(19)
(11) EP 0 756 266 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
07.05.2003  Patentblatt  2003/19

(21) Anmeldenummer: 96250160.7

(22) Anmeldetag:  17.07.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G10G 7/00

(54)

Tragevorrichtung für Instrumentenbehältnisse

Carrier device for instrument cases

Dispositif porteur pour réceptacles d'instruments


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 26.07.1995 DE 29512049 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
29.01.1997  Patentblatt  1997/05

(73) Patentinhaber: Fiedler, Joachim
12161 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • Fiedler, Joachim
    12161 Berlin (DE)

(74) Vertreter: Lüke, Dierck-Wilm, Dipl.-Ing. 
Gelfertstrasse 56
14195 Berlin
14195 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-94/26143
DE-A- 3 045 881
US-A- 5 586 705
CH-A- 675 649
FR-A- 2 630 897
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tragevorrichtung für ein aus einem Kasten mit Deckel bestehendes Behältnis für ein Musikinstrument gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Eine Tragevorrichtung dieser Art für eine Gitarre ist aus der CH 675649 A5 vorbekannt. Diese Tragevorrichtung für eine Gitarre umfaßt zwei am Behältnis mittels verstellbarer Halteriemen befestigbare, längenverstellbare Tragegurte. Die oberen Enden der beiden Tragegurte sind in einem Kunststoffteil verbunden, das am Halteriemen angebracht ist, der den Hals des Musikinstrumentenbehältnisses umgreift. Die beiden unteren Enden der Tragegurte sind in einer biegsamen Lasche zusammengeführt, die mittels des weiteren Halteriemens am bodenseitigen Ende des Behältnisses festgelegt ist. Die vorbekannte Tragevorrichtung für ein aus einem Kasten mit Deckel bestehendes Behältnis für ein Musikinstrument in Form einer Gitarre behindert die das Behältnis tragende Person erheblich in ihrer Bewegungsfreiheit, da die Art der verwendeten Tragegurte und deren Anbringung am Behältnis keine optimale Schwerpunktverteilung der aus Behältnis mit Musikinstrument in Form einer Gitarre bestehenden Last gewährleistet. Erfahrungsgemäß hängt das Behältnis im Gesäß- und Beinbereich, so daß es bei jedem Schritt gegen die Beine schlägt, oder zieht die das Behältnis tragende Person mit der Last zu stark nach hinten. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um ein Behältnis für ein Musikinstrument in Form eines Cellos handelt. Des weiteren drückt die gerade Rückwand des Kastens bei Verwendung des vorbekannten Tragesystems stark auf den Rücken der tragenden Person. Die natürliche, gebogene Form der Wirbelsäule wird dadurch gestört, und es können Haltungsschäden hervorgerufen werden. Auch durch die Reduzierung des Kastengewichtes durch den Einsatz moderner Werkstoffe, z.B. von Kohlefasern und die Anwendung von Laminatbauweisen werden diese Nachteile nicht beseitigt. Die modernen Werkstoffe verteuern den Preis eines Musikinstrumentenkastens nur um ein Mehrfaches.

