[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von nicht kornorientiertem Elektroblech,
bei dem aus einem aus einem Stahl erzeugten Vormaterial, wie gegossenen Brammen, Bändern,
Vorbändern oder Dünnbrammen, ein Warmband gefertigt wird, wobei das Elektroblech einen
geringen Ummangetisierungsverlust und eine hohe Polarisation sowie gute mechanische
Eigenschaften besitzt. Derartige nichtkornorientierte Elektrobleche werden hauptsächlich
als Kernmaterial in elektrischen Maschinen, wie Motoren und Generatoren, mit rotierender
magnetischer Flußrichtung verwendet.
[0002] Unter dem Begriff "nichtkornorientiertes Elektroblech" werden hier unter die DIN
EN 10106 ("schlußgeglühtes Elektroblech") und DIN EN 10165 ("nicht schlußgeglühtes
Elektroblech") fallende Elektrobleche verstanden. Darüber hinaus werden auch stärker
anisotrope Sorten einbezogen, solange sie nicht als kornorientierte Elektrobleche
gelten.
[0003] Von der verarbeitenden Industrie wird die Forderung gestellt, nichtkornorientierte
Elektrobleche zur Verfügung zu stellen, deren magnetische Eigenschaften gegenüber
herkömmlichen Blechen dieser Art angehoben sind. So sollen die Ummagnetisierungsverluste
herabgesetzt und die Polarisation im jeweils genutzten Induktionsbereich erhöht werden.
Gleichzeitig ergeben sich aus den jeweiligen Be- und Verarbeitungsschritten, welchen
die Elektrobleche im Zusammenhang mit ihren Verwendungen unterworfen werden, spezielle
Anforderungen an die mechanisch-technologischen Eigenschaften der Elektrobleche. In
diesem Zusammenhang kommt der Schneidbarkeit der Bleche, z.B. beim Stanzen, besondere
Bedeutung zu.
[0004] Durch die Erhöhung der magnetischen Polarisation wird der Magnetisierungsbedarf reduziert.
Damit einhergehend gehen auch die Kupferverluste zurück, welche einen wesentlichen
Anteil an den beim Betrieb elektrischer Maschinen entstehenden Verluste haben. Der
wirtschaftliche Wert nichtkornorientierter Elektrobleche mit erhöhter Permeabilität
ist daher erheblich.
[0005] Die Forderung nach höherpermeablen nichtkornorientierten Elektroblechsorten betrifft
nicht nur nichtkornorientierte Elektrobleche mit hohen Verlusten (P1,5 ≥ 5 - 6 W/kg),
sondern auch Bleche mit mittleren (3,5 W/kg ≤ P1,5 ≤ 5,5 W/kg) und niedrigen Verlusten
(P1,5 ≤ 3.5). Daher ist man bemüht, das gesamte Spektrum der schwach-, mittel- und
hochsilizierten elektrotechnischen Stähle hinsichtlich seiner magnetischen Polarisationswerte
zu verbessern.
[0006] Ein Weg, basierend auf mittel- oder schwachsilizierten Legierungen ein höherpermeables
Elektroblech herzustellen, besteht darin, im Zuge der Herstellung das Warmband einer
Warmbandglühung zu unterziehen. So wird beispielsweise in der WO 96/00306 vorgeschlagen,
ein für die Erzeugung eines Elektroblechs bestimmtes Warmband im Austenitgebiet fertig
zu walzen und das Haspeln bei Temperaturen oberhalb der vollständigen Umwandlung in
Ferrit vorzunehmen. Zusätzlich ist ein Glühen des Coils unmittelbar aus der Walzhitze
vorgesehen. Auf diese Weise wird ein Endprodukt mit guten magnetischen Eigenschaften
erhalten. Allerdings müssen dazu wegen des hohen Energieaufwands für das Wärmen vor
und während des Warmwalzens sowie wegen der erforderlichen Legierungszusätze erhöhte
Kosten in Kauf genommen werden.
[0007] Gemäß der EP 0 469 980 ist eine erhöhte Haspeltemperatur in Kombination mit einer
zusätzlichen Warmbandglühung anzustreben, um auch bei niedrigen Legierungsgehalten
brauchbare magnetische Eigenschaften zu erhalten. Auch dies kann nur unter Inkaufnahme
zusätzlicher Kosten bewerkstelligt werden.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen kostengünstigen Weg zur Herstellung
von Elektroblechen mit verbesserten Eigenschaften anzugeben.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Herstellen von nicht kornorientiertem
Elektroblech gelöst, bei dem aus einem Vormaterial, wie gegossenen Brammen, Bändern
oder Dünnbrammen, das aus einem Stahl mit (in Gew.-%) 0,001 - 0,05 % C, ≤ 1,5 % Si,
≤ 0,4 % Al, mit Si + 2 Al ≤ 1,7 %, 0,1 - 1,2 % Mn, gegebenenfalls bis insgesamt 1,5
% an Legierungszusätzen, wie P, Sn, Sb, Zr, V, Ti, N, Ni, Co, Nb und/oder B, und als
Rest Eisen sowie üblichen Begleitelementen hergestellt ist, ein Warmband erzeugt wird,
indem das Vormaterial direkt aus der Gießhitze oder nach einem vorhergehenden Wiedererwärmen
auf eine mindestens 1000 °C und höchstens 1180 °C betragende Wiedererwärmungstemperatur
in mehreren Umformstichen warmgewalzt und anschließend gehaspelt wird, wobei während
des Warmwalzens mindestens der erste Umformstich im Austenitgebiet und mindestens
ein weiterer Umformstich im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit durchgeführt wird
und wobei während des Walzens im Zweiphasenmischgebiet eine Gesamtformänderung ε
h von mindestens 35 % erreicht wird.
