(19)
(11) EP 1 228 867 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.08.2002  Patentblatt  2002/32

(21) Anmeldenummer: 02001298.5

(22) Anmeldetag:  18.01.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B41F 13/62, B65H 45/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 01.02.2001 DE 10104411

(71) Anmelder: MAN Roland Druckmaschinen AG
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Militzer, Winfried
    08523 Plauen (DE)
  • Höhle, Karl-Heinz
    08527 Plauen (DE)

(74) Vertreter: Schober, Stefan, Dipl.-Ing. 
MAN Roland Druckmaschinen AG, Postfach 10 00 96
86135 Augsburg
86135 Augsburg (DE)

   


(54) Zylinder im Falzapparat


(57) Die Erfindung betrifft einen mehrteiligen Zylinder (1) für Falzapparate in Rotationsdruckmaschinen, der den Herstellungsaufwand zur axialen Fixierung der Zylinderteile (2; 3) reduziert und die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile (2; 3) zu seiner Einstellbarkeit uneingeschränkt gewährleistet.
Der Zylinder (1) ist aus mindestens zwei in Umfangsrichtung gegeneinander verdrehbar ausgestalteten und mit auf ein Falzprodukt einwirkenden Funktionselementen (32; 33) bestückten Zylinderteilen (2; 3)ausgestaltet, die aus einem auf einer Welle (7) unverdrehbar gelagerten ersten Zylinderteil (2), einem in Umfangsrichtung verdrehbar auf der Welle (7) gelagerten zweiten Zylinderteil (3) bestehen und die Welle (7) mit einem Ende axial fixiert in einer Seitenwand (22, 23) in einem als Festlager ausgestalteten Lager (11) gelagert ist, wobei der zweite Zylinderteil (3) mit einem Abstand (A) vom ersten Zylinderteil (2) getrennt in einem vom Lager (11) der Welle (7) unabhängigen als Festlager ausgestalteten Lager (21) gelagert ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Zylinder im Falzapparat gemäß Oberbegriff des Anspruches 1.

[Stand der Technik]



[0002] Aus der DE 38 10 439 C1 ist ein Falzklappenzylinder mit zwei jeweils mit Falzklappen bestückten Zylinderteilen bekannt, die zur Einstellbarkeit des durch die Falzklappen bewirkten Falzvorganges eines Falzproduktes gegenseitig verdrehbar koaxial zu einer an einem Ende mittels eines Festlagers und an ihrem anderen Ende mittels eines Loslagers an einer in einem Gestell gelagerten Welle angeordnet sind. Neben einer die Verdrehung gewährleistenden Lagerung der Zylinderteile stützt sich zur axialen Fixierung eines Zylinderteiles dieses in axialer Richtung an dem anderen fest mit der Welle verbundenen Zylinderteil ab. Die dafür erforderliche axiale Passung der Zylinderteile erfordert einen entsprechenden Herstellungsaufwand. Auf Grund der funktionsbedingt erforderlichen engen Passungstoleranzen zwischen den Zylinderteilen können Passungsrost und Verschmutzungen die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile erschweren.

[Aufgabe der Erfindung]



[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zylinder für Falzapparate gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, der den Herstellungsaufwand zur axialen Fixierung der Zylinderteile reduziert und die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile zu seiner Einstellbarkeit uneingeschränkt gewährleistet.

[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der kennzeichnenden Teile des Anspruches 1 gelöst. Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung.

[0005] Durch die axiale Fixierung der Zylinderteile jeweils mit Hilfe eines Festlagers im Gestell ist die axiale Verschiebbarkeit mit geringem Aufwand auf eine kleine Toleranz einschränkbar, wobei sich dies auf die Qualität des Falzvorganges auf Grund des mit Schrägverzahnung ausgestalteten Antriebes der Zylinderteile positiv auswirkt. Paßarbeiten in axialer Richtung zwischen den in dieser Richtung beabstandeten Zylinderteilen entfallen.
Durch die Vermeidung von Passungsrost und Festsetzung infolge von Verschmutzungen ist eine funktionsgerechte gegenseitige Verstellung der Zylinderteile gewährleistet.

[Beispiele]



[0006] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Es zeigt schematisch:

Fig. 1 einen Zylinder im Falzapparat mit zwei Falzsystemen.



[0007] In Fig. 1 ist ein Zylinder 1, beispielsweise ein Falzklappenzylinder, gezeigt. Der Zylinder 1 besteht beispielsweise aus zwei Zylinderteilen 2; 3 mit daran angeordneten Funktionselementen 32; 33, hier beispielsweise zwei Falzklappen 9; 19, die in Umfangsrichtung gegeneinander verdrehbar sind, um eine Vorfalzverstellung bzw. Umstellung der Falzart, beispielsweise von einem 1/4-Falz in einen 1/3-Falz und umgekehrt, zu realisieren. Mit dem Zylinderteil I 2 wird beispielsweise der 2. Querfalz bewerkstelligt. Mit dem Zylinderteil II 3 wird beispielsweise der 1. Querfalz bewerkstelligt.

