[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Strangpressvorrichtung zur Herstellung eines
Profilstranges aus einem Presskörper aus einem wenigstens teilweise metallischen Werkstoff,
wobei die Strangpressvorrichtung einen Rezipienten mit einer den Presskörper aufnehmenden
Rezipientenkammer, einen Stempel, eine formgebende Umformkammer und/oder Matrize und
eine zwischen der Rezipientenkammer und der Matrize oder Umformkammer angeordnete
Heizeinrichtung enthält, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Metallprofilstranges.
[0002] Die Herstellung von Metallprofilen mittels Strangpressverfahren ist in der Fachwelt
bekannt, wobei jedoch die Fertigung von Grossprofilen aus Aluminiumlegierungen mit
einer Breite von mehr als 700 mm mit vielen technischen Problemen behaftet ist.
[0003] Ferner können mit der bekannten Presstechnologie Wanddicken der Profile von weniger
als 2 mm kaum realisiert werden. Im Hinblick auf Gewichts- und Kosteneinsparungen
wäre es jedoch höchst wünschenswert, die Wandstärken bei Profilen zu verringern, d.h.
unter Einhaltung üblicher geometrischer Profiltoleranzen Wandstärken von weniger als
1 mm zu erreichen. Die limitierte Presskraft sowie die durch die Temperaturverteilung
und Fliessgeschwindigkeiten begrenzten Möglichkeiten einer gleichmässigen Metallverteilung
sind die wesentlichen Faktoren, die bei Anwendung der heutigen Presstechnologie der
Herstellung von sehr dünnwandigen Profilen entgegenstehen.
[0004] Der heutigen Presstechnologie sind jedoch auch bei der Herstellung von Profilen mittlerer
oder kleinerer Breite hinsichtlich der zu verarbeitenden Werkstoffe sowie der zu erzeugenden
Querschnittsdimensionen gewisse Grenzen gesetzt. So sind beispielsweise harte Aluminiumlegierungen
mit den heute in konventionellen Strangpressen üblichen Presskräften kaum oder nur
sehr schwer zu verpressen. Diese Einschränkung gilt in besonderem Mass für die Herstellung
von Hohlprofilen, insbesondere von Mehrkammerhohlprofilen. Hinzu kommen oft ungenügende
Masstoleranzen sowie eine schlechte Metallverteilung, die sich vor allem durch eine
ungenügende Formfüllung bei Profilpartien mit kleinen Querschnittsdimensionen bemerkbar
macht.
[0005] Die Verarbeitung von partikelverstärkten Verbundwerkstoffen aus einer Metallmatrix
mit in dieser in disperser Form vorliegenden Partikeln oder Fasern aus nichtmetallischen
hochschmelzenden Materialien durch Strangpressen führt zu vergleichbaren Problemen
wie die oben erwähnte Verarbeitung harter Legierungen. In WO-A-87/06624, WO-A-91/02098
und WO-A-92/01821 ist die Herstellung dieser sogenannten "Metal Matrix Composites"
ausführlich beschrieben. Hierbei werden grundsätzlich zunächst die in die Metallmatrix
einzuführenden Partikel homogen in eine Legierungsschmelze eingerührt. Der schmelzflüssige
Verbundwerkstoff wird nachfolgend z.B. durch Stranggiessen in ein für die Weiterverarbeitung
durch Strangpressen geeignetes Format vergossen.
[0006] Die WO98/19803 schlägt zur Lösung der genannten Probleme ein Strangpressverfahren
vor, in welchem der Presskörper im teilfesten/teilflüssigen Zustand zum Profilstrang
verformt wird. Zur Erreichung eines teilflüssigen Zustandes wird das Presskörpermaterial
vor der Umformung durch die beheizbaren Durchflusskanäle eines Heizelementes gepresst.
Das Verpressen des anfänglich noch festen Presskörpermaterials durch die Durchflusskanäle
erfordert jedoch sehr grosse Presskräfte und es entsteht ein ausgeprägter Druckabfall
im Bereich dieser Durchflusskanäle. Neben den grossen aufzuwendenden Presskräften
wird auch die Steuerung des Pressvorganges, bedingt durch den lokal ausgeprägten Druckabfall,
erheblich erschwert. Ferner ist die Flüssiganteilverteilung des nach Durchlauf des
Heizelementes in teilfestem/teilflüssigen Zustand vorliegenden Presskörpermaterials
schwer zu regulieren und in der Regel inhomogen.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das vorgenannte Verfahren zu verbessern,
und den Pressdruckabfall im Heizelement zu reduzieren. Ferner soll das Verpressen
von Presskörpern aus thixotropen Legierungen im teilfesten/teilflüssigen Zustand unter
Erreichung einer möglichst homogenen Verteilung des Flüssiganteils vereinfacht werden.
