[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fördern von elektrisch leitfähigen Lacken
von einem an Erdpotential liegenden Zuführsystem, insbesondere einem Farbwechsler,
zu einem an Hochspannung liegenden Verbraucher, insbesondere einem elektrostatischen
Lackzerstäuber.
[0002] Die elektrostatische Verarbeitung von elektrisch hoch leitfähigen Lacken, z.B. Wasserlacken,
macht es erforderlich, den Lack von Erdpotenzial auf Hochspannungspotenzial zu transferieren,
wobei eine elektrische Isolierung zwischen den Potenzialen gewährleistet sein muß.
[0003] Zu diesem Zweck sind verschiedene Verfahrensweisen bekannt und beispielsweise in
US 5 632 816 oder DE 197 56 488 beschrieben, wo mit einer Lackzuführungslanze gearbeitet
wird, die durch eine isolierende Flüssigkeit hindurch in die Lackabgabestellung hinein
bewegt wird.
[0004] Den bekannten Verfahren ist gemeinsam, daß sie entweder sehr komplexe Steuerungs-
bzw. Überwachungsfunktionen erfordern oder im Zusammenhang mit automatischen Schnellfarbwechselsystemen
nicht eingesetzt werden können.
[0005] Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein einfach strukturiertes
Verfahren vorzusehen, das einen vergleichsweise geringen Steuerungsaufwand erfordert
und auch für automatische Schnellfarbwechselsysteme geeignet ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß einzelne Lackmengen abgeteilt
und in räumlichem wie zeitlichem Abstand längs einer Förderstrecke zwischen dem Zuführsystem
und dem Verbraucher bewegt werden, wobei die Länge der Förderstrecke die Ausdehnung
der einzelnen Lackmengen in Förderrichtung um ein als Isolierstrecke ausreichendes
Maß übersteigt.
[0007] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens
mit einer Förderleitung für Lack, die in die Verbindung zwischen einem geerdeten Zuführsystem,
insbesondere einem Farbwechsler, und einem unter Hochspannung stehenden Verbraucher,
insbesondere einem elektrostatischen Zerstäuber, eingeschaltet ist.
[0008] Auch insoweit gilt die vorgenannte Erfindungsaufgabe, nämlich eine Vorrichtung zu
schaffen, die vergleichsweise einfach ausgebildet ist, mit einem geringen Steuerungsaufwand
auskommt und auch für automatische Schnellfarbwechselsysteme brauchbar ist.
[0009] Diese Vorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleitung
aus einem isolierenden Werkstoff besteht, daß in der Förderleitung zumindest ein Molchpaar
aus einem hinteren Molch und einem vorderen Molch angeordnet ist, daß dem hinteren
Ende der Förderleitung eine Beschickungsstation zur Zuführung abgeteilter Lackmengen
zwischen die beiden Molche zugeordnet ist, daß dem vorderen Ende der Förderleitung
eine Abgabestation zur Ausschleusung der abgeteilten Lackmengen aus der Förderleitung
zugeordnet ist, daß eine Transporteinrichtung zur Verlagerung des Molchpaars mit einer
aufgenommenen Lackmenge von der Beschickungsstation zur Abgabestation sowie eine Rücktransporteinrichtung
zur Verlagerung des Molchpaars von der Abgabestation zur Beschickungsstation vorgesehen
sind und daß die Länge der Förderleitung zwischen der Beschickungsstation und der
Abgabestation und die Länge des zwischen den Molchen aufgenommenen Lackmengenpakets
so bemessen sind, daß die addierten Förderleitungsabschnitte vor und hinter dem Lackmengenpaket
stets eine Isolierstrecke von ausreichender Länge zwischen der Beschickungsstation
und der Abgabestation bilden.
