(19)
(11) EP 1 308 399 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.05.2003  Patentblatt  2003/19

(21) Anmeldenummer: 02024097.4

(22) Anmeldetag:  29.10.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65D 77/06, B65D 19/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.11.2001 DE 10154388

(71) Anmelder: ROTH WERKE GMBH
35230 Dautphetal (DE)

(72) Erfinder:
  • Hamm, André
    67320 Drulingen (FR)

(74) Vertreter: Bernhardt, Reinold, Dr. Dipl.Phys. et al
Patentanwälte Bernhardt, Kobenhüttenweg 43
66123 Saarbrücken
66123 Saarbrücken (DE)

   


(54) Gitterkorb für einen Behälter


(57) Die Erfindung betrifft einen Gitterkorb für einen zu elektrostatischer Aufladung neigenden Behälter, insbesondere für einen Palettenbehälter mit einem Innenbehälter aus Kunststoff. Erfindungsgemäß sind ein für die Festigkeit des Gitterkorbs maßgebendes Grundgitter (6,7) sowie zusätzliche Gitterstränge (10) für die Bildung gegenüber dem Grundgitter verengter Gittermaschen gebildet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Gitterkorb für einen zu elektrostatischer Aufladung neigenden Behälter, insbesondere für einen Palettenbehälter mit einem Innenbehälter aus Kunststoff.

[0002] Die voluminösen, meist aus Polyethylen hergestellten Innenbehälter von Palettenbehältern neigen zu elektrostatischer Aufladung. Unter anderem bei Bewegung in den Behälter gefüllter Flüssigkeit können sich durch Reibung an der Behälterwand elektrische Ladungen bilden, die von dem isolierenden Material nicht abfließen. So kann es zu großen Spannungsunterschieden gegenüber dem Gitterkorb und schließlich zu Funkenentladungen kommen. Bei Verwendung der Behälter für die Aufnahme brennbarer Flüssigkeiten besteht somit Brand- oder sogar Explosionsgefahr.

[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen neuen Gitterkorb zu schaffen, welcher die Brand- oder Explosionsgefahr beseitigt, die von einem zu elektrostatischer Aufladung neigenden Behälter bei Verwendung des Behälters für brennbare Flüssigkeiten ausgeht.

[0004] Der diese Aufgabe lösende Gitterkorb nach der Erfindung ist gekennzeichnet durch ein für die Festigkeit des Gitterkorbs maßgebendes Grundgitter sowie zusätzliche Gitterstränge für die Bildung gegenüber dem Grundgitter verengter Gittermaschen.

[0005] Gemäß der Erfindung ist ein tragfähiger, z.B. das Stapeln von Palettenbehältern erlaubender Gitterkorb durch zusätzliche Gitterstränge ergänzt. So lässt sich ein genügend engmaschiges Gitter bilden, durch welches der maximale Abstand zwischen einem Punkt auf der Wand des Innenbehälters und dem durch das Gitter gebildeten Leiter so gering ist, dass hohe elektrische Spannungen bzw. hohe, zu Funkenentladung führende elektrische Feldstärken vermieden sind und insoweit für eine Neutralisierung der an der Behälterwand gebildeten elektrischen Ladungen gesorgt ist.

[0006] Für die Festigkeit des Gitterkorbs kann allein das Grundgitter maßgebend sein. Andererseits können die zusätzlichen Gitterstäbe zur Festigkeit des Gitterkorbs beitragen. Das Grundgitter kann dann unter Einsparung von Material und Gewicht entsprechend schwächer ausgebildet sein.

[0007] Während es denkbar wäre, durch zusätzliche Gitterstränge ein vollständiges, genügend engmaschiges Untergitter z.B. sich kreuzender Untergitterstränge zu bilden, sind in der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung durch die zusätzlichen Gitterstränge verengte Gittermaschen gemeinsam mit Gittersträngen des Grundgitters gebildet. So werden Gewicht und Material gespart.

[0008] In einer möglichen Ausführungsform der Erfindung könnte ein zusätzliches Untergitter in das Grundgitter lediglich eingehängt sein. Vorzugsweise bilden die zusätzlichen Gitterstränge mit den Gittersträngen des Grundgitters jedoch eine Einheit, indem sie mit diesen Gittersträngen verbunden, insbesondere verschweißt, sind.

