[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einer Selbstladepistole, mit: einem Griffstück, einem
fest an diesem abgestützten Lauf, einem mindestens teilweise hinter dem Lauf angeordneten,
in dessen Längsrichtung zwischen einer vorderen Schließlage und einer hinteren Öffnungslage
beweglichen Verschluß und einer mehrgängigen, wendelförmigen Schließfeder, die den
Verschluß in die Schließlage drückt und in dessen Öffnungslage so zusammengedrückt
ist, daß sie mit allen Gängen aufeinandersitzt (Oberbegriff des Anspruchs 1).
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung einen Umrüstbausatz für ein Umrüsten einer verriegelten
Selbstladepistole, die zum Verschuß starker Pistolenpatronen ausgelegt ist und aufweist:
ein Griffstück, einen beweglichen Lauf, der in feste Verbindung mit dem Verschluß
bringbar ist, und eine Schließfeder (Oberbegriff des Anspruchs 4).
[0003] Eine derartige Pistole ist beispielsweise aus dem Deutschen Patent DE 41 09 777 C
(HECKLER & KOCH) bekannt und wird von der Anmelderin hergestellt.
[0004] Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Waffensystem, aus einer wahlweise verriegelten
oder unverriegelten Selbstladepistole der im Anspruch 10 angegebenen Art.
[0005] Stärkere Pistolenpatronen, etwa die Patrone 9 mm Parabellum, werden in aller Regel
aus verriegelten Selbstladepistolen verschossen. Bei diesen verbindet eine Verriegelungseinrichtung
den Lauf und den Verschluß meistens so fest miteinander, daß beide, vom Rückstoß einer
abgeschossenen Patrone angetrieben, zunächst einen gemeinsamen Rücklaufweg zurücklegen.
Erst danach trennt der Verschluß sich vom Lauf und und setzt seinen weiteren Rücklaufweg
nunmehr alleine fort. Währenddessen werden die leere Patronenhülse ausgeworfen, eine
Zündeinrichtung gespannt und die nächste Patrone nachgeführt.
[0006] Bei den meisten der genannten Patronen ist es jedoch auch möglich, einen unverriegelten
Masseverschluß zu verwenden; vorausgesetzt, die Kraft der Schließfeder und/oder die
Masse des Verschlusses sind ausreichend hoch gewählt. Solche Masseverschlüsse sind
zwar bei Maschinenpistolen weit verbreitet. Bei diesen wird jedoch zur Abstützung
des Laufes beim Schuß nicht nur die Masse, sondern auch die kinetische Energie des
schließenden Verschlusses genutzt.
[0007] Es sind zwar auch Pistolen mit Masseverschluß bekannt, die Patronen der eingangs
genannten Art veschießen. Diese insgesamt schwergewichtigen Pistolen haben jedoch
eine überstarke Schließfeder, weshalb das Durchladen sehr mühsam und oft erst nach
ausreichender Übung zu bewerkstelligen ist. Für Patronen der eingangs genannten Art
kommen deshalb heutzutage nur verriegelte Pistolen in Frage.
[0008] Zu derartigen Patronen gibt es oft besonders schwache Laborierungen, die man z.B.
beim Sportschießen verwendet. Hierdurch lassen sich das Trefferergebnis optimieren,
die Lärmbelästigung mindern, der Kugelfang schonen oder ganz einfach beim Wiederladen
die Patronenhülsen schonen, den Pulververbrauch verringern und so die Kosten des Schießens
senken.
[0009] Solche Munition läßt sich auch in verriegelten Selbstladepistolen verschießen, deren
Verriegelungseinrichtungen auf handelsübliche Normalmunition abgestimmt sind. Jedoch
reicht ihr Rückstoß nicht aus, um ein zuverlässiges Durchladen dieser Waffen herbeizuführen.
Für gewöhnlich bleiben die Waffen einfach geschlossen und müssen nach jedem Schuß
von Hand durchgeladen werden. Auch die oben beschriebene Pistole mit Massenverschluß
kann mit solcher Munition nicht selbsttätig durchladen; schon weil ihr Verschluß zu
schwer ist. Übungen, welche die rasche Abgabe mehrerer Schüsse erfordern, können mit
solchen Waffen und solcher schwacher Munition nicht durchgeführt werden.
[0010] Es ist zwar bei vielen verriegelten Pistolen, meist Militarpistolen, ein Kleinkaliber-Umrüstsatz
bekannt, der einen Kleinkaliberlauf und einen dazu passenden, unverriegelten Masseverschluß
aufweist. Dieser Kleinkaliberlauf und der Masseverschluß konnen auf dem Griffstück
der verriegelten Pistole montiert werden. Nach der Montage hat man nun eine Kleinkaliberpistole
zur Verfügung, die in Fandlage, Abzugsgewicht usw. der ursprünglichen, verriegelten
Pistole stark ahnelt. Eine solche Pistole ist etwa in der US-A-1 563 675 gezeigt.
Bei dieser bekannten Kleinkaliberumrustung ist die Fuhrungsstange für die Kieinkaliber-Schließfeder
recht lang. Deshalb sitzt auf dem hinteren Ende dieser Stange eine Pufferhülse, auf
deren vorderen Ende sich die Kleinkaliberschließfeder abstützt. Natürlich ist diese
auf Kleinkaliber umgerüstete Pistole nicht geeignet, eine Patrone zu verschießen,
die in die ursprüngliche, verriegelte Pistole geladen werden kann. Selbst wenn man
das unverriegelte Umbausystem für dieselbe Patrone auslegen würde wie die verriegelte
Pistole, hätte man mit den Schwierigkeiten zu kämpfen, die schon vorstehend im Zusammenhang
mit schweren Pistolen mit Masseverschluß beschrieben wurden.