[0010] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Verfahrens und der Vorrichtung
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Erfindungsgemäß wird somit der Lack diskontinuierlich in Einzelmengen gefördert,
wobei die in Förderrichtung gemessene Längserstreckung der einzelnen Lackpakete erheblich
unter der Länge der Förderstrecke bzw. der isolierenden Förderleitung liegt, so daß
innerhalb dieser stets eine ausreichende Isolierstrecke verbleibt. Wegen dieser Maßnahme
lassen sich die einzelnen Lackmengen oder Lackpakete problemlos in den Hochspannungsbereich
transportieren, beispielsweise mittels Druckluft oder einer Isolierflüssigkeit als
Schiebemedium, wie es nachfolgend anhand des Ausführungsbeispiels geschildert ist.
Da auch das Abteilen der Lackmengen keine Schwierigkeiten macht, erweisen sich das
erfindungsgemäße Verfahren und die zugehörige Vorrichtung als zweckentsprechend, einfach
und betriebssicher.
[0012] Die diskontinuierliche Überführung der einzelnen Lackmengen setzt eine zumindest
teilweise Zwischenspeicherung des Lacks im Hochspannungsbereich voraus, falls der
Verbraucher kontinuierlich beliefert werden soll. Eine solche Zwischenspeicherung
läßt sich jedoch vermeiden, wenn entsprechend einer besonders zweckmäßigen Version
die abgeteilten Lackmengen über zwei Förderstrecken bzw. durch zwei parallele Förderleitungen
zugeführt werden, wobei die Lackabgabe unterbrechungsfrei im Wechsel aus den Lackmengen
der einen und der anderen Förderstrecke bzw. Förderleitung erfolgt.
[0013] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1 - 5
- dieselbe Lackfördervorrichtung mit zwei parallelen Förderleitungen zwischen einem
Farbwechsler und einem unter Hochspannung stehenden elektrostatischen Lackzerstäuber,
wobei die einzelnen Figuren unterschiedliche Betriebsstadien wiedergeben;
- Figur 6
- in einer vergrößerten Darstellung ein bei der Vorrichtung verwendetes Molchpaar mit
einem zwischenliegenden Distanzstück;
- Figur 7
- eine Figur 1 entsprechende Darstellung einer abgewandelten Vorrichtung, bei der eine
Isolierflüssigkeit anstelle von Druckluft als Schiebemedium eingesetzt wird; und
- Figur 8
- eine gegenüber Figur 7 vereinfachte Vorrichtung.
[0014] Gemäß Figur 1 umfaßt die Fördervorrichtung 1 eine Förderleitung 2 mit einer Beschickungsstation
3 nahe dem hinteren Leitungsende 4 und einer Abgabestation 5 nahe dem vorderen Leitungsende
6. Die Förderleitung 2 ist aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff, z.B. Kunststoff,
hergestellt und weist zwischen der Beschickungsstation 3 und der Abgabestation 5 eine
vergleichsweise große Länge L auf.
[0015] Ein Zuführsystem 7 für Lack, das als automatischer Farbwechsler 8 ausgebildet ist,
ist über eine Zuführleitung 9 mit einem Zuführventil 10 in der Beschickungsstation
3 an die Förderleitung 2 angeschlossen.
[0016] In der Abgabestation 5 ist an die Förderleitung 2 eine Abgabeleitung 11 mit einem
Abgabeventil 12 angeschlossen. Die Abgabeleitung 11 führt über eine Dosiereinrichtung
13 zu einem Verbraucher 14, der hier von einem elektrostatischen Lackzerstäuber 15
gebildet ist. An diesem liegt Hochspannung an, so daß ein gestrichelt angedeuteter
Hochspannungsbereich 16 vorhanden ist, in den auch noch die Abgabestation 5 fällt.
Demgegenüber befinden sich das Zuführsystem 7 und die Beschickungsstation 3 auf Erdpotenzial,
wie es durch ein entsprechendes Symbol angedeutet ist.