[0008] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt, dass die Heizeinrichtung eine in
Pressrichtung mittelbar oder unmittelbar im Anschluss an den Rezipienten angeordnete,
aus einem Hohlkörper gebildete Heizkammer mit wenigstens einem ersten und einem zweiten
Heizkammerabschnitt mit Heizkammerwänden und Mittel zur Beheizung der Heizkammerwände
enthält und der erste Heizkammerabschnitt jeweils einen grösseren Querschnittsdurchmesser
aufweist als der in Pressrichtung x unmittelbar anschliessende zweite Heizkammerabschnitt.
[0009] Weiterbildende Ausführungen der abhängigen Ansprüche sind Teil der Beschreibung.
[0010] Die Heizkammer enthält vorzugsweise weniger als fünf, vorteilhaft weniger als vier,
und insbesondere zwei Heizkammerabschnitte. Wenigstens einer der Heizkammerabschnitte,
vorzugsweise alle Heizkammerabschnitte, sind von grösserem Querschnittsdurchmesser
als der unmittelbar in Pressrichtung x an diesen anschliessenden Heizkammerabschnitt,
sinnvollerweise mit Ausnahme des ersten Heizkammerabschnittes. Der Übergangsbereich
zwischen zwei Heizkammerabschnitten mit unterschiedlichem Querschnittsdurchmesser
zeichnet sich vorzugsweise durch eine sprunghafte, vollumfängliche oder teilumfängliche
Querschnittsverengung aus. Die Querschnittsverengung ist in besonders bevorzugter
Ausbildung der Erfindung als ein sich über den gesamten Umfang oder einen Teilumfang
des Heizkammerquerschnittes erstreckender Absatz oder Stufe ausgebildet. Sind mehrere
Heizkammerabschnitte vorgesehen, so können in allen oder mehreren Übergangsbereichen
zwischen zwei Heizkammerabschnitten eine sprunghafte Querschnittsverengung, z.B. in
Form eines Absatzes oder einer Stufe vorgesehen sein, wobei wie oben beschrieben die
Querschnittsverengung in Pressrichtung x erfolgt.
[0011] Die Querschnittsverengung kann auch kontinuierlich, z. B. trichterförmig, verlaufen
und gegebenenfalls ein Rauhigkeitsmuster aufweisen. Ferner kann eine Querschnittsverengung
auch mehrstufig verlaufen.
[0012] Die Querschnittsverengung beträgt vorzugsweise jeweils rund 5 bis 40%, vorteilhaft
15 bis 30% und insbesondere 20 bis 30% des Querschnittsdurchmessers des vorangehenden
Heizkammerabschnittes. Die gesamte Heizkammerlänge entspricht vorzugsweise dem 2-
bis 4-fachen, insbesondere dem 2,5- bis 3,5-fachen, der Presskörperlänge.
[0013] Die Querschnittsform und der Querschnittsdurchmesser des an die Rezipientenkammer
anschliessenden ersten Heizkammerabschnittes entspricht im wesentlichen, vorzugsweise
exakt, der Querschnittsform und dem Querschnittsdurchmesser der Rezipientenkammer.
Der Presskörper liegt vorzugsweise in Form eines Bolzens vor, wobei die Querschnittsform
der Rezipientenkammer sowie des an die Rezipientenkammer angrenzenden ersten Heizkammerabschittes
kreiszylinderförmig sind. Die nachfolgenden Heizkammerabschnitte sind vorzugsweise
ebenfalls kreiszylinderförmig. Die Querschnittsformen der Heizkammerabschnitte, insbesondere
der in Matrizennähe angeordneten Heizkammerabschnitte können auch anders ausgestaltet
und z.B. ellipsenförmig sein.
[0014] Die Querschnittsformen der Heizkammerabschnitte können in spezieller Ausführung der
Erfindung auch dem Profilquerschnitt des Profilstranges angenähert sein. In bevorzugter
Ausführung entspricht ein erster Heizkammerabschnitt der Querschnittsform und dem
Querschnittsdurchmesser der Rezipientenkammer und die nachfolgenden Heizkammerabschnitte,
insbesondere der oder die der Matrize nächst anliegenden Heizkammerabschnitte, weisen
eine in Pressrichtung x stufenweise Annäherung ihrer Querschnittsform und ihres Querschnittsdurchmessers
an den Profilquerschnitt auf. Die Annäherung der Presskörperform an den Profilquerschnitt
vor dem eigentlichen Umformschritt in der Matrize bewirkt eine Reduktion der an der
Matrize aufzuwendenden Presskraft zum Verpressen des Presskörpermaterials. Weist ein
Heizkammerabschnitt keinen kreiszylinderförmigen Querschnitt auf, so ist unter Querschnittsdurchmesser
ein mittlerer Querschnittsdurchmesser zu verstehen.
[0015] Die Heizkammer einer erfindungsgemässen Strangpressvorrichtung zur Herstellung eines
rechteckförmigen Profilstranges kann z.B. einen der Rezipientenkammer anliegenden
kreizylinderförmigen ersten Heizkammerabschnitt und einen an die Matrize anstossenden
ellipsenförmigen, dem Profilquerschnitt angenäherten Heizkammerabschnitt aufweisen.
