[0001] Die Erfindung betrifft Maßnahmen zur Auswuchtung eines Zwillingsschraubensatzes in
achsparalleler Anordnung mit gegenläufigem außenachsigen Eingriff sowie mit Umschlingungswinkeln
von mindestens 720° in eingängiger Ausführung. Schwerpunktmittenabstand, Stirnfläche
und Umschlingungswinkel bestimmen hierbei die Größen der statischen und der dynamischen
Unwucht, die bei Schrauben mit eingängigen Profilen auftreten.
[0002] In der Offenlegungschrift Sho 62 (1987)-291486 der Fa. Taiko, Japan, wird eine Methode
zur Schraubenauswuchtung beschrieben: Zunächst wird statische Auswuchtung erreicht
durch Festsetzen der Schraubenlänge auf ganzzahlige Vielfache der Steigung. Durch
beidseitig stirnseitige Aussparungen in der Schraube, die hohl oder mit leichtem Material
gefüllt sind, wird dynamisch ausgewuchtet.
[0003] Diese Methode der Auswuchtung ist nicht durchführbar, wenn Sonderwerkstoffe verlangt
werden, die nicht gegossen werden können. Auch bei außergewöhnlichen Profilgeometrien
hat diese Methode ihre Grenzen, da einerseits die Wandstärken der Schrauben aus Stabilitätsgründen
nicht beliebig verringert werden können, andererseits eine zu große axiale Ausdehnung
der Auswuchthöhlen wegen der spiraligen Form erhebliche Fertigungsprobleme mit sich
bringt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu definieren zur Auswuchtung
eingängiger Schrauben, deren Geometrie außergewöhnlich ist oder deren Einsatz sonderwerkstoffe
fordert, ohne großen Mehraufwand in der Fertigung und ohne Gefährdung der Formstabilität.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Zwillingsschraubensatz 1, 2 (Fig.1) in achsparalleler
Anordnung mit gegenläufigem außenachsigem Eingriff sowie Umschlingungswinkeln von
mindestens 720° in eingängiger Ausführung erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Schraubenlängen nicht auf ganzzahlig Vielfache der Steigung fixiert sind. Vorzugweise
sind die Schraubenaußenkonturen im Medium-Eintrittsbereich zur Auswuchtung 3 (Fig.1)
verändert.
[0006] Ausgestaltungsmöglichkeiten sind durch Anbringen von Zusatzmassen 6 (Fig.1) im Außenbereich,
insbesondere am Pilotgetriebe sowie durch stirnseitige Answuchthöhlen 4 (Fig.2) gegeben,
deren axiale Ausdehnung zur Optimierung variiert wird.
[0007] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind :
1. Leichtere Fertigung und größere Formstabilität im Falle der Anbringung von stirnseitigen
Auswuchthöhlen, erreicht durch optimale Dimensionierung von Schraubenumschlingungswinkel,
Auswuchthöhlenumschlingungswinkel sowie Auswuchthöhlenquerschnitt.
2. Möglichkeit der Verwendung von Sonderwerkstoffen, die nicht gegossen werden können.
3. Reduzierte Schraubenoberflächen im Ausgangsbereich, was eine Temperaturreduzierung
bewirkt.
[0008] Anhand eines in den Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung
anschließend näher erläutert :
Es zeigen :
[0009]
- Fig.1:
- Einen Zwillingsschraubensatz für eine Schraubenpumpe in eingängiger Ausführung nach
der Erfindung mit Umschlingungswinkeln von 1598° und Auswuchtausnehmungen an den Schraubenaußenkonturen
im Medium-Eintrittsbereich.
- Fig.2:
- Ein Ausführungsbeispiel eines Zwillingsschraubensatzes von Fig.1 mit Auswuchthöhle
in Stirnansicht.
- Fig.3:
- Die Darstellung der spiraligen Profilschwerpunkt-Ortskurve eines Schraubenprofils
von Fig.2.
[0010] In einem Ausführungsbeispiel weisen die Zwillingsschrauben 1 und 2 (Fig.1) Längen
vom 4,439-fachen der Steigung auf, was einem Umschlingungswinkel von 1598° entspricht
(Fig.3). Das Stirnprofil 5 (Fig.2) sowie die Steigung 1 (Fig.1) bestimmen zusammen
mit der Wandstärke d (Fig.2) den größten Teil der Kontur der axial angebrachten Auswuchthöhlen
4 (Fig.2); der Kernkreis 7 (Fig.2) begrenzt diese nach dem Zentrum hin. Bei gemeinsamen
Winkelpositionen der Schwerpunkte von Vollprofil und Auswuchtfläche S
0, S
3 (Fig.2) ergibt sich der gerade Abschluß in der Auswuchtfläche zwangsläufig.
Rechnerisch wird das Problem wie folgt behandelt:
[0011] In einem rechtwinkligen Koordinatensystem mit Schraubenachse als w-Achse, und u-Achse
und v-Achse in der Ebene des mittleren Schraubenstirnschnitts wird der Schwerpunkt
S
0 (Fig.3) auf der u-Achse positioniert. Die Ausdehnung der Schraube in w-Richtung erstreckt
sich symmetrisch von -W
2...+W
2 oder in Winkeldefinition von -α
2...+α
2, bei einer Beziehung α
2 = (2π/l)·W
2 (II), wobei 2α
2 der Umschlingungswinkel der Schraube und π = Kreiszahl = 3,1415... bedeuten.
[0012] Die Bereiche der stirnseitigen Auswuchthöhlen sind bei -W
2...- W
1 und + W
1...+ W
2, was Winkelpositionen von -α
2...-α
1 und +α
1...+α
2 mit α
1= (2π/l)·W
1 (I) entspricht.
[0013] Die jeweiligen Umschlingungswinkel einer Auswuchthöhle betragen also α
3 = α
2-α
1 (III).
[0014] Bei symmetrischen Auswuchthöhlen mit einem konstanten Wert g
3 des Produktes aus Fläche f
3 und Schwerpunktmittenabstand r
3 (Fig.2) (g
3 = f
3 · r
3 = Konstant (IV) ) führen die Forderungen nach statischer und dynamischer Auswuchtung
zu den Formeln

und

wobei g
0 das Produkt aus Vollprofilfläche f
0 und zugehörigem Schwerpunktmittenabstand r
0 (Fig.2) bedeutet, α
2 und α
1 im Bogenmaß einzusetzen sind und g
3 der obenstehenden Definition entspricht.
[0015] Gleichung (V) liefert für jeden beliebigen Schraubenumschlingungswinkel 2α
2 (mit α
2 > 2π) mindestens eine Lösung für α
1; aus α
1 und α
2 folgen die Abmessungen der Auswuchthöhle: Aus (III) der Umschlingungswinkel und aus
(VI) der Soll-Querschnitt g
3.
[0016] Aus Fertigungsgründen soll der Umschlingungswinkel α
3 der Auswuchthöhle möglichst klein sein; es wird bei mehreren Lösungen für α
1 also der größte Wert mit α
1 < α
2 eingesetzt. Genaue Untersuchungen zeigen, daß die ungünstigsten Verhältnisse bei
Schraubenlängen von ganzzahligen vielfachen der Steigung auftreten, bei 2W
2 = 2L, 3L, 4L, 5L ... K·L, entsprechend der Ausführung gemäß o.a. Offenlegungsschrift:
Der Auswuchthöhlenumschlingungswinkel beträgt dort α
3 = π, der Dynamik-Kennwert g
3 erreicht ein Maximum, was eine maximale Auswuchthöhle erfordert :

d.h. für eine Schraubenlänge der 4-fachen Steigung

[0017] Für die Ausführung der hier beschriebenen Erfindung werden Schrauben mit Umschlingungswinkeln
von 2α
2 = 5π, 7π, 9π... entsprechend Schraubenlängen von 2W
2 = 5·l/2, 7·l/2, 9·l/2 gewählt.
[0018] Die Auswuchthöhlenumschlingungswinkel sind dann ebenfalls α
3 = π, der Dynamik-Kennwert g
3 erreicht hier jedoch ein Minimum, was eine minimale Auswuchthöhle bedeutet :

