(19)
(11) EP 0 865 575 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.12.2002  Patentblatt  2002/49

(21) Anmeldenummer: 96920676.2

(22) Anmeldetag:  08.07.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7F04C 2/16
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH9600/250
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9702/1925 (19.06.1997 Gazette  1997/26)

(54)

ZWILLINGSSCHRAUBENSATZ

DOUBLE WORM SYSTEM

SYSTEME A VIS JUMELEES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB IE IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 11.12.1995 CH 348795
21.12.1995 CH 362795

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.09.1998  Patentblatt  1998/39

(73) Patentinhaber: Ateliers Busch S.A.
2906 Chevenez (CH)

(72) Erfinder:
  • BECHER, Ulrich
    CH-2900 Porrentruy (CH)

(74) Vertreter: Ganguillet, Cyril 
ABREMA Agence Brevets & Marques Ganguillet & Humphrey Avenue du Théâtre 16 Case postale 2065
1002 Lausanne
1002 Lausanne (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 2 714 314
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 12, no. 182 (M-702), 27.Mai 1998 & JP,A,62 291486 (TAIKO KIKAI KOGYO), 18.Dezember 1987, in der Anmeldung erwähnt
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft Maßnahmen zur Auswuchtung eines Zwillingsschraubensatzes in achsparalleler Anordnung mit gegenläufigem außenachsigen Eingriff sowie mit Umschlingungswinkeln von mindestens 720° in eingängiger Ausführung. Schwerpunktmittenabstand, Stirnfläche und Umschlingungswinkel bestimmen hierbei die Größen der statischen und der dynamischen Unwucht, die bei Schrauben mit eingängigen Profilen auftreten.

[0002] In der Offenlegungschrift Sho 62 (1987)-291486 der Fa. Taiko, Japan, wird eine Methode zur Schraubenauswuchtung beschrieben: Zunächst wird statische Auswuchtung erreicht durch Festsetzen der Schraubenlänge auf ganzzahlige Vielfache der Steigung. Durch beidseitig stirnseitige Aussparungen in der Schraube, die hohl oder mit leichtem Material gefüllt sind, wird dynamisch ausgewuchtet.

[0003] Diese Methode der Auswuchtung ist nicht durchführbar, wenn Sonderwerkstoffe verlangt werden, die nicht gegossen werden können. Auch bei außergewöhnlichen Profilgeometrien hat diese Methode ihre Grenzen, da einerseits die Wandstärken der Schrauben aus Stabilitätsgründen nicht beliebig verringert werden können, andererseits eine zu große axiale Ausdehnung der Auswuchthöhlen wegen der spiraligen Form erhebliche Fertigungsprobleme mit sich bringt.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu definieren zur Auswuchtung eingängiger Schrauben, deren Geometrie außergewöhnlich ist oder deren Einsatz sonderwerkstoffe fordert, ohne großen Mehraufwand in der Fertigung und ohne Gefährdung der Formstabilität.

[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Zwillingsschraubensatz 1, 2 (Fig.1) in achsparalleler Anordnung mit gegenläufigem außenachsigem Eingriff sowie Umschlingungswinkeln von mindestens 720° in eingängiger Ausführung erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schraubenlängen nicht auf ganzzahlig Vielfache der Steigung fixiert sind. Vorzugweise sind die Schraubenaußenkonturen im Medium-Eintrittsbereich zur Auswuchtung 3 (Fig.1) verändert.

[0006] Ausgestaltungsmöglichkeiten sind durch Anbringen von Zusatzmassen 6 (Fig.1) im Außenbereich, insbesondere am Pilotgetriebe sowie durch stirnseitige Answuchthöhlen 4 (Fig.2) gegeben, deren axiale Ausdehnung zur Optimierung variiert wird.

[0007] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind :

1. Leichtere Fertigung und größere Formstabilität im Falle der Anbringung von stirnseitigen Auswuchthöhlen, erreicht durch optimale Dimensionierung von Schraubenumschlingungswinkel, Auswuchthöhlenumschlingungswinkel sowie Auswuchthöhlenquerschnitt.

2. Möglichkeit der Verwendung von Sonderwerkstoffen, die nicht gegossen werden können.

3. Reduzierte Schraubenoberflächen im Ausgangsbereich, was eine Temperaturreduzierung bewirkt.



[0008] Anhand eines in den Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung anschließend näher erläutert :

Es zeigen :



[0009] 
Fig.1:
Einen Zwillingsschraubensatz für eine Schraubenpumpe in eingängiger Ausführung nach der Erfindung mit Umschlingungswinkeln von 1598° und Auswuchtausnehmungen an den Schraubenaußenkonturen im Medium-Eintrittsbereich.
Fig.2:
Ein Ausführungsbeispiel eines Zwillingsschraubensatzes von Fig.1 mit Auswuchthöhle in Stirnansicht.
Fig.3:
Die Darstellung der spiraligen Profilschwerpunkt-Ortskurve eines Schraubenprofils von Fig.2.