    [0003] Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Tragevorrichtung für ein aus einem Kasten mit Deckel bestehendes Behältnis für ein Musikinstrument, insbesondere Cello, dahingehend zu verbessern, daß ein bequemer und die das Behältnis tragende Person wenig beanspruchender Transport des Behältnisses gewährleistet ist.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des neugefaßten Patentanspruches 1. Die erfindungsgemäße Tragevorrichtung besteht aus einem besonderen System miteinander verbundener und zum Teil gepolsterter Gurte, nämlich den längenverstellbaren Tragegurten und den gepolsterten Schultergurten. Durch deren Befestigung an mindestens fünf Festpunkten am Boden des Kastens des Musikinstrumentenbehältnisses wird ein hoher Tragekomfort durch eine optimale Verteilung der Last gewährleistet. Die Last aus Behältnis und Musikinstrument wird von den gepolsterten Schultergurten aufgenommen, die mit den Tragegurten fest verbunden sind. Durch die Längenverstellbarkeit der Tragegurte kann die bei großen Instrumentenkästen, wie z.B. Cellokästen, weit vom Körpermittelpunkt entfernte und damit stark nach hinten ziehende Last des Behältnisses nebst Musikinstrument in einen idealen Winkel zum Körper der tragenden Person gebracht werden, wodurch vermieden wird, daß die Last die tragende Person nach hinten zieht. Mit der erfindungsgemäßen Tragevorrichtung ist somit eine optimale Schwerpunktverteilung der Last gewährleistet. Schließlich verbessert die an der Rückwand des Kastens angebrachte Polsterung in Form eines ergonomisch ausgeformten Kissens die Schwerpunktverteilung der Last und verhindert ein unangenehmes Drücken der Last auf den Rücken, die Wirbelsäule und insbesondere den Gesäßbereich der das Behältnis tragenden Person. Mit dem ergonomisch ausgeformten Kissen wird zugleich die regelmäßig gerade Rückwand des Kastenbodens des Behältnisses entschärft, so daß die Tragevorrichtung physiologisch an den gekrümmten Rücken der tragenden Person angepaßt ist. Das Becken kann sich beim Laufen frei bewegen und der Abstand des Kastens zu den Beinen der tragenden Person wird vergrößert, so daß diese weiter ausschreiten und schneller und bequemer gehen kann. Durch die Kombination von optimaler Schwerpunktverteilung durch die Entlastungsgurte mit dem ergonomischen Kissen wird Haltungsschäden vorgebeugt.

    [0005] Es ist zwar aus der WO-A-9426143 eine Tragevorrichtung für einen Rucksack vorbekannt, bei welcher zwei mittig auf der Rückseite angebrachte gepolsterte Tragegurte vorgesehen sind, die oberseitig mit Entlastungsgurten versehen sind. Bei einem Rucksack handelt es sich jedoch nicht um einen regelmäßig mit einem harten Boden versehenen Kasten mit Deckel und somit nicht um ein Behältnis für ein Musikinstrument, wenn auch ein Rucksack für kleinere Instrumente, wie Mundharmonikas, Flöten etc., dienen kann. Ein Rucksack ist jedoch nach der Fachterminologie keine Tragevorrichtung für ein Musikinstrumentenbehältnis, da die kleineren Musikinstrumente keine nennenswerte Last für die tragende Person bedeuten. Auch besteht bei einem Rucksack nicht das der Anmeldung zugrundeliegende Problem, nämlich einen bequemen und die tragende Person wenig beanspruchenden Transport des Musikinstrumentenbehältnisses zu gewährleisten, dessen Kastenboden hart und flach ist. Auch der beim vorbekannten Rucksack verwendete gepolsterte Beckengurt kann nicht die aus der flachen Rückwand des harten Kastens resultierenden Probleme beseitigen.

    [0006] Die Befestigung der Gurte am Musikinstrumentenbehältnis ist schnell und einfach montier- und demontierbar durch die Verwendung von handelsüblichen Befestigungsmitteln und einer Halterung mit Lasche am Behälterunterteil. Es sind keine störenden Haken oder Ösen am Kasten notwendig. Das Kissen im Bereich der Lendenwirbelsäule der das Behältnis tragenden Person ist gleichzeitig durch seine Form zur Verwendung als ergonomisch günstiges Sitzkissen geeignet. Es kann auch mit einer Tasche für Noten komplettiert werden., z.B. in einer das Kissen umgebenden Hülle.

    [0007] Die unteren Teile der Gurte der Tragevorrichtung können zur Festlegung des z.B. Cellostachels auf dem Fußboden verwendet werden, indem in die an den Gurten vorgesehenen Schlaufen die Stuhlbeine und der Cellostachel in eine der Bohrungen der Platte gesteckt werden. Die üblichen unhandlichen Cellostachelhalter können entfallen und reduzieren die Belastung des Musikers.

