[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Streckwerk für eine Spinnereimaschine nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Als Stand der Technik ist bereits ein sogenanntes Doppelriemchen-Streckwerk bekannt
DE 4 323 472 C2), bei welchem der Faserverband im Anschluss an den Verzug in einer
Faserbündelungszone zusammengefasst und zu einem Faden zusammengedreht wird. Der das
Ausgangswalzenpaar des Streckwerks verlassende Faserverband wird hierbei über die
Länge der Faserbündelungszone einem quer zur Transportrichtung gerichteten Saugluftstrom
ausgesetzt.
[0003] Zum Stand der Technik zählt weiterhin eine Vorrichtung zum Verdichten eines verstreckten
Faserverbandes DE 19 846 268 A1). Bei dieser bekannten Konstruktion ist dem Streckwerk
ausgangsseitig eine Klemmwalze zugeordnet, welche von einer der Streckwerksausgangswalzen
angetrieben wird. Die Verdichtungszone ist als Saugeinrichtung in Form eines geschlossenen
Hohlprofils ausgerichtet, dessen Außenkontur die Gleitfläche bildet und von einem
Transportband umschlungen ist.
[0004] Weiterer Stand der Technik ist ein Doppelriemchenstreckwerk für Spinnereimaschinen
DE 4 13 90 67 C2), bei welchem die Faserbündelungszone ein um das Walzenpaar laufendes
Riemchenpaar aufweist, das das Faserband unmittelbar in das Lieferwalzenpaar leitet.
[0005] Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik besteht die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung darin, ein Streckwerk der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchem
die Verdichtung im Bereich der Faserbündelungszone effektiv und auf einfacher Weise
unterstützt werden soll.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass dem perforierten Transportmittel
ein keilförmig zur zweiten Klemmstelle zulaufendes Riemchen zugeordnet ist. Durch
dieses Riemchen ergibt sich eine Keilwirkung, welche erheblich zur Verbesserung der
Verdichtung im Bereich der Faserbündelungszone beiträgt. Vorteilhafterweise liegt
keine still stehende, sondern eine bewegte Fläche vor, so dass unkontrollierte Faserbewegungen
und insbesondere Stauchungen vermieden werden. Es lassen sich optimale Strömungsverhältnisse
erreichen, wodurch vorteilhafterweise der Luftverbrauch reduziert wird.
[0007] Bei einem Streckwerk, bei dem die zweite Klemmstelle durch eine mit dem als Unterriemchen
ausgebildeten perforierten Transportmittel zusammenwirkende Klemmwalze definiert ist,
besteht erfindungsgemäß die Möglichkeit, dass das zur zweiten Klemmstelle zulaufende,
als Oberriemchen ausgebildete Riemchen um die zweite Klemmwalze und um ein im Höhenabstand
zum Unterriemchen gelagertes Umlenkelement herumgeführt ist. Hierbei ist vorteilhafterweise
der Höhenabstand zum Unterriemchen einstellbar, so dass sich der Spalt im Bereich
der Faserbündelungszone entsprechend den zu bearbeitenden Fasern, insbesondere von
Stapelfasergarn, optimal anpassen lässt.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben. Die einzige Zeichnung zeigt eine schematische Seitenansicht der
Faserbündelungszone eines Streckwerks für eine Spinnereimaschine.
[0010] Aus der Zeichnung ist ersichtlich, dass ein Streckwerk für eine Spinnereimaschine,
welches insbesondere zum Verdichten von Stapelfasergarn an einer Ringspinnmaschine
vorgesehen ist, ein Ausgangswalzenpaar 1 mit einer Oberwalze 1.1 und einer Unterwalze
1.2 aufweist.
[0011] Dem Ausgangswalzenpaar 1 ist eine Faserbündelungszone 3 nachgeordnet, welche eine
pneumatische Verdichtungsvorrichtung 4 mit einem von einem perforierten Transportmittel
6 umschlungenen Saugschuh 8 enthält. Das perforierte Transportmittel 6 kann beispielsweise
als Unterriemchen ausgebildet sein. Dieses Unterriemchen kann z. B. eine Spur von
Löchern als Perforierung aufweisen. Der Saugschuh 8 ist an eine Unterdruckquelle 10
angeschlossen und besitzt einen schmalen, längs verlaufenden Saugschlitz 24.