[0009] Zweckmäßig weisen die Gitterstränge des Grundgitters ein Hutprofil auf und sind an Kreuzungsstellen über die Hutkrempen des Hutprofils miteinander verschweißt. Ebenso können die zusätzlichen Gitterstränge mit den Gittersträngen des Grundgitters über diese Hutkrempen verschweißt sein, wobei sich zusätzliche Gitterstränge parallel zu vertikalen Gittersträngen des Grundgitters oder/und horizontalen Gittersträngen des Grundgitters erstrecken können.

[0010] Bei Verwendung von Gittersträngen mit Hutprofilen können die Strangenden der zusätzlichen Gitterstränge zweckmäßig in das Hutprofil hinein abgebogen sein, so dass von diesen Strangenden keine Verletzungsgefahr ausgeht.

[0011] Der Gitterkorb lässt sich effizient unter Biegung einer Gitterbahn herstellen, das neben dem Grundgitter auch bereits die zusätzlichen, mit den Strängen des Grundgitters verschweißten zusätzlichen Gitterstränge enthält.

[0012] Die Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen und der beiliegenden, sich auf diese Ausführungsbeispiele beziehenden Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1
ein erstes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Gitterkorb in einer perspektivischen Ansicht,
Fig. 2
den Gitterkorb von Fig. 1 in einer Seitenansicht,
Fig. 3
den Gitterkorb von Fig. 1 und 2 in einer geschnittenen Draufsicht,
Fig. 4
ein Detail des Gitterkorbs von Fig. 1 bis 3,
Fig. 5
ein weiteres Detail des Gitterkorbs von Fig. 1 bis 3,
Fig. 6
ein zweites Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Gitterkorb, und
Fig. 7
ein drittes Ausführungsbeispiel für einen Gitterkorb nach der Erfindung.


[0013] Von einem Blechboden 1 eines metallischen Gitterkorbs erstrecken sich vertikale Gitterwände 2 bis 5, die durch mehrfache Abbiegung einer Gitterbahn gebildet sind. Der Blechboden 1 ist in seiner Form an einen durch den Gitterkorb aufzunehmenden Kunststoffinnenbehälter angepasst und mit einer (wie der Innenbehälter nicht gezeigten) Palette verbindbar (Innenbehälter und Palette nicht gezeigt).

[0014] Die Gitterwände 2 bis 4 umfassen ein Grundgitter aus sich kreuzenden Gitterstäben 6 und 7, wobei sich die Gitterstäbe 6 horizontal und die Gitterstäbe 7 vertikal erstrecken.

[0015] Wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht, weisen die Gitterstäbe des Grundgitters ein Hutprofil 8 mit Krempen 9 auf.

[0016] Über die Krempen 9 sind die sich kreuzenden Gitterstäbe 6 und 7 an den Kreuzungsstellen miteinander verschweißt. Die Hutprofile der vertikalen Gitterstäbe 7 öffnen zur Außenseite des Gitterkorbes hin, während die Öffnungsseite der Hutprofile der horizontalen Gitterstäbe 6 in dem gezeigten Ausführungsbeispiel der Korbinnenseite gewandt ist.

[0017] Neben den horizontalen Gitterstäben 6 des Grundgitters sind zusätzliche, im Querschnitt kreisförmige Gitterstäbe 10 vorgesehen, deren Tragfähigkeit im Vergleich mit der Tragfähigkeit der Gitterstäbe 6 und 7 des Grundgitters gering ist.

[0018] Die Gitterstäbe 10 sind wie die Grundgitterstäbe 6 durch einen sich über den Umfang des Gitterkorbs erstreckenden Strang gebildet, wobei Strangenden 12 gemäß Fig. 4 in das Hutprofil eines vertikalen Gitterstabs 7 eingebogen sind. Die horizontalen zusätzlichen Gitterstäbe 10 sind mit den Krempen 9 des Hutprofils 8 der vertikalen Gitterstäbe 7 verschweißt, wie dies bei 11 in Fig. 4 angedeutet ist.
Die Gitterwände 2 bis 5 sind über die vertikalen Gitterstäbe 7 mit dem Blechboden verbunden. Einen oberen Abschluß der Gitterwände bildet ein an den oberen Enden mit den vertikalen Gitterstäben 7 verbundener Ringträger 13, welcher aus Rundstäben 14 und abgebogenen Verbindungsstücken 15 zusammengesetzt ist.