    [0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

    [0009] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles einer Tragevorrichtung für einen Cellokasten näher erläutert. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine Seitenansicht eines Cellokastens in getragenem Zustand,
    Fig. 2
    eine Aufsicht auf die Rückwand des Kastenunterteiles mit montierten Gurten und Kissen,
    Fig. 3
    eine Detailzeichnung der Halterung für eine Schiene,
    Fig. 4
    eine Detailzeichnung einer Einhängeschnalle,
    Fig. 5
    eine Aufsicht des Kissens mit Profilschnitten des Kissens und
    Fig. 6
    die Anwendung von Gurtteilen als Stachelhalterung.


    [0010] Entsprechend der Darstellung in der Fig. 2 besteht die Tragevorrichtung aus Gurten 3,4, die mit Gurten 10,11 verbunden sind, aus einer Halterung 13 mit einer Schiene 12, einer Polsterung 16 und einer Einhängeschnalle 20.

    [0011] Die Gurte 3,4 bestehen jeweils aus handelsüblichem Gurtband mit Einrichtungen zum Straffen. Die Gurte 3,4 sind jeweils zweigeteilt, die Teile sind über Fastex-Schnallen 34,35 miteinander verbunden. An den Enden der Gurte 3,4 sind jeweils Karabinerhaken 36,37 bzw. 48,49 vorgesehen, die in Ösen 38,39 an den Festpunkten 5,7 bzw. 6,8 an der Rückwand des Kastenunterteils 2 eingehakt werden.

    [0012] Auf den oberen Bereich der Gurte 3,4 ist jeweils im Schulter- und Rückenbereich der tragenden Person eine Polsterung aufgebracht, durch welche die Gurte 10 und 11 gebildet werden. Die Gurte 10,11 sind mit ihrem einen Ende im Festpunkt 9 zusammengeführt (Schultergurte). Die Gurte 10,11 sind mit jeweils einem Ende (z.B. unteres Drittel) fest mit den Gurten 3,4 verbunden.

    [0013] Der Festpunkt 9 wird entsprechend der Darstellung in der Fig. 3 an der Schiene 12 gebildet, die in eine Halterung 13 eingeschoben ist. Die Halterung 13 wird aus Laschen 14,15 gebildet. Die Lasche 14 ist auf der nach innen gerichteten Seite offen, um die Schiene 12 hineinschieben zu können. Die Lasche 15 ist zunächst beidseitig offen und wird nach Hineinschieben der Schiene 12 auf der nach außen gerichteten Seite z.B. durch einen Klettverschluß 40 (Fig. 2) verschlossen. Die Laschen 14,15 können aus Stoff, die Schiene 12 aus Aluminium bestehen. Die beiden Gurte 10,11 sind an ihrem einen Ende mit einer Stofflasche 17 so zusammengenäht, daß die Schiene 12 hindurchgeschoben werden kann. Die Gurtenden und die Schiene 12 sind in der Schienenmitte miteinander zum Festpunkt 9 z.B. vernietet. Die Laschen 14,15 sind am Kastenunterteil 2 befestigt. Das Verhindern einer seitlichen Verschiebung der Gurte 10,11 und des Festpunktes 9 kann auch für jeden Gurt 10,11 einzeln erfolgen oder durch Verkleben, durch eine Einsparung oder einen Schlitz in der Schiene 12 oder dgl. erreicht werden. Es können auch mehrere Laschen 14,15 in unterschiedlicher Höhe am Kasten angebracht werden, um eine weitere Höhenverstellung zu gewährleisten.

    [0014] Es muß zwischen der linken Lasche 15 und den Gurtenden jedoch mindestens soviel Abstand bleiben, daß die Schiene 12 nach links durch die geöffnete Lasche 15 soweit geschoben werden kann, daß sie aus der geschlossenen Lasche 14 herausrutscht.

    [0015] Die Laschen 14,15 können auch an eine den Kasten 1 umgebende Hülle oder an Instrumentenetuis angebracht werden.

