[0001] Die Erfindung betrifft eine Selbstlade-Handfeuerwaffe nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Eine solche Waffe ist aus der US-A-3 054 206 bekannt.
[0002] "Weiterhin sind bekannt: DE 532 615 C und DE 18 11 246 A1."
[0003] Ähnliche Waffen sind aus den DE 53 26 150, US-A-3 120 070, FR 461 816 A, DE 195 01
397 A und US-A-3 123 927 bekannt.
[0004] Wenn im folgenden Lagebegriffe wie "oben", "vertikal" o.dgl. verwendet werden, so
wird immer von einer Waffe in normaler Feuerstellung ausgegangen, in welcher der Lauf
horizontal verläuft; "vorne" ist in Schußrichtung.
[0005] Bei Selbstladewaffen der eingangs genannten Art, mit beispielsweise einem Stangenmagazin,
wird die jeweils erste bzw. oberste Patrone von der Magazinfeder gegen den Verschluß
oder hinter dem Verschluß in dessen Bewegungsbahn angedrückt, wenn der Verschluß sich
in Schließlage befindet. Läuft dieser infolge des Abfeuerns in seine offene Lage zurück,
dann schleift er an der obersten Patrone bis er sich seiner offenen Lage annähert.
Erst jetzt kann die oberste Patrone in ihre Nachführlage nachrücken. In dieser wird
sie von mindestens einer Magazinlippe gehalten und befindet sich mindestens teilweise
vor dem Verschluß. Bewegt sich nun der Verschluß wieder in seine Schließlage vor,
dann schiebt er von hinten die Patrone in das Patronenlager ein, wobei die Patrone
einen mehr oder weniger ausgeprägten Zickzackweg zurücklegt. Dieser Zickzackweg ist
umso flacher, je weiter sich die Nachführlage in der Bewegungsbahn des Verschlusses
befindet. Je flacher dieser Zickzackweg ist, desto schonender ist dabei der Transport
der Patrone und desto geringer ist die Möglichkeit einer Ladehemmung. Desto kräftiger
wird aber auch die erste Patrone von der Magazinfeder gegen den bewegten Verschluß
gepreßt. Ist die Patrone mechanisch empfindlich, etwa eine Schrotpatrone mit Papphülse,
dann kann sie beim Nachladen beschädigt werden. Dies ist einer der Gründe, warum jagdliche
Selbstlade-Schrotflinten ein Röhrenmagazin verwenden, welches die jeweils erste Patrone
auf einen Ladelöffel fördert, auf dem sie lose unter dem bewegten Verschluß liegt,
und erst dann in die Bewegungsbahn des Verschlusses schwenkt, wenn dieser offen ist.
Selbstlade-Schrotflinten für den Polizeieinsatz dagegen, die ein Stangenmagazin aufweisen,
können aus diesem Grunde solche empfindliche Munition nicht störungsfrei verschießen.
[0006] Auch für Sportschützen, die eine verschossene Patronenhülse mehrfach wiederladen,
ist eine gattungsgemäße Selbstladewaffe nachteilig. Der an der angedrückten Patrone
entlanggleitende Verschluß verschrammt nämlich zwangsläufig deren Hülse und beschädigt
sie dabei so, daß sie weniger oft wiedergeladen werden kann als etwa die Hülse einer
Patrone, die aus einem Einzellader verschossen wird.
[0007] Bei einem Scharfschützengewehr kann das Verschrammen des Geschosses zu einer Abnahme
der Schußgenauigkeit führen.
[0008] Dieses Verschrammen von Geschoß und Hülse ist besonders dann gravierend, wenn der
Verschlußkopf nach unten vorstehende, scharfkantige Vorsprünge und Warzen aufweist,
wie etwa beim US-Militärgewehr M 16.