[0010] In einem Ausführungsbeispiel weisen die Zwillingsschrauben 1 und 2 (Fig.1) Längen vom 4,439-fachen der Steigung auf, was einem Umschlingungswinkel von 1598° entspricht (Fig.3). Das Stirnprofil 5 (Fig.2) sowie die Steigung 1 (Fig.1) bestimmen zusammen mit der Wandstärke d (Fig.2) den größten Teil der Kontur der axial angebrachten Auswuchthöhlen 4 (Fig.2); der Kernkreis 7 (Fig.2) begrenzt diese nach dem Zentrum hin. Bei gemeinsamen Winkelpositionen der Schwerpunkte von Vollprofil und Auswuchtfläche S0, S3 (Fig.2) ergibt sich der gerade Abschluß in der Auswuchtfläche zwangsläufig.

Rechnerisch wird das Problem wie folgt behandelt:



[0011] In einem rechtwinkligen Koordinatensystem mit Schraubenachse als w-Achse, und u-Achse und v-Achse in der Ebene des mittleren Schraubenstirnschnitts wird der Schwerpunkt S0 (Fig.3) auf der u-Achse positioniert. Die Ausdehnung der Schraube in w-Richtung erstreckt sich symmetrisch von -W2...+W2 oder in Winkeldefinition von -α2...+α2, bei einer Beziehung α2 = (2π/l)·W2 (II), wobei 2α2 der Umschlingungswinkel der Schraube und π = Kreiszahl = 3,1415... bedeuten.

[0012] Die Bereiche der stirnseitigen Auswuchthöhlen sind bei -W2...- W1 und + W1...+ W2, was Winkelpositionen von -α2...-α1 und +α1...+α2 mit α1= (2π/l)·W1 (I) entspricht.

[0013] Die jeweiligen Umschlingungswinkel einer Auswuchthöhle betragen also α3 = α21 (III).

[0014] Bei symmetrischen Auswuchthöhlen mit einem konstanten Wert g3 des Produktes aus Fläche f3 und Schwerpunktmittenabstand r3 (Fig.2) (g3 = f3 · r3 = Konstant (IV) ) führen die Forderungen nach statischer und dynamischer Auswuchtung zu den Formeln

und

wobei g0 das Produkt aus Vollprofilfläche f0 und zugehörigem Schwerpunktmittenabstand r0 (Fig.2) bedeutet, α2 und α1 im Bogenmaß einzusetzen sind und g3 der obenstehenden Definition entspricht.

[0015] Gleichung (V) liefert für jeden beliebigen Schraubenumschlingungswinkel 2α2 (mit α2 > 2π) mindestens eine Lösung für α1; aus α1 und α2 folgen die Abmessungen der Auswuchthöhle: Aus (III) der Umschlingungswinkel und aus (VI) der Soll-Querschnitt g3.

[0016] Aus Fertigungsgründen soll der Umschlingungswinkel α3 der Auswuchthöhle möglichst klein sein; es wird bei mehreren Lösungen für α1 also der größte Wert mit α1 < α2 eingesetzt. Genaue Untersuchungen zeigen, daß die ungünstigsten Verhältnisse bei Schraubenlängen von ganzzahligen vielfachen der Steigung auftreten, bei 2W2 = 2L, 3L, 4L, 5L ... K·L, entsprechend der Ausführung gemäß o.a. Offenlegungsschrift: Der Auswuchthöhlenumschlingungswinkel beträgt dort α3 = π, der Dynamik-Kennwert g3 erreicht ein Maximum, was eine maximale Auswuchthöhle erfordert :

d.h. für eine Schraubenlänge der 4-fachen Steigung



[0017] Für die Ausführung der hier beschriebenen Erfindung werden Schrauben mit Umschlingungswinkeln von 2α2 = 5π, 7π, 9π... entsprechend Schraubenlängen von 2W2 = 5·l/2, 7·l/2, 9·l/2 gewählt.

[0018] Die Auswuchthöhlenumschlingungswinkel sind dann ebenfalls α3 = π, der Dynamik-Kennwert g3 erreicht hier jedoch ein Minimum, was eine minimale Auswuchthöhle bedeutet :



[0019] Verstärkungsrippen am Ende der Auswuchthöhlen führen zu asymmetrischen Verhältnissen, die teilweise durch Korrektur der Umschlingungswinkel 2α2, α3 aufgefangen werden.

[0020] Als weitere Maßnahme zur Auswuchtung werden die Schrauben 1, 2 an den passiven AuBenkonturteilen an der Saugseite verändert. Der Passivbereich 3 (Fig.1) erstreckt sich bei beiden Schrauben über alle Teile, die weder zur Bildung der ersten saugseitigen Arbeitszelle noch zur Aufrechterhaltung der Stabilität erforderlich sind. Diese äußere Auswuchtung kann alternativ oder in Kombination mit einer oder mehreren stirnseitigen Auswuchthöhlen eingesetzt werden.

[0021] In einer Untervariante werden äußere Auswucht-Zusatzmassen 6 (Fig.1) im Bereich des Pilotgetriebes eingesetzt.


Ansprüche

1. Zwillingsschraubensatz für Schraubenpumpe in achsparalleler Anordnung mit gegenläufigem aussenachsigem Eingriff sowie mit Umschlingungswinkeln von mindestens 720° in eingängiger Ausführung, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenlängen kein ganzzahlig vielfaches von der Steigung sind.
 
2. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenlänge um ein ganzzahlig vielfaches der Steigung grösser ist als das 1½- fache der Steigung.
 
3. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenaussenkonturen im Medium-Eintrittsbereich zur Auswuchtung verändert sind, wobei die Schraubenaussenkonturen an den passiven Aussenkonturteilen an der Saugseite verändert sind.
 
4. Zwillingsschraubensatz gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Ende der Schrauben eine innere Auswuchthöhle (4) aufweist.
 
5. Zwillingsschraubensatz nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Enden eine Auwuchthöhle (4) aufweisen.
 
6. Zwillingsschraubensatz gemäss Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschlingungswinkel der Auswuchthöhlen zur optimalen Abstimmung variiert werden.
 
7. Zwillingsschraubensatz gemäss einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Zusatzmassen (6) im Aussenbereich, am Pilotgetriebe angebracht sind.
 


Claims

1. Twin screw system for a screw pump in axis-parallel arrangement, with counter-running outer axis engagement, and with angles of contact of at least 720°, in single flight design, characterised in that the screw lengths are not integer multiples of the pitch.
 
2. Twin screw system according to claim 1, characterised in that the screw length is greater by an integer multiple of the pitch than 1½ times the pitch.
 
3. Twin screw system according to claim 1 or 2, characterised in that the screw outer contours are modified in the medium inlet area, wherein the screw outer contours are modified at the passive outer contour parts on the suction side.
 
4. Twin screw system according to any of claims 1 to 3, characterised in that at least one end of the screw is provided with an inner balancing hollow (4).
 
5. Twin screw system according to claim 4, characterised in that both screw ends are provided with a balancing hollow (4).
 
6. Twin screw system according to claim 4 or 5, characterised in that the winding angles of the balancing hollows can be varied for optimum adaptation.
 
7. Twin screw system according to any of claims 3 to 6, characterised in that additional masses (6) are applied in the outer area, at the pilot gear.
 


Revendications

1. Système de vis jumelées destiné à une pompe à vis selon un agencement à axes parallèles présentant un engrènement contrarotatif externe et des angles d'enroulement d'au moins 720° dans le mode de réalisation à un filet, caractérisé en ce que la longueur des vis n'est pas un multiple entier du pas.
 
2. Système de vis jumelées selon la revendication 1, caractérisé en ce que la longueur des vis est supérieure d'un multiple entier du pas à 1,5 fois le pas.
 
3. Système de vis jumelées selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les contours extérieurs des vis sont modifiés dans la zone où pénètre le milieu, en vue de l'équilibrage, les contours extérieurs des vis étant modifiés au niveau des parties passives des contours extérieurs du côté aspiration.
 
4. Système de vis jumelées selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins une extrémité des vis présente une cavité d'équilibrage (4) interne.
 
5. Système de vis jumelées selon la revendication 4, caractérisé en ce que les deux extrémités présentent une cavité d'équilibrage (4).
 
6. Système de vis jumelées selon la revendication 4 ou la revendication 5, caractérisé en ce que l'angle d'enroulement des cavités d'équilibrage est modulé afin d'atteindre un réglage optimal.
 
7. Système de vis jumelées selon l'une quelconque des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que des masses additionnelles (6) sont apposées dans la zone extérieure au niveau de l'engrenage d'entraînement.
 




Zeichnung