[0001] Die Erfindung betrifft geformte Seifenprodukte, z.B. Stückseifen mit verbesserter
Glätte und erhöhtem Kalkseifendispergiervermögen durch einen Gehalt an Alkyl-(oligo)-glycosiden
und Talkum.
[0002] Es ist bekannt, daß Feinseifen auf Basis von Talg- und Kokosfettsäuren durch zahlreiche
Zusatzstoffe in ihren anwendungstechnischen Eigenschaften verändert und verbessert
werden können.
[0003] So ist z.B. aus DE-PS 593 422 bekannt, daß durch Zusatz von 10 bis 15 Gew.-% Cetylmaltosid
zu einer Grundseifenmischung die Waschkraft und die Kalkseifendispergierung verbessert
werden. Weiterhin sind aus EP 0 463 912 A1, DE 43 31 297 A1 und DE 43 37 031 C2 Seifenstücke
auf Basis von Fettsäure-Grundseifen mit einem Gehalt an Alkyl-(oligo)-glucosiden bekannt.
In gängigen Handbüchern, z.B. Geoffrey Martin: The Modern Soap and Detergent Industry,
Vol. 1, (1950), Kapitel VI, sind zwar anorganische Füllstoffe als Streckmittel für
Seifen beschrieben, dabei wird dem Talkum jedoch eher eine nachteilige Wirkung in
Stückseifen zugeschrieben.
[0004] Entgegen den aus dem Stand der Technik zu erwartenden Einbußen wurde überraschend
festgestellt, daß bei Stückseifen, die bereits Alkylglycoside als Zusatz enthalten,
durch einen Zusatz von Talkum eine weitere Verbesserung der physikalischen und anwendungstechnischen
Eigenschaften, insbesondere des Wasch- und Kalkseifendispergiervermögens und der Seifenglätte
erzielt wird.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist daher ein geformtes Seifenprodukt das
- 60 - 85 Gew.-%
- Fettsäuren mit 12 bis 22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
- 1 - 10 Gew.-%
- Alkyl-(oligo)-glycoside der Formel R1O-(G)x, in der R1 eine primäre C12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein Oligo-Glycosidrest ist, dessen Oligomerisationsgrad x = 1 - 2 ist, sowie
zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalkseifendispergiervermögens 5 bis
20 Gew.-% Talkum enthält.
[0006] Die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte besitzen darüber hinaus nach der mechanischen
Verformung eine besonders glatte Oberfläche. Bei der Anwendung erzeugen sie einen
cremigen, stabilen Schaum. Der in hartem Wasser gebildete Kalkseifenniederschlag bleibt
im Wasser dispergiert und führt nicht zu den grau-schmierigen Belägen auf der Oberfläche
von Sanitärobjekten.
[0007] Unter Talkum im Sinne der Erfindung wird ein hydratisiertes Magnesiumsilikat der
theoretischen Zusammensetzung 3MgO · 4SiO
2 · H
2O bzw. Mg
3(Si
4O
10) · (OH)
2, das jedoch Anteile an hydratisiertem Magnesiumaluminiumsilikat von bis zu 12 Gew.-%
Al
2O
3, bezogen auf das gesamte Produkt, enthalten kann.
[0008] Der Teilchendurchmesser (equivalent spherical diameter) des Talkums sollte im Bereich
von 0,5 - 50 µm liegen. Im allgemeinen haben sich solche Talkumqualitäten bewährt,
die nicht mehr als 5 Gew.-% an Teilchen unter 1 µm und nicht mehr als 5 Gew.-% an
Teilchen über 50 µm Größe enthalten. Vorzugsweise ist der Anteil an Teilchen, die
größer als 40 µm im Durchmesser sind (Siebrückstand), höchstens 2 Gew.-%. Der mittlere
Teilchendurchmesser (D 50) liegt bevorzugt bei 5 - 15 µm.
[0009] Der Gehalt an Begleitstoffen sollte nicht mehr als 1,6 Gew.-% Fe
2O
3, 1 Gew.-% CaO und 1 Gew.-% an ungebundenem Wasser (Trockenverlust bei 105° C) ausmachen.
Der Gehalt an hydratisiertem Magnesiumaluminiumsilikat kann bis zu 60 Gew.-%, berechnet
als Al
2O
3, bis zu 12 Gew.-% liegen.
[0010] Als Fettsäuren zur Herstellung der Grundseife werden die linearen Fettsäuren mit
12 bis 22 C-Atomen, z.B. die Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Stearin-, Arachin- und
Behensäure, aber auch die ungesättigten Fettsäuren, z.B. die Palmitolein-, Öl-, Linol-.
Linolen-, Arachidon- und Erucasäure verwendet. Bevorzugt werden technische Gemische,
wie sie aus pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen erhältlich sind, eingesetzt,
z.B. Kokosölfettsäure und Talgfettsäure. Besonders bevorzugt sind Gemische aus Kokos-
und Talgfettsäureschnitten, insbesondere ein Gemisch aus 50 - 80 Gew.-% C
16-C
18-Talgfettsäure und 20 - 50 Gew.-% C
12-C
14-Kokosfettsäure.
[0011] Die Fettsäuren werden in Form ihrer Alkaliseife, üblicherweise als Natriumseifen
eingesetzt. Die Seifen können aber auch aus den Fetten und Ölen direkt durch Verseifung
(Hydrolyse) mit Natronlauge und Abtrennen des Glycerins erzeugt werden. Bevorzugt
enthalten die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte einen zusätzlichen Anteil
von 1 - 10 Gew.-% an freien Fettsäuren mit 12 - 22 C-Atomen. Diese können mit den
Fettsäuren der Grundseife identisch sein und durch einen entsprechenden Alkali-Unterschuß
bei der Verseifung in die Grundseife eingebracht werden. Bevorzugt werden die freien
Fettsäuren aber nach der Verseifung und nach dem Aufkonzentrieren, vor der Trocknung,
zudosiert.
[0012] Alkyl-(oligo)-glycoside sind bekannte, im Handel erhältliche nichtionogene Tenside,
die nach einschlägigen Verfahren der organischen Chemie zugänglich sind und der Formel
R
1-O(G)
x entsprechen, in der R' eine primäre C
12-C
16-Alkylgruppe und (G)
x ein Oligoglycosidrest ist, dessen Oligomerisationsgrad x = 1 bis 2 ist. Stellvertretend
für das umfangreiche Schrifttum sei hier auf EP-A-0 301 298 und WO-A-90/3977 verwiesen.
Die Alkyl-(oligo)-glycoside können sich von Aldosen oder Ketosen mit 5 oder 6 Kohlenstoffen
ableiten. Wegen der leichten Zugänglichkeit werden im großtechnischen Maßstab hauptsächlich
von Glucose abgeleitete Alkyl-(oligo)-glucoside hergestellt.
[0013] Der Oligomerisierungsgrad x stellt einen Mittelwert dar, der sich aus der Homologenverteilung
von Mono-, Di-, Tri- und höheren Polyglucosiden ergibt. Anwendungstechnisch besonders
bevorzugt sind solche Alkyl-(oligo)-glucoside, deren Oligomerisationsgrad x unter
1.7, insbesonderen zwischen 1.2 und 1.5 liegt. Solche Produkte sind z.B. unter der
Handelsbezeichnung Plantaren®1200 der HENKEL KGaA erhältlich.
[0014] Zusätzlich zu den Alkyl-(oligo)-glycosiden können die erfindungsgemäßen geformten
Seifenprodukte auch andere synthetische Tenside, z.B. stark schäumende hautfreundliche
Aniontenside, Amphotenside, Betaintenside oder nichtionische Tenside enthalten. Besonders
bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Seifenprodukt, in dem zusätzlich bis zu 15 Gew.-%
synthetischer, anionischer, zwitterionischer oder ampholytischer Tenside enthalten
sind. Bevorzugt geeignete anionische Tenside sind z.B. Alkylethersulfate der Formel
R
2O-(C
2H
4O)
n-SO
3Na, in der R
2 eine bevorzugt lineare, primäre Alkylgruppe mit 12 - 16 C-Atomen und n ein Mittelwert
von 1 - 10 ist. Weitere geeignete anionische Tenside sind z.B. Acylisethionate der
Formel R
3CO-OCH
2CH
2-SO
3Na, in der R
3CO eine lineare Acylgruppe mit 12 - 18 C-Atomen ist Auch die genannten anionischen
Tenside sind handelsüblich.