    [0016] Die erfindungsgemäß gewählte Befestigungsart der Gurtenden mittels Schiene 12 und Laschen 14,15 weist gegenüber einer zentralen Befestigung Vorteile auf. Eine Beschädigung der Instrumente durch Nieten oder Schrauben in der Mitte des Kastens 1 wird vermieden. Die vielfach sehr dünnen Kastenwände würden bei einer zentralen Befestigung der auftretenden Zugbelastung nicht ohne Verstärkung standhalten. Auch wenn der Kasten von einer Hülle umgeben ist, kann die neuerungsgemäße Tragevorrichtung an der Hülle montiert werden, ohne daß eine unzulässige Belastung auftritt.

    [0017] Die am Instrumentenkasten 1 befestigten Laschen 14,15 sind so flach, daß sie sich nicht in den Kasten 1 eindrücken können. Es ist eine kostengünstige industrielle Herstellung eines Typs von Laschen 14,15 für die unterschiedlichsten Kastengrößen möglich.

    [0018] Bei einer Ausführung der Laschen 14,15 in Kunststoff-Spritzguß kann die Arretierung der Schiene 12 in den Laschen 14,15 durch nicht dargestellte Rastelemente an der Schiene 12 und den Laschen 14,15 gegebenenfalls unter Ausnutzung der Federkraft des Kunststoffes oder der Schiene 12 vorgesehen werden.

    [0019] Etwa jeweils in der Mitte der gepolsterten Gurte 10,11 sind weitere Gurtbänder 18,19 (nicht dargestellt) mit einem Schnellverschluß in Form z.B. einer Fastex-Schnalle angeordnet, die in ihrer Länge verstellbar sind und über der Brust der den Kasten 1 tragenden Person geschlossen werden.

    [0020] Die als Kissen ausgeführte Polsterung 16 im Bereich der Lendenwirbelsäule der den Kasten 1 tragenden Person ist an der Rückwand des Kastenunterteiles 2 angebracht (Fig.2) und sorgt dafür, daß der Kasten 1 nicht am Gesäß oder an den Schulterblättern 42 des Trägers aufliegt, sondern physiologisch sinnvoll an der Lendenwirbelsäule anliegt und dadurch von den Beckenknochen 41 gestützt wird und den Schulterblättern 42 Bewegungsfreiheit gewährt (Fig.1). Das Kissen 16 weist gemäß der Fig. 5 eine schmetterlingsähnliche Form auf, die sich aus der angestrebten Doppelfunktion als Rückenpolsterung und Sitzkissen herleitet. Die schmetterlingsähnliche Form mit den oberen und unteren Aussparungen 22,23 gewährleistet eine gute Auflage auf den Beckenknochen 41 und sorgt dafür, daß die Schulterblätter 42 der den Kasten 1 transportierenden Person frei beweglich und das Wirbelsäulenende frei bleiben.

    [0021] Die Höhenverstellbarkeit des Kissens 16 am Kasten 1 zur Anpassung an die Rückenlänge der tragenden Person, und die Befestigung des Kissens 16 am Kasten 1 kann durch vier längenverstellbare Gurte (nicht dargestellt) erreicht werden, die an der Kastenseitenwand z.B. mit Druckknöpfen befestigt sind. Kissenseitig können diese Gurte in seitlichen Laschen befestigt sein. Wenn die Befestigungspunkte am Kasten 1 so optimiert sind, daß zwischen den Befestigungspunkten am Kasten 1 und der Lasche am Kissen 16 ein Dreieck entsteht, dann kann die Höhe des Kissens 16 leicht mit Veränderung der Schenkellängen dieses Dreiecks durch unterschiedliches Straffen der Gurte verstellt werden.

    [0022] Dieser Effekt wird auch erzielt, wenn die Gurte am Kasten 1 an einem gemeinsamen oder an zwei eng nebeneinanderliegenden Befestigungspunkten angebracht sind und am Kissen 16 an zwei möglichst weit voneinander entfernten Punkten befestigt sind.

    [0023] An beiden Seiten des Kissens 16 kann auch je ein Gurtband so angenäht sein, daß mehrere Laschen entstehen. Die Wahl einer Lasche zur Befestigung der kissenseitigen Gurtenden verändert wirkungsvoll die Höhe des Kissens 16. Die kissenseitig oder kastenseitig aufeinandertreffenden Gurtenden von je zwei Gurten können auch verbunden sein, damit nur eine Befestigung am Kissen 16 oder am Kasten 1 notwendig ist.

