zugelemente 11, 11A, 11B in die jeweilige Umfangsnut 13, 13A, 13B sichert zugleich
die Zugelemente 11, 11A, 11B vor einem Herauslösen.
[0040] Neben der quaderförmigen Geometrie der gezeigten Hitzeschildsteine 1 sind auch andere
prismenförmige Geometrien, mit einer Vieleckgrundfläche, denkbar. Auch kann die Umfangsnut
13, 13A,13B die Umfangsseitenfläche 9 lediglich teilweise umschließen. Die Anzahl
und Anordnung von Umfangsnuten 13,13A,13B mit darin eingreifenden Zugelementen 11,11A,11B
ist abhängig von der jeweiligen Geometrie und dem Belastungsfall des Hitzeschildsteins
1 auslegbar.
[0041] In FIG 10 ist eine Anordnung mit einem Hitzeschildstein 1 und einem weiteren Hitzeschildstein
1A dargestellt. Die Hitzeschildsteine 1, 1A weisen eine jeweilige Umfangsnut 13,13A
auf, in die ein jeweiliges Zugelement 11, 11A eingreift. Zur zusätzlichen Sicherung
der Zugelemente 11, 11A ist jedes der Zugelemente 11, 11A zumindest teilweise mit
dem jeweiligen Hitzeschildstein 1,1A mittels eines Klebers 45 verklebt. Der Kleber
45 stellt eine feste Verbindung der Zugelemente 11,11A mit den Hitzeschildsteinen
1,1A in der jeweiligen Umfangsnut 13,13A her.
[0042] Die Anordnung des Hitzeschildsteins 1 und des weiteren Hitzeschildsteins 1A erfolgt
hierbei unter Bildung eines Spalts 35. Der Spalt 35 wird durch die Mehrfachanordnung
der Zugelemente 11, 11A in den Umfangsnuten 13,13A derart geschlossen, dass eine mögliche
Durchströmung bei einer Beaufschlagung der Heißseite 3 mit einem heißen Medium, beispielsweise
einem Heißgas, von einem der Heißseite 3 zugewandten Bereich durch den Spalt 35 zu
einem der Wandseite 5 zugeordneten Bereich weitgehend unterbunden ist. Durch die Zugelemente
11, 11A werden in der Anordnung mit dem Hitzeschildstein 1 und dem weiteren Hitzeschildstein
1A diese gegenüber einem Überströmen von Heißgas geschützt. Neben dieser Dichtwirkung
sind die Hitzeschildsteine 1,1A gegenüber Relativbewegungen entlang einer horizontalen
Stoßachse 47 eingeschränkt, wobei zusätzlich durch die benachbart angeordneten Zugelemente
11,11A der jeweiligen Hitzeschildsteine 1, 1A im Bereich des Spalts 35 eine Stoßdämpfung
entlang der horizontalen Stoßachse 47 erreicht ist. Dies ist von besonderem Vorteil
beim Einsatz der Hitzeschildsteine 1,1A in der Brennkammer einer Gasturbine, wo Vibrationen
infolge von Pulsationen der Verbrennung in der Brennkammer auftreten können, und die
Gefahr eines Stoßbruchs besteht.
[0043] Die Draufsicht auf eine Anordnung eines Hitzeschildsteins 1 und eines weiteren Hitzeschildsteins
1A ist in FIG 11 dargestellt. FIG 11 zeigt dabei eine Tragstruktur 21, beispielsweise
eine Tragwand, in die Befestigungsnuten 33 eingearbeitet sind. Die Befestigungsnuten
33 erstrecken sich dabei entlang einer Nutverlaufsachse 43 in der Tragstruktur 21.
Über jeweilige Befestigungselemente 23 ist der Hitzeschildstein 1 und der weitere
Hitzeschildstein 1A an der Tragstruktur 21 befestigt, wobei die Hitzeschildsteine
1,1A entlang der Nutverlaufsachse 43 benachbart zueinander angeordnet sind. Die Draufsicht
der FIG 11 zeigt eine Ansicht der Hitzeschildsteine 1,1A auf die Heißseite 3, die
im Betrieb mit einem heißen Gas, beispielsweise einem Verbrennungsgas, beaufschlagt
ist. Jeder der Hitzeschildsteine 1,1A weist ein jeweiliges Zugelement 11,11A auf.
Die Zugelemente 11,11A greifen in eine jeweilige Umfangsnut 13,13A der Hitzeschildsteine
1,1A, wobei eine Druckspannung normal zur Umfangsseitenfläche 9 erzeugt wird. Eine
derartige Tragstruktur 21 mit daran befestigten Hitzeschildsteinen 1,1A ist beispielsweise
in der Brennkammer einer Gasturbine eingesetzt. Dies soll im Folgenden anhand der
FIG 12 kurz diskutiert werden.