[0016] Die Heizkammer wird vorzugsweise durch einen wärmefesten, metallischen Hohlzylinder,
insbesondere durch einen Hohlzylinder aus Stahl, ausgebildet. Der Hohlzylinder ist
vorzugsweise aus einem ferromagnetischen Stahl und insbesondere aus einem Nickel-Cobalt-Chromstahl.
[0017] Die Rezipientenkammer und insbesondere die Heizkammer sind vorzugsweise mit einer
hitzefesten Isolationsverkleidung ummantelt. Die Isolationsverkleidung enthält vorzugsweise
einen keramischen Werkstoff oder ist aus einem keramischen Werkstoff geschaffen. Die
Isolationsverkleidung ist besonders bevorzugt aus einem mit Kohlenfasern verstärkten
keramischen Werkstoff mit hohem Isolationsvermögen.
[0018] Die Beheizung der Heizkammerwände erfolgt vorzugsweise über induktive Erwärmung.
Die Heizkammer bzw. der metallische Hohlzylinder der Heizkammer ist dazu vorzugsweise
mit einer Induktionswicklung umgeben. Die Induktionsschlaufen sind insbesondere spiralförmig
um den mit der Isolationsverkleidung versehenen metallischen Hohlzylinder gelegt.
Das angelegte Induktionsfeld bewirkt insbesondere die Erwärmung des metallischen Hohlzylinders
und somit der Heizkammerwände. Die Beheizung der Heizkammerwände kann gegebenenfalls
auch mittels anderen Heizmethoden, wie Widerstandsheizung, erfolgen.
[0019] Der Rezipient bzw. die Rezipientenkammerwand weist vorzugsweise ebenfalls Heizelemente,
wie z.B. Heizdrähte, zur Beheizung des in die Rezipientenkammer eingeführten Presskörpers
auf, wobei die Wärmeübertragung über die Rezipientenkammerwand auf den Presskörper
erfolgt.
[0020] In besonderer Ausführung der Erfindung weist die innere, dem Presskörpermaterial
zugewandte Wand der Heizkammer Reliefstrukturen, vorzugsweise im wesentlichen in Pressrichtung
verlaufende Rippen oder Nuten, insbesondere in Pressrichtung ausgerichtete, spiralförmig
die Wand umlaufende Rippen bzw. Nuten, auf. Die genannten Rippen, Nuten bzw. Reliefstrukturen
tragen zu einer Oberflächenvergrösserung der Heizkammerwände bei und bewirken eine
bessere Wärmeübertragung aus den Heizkammerwänden in das Presskörpermaterial. Die
Ausrichtung der Reliefstrukturen in Pressrichtung bewirkt geringere Reibungsverluste,
wodurch der Druckabfall innerhalb der Heizkammer in Grenzen bleibt.
[0021] Im mittelbaren oder unmittelbaren Anschluss an die Heizkammer folgt vorzugsweise
die Matrize mit ihrem formgebenden Matrizendurchbruch. Die Matrize weist vorzugsweise
eine trichterförmige Verengung des Querschnittes zur Matrizenöffnung hin auf.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist im Anschluss an die Heizkammer
eine, gegebenenfalls ebenfalls beheizte, insbesondere induktiv beheizte, Umformkammer
angeordnet, in welcher das vorgewärmte und insbesondere teilflüssige/teilfeste Presskörpermaterial
zu einem Profilstrang verformt wird. Die Umformkammer kann auch als Teil der Heizkammer
am in Pressrichtung x endseitigen Abschnitt der Heizkammer in Form eines weiteren
Heizkammerabschnittes ausgebildet sein.
[0023] Im Anschluss an die Umformkammer kann eine gekühlte Kokille vorgesehen sein, in welcher
der erwärmte und insbesondere teilflüssige/teilfeste Profilstrang verfestigt wird.
Eine solche Kokille, welche in ihrem Aufbau grundsätzlich einer konventionellen Stranggiesskokille
entsprechen kann, ist zweckmässig mit einer Kühleinrichtung zur indirekten Kühlung
des durch Kontakt mit der Kokillenwand erstarrenden Metallstranges ausgestattet.
[0024] Bevorzugt geht die Umformkammerwand mit einer stetigen Krümmung in die Kokillenwand
über. Zur Herstellung von Hohlprofilen kann die Umformkammer in gleicher Weise wie
beim herkömmlichen Strangpressen mit einem entsprechenden Dorneinsatz versehen sein.
Zwischen Umformkammer und der gekühlten Kokille ist bevorzugt ein Zwischenelement
bzw. -schicht aus einem wärmeisolierenden Material angeordnet.
[0025] Im Anschluss an die Umformkammer oder Kokille ist bevorzugt eine Matrize angeordnet,
in welcher der Profilstrang zur Endform verformt wird. Auf die Matrize kann aber in
dieser Anwendung optional auch verzichtet werden. Nähere Details zur Anordnung und
zum Aufbau von Umformkammer und Kokille sind aus der WO 98/19803 zu entnehmen, welche
hiermit in ihrem gesamten Umfang Teil der Offenbarung ist.