    [0024] Das näherungsweise halbrunde bzw. bogenförmige Profil 24 in der Kissenmitte paßt sich der Biegung der Wirbelsäule 43 an und sorgt so für einen angenehmen Tragekomfort bei der Verwendung als Rückenpolsterung.

    [0025] Das keilförmige Profil 30 in den Seitenbereichen des Kissens 16 (jeweils ca.1/3 der Kissenbreite einnehmend) gewährleistet, daß die Beckenknochen 41 bei der Verwendung als Sitzkissen in einer anatomisch günstigen Neigung gehalten werden. Zwischen den Profilen 30,24,30 besteht ein fließender Übergang.

    [0026] Zweckmäßigerweise ist das Kissen 16 mit einer Hülle versehen, deren am Rücken anliegende Seite aus wasserdichtem Material besteht und mindestens im mittleren Bereich rutschfest ausgestattet ist, um ein Verrutschen am Rücken oder auf Stühlen zu verhindern, und deren andere Seite aus angenehmer Naturfaser (Wolle,Seide o.dgl.), evtl. mit Roßhaar- oder Wollauflage zwischen Kissen und Stoff, besteht.

    [0027] In eine das Kissen 16 umschließende Hülle kann ein Fach zur Aufbewahrung von Noten oder dgl. vorgesehen sein.

    [0028] Die Einhängeschnalle 20 kann im Schulterbereich der den Kasten 1 tragenden Person an den Gurten 3,4 befestigt sein und eine Umhängetasche aufnehmen (Fig.1).

    [0029] Da die Gurte 3,4 in diesem Bereich gepolstert auf der Schulter der tragenden Person aufliegen, ergibt sich ein angenehmes Tragen der zusätzlichen Tasche.

    [0030] Entsprechend der Darstellung in der Fig. 4 besteht die Einhängeschnalle 20 im wesentlichen aus in einer Ebene parallel im geringen Abstand zueinander liegenden zinkenförmigen Elementen 31,32,33, die etwas länger als die Breite der Gurte 3,4 sind, und die an mindestens einem Ende von einem Querteil 21 zusammengehalten sind, so daß eine Gurtführung entsteht. Der Gurt 3 und/oder 4 wird unter der ersten Zinke 31, über der mittleren Zinke 32 und unter der dritten Zinke 33 geführt. Die Zinken 31 bis 33 können angerauht oder geriffelt sein, um bei einer Gurtstraffung ein Verrutschen zu verhindern.

    [0031] Die Konstruktion mit nur der einen Querverbindung 21 hat den Vorteil, daß die Einhängeschnalle 20 auch an einem beidseitig angenähten Gurt aufgesteckt werden kann.

    [0032] Die nach oben ragende Abwinkelung 34 der Zinke 32, welche zweckmäßigerweise leicht gekrümmt ist oder/und einen Winkel von Null bis maximal 90° mit den Zinken 31,32,33 bildet, verhindert das Abgleiten eines eingehängten Riemens. Die Abwinkelung 34 kann auch klappbar und im geklappten Zustand arretierbar sein, z.B. auf dem Element 21.

    [0033] In Fig. 4 ist die Abwinkelung 34 mit einer Arretiervorrichtung 51 auf eine weitere Arretiervorrichtung 52 über ein Scharnier 50 feststellbar. Anstelle des Scharniers 50 kann auch die Federwirkung des verwendeten Materials für die Abwinkelung 34 zur Arretierung ausgenutzt werden.

    [0034] Die mögliche Verlängerung der beiden äußeren Zinken 31,33 über die Breite des Gurtes 3,4 hinaus verhindert ein Verdrehen oder Verkanten der Einhängeschnalle 20 bei Auftreten seitlicher Zugkräfte. Diese Verlängerungen können auch durch einen weiteren Quersteg bzw. eine Fläche verbunden sein.