[0008] Das Zylinderteil I 2 besteht aus einem Zylinderkörper I 4, Seitenscheiben 5; 6, einer Welle 7, einem Antriebsrad 8, Falzklappen 9, einem Kurvenkörper 10 und einem Lager 11.

[0009] Das Zylinderteil II 3 besteht aus einem beispielsweise zweigeteilten Zylinderkörper II 12, der aus Zylinderelemeneten 13; 14 aufgebaut ist. Des weiteren besteht das Zylinderteil II 3 aus Seitenscheiben 15, 16, einer Hülse 17, einem Antriebsrad 18, Falzklappen 19, einem Kurvenkörper 20 und einem Lager 21.

[0010] Der Zylinderkörper I 4 ist auf einer Welle 7 fest gelagert. Der Zylinderkörper I 4 ist vorzugsweise koaxial zu der Welle 7 angeordnet.
Die Welle 7 ist zwischen Seitenwänden 22; 23 eines Gestelles angeordnet, wobei die Welle 7 an der Seitenwand 23 mittels des Lagers 11 drehbar gelagert ist. Das Lager 11 ist in der Seitenwand 23 mittels einer Hülse 24, einem Distanzelement 25 und einem Deckelelement 26 axial unverschiebbar befestigt. Somit ist das Lager 11 als Festlager ausgestaltet. Auf der Hülse 24 ist der Kurvenkörper 20 gelagert. An der Seitenwand 22 ist eine Hülse 17 angeordnet, in welcher die Welle 7 aufgenommen und drehbar gelagert ist.
Endseitig ist an der Welle 7 das Antriebsrad 8 angeordnet.
Am Zylinderteil I 4 sind die Seitenscheiben 5; 6 angeordnet, zwischen denen eine oder mehrere Falzklappen 9 drehbar gelagert sind. An der Falzklappe 9 ist ein Rollenhebel 27 angeordnet. Der Rollenhebel 27 ist in der Figur 1 verdreht dargestellt.
Alternativ kann, nicht näher dargestellt, die Welle 7 auch an der Seitenwand 22 mittels des Lagers 11 gelagert sein.

[0011] Der Zylinderkörper II 12 ist auf der Welle 7 mittels Lager 28, welche als Gleitlager oder als Wälzlager ausführbar sind, gelagert. Der Zylinderkörper II 12 ist vorzugsweise koaxial zu der Welle 7 angeordnet. Der Zylinderkörper II 12 ist somit verdrehbar zum Zylinderkörper I 4 auf der Welle 7 gelagert. Am Zylinderkörper II 12, insbesondere an den Zylinderelementen 13; 14, sind die Seitenscheiben 15; 16 angeordnet, zwischen denen eine oder mehrere Falzklappen 19 drehbar gelagert sind. An der Falzklappe 19 ist ein Rollenhebel 29 angeordnet. Der Rollenhebel 29 ist in der Figur 1 verdreht dargestellt. Die Seitenscheibe 15 ist verdrehfest mit der Hülse 17 verbunden. An der Seitenwand 22 ist eine Lagerbuchse 30 befestigt, auf welcher den Kurvenkörper 10 gelagert ist. Auf der Hülse 17 ist das Lager 21 und das Antriebsrad 18 angeordnet. Die Lagerbuchse 30, ein Befestigungselement 31, beispielsweise ein Sicherungsring, das Antriebsrad 18 und die Hülse 17 hindern das Lager 21 an einem axialen gleiten. Das Lager 21 ist somit axial unverschiebbar befestigt.
Somit ist das Lager 21 als Festlager ausgeführt.

[0012] Der Zylinder 1, insbesondere der an der Welle 7 fest gelagerte Zylinderkörper I 4, ist rotatorisch über eine, nicht näher dargestellte, Antriebsvorrichtung antriebbar, die an dem Antriebsrad 8 angeordnet ist. Mit dem Antriebsrad 18 steht eine weitere oder die oben erwähnte, nicht näher dargestellte, Antriebsvorrichtung in Verbindung, womit der rotatorische Antrieb des Zylinderkörpers II 12 und die Verstellung in Umfangsrichtung des Zylinderkörpers II 12 zum Zylinderkörper I 4 bewerkstelligt wird.
Konstruktiv ist eine Verschiebbarkeit infolge einer axialen Beabstandung beider Zylinderkörper 4; 12 zueinander um einen Betrag A vorgesehen, wobei der Betrag A der Beabstandung der beiden Zylinderkörper 4; 12 entspricht, durch welche die Funktion der Loslager für beide Zylinderkörper 4; 12 sichergestellt wird.
Die axiale Fixierung der Zylinderteile I und II bzw. der Zylinderkörper I und II wird durch das jeweilige Lager 11; 21 in den Seitenwänden 22; 23 erreicht.
Gleichzeitig wird dadurch erreicht, dass sich die Zylinderteile und/oder Zylinderkörper nicht berühren und dadurch die Gefahr des "Festgehens" bzw. des Festsitzens infolge Rost oder anderweitiger Korrosionsschäden an den Passungen, Verschmutzung oder ähnliches von Anfang an nicht vorhanden ist.