[0011] Patronen der obengenannten Art (z.B. 9 mm Parabellum) gibt es auch in Schrotausführung.
Hier sind sie nur schwach geladen, um einen befriedigenden Zusammenhalt der Schrotgarbe
zu erreichen. Solche Patronen werden von Jägern, Wanderern Holzfällern usw. in schlangengefährdeten
Gebieten oft zur Schlangenabwehr verwendet. Eine solche Patrone lädt man gewöhnlich
in das Patronenlager einer Selbstladepistole, während das Magazin mit üblichen (starkgeladenen)
Kugelpatronen geladen wird. Für eine Schlange ist die Schrotpatrone dann bereit. Trifft
man stattdessen auf größeres Raubwild oder Raubzeug, etwa einen verwilderten Hund,
dann muß man zu dessen Abwehr von Hand durchladen, nachdem man die Schrotpatrone abgefeuert
hat. Danach kann man die Selbstladepistole in üblicher Weise einsetzen.
[0012] Nur Revolver bieten die Möglichkeit, Schrot- und Kugelpatronen in beliebiger Reihenfolge
zu laden und ohne zusätzlichen, von Hand erfolgenden Nachladevorgang aufeinanderfolgend
zu verfeuern.
[0013] Die Erfindung möchte eine Selbstladepistole zur Verfügung stellen, die zum Verschießen
der genannten, schwachen Munition eingerichtet ist; ferner einen Umrüstbausatz, mittels
dessen eine herkömmliche verriegelte Selbstladepistole, die zum Verschießen herkömmlicher
Munition eingerichtet ist, auch zum Verschießen der genannten schwachen Munition umgerüstet
werden kann; schließlich ein Waffensystem mit einer Selbstladepistole, die wahlweise
zum Verschießen normaler oder schwachgeladener Munition eingerichtet werden kann.
[0014] Für die genannten schwachgeladenen Patronen kommt praktisch nur eine unverriegelte
Selbstladepistole in Frage, weil das Lösen der Verriegelung zu viel Rückstoßenergie
verbraucht, so daß der nachfolgende Durchladevorgang nicht mehr zuverlässig erfolgt.
Es sollen aber die oben erwähnten Nachteile vermieden werden.
[0015] Nun wäre es grundsätzlich möglich, eine Verschlußmasse und eine Schließfederkraft,
wie sie für leichte, üblicherweise unverriegelte Taschenpistolen verwendet werden,
einfach auf Pistolen zu übertragen, die im übrigen für die größeren, oben genannten
Patronen eingerichtet sind. Eine solche Maßnahme würde zwar eine funktionsfähige Pistole
erbringen. Würden aber aus einer solchen Pistole einmal versehentlich Patronen mit
Normalladung verschossen, dann würden Verschluß und Griffstück dort, wo diese Teile
aufeinander am Ende des Rücklaufes aufschlagen, rasch Schaden nehmen. Eine solche
Pistole würde bald unbrauchbar werden, auch wenn sie dem Verschießen der viel zu starken
Munition vielleicht ohne Bruch (von Teilen) standhalten würde.
[0016] Die obengenannte Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 dadurch gelöst, daß die Schließfeder
von außen her eng von einer Hülse aus Elastomermaterial umschlossen ist, deren Länge
etwa der Länge der zusammengedrückten Schließfeder am Ende des Verschluß-Rücklaufes
entspricht.
[0017] Verschlußgewicht und Kraft der Schließfeder sind so ausgelegt, daß die Funktion der
Waffe mit den genannten, schwachgeladenen Patronen störungsfrei erfolgt. Die aus der
Elstomerhülse und der zusammengedrückten Schließfeder gebildete Pufferanordnung ist
hierzu nicht weiter erforderlich. Wird jedoch versehentlich eine starke Patrone geladen,
dann schlägt der Verschluß nicht nur auf die aufeinander aufsitzenden Windungen der
Schließfeder auf, sondern auch auf der Elastomerhülse. Hierdurch erzeugt die Elastomerhülse
eine erste Pufferwirkung.
[0018] Nun sind Elastomerpuffer zum Abdämpfen des Endanschlages eines Verschlusses gegen
das Griffstück einer Selbstladepistole bekannt (EP-A-0 287 785). Die Elastomerhülse
hat aber noch eine weitere, wesentliche Wirkung: wird die Schlagfeder mit aufeinander
aufsitzenden Windungen stark belastet, etwa dann, wenn eine zu starke Patrone abgefeuert
wird, dann trachten die Windungen danach, einander seitlich auszuweichen. Bei der
Erfindung ist dies kaum möglich, da die Elastomerhülse die Windungen seitlich abstützt.
Allerdings gibt das Elastomermaterial in Abhängigkeit von seiner Steife einem etwaigen
seitlichen Druck von Windungselementen örtlich ein wenig nach, so daß dann Elemente
des Elastomers örtlich federnd ausgelenkt werden. Diese Auslenkung erfolgt im Zusammenwirken
mit einem Zusammendrücken der Elastomerhülse und kann örtlich recht bedeutend sein.
Wegen der Hysteresewirkung des jeweils gewählten Elastomers wird auf diese Weise Rückstoßenergie
in bedeutendem Maße verbraucht, so daß die Dämpfungswirkung einer solchen Elastomerhülse
bedeutend besser ist als etwa die einer steifen Zusatzfeder. Außerdem ist die Federwirkung
der voll zusammengedrückten Schließfeder nicht, wie bisher, von Toleranzen abhängig.