[0009] In letzter Zeit wurde eine sog. "intelligente Munition" entwickelt. Das ist eine
Munition für Handfeuerwaffen, deren Geschoß eine Elektronik aufnimmt, welche das Verhalten
des abgeschossenen Geschosses beeinflußt. So ist es etwa möglich, mittels einer an
der Waffe angebrachten Zielelektronik einem drallstabilisierten Geschoß noch beim
Abschuß die Entfernung mitzuteilen, in der es detonieren soll. Dabei ermittelt die
Zielelektronik die Entfernung zum Ziel und teilt dem Geschoß die Anzahl von Umdrehungen
mit, die es bis zum Ziel zurücklegen muß. Die Geschoßelektronik zählt die tatsächlichen
Geschoßumdrehungen und zündet bei Erreichen der vorgegebenen Anzahl eine Sprengladung.
Bei dieser Munition macht die Patronenhülse nur etwa 40% der Patronenlänge aus. Das
mit der Elektronik bestückte Geschoß hat eine Länge von etwa 2/3 der Patronenlänge.
Der Geschoßmantel muß bei diesem Geschoß nicht als Drallführung und Splittermantel
dienen, sondern nur als Abdeckung. Die Drallführung bewirkt ein Kunststoffring am
Geschoßheck, der auch wie ein Treibspiegel gegenüber den Treibgasen abdichtet. Natürlich
ist ein solcher Geschoßmantel gegenüber mechanischen Beschädigungen empfindlich.
[0010] Das beschriebene Geschoß ist noch in anderen Hinsicht empfindlich: es läßt sich nicht
immer vermeiden, daß der Verschluß, der ja aus Stahl besteht, im Laufe der Zeit leicht
permanentmagnetisch wird. Bei seiner Materialauswahl haben nämlich dessen mechanische
Eigenschaften absoluten Vorrang vor etwaigen magnetischen Eigenschaften. Die Gefahr
einer Verschluß-Magnetisierung besteht besonders nach längerer Lagerung der Waffe
in einem Arsenal, in welchem der Verschluß längere Zeit mit unveränderter Ausrichtung
im Erdmagnetfeld liegt. Hierdurch kann sich merkliche Permanentmagnetisierung einstellen.
Wenn nun dieser Verschluß mehr oder minder stark magnetisiert ist und unmittelbar
am Geschoß vorbeibewegt wird, kann er in der Geschoßelektronik Störspannungen induzieren.
Diese wiederum können die Elektronik beeinträchtigen.
[0011] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich die Erfindung nur mit solchen Selbstladewaffen
befaßt, in welchen die erste Patrone in ihrer Nachführlage, d.h. einer Lage, um unmittelbar
nachfolgend in das Patronenlager des Laufes eingeführt zu werden, sich noch im Magazin
befindet. Es sind nämlich Selbstladewaffen bekannt, bei welchen die Nachführlage der
jeweils ersten Patrone nicht mit ihrer obersten Lage im Magazin zusammenfällt. Bei
solchen Waffen wird beispielsweise die jeweils erste Patrone nach dem Entnehmen aus
dem Magazin oder einem Gurt zunächst mittels eines zusätzlichen Mechanismus in eine
Wartelage und erst dann in die Nachführlage befördert.
[0012] Ausgehend von der weiter oben umrissenen Problemlage liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, die eingangs genannte, selbstladende Handfeuerwaffe dahingehend weiterzubilden,
daß die Patrone, besonders das Geschoß, beim Nachladevorgang möglichst unversehrt
bleibt. Von Vorteil wäre es auch, einen etwaigen Einfluß eines ggf. magnetisierten
Verschlusses auf ein Geschoß mit Elektronik zu verringern.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
[0014] Hierdurch kann der Verschluß zunächst zurücklaufen, ohne die als nächste nachzuführende
Patrone zu berühren oder gar zu schrammen. Erst wenn der Verschluß über die Patrone,
mindestens deren Geschoß, hinweg gelaufen ist, wird die Patrone von der Sperre freigegeben,
schnappt nach oben in die Nachführlage und kann nachfolgend von dem wieder nach vorne
laufenden Verschluß erfaßt und nachgeladen werden. Bei der erfindungsgemäßen Waffe
liegt die Patrone während des Verschlußrücklaufes nicht gegen den Verschluß an, sondern
ist von diesem entfernt, wenn auch nur um eine geringe Strecke. Diese geringe Entfernung
aber kann genügen, auch etwaige magnetische Einflüsse des Verschlusses auf die Geschoßelektronik
ausreichend zu verringern.