[0026] Zur Abkühlung des aus der Matrize austretenden Profilstranges können Mittel zur Direktkühlung
mit z.B. einem Kühlmittel, vorzugsweise eine Kühleinrichtung mit vollständiger Verdampfung
eines auf den Profilstrang aufgebrachten Kühlmittels, vorgesehen sein.
[0027] Da der Druck auf den Presskörper, d.h. die Presskraft, z.B. infolge der bei Spezialzusätzen
erforderlichen hohen Rezipiententemperatur von bis zu 600°C nicht beliebig erhöht
werden kann, ist in einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemässen Vorrichtung
vorgesehen, das Verpressen des Presskörpers zum Profilstrang durch eine am Profilstrang
angreifende Zugkraft zu unterstützen. Zum Anlegen einer Zugkraft k an den Profilstrang
kann z.B. eine Auszieheinrichtung vorgesehen sein.
[0028] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Profilstranges aus
einem Presskörper aus einem wenigstens teilweise metallischen Werkstoff, wobei der
Presskörper in die Rezipientenkammer eines Rezipienten eingeführt und mittels Stempel
unter Ausübung eines Pressdruckes über eine formgebende Umformkammer und/oder Matrize
zu einem Profilstrang verpresst wird, wobei das Presskörpermaterial vor dem Verpressen
zu einem Profilstrang vorgewärmt und insbesondere in einen teilfesten/teilflüssigen
Zustand gebracht wird.
[0029] Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass der Presskörper aus der Rezipientenkammer
in die Heizkammer einer Heizeinrichtung geführt wird und über induktiv beheizte Heizkammerwände
vorgewärmt wird und die Heizkammer wenigstens einen ersten und zweiten Heizkammerabschnitt
enthält, und der in Pressrichtung x zweite Heizkammerabschnitt unter Ausbildung einer
Querschnittsverengung einen kleineren Querschnittsdurchmesser aufweist als der vorangehende
erste Heizkammerabschnitt und an der Querschnittsverengung entgegen der Pressrichtung
x eine strömungsarme Zone ausgebildet wird, in welcher vorgewärmtes und insbesondere
teilflüssiges oder flüssiges Presskörpermaterial zurückgehalten wird.
[0030] Das Vorwärmen des Presskörpers in der Heizkammer dient der Erweichung des Presskörpers
bzw. der Erhöhung seiner Duktilität und bei thixotropen Legierungen der Überführung
des Presskörpers in einen teilfesten/teilflüssigen Zustand.
[0031] Der Presskörper wird vorzugsweise in der Rezipientenkammer auf eine Temperatur von
kleiner oder gleich der Solidustemperatur erwärmt oder, sofern dieser bereits vorgewärmt
ist, weiter aufgeheizt oder auf seiner Vorwärmtemperatur gehalten. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung erlaubt jedoch insbesondere nicht vorgewärmte Presskörper zu verarbeiten.
[0032] Mittels Stempel wird der Presskörper unter Anwendung eines Pressdruckes von der Reziepientenkammer
kontinuierlich in die Heizkammer geführt, wobei der Stempel vorzugsweise nur bis ans
Ende der Rezipientenkammer vorgefahren wird. Die Vortriebsgeschwindigkeit kann z.B.
rund 5-10 mm/s betragen.
[0033] Der Presskörper wird über die Kontaktflächen zur induktiv beheizten Heizkammerwand
weiter aufgeheizt, vorzugsweise auf eine Temperatur, die über der Solidustemperatur
liegt. Die induktive Leistung ist so ausgelegt, dass vorzugsweise nur der metallische
Hohlzylinder der Heizkammer und gegebenenfalls die an die Heizkammerwand angrenzende
Randzone des Presskörpermaterials direkt induktiv aufgeheizt werden. Es kann auch
vorgesehen sein, dass der gesamte Presskörperquerschnitt induktiv aufgeheizt wird.
[0034] Bei fortschreitendem Aufheizprozess bildet sich vorzugsweise als Erstes im Bereich
der Heizkammerwände ein Schmelzprodukt mit einem hohen Flüssiganteil aus. In der sogenannten
"toten Zone" der sprunghaften Querschnittsverengung zwischen zwei Heizkammerabschnitten,
d.h. im strömungsarmen Raum vor der Querschnittsverengung, wird die in Heizkammerwandnähe
gebildete Phase des Presskörpermaterials mit hohem Flüssiganteil zurückgehalten während
das noch feste oder halbfeste Presskörpermaterial mit geringerem Flüssiganteil aus
der Querschnittsmitte in den nachfolgenden, verengten Heizkammerquerschnitt fliesst
und weiter aufgeheizt wird.
[0035] Die erfindungsgemässe Vorrichtung bewirkt eine effiziente und gleichmässige Aufheizung
des Presskörpermaterials vom Querschnittsrand bis in die Querschnittsmitte und somit
eine homogene Verteilung des Flüssiganteils über den gesamten Querschnitt des teilflüssigen/teilfesten
Presskörpermaterials im Bereich des Umformkammer- oder Matrizeneintritts. Das teilflüssige
bis flüssige Presskörpermaterial in der "toten Zone" der Querschnittsverengung verbessert
zudem den Wärmeaustausch zwischen Heizkörperwand und Presskörpermaterial.