Wegen der seitlichen Abstützung der Schließfeder ist deren Federwirkung in voll zusammengedrücktem
Zustand nämlich exakt reproduzierbar.
[0019] Die Länge der Elastomerhülse bestimmt, wann deren Dämpfungswirkung einsetzt. Die
Elastomerhülse kann länger als die voll zusammengedrückte Schließfeder sein. Ihre
optimale Länge wird beim Optimieren der Waffe bestimmt. Die optimale Härte und Hysteresewirkung
der Elastomerhülse werden durch die Materialwahl bestimmt.
[0020] Mit der erfindungsgemäßen Selbstladepistole gelingt es, Patronen mit einer viel größeren
Leistungsvariationsbreite zu verschließen, als dies bisher bei verriegelten und unverriegelten
Selbstladepistolen möglich war; z.B. von so schwachen Patronen, wie sie bisher kaum
in verriegelten Pistolen verschossen werden konnten, bis zu so starken Patronen, für
die bisher unverriegelte Pistolen mit überstarken Schließfedern ausgerüstet werden
mußten.
[0021] Lediglich bei extrem starken Patronen, etwa bei Ordonnanzpatronen, die für Maschinenpistolen
ausgelegt sind, können Ladestörungen nicht immer vollständig ausgeschlossen werden,
wenn die erfindungsgemäße Selbstladepistole auch für die obengenannten schwachen Patronen
eingerichtet ist. Das Verschießen solcher Patronen führt aber nicht zu einer Beschädigung
der Pistole.
[0022] Mit der erfindungsgemäßen Pistole ist es nun erstmals möglich, sowohl schwache Scheibenladungen
oder Schrotpatronen als auch Normalladungen störungsfrei zu verfeuern, was bisher
nur mit dem Revolver möglich war. Zur Selbstverteidigung, z.B. gegen Einbrecher, kann
erst ein nichttödlicher Schuß als Warnschuß (Schrot) abgefeuert werden (Stoppwirkung),
sollte dies ohne Reaktion des Angreifers bleiben, kann "
scharf" geschossen werden. Ein Jäger kann jetzt z.B. zwei Schrotpatronen für die Schlangenbekämpfung
vorsehen und den Rest des Magazines mit Normalpatronen füllen. Es können wechselweise
Schrot- und "Normalpatronen" geladen werden, ohne jegliche Festlegung der Patronensorte.
Wird er etwa von einem angeschossenen Keiler angegangen, dann braucht er, wie bei
einem Revolver, nur die beiden Schrotpatronen abzufeuern und kann sich dann mit den
verbleibenden Normalpatronen gegen den Keiler zur Wehr setzen. Zur Selbstverteidigung
kann z.B. eine Schrotpatrone als erste Patrone für einen gezielten Warnschuß geladen
werden, der allenfalls unerhebliche Verletzungen verursacht. Prinzipiell können aber
Patronen der genannten Art in beliebiger Reihenfolge ungeachtet ihrer Art geladen
und störungsfrei verschossen werden.
[0023] Die erfindungsgemäße Selbstladepistole hat gegenüber einem Revolver mit seinen für
gewöhnlich nur sechs zur Verfügung stehenden Schüssen den Vorteil einer viel größeren
Magazinfüllung von z.B. fünfzehn Schuß. Außerdem kann mit wenigen Handgriffen ein
weiteres Magazin beliebig oft nachgeladen werden. Schließlich können Magazine mit
Sonderpatronen für den Bedarfsfall bereitgehalten werden.
[0024] Die Schließfeder kann, wie üblich, aus einem Draht mit rundem Querschnitt zu einer
wendelförmigen Druckfeder mit rundem Außenumfang gewickelt werden. Vorzugsweise ist
die Schließfeder jedoch aus einem Federstahlband gebildet (Anspruch 2), so daß bei
zusammengedrückter Feder die einzelnen Windungen flach aufeinandersitzen. Die Gefahr
des seitlichen Ausweichens der einzelnen Windungen bei voll zusammengedrückter Schließfeder
ist hierdurch verringert, aber nicht aufgehoben. Die Elastomerhülse kann also auch
dann bei voll zusammengedrückter Schließfeder quer zu deren Achse belastet werden.
Im übrigen hat sich eine solche Feder als besonders günstig erwiesen, da sie einer
hohen Überbelastung ausgesetzt werden kann, ohne dabei Schaden zu nehmen.
[0025] Als wendeiförmige Druckfeder im Sinne der Erfindung kann auch ein Tellerfederpaket
angesehen werden.
[0026] Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sitzt die Elastomerhülse
bei zusammengedrückter Schließfeder in einer Bohrung des Griffstücks (Anspruch 3),
welche die Elastomerhülse von außen her abstützt und dabei ihre Verformungseigenschaften
beeinflußt.
[0027] Diese Bohrung braucht keine sich über den gesamten Umfang erstreckende Innenwand
aufzuweisen, sondern kann z.B. zum Lauf hin offen bzw. geschlitzt sein. Hierdurch
wird sogar in vorteilhafter Weise der Einschluß eines unkontrollierten Luftpolsters
verhindert, das die Wirkung der Elastomerhülse in nicht vorhersehbarer Weise beeinflussen
könnte.
[0028] Die Erfindung betrifft nicht nur eine unverriegelte Selbstladepistole, wie voranstehend
beschrieben, sondern auch einen Bausatz zum Umrüsten einer verriegelten Selbstladepistole,
welche Normalpatronen und starke Patronen verschießen kann, nicht jedoch schwache
Patronen. Mittels des Umrüstbausatzes kann die verriegelte Selbstladepistole in eine
unverriegelte Selbstladepistole umgerüstet werden, welche Patronen gleicher Abmessung,
aber wesentlich geringerer Stärke verschiessen kann. Gegebenenfalls können die schwachen
Patronen mit Normalpatronen gemischt sein.
[0029] So ist es möglich, mit derselben Waffe und insbesondere mit der stets gleichen Abzugscharakteristik
Patronen aller möglichen Ladungsstärken im Selbstladebetrieb zu schießen; insbesondere
die obengenannten schwachen Ladungen, die bisher mit verriegelten Pistolen entsprechenden
Kalibers nur jeweils nach Durchladen von Hand verschossen werden konnten.
[0030] Der Umrüstbausatz ist gemäß Anspruch 4 für eine verriegelte Selbstladepistole eingerichtet,
die aufweist: ein Griffstück, einen beweglichen Lauf, der in feste Verbindung mit
dem Verschluß bingbar ist, und eine wendelförmige Schließfeder. Erfindungsgemäß ist
diese Pistole gekennzeichnet durch einen fest im Griffstück, ohne Eingriff in den
Verschluß anbringbaren Wechsellauf und durch eine die Schließfeder von außen her eng
umschließende Hülse aus Elastomermaterial, deren Länge etwa der der Länge der zusammengedrückten
Schließfeder entspricht. Dabei kann die Schließfeder der verriegelten Selbstladepistole
auch durch eine Austausch-Schließfeder mit anderer Charakteristik ersetzt werden.
[0031] Als Austausch-Schließfeder ist gemäß Anspruch 5 eine solche aus Bandstahl bevorzugt,
wie sie schon oben im Zusammenhang mit Anspruch 2 erläutert wurde.
[0032] Der Verschluß wird in aller Regel beibehalten. Es ist jedoch auch möglich, einen
Austausch-Verschluß vorzusehen, dessen Masse sich von der des ursprünglichen Verschlusses
unterscheidet (Anspruch 6).
[0033] Unter "Lauf" wird hier die "Laufgruppe" verstanden, die neben dem eigentlichen Lauf
auch zu diesem gehörige Elemente der Verriegelungseinrichtung umfaßt. Wo der eigentliche
Lauf von den genannten Elementen trennbar ist, ist es sogar möglich, den eigentlichen
Lauf beizubehalten. Ferner benötigt die Elastomerhülse einen rund um die Schließfeder
zur Verfügung stehenden Raum zur Aufnahme dieser Elastomerhülse. Ein Griffstück, das
aufgrund seiner Konstruktion für diese keinen Aufnahmeraum bietet, kann auch nicht
umgerüstet werden. Soweit das Griffstück aber baulich so verändert werden kann, daß
dieser Aufnahmeraum bei Bedarf geschaffen wird, handelt es sich um ein weiter unten
behandeltes Waffensystem, das aus einer Selbstladepistole und einem Umrüstbausatz
besteht.
[0034] Ein wichtiger Grundgedanke ist es, wenigstens das Griffstück mit der Abzugseinrichtung,
möglichst auch die Visiereinrichtung, für sowohl die verriegelte als auch die unverriegelte
Version der Selbstladepistole beizubehalten.
[0035] Eine zur Umrüstung besonders geeignete verriegelte Selbstladepistole ist im deutschen
Patent DE 41 09 777 C der Anmelderin offenbart. In dieser Pistole weist der in Längsrichtung
bewegliche Lauf an der Oberseite des Patronenlagerendes einen Aufsatz auf, der in
eine Aufnahme im Schlitten (das ist der Verschluß) eingreift. Unterhalb des Patronenlagers
ist am hinteren Laufende eine Führung ausgebildet, die bei einer Rückwärtsbewegung
des Laufes in Gegenelemente am Griffstück so eingreift, daß das hintere Laufende bei
fortgesetzer Rückwärtsbewegung des Laufes nach unten bewegt wird. Hierdurch kommt
schließlich der Verschluß vom Aufsatz frei und kann sich alleine weiter nach hinten
bewegen.
[0036] Beim erfindungsgemäßen Wechsellauf fehlt dieser Aufsatz, so daß der Verschluß nie
in verriegelten Eingriff mit dem Lauf treten kann. Ferner ist die Führung dazu eingerichtet,
im Griffstück fest gehalten zu werden, so daß der Lauf nicht lose im Griffstück beweglich
ist (Anspruch 7).
[0037] Bei manchen Pistolen ist als Führung am Lauf ein Gelenkglied befestigt, das von einem
Querbolzen durchsetzt ist. Dieses ist durch ein starres Glied zu ersetzen.
[0038] Bei anderen Pistolen ist die Führung von einer Führungsfläche gebildet, die an einem
Querbolzen entlanggleitet. Diese Führungsfläche ist durch ein Widerlager zu ersetzen,
das im Querbolzen einen festen Halt findet. Diese Verriegelung ähnelt der Pistole
des o.g. Patentes DE 41 09 777 C. Bei dieser gleitet jedoch die Führungsfläche an
einer Gegenausbildung einer beweglichen Pufferstange entlang, die ihrerseits als Führungsstange
der Schließfeder dient und außerdem eine zusätzliche Pufferfeder aufweist.
[0039] Gemäß Anspruch 8 ist diese Pufferstange durch eine Austausch-Pufferstange ersetzt,
die ihrerseits unbeweglich im Griffstück befestigbar ist, in welcher die Führungsfläche
unbeweglich festgelegt ist. Da diese Austausch-Pufferstange keine Pufferbewegung durchführt,
weist sie auch keine Pufferfeder auf. Vielmehr erstreckt die Austausch-Schließfeder
sich über die gesamte Länge der Pufferstange und trägt auf ihrer Außenseite die Elastomerhülse.
[0040] Die ursprüngliche bekannte Pufferstange weist eine längliche Aussparung auf, die
über einem ortsfesten - zum Zerlegen der Waffe entnehmbaren - Querstift im Griffstück
entlanggleiten kann und mit ihren Begrenzungen gegen diesen anschlägt. Gemäß Anspruch
9 weist die Austausch-Pufferstange eine Aussparung auf, die nicht länglich ist, sondern
komplementär zum Querstift ausgebildet ist und somit durch diesen ortsfest gehalten
werden kann.
[0041] In Abhängigkeit von der jeweiligen Konstruktion der verriegelten Selbstladepistole,
ist der Lauf mehr oder weniger von außen her sichtbar. Dies gilt mindestens für den
Oberflächenbereich des Laufes, der bei geschlossenem Schlitten durch die in diesem
vorhandene Auswurföffnung sichtbar ist. Der Lauf ist dabei in der Regel brüniert,
manchmal aber auch blank, vernickelt, gebondert oder vergoldet. Dabei entspricht die
Farbe der sichtbaren Laufoberfläche, wenn diese nicht blank ist, meistens der Farbe
der Schlittenoberfläche. Außerdem ist diese sichtbare Laufoberfläche in aller Regel
glatt.
[0042] Gemäß Anspruch 10 weist der Wechsellauf des erfindungsgemäßen Umrüstbausatzes eine
gegenüber dem ursprünglichen Lauf unterschiedliche und zu der des Schlittens möglichst
kontrastierende Oberflächengestaltung auf, etwa gerändelt, gebläut, mit Buntmetall
galvanisiert oder lackiert. Der Zweck dieser Ausgestaltung ist es, dem Schützen ein
ständig sichtbares und zum Teil auch fühlbares Anzeichen dafür zu geben, daß die Waffe
gerade auf schwache Patronen umgerüstet und unverriegelt ist.
[0043] Hierbei hat sich erstaunlicherweise herausgestellt, daß die Belastungen, die beim
versehentlichen Abfeuern einer starken Patrone aus der unverriegelten variante an
allen beanspruchten Teilen auftreten, deutlich geringer werden, wenn anstelle eines
Stahlgriffstückes ein Griffstück aus Kunststoff verwendet wird. Vermutlich verstärkt
das Kunststoffmaterial des Griffstückes die Dämpfungswirkung der Anordnung aus zusammengedrückter
Austausch-Schließfeder und Elastomerhülse.
[0044] Die Erfindung umfaßt gemäß Anspruch 11 auch ein Waffensystem, das aus einem Umrüstbausatz
der oben in Zusammenhang mit den Ansprüchen 4 bis 10 beschriebenen Art und der zugehörigen
verriegelten Selbstladepistole besteht, die gegebenenfalls zum Umrüstbausatz passend
abgeändert sein kann. So kann etwa das Verschlußgewicht so optimiert sein, daß es
sowohl bei der unverriegelten als auch bei der verriegelten Version der Selbstladepistole
für beste Ergebnisse sorgt.
[0045] Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der beigefügten,
schematischen Zeichnung noch näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine bekannte, verriegelte Selbstladepistole im Längsschnitt,
- Fig. 2
- Lauf und Pufferstange der Selbstladepistole der Fig. 1, und
- Fig. 3
- Wechsellauf und Austausch-Pufferstange mit einer Elastomerhülse eines Umrüstbausatzes
zum Umrüsten der Pistole der Fig. 1 in eine unverriegelte Selbstladepistole.
[0046] Fig. 1 zeigt eine bekannte verriegelte Selbstladepistole, die zum Verschießen normaler,
starker und stärkster Patronen, hier der Patrone 9 mm Parabellum eingerichtet ist.
Diese Selbstladepistole ist in der bereits mehrfach genannten DE 41 09 777 C (HECKLER
& KOCH) detailliert beschrieben worden. Die nachstehende Vorstellung dieser Pistole
ist deshalb knapp gehalten. Ergänzend wird ausdrücklich auf die DE 41 09 777 C verwiesen.
[0047] Die Pistole weist ein Griffstück 1 aus Kunststoff, einen in dieses lose eingesetzten
Lauf 3 und einen Schlitten 5 auf. Auf der Oberseite des hinteren Endes des Laufes
3 ist ein Verriegelungsvorsprung 7 ausgebildet, der in der gezeigten verriegelten
Stellung in die Auswurföffnung (kein Bezugszeichen) des Schlittens 5 eingreift und
diesen fest mit dem Lauf 3 verbindet.
[0048] An der Unterseite des hinteren Laufendes 3 ist eine Führung 9 mit Schrägflächen ausgebildet.
[0049] Der Schlitten 5 stützt sich von vorne her auf eine Schließfeder 19 ab, die rund um
eine Pufferstange 11 geführt ist. Das hintere Ende der Pufferstangee 11 sitzt unter
der Führung 9, ist als Gegenführung 13 ausgebildet und weist demgemäß komplementäre
Schrägflächen zur Führung 9 auf.
[0050] An der Unterseite weist die Gegenführung 13 eine längliche Aussparung 15 auf, in
die ein Querstift 17 mit Spiel eingreift. Der Querstift 15 ist am Griffstück 1 befestigt,
so daß die Gegenführung 13 und damit auch die Pufferstange 11 sich begrenzt in Längsrichtung
bewegen können. Zu Montagezwecken ist der Querstift 17 am Griffstück 1 abnehmbar befestigt.
[0051] Eine Pufferfeder (kein Bezugszeichen) drückt die Pufferstange 11 nach vorne. Die
Pufferfeder sitzt in einem Abschnitt des Griffstücks 1, der einer Bohrung ähnelt,
die zum Lauf 3 hin der Länge nach offen ist. Die Pufferfeder ist mit ihrem hinteren
Ende auf einem Absatz 21 des Griffstücks 1 abgestützt, der eine Aufnahme für das hintere
Pufferstangenende mindestens weitgehend umgibt.
[0052] Beim Schuß bewegen sich der Lauf 3 und der Schlitten 5 zunächst über eine Verriegelungsstrecke
(etwa 3,5 mm) gemeinsam nach hinten, wobei beide durch den Eingriff des Verriegelungsvorsprunges
7 in den Schlitten 5 fest miteinander verbunden bleiben. Dann läuft die Führung 9
mit ihren Schrägflächen in die Gegenführung 13 ein, greift dort in deren Schrägflächen
ein und wird dabei schräg nach hinten und unten geführt. Hierbei wird der Verriegelungsvorsprung
7 nach unten bewegt wird und gibt dadurch den Schlitten 5 frei. Dieser kann nun in
gewohnter Weise die Durchladebewegung durchführen.
[0053] Nachdem der Lauf 3 mit seiner Führung 9 in die Gegenführung 13 eingegriffen hat,
nimmt er diese und damit die Pufferstange 11 weiter nach hinten mit, und zwar gegen
die Wirkung der Pufferfeder. Diese gemeinsame Rückwärtsbewegung von Lauf 3 und Pufferstange
11 wird durch den Anschlag der vorderen Endfläche der Aussparung 15 gegen den Querstift
17 begrenzt.
[0054] Der Lauf 3 und die Pufferstange 11 sind in Fig. 2 noch vergrößert dargestellt; die
Schließfeder 19 und die Pufferfeder sind weggelassen.
[0055] In Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßer Umrüstbausatz zur Pistole der Fig. 1 dargestellt,
und zwar im gleichen Maßstab wie in Fig. 2. Dieser Umrüstbausatz besteht aus einem
Wechsellauf 3', einer Austausch-Pufferstange 11', einer Austausch-Schließfeder 19'
und einer Elastomerhülse 24.
[0056] Vergleicht man die Figuren 2 und 3, erkennt man ohne weiteres die Änderungen, die
gegenüber den bekannten Originalteilen vorgenommen worden sind. Die Teile des Umrüstbausatzes
sind hierdurch von den Originalteilen der bekannten Selbstladepistole der Fig. 1 gut
unterscheidbar. - In Figur 3 bezeichnen alle mit Index versehenen Bezugszeichen diejenigen
Teile des Umrüstbausatzes, die gegenüber den Originalteilen mit gleichem Bezugszeichen,
jedoch ohne Index, modifiziert sind.
[0057] Auf der Rückseite des Wechsellaufes 3' fehlt der Verriegelungsvorsprung 7 des Originallaufes
3; stattdessen liegt eine Abflachung 7' vor. Es kann somit kein verriegelnder Eingriff
mit dem Schlitten 5 erfolgen. Die Eingriffsausbildung 9' und die Gegenausbildung 13'
sind so ausgestaltet und sitzen so ineinander, daß eine gegenseitige Relativbewegung
nicht mehr möglich ist. Die Ausnehmung 15' ist an die Kontur des Querstiftes 17 (Fig.
1) angepaßt und bildet eine Stiftaufnahme, so daß sich die Pufferstange 11' nicht
in Längsrichtung bewegen kann.
[0058] Wenn der Wechsellauf 3' mit dem Griffstück 1 und dem Schlitten 5 der Selbstladepistole
der Fig. 1 zusammengebaut ist, sitzt er ersichtlich fest im Griffstück 1. Dabei sitzt
er mit seiner Eingriffsausbildung 9' in der Gegenausbildung 13' der Pufferstange 11'
fest. Auch die Pufferstange 11' sitzt mit ihrer Stiftaufnahme 15' fest auf dem Querstift
17 und damit unbeweglich gegenüber dem Griffstück 1.
[0059] Die Elastomerhülse 24 umschließt die Austausch-Schließfeder 19' von außen her eng
und befindet sich zunächst an beliebiger Stelle innerhalb deren Längenerstreckung.
Sie ist aus Bandstahl gebildet, so daß ihre einzelnen Windungen flach aufeinander
aufsitzen, wenn die Austauschschließfeder 19' vollständig zusammengedrückt ist.
[0060] Beim Schuß bewegt sich zwar der Schlitten 5, nicht aber der Wechsellauf 3' nach hinten.
Letzterer verharrt in seiner Lage. Dabei drückt der Schlitten 5 die Austausch-Schließfeder
19' zusammen und schiebt die Elastomerhülse 24 nach hinten in die weiter oben beschriebene
Bohrung des Griffstücks 1. Am Ende des Rücklaufs des Schlittens 5 sind alle Windungen
der Austausch-Schließfeder 19' zusammengedrückt, und der Schlitten 5 sitzt gleichzeitig
auf der zusammengedrückten Austausch-Schließfeder 19' und der Elastomerhülse 24 auf.
Diese sitzt ihrerseits auf dem Absatz 21 des Griffstücks 1 auf, welcher die Aufnahme
für die Pufferstange 11 bzw. 11' umgibt.
[0061] Die Elastomerhülse 24 wird dabei aufgetrieben und tritt in Reibungseingriff sowohl
mit der Innenwand der genannten Bohrung als auch mit der Außenfläche der zusammengedrückten
Austausch-Schließfeder 19'. Die Elastomerhülse 24 leitet dabei alle vom Schlitten
5 her eingeleiteten Kräfte großflächig über die Innenwand der Bohrung und den genannten
Absatz 21 in das Griffstück 1 ein. Gleichzeitig wird auch ein Anteil dieser Kräfte
über die zusammengedrückte Schließfeder 19' und die Pufferstange 11' in den Querstift
17 und über diesen in das Griffstück 1 eingeleitet.