[0015] Durch die DE-OS 18 11 246 ist ein Magazin bekannt, dessen Magazinlippen ein vom Magazingehäuse
gesondertes, nach oben bewegliches Teil bilden, so daß bei offenem Verschluß die Magazinlippen
so nach oben bewegt werden, daß der Verschluß die oberste Patrone erfassen und in
das Patronenlager einführen kann. Kurz vor dem Schließen läuft der Verschluß gegen
Vorsprünge an den Magazinlippen auf und drückt diese wieder nach unten.
[0016] Dieses Magazin verhindert das Verschrammen der nachgeführten Patronen, aber nur im
Bereich der Geschoße, da dort die genannten Vorsprünge den Verschluß von der Patrone
fernhalten. Es wird aber das Magazin erheblich aufwendiger als das Magazin, das bei
der Erfindung verwendet ist und herkömmlich aufgebaut sein kann; so wird die Wahrscheinlichkeit
von Ladehemmungen erhöht, und bei Militärwaffen, für die viel mehr Magazine als Waffen
produziert werden, werden die Gesamtkosten gegenüber der Erfindung erhöht.
[0017] Es ist grundsätzlich möglich, die Sperre bereits innerhalb des Magazines oder in
dieses eingreifend auszubilden, etwa mittels eines Sperrvorsprungs, der seitlich in
das Magazin durch eine Öffnung in dessen Wand eingreift. Daher wird die Sperre als
Platte ausgebildet, die sich parallel zur Bewegungsbahn des Verschlusses erstreckt,
in Richtung ihrer Erstreckung zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung
beweglich ist und in ihrer Sperrstellung zwischen dem Verschluß und der jeweils ersten
Patrone zu liegen kommt. Diese Platte hält die gegen sie anliegende erste Patrone
zurück, beschädigt sie aber nicht. Hierzu ist die Platte auf ihrer der Patrone zugewandten
Seite bevorzugt glatt ausgebildet. Die Platte dient also der Schonung der Patrone.
[0018] Die Platte kann sich über die gesamte Oberseite des Magazines hin erstrecken und
könnte hierdurch zusätzlich verhindern, daß - bei entnommenem Magazin und geschlossenem
Verschluß - grobe Fremdkörper in die Verschluß-Bewegungsbahn gelangen. Besteht hierbei
die Platte aus einem elektrisch leitenden, aber nicht magnetisierbaren Material, kann
sie zusätzlich als magnetische Abschirmung der bereits genannten "intelligenten Munition"
gegen den magnetisierten Verschluß dienen.
[0019] Erfindungsgemäß übergreift die Platte in ihrer Sperrlage nur einen Teil der Patrone,
und zwar besonders nur die Patronenhülse oder (bei einer Schrotflinte) die Metallhülse,
die das Ende der Patronenhülse bildet.Die Platte ersteckt sich dabei von der hinteren
Kante des Magazines nach vorne und endet vor der vorderen Magazinkante, wobei sie
vom Verschluß nach hinten zurückgezogen werden kann, bis die erste Patrone freikommt.
[0020] Ein Selbstladegewehr, welches die oben erwähnte "intelligente Munition" verschießt,
baut sehr groß, weil die verwendete Patrone ein Kaliber von etwa 20 mm aufweist. Das
Gewicht, das ein Selbstladegewehr aufweisen darf, ist aber beschränkt. Hier führt
die Erfindung in unerwarteter Weise zu einer Gewichtsverringerung: Früher mußte der
Verschluß einer Selbstladewaffe an seiner Unterseite eine glatte Fläche aufweisen,
um die Patrone nicht zu beschädigen und nicht an dieser hängenzubleiben. Er wies deshalb
an seiner Unterseite einen massiven, stegförmigen Ansatz auf, der zu seiner eigentliche
Funktion, das Patronenlager beim Schuß zu verschließen, nichts beitrug. Aufgrund der
Erfindung kann nun der Verschluß auf seine funktionswesentliche und dem Gesicht nach
optimierte Ausbildung reduziert und deshalb im Gewicht deutlich verringert werden.
Die Platte zur Schonung der ersten Patrone kann dagegen aus dünnem und/oder leichtem
Material ausgebildet sein, so daß sich insgesamt eine Gewichtsverringerung der Waffe
ergibt. Auch bei Selbstladewaffen für deutlich kleinere Patronen wird stets eine Gewichtsverringerung
angestrebt. Hier wirkt sich der erfindungsgemäße Vorteil einer Gewichtsverringerung
in weniger bezeichnender Weise aus als bei den obengenannten Großkaliber-Selbstladebüchsen.
Bei Selbstlade-Schrotflinten mit Stangenmagazin hat dagegen die Erfindung eine ähnliche,
gewichtsverringernde Wirkung wie bei Großkaliber-Selbstladebüchsen.
[0021] Diese Sperr- oder Schutzplatte könnte lose geführt sein und eine Rast für ihre wirksame,
die erste Patrone zurückhaltene Lage sowie eine weitere Rast für ihre unwirksame,
die erste Patrone freigebende Lage aufweisen. Die Platte könnte aber auch am Verschluß
befestigt sein. Bevorzugt ist sie jedoch von diesem unabhängig und weist eine Feder
auf, die sie in ihre wirksame Lage drückt. Zusätzlich greift die Platte derart in
die Bewegungsbahn des Verschlusses ein, etwa mit einem Vorsprung oder dergleichen,
daß sie vom Verschluß bei dessen Rücklauf mitgenommen wird. Dabei unterstützt diese
Feder die dem Verschluß zugeordnete Schließfeder mindestens beim Öffnen des Verschlusses
(Anspruch 2).
[0022] Die Erfindung hat besonders bei der erwähnten "intelligenten Munition" den Vorteil,
daß die Platte das Geschoß nicht berühren kann und sich auch nicht in dessen Nähe
befindet. Es ist somit möglich, die Platte aus Stahl auszubilden, ohne eine induktive
Beeinflussung der Geschoßelektronik befürchten zu müssen. Ferner nimmt der Verschluß
bei seinem Rücklauf die Platte erst dann mit, wenn er schon durch die Schließfeder
erheblich abgebremst wurde. Die Platte scheuert also nur noch mit geringer Geschwindigkeit
und damit auch geringer Intensität über die Patronenhülse.
[0023] Es ist ergänzend oder statt dessen auch möglich, die Platte aus einem Nichteisenmetall
auszubilden, besonders aus Leichtmetall, oder auch aus Kunststoff (Anspruch 3). Gerade
im letztgenannten Fall kommt es nicht nur zu einer Gewichtsersparnis, sondern auch
zu einer besonders schonenden Behandlung der ersten Patrone, die gegen die Platte
anliegt. Es kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, daß die Platte durch grobe und
unfachmännische Behandlung einen Grat erhält, der dann die Patrone beschädigen könnte.
Bei einem entsprechenden Kunststoff ist die Möglichkeit eines Grates nahezu ausgeschlossen.
Auch würde er die Patrone nicht in dem Maße beschädigen wie ein Grat einer Metallplatte.
Die Auswahl eines geeigneten Kunststoffes ist jedem Fachmann ohne weiteres möglich.
Der Kunststoff kann auch als Beschichtung auf eine Platte aus Metall aufgebracht sein.
[0024] Um die Möglichkeit der Beschädigung der Platte beim Zerlegen und Reinigen der Waffe
zu minimieren, ist es gemäß Anspruch 4 besonders von Vorteil, die Platte mit ihrer
Feder und Führung auf der Seite der Abschlußkappe des Waffengehäuses anzuordnen, welche
dessen Innenseite zugewandt ist.