[0044] FIG 12 zeigt stark schematisiert in einem Längsschnitt eine Gasturbine 27. Entlang
einer Turbinenachse 37 sind aufeinander folgend angeordnet: ein Verdichter 39, eine
Brennkammer 25 sowie ein Turbinenteil 41. Die Brennkammer 25 ist mit einer Brennkammerauskleidung
29 innen ausgekleidet. Die Brennkammerauskleidung 29 umfasst eine Brennkammerwand
31, die zugleich eine Tragstruktur 21 aufweist (vgl. auch FIG 11). Die Brennkammerauskleidung
29 umfasst weiterhin Hitzeschildsteine 11,11A,11B die an der Tragstruktur 21 befestigt
sind. Die Hitzeschildsteine 11,11A,11B sind dabei gemäß den obigen Ausführungen ausgestaltet.
Im Betrieb der Gasturbine 27 sind die Hitzeschildsteine 11,11A,11B mit einem heißen
Medium M, insbesondere einem Heißgas, beaufschlagt. Dies führt zu erheblichen thermischen
Belastungen der Heißseite 3 der Hitzeschildsteine 11,11A,11B. Gerade bei einer Gasturbine
27 kann es darüber hinaus zu erheblichen Vibrationen etwa durch Brennkammerbrummen
kommen. Im Resonanzfall können sogar stoßartige akustische Brennkammerschwingungen
mit großen Schwingungsamplituden auftreten. Diese Vibrationen führen zu einer erheblichen
Beanspruchung der Brennkammerauskleidung 29 und der davon umfassten Komponenten, wie
beispielsweise der Tragstruktur 21 und der Hitzeschildsteine 1,1A,1B. Durch die Ausgestaltung
der Hitzeschildsteine 1,1A,1B mit einem jeweiligen Zugelement 11,11A,11B wird der
Bruchgefahr einerseits vorgebeugt und andererseits im Bruchfall oder bei einer Rissbildung
ein Notlaufbetrieb sichergestellt, so dass die passive Sicherheit gegenüber herkömmlichen
Hitzeschildsteinen 1, 1A,1B deutlich erhöht ist. Dadurch ergibt sich eine besonders
hohe Unempfindlichkeit der Brennkammerauskleidung 29 gegenüber Stößen oder Vibrationen.
Die ein Zugelement 11,11A,11B aufweisenden Hitzeschildsteine 1,1A,1B sind dabei sowohl
für eine Beaufschlagung mit den hohen Temperaturen eines heißen Mediums M, beispielsweise
bis zu 1400 °C in einer Gasturbine 29, als auch gegenüber einem hohen mechanischen
Energieeintrag infolge von Stößen und/oder Vibrationen dauerhaft beständig.
1. Hitzeschildstein (1,1A), insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand (31),
mit einer einem heißen Medium (M) aussetzbaren Heißseite (3), einer der Heißseite
(3) gegenüberliegende Wandseite (5) und einer an die Heißseite (3) und die Wandseite
(5) angrenzenden Umfangsseite (7), die eine Umfangsseitenfläche (9) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Umfangsseite (7) ein in Umfangsrichtung vorgespanntes Zugelement (11,11A,11B)
vorgesehen ist, wobei eine Druckspannung (S1,S2,S3,S4) normal zur Umfangsseitenfläche
erzeugt wird.
2. Hitzeschildstein (1,1A) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (11,11A,11B) sich zumindest bereichsweise in Umfangsrichtung erstreckt.
3. Hitzeschildstein nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Zugelemente (11,11A,11B) vorgesehen sind.
4. Hitzeschildstein (1,1A) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Zugelement (11,11A) die Umfangsseitenfläche (9) vollständig umschließt.
5. Hitzeschildstein (1,1A) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (11,11A,11B) die Umfangsseitenfläche mehrfach umschließt.
6. Hitzeschildstein (1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsseite (7) eine Umfangsnut (13,13A) aufweist, in die ein Zugelement (11,11A)
eingreift.
7. Hitzeschildstein (1,1A) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine weitere Umfangsnut (13B) vorgesehen ist, die zur Umfangsnut (13A)
beabstandet ist, wobei ein Zugelement (11A) in die weitere Umfangsnut (13B) eingreift.
8. Hitzeschildstein (1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (11,11A,11B) als Schnur oder Band, insbesondere geflochten oder gewebt,
ausgestaltet ist.
9. Hitzeschildstein (1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (11,11A,11B) aus einem keramischen Material (15), insbesondere aus
einem keramischen Fasermaterial, besteht.
10. Hitzeschildstein (1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement zumindest teilweise mit dem Hitzeschildstein (1,1A) verklebt ist.
11. Hitzeschildstein (1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem keramischen Grundmaterial (18), insbesondere aus einer Feuerfestkeramik,
besteht.
12. Brennkammer (25) mit einer inneren Brennkammerauskleidung (29), die Hitzeschildsteine
(1,1A) nach einem der vorhergehenden Ansprüche aufweist.
13. Gasturbine (27) mit einer Brennkammer (25) nach Anspruch 12.