[0036] In einer ersten Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung fliesst das teilflüssige/teilfeste
Presskörpermaterial aus der Heizkammer in den formgebenden Querschnitt der Matrize
und wird zu einem Profilstrang endgeformt. Unmittelbar beim Austritt aus der Matrize
wird der Profilstrang mittels Kühleinrichtung direkt und/oder indirekt gekühlt und
gegebenenfalls mittels einer Auszieheinrichtung unter Anwendung einer Zugkraft zur
weiteren Bearbeitung weiter befördert.
[0037] In einer zweiten Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung wird das teilfeste/teilflüssige
Presskörpermaterial von der Heizkammer durch eine unmittelbar anschliessende, separat
oder als Teil der Heizkammer ausgebildete Umformkammer geführt und zu einem Profilstrang
geformt. In einer an die Umformkammer anschliessenden Kokille wird der Profilstrang
gekühlt und zur teilweisen oder vollständigen Erstarrung gebracht. Optional wird der
teilweise oder vollständig erstarrte Profilstrang in einer nachfolgenden Matrize endgeformt.
[0038] Das Presskörpermaterial weist beim Verlassen der Heizkammer, d.h. bei Eintritt in
die formgebende Umformkammer oder Matrize, vorzugsweise einen homogenen Anteil an
Flüssigphase von höchstens 70%, vorteilhaft von 20-60%, und insbesondere von 40-50%,
auf. Der genau anzustrebende Flüssiganteil des Presskörpermaterials zur Umformung
ist abhängig von der Beschaffenheit des zu verarbeitenden Werkstoffes und dem Profilquerschnitt
des herzustellenden Profilstranges.
[0039] Der Profilstrang wird nach Austritt aus der Matrize zweckmässig aktiv gekühlt, vorzugsweise
durch vollständiges Verdampfen eines auf den Profilstrang aufgesprühten Kühlmittels.
Durch die Kühlung mit vollständiger Verdampfung des Kühlmittels wird verhindert, dass
flüssiges Kühlmittel in Richtung auf das heisse und gegebenenfalls noch in teilflüssigem
Zustand vorliegende Metall zurückfliessen kann. Mit dieser Massnahme kann die Kühleinrichtung
möglichst nahe bei der Matrize angeordnet werden.
[0040] Mit erfindungsgemässer Vorrichtung können beispielsweise folgende Werkstoffe verarbeitet
werden:
- Knetlegierungen des Aluminiums, beispielsweise naturharte Aluminiumknetwerkstoffe
oder aushärtbare Aluminiumknetlegierungen;
- Legierungen, insbesondere Aluminium- und Magnesiumlegierungen, im thixotropen Zustand,
wie Hartlegierungen vom Typ AlMg oder MgAl;
- Legierungen auf der Basis von Magnesium oder Kupfer im thixotropen Zustand;
- nicht-thixotrope Hartlegierungen aus Aluminium oder Magnesium, insbesondere aus einer
AlMg- oder MgAl-Legierung;
- Legierungen auf der Basis von Aluminium oder Magnesium mit metallischen oder nichtmetallischen
Anteilen hochschmelzender Partikel und/oder Fasern (Metal Matrix Composites). Bevorzugte
nichtmetallische Zusätze sind keramische Werkstoffe wie Metalloxide, Metallnitride
und Metallkarbide. Beispiel derartiger Werkstoffe sind Siliziumkarbid, Aluminiumoxid,
Borkarbid, Siliziumnitrid und Bornitrid. Mit den genannten Zusätzen können u.a. die
Härte und die Steifigkeit des Werkstoffes beeinflusst werden.
[0041] Der Einsatz von vorgewärmten Presskörpern bzw. von Presskörpern im teilfesten/teilflüssigen
Zustand hat gegenüber der Verwendung herkömmlicher, vollkommen erstarrter Pressbolzen
den Vorteil, dass die Umformung mit wesentlich geringerer Presskraft erfolgen kann.
[0042] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren lassen sich bei gleichbleibender Presskraft
Werkstoffe zu Profilen verarbeiten, die über konventionelles Strangpressen kaum oder
nur sehr unwirtschaftlich herstellbar sind. Ferner ist bei vorliegender Vorrichtung
der Pressdruckabfall zwischen Rezipientenkammer und Marizenöffnung gering, so dass
allein dadurch geringere Pressdrücke erforderlich sind. Als Folge daraus können im
Vergleich zur konventionellen Herstellungsweise vergleichbare Profildimensionen auf
kleineren Anlagen verpresst werden.