[0017] In der Förderleitung 2 ist ein Molchpaar 17 mit einem hinteren Molch 18 und einem
vorderen Molch 19 angeordnet, die sich wie ein Kolben in Längsrichtung durch die Leitung
2 bewegen können, ihren Querschnitt jedoch vollständig ausfüllen und so ein formstabiles
Trennelement für die auf gegenüberliegenden Seiten in der Förderleitung 2 befindlichen
Medien bilden. Die Molche 18 und 19 sind durch ein Distanzstück 20 in einem Mindestabstand
zueinander gehalten, wie es Figur 1 zeigt. Entsprechend Figur 2 können die beiden
Molche 17, 18 jedoch einen größeren Abstand zueinander einnehmen, um zwischen sich
eine bestimmte Lackmenge 21 aufzunehmen. Eine solche Lackmenge 21 nimmt innerhalb
der Förderleitung 2 eine Länge l ein. Wichtig ist, daß diese Länge l und damit die
Lackmenge 21 nicht zu groß gewählt wird, so daß die Förderleitung 2 noch eine ausreichende
Isolierlänge L-l aufweist, die ein Durchschlagen der Hochspannung vom Hochspannungsbereich
16 zur Beschickungsstation 3 verhindert.
[0018] Die Lackmenge 21 bildet zusammen mit den sie einschließenden Molchen 18, 19 ein Paket
22, das mittels einer in Förderrichtung durch die Leitung 2 wirkenden Transporteinrichtung
23 von der Beschickungsstation 3 zur Abgabestation 5 verlagerbar ist. Dazu ist an
das hintere Ende 4 der Förderleitung 2 eine Druckluftleitung 24 angeschlossen, die
über ein Druckluftventil 25 mit einer Druckluftquelle 26 verbunden und mit einem Entlüftungsventil
27 versehen ist, das für den Rücktransport des Molchpaars 17 von der Abgabestation
5 zur Beschickungsstation 3 geöffnet wird.
[0019] Für diese Rückführung des Molchpaars 17 von der Abgabestation 5 zur Beschickungsstation
3 ist im übrigen eine Rücktransporteinrichtung 28 vorgesehen, die an das vordere Ende
6 der Förderleitung 2 angeschlossen und im übrigen wie die Transporteinrichtung 23
ausgebildet ist. Dementsprechend umfaßt die Rücktransporteinrichtung 28 eine Druckluftleitung
29 mit einem Druckluftventil 30, die an eine Druckluftquelle 31 angeschlossen und
mit einem Entlüftungsventil 33 versehen ist.
[0020] Des weiteren sind der Förderleitung 2 im Bereich der Beschickungsstation 3 ein Beschickungssensor
33 und im Bereich der Abgabestation 5 ein Abgabesensor 34 zugeordnet. Diese Sensoren
sprechen auf das Vorhandensein des Molchpaars 17 bzw. des Pakets 22 im Sensorbereich
an.
[0021] Wie die Figuren zeigen, ist nicht nur eine einzige Förderleitung 2 sondern eine weitere
parallele Förderleitung 2' vorgesehen, die in völlig gleicher Weise wie die Förderleitung
2 ausgestattet und angeschlossen ist, so daß von einer ins einzelne gehenden Beschreibung
abgesehen wird und die gleichen Bezugszeichen mit einem angefügten Unterscheidungsstrich
verwendet werden. Die Förderleitung 2' ist an denselben Farbwechsler 8 sowie an dieselbe
gemeinsame Abgabeleitung 11 angeschlossen.
[0022] Nachfolgend wird anhand der Figuren 1 bis 5 die Arbeitsweise der Vorrichtung 1 beschrieben:
[0023] Gemäß Figur 1 befinden sich beim Start die zusammengeschobenen Molchpaare 17 bzw.
17' in der Beschickungsstation 3 bzw. 3' der Förderleitung 2 bzw. 2'. Zunächst wird
das Zuführventil 10 geöffnet, bis die vorgesehene Lackmenge 21 zwischen die Molche
18, 19 eingeleitet ist und diese auf die Länge 1 gespreizt hat, wie es aus Figur 2
ersichtlich ist. Dort ist auch bereits mit dem Einleiten von Lack in den Zwischenraum
des Molchpaars 17' begonnen worden.