[0015] Die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte enthalten vorzugsweise darüber hinaus
Wasser in einer Menge von 5 - 15 Gew.-%. Der Wassergehalt ist einerseits bedingt durch
das Herstellungsverfahren, andererseits wirkt er sich günstig auf die Gebraucheigenschaften
der Seife aus.
[0016] Schließlich können die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte Duftstoffe und
weitere übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in einer Menge von bis zu 5 Gew.-% enthalten.
Geeignete Hilfsstoffe sind z.B. Bindemittel oder Plastifikatoren. Als solche eignen
sich z.B. Glycerin, Fettsäurepartialglyceride oder Fettalkohole mit 12 - 22 C-Atomen.
Die Fettalkohole können z.B. als Nebenprodukt der Alkyl-(oligo)-glucoside gemeinsam
mit diesen zugesetzt werden, wenn man die Alkyl-(oligo)-glucoside als Rohprodukt mit
einem Gehalt an bis zu 50 Gew.-% freiem Fettalkohol einsetzt.
[0017] Weitere Hilfsstoffe sind z.B. Farbstoffe, antimikrobielle Stoffe, Deodorantwirkstoffe,
Pigmente (TiO
2), optische Aufheller und Komplexbildner.
[0018] Die Herstellung der erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte kann in der für Seifen
üblichen Weise erfolgen. Dabei wird zunächst aus Fettsäureansatz und Natronlauge eine
Grundseife mit einem Feststoffgehalt von 25 - 50 Gew.-% hergestellt und auf einen
Feststoffgehalt von 50 - 70 Gew.-% aufkonzentriert. In diese z.B. 60 %ige Grundseife
kann bereits das Talkum, gegebenenfalls auch freie Fettsäure, ein anionisches Tensid
und ein Komplexbildner eingemischt werden. Danach wird die Grundseife z.B. in einem
Vakuumexpansionstrockner bei 120°C bis 130°C weiter entwässert. Bei der Expansion
kühlt sich die Seife spontan auf Temperaturen unter 60°C ab und wird fest. Dabei fallen
Seifennudeln mit einem Feststoffgehalt von 73 - 85 Gew.-% an.
[0019] Die Weiterverarbeitung dieser Grundseife stellt dann die Konfektionierung zur Feinseife
dar. Sie erfolgt in einem Seifenmischer, in dem ein Slurry aus dem Alkyl-(oligo)-glucosid
und den übrigen Hilfs- und Zusatzmitteln in die Seifennudeln eingemischt wird. Dabei
werden die Grundseifennudeln und der Slurry aus Alkyl-(oligo)-glycosid und z.B. Duftstoffen,
Farbstoffen, Pigmenten und anderen Hilfsmitteln in einem Schneckenmischer mit Lochsieben
intensiv gemischt und schließlich über eine Strangpresse ausgetragen und gegebenenfalls
einer Stückpresse zugeführt, wenn Seifenstücke hergestellt werden sollen.
[0020] Geformte Seifenprodukte im Sinne der Erfindung können aber auch als Nudeln. Nadeln,
Granulate, Extrudate, Schuppen und in jeder anderen für Seifenprodukte übliche Formgebung
vorliegen.
[0021] Alternativ zu dem beschriebenen Verfahren kann das Talkum auch erst bei der Konfektionierung
in die 73 - 85 %ige Grundseife eingearbeitet werden. In diesem Falle wird das Talkumpulver
über geeignete Dosiergeräte, z.B. Bandwaage und Schütteldosierer gleichzeitig mit
dem Slurry aus Alkyl-(oligo)-glycosid, Duftstoffen und Hilfsmitteln dem Seifenmischer
zugeführt.
[0022] Die erfindungsgemäßen Seifenprodukte zeichnen sich durch eine besonders glatte Oberfläche
aus, was sich insbesondere bei Verarbeitung zu Stückseife angenehm bemerkbar macht.
Bei Gebrauch bildet sich reichlich feinblasiger, cremiger Schaum. In hartem Wasser
bilden sich zwar auch Kalkseifenausfällungen, diese bleiben aber in der Lösung dispergiert
und schlagen sich auf harten Oberflächen nicht als schmierig-graue Flecken oder käsiger
Rand, sondern allenfalls als leichter, feinteiliger Schleier nieder.