[0043] Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung lassen sich Legierungen, insbesondere Hartlegierungen
und Verbundmaterialien aller Art kostengünstig zu qualitativ hochwertigen Produkten
verarbeiten. Ferner können mit erfindungsgemässer Vorrichtung sehr dünnwandige Profile
bzw. Profile mit sehr dünnen Wandabschnitten mit Wanddicken von beispielsweise weniger
als 2 mm, insbesondere von weniger als 1 mm hergestellt werden. Mit dem erfindungsgemässen
Verfahren können Klein- und Grossprofile verschiedenster Breiten und insbesondere
Grossprofile von grosser Breite, beispielsweise mit einer Breite von grösser 500 mm,
insbesondere von grösser 700 mm, hergestellt werden. Bestehende Strangpressanlagen
können überdies mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu erfindungsgemässen Strangpressvorrichtungen
umgerüstet werden.
[0044] Im folgenden wird die Erfindung beispielhaft und mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a:
- einen Querschnitt durch einen Ausschnitt einer erfindungsgemässen Strangpressvorrichtung;
- Fig. 1b:
- eine Graphik mit dem Verlauf des Pressdruckes p und des Flüssiganteils LF des Presskörpermaterials
innerhalb der Strangpressvorrichtung.
[0045] Eine erfindungsgemässe, in einem Ausschnitt dargestellte Strangpressvorrichtung 5
gemäss Fig. 1a enthält einen Rezipienten 10 mit einer Rezipientenkammer 12 von kreiszylinderförmigem
Querschnitt. Der Rezipient 10 weist ferner Heizelemente 20 in Form von Heizdrähten
zur Beheizung des in der Rezipientenkammer 12 eingeführten Presskörpers 36 auf. Der
Presskörper 36 wird mittels Stempel 32 bzw. mittels dessen Pressscheibe 34 in Pressrichtung
x vorgetrieben. Im unmittelbaren Anschluss an die Rezipientenkammer 12 folgt die Heizeinrichtung
25 mit einer Heizkammer 22 von kreiszylinderförmigem Querschnitt, bestehend aus einem
ersten Heizkammerabschnitt 22a und einem zweiten Heizkammerabschnitt 22b. Der Durchmesser
des ersten Heizkammerabschnitts 22a entspricht dem Durchmesser der Rezipientenkammer
36. Vom ersten Heizkammerabschnitt 22a zum zweiten Heizkammerabschnitt 22b tritt eine
Querschnittsverengung 9 auf, wobei der Durchmesser des zweiten Heizkammerabschnittes
22b rund 25% geringer ist als der Durchmesser des ersten Heizkammerabschnitts 22a.
Die Querschnittsverengung 9 ist als vollumfängliche, ringförmige Stufe bzw. Absatz
ausgebildet.
[0046] Der erste Heizkammerabschnitt 22a weist eine Länge von rund 2/3 und der zweite Heizkammerabschnitt
22b von rund 1/3 der gesamten Heizkammerlänge auf. Die Heizkammer 22 wird durch einen
hohlzylinderförmigen Stahlkörper ausgebildet. Sowohl die Wände der Rezipientenkammer
36 als auch der Heizkammer 22 sind aussenseitig mit einer hitzebeständigen Isolation
14 aus oder mit keramischen Werkstoffen ummantelt.
[0047] Der hohlzylinderförmige Stahlkörper der Heizkammer 22 ist von einer Induktionsspule
30 umgeben, durch welche die entsprechende Induktionsleistung zur Erwärmung der Heizkammerwände
(26a, 26b) erfolgt. Der metallische Hohlzylinder der Heizeinrichtung 25 wird z.B.
auf eine Temperatur von rund 600 - 700°C erwärmt. Das Presskörpermaterial wird in
der Heizkammer 22 in einen teilflüssigen/teilfesten Zustand gebracht, wobei im ersten
Heizkammerabschnitt 22a der Flüssiganteil im Bereich der Heizkammerwände am höchsten
ist. Diese Phase von teilflüssigem Presskörpermaterial im Bereich der Heizkammerwand
26a wird an der Querschnittsverengung 9 im sogenannten Strömungsschatten 4, auch "tote
Zone" genannt, zurückgehalten während aus der Querschnittsmitte festeres Presskörpermaterial
in den zweiten Heizkammerabschnitt 22b einfliesst. Dieser Vorgang ist durch die Darstellung
einer schematischen Erweichungsfront 38 angedeutet, welche Presskörpermaterial mit
hohem Flüssiganteil an der Peripherie von solchem mit niedrigem Flüssiganteil im Zentrum
trennt.
[0048] Im Anschluss an die Heizkammer 22 ist eine Matrize 18 angeordnet, durch dessen Matrizenöffnung
28 das Presskörpermaterial in den formgebenden Querschnitt geführt wird. Der aus der
Matrize 18 austretende Profilstrang 40 wird durch eine Kühleinrichtung 24 geführt
und durch ein Kühlmittel aktiv gekühlt. Beim Austritt des Profilstranges 40 aus der
Matrize 18 ist ferner eine Auszieheinrichtung 44 angeordnet. Über Treibrollen 42 wird
an dem austretenden Profilstrang 40 in Pressrichtung x eine Zugkraft k zur Unterstützung
des Pressvorganges angelegt.
[0049] In Fig. 1b sind anhand einer Modellrechnung für die in Fig. 1a beschriebene Anordnung
ermittelte Verlauf des Pressdruckes (p) 1 und des Flüssiganteils (LF) 2 im Presskörpermaterial
innerhalb der Pressvorrichtung 5 dargestellt, wobei a dem Streckenabschnitt in der
Rezipientenkammer 12, b dem Streckenabschnitt im ersten Heizkammerabschnitt 22a, c
dem Streckenabschnitt an der Querschnittsverengung 9, d dem Streckenabschnitt im zweiten
Heizkammerabschnitt 22a, e dem Streckenabschnitt des trichterförmigen Matrizeneinlaufs
und f dem Streckenabschnitt des Matrizendurchbruchs entspricht.
[0050] In beispielhafter Vorrichtung wird mit einem Pressdruck des Stempels 32 von rund
500 bar gearbeitet. Der Pressdruck weist bis zur Matrizenöffnung 28 keinen markanten
Abfall aus. Lediglich im Bereich der Querschnittsverengung 9 ergibt sich auf kleiner
Distanz ein geringfügiger Abfall des Pressdruckes.
[0051] Die Temperatur des Presskörpermaterials liegt in der Rezipientenkammer 12 unter oder
bei der Solidustemperatur, so dass noch keine Flüssigphase ausgebildet ist. In der
Heizkammer 22 wird der Flüssiganteil insbesondere im Randbereich kontinuierlich erhöht,
wobei das Presskörpermaterial im Bereich der Matrize einen homogenen Flüssiganteil
von rund 45-50% erreicht.
1. Strangpressvorrichtung zur Herstellung eines Profilstranges aus einem Presskörper
(36) aus einem wenigstens teilweise metallischen Werkstoff, wobei die Strangpressvorrichtung
(5) einen Rezipienten (10) mit einer den Presskörper (36) aufnehmenden Rezipientenkammer
(12), einen Stempel (32), eine formgebende Umformkammer und/oder Matrize (18) und
eine zwischen der Rezipientenkammer (12) und der Matrize (18) oder Umformkammer angeordnete
Heizeinrichtung (25) enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Heizeinrichtung (25) eine in Pressrichtung mittelbar oder unmittelbar im Anschluss
an den Rezipienten (10) angeordnete, aus einem Hohlkörper gebildete Heizkammer (22)
mit wenigstens einem ersten und zweiten Heizkammerabschnitt (22a, 22b) mit Heizkammerwänden
(26a, 26b) und Mittel (30) zur Beheizung der Heizkammerwände (26a, 26b) enthält und
der erste Heizkammerabschnitt (22a) jeweils einen grösseren Querschnittsdurchmesser
aufweist als der in Pressrichtung x unmittelbar anschliessende zweite Heizkammerabschnitt
(22b).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer aus einem metallischen Hohlkörper gebildet ist und die Heizeinrichtung
(25) Mittel (30) zur induktiven Beheizung der Heizkammerwände (26a, 26b), insbesondere
die Heizkammerwände (26a, 26b) umgebende Induktionswicklungen (30) enthält.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heizkammerabschnitt (22a) über eine Querschnittsverengung (9) in den zweiten
Heizkammerabschnitt (22b) übergeht und die Querschnittsverengung (9) im Übergang zwischen
dem ersten (22a) und dem in Pressrichtung x nachfolgenden zweiten Heizkammerabschnitt
(22b) mit kleinerem Querschnittsdurchmesser ein, vorzugsweise vollumfänglicher und
ringförmiger, Absatz oder Stufe (9) ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnittsdurchmesser des an die Rezipientenkammer (12) anschliessende Heizkammerabschnitts
(22a) im wesentlichen, vorzugsweise exakt dem Querschnittsdurchmesser der Rezipientenkammer
(12) entspricht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer (22) aus weniger als fünf, vorzugsweise weniger als vier, und insbesondere
aus zwei Heizkammerabschnitten (22a, 22b) besteht, wobei der einzelne Heizkammerabschnitt
(22b) jeweils von kleinerem Durchmesser ist als der entgegen der Pressrichtung x voran
liegende Heizkammerabschnitt (22a) und die Querschnittsverengung im Übergang zweier
Heizkammerabschnitte (22a, 22b) ein stufenförmiger Übergang (9) ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer (22) aus zwei Heizkammerabschnitten (22a, 22b) besteht und der erste
Heizkammerabschnitt (22a) einer Länge von rund 2/3 und der zweite Heizkammerabschnitt
(22b) mit kleinerem Querschnittsdurchmesser einer Länge von rund 1/3 der gesamten
Heizkammerlänge entspricht.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnittsdurchmesser des auf einen ersten Heizkammerabschnitt (22a) in Pressrichtung
x unmittelbar nachfolgenden zweiten Heizkammerabschnittes (22b) 5 bis 40%, vorzugsweise
15 bis 30%, insbesondere 20 bis 30%, kleiner ist als der Querschnittsdurchmesser des
vorangehenden Heizkammerabschnitts (22a).
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizkammer (22) aus einem metallischen Hohlzylinder, vorzugsweise aus einem Stahl,
insbesondere aus einem Chromstahl, besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens der oder die der Umformkammer oder Matrize (18) nächstliegende Heizkammerabschnitte
in ihrer Querschnittsform dem herzustellenden Profilquerschnitt angeglichen ist und
vorzugsweise ein erster Heizkammerabschnitt der Querschnittsform und dem Querschnittsdurchmesser
der Rezipientenkammer entspricht und die nachfolgenden Heizkammerabschnitte, insbesondere
der oder die der Matrize nächst anliegenden Heizkammerabschnitte eine in Pressrichtung
x stufenweise Annäherung ihrer Querschnittsform und ihres Querschnittsdurchmessers
an den Profilquerschnitt aufweisen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rezipientenkammer (12) und insbesondere der metallische Hohlzylinder der Heizkammer
(22) mit einer hitzebeständigen Isolationsverkleidung (14), insbesondere mit einer
Isolationsverkleidung (14) aus einem oder mit einem keramischen Werkstoff, ummantelt
ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die innere, dem Presskörpermaterial zugewandte Wandfläche der Heizkammer Reliefstrukturen,
vorzugsweise im wesentlichen in Pressrichtung x verlaufende Rippen oder Nuten, insbesondere
in Pressrichtung x ausgerichtete, spiralförmig die Wand der Heizkammer umlaufende
Rippen oder Nuten aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abkühlung des aus der Matrize (18) austretenden Profilstranges (40) Mittel zur
Direktkühlung, vorzugsweise eine Kühleinrichtung (24) mit vollständiger Verdampfung
des auf den Profilstrang (40) aufgebrachten Kühlmittels, vorgesehen sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zum Anlegen einer Zugkraft (k) an den Profilstrang (40) im Anschluss an die Matrize
(18) und Kühleinrichtung (24) eine Auszieheinrichtung (44) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die Heizeinrichtung eine, vorzugsweise beheizte Umformkammer zum
Pressen eines Profilstranges vorgesehen ist oder die Umformkammer Teil der Heizeinrichtung
ist, und im Anschluss an die Umformkammer eine Kokille mit aktiver und/oder passiver
Kühleinrichtung vorgesehen ist und in Pressrichtung x nach der Kokille vorzugsweise
eine Matrize zur Endformung des Profilstranges angeordnet ist.
15. Verfahren zur Herstellung eines Profilstranges (40) aus einem Presskörper (36) aus
einem wenigstens teilweise metallischen Werkstoff nach Anspruch 1, wobei der Presskörper
(36) in die Rezipientenkammer (12) eines Rezipienten (10) eingeführt und mittels Stempel
(32) unter Ausübung eines Pressdruckes über eine formgebende Umformkammer und/oder
Matrize (18) zu einem Profilstrang (40) verpresst wird, und das Presskörpermaterial
vor dem Verpressen zu einem Profilstrang (40) vorgewärmt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Presskörper (36) aus der Rezipientenkammer (12) in die Heizkammer (22) einer Heizeinrichtung
(25) geführt und über induktiv beheizte Heizkammerwände (26a, 26b) vorgewärmt wird
und die Heizkammer (22) wenigstens einen ersten und zweiten Heizkammerabschnitt (22a,
22b) enthält, und der in Pressrichtung x zweite Heizkammerabschnitt (22b) unter Ausbildung
einer Querschnittsverengung (9) einen kleineren Querschnittsdurchmesser aufweist als
der vorangehende erste Heizkammerabschnitt (22b) und an der Querschnittsverengung
entgegen der Pressrichtung x eine strömungsarme Zone ausgebildet wird, in welcher
vorgewärmtes Presskörpermaterial zurückgehalten wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Presskörpermaterial vorgewärmt und in einen teilfesten/teilflüssigen Zustand
gebracht wird und das Presskörpermaterial beim Eintritt in die formgebende Umformkammer
oder Matrize vorzugsweise einen Anteil an Flüssigphase von höchstens 70%, insbesondere
von 20-60%, und vorteilhaft von 40-50%, enthält.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilstrang (40) nach Austritt aus der Matrize (18) aktiv gekühlt wird, vorzugsweise
durch vollständiges Verdampfen eines auf den Profilstrang aufgesprühten Kühlmittels.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Presskörper (36) aus einer thixotropen Legierung, insbesondere aus einer thixotropen
Aluminium- oder Mangesiumlegierung, aus einer nichtthixotropen Hartlegierung aus Aluminium
oder Magnesium, insbesondere aus einer AlMg- oder MgAl-Legierung, oder aus einem partikel-
oder faserverstärkten Aluminium- oder Magnesiumwerkstoff besteht.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Presskörpermaterial im vorgewärmten Zustand in einer Umformkammer zu einem Profilstrang
verpresst, durch eine gekühlte Kokille geführt und verfestigt und durch eine Matrize
geführt und endgeformt wird.