[0010] Gemäß der Erfindung werden die magnetischen Eigenschaften eines Elektroblechs durch
eine Verformung während der einzelnen im Zuge des Warmwalzens durchlaufenen Umformstiche
in Abhängigkeit vom jeweiligen Gefügezustand gezielt beeinflußt. Entscheidenden Anteil
hat dabei das Walzen im Zweiphasenmischgebiet, wogegen der Anteil der Umformung im
Ferritgebiet möglichst gering sein soll. Das erfindungsgemäße Verfahren ist daher
insbesondere für die Verarbeitung von solchen Fe-Si-Legierungen geeignet, welche ein
ausgeprägtes Zweiphasenmischgebiet zwischen dem Austenit- und dem Ferritgebiet aufweisen.
[0011] Die Abstimmung der Legierungszusätze an ferrit- und austenitbildenden Elementen ist
unter Berücksichtigung der erfindungsgemäß vorgesehenen Gehaltsbereiche der einzelnen
Elemente ausgehend von einer Basiszusammensetzung von (Si + 2Al) ≤ 1,7 vorzunehmen;
und zwar derart, daß eine ausreichende Ausprägung des Zweiphasenmischgebiets gegeben
ist.
[0012] Im Fall der Verwendung von gegossenen Brammen als Vormaterial werden diese auf eine
Temperatur ≥ 1000 °C wiedererwärmt, so daß das Material sich vollständig im austenitischen
Zustand befindet. Aus dem gleichen Grunde werden auch gegossene Dünnbrammen oder gegossene
Bänder unter Ausnutzung der Gießhitze direkt eingesetzt und erforderlichenfalls auf
Walzanfangstemperatur von mehr als 1000 °C erwärmt. Dabei wächst die erforderliche
Wiedererwärmungstemperatur mit zunehmendem Si-Gehalt, wobei eine Obergrenze von 1180
°C nicht überschritten wird.
[0013] Das Warmwalzen gemäß der Erfindung wird in der Regel in einer aus mehreren Walzgerüsten
gebildeten Fertigwalzstaffel durchgeführt. Dabei besteht der Zweck des in einem oder
mehreren Stichen erfolgenden Walzens im Austenitgebiet zum einen darin, den Übergang
vom Austenit ins Zweiphasenmischgebiet und vom Zweiphasenmischgebiet ins Ferritgebiet
kontrolliert innerhalb der Fertigwalzstaffel durchführen zu können. Zum anderen dienen
die im Austenitgebiet durchlaufenen Umformstiche dazu, die Dicke des Warmbands vor
dem Beginn des Walzens im Zweiphasenmischgebiet so einzustellen, daß die während des
im Zweiphasenmischgebiet erfolgenden Walzens ("Mischwalzen") erwünschte Gesamtformänderung
sicher erreicht wird. Das Mischwalzen umfaßt ebenfalls mindestens einen Umformstich.
Vorzugsweise werden jedoch mehrere Umformstiche im Mischgebiet Austenit / Ferrit durchlaufen,
um die bei diesem Mischwalzen geforderte Gesamtformänderung von mindestens 35 % sicher
zu erreichen und so die gewünschte Einstellung des Warmbandgefüges zu erhalten.
[0014] Unter der "Gesamtformänderung ε
h" wird hier das Verhältnis der Dickenabnahme während des Walzens im jeweiligen Phasengebiet
zur Dicke des Bandes beim Eintritt in das betreffende Phasengebiet verstanden. Dieser
Definition entsprechend weist ein gemäß der Erfindung hergestelltes Warmband beispielsweise
nach dem Walzen im Austenitgebiet eine Dicke h
0 auf. Im Zuge des darauffolgenden Walzens im Zweiphasenmischgebiet wird die Dicke
des Warmbands auf h
1 reduziert. Definitionsgemäß ergibt sich damit die beispielsweise während des Mischwalzens
erreichte Gesamtformänderung ε
h zu (h
0 - h
1) / h
0 mit h
0 = Dicke beim Eintritt in das erste im Mischzustand Austenit / Ferrit durchlaufene
Walzgerüst und h
1 = Dicke beim Verlassen des letzten im Mischzustand durchlaufenen Walzgerüsts.
[0015] Gemäß der Erfindung soll die Gesamtformänderung ε
h während des Walzens im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit mindestens 35 % erreichen,
um einen die gewünschten magnetischen und technologischen Eigenschaften begünstigenden
Zustand des warmgewalzten Bandes hinsichtlich Korngröße, Textur und Ausscheidungen
einzustellen bzw. für die nachfolgenden Verarbeitungsschritte vorzubereiten. Optimale
Verarbeitungsergebnisse lassen sich dabei erzielen, wenn die Gesamtverformung im Zweiphasenmischgebiet
Austenit / Ferrit auf höchstens 60 % beschränkt ist.
[0016] Durch das schwerpunktmäßig als Mischwalzen unter weitgehender Umgehung eines Walzens
im Ferritgebiet erfolgende Warmwalzen läßt sich ein Warmband erzeugen, welches im
weiteren zur Herstellung eines Elektroblechs und zur Fertigung von Bauteilen mit hervorragenden
magnetischen Eigenschaften genutzt werden kann. Kosten verursachende zusätzliche Verarbeitungsschritte
oder das Einhalten bestimmter hoher Temperaturen während des Warmwalzens sind zu diesem
Zweck nicht erforderlich. Statt dessen ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren durch
eine sowohl hinsichtlich der Temperaturführung als auch hinsichtlich der Staffelung
der Umformungen optimierte Walzstrategie in Verbindung mit einer geeignet gewählten
Haspeltemperatur die kostengünstige Erzeugung eines hochwertigen Elektroblechmaterials.
[0017] Es ist festgestellt worden, daß sich schon durch die Kombination der erfindungsgemäßen
Maßnahmen und die Einhaltung des für die Verformung im Mischgebiet Austenit / Ferrit
erfindungsgemäß vorgesehenen Bereichs der Formänderung von 35 % bis 60 % Elektrobleche
herstellen lassen, deren Eigenschaften den Eigenschaften von solchen in herkömmlicher
Weise hergestellten Elektroblechen gleichkommen, die zusätzliche zeit- und kostenaufwendige
Verfahrensschritte, wie ein ergänzendes Warmbandglühen, durchlaufen haben. Weiter
ist festgestellt worden, daß für den Fall, daß ein Warmbandglühen in Ergänzung der
erfindungsgemäßen Vorgehensweise angewendet wird, das Zusammenwirken dieser Maßnahmen
zu Elektroblechen führt, die in ihren magnetischen und mechanischen Eigenschaften
herkömmlich hergestellten Elektroblechen überlegen sind. Somit bewirkt die Erfindung
einerseits eine deutliche Verminderung der Kosten bei der Herstellung von qualitativ
hochwertigen Elektroblechen. Andererseits lassen sich auf Grundlage des erfindungsgemäßen
Verfahrens Bleche erzeugen, deren Eigenschaften herkömmlich erzeugten Elektroblechen
weit überlegen sind.
[0018] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmband nach der Umformung im Austenitgebiet ausschließlich im Zweiphasenmischgebiet
Austenit / Ferrit fertig gewalzt wird. Insbesondere bei dieser Variante der Erfindung
sollte die während des Walzens im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit erreichte
Gesamtformänderung ε
h mindestens 50 % betragen. Bei dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
das Walzen im Ferritzustand des Warmbandes vollständig vermieden. Besonders geeignet
für diese Abfolge der Walzschritte unter Ausschluß des Walzens im Ferritgebiet sind
Bänder, welche basierend auf Fe-Si-Stählen hergestellt sind, die ein ausgeprägtes
Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit beim Übergang vom Austenit ins Ferrit besitzen.
Hierbei kann durch eine geeignete Wahl des Verhältnisses von Umformgrad und Umformgeschwindigkeit,
d.h. Ausnutzung der bei der Umformung entstehenden Wärme, eine optimale Temperaturführung
im Sinne der Vermeidung einer Abkühlung des Walzgutes und damit eine vollständige
Umwandlung in Ferrit vermieden werden.
[0019] Gemäß einer alternativen Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird im Anschluß
an das Walzen im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit mindestens ein Umformstich
im Ferritgebiet durchgeführt. Dabei sollte die während des Walzens im Ferritgebiet
erreichte Gesamtformänderung ε
h mindestens 10 % und höchstens 33 % betragen. Auch bei dieser Ausgestaltung der Erfindung
ist das Walzen im Ferritgebiet auf ein Mindestmaß beschränkt, so daß der Schwerpunkt
der Umformung trotz des abschließenden Walzens im Ferritgebiet unverändert im Mischgebiet
Austenit / Ferrit liegt.
[0020] Grundsätzlich eignet sich für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine
Haspeltemperatur von mindestens 700 °C. Bei Einhaltung dieser Haspeltemperatur kann
eine Warmbandglühung ganz oder zumindest zum wesentlichen Teil eingespart werden.
Das Warmband wird schon im Coil entfestigt, wobei die seine Eigenschaften bestimmenden
Merkmale, wie Korngröße, Textur und Ausscheidungen, positiv beeinflußt werden. Besonders
vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn das gehaspelte Warmband aus der Coilhitze
einer direkten Glühung unterzogen wird und wenn die Glühzeit bei einer Glühtemperatur
oberhalb 700 °C mindestens 15 Minuten beträgt. Eine solche "in-line" ausgeführte Glühung
des bei hoher Temperatur aufgehaspelten, im Coil nicht wesentlich abgekühlten Warmbandes
kann eine andernfalls unter Umständen erforderliche Warmbandhaubenglühung vollständig
ersetzen. So lassen sich geglühte Warmbänder mit besonders guten magnetischen und
technologischen Eigenschaften herstellen. Der dazu erforderliche Zeit- und Energieaufwand
ist erheblich geringer als bei der herkömmlicherweise zur Verbesserung der Eigenschaften
von Elektroblech durchgeführten Warmbandglühung.
[0021] Gemäß einer insbesondere für die Verarbeitung eines Stahls mit einem Si-Gehalt von
mindestens 0,7 Gewichts-% besonders geeigneten Ausgestaltung der Erfindung wird das
Warmband nach dem Walzen in der Fertigstaffel bei einer Haspeltemperatur von weniger
als 600 °C, insbesondere weniger als 550 °C, gehaspelt. Das Haspeln bei diesen Temperaturen
führt bei den betreffenden Legierungen zu einem verfestigten Warmbandzustand.
[0022] Vorzugsweise wird mindestens bei einem der letzten Umformstiche im Ferritgebiet mit
Schmierung warmgewalzt. Durch das Warmwalzen mit Schmierung treten einerseits geringere
Scherverformungen auf, so daß das gewalzte Band im Ergebnis eine homogenere Struktur
über den Querschnitt erhält. Andererseits werden durch die Schmierung die Walzkräfte
vermindert, so daß über dem jeweiligen Walzstich eine höhere Dickenabnahme möglich
ist. Daher kann es, je nach den gewünschten Eigenschaften des zu erzeugenden Elektroblechs,
vorteilhaft sein, wenn sämtliche im Ferritgebiet erfolgenden Umformstiche mit einer
Walzschmierung durchgeführt werden.
[0023] Unabhängig von der jeweils gewählten Abfolge der Walzschritte kann eine weitere Verbesserung
der Eigenschaften des erzeugten Elektrobandes dadurch erreicht werden, daß das Warmband
nach dem Haspeln und Abkühlen zusätzlich bei einer Glühtemperatur von mindestens 740
°C geglüht wird. Dieses Glühen kann im Haubenofen oder im Durchlaufofen durchgeführt
werden.Insbesondere dann, wenn als Vormaterial gegossene Dünnbrammen oder gegossene
Bänder eingesetzt werden, lassen sich Warmbänder erzeugen, deren Dicke ≤ 1,5 mm ist.
Die Erzeugung von qualitativ besonders hochwertigen Bändern läßt sich in diesem Zusammenhang
dadurch bewerkstelligen, daß das gegossene Vormaterial in einer Gießwalzanlage erzeugt
worden ist und aus dieser kommend direkt in die Walzstraße geleitet wird.