[0019] Die zusätzlichen Gitterstäbe 10 und die horizontalen Grundgitterstäbe 6 bilden mit den vertikalen Gitterstäben 7 des Grundgitters rechteckige Maschen von übereinstimmender Höhe h (siehe Fig. 5). Diese Maschenhöhe ist so gering, dass der Abstand zur Oberfläche des Innenbehälters an jeder Stelle so klein ist, dass elektrostatische Ladungen am Innenbehälter über den Gitterkorb neutralisiert werden können.

[0020] Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen Gitterkorb, der mit einer Palette 16 verbunden ist. Der Gitterkorb von Fig. 6 weist im Unterschied zu dem Gitterkorb gemäß Fig. 1 bis 4 sich vertikal erstreckende zusätzliche Gitterstäbe 17 auf, die an ihrem unteren Ende mit einem Blechboden 1a des Gitterkorbs und an ihrem oberen Ende mit einem Ringträger 13a des Gitterkorbs verbunden sind. Im übrigen sind die Gitterstäbe 17 mit horizontalen Gitterstäben 6a eines durch diese Gitterstäbe sowie vertikale Gitterstäbe 7a gebildeten Grundgitters verbunden, wobei wieder eine Schweißverbindung mit den Krempen eines dieGitterstäbe bildenden Hutprofils, wie in Fig. 4 gezeigt, hergestellt ist.

[0021] Bei dem in Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die horizontale Breite aller Gittermaschen gleich groß und so gering, dass eine Neutralisierung elektrostatischer Ladung am Innenbehälter möglich ist.

[0022] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem neben einem Grundgitter aus sich kreuzenden Gitterstäben 6b und 7b sowohl zusätzliche horizontale als auch zusätzliche vertikale Gitterstäbe 10b bzw. 17b vorgesehen sind. Die Maschenweite der teilweise durch die zusätzlichen Gitterstäbe und gemeinsam durch zusätzliche Gitterstäbe und Gitterstäbe des Grundgitters gebildeten Maschen ist überall so gering, dass eine Neutralisierung elektrostatischer Ladung vom Innenbehälter erfolgen kann.

[0023] In Bereichen an der Vorderseite des Gitterkorbs, die von zusätzlichen Gitterstäben frei sind, sowie an der Oberseite des Gitterkorbs sind unabhängig vom Gitterkorb Maßnahmen zur Ladungsneutralisierung vorgesehen.


Ansprüche

1. Gitterkorb für einen zu elektrostatischer Aufladung neigenden Behälter, insbesondere für einen Palettenbehälter mit einem Innenbehälter aus Kunststoff,
gekennzeichnet durch ein für die Festigkeit des Gitterkorbs maßgebendes Grundgitter (6,7) sowie zusätzliche Gitterstränge (10,17) für die Bildung gegenüber dem Grundgitter verengter Gittermaschen.
 
2. Gitterkorb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Grundgitter (6,7) allein maßgebend für die Festigkeit des Gitterkorbs ist oder dass die zusätzlichen Gitterstränge (10,17) zur Festigkeit des Grundgitters (6,7) beitragen.
 
3. Gitterkorb nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die zusätzlichen Gitterstränge (10,17) verengte Gittermaschen gemeinsam mit Gittersträngen (6,7) des Grundgitters gebildet sind.
 
4. Gitterkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusätzlichen Gitterstränge (10,17) mit den Gittersträngen (6,7) des Grundgitters verbunden sind.
 
5. Gitterkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gitterstränge (6,7) des Grundgitters ein Hutprofil (8) aufweisen und an Kreuzungsstellen über die Hutkrempen des Hutprofils (8) miteinander verbunden sind.
 
6. Gitterkorb nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusätzlichen Gitterstränge (10,17) mit den Gittersträngen (6,7) des Grundgitters über die Hutkrempen (9) des Hutprofils (8) verbunden sind.
 
7. Gitterkorb nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass Strangenden (12) der zusätzlichen Gitterstränge (10) in das Hutprofil (8) eines Gitterstrangs (7) hinein abgebogen sind.
 
8. Gitterkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gitterkorb unter Abbiegung einer das Grundgitter (6,7) und die zusätzlichen Gitterstränge (10,17) aufweisenden Gitterbahn hergestellt ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht