[0001] Die Erfindung betrifft einen Zylinder im Falzapparat gemäß Oberbegriff des Anspruches
1.
[Stand der Technik]
[0002] Aus der DE 38 10 439 C1 ist ein Falzklappenzylinder mit zwei jeweils mit Falzklappen
bestückten Zylinderteilen bekannt, die zur Einstellbarkeit des durch die Falzklappen
bewirkten Falzvorganges eines Falzproduktes gegenseitig verdrehbar koaxial zu einer
an einem Ende mittels eines Festlagers und an ihrem anderen Ende mittels eines Loslagers
an einer in einem Gestell gelagerten Welle angeordnet sind. Neben einer die Verdrehung
gewährleistenden Lagerung der Zylinderteile stützt sich zur axialen Fixierung eines
Zylinderteiles dieses in axialer Richtung an dem anderen fest mit der Welle verbundenen
Zylinderteil ab. Die dafür erforderliche axiale Passung der Zylinderteile erfordert
einen entsprechenden Herstellungsaufwand. Auf Grund der funktionsbedingt erforderlichen
engen Passungstoleranzen zwischen den Zylinderteilen können Passungsrost und Verschmutzungen
die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile erschweren.
[Aufgabe der Erfindung]
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zylinder für Falzapparate gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, der den Herstellungsaufwand zur axialen Fixierung
der Zylinderteile reduziert und die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile zu seiner
Einstellbarkeit uneingeschränkt gewährleistet.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der kennzeichnenden Teile des
Anspruches 1 gelöst. Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus
der Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung.
[0005] Durch die axiale Fixierung der Zylinderteile jeweils mit Hilfe eines Festlagers im
Gestell ist die axiale Verschiebbarkeit mit geringem Aufwand auf eine kleine Toleranz
einschränkbar, wobei sich dies auf die Qualität des Falzvorganges auf Grund des mit
Schrägverzahnung ausgestalteten Antriebes der Zylinderteile positiv auswirkt. Paßarbeiten
in axialer Richtung zwischen den in dieser Richtung beabstandeten Zylinderteilen entfallen.
Durch die Vermeidung von Passungsrost und Festsetzung infolge von Verschmutzungen
ist eine funktionsgerechte gegenseitige Verstellung der Zylinderteile gewährleistet.
[Beispiele]
[0006] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Es zeigt schematisch:
Fig. 1 einen Zylinder im Falzapparat mit zwei Falzsystemen.
[0007] In Fig. 1 ist ein Zylinder 1, beispielsweise ein Falzklappenzylinder, gezeigt. Der
Zylinder 1 besteht beispielsweise aus zwei Zylinderteilen 2; 3 mit daran angeordneten
Funktionselementen 32; 33, hier beispielsweise zwei Falzklappen 9; 19, die in Umfangsrichtung
gegeneinander verdrehbar sind, um eine Vorfalzverstellung bzw. Umstellung der Falzart,
beispielsweise von einem 1/4-Falz in einen 1/3-Falz und umgekehrt, zu realisieren.
Mit dem Zylinderteil I 2 wird beispielsweise der 2. Querfalz bewerkstelligt. Mit dem
Zylinderteil II 3 wird beispielsweise der 1. Querfalz bewerkstelligt.
[0008] Das Zylinderteil I 2 besteht aus einem Zylinderkörper I 4, Seitenscheiben 5; 6, einer
Welle 7, einem Antriebsrad 8, Falzklappen 9, einem Kurvenkörper 10 und einem Lager
11.
[0009] Das Zylinderteil II 3 besteht aus einem beispielsweise zweigeteilten Zylinderkörper
II 12, der aus Zylinderelemeneten 13; 14 aufgebaut ist. Des weiteren besteht das Zylinderteil
II 3 aus Seitenscheiben 15, 16, einer Hülse 17, einem Antriebsrad 18, Falzklappen
19, einem Kurvenkörper 20 und einem Lager 21.
[0010] Der Zylinderkörper I 4 ist auf einer Welle 7 fest gelagert. Der Zylinderkörper I
4 ist vorzugsweise koaxial zu der Welle 7 angeordnet.