[0024] Erfindungsgemäß erzeugte Warmbänder weisen so gute Eigenschaften auf, daß sie sich
für eine Vielzahl von Anwendungszwecken direkt als Elektrobleche einsetzen lassen,
ohne daß es dazu eines nochmaligen Kaltwalzens bedarf, bei dem eine über ein Glätten
oder Dressieren hinausgehende Kaltverformung vorgenommen wird. Daher besteht eine
bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung darin, daß das Warmband konfektioniert und
als Elektroblech ausgeliefert wird.
[0025] Zu beachten ist, daß in solchen Fällen, in denen direkt eingesetztes Vormaterial
in erfindungsgemäßer Weise zu Warmband verarbeitet wird, besonders gute magnetische
Eigenschaften erreicht werden, wenn das Warmwalzen im Mischgebiet Austenit / Ferrit
beendet wird. Es hat sich gezeigt, daß insbesondere derart unter Meidung des Ferritgebietes
warmgewalzte Warmbänder dazu geeignet sind, ohne eine weitere Verformung im Zuge eines
Kaltwalzens an den Endverwender ausgeliefert zu werden.
[0026] Desweiteren ist festgestellt worden, daß ein erforderlichenfalls gebeiztes, erfindungsgemäß
erzeugtes Warmband sich für bestimmte Anwendungszwecke ohne jede abschließende Kaltverformung
einsetzten läßt. Für spezielle Anforderungen, bei denen eine verbesserte Verarbeitbarkeit
des erfindungsgemäß erzeugten und ohne ausgeprägtes Kaltwalzen ausgelieferten Elektrowarmbandes
gefordert wird, kann dies dadurch erreicht werden, daß das gebeizte Warmband bei einem
Umformgrad von ≤ 3 % glattgewalzt wird. Durch das Glättwalzen werden Unebenheiten
der Bandoberfläche geglättet, ohne daß es zu einer nennenswerten Beeinflussung des
im Zuge des Warmwalzens erzeugten Gefügezustands kommt.
[0027] Alternativ oder ergänzend zu einem reinen Glättstich der voranstehend erläuterten
Art können neben der Oberflächenbeschaffenheit auch die magnetischen Eigenschaften
des erfidungsgemäß Erzeugten warmgewalzten Bandes dadurch verbessert werden, daß das
gebeizte Warmband bei einem Umformgrad von mehr als 3 bis höchstens 15 % dressiergewalzt
wird. Auch dieses Nachwalzen führt zu keiner typischen Dickenreduzierung, die vergleichbar
wären mit den beim typischen Kaltwalzen wegen der dabei erzielten hohen Umformgrade
erzielten Veränderung der Banddicke. Vielmehr wird zusätzliche Verformungsenergie
in das Band eingebracht, welche einen positiven Einfluß auf die spätere Verarbeitbarkeit
des dressiergewalzten Bandes hat.
[0028] Das erfindungsgemäß als Warmband ausgelieferte Elektroblech kann in der üblichen
Weise vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei einer Glühtemperatur > 740
°C schlußgeglüht werden. Wird dagegen die Schlußglühung beim Verarbeiter durchgeführt,
so kann ein nichtschlußgeglühtes Elektro-Warmband zur verfügung gestellt werden, indem
das Warmband vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei Glühtemperaturen > 650
°C rekristallisierend zu einem nichtschlußgeglühten Elektroband geglüht wird.
[0029] Das auf erfindungsgemäße Weise hergestellte Warmband ist aufgrund seiner mechanischen
Eigenschaften jedoch auch besonders dazu geeignet, in herkömmlicher Weise einoder
mehrstufig auf eine Enddicke kaltgewalzt zu werden. Sofern das Kaltwalzen mehrstufig
durchgeführt wird, sollte im Anschluß an mindestens eine der Kaltwalzstufen ein Zwischenglühen
erfolgen, um die guten mechanischen Eigenschaften des Bandes beizubehalten.
[0030] Soll ein "fully-finished"-Elektroband hergestellt werden, so schließt sich an das
Kaltwalzen ein Schlußglühen bei einer Glühtemperatur an, welche vorzugsweise > 740
°C ist.
[0031] Soll dagegen ein "semi-finished"-Elektroband erzeugt werden, so schließt sich an
das gegebenenfalls mehrstufig durchgeführte Kaltwalzen ein rekristallisierendes Glühen
im Hauben- oder Durchlaufofen bei Temperaturen von mindestens 650 °C an. Im Anschluß
daran wird das kaltgewalzte und geglühte Elektroband gerichtet und nachgewalzt.
[0032] Erfindungsgemäß hergestelltes, kaltgewalztes Elektroband ist hervorragend schneid-
und stanzbar und eignet sich als solches besonders dazu, zu Bauelementen, wie Lamellen
oder Ronden, verarbeitet zu werden. Im Falle der Verarbeitung eines "semi-finished"-Elektroblechs
werden zweckmäßigerweise die aus diesem Elektroblech hergestellten Bauelemente beim
Anwender schlußgeglüht.
[0033] Unabhängig davon, ob ein "semi-" oder ein "fullyfinished" Elektroblech erzeugt wird,
erfolgt gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung die Schlußglühung des kaltgewalzten
Elektroblechs vorzugsweise in einer entkohlenden Atmosphäre.
[0034] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0035] "J2500", "J5000" bzw. "J10000" bezeichnen im folgenden die magnetische Polarisation
bei magnetischen Feldstärken von 2500 A/m, 5000 A/m bzw. 10000 A/m.
[0036] Unter "P 1,0" bzw. "P 1,5" wird der Ummagnetisierungsverlust bei einer Polarisation
von 1,0 T bzw. 1,5 T und einer Frequenz von 50 Hz verstanden.
[0037] Die in den nachfolgenden Tabellen angegebenen magnetischen Eigenschaften sind jeweils
an Einzelstreifen längs der Walzrichtung gemessen worden.
[0038] In Tabelle 1 sind für drei zur erfindungsgemäßen Herstellung von Elektroblech verwendete
Stähle die Gehalte der wesentlichen Legierungsbestandteile in Gewichts-% angegeben.
Tabelle 1
| Stahl |
C |
Si |
Al |
Mn |
| A |
0,008 |
0,1 |
0,12 |
0,34 |
| B |
0,008 |
0,33 |
0,25 |
0,81 |
| C |
0,007 |
1,19 |
0,13 |
0,23 |
[0039] Die aus den Stählen A, B bzw. C gegossenen Brammen sind als Vormaterial jeweils auf
eine Temperatur von mehr als 1000 °C wiedererwärmt und in eine mehrere Walzgerüste
umfassende Fertigwalzstaffel geleitet worden. In der Fertigwalzstaffel ist mindestens
der erste Umformstich ausschließlich im Austenitgebiet durchgeführt worden.
[0040] In Tabelle 2 sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für zwei aus den Stählen A bzw. B erzeugten Elektrobleche B1, B2 angegeben. Die für
die Herstellung der Elektrobleche B1, B2 bestimmten jeweiligen Warmbänder sind im
Anschluß an das Walzen im Austenitgebiet bei einem Gesamtumformgrad ε
h von 66 % im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit fertig gewalzt worden. Die gewalzten
Warmbänder sind daraufhin bei einer Haspeltemperatur von 750 °C gehaspelt worden.
Unmittelbar anschließend sind die gehaspelten Warmbänder abgekühlt und der Weiterverarbeitung
zugeleitet worden.
Tabelle 2
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| B1 |
1,739 |
1,813 |
1,9091 |
3,594 |
7,130 |
| B2 |
1,724 |
1,802 |
1,896 |
3,002 |
5,959 |
[0041] In Tabelle 3 sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für Elektrobleche B3, B4, B5 angegeben. Das Blech B3 ist unter Verwendung des Stahls
A, das Blech B4 unter Verwendung des Stahls B und das Blech B5 unter Verwendung des
Stahls C erzeugt worden. Die zur Herstellung der Elektrobleche B3, B4, B5 bestimmten
Warmbänder sind ebenfalls nach der Umformung im Austenitgebiet ausschließlich im Zweiphasenmischgebiet
Austenit / Ferrit umgeformt worden. Die dabei erreichte Gesamtumformung ε
h beim Walzen im Mischgebiet betrug 66 %. Anschließend sind die Warmbänder bei einer
Temperatur von 750 °C gehaspelt worden. Im Unterschied zur Herstellung der Elektrobleche
B1, B2 sind die für die Herstellung der Bleche B3, B4, B5 bestimmten Warmbänder dann
jedoch für eine Zeit von mindestens 15 Minuten auf der Haspeltemperatur gehalten worden,
bevor sie der Weiterverarbeitung zu Kaltband zugeführt worden sind.
Tabelle 3
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| B3 |
1,755 |
1,828 |
1,920 |
3,258 |
6,522 |
| B4 |
1,737 |
1,812 |
1,909 |
3,075 |
6,101 |
| B5 |
1,689 |
1,765 |
1,859 |
2,596 |
5,304 |
[0042] In Tabelle 4 sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für Elektrobleche B6, B7, B8 angegeben, welche, in der angegebenen Reihenfolge, ebenfalls
basierend auf den Stählen A, B bzw. C erzeugt worden sind. Die zur Herstellung der
Elektrobleche B6, B7, B8 bestimmten Warmbänder sind nach der Umformung im Austenitgebiet
im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit umgeformt worden. Die dabei erreichte Gesamtumformung
ε
h im Zweiphasenmischgebiet betrug 50 %. Anschließend hat das Warmband mehrere Umformstiche
im Ferritgebiet durchlaufen. Die dabei erreichte Gesamtumformung ε
h im Ferritgebiet betrug weniger als 30 %. Das derart fertig gewalzte Warmband ist
bei einer Temperatur von 750 °C gehaspelt worden. Unmittelbar anschließend ist das
Warmband im Coil abgekühlt worden.
Tabelle 4
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| B6 |
1,748 |
1,822 |
1,916 |
3,564 |
7,121 |
| B7 |
1,721 |
1,797 |
1,893 |
2,935 |
5,868 |
| B8 |
1,709 |
1,791 |
1,884 |
2,630 |
5,246 |
[0043] In Tabelle 5 sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für Elektrobleche B9, B10, B11 angegeben. Das Blech B9 ist unter Verwendung des Stahls
A, das Blech B10 unter Verwendung des Stahls B und das Blech B11 unter Verwendung
des Stahls C erzeugt worden. Die zur Herstellung der Elektrobleche B9, B10, B11 bestimmten
Warmbänder sind in der Fertigwalzstaffel denselben Umformungen unterzogen worden wie
die zur Herstellung der Bleche B6, B7, B8 bestimmten Bänder. Das derart fertig gewalzte
Warmband ist bei einer Temperatur von 750 °C gehaspelt worden. Im Unterschied zur
Herstellung der Elektrobleche B6, B7, B8 sind die für die Herstellung der Bleche B9,
B10, B11 bestimmten Warmbänder dann jedoch für eine Zeit von mindestens 15 Minuten
auf der Haspeltemperatur gehalten worden, bevor sie der Weiterverarbeitung zu Kaltband
zugeführt worden sind.
Tabelle 5
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| B9 |
1,746 |
1,819 |
1,914 |
3,305 |
6,657 |
| B10 |
1,731 |
1,805 |
1,901 |
2,909 |
5,811 |
| B11 |
1,690 |
1,765 |
1,858 |
2,587 |
5,304 |
[0044] In Tabelle 6 sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für ein Elektroblech B12 angegeben, das basierend auf dem Stahl C erzeugt worden
ist. Nach der Umformung im Austenitgebiet ist das zur Herstellung des Elektroblechs
B12 bestimmte Warmband ausschließlich im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit umgeformt
worden. Die dabei erreichte Gesamtumformung ε
h im Zweiphasenmischgebiet betrug 66 %. Das fertig gewalzte Warmband ist dann bei einer
Temperatur von weniger als 600 °C gehaspelt worden. Unmittelbar anschließend ist das
Warmband im Coil abgekühlt worden.
Tabelle 6
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| B12 |
1,724 |
1,800 |
1,894 |
2,577 |
5,105 |
[0045] In Tabelle 7 sind für zwei andere zur Herstellung eines erfindungsgemäß erzeugten
und daraufhin ohne ausgeprägtes Kaltwalzen konfektionierten und als Elektroblech ausgelieferten
Warmbandes verwendeten Stähle die Gehalte der für die Eigenschaften wesentlichen Legierungsbestandteile
in Gewichts-% angegeben.
Tabelle 7
| Stahl |
C |
Si |
Al |
Mn |
| C |
0,008 |
0,10 |
0,12 |
0,34 |
| D |
0,007 |
1,19 |
0,13 |
0,23 |
[0046] Entsprechend den in Tabelle 7 angegebenen Zusammensetzungen gebildete Schmelzen sind
in einer Gießwalzanlage kontinuierlich zu jeweils einem Vorband gegossen worden, welches
ebenso kontinuierlich in eine mehrere Walzgerüste umfassende Warmwalzstaffel geleitet
worden ist. Beim Warmwalzen der entsprechend erzeugten Elektrobleche C1 - C3 und D1
- D3 ist der Schwerpunkt der Verformung jeweils in den Bereich gelegt worden, in dem
das jeweilige Band sich im austenitischen Zustand befindet. Der letzte Stich des Warmwalzens
ist jedoch erfindungsgemäß im Austenit / Ferrit-Mischgebiet durchgeführt worden. Die
dabei erzielte Gesamtverformung ε
H betrug 40 %. Anschließend sind die Warmbänder jeweils bei einer Temperatur von 750
°C gehaspelt worden.
[0047] In den Tabellen 8a - 8c sind die magnetischen Eigenschaften J
2500, J
5000, J
10000, P
1,0 und P
1,5 für die jeweils drei aus den Stählen C bzw. D erzeugten Elektrobleche C1 - C3 bzw.
D1 - D3 angegeben.
[0048] Im Fall der Beispiele C1, D1 (Tabelle 8a) sind die Warmbänder nach der Abkühlung
direkt zu handelsüblichen Elektroblechen konfektioniert und an den Endverwender ausgeliefert
worden. Im Fall der Beispiele C2, D2 (Tabelle 8b) sind die Warmbänder vor ihrer Auslieferung
an den Endverwender gebeizt und zusätzlich einem Glättstich unterworfen worden. Bei
diesem Glättstich ist eine Verformung ε
H von maximal 3 % erreicht worden. Die Bänder C3, D3 (Tabelle 8c) sind vor ihrer Auslieferung
nach einem Beizen jeweils dressiergewalzt worden.
Tabelle 8a
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| C1 |
1,646 |
1,729 |
1,522 |
5,941 |
13,276 |
| D1 |
1,642 |
1,716 |
1,548 |
4,095 |
9,647 |
Tabelle 8b
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| C2 |
1,661 |
1,735 |
1,577 |
5,409 |
13,285 |
| D2 |
1,621 |
1,699 |
1,535 |
3,716 |
8,776 |
Tabelle 8c
| Blech |
J2500 [T] |
J5000 [T] |
J10000 [T] |
P1,0 [W/kg] |
P1,5 [W/kg] |
| C3 |
1,642 |
1,716 |
1,548 |
4,095 |
9,647 |
| D3 |
1,608 |
1,686 |
1,529 |
3,023 |
7,447 |
[0049] Es zeigt sich, daß auch die erfindungsgemäß als Warmbänder erzeugten und als solche
ohne ein ausgeprägtes Kaltwalzen an den Endverbraucher gelieferten Elektrobleche C1
- C3 bzw. D1 - D3 hervorragende magnetische Eigenschaften besitzen, die sie ohne weiteres
zur Verwendung für eine Vielzahl von Anwendungszwecken geeignet machen.
[0050] Vergleichsuntersuchungen, die an 1 mm dicken, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erzeugten Elektroblechen und Elektroblechen durchgeführt worden sind, die in konventioneller
Weise warm- und kaltgewalzt worden sind, zeigen, daß die erzielbaren Werte der magnetischen
Polaristaion und die erzielbaren Werte des spezifischen Ummagnetisierungsverlustes
der erfindungsgemäß erzeugten Elektrobleche in engen Bereichen mit denjenigen Werten
übereinstimmen, die für die betreffenden Eigenschaften an herkömmlich erzeugten Elektroblechen
ermittelt werden konnten.
1. Verfahren zum Herstellen von nicht kornorientiertem Elektroblech, bei dem aus einem
Vormaterial, wie gegossenen Brammen, Bändern, Vorbändern oder Dünnbrammen, das aus
einem Stahl mit (in Gewichts-%)
C: 0,001 - 0,05 %
Si: ≤ 1,5 %
Al: ≤ 0,4 %
mit Si + 2Al ≤ 1,7 %
Mn: 0,1 - 1,2 %
gegebenenfalls bis insgesamt 1,5 % an Legierungszusätzen, wie P, Sn, Sb, Zr, V,
Ti, N, Ni, Co, Nb und/oder B, und
als Rest Eisen sowie üblichen Begleitelementen
hergestellt ist, ein Warmband erzeugt wird, indem das Vormaterial direkt aus der Gießhitze
oder nach einem vorhergehenden Wiedererwärmen auf eine mindestens 1000 °C und höchstens
1180 °C betragende Wiedererwärmungstemperatur in mehreren Umformstichen warmgewalzt
und anschließend gehaspelt wird, wobei während des Warmwalzens mindestens der erste
Umformstich im Austenitgebiet und mindestens ein weiterer Umformstich im Zweiphasenmischgebiet
Austenit / Ferrit durchgeführt wird und wobei während des Walzens im Zweiphasenmischgebiet
eine Gesamtformänderung ε
h von mindestens 35 % erreicht wird.
2. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtformänderung εh höchstens 60 % beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband nach der Umformung im Austenitgebiet ausschließlich im Zweiphasenmischgebiet
Austenit / Ferrit fertig gewalzt wird.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die während des Walzens im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit erreichte Gesamtformänderung
εh mindestens 50 % beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an das Walzen im Zweiphasenmischgebiet Austenit / Ferrit mindestens ein
Umformstich im Ferritgebiet durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die während des Walzens im Ferritgebiet erreichte Gesamtformänderung εh mindestens 10 % und höchstens 33 % beträgt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Haspeltemperatur mindestens 700 °C beträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das gehaspelte Warmband aus der Coilhitze einer direkten Glühung unterzogen wird
und d a ß die Glühzeit bei einer Glühtemperatur oberhalb 700 °C mindestens 15 Minuten
beträgt.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stahl einen Si-Gehalt von mindestens 0,7 Gewichts-% aufweist.
10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Haspeltemperatur weniger als 600 °C, insbesondere weniger als 550 °C, beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband in unmittelbarem Anschluß an das Haspeln im Coil beschleunigt abgekühlt
wird.
12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß während des Warmwalzens im Ferritgebiet mindestens ein Umformstich mit Schmierung
durchgeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß alle Umformstiche im Ferritgebiet mit einer Walzenschmierung durchgeführt werden.
14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband nach dem Haspeln bei einer Glühtemperatur von mindestens 740 °C geglüht
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Glühen des zu einem Coil gehaspelten Warmbands im Haubenofen durchgeführt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Glühen im Durchlaufofen durchgeführt wird.
17. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke des Warmbandes ≤ 1,5 mm ist.
18. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband konfektioniert und als Elektroblech ausgeliefert wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei einem Umformgrad von
≤ 3 % glattgewalzt wird.
20. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei einem Umformgrad von
> 3 - 15 % dressiergewalzt wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei einer Glühtemperatur
> 740 °C schlußgeglüht wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband vor seiner Konfektionierung und Auslieferung bei Glühtemperaturen >
650 °C rekristallisierend zu einem nichtschlußgeglühten Elektroband geglüht wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Warmband ein- oder mehrstufig auf eine Enddicke kaltgewalzt wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß das Kaltwalzen mehrstufig durchgeführt wird und d a β im Anschluß an mindestens eine
der Kaltwalzstufen ein Zwischenglühen erfolgt.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Kaltband im Anschluß an das Kaltwalzen bei einer Glühtemperatur > 740 °C schlußgeglüht
wird.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Kaltband nach dem Kaltwalzen in einem Haubenoder Durchlaufofen bei Glühtemperaturen
> 650 °C rekristallisierend zu einem nicht schlußgeglühten Elektroband geglüht und
im Anschluß daran gerichtet und nachgewalzt wird.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 21, 22, 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Glühung in einer entkohlenden Atmosphäre durchgeführt wird.
1. A method for producing non-grain-oriented magnetic steel sheet in which from an input
stock such as cast slabs, strip, roughed strip or thin slabs produced from a steel
comprising (in weight %)
C: 0.001 - 0.05 %;
Si: ≤ 1.5 %;
Al: ≤ 0.4 %;
with Si + 2Al ≤ 1.7 %;
Mn: 0.1 - 1.2 %;
if need be up to a total of 1.5 % of alloying additions such as P, Sn, Sb, Zr, V,
Ti, N, Ni, Co, Nb and/or B, with the remainder being iron as well as the usual accompanying
elements,
a hot strip is produced in that the input stock, in several forming passes, is hot-rolled
directly from the casting heat or after previous re-heating, to a reheat temperature
of at least 1000 °C and at most 1180 °C, and subsequently coiled, wherein during hot-rolling
at least the first forming pass takes place in the austenite region, and at least
a further forming pass takes place in the two-phase mixed region austenite / ferrite,
and wherein during rolling in the two-phase mixed region, a total deformation å
h of at least 35 % is achieved.
2. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the total deformation åh is at most 60 %.
3. The method according to claim 1 or 2,
characterised in that
the hot strip, after forming in the austenite region, is finish-rolled exclusively
in the two-phase mixed region austenite / ferrite.
4. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the total deformation

achieved during rolling in the two-phase mixed region austenite / ferrite, is at
least 50 %.
5. The method according to claim 1,
characterised in that
following rolling in the two-phase mixed region austenite / ferrite, at least one
forming pass is carried out in the ferrite region.
6. The method according to claim 5,
characterised in that
the total deformation

achieved during rolling in the ferrite region is at least 10 % and at most 33 %.
7. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the coiling temperature is at least 700 °C.
8. The method according to claim 7,
characterised in that
the coiled hot strip from the coil heat is subjected to direct annealing and in that the annealing time at an annealing temperature above 700 °C is at least 15 minutes.
9. The method according to claim 6,
characterised in that
the Si content of the steel is at least 0.7 weight %.
10. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the coil temperature is below 600 °C, in particular below 550 °C.
11. The method according to claim 9 or 10,
characterised in that immediately after coiling, the hot strip is cooled in the coil at an accelerated
rate.
12. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
during hot rolling in the ferrite region, at least one forming pass is carried out
with lubrication.
13. The method according to claim 12,
characterised in that
all forming passes in the ferrite region are carried out with roll lubrication.
14. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
after coiling, the hot strip is annealed at an annealing temperature of at least 740
°C.
15. The method according to claim 14,
characterised in that
annealing of the coiled hot strip takes place in a hood-type furnace.
16. The method according to claim 14,
characterised in that
annealing takes place in a continuous furnace.
17. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the hot strip is = 1.5 mm in thickness.
18. The method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the hot strip is finished and shipped as magnetic steel sheet.
19. The method according to claim 18,
characterised in that
prior to finishing and shipping, the hot strip is flattened at a degree of forming
of = 3 %.
20. The method according to claim 18,
characterised in that
prior to finishing and shipping, the hot strip is skin pass rolled at a degree of
forming of > 3 -15 %.
21. The method according to one of claims 18 to 20,
characterised in that
prior to finishing and shipping, the hot strip is final annealed at an annealing temperature
of > 740 °C.