[0024] Nunmehr wird das Paket 22 gemäß Figur 2 vorbewegt, indem durch Öffnen des Druckluftventils
25 Druckluft hinter den hinteren Molch 18 gebracht wird, wobei gleichzeitig das abgabeseitige
Entlüftungsventil 32 geöffnet wird. Figur 3 zeigt das Paket 22 mit der Flüssigkeitsmenge
21 auf halbem Wege, wobei sich nunmehr die vorhandene Isolierstrecke L-l auf zwei
Isolierstrecken vor und hinter der Flüssigkeitsmenge 21 aufteilt. Gleichzeitig ist
in der Förderleitung 2' das Paket 22' in der Beschickungsstation 3' fertig gestellt
worden.
[0025] Gemäß Figur 4 ist das Lackpaket 22 an der Abgabestation 5 eingetroffen, wo es kontaktbedingt
selbst an Hochspannung anliegt. Dieses Eintreffen an der Abgabestation 5 wird durch
den Abgabesensor 34 festgestellt, worauf das Abgabeventil 12 geöffnet wird, so daß
der Lack über die Abgabeleitung 11 entsprechend der Vorgabe durch die Dosiereinrichtung
13 langsam zum Zerstäuber 15 fließt. Gemäß Figur 4 ist ein Teil der Flüssigkeitsmenge
21 bereits abgegeben, während sich das Paket 22' mit der Flüssigkeitsmenge 21' unterwegs
zur Abgabestation 5' befindet, wozu die Transporteinrichtung 23' entsprechend betätigt
wurde.
[0026] Bevor die Lackmenge 21 bis auf einen zwischen den Molchen 18, 19 verbleibenden Rest
vollständig abgegeben ist, ist das Paket 22' mit der Lackmenge 21' in der Abgabestation
5' eingetroffen, so daß die Lackabgabe kontinuierlich fortgesetzt werden kann. Der
Abgabesensor 34 stellt entsprechend der beim Abgeben des Lacks fortgesetzten Vorwärtsbewegung
des hinteren Molchs 18 das Ende der Entleerung aus dem Paket 22 fest, worauf die Steuereinrichtung
das Abgabeventil 12 schließt und das Abgabeventil 12' öffnet, so daß nunmehr der Zerstäuber
15 aus der Lackmenge 21' weiterversorgt wird.
[0027] Nunmehr wird das Molchpaar 17 von der Abgabestation 5 in die Beschickungsstation
3 zurückbewegt, wie es durch den Pfeil 35 in Figur 5 angedeutet ist. Dazu werden an
der Transporteinrichtung 23 das Druckluftventil 25 geschlossen und das Entlüftungsventil
27 geöffnet, während umgekehrt an der Rücktransporteinrichtung 28 das Druckluftventil
30 geöffnet und das Entlüftungsventil 32 geschlossen werden.
[0028] Nach dem vom Beschickungssensor 33 festgestellten Eintreffen des Molchpaars 17 in
der Beschickungsstation 3 ist hinsichtlich der Förderleitung 2 der Zustand wieder
erreicht, wie er in Figur 1 dargestellt ist. Es wiederholt sich der bereits beschriebene
Vorgang, bei dem durch ein begrenztes Öffnen des Zuführventils 10 eine weitere Lackmenge
21 zwischen die Molche 18 und 19 eingebracht wird, worauf wiederum in der beschriebenen
Weise der Transport zur Abgabestation 5 erfolgt. Dabei trifft die weitere Lackmenge
21 gleichfalls an der Abgabestation 5 ein, bevor die Lackmenge 21' in der Abgabestation
5' vollständig abgegeben ist.
[0029] Figur 6 zeigt, daß die beiden Molche 18 und 19 jeweils in gleicher Weise ausgebildet
sind und aus einem Kern 36 mit einer Ummantelung 37 aus einem Kunststoff bestehen.