Die Welle 7 ist zwischen Seitenwänden 22; 23 eines Gestelles angeordnet, wobei die
Welle 7 an der Seitenwand 23 mittels des Lagers 11 drehbar gelagert ist. Das Lager
11 ist in der Seitenwand 23 mittels einer Hülse 24, einem Distanzelement 25 und einem
Deckelelement 26 axial unverschiebbar befestigt. Somit ist das Lager 11 als Festlager
ausgestaltet. Auf der Hülse 24 ist der Kurvenkörper 20 gelagert. An der Seitenwand
22 ist eine Hülse 17 angeordnet, in welcher die Welle 7 aufgenommen und drehbar gelagert
ist.
Endseitig ist an der Welle 7 das Antriebsrad 8 angeordnet.
Am Zylinderteil I 4 sind die Seitenscheiben 5; 6 angeordnet, zwischen denen eine oder
mehrere Falzklappen 9 drehbar gelagert sind. An der Falzklappe 9 ist ein Rollenhebel
27 angeordnet. Der Rollenhebel 27 ist in der Figur 1 verdreht dargestellt.
Alternativ kann, nicht näher dargestellt, die Welle 7 auch an der Seitenwand 22 mittels
des Lagers 11 gelagert sein.
[0011] Der Zylinderkörper II 12 ist auf der Welle 7 mittels Lager 28, welche als Gleitlager
oder als Wälzlager ausführbar sind, gelagert. Der Zylinderkörper II 12 ist vorzugsweise
koaxial zu der Welle 7 angeordnet. Der Zylinderkörper II 12 ist somit verdrehbar zum
Zylinderkörper I 4 auf der Welle 7 gelagert. Am Zylinderkörper II 12, insbesondere
an den Zylinderelementen 13; 14, sind die Seitenscheiben 15; 16 angeordnet, zwischen
denen eine oder mehrere Falzklappen 19 drehbar gelagert sind. An der Falzklappe 19
ist ein Rollenhebel 29 angeordnet. Der Rollenhebel 29 ist in der Figur 1 verdreht
dargestellt. Die Seitenscheibe 15 ist verdrehfest mit der Hülse 17 verbunden. An der
Seitenwand 22 ist eine Lagerbuchse 30 befestigt, auf welcher den Kurvenkörper 10 gelagert
ist. Auf der Hülse 17 ist das Lager 21 und das Antriebsrad 18 angeordnet. Die Lagerbuchse
30, ein Befestigungselement 31, beispielsweise ein Sicherungsring, das Antriebsrad
18 und die Hülse 17 hindern das Lager 21 an einem axialen gleiten. Das Lager 21 ist
somit axial unverschiebbar befestigt.
Somit ist das Lager 21 als Festlager ausgeführt.
[0012] Der Zylinder 1, insbesondere der an der Welle 7 fest gelagerte Zylinderkörper I 4,
ist rotatorisch über eine, nicht näher dargestellte, Antriebsvorrichtung antriebbar,
die an dem Antriebsrad 8 angeordnet ist. Mit dem Antriebsrad 18 steht eine weitere
oder die oben erwähnte, nicht näher dargestellte, Antriebsvorrichtung in Verbindung,
womit der rotatorische Antrieb des Zylinderkörpers II 12 und die Verstellung in Umfangsrichtung
des Zylinderkörpers II 12 zum Zylinderkörper I 4 bewerkstelligt wird.
Konstruktiv ist eine Verschiebbarkeit infolge einer axialen Beabstandung beider Zylinderkörper
4; 12 zueinander um einen Betrag A vorgesehen, wobei der Betrag A der Beabstandung
der beiden Zylinderkörper 4; 12 entspricht, durch welche die Funktion der Loslager
für beide Zylinderkörper 4; 12 sichergestellt wird.
Die axiale Fixierung der Zylinderteile I und II bzw. der Zylinderkörper I und II wird
durch das jeweilige Lager 11; 21 in den Seitenwänden 22; 23 erreicht.
Gleichzeitig wird dadurch erreicht, dass sich die Zylinderteile und/oder Zylinderkörper
nicht berühren und dadurch die Gefahr des "Festgehens" bzw. des Festsitzens infolge
Rost oder anderweitiger Korrosionsschäden an den Passungen, Verschmutzung oder ähnliches
von Anfang an nicht vorhanden ist.