[0023] Die folgenden Beispiele sollen den Erfindungsgegenstand näher erläutern:
Beispiele
[0024]

Herstellung:
[0025] Die Grundseifennudeln werden mit den übrigen Komponenten in einen üblichen Seifenmischer
(Schneckenmischer mit Lochsieb) dosiert, durch mehrmaliges Vermischen homogenisiert,
über eine Strangpresse ausgetragen, geschnitten und in üblicher Weise zu Stücken verarbeitet.
1. Geformetes Seifenprodukt enthaltend
60 - 85 Gew.-% Fettsäuren mit 12 - 22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
1 - 10 Gew.-% Alkyl-(oligo)-glycoside der Formel R1-O(G)x, in der R1 eine primäre C12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein Oligo-Glycosidrest. dessen Oligomerisationsgrad x = 1 - 2 ist,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalkseifendispergiervermögens 5 -
20 Gew.-% Talkum enthalten ist.
2. Seifenprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fettsäuren aus 50 - 80 Gew.-% C16-C18-Fettsäuren und aus 20 - 50 Gew.-% C12-C14-Fettsäuren zusammengesetzt sind.
3. Seifenprodukt gemäß Patentanspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich 1 - 10 Gew.-% freie Fettsäuren mit 12 - 22 C-Atomen darin enthalten sind.
4. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich bis zu 15 Gew.-% synthetischer, anionischer, zwitterionischer oder ampholytischer
Tenside enthalten sind.
5. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß 5 - 15 Gew.-% Wasser enthalten sind.
6. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß Duftstoffe und weitere übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in einer Menge bis zu 5 Gew.-%
enthalten sind.
1. A shaped soap product containing
60 to 85% by weight of fatty acids containing 12 to 22 carbon atoms in the form
of their alkali metal soaps and
1 to 10% by weight of alkyl (oligo)glycosides with the formula R1-O(G)x, where R1 is a primary C12-16 alkyl group and (G)x is an oligoglycoside unit with a degree of oligomerization x of 1 to 2,
characterized in that 5 to 20% by weight of talcum is present in the shaped soap product to improve its
washing properties and lime soap dispersion power.
2. A soap product as claimed in claim 1, characterized in that the fatty acids are composed of 50 to 80% by weight C16-18 fatty acids and 20 to 50% by weight C12-14 fatty acids.
3. A soap product as claimed in claim 1 or 2, characterized in that 1 to 10% by weight of free fatty acids containing 12 to 22 carbon atoms are additionally
present.
4. A soap product as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that up to 15% by weight of synthetic, anionic, zwitterionic or ampholytic surfactants
are additionally present.
5. A soap product as claimed in of any claims 1 to 4, characterized in that 5 to 15% by weight of water is present.
6. A soap product as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that fragrances and other typical auxiliaries and additives are present in a quantity
of up to 5% by weight.
1. Produit de savon façonné contenant :
- de 60 à 85 % en poids d'acides gras ayant de 12 à 22 atomes de carbone sous forme
de leur savon alcalin et
- de 1 à 10% en poids d'alkyl (oligo)glycosides de formule R1-O(G)x dans laquelle R1 est un groupe alkyle en C12-C16 primaire et (G)x un reste d'oligoglycoside dont le degré d'oligomérisation x est égal à 1-2,
caractérisé en ce qu'
en vue de l'amélioration des produits de lavage et de la capacité de mise en dispersion
des savons de chaux, de 5 à 20 % de talc est contenu.
2. Produit de savon selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les acides gras sont composés de 50 à 80 % en poids d'acides gras en C16-C18 et de 20 à 50 % en poids d'acides gras en C12-C14.
3. Produit de savon conformément à la revendication 1 ou la revendication 2,
caractérisé en ce qu'
en supplément, de 1 à 10 % en poids d'acides gras libres ayant de 12 à 22 atomes de
carbone y sont contenus.
4. Produit de savon selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'
en supplément, jusqu'à 15% en poids d'agents tensioactifs synthétiques, anioniques,
zwitterioniques ou ampholytiques sont contenus.
5. Produit de savon selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
de 5 à 15 % en poids d'eau sont contenus.
6. Produit de savon selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
des substances odorantes et d'autres adjuvants et additifs usuels sont contenus en
une quantité allant jusqu'à 5 % en poids.