[0025] Unter "Abschlußkappe" wird bei einem Gewehr der "Bullpup"-Bauweise die rückwärtige
Abdeckkappe des Waffengehäuses verstanden, die auf der Schulter des Schützen abzustützen
ist. Bei einem Gewehr der "Bullpup"-Bauweise ist der sonst übliche Hinterschaft weggelassen,
das Waffengehäuse erstreckt sich bis zur Schulter des Schützen und ist dort durch
die Abschlußkappe verschlossen. Das Griffstück befindet sich vor dem Magazin. Die
Erfindung ist jedoch nicht auf Gewehre der "Bullpup"-Bauweise beschränkt.
[0026] Zum Entnehmen des Verschlusses wird zunächst die Abschlußkappe zusammen mit der gesamten
Anordnung zum Führen der Platte entnommen, wobei deren Eingriff mit dem Verschluß
gelöst werden kann.
[0027] Der Gegenstand der Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der beigefügten, schematischen Zeichnung noch näher erläutert. In dieser zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Selbstladegewehr mit offenem
Verschluß, wobei das Griffstück und der Handschutz der Einfachheit halber weggelassen
sind, mit einer separaten Anordnung zum Führen einer "Patronenschoner"-Platte;
Fig. 2 einen Querschnitt analog zu dem der Fig. 1, jedoch mit nach vorne fahrendem
Verschluß;
Fig. 3 einen Querschnitt analog zu dem der Fig. 1, wobei jedoch der Verschluß gerade
über das Magazin hinweggelaufen ist und eine Patrone ins Patronenlager einführt;
Fig. 4 die Abschlußkappe integriert mit Platte und Führung, im Schrägbild;
Fig. 5 einen Längsschnitt durch die in Fig. 4 gezeigten Elemente, längs Linie A-A
in Fig. 7;
Fig. 6 eine Seitenansicht durch die in Fig. 4 gezeigten Elemente; und
Fig. 7 eine Draufsicht auf die in Fig. 4 gezeigten Elemente.
[0028] Die Bezugszeichen sind durchgehend für gleiche Elemente beider Anordnungen bezeichnet.
[0029] Soweit solche Elemente in einer der Figuren nicht bezeichnet oder bei der Beschreibung
einer der Figuren nicht erläutert sind, gilt die Bezeichnung oder Beschreibung in
einer anderen Figur.
[0030] In den Fig. 1 bis 3 ist schematisch und im Schnitt ein Großkaliber-Selbstladegewehr
in einer ersten Ausführungsform gezeigt - das Griffstück ist der besseren Deutlichkeit
halber entnommen.
[0031] Ein Waffengehäuse 3 trägt an seinem vorderen Ende einen Lauf 1 und an seinem rückwärtigen
Ende eine Abschlußkappe 7. Zwischen dem hinteren Laufende und der Innenseite der Abschlußkappe
7 ist die Bewegungsbahn eines Verschlusses 5 ausgebildet, der in seiner vorderen Lage
(nicht gezeigt) auf dem hinteren Laufende aufsitzt und gegen die Kraft einer Schließfeder
(nicht gezeigt, oberhalb der Seelenachse) in seine hintere Lage (Fig. 1) beweglich
ist. Die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 verläuft etwa parallel zur Seelenachse oder
Mittelachse des Laufes 1. Bei der Rückwärtsbewegung wird eine leere Patronenhülse
aus dem Lauf 1 ausgezogen und seitlich (senkrecht zur Bildebene) ausgeworfen. Bei
der Vorwärtsbewegung des Verschlusses wird die erste oder oberste Patrone 11 im Magazin
9 ergriffen (Fig. 2) und in den Lauf 1 eingeführt.
[0032] Das Magazin 9 ist in diesem Ausführungsbeispiel als gerades Stangenmagazin ausgebildet
und erstreckt sich etwa senkrecht zur Bewegungsbahn des Verschlusses 5. In ihm sind
mehrere Patronen aufgenommen und werden von unten her durch einen Zubringer (nicht
gezeigt) mittels Federkraft nach oben gegen die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 gedrückt.
Die erste Patrone 11 nimmt am obersten Ende des Magazines 9 eine Nachführlage ein.
In dieser ragt sie (von unten her) so in die Bewegungsbahn des Verschlusses 5 hinein
(Fig. 1), daß sie von desssen vorderer Stirnfläche erfaßt und nach vorne geschoben
werden kann. Dabei läuft die erste Patrone 11 mit ihrer Geschoßspitze über eine flache
Rampe 17, führt dabei eine flache Zickzackbewegung nach vorne und oben durch (Fig.