Das Distanzstück 20 ist aus einer vom Molch 19 konzentrisch zur Förderleitung 2 vorragenden
Stange 38 mit einem gerundeten Kopfstück 39 gebildet. Das Distanzstück 20 bildet einen
Abstandhalter, der verhindert, daß beim Zurückdrücken der Molche 18 und 19 diese aufeinanderstoßen
und zusammenkleben. Außerdem ist durch das Distanzstück 20 in der Beschickungsstation
3 ein für das Befüllen des Zwischenraums ausreichender Abstand der beiden Molche 18,
19 immer gewährleistet.
[0030] Die Vorrichtung gemäß Figur 7 entspricht weitgehend der Darstellung in Figur 1. Jedoch
ist anstelle der Transporteinrichtung 23 eine abgewandelte Transporteinrichtung 40
bzw. 40' vorgesehen, die nicht mit Druckluft sondern mit einer isolierenden Flüssigkeit
41 arbeitet, für die ein Vorratsbehälter 42 vorgesehen ist. Dieser ist über eine Leitung
47 mit einer dosierenden Fördereinrichtung, bei der es sich um eine Dosierpumpe 43
bzw. eine Zahnradpumpe handeln kann, und mit einem Förderventil 44 mit dem hinteren
Ende 4 der Förderleitung 2 verbunden. Eine weitere Verbindung besteht über eine Rückleitung
45 mit einem Bypaßventil 46, das parallel zur Dosierpumpe 43 und dem Förderventil
44 geschaltet ist.
[0031] Zum Transport des Pakets 22 von der Beschickungsstation 3 zur Abgabestation 5 wird
bei geöffnetem Förderventil 44 und geschlossenem Bypaßventil 46 die Dosierpumpe 43
betrieben, die erst nach dem Eintreffen des Lackpakets 22 in der Abgabestation und
nach dem vollständigen Abgeben der Lackmenge 21 abgeschaltet wird, worauf das Förderventil
44 ebenso wie das Abgabeventil 12 geschlossen und das Bypaßventil 46 geöffnet werden.
Wenn dann das Molchpaar 17 in der beschriebenen Weise durch Betätigung der Rücktransporteinrichtung
28 mittels Druckluft in die Beschickungsstation 3 zurückbewegt wird, wird auch die
isolierende Flüssigkeit 41 aus der Förderleitung 2 wieder in den Vorratsbehälter 2
zurückgedrückt.
[0032] Da bei dieser Ausbildung die Lackmenge 21 in der Abgabestation 5 in dem Maße abgegeben
wird, wie die Dosierpumpe 43 Isolierflüssigkeit fördert, kann auf eine Dosiereinrichtung
13 im Hochspannungsbereich 16 verzichtet werden, was sich als Vorteil erweist.
[0033] Diesem Vorteil steht der Nachteil gegenüber, daß die Vorrichtung gemäß Figur 7 zwei
Dosiereinrichtungen 43 und 43' erfordert und daß die für das dosierte Abgeben der
Lackmengen 21 und 21' aus der Abgabestation 5, 5' vorgesehene Dosiereinrichtung auch
den Transport der Lackmengen von der Beschickungsstation 3 zur Abgabestation 5 bewirkt,
wo es nicht auf eine dosierte und langsame Verlagerung ankommt. In dieser Hinsicht
ist die Ausbildung gemäß Figur 8 von Vorteil, bei der ein unter einem Druck von beispielsweise
2 bis 5 bar stehender Druckspeicher 48 für die isolierende Flüssigkeit 41 vorgesehen
ist. Eine den beiden Förderleitungen 2, 2' zugeordnete gemeinsame Dosierpumpe 49 ist
über eine Anschlußleitung 50 an den Druckspreicher 48 angeschlossen sowie über getrennte
Druckleitungen 51 und 51' jeweils mit einem Förderventil 44, 44' mit dem vorderen
Ende 6, 6' der Förderleitungen 2, 2' verbunden. Eine Rückleitung 45, 45' mit einem
Bypaßventil 46, 46' führt von jeder Förderleitung 2, 2' zur Anschlußleitung 50 und
damit zurück zum Druckspeicher 48.