[0019] Verstärkungsrippen am Ende der Auswuchthöhlen führen zu asymmetrischen Verhältnissen,
die teilweise durch Korrektur der Umschlingungswinkel 2α
2, α
3 aufgefangen werden.
[0020] Als weitere Maßnahme zur Auswuchtung werden die Schrauben 1, 2 an den passiven AuBenkonturteilen
an der Saugseite verändert. Der Passivbereich 3 (Fig.1) erstreckt sich bei beiden
Schrauben über alle Teile, die weder zur Bildung der ersten saugseitigen Arbeitszelle
noch zur Aufrechterhaltung der Stabilität erforderlich sind. Diese äußere Auswuchtung
kann alternativ oder in Kombination mit einer oder mehreren stirnseitigen Auswuchthöhlen
eingesetzt werden.
[0021] In einer Untervariante werden äußere Auswucht-Zusatzmassen 6 (Fig.1) im Bereich des
Pilotgetriebes eingesetzt.
1. Zwillingsschraubensatz für Schraubenpumpe in achsparalleler Anordnung mit gegenläufigem
aussenachsigem Eingriff sowie mit Umschlingungswinkeln von mindestens 720° in eingängiger
Ausführung, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenlängen kein ganzzahlig vielfaches von der Steigung sind.
2. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenlänge um ein ganzzahlig vielfaches der Steigung grösser ist als das
1½- fache der Steigung.
3. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenaussenkonturen im Medium-Eintrittsbereich zur Auswuchtung verändert
sind, wobei die Schraubenaussenkonturen an den passiven Aussenkonturteilen an der
Saugseite verändert sind.
4. Zwillingsschraubensatz gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Ende der Schrauben eine innere Auswuchthöhle (4) aufweist.
5. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Enden eine Auwuchthöhle (4) aufweisen.
6. Zwillingsschraubensatz gemäss Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschlingungswinkel der Auswuchthöhlen zur optimalen Abstimmung variiert werden.
7. Zwillingsschraubensatz gemäss einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Zusatzmassen (6) im Aussenbereich, am Pilotgetriebe angebracht sind.
1. Twin screw system for a screw pump in axis-parallel arrangement, with counter-running
outer axis engagement, and with angles of contact of at least 720°, in single flight
design, characterised in that the screw lengths are not integer multiples of the pitch.
2. Twin screw system according to claim 1, characterised in that the screw length is greater by an integer multiple of the pitch than 1½ times the
pitch.
3. Twin screw system according to claim 1 or 2, characterised in that the screw outer contours are modified in the medium inlet area, wherein the screw
outer contours are modified at the passive outer contour parts on the suction side.
4. Twin screw system according to any of claims 1 to 3, characterised in that at least one end of the screw is provided with an inner balancing hollow (4).
5. Twin screw system according to claim 4, characterised in that both screw ends are provided with a balancing hollow (4).
6. Twin screw system according to claim 4 or 5, characterised in that the winding angles of the balancing hollows can be varied for optimum adaptation.
7. Twin screw system according to any of claims 3 to 6, characterised in that additional masses (6) are applied in the outer area, at the pilot gear.
1. Système de vis jumelées destiné à une pompe à vis selon un agencement à axes parallèles
présentant un engrènement contrarotatif externe et des angles d'enroulement d'au moins
720° dans le mode de réalisation à un filet, caractérisé en ce que la longueur des vis n'est pas un multiple entier du pas.
2. Système de vis jumelées selon la revendication 1, caractérisé en ce que la longueur des vis est supérieure d'un multiple entier du pas à 1,5 fois le pas.
3. Système de vis jumelées selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les contours extérieurs des vis sont modifiés dans la zone où pénètre le milieu,
en vue de l'équilibrage, les contours extérieurs des vis étant modifiés au niveau
des parties passives des contours extérieurs du côté aspiration.
4. Système de vis jumelées selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins une extrémité des vis présente une cavité d'équilibrage (4) interne.
5. Système de vis jumelées selon la revendication 4, caractérisé en ce que les deux extrémités présentent une cavité d'équilibrage (4).
6. Système de vis jumelées selon la revendication 4 ou la revendication 5, caractérisé en ce que l'angle d'enroulement des cavités d'équilibrage est modulé afin d'atteindre un réglage
optimal.
7. Système de vis jumelées selon l'une quelconque des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que des masses additionnelles (6) sont apposées dans la zone extérieure au niveau de
l'engrenage d'entraînement.