2) und wird schließlich in das Patronenlager des Laufes 1 eingeführt (Fig. 3).
[0033] In einer zweiten Ausführungsform ist an der Abscblußkappe 7 ist eine Führung 21 (Fig.
4 bis 7) mit zwei seitlichen, einander zugewandten Nuten ausgebildet, in die eine
ebene, längliche Schutzplatte 13 mit ihren Längskanten längsbeweglich eingesetzt ist.
In der Unterseite der Führung 21 ist eine Aufnahmebohrung für eine Spiral-Druckfeder
19 ausgebildet, die sich ebenfalls parallel zur Bewegungsbahn des Verschlusses 5 erstreckt.
[0034] Diese Feder 19 stützt sich mit ihrem hinteren Ende auf der Abschlußkappe 7 und mit
ihrem vorderen Ende auf einem Querstollen 23 (Fig. 5) ab, der an der Unterseite der
Schutzplatte 13 ausgebildet ist. Die Feder 19 belastet somit die Schutzplatte 13 nach
vorne und wird zusammengedrückt, wenn die Schutzplatte 13 nach hinten bewegt wird.
[0035] Am rückwärtigen Ende der Schutzplatte 13 ist ein nach oben ragender Eingriffssteg
15 ausgebildet, der bei zusammengebauter Waffe den Verschluß 5 hintergreift.
[0036] Die Führung kann mit der Abschlußkappe 7 einstückig ausgebildet sein oder aus gesonderten
Teilen bestehen, die gegebenenfalls getrennt in das Waffengehäuse 3 einzubauen sind.
Im gezeigten Beispiel (Fig. 4-7) besteht die Führung 21 aus einem in die Abschlußklappe
integrierten Teil.
[0037] Die Abschlußkappe 7, die Führung 21 und gegebenenfalls auch die Schutzplatte 13 sind
aus Kunststoff hergestellt und gegebenenfalls mit Fasern und/oder Einlagen, etwa aus
Stahl, verstärkt.
[0038] Das gezeigte Ausführungsbeispiel arbeitet wie folgt:
[0039] Bei geschlossenem Verschluß 5 ist die Ruhelage der Schutzplatte 13 so, wie in Fig.
3 gezeigt: sie überdeckt von hinten her die Patronenhülse der ersten Patrone 11 im
Magazin 9 und hält so die gesamte Patrone 11 unterhalb der Bewegungsbahn des Verschlusses
5 fest. Da die erste Patrone 11 von unten her durch eine andere Patrone oder den Zubringer
des Magazins 9 abgestützt wird, richtet sie sich an der Schutzplatte 13 aus und kann
nicht mit dem Geschoß nach oben kippen. Das Geschoß kann somit einen geringen Abstand
zum Verschluß 5 behalten.
[0040] Nach einem Schuß läuft der Verschluß 5 zurück und trifft gegen den Eingriffssteg
15 an. Der Verschluß 5 hat in diesem Augenblick schon seine hohe Anfangsgeschwindigkeit
eingebüßt, da er von der (nicht gezeigten) Schließfeder beim Rücklauf abgebremst wird.
Außerdem ist er nahezu völlig nach unten hin von der Schutzplatte 13 verdeckt. Lediglich
der Verschlußkopf, d.h. der vordere Teil des Verschlusses 5, steht dann ein wenig
über die vordere Querkante der Schutzplatte 13 über.
[0041] Beim weiteren Rücklauf nimmt der Verschluß 5 die Schutzplatte 13 mit nach hinten.
Sobald die Schutzplatte 13 und dann auch der Verschlußkopf völlig über die erste Patrone
11 hinweg nach hinten gelaufen sind, kann diese Patrone nach oben in die Nachführlage
springen. Diese Lage ist in Fig. 1 gezeigt.