[0034] Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung gemäß Figur 8 ist wie folgt: Nach dem Einfüllen
eines Lackpakets 22 zwischen das Molchpaar 17 werden das Bypaßventil 46 und das Entlüftungsventil
32 geöffnet, so daß durch den auf der Isolierflüssigkeit 41 lastenden Druck von beispielsweise
2 bis 5 bar das Lackpaket 22 vorwärts von der Beschickungsstation 3 zur Abgabestation
5 transportiert wird.
[0035] Nach dem Eintreffen des Lackpakets 22 in der Abgabestation 5 und der entsprechenden
Meldung des Sensors 34 werden die Ventile 46 und 32 geschlossen und die Ventile 44
und 21 geöffnet und somit die Dosierpumpe 49 in die Lage versetzt, durch dosiertes
Vorschieben des hinteren Molchs 18 den Lack aus dem Molchzwischenraum zum Zerstäuber
15 hin zu fördern.
[0036] Während die Dosierpumpe 49 den Lack aus der Förderleitung 2 zum Zerstäuber 15 hin
dosiert, wird in der Leitung 2' eine Lackmenge 21' in der vorbeschriebenen Weise durch
Freigabe der Ventile 46 und 46' nach vorn befördert. Zum Rückführen des Molchpaars
17 aus der Abgabestation 5 in die Beschickungsstation 3 werden die Ventile 44 und
32 geschlossen und die Ventile 46 und 30 geöffnet, wodurch nicht nur das Molchpaar
17 zurückbewegt sondern auch die Isolierflüssigkeit aus der Förderleitung 2 wieder
in den Druckspreicher 48 zurückgedrückt wird. In entsprechender Weise erfolgt auch
die Rückführung des Molchpaars 17' in der Förderleitung 2'.
[0037] Diese Verfahrensweise ermöglicht einen besonders wirtschaftlichen Betrieb.
1. Verfahren zum Fördern von elektrisch leitfähigen Lacken von einem an Erdpotential
liegenden Zuführsystem (7), insbesondere einem Farbwechsler (8), zu einem an Hochspannung
liegenden Verbraucher (14), insbesondere einem elektrostatischen Lackzerstäuber (15),
dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Lackmengen (21) abgeteilt und in räumlichem wie zeitlichem Abstand längs
einer Förderstrecke zwischen dem Zuführsystem (7) und dem Verbraucher (15) bewegt
werden, wobei die Länge (L) der Förderstrecke die Ausdehnung (l) der einzelnen Lackmengen
(21) in Förderrichtung um ein als Isolierstrecke ausreichendes Maß (L-l) übersteigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es so durchgeführt wird, daß sich zu keinem Zeitpunkt mehr als eine einzige abgeteilte
Lackmenge (21) innerhalb der Förderstrecke befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verbraucher (14) über zumindest zwei parallele Förderstrecken abgeteilte Lackmengen
(21, 21') zugeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur kontinuierlichen Versorgung des Verbrauchers (14) im Wechsel Lackmengen (21 und
21') aus der einen und aus der anderen Förderstrecke dosiert an den Verbraucher (14)
abgegeben werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die abgeteilten Lackmengen (21, 21') mittels eines isolierenden Schiebemediums durch
die Förderstrecke bewegt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Schiebemedium Druckluft verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Schiebemedium eine Isolierflüssigkeit (41) verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die fördernd eingesetzte Isolierflüssigkeit (41) aus einem Druckspeicher (48) in
die Förderstrecke strömt und nach dem Transport und der Abgabe der Lackmenge (21,
21') entgegengesetzt in den Druckspeicher (48) zurückgedrückt wird.