[0013] Für die Lager 11; 21 sollen geeignete Wälzlager, beispielsweise Schrägkugellager,
Einsatz finden, dadurch läßt sich das axiale Spiel des Zylinders 1 sehr klein halten
ohne größeren Fertigungsaufwand. Da das axiale Spiel des Zylinders 1 sehr gering ist,
wird eine erhöhte Falz- und Schnittgenauigkeit dadurch erreicht. Dies ist beispielsweise
besonders im Illustrationsdruckmaschinenbau erwünscht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll sich nicht nur auf den Einsatz bei mehrteiligen
Falzzylindern beschränken. Es ist beispielsweise, nicht näher dargestellt, auch an
eine Verwendung bei mehrteiligen Falzmesserzylindern, mehrteiligen Schneidzylindern
oder mehrteiligen Querperforationszylindern in Falzapparaten zu denken.
Wobei bei einer Verwendung des Zylinders 1 als Falzmesserzylinder die Funktionselemente
32; 33 der Zylinderteile 2; 3 als Falzmesser oder Halteelement für das Falzprodukt
ausgeführt sind.
Bei Verwendung des Zylinders 1 als Schneidzylinder sind die Funktionselemente 32;
33 der Zylinderteile 2; 3 als Schneidmesser ausgeführt.
Bei Verwendung des Zylinders 1 als Querperforationszylinder sind die Funktionselemente
32; 33 der Zylinderteile 2; 3 als Perforationsmesser ausgeführt.
[Bezugszeichenliste]
[0014]
- 1
- Falzzylinder
- 2
- Zylinderteil I
- 3
- Zylinderteil II
- 4
- Zylinderkörper I
- 5
- Seitenscheibe
- 6
- Seitenscheibe
- 7
- Welle
- 8
- Antriebsrad
- 9
- Falzklappe
- 10
- Kurvenkörper
- 11
- Lager
- 12
- Zylinderkörper II
- 13
- Zylinderelement
- 14
- Zylinderelement
- 15
- Seitenscheibe
- 16
- Seitenscheibe
- 17
- Hülse
- 18
- Antriebsrad
- 19
- Falzklappe
- 20
- Kurvenkörper
- 21
- Lager
- 22
- Seitenwand
- 23
- Seitenwand
- 24
- Hülse
- 25
- Distanzelement
- 26
- Deckelelement
- 27
- Rollenhebel
- 28
- Lager
- 29
- Rollenhebel
- 30
- Lagerbuchse
- 31
- Befestigungselement
- 32
- Funktionselement
- 33
- Funktionselement
- A
- axialer Abstand
1. Zylinder (1) für Falzapparate von Rotationsdruckmaschinen mit mindestens zwei in Umfangsrichtung
gegeneinander verdrehbar ausgestalteten und mit auf ein Falzprodukt einwirkenden Funktionselementen
(32; 33) bestückten Zylinderteilen (2; 3), bestehend aus einem auf einer Welle (7)
unverdrehbar gelagerten ersten Zylinderteil (2), einem in Umfangsrichtung verdrehbar
auf der Welle (7) gelagerten zweiten Zylinderteil (3), wobei die Welle (7) mit einem
Ende axial fixiert in einer Seitenwand (22, 23) in einem als Festlager ausgestalteten
Lager (11) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Zylinderteil (3) mit einem Abstand (A) vom ersten Zylinderteil (2) getrennt
in einem vom Lager (11) der Welle (7) unabhängigen als Festlager ausgestalteten Lager
(21) gelagert ist.
2. Zylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Welle (7) am anderen Ende in einer Hülse (17) radial verdrehbar abstützt,
die an dem zweiten Zylinderteil (3) befestigt und axial fixiert in der anderen Seitenwand
(22; 23) gelagert ist.
3. Zylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die axiale Fixierung der Zylinderteile (2; 3) mit einer Wälzlagerung (11;
21) ausgeführt ist und für die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile (2; 3) Gleitlagerungen
(28) fungieren.
4. Zylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die axiale Fixierung der Zylinderteile (2; 3) und für die gegenseitige Verdrehurg
der Zylinderteile (2; 3) Wälzlagerungen (11; 21; 28) fungieren.
5. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Falzklappenzylinder mit Falzklappen als Funktionselemente (32;
33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
6. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Falzmesserzylinder mit Falzmessern oder Halteelementen für das
Falzprodukt als Funktionselemente (32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
7. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Schneidzylinder mit Schneidmessern als Funktionselemente (32;
33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
8. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Querperforationszylinder mit Perforationsmessern als Funktionselemente
(32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.