    [0035] Die jeweils hochgebogene Zinke 31,32,33 kann in die Ebene der jeweils anderen Zinken klappbar und in dieser Ebene arretierbar ausgeführt sein.

    [0036] Die Zinken 31,32,33 können auch an einem Ende flächig miteinander verbunden und hochgebogen sein.

    [0037] Eine weitere nicht dargestellte Ausführungsform der Einhängeschnalle 20 besteht darin, daß die Zinken 31, 32, 33 in drei Ebenen übereinander angeordnet sind, wobei der Gurt 3,4 durch die untere geteilte Zinke und zusätzlich durch eine darunter angeordnete herkömmliche Triglide-Schnalle geführt und durch diese arretiert wird.

    [0038] Die Verwendung der unteren Teile 44,45 der Gurte 3,4 zur Fixierung des Cellos am Boden ist in der Fig. 6 dargestellt.

    [0039] Die unteren Teile 44,45 der Gurte 3,4 sind an der Platte 25 mit den Bohrungen 26, z.B. über Fastex-Schnallen 46,47 oder einer Haken-Ösen-Verbindung und zusätzlichem Gurtstraffer, eingehängt. Der Cellostachel 27 wird in eine der Bohrungen 26 gestellt. Am unteren Ende der Gurtteile 44,45 ist jeweils eine Schlaufe 28 vorgesehen, in die jeweils ein Stuhlbein 29 hineingestellt wird. Anstelle der Schlaufen 28 kann am unteren Drittel der Gurtteile 44,45 auch ein D-Ring angenäht sein, in den der Karabinerhaken 48,49 am Ende des Gurtes 3,4 eingehängt wird, so daß eine Schlaufe für das Stuhlbein 29 entsteht.

    [0040] In der Fig. 1 ist in einer Seitenansicht eine den Instrumentenkasten 1 tragende Person mit der Tragevorrichtung gezeigt. Die Gurte 3,4 sind mit ihrem unteren Ende 44,45 am unteren Ende des Kastens 1 vorzugsweise mit D-Ringen und Haken 48,49 befestigt und mit ihrem oberen Ende als Entlastungsgurte an Festpunkten 5,6 befestigt. Das eine Ende der Gurte 10,11 ist an der Rückwand des Kastenunterteiles 2 angebracht. Die Festpunkte 5,6 sind so gewählt, daß der Winkel der als Schultergurt-Entlastungszüge wirkenden Teile der Gurte 3,4 zur Kastenrückwand zwischen 60 und 80 Grad beträgt. Die Schwerpunktverteilung wird dadurch positiv beeinflußt, da der nach hinten ziehende Teil der Last von den Gurten aufgenommen wird und auf den als Schultergurte wirkenden Teilen der Gurte 3,4 nur der nach unten ziehende Teil der Last liegt.

    BEZUGSZEICHENLISTE



    [0041] 
    1
    Instrumentenbehältnis
    2
    Behältnisunterteil
    3
    1. Gurt
    4
    2. Gurt
    5
    1. Festpunkt
    6
    2. Festpunkt
    7
    3. Festpunkt
    8
    4. Festpunkt
    9
    5. Festpunkt
    10
    3. Gurt
    11
    4. Gurt
    12
    Schiene
    13
    Halterung
    14
    Lasche
    15
    Lasche
    16
    Polsterung
    17
    Lasche
    18
    Gurtband
    19
    Gurtband
    20
    Einhängeschnalle
    21
    Querteil
    22
    obere Aussparung
    23
    untere Aussparung
    24
    Profil
    25
    Platte
    26
    Bohrung
    27
    Cellostachel
    28
    Schlaufe
    29
    Stuhlbein
    30
    Profil
    31
    Element
    32
    Element
    33
    Element
    34
    Fastex-Schna.
    35
    Fastex-Schna.
    36,37
    Haken
    38,39
    Öse
    40
    Klettverschl.
    41
    Beckenknochen
    43
    Wirbelsäule
    44,45
    Gurtteil
    46,47
    Fastex-Schna.
    48,49
    Haken
    50
    Scharnier
    51
    Arr.-Vorr.
    52
    Arr.-Vorr.



    Ansprüche

    1. Tragevorrichtung für ein aus einem Kasten mit Deckel bestehendes Behältniss (1) für ein Musikinstrument, wie Cello, Guitarre, Bratsche, mit zwei am Kasten befestigbaren, mittels Verstellelementen (34,35) längenverstellbaren Tragegurten (3,4),
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der erste Gurt (3) an einem ersten Festpunkt (5) im Bereich der rechten Schulter der das Behältnis (1) tragenden Person am Behältnisunterteil (2) und an einem zweiten Festpunkt (6) in der rechten Hälfte des Bodenbereiches des Behältnisunterteiles (2) und der zweite Gurt (4) an einem dritten Festpunkt (7) im Bereich der linken Schulter der das Behältnis (1) tragenden Person am Behältnisunterteil (2) und an einem vierten Festpunkt (8) in der linken Hälfte des Bodenbereiches des Behältnisunterteiles (2) angeordnet sind, wobei der erste und der zweite Gurt (3,4) im Schulterbereich der das Behältnis (1) tragenden Person mit jeweils einem Ende eines gepolsterten dritten und gepolsterten vierten Gurtes (10,11) parallel laufend fest verbunden sind, und daß das jeweils andere Ende des dritten und vierten Gurtes (10,11) in einem fünften Festpunkt (9) im oberen Drittel der Rückwand des Behältnisunterteils (2) in der Mitte miteinander verbunden sind, wobei der fünfte Festpunkt an einer Schiene (12) ausgebildet ist, die in eine im oberen Drittel des Behältnisunterteiles (2) angeordnete Halterung (13) eingebracht ist, und wobei im Lendenwirbelbereich der das Behältnis (1) tragenden Person eine am Behältnisunterteil (2) aufliegende Polsterung (16) in Form eines ergonomisch ausgeformten und entnehmbaren Kissens (16) vorgesehen ist.
     
    2. Tragevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (13) aus zwei am Behältnisunterteil (2) befestigten Laschen (14,15) besteht, von denen mindestens die eine Lasche (15) beidseitig offen und die Schiene (12) durch Arretiermittel in mindestens einer Richtung arretierbar ist.
     
    3. Tragevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kissen (16) eine schmetterlingsähnliche Form mit keilförmigem Querschnitt (30) in den Seitenbereichen und mit einem bogenförmigen Querschnitt (24) in der Mitte aufweist.
     
    4. Tragevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Rücken zugewandte Kissenseite eine feuchtigkeitsunempfindliche und rutschfeste Oberfläche aufweist.
     
    5. Tragevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einhängeschnalle (20) aus drei parallel zueinander angeordneten Elementen (31,32, 33), die an mindestens einem Ende durch ein Querteil (21) miteinander verbunden sind, an mindestens einem der Gurte (3,4) im Schulterbereich der das Behältnis (1) tragenden Person vorgesehen ist, wobei mindestens eines der Elemente (32,33,34) hochgebogen ausgeführt ist.
     


    Claims

    1. Carrier device for instrument cases (1) comprising a box and a lid for a musical instrument, such as a cello, guitar, viola, comprising two carrier belts (3, 4) to be attached at the box and being length adjustable by means of adjustment elements (34, 35), characterized by that the first belt (3) is arranged at a first fixed point (5) in the region of the right shoulder of the person carrying the case (1) at the case lower portion (2) and at a second fixed point (6) in the right-hand half of the bottom section of the case lower portion (2), and the second belt (4) is arranged at a third fixed point (7) in the region of the left shoulder of the person carrying the case (1) at the case lower portion (2) and at a fourth fixed point (8) in the left half of the bottom section of the case lower portion (2), the first and second belts (3, 4) being each firmly connected in the shoulder region of the person carrying the case (1) to one end of a cushioned third and a cushioned fourth belt (10, 11) arranged in parallel orientation, and that the respectively other end of the third and fourth belts (10, 11) are connected to each other in a fifth fixed point (9) in the upper third of the rear wall of the case lower portion (2) in the middle, the fifth fixed point being disposed at a rail (12) incorporated in a holder (13) located in the upper third of the case lower portion (2), and in the lumbar vertebra region of the person carrying the case (1) an upholstery (16) resting against the case lower portion (2) in the form of an ergonomically shaped and removable cushion (16) being provided.
     