[0012] Aus der Zeichnung geht weiterhin hervor, dass die Faserbündelungszone 3 durch zwei
Klemmstellen K
1; K
2 begrenzt ist. Die erste Klemmstelle, nämlich K
1, wird durch die beiden Walzen 1.1 und 1.2 des Ausgangswalzenpaares definiert. Die
Klemmstelle K
2 wird durch die Walzen 14 und 20 bzw. durch die diese umschlingenden Riemchen 12 und
6 gebildet. Dabei wird die Oberwalze 14 durch eine hier nur durch einen Pfeil 11 angedeutete
Belastungsvorrichtung, bspw. durch einen geläufigen, federbelasteten Lenker gegen
die Unterwalze 20 und diese gegen die über die Länge des Streckwerkes durchlaufende
Antriebswalze 22 gedrückt. Das Verdichtungsaggregat ist demgemäss durch Reibschluss
von der Antriebswalze 22 aus angetrieben.
[0013] Erfindungsgemäß ist dem Unterriemchen 6, d. h. dem perforierten Transportmittel,
das keilförmig zur zweiten Klemmstelle K
2 zulaufende Riemchen 12 zugeordnet. Das zur zweiten Klemmstelle K
2 zulaufende, als Oberriemchen 12 ausgebildete Riemchen ist um die Klemmwalze 14 sowie
um ein im Höhenabstand H zum Unterriemchen 6 gelagertes Umlenkelement 16 herumgeführt.
Erfindungsgemäß besteht hierbei die Möglichkeit, dass der Höhenabstand H zum Unterriemchen
6 einstellbar ist.
[0014] Aus der Zeichnung ist ersichtlich, dass damit ein Doppelriemchenaggregat mit dem
Unterriemchen 6 und dem Oberriemchen 12 vorliegt, zwischen welchen Keilwirkung im
Bereich der Faserbündelungszone 3 besteht. Diesem Doppelriemchenaggregat ist eine
Reinigungskante 18 nachgeordnet, um welche das Unterriemchen 6 herumgeführt ist.
[0015] Im Bereich der Faserbündelungszone 3 wird der Unterdruck durch die Wirkung der Unterdruckquelle
10 und den Saugschuh 8 aufgebracht. Durch das Zusammenwirken des Unterriemchens 6
mit dem Oberriemchen 12 ergibt sich der Vorteil, dass die Verdichtung im Bereich der
Faserbündelungszone 3 durch die Keilwirkung erheblich unterstützt wird. Hinter der
Faserbündelungszone hat die Reinigungskante 18 die Funktion, eventuell am Riemchen
6 haftende Fasern von diesem abzuheben und einem Absaugröhrchen 23 zuzuführen.
1. Streckwerk für eine Spinnereimaschine, mit einer einem Ausgangswalzenpaar 1) mit Oberwalze
1.1) und Unterwalze 1.2) des Streckwerks nachgeordneten Faserbündelungszone 3),
welche eine pneumatische Verdichtungsvorrichtung 4) mit einem von einem perforierten
Transportmittel 6) umschlungenen Saugschuh 8) enthält, der an einer Unterdruckquelle
10) angeschlossen ist,
wobei die Fasserbündelungszone 3) durch zwei Klemmstellen K1, K2) begrenzt ist, deren erste K1) durch die beiden Walzen 1.1; 1.2) des Ausgangswalzenpaares 1) definiert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass dem perforiertem Transportmittel 6) ein keilförmig zur zweiten Klemmstelle K2) zulaufendes Riemchen 12) zugeordnet ist.
2. Streckwerk nach Anspruch 1, wobei die zweite Klemmstelle K2) durch eine mit dem als Unterriemchen ausgebildeten, perforierten Transportmittel
6) zusammenwirkende Klemmwalze 14) definiert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das zur zweiten Klemmstelle K2) zulaufende, als Oberriemchen ausgebildete Riemchen 12) um die Klemmwalze 14) und
um ein im Höhenabstand H) zum Unterriemchen 6) gelagertes Umlenkelement 16) herumgeführt
ist.
3. Streckwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenabstand H) zum Unterriemchen 6) einstellbar ist.
4. Streckwerk nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem als Doppelriemchen mit Keilwirkung ausgebildeten Unterriemchen 6) und dem Oberriemchen
12) eine Reinigungskante 18) nachgeordnet ist.
5. Streckwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterriemchen 6) um die Reinigungskante 18) herumgeführt ist.
6. Streckwerk nach einem oder mehreren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Saugschuh 8) und der Reinigungskante 18) eine mit der Klemmwalze 14),
dem Oberriemchen 12) und dem Unterriemchen 6) zusammenwirkende, den zweiten Klemmpunkt
K2) bildende, von den Unterriemchen 6) umschlungene Walze 20) angeordnet ist.
7. Streckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze 20) von einer Antriebswalze 22) beaufschlagt ist.