22. The method according to one of claims 18 to 20,
characterised in that
prior to finishing and shipping, the hot strip is subjected to recrystallising annealing
at an annealing temperature of > 650 °C to form a non-final-annealed magnetic steel
strip.
23. The method according to one of claims 1 to 16,
characterised in that
the hot strip is cold rolled in one or several stages to its final thickness.
24. The method according to claim 23,
characterised in that
cold rolling is carried out in several stages, and in that
intermediate annealing takes place following at least one of the cold-rolling stages.
25. The method according to one of claims 23 or 24,
characterised in that
following cold rolling, the cold strip is subjected to final annealing at an annealing
temperature > 740 °C.
26. The method according to one of claims 23 or 24,
characterised in that
following cold rolling, the cold strip is subjected to recrystallising annealing,
in a hood-type furnace or a continuous furnace, to a non-final annealed magnetic steel
strip at an annealing temperature > 650 °C, and is subsequently levelled and re-rolled.
27. The method according to one of claims 21, 22, 25 or 26,
characterised in that
annealing takes place in a decarburising atmosphere.
1. Procédé de fabrication de tôle électrique à grain non orienté, dans lequel, à partir
d'un matériau brut, tel que des brames, des bandes, des pré-bandes ou des brames minces
coulées, qui est fabriqué d'un acier ayant (en % en poids) les composants suivants
:
C : 0,001 à 0,05%
Si : ≤ 1,5%
Al : ≤ 0,4%
avec Si + 2Al ≤ 1,7%
Mn:0,1 à 1,2%
éventuellement jusqu'à, au total, 1,5% en additifs d'alliage, tels que P, Sn,
Sb, Zr, V, Ti, N, Ni, Co, Nb et/ou B, et
comme restant, du fer ainsi que des éléments d'accompagnement usuels,
on produit une bande chaude en laminant à chaud le matériau brut directement à la
chaleur de coulée ou après un réchauffement préalable à une température de réchauffement
atteignant au minimum 1000°C et au maximum 1180°C en plusieurs passes de formage et
on l'enroule ensuite de sorte que, au cours du laminage à chaud, au moins la première
passe de formage soit réalisée dans le domaine austénitique et qu'au moins une autre
passe de formage le soit dans le domaine mixte à deux phases austénite/ferrite, et
qu'au cours du laminage dans le domaine mixte à deux phases, on atteigne une modification
de forme totale ε
h d'au moins 35%.
2. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la modification de forme totale εh atteint au maximum 60%.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la bande chaude, après formage dans le domaine austénitique, est soumise à un laminage
final exclusivement dans le domaine mixte à deux phases austénite/ferrite.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la modification de forme totale εh atteinte au cours du laminage dans le domaine mixte à deux phases austénite/ferrite
atteint au moins 50%.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, à la suite du laminage dans le domaine mixte à deux phases austénite/ferrite, on
réalise au moins une passe de formage dans le domaine ferritique.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la modification de forme totale εh atteinte au cours du laminage dans le domaine ferritique atteint au minimum 10% et
au maximum 33%.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température d'enroulement atteint au moins 700°C.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que la bande chaude enroulée est soumise à un recuit direct à la chaleur des bobines
et en ce que le temps de recuit à une température de recuit supérieure à 700°C atteint au moins
15 minutes.
9. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'acier présente une teneur en Si d'au moins 0,7% en poids.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température d'enroulement atteint moins de 600°C, en particulier moins de 550°C.
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la bande chaude est refroidie de manière accélérée directement après l'enroulement
en bobine.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, au cours du laminage à chaud dans le domaine ferritique, on effectue au moins une
passe de formage avec une lubrification.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que toutes les passes de formage dans le domaine ferritique sont réalisées avec une lubrification
des rouleaux.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande chaude est soumise à un recuit après l'enroulement à une température de
recuit d'au moins 740°C.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce que le recuit de la bande chaude enroulée en bobine est réalisé dans un four à hotte.
16. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce que le recuit est réalisé dans un four à circulation.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'épaisseur de la bande chaude est ≤ 1,5 mm.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande chaude est confectionnée et livrée sous la forme d'une tôle électrique.
19. Procédé selon la revendication 18, caractérisé en ce que la bande chaude est polie au laminoir avant son confectionnement et sa livraison
avec un degré de formage ≤ 3%.
20. Procédé selon la revendication 18, caractérisé en ce que la bande chaude est dressée au laminoir avant son confectionnement et sa livraison
avec un degré de formage > 3-15%.
21. Procédé selon l'une quelconque des revendications 18 à 20, caractérisé en ce que la bande chaude est soumise à un recuit final, avant son confectionnement et sa livraison,
à une température de recuit > 740°C.
22. Procédé selon l'une quelconque des revendications 18 à 20, caractérisé en ce que la bande chaude est soumise à un recuit, avant son élaboration et sa livraison, à
des températures de recuit > 650°C pour se recristalliser en une bande électrique
non soumise à un recuit final.
23. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 16, caractérisé en ce que la bande chaude est laminée à froid en une ou plusieurs étapes jusqu'à une épaisseur
finale.
24. Procédé selon la revendication 23, caractérisé en ce que le laminage à froid est réalisé en plusieurs étapes et en ce qu'on effectue un recuit intermédiaire à la suite d'au moins l'une des étapes de laminage
à froid.
25. Procédé selon l'une quelconque des revendications 23 ou 24, caractérisé en ce que la bande froide est soumise à un recuit final à la suite du laminage à froid à une
température de recuit > 740°C.
26. Procédé selon l'une quelconque des revendications 23 ou 24, caractérisé en ce que la bande froide après laminage à froid est soumise à un recuit dans un four à hotte
ou un four à circulation à des températures de recuit supérieures à 650°C pour se
recristalliser en une bande électrique non soumise à un recuit final, puis elle est
dressée et écrouie.
27. Procédé selon l'une quelconque des revendications 21, 22, 25 ou 26, caractérisé en ce que le recuit est effectué dans une atmosphère décarburante.