    2. A carrier device according to claim 1, characterized by that the holder (13) consists of two tabs (14, 15) attached at the case lower portion (2), at least one tab (15) of which is open at both sides, and that the rail (12) is lockable by locking means in at least one direction.
     
    3. A carrier device according to claim 1, characterized by that the cushion (16) has a butterfly-type shape with a wedged cross-section (30) in the side regions and a curved cross-section (24) in the middle region.
     
    4. A carrier device according to claim 3, characterized by that the cushion side directed towards the back comprises a moisture-resistant and anti-slip surface.
     
    5. A carrier device according to claim 1, characterized by that a hook-in buckle (20) consisting of three parallel elements (31, 32, 33) being connected with each other at least at one end by a transverse part (21), is provided at least at one of the belts (3, 4) in the shoulder region of the person carrying the case (1), at least one up the elements (32, 33, 34) being bent upwards.
     


    Revendications

    1. Dispositif porteur pour réceptacles d'instruments (1) consistant en une boîte avec un couvercle pour un instrument de musique, comme p.ex. violoncelle, guitare, alto, comprenant deux sangles (3, 4) réglables en longueur par des éléments de réglage (34, 35) et à attacher à la boîte, caractérisé en ce que la première sangle (3) est arrangée à un premier point de fixation (5) dans le domaine de l'épaule droite de la personne portant le réceptacle (1) à la partie inférieure (2) du réceptacle et à un deuxième point de fixation (6) dans la moitié droite du domaine du fond de la partie inférieure (2) du réceptacle, et la deuxième sangle (4) est arrangée à un troisième point de fixation (7) dans le domaine de l'épaule gauche de la personne portant le réceptacle (1) à la partie inférieure (2) du réceptacle et à un quatrième point de fixation (8) dans la moitié gauche du domaine du fond de la partie inférieure (2) du réceptacle, la première et la deuxième sangle (3, 4) étant liées rigidement dans le domaine de l'épaule de la personne portant le réceptacle (1) avec respectivement une extrémité d'une troisième et quatrième sangle (10, 11) rembourrée parallèle, et que les respectivement autres extrémités de la troisième et quatrième sangle (10, 11) sont liées l'une à l'autre en à cinquième point de fixation (9) dans le tiers supérieur de la paroi arrière de la partie inférieure (2) du réceptacle au milieu, le cinquième point de fixation étant agencé à un rail (12) intégré dans un support (13) disposé dans le tiers supérieur de la partie inférieure (2) du réceptacle, et dans le domaine de la vertèbre lombaire de la personne portant le réceptacle (1) un rembourrage (16) restant sur la partie inférieure (2) du réceptacle sous la forme d'un coussin (16) formé en manière ergonomique et enlevable étant prévu.
     
    2. Dispositif porteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le support (13) consiste en deux languettes (14, 15) attachées à la partie inférieure (2) du réceptacle, dont au moins l'une languette (15) est ouverte de part et d'autre et le rail (12) est arrêtable par des moyens d'arrêt en au moins une direction.
     
    3. Dispositif porteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le coussin (16) a une forme à papillon avec une section en forme de coin (30) dans les domaines des côtés et a une section en forme d'arc (24) au milieu.
     
    4. Dispositif porteur selon la revendication 3, caractérisé en ce que le côté du coussin dirigé vers le dos comprend une surface insensible à l'humidité et antidérapante.
     
    5. Dispositif porteur selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une boucle d'accrochage (20) de trois éléments (31, 32, 33) parallèles, qui sont liés l'un à l'autre à au moins une extrémité par une pièce transversale (21) est prévue à au moins une des sangles (3, 4) dans le domaine de l'épaule de la personne portant le réceptacle (1), au moins un des éléments (32, 33, 34) étant courbé vers le haut.
     




    Zeichnung