9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer Förderleitung
(2) für Lack, die in die Verbindung zwischen einem geerdeten Zuführsystem (7), insbesondere
einem Farbwechsler (8), und einem unter Hochspannung stehenden Verbraucher (14), insbesondere
einem elektrostatischen Zerstäuber (15), eingeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleitung (2) aus einem isolierenden Werkstoff besteht, daß in der Förderleitung
(2) zumindest ein Molchpaar (17) aus einem hinteren Molch (18) und einem vorderen
Molch (19) angeordnet ist, daß dem hinteren Ende (4) der Förderleitung (2) eine Beschickungsstation
(3) zur Zuführung abgeteilter Lackmengen (21) zwischen die beiden Molche (18, 19)
zugeordnet ist, daß dem vorderen Ende (6) der Förderleitung (2) eine Abgabestation
(5) zur Ausschleusung der abgeteilten Lackmengen (21) aus der Förderleitung (2) zugeordnet
ist, daß eine Transporteinrichtung (23, 40) zur Verlagerung des Molchpaars (17) mit
einer aufgenommenen Lackmenge (21) von der Beschickungsstation (3) zur Abgabestation
(5) sowie eine Rücktransporteinrichtung (28) zur Verlagerung des Molchpaars (17) von
der Abgabestation (5) zur Beschickungsstation (3) vorgesehen sind und daß die Länge
(L) der Förderleitung (2) zwischen der Beschickungsstation (3) und der Abgabestation
(5) und die Länge (l) des zwischen den Molchen (18, 19) aufgenommenen Lackmengenpakets
(22) so bemessen sind, daß die addierten Förderleitungsabschnitte vor und hinter dem
Lackmengenpaket (22) stets eine Isolierstrecke von ausreichender Länge (L-l) zwischen
der Beschickungsstation (3) und der Abgabestation (5) bilden.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein hinterer Anschlag (bei 4) und ein vorderer Anschlag (bei 6) für das mittels der
Transporteinrichtungen (23, 28,; 40) durch die Förderleitung (2) hin- und herbewegte
Molchpaar (17) vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Molchen (18, 19) ein Distanzstück (20) vorgesehen ist, das ein
direktes Aneinanderliegen der Molche (18, 19) verhindert.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die einen oder mehrere der Bechickungsstation
(3) zugeordnete hintere Sensoren (33) und einen oder mehrere der Abgabestation (5)
zugeordnete vordere Sensoren (34) aufweist, die jeweils auf das sich vorbei bewegende
Molchpaar (17) ansprechen.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinrichtung (23) von einer an das hintere Ende (4) und die Rücktransporteinrichtung
(28) von einer an das vordere Ende (6) der Förderleitung (2) angeschlossenen ventilgesteuerten
Druckluftleitung (24, 29) und jeweils einem Entlüftungsventil (27, 32) gebildet sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Transporteinrichtung (40) eine Schiebeleitung (47) mit einer Dosierpumpe
(43) und eine ventilgesteuerte Rückleitung (45) jeweils zwischen einem Vorratsbehälter
(42) für eine Isolierflüssigkeit (41) und dem betreffenden Ende (4) der Förderleitung
(2) aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verbraucher (14) zwei parallele Förderleitungen (2 und 2') zugeordnet sind und
daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, mittels der Lackmengenpakete (22 und 22')
zueinander versetzt durch die beiden Förderleitungen (2, 2') transportiert werden.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß in die Abgabeleitung (11), welche die Förderleitung (2) mit dem Verbraucher (14)
verbindet, eine Dosiereinrichtung (13) für die kontrollierte Lackabgabe eingebaut
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß den beiden Förderleitungen (2, 2') ein gemeinsamer Druckspeicher (48) für die Isolierflüssigkeit
(41) und eine aus dem Druckspeicher (48) gespeiste gemeinsame Dosierpumpe (49) vorgesehen
sind, die über getrennte Druckleitungen (51, 51') mit jeweils einem Förderventil (44,
44') mit den vorderen Enden (6, 6') der Förderleitungen (2, 2') verbunden ist, die
jeweils auch über eine mit einem Bypassventil (46, 46') versehene, die Dosierpumpe
(49) umgehende Rückleitung (45, 45') mit dem Druckspeicher (48) verbunden sind