[0013] Für die Lager 11; 21 sollen geeignete Wälzlager, beispielsweise Schrägkugellager, Einsatz finden, dadurch läßt sich das axiale Spiel des Zylinders 1 sehr klein halten ohne größeren Fertigungsaufwand. Da das axiale Spiel des Zylinders 1 sehr gering ist, wird eine erhöhte Falz- und Schnittgenauigkeit dadurch erreicht. Dies ist beispielsweise besonders im Illustrationsdruckmaschinenbau erwünscht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll sich nicht nur auf den Einsatz bei mehrteiligen Falzzylindern beschränken. Es ist beispielsweise, nicht näher dargestellt, auch an eine Verwendung bei mehrteiligen Falzmesserzylindern, mehrteiligen Schneidzylindern oder mehrteiligen Querperforationszylindern in Falzapparaten zu denken.
Wobei bei einer Verwendung des Zylinders 1 als Falzmesserzylinder die Funktionselemente 32; 33 der Zylinderteile 2; 3 als Falzmesser oder Halteelement für das Falzprodukt ausgeführt sind.
Bei Verwendung des Zylinders 1 als Schneidzylinder sind die Funktionselemente 32; 33 der Zylinderteile 2; 3 als Schneidmesser ausgeführt.
Bei Verwendung des Zylinders 1 als Querperforationszylinder sind die Funktionselemente 32; 33 der Zylinderteile 2; 3 als Perforationsmesser ausgeführt.

[Bezugszeichenliste]



[0014] 
1
Falzzylinder
2
Zylinderteil I
3
Zylinderteil II
4
Zylinderkörper I
5
Seitenscheibe
6
Seitenscheibe
7
Welle
8
Antriebsrad
9
Falzklappe
10
Kurvenkörper
11
Lager
12
Zylinderkörper II
13
Zylinderelement
14
Zylinderelement
15
Seitenscheibe
16
Seitenscheibe
17
Hülse
18
Antriebsrad
19
Falzklappe
20
Kurvenkörper
21
Lager
22
Seitenwand
23
Seitenwand
24
Hülse
25
Distanzelement
26
Deckelelement
27
Rollenhebel
28
Lager
29
Rollenhebel
30
Lagerbuchse
31
Befestigungselement
32
Funktionselement
33
Funktionselement
A
axialer Abstand



Ansprüche

1. Zylinder (1) für Falzapparate von Rotationsdruckmaschinen mit mindestens zwei in Umfangsrichtung gegeneinander verdrehbar ausgestalteten und mit auf ein Falzprodukt einwirkenden Funktionselementen (32; 33) bestückten Zylinderteilen (2; 3), bestehend aus einem auf einer Welle (7) unverdrehbar gelagerten ersten Zylinderteil (2), einem in Umfangsrichtung verdrehbar auf der Welle (7) gelagerten zweiten Zylinderteil (3), wobei die Welle (7) mit einem Ende axial fixiert in einer Seitenwand (22, 23) in einem als Festlager ausgestalteten Lager (11) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Zylinderteil (3) mit einem Abstand (A) vom ersten Zylinderteil (2) getrennt in einem vom Lager (11) der Welle (7) unabhängigen als Festlager ausgestalteten Lager (21) gelagert ist.
 
2. Zylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Welle (7) am anderen Ende in einer Hülse (17) radial verdrehbar abstützt, die an dem zweiten Zylinderteil (3) befestigt und axial fixiert in der anderen Seitenwand (22; 23) gelagert ist.
 
3. Zylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die axiale Fixierung der Zylinderteile (2; 3) mit einer Wälzlagerung (11; 21) ausgeführt ist und für die gegenseitige Verdrehung der Zylinderteile (2; 3) Gleitlagerungen (28) fungieren.
 
4. Zylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die axiale Fixierung der Zylinderteile (2; 3) und für die gegenseitige Verdrehurg der Zylinderteile (2; 3) Wälzlagerungen (11; 21; 28) fungieren.
 
5. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Falzklappenzylinder mit Falzklappen als Funktionselemente (32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
 
6. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Falzmesserzylinder mit Falzmessern oder Halteelementen für das Falzprodukt als Funktionselemente (32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
 
7. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Schneidzylinder mit Schneidmessern als Funktionselemente (32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
 
8. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) als Querperforationszylinder mit Perforationsmessern als Funktionselemente (32; 33) der Zylinderteile (2; 3) ausgeführt ist.
 




Zeichnung