[0042] Schließlich erreicht der Verschluß 5 seine hintere Endlage. Er wird dann wieder nach
vorne beschleunigt, wobei die Feder 19 auch die Schutzplatte 13 wieder nach vorne
schiebt. Der Eingriffssteg 15 verbleibt somit in Eingriff mit der Rückseite des Verschlusses
5. Während die erste Patrone 11 nun vom Verschluß 5 nach vorne geschoben wird, läuft
sie zunächst die Magazinlippen (nicht gezeigt) entlang und verbleibt somit etwa in
Höhe der Nachführlage. Währenddessen folgt die Schutzplatte 13 der Vorwärtsbewegung
des Verschlusses 5 und schiebt sich zwischen diesen und die nachfolgende Patrone.
Dieses Stadium ist in Fig. 2 dargestellt.
[0043] Die erste Patrone 11 gleitet nun über die sehr lange und somit sehr flache Rampe
17 in das Patronenlager des Laufes 1 hinein. Schon vorher hat die Schutzplatte 13
ihre vordere Endlage erreicht und verharrt dort, so daß der Eingriffssteg 15 gegenüber
dem Verschluß 5 zurückbleibt. Die nachfolgende Patrone im Magazin 9 kann nach oben
nachrücken, aber nur bis zur Schutzplatte 13. Diese Stellung ist in Fig. 3 gezeigt.
Wie in dieser Figur deutlich zu sehen, hat die oberste Konturlinie des Geschosses
dieser nunmehr obersten Patrone einen deutlichen Abstand von der unteren Kante des
darüber hinweglaufenden Verschlußkopfes. Der Verschluß 5 kann das empfindliche Geschoß
nie erreichen oder gegen dieses anlaufen. Die Nachladefunktion der Waffe wird in keiner
Weise beeinträchtigt.
1. Selbstlade-Handfeuerwaffe mit
a) einem längs einer Bewegungsbahn zwischen einer Schließlage und einer offenen Lage
beweglichen Verschluß (5),
b) einem Magazin (9), das durch Federkraft oder dergleichen Patronen aufeinanderfolgend,
quer zur Verschluß-Bewegungsbahn bis in eine Nachführlage fördert, in welcher die
jeweilige Patrone (11) mindestens teilweise in die Verschluß-Bewegungsbahn ragt, und
c) einer durch den Verschluß (5) lösbaren Sperre (13), welche die jeweils erste Patrone
(11) von ihrem Eintritt in die Verschluß-Bewegungsbahn zunächst zurückhält, und zur
Freigabe dieser Patrone (11) vom Verschluß (5) erst gelöst wird, wenn letzterer sich
in oder nahe der offenen Lage befindet, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperre als Platte (13) ausgebildet ist, die sich parallel zur Verschluß-Bewegungsbahn
erstreckt, in Richtung ihrer Erstreckung zwischen einer Sperrlage und einer Freilage
beweglich ist und in ihrer Sperrstellung zwischen den Verschluß (5) und die jeweils
erste Patrone (11) zu liegen kommt, und daß die Platte (13) in ihrer Sperrlage im
wesentlichen nur die Patronenhülse der jeweils ersten Patrone (11) übergreift.
2. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (19) vorgesehen ist, welche die Platte (13) aus ihrer gelösten Lage in
ihre Sperrlage belastet, und daß die Platte (13) ein in die Verschluß-Bewegungsbahn
eingreifendes Eingriffsteil (15) aufweist, das vom Verschluß (5) bei dessen Bewegung
in seine offene Lage mitnehmbar ist.
3. Selbstlade-Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (13) mindestens weitgehend aus bevorzugt gleitförderndem Kunststoff und/oder
aus Leichtmetall besteht.
4. Selbstlade-Handfeuerwaffe in Kurzbauweise mit einer das Waffengehäuse (3) nach hinten
verschließenden, zur Abstützung auf der Schulter des Schützen eingerichteten Abschlußkappe
(7), nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (13) und bevorzugt auch ihre Feder (19) in einer Führung (21) beweglich
aufgenommen ist bzw. sind, die bevorzugt an der Abschlußkappe (7) befestigt oder ausgebildet
ist.
1. A self-loading shoulder arm having
a) a breech (5) that can move along a path of motion between a closed position and
an open position,
b) a magazine (9), which by spring resistance or the like conveys cartridges consecutively,
at right angles to the path of motion of the breech, right into a follow-up position
in which the respective cartridge (11) protrudes at least to some extent into the
path of motion of the breech, and
c) a lock (13) that can be released by the breech (5), which at first prevents the
respective first cartridge (11) from entering into the path of motion of the breech,
and for the release of this cartridge (11) is only released by the breech (5) when
the latter is in or close to the open position,
characterised in that the lock is constructed as a plate (13) which extends parallel to the path of motion
of the breech, in the direction of its extension can move between a locked position
and a free position and in its locked position comes to lie between the breech (5)
and the respective first cartridge (11),
and in that in its locked position the plate (13) engages substantially only over the cartridge
case of the respective first cartridge (11).
2. A self-loading shoulder arm according to Claim 1,
characterised in that a spring (19) is provided, which forces the plate (13) out of its released position
into its locked position,
and in that the plate (13) comprises an engagement part (15) engaging in the path of motion of
the breech, which can be entrained by the breech (5) during its movement into its
open position.
3. A self-loading shoulder arm according to one of Claims 1 or 2,
characterised in that the plate (13) is made at least largely from preferably sliding plastic and/or from
light metal.
4. A self-loading shoulder arm of the bullpup design with a cover plate (7) which at
the back closes the weapon housing (3) and is set up to be supported on the marksman's
shoulder, according to one of Claims 2 to 5,
characterised in that the plate (13) and preferably also its spring (19) is or are moveably accommodated
in a guide (21), which is preferably fastened to or constructed on the cover plate
(7).
1. Arme individuelle à chargement automatique, avec :
a) une culasse (5) déplaçable le long d'une trajectoire de déplacement, entre une
position de fermeture et une position ouverte,
b) un magasin (9), véhiculant, sous la force d'un ressort ou analogues, des cartouches,
à la suite les unes des autres, transversalement par rapport à la direction de déplacement
de la culasse, jusque dans une position de rappel à laquelle la cartouche (11) respective
pénètre au moins partiellement dans la trajectoire de déplacement de culasse, et
c) un verrou (13), désolidarisable au moyen de la culasse (5), qui d'abord empêche
chaque première cartouche (11) d'entrer dans la trajectoire de déplacement de culasse,
et qui est ensuite déverrouillé pour libérer cette cartouche (11) de la culasse (5),
lorsque cette dernière se trouve à ou à proximité de la position ouverte, caractérisée en ce que le verrou est réalisé sous forme de plaque (13), s'étendant parallèlement à la trajectoire
de déplacement de culasse, mobile en direction de son étendue, entre une position
de verrouillage et une position de libération, et venant se placer à sa position de
verrouillage entre la culasse (5) et chaque fois la première cartouche (11), et en ce que la plaque (13), à sa position de blocage, entoure par le dessus pratiquement uniquement
la douille chaque fois de la première cartouche (11).
2. Arme individuelle à chargement automatique selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'est prévu un ressort (19) qui charge la plaque (13) de sa position déverrouillée à
sa position verrouillée, et en ce que la plaque (13) présente une partie d'engagement (15), s'engageant dans la trajectoire
de déplacement de culasse, susceptible d'être entraînée par la culasse (5) lors de
son déplacement à sa position ouverte.
3. Arme individuelle à chargement automatique selon l'une des revendications 1 ou 2,
caractérisée en ce que la plaque (13) est formée au moins largement de matière synthétique, de préférence
favorisant le glissement et/ou de métal léger.
4. Arme individuelle à chargement automatique en variante de construction courte, avec
un capuchon de fermeture (7) fermant vers l'arrière le boîtier d'arme (3), équipée
pour être posée contre l'épaule du tireur, selon l'une des revendications 2 à 5, caractérisée en ce que la plaque (13) et, de préférence également, son ressort (19), est/sont logé(e)(s)
de façon mobile dans un guidage (21) qui, de préférence, est fixé ou réalisé sur le
capuchon de fermeture (7).