[0062] Wie gesagt, erhält man die erfindungsgemäße unverriegelte Modifizierung der Selbstladepistole
dadurch, daß man deren in Fig. 3 gezeigte Teile mit den übrigen Teilen, insbesondere
dem Griffstück gemäß Fig. 1 zusammenbaut. Wird mit dieser rückstoßfreien Pistole versehentlich
eine extrem starke Patrone abgefeuert, dann wird zwar der Schlitten 5 sehr rasch geöffnet
und prallt möglicherweise sehr rasch wieder zurück. In keinem Fall nehmen aber der
Schlitten 5 und besonders das Griffstück 1 Schaden. Die Rückstoßenergie wird nämlich
großflächig und gedämpft in das Griffstück 1 eingeleitet, das seinerseits, weil es
aus Kunststoff besteht, den Aufprall "weicher" zurückgibt als etwa ein Griffstück
aus gehärtetem Stahl.
[0063] Im übrigen lädt die erfindungsgemäße, modifizierte, rückstoßfreie Selbstladepistole
schwache Patronen, auch Schrotpatronen, tadellos nach, ebenso wie Normalladungen.
[0064] Der Wechsellauf 3' kann mindestens im Bereich seiner Abflachung 7' auffällig eingefärbt
sein. Hierdurch wird der Schütze beim Blick über die Pistole selbst dann noch über
die erfindungsgemäße Modifizierung der Pistole in Kenntnis gesetzt, wenn er schon
in Anschlag geht
[0065] Es ist noch anzumerken, daß offensichtlich folgendes nicht möglich ist: etwa nur
den Wechsellauf 3', nicht aber gleichzeitig auch die übrigen Teile der Figur 3 einzubauen,
sondern statt dessen die entsprechenden übrigen Teile der Fig. 2 beizubehalten. Es
kann auch nicht die Elastomerhülse 24 aus Versehen weggelassen werden, da sie zusammen
mit der Austausch-Schließfeder 19' unverlierbar auf der Pufferstange 11' angebracht
ist.
[0066] Die Selbstladepistole der Fig. 1 und die Wechselteile der Fig. 3 bilden zusammen
das erfindungsgemäße Waffensystem, bei dem der Schlitten 5 gegebenenfalls gegenüber
der handelsüblichen Pistole der Fig. 1 im Gewicht optimiert sein kann.
1. Selbstladepistole mit den folgenden Merkmalen:
a) ein Griffstück (1),
b) ein fest an diesem abgestützten Lauf (31),
c) ein mindestens teilweise hinter dem Lauf (3') angeordneter, in dessen Längsrichtung
zwischen einer vorderen Schließlage und einer hinteren Öffnungslage beweglichen Verschluß
(5)
d) eine mehrgängige, wendelförmige Schließfeder (19'), welche den Verschluß (5) in
die Schließlage drückt, hingegen bei dessen Öffnungslage so zusammengedrückt ist,
daß sie mit allen Gängen mindestens weitgehend aufeinandersitzt, und
e) die Schließfeder (19') ist von außen her eng von einer Hülse (24) aus Elastomermaterial
umschlossen, deren Länge etwa der der Länge der zusammengedrückten Schließfeder (19')
entspricht.
2. Selbstladepistole nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schließfeder (19') aus einem Flachdraht oder Stahlband mit länglich rechteckigem
Querschnitt gebildet ist, und daß bei der zusammengedrückten Schließfeder (19') die
Längsseiten des Querschnitts aufeinandersitzen.
3. Selbstladepistole nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Hülse (24) in einer im Griffstück (1) ausgebildeten Bohrung sitzt.
4. Umrüstbausatz für eine verriegelte Selbstladepistole, die aufweist: ein Griffstück
(1), einen Verschluß (5), einen beweglichen Lauf (3), der in feste Verbindung mit
dem Verschluß (5) bringbar ist, und eine wendelförmige Schließfeder (19),
wobei der Umrüstbausatz
einen fest im Griffstück (1), ohne Eingriff mit dem Verschluß (5) anbringbaren Wechsellauf
(3') und eine die Schließfeder (19) oder eine Austausch-Schließfeder (19') von aussen
her eng umschließende Hülse (24) aus Elastomermaterial aufweist, deren Länge etwa
der der Länge der zusammengedrückten Schließfeder (19, 19') entspricht.
5. Umrüstbausatz nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine Austausch-Schließfeder (19') aus einem Flachdraht mit länglich rechteckigem
Querschnitt, so daß bei der zusammengedrückten Schließfeder (19') die Längsseiten
des Querschnitts aufeinandersitzen.
6. Umrüstbausatz nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch einen Austausch-Verschluß, dessen Masse sich von der des Verschlusses (5) unterscheidet.
7. Umrüstbausatz nach einem der Ansprüche 4 bis 6, für eine verriegelte Selbstladepistole,
die einen Lauf (3) aufweist, der über seinem hinteren Ende mit mindestens einem Verriegelungsvorsprung
(7) in einen den Verschluß bildenden Schlitten (5) eingreift und der unter seinem
hinteren Ende eine Führung (9) aufweist, welche die Bewegung des Laufes (3) über eine
Verriegelungsstrecke nach hinten und unten ermöglicht,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Wechsellauf (3') an seinem hinteren Ende aufweist: oben eine durchgehende Fläche
(7'), die außer Eingriff mit dem Schlitten (5) steht, und unten eine Eingriffsausbildung
(9'), die am Griffstück (1) festlegbar ist.
8. Umrüstbausatz nach Anspruch 7, für eine Selbstladepistole, die eine unter dem Lauf
(3) liegende, relativ zum Griffstück (1) längsbewegliche Pufferstange (11) aufweist,
welche die Schließfeder (19) und eine Pufferfeder durchsetzt und trägt und welche
zum Eingriff in die Führung (9) des Laufes (3) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Austausch-Pufferstange (11') mit einer Austausch-Schließfeder (19') vorgesehen
ist, die unbeweglich im Griffstück (1) festlegbar ist und zum unbeweglichen Eingriff
in die Eingriffsausbildung (9') des Wechsellaufes (3') ausgebildet ist.
9. Umrüstbausatz nach Anspruch 7, für eine Selbstladepistole, deren Pufferstange (11)
zur Ermöglichung ihrer Längsbewegung eine längliche, beiderseits über ihre Länge offene
Aussparung (15) aufweist, die von einem entnehmbaren Querstift (17) mit rundem Querschnitt
durchsetzt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Austausch-Pufferstange (11') eine Stiftaufnahme (15') aufweist, die zum Querschnitt
des Querstiftes (17) komplementär ist.
10. Umrüstbausatz nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Wechsellauf (3') mindestens in demjenigen Bereich seiner Außenoberfläche, der
von außen, insbesondere durch die Auswurföffnung des Verschlusses (5) sichtbar ist,
eine sich von der Oberflächenfärbung des Laufes (3') unterscheidende Farbgebung und/oder
Oberflächenausbildung aufweist.
11. Waffensystem, dessen Komponenten umfassen:
- eine verriegelte Selbstladepistole gemäß dem Oberbegriff mindestens eines der Ansprüche
4 sowie 7 bis 9 und
- einen Umbausatz gemäß mindestens einem der Ansprüche 4 bis 10.
12. Waffensystem nach Anspruch 11, bei welchem den beiden Komponenten ein gemeinsames
Griffstück (11) aus Kunststoff zugeordnet ist.
1. A self-loading pistol having the following features:
a) a grip (1),
b) a barrel (31) securely supported thereon,
c) a bolt (5) which is disposed at least to some extent behind the barrel (3') and
can move in its longitudinal direction between a front closed position and a rear
open position,
d) a multi-thread, helical main spring (19'), which forces the bolt (5) into the closed
position, but in its open position is compressed so that all its threads lie one on
top of the other at least to a large extent, and
e) the main spring (19') is tightly surrounded from outside by a case (24) made of
elastomer material, the length of which roughly corresponds to the length of the compressed
main spring (19').
2. A self-loading pistol according to Claim 1, characterised in that the main spring (19') is made from a flattened wire or steel strip having an oblong
rectangular cross section, and in that the longitudinal sides of the cross section are lie one on top of the other when
the main spring (19') is compressed.
3. A self-loading pistol according to Claim 1 or 2, characterised in that the case (24) is seated in a bore constructed in the grip (1).
4. A conversion kit for a locked self-loading pistol, comprising: a grip (1), a bolt
(5) a moveable barrel (3), which can be brought into secure connection with the bolt
(5), and a helical main spring (19), wherein the conversion kit comprises an interchangeable
barrel (3') which can be mounted without engagement with the bolt (5) and a case (24)
made from elastomer material which tightly encloses the main spring (19) or an interchangeable
main spring (19') from outside, the length of which roughly corresponds to the length
of the compressed main spring (19, 19').
5. A conversion kit according to Claim 4, characterised by an interchangeable main spring (19') made from a flattened wire having an oblong
rectangular cross section, so that the longitudinal sides of the cross section lie
one on top of the other when the main spring (19') is compressed.
6. A conversion kit according to Claim 4 or 5, characterised by an interchangeable bolt, the mass of which differs from that of the bolt (5).
7. A conversion kit according to one of Claims 4 to 6, for a locked self-loading pistol
comprising a barrel (3), which engages via its rear end with at least one locking
projection (7) in a slide (5) forming the bolt and which beneath its rear end comprises
a guide (9) which enables the backward and downward movement of the barrel (3) over
a locking path, characterised in that the interchangeable barrel (3') comprises at its rear end: at the top a continuous
face (7') which is not in engagement with the slide (5), and at the bottom an engagement
formation (9'), which can be fixed to the grip (1').
8. A conversion kit according to Claim 7, for a self-loading pistol which comprises a
buffer rod (11) which lies beneath the barrel (3) and is longitudinally moveable in
relation to the grip (1), and which passes through and bears the main spring (10)
and a buffer spring and which is constructed to engage in the guide (9) of the barrel
(3), characterised in that an interchangeable buffer rod (11') is provided with an interchangeable main spring
(19'), which can be immovably fixed in the grip (1) and is constructed for fixed engagement
in the engagement formation (9') of the interchangeable barrel (3').
9. A conversion kit according to Claim 7, for a self-loading pistol, the buffer rod (11)
of which comprises an oblong recess open on either side over its length to enable
its longitudinal movement, through which a removable cross pin (17) having a round
cross section passes, characterised in that the interchangeable buffer rod (11') comprises a pin seat (15') which is complementary
to the cross section of the crosspin (17).
10. A conversion kit according to one of Claims 4 to 9, characterised in that the interchangeable barrel (3') comprises, at least in the region of its outer surface
which is visible from outside, especially through the ejection opening of the bolt
(5), a colouration which differs from the surface colouration of the barrel (3') and/or
a surface formation.
11. A weapon system, whose components comprise:
- a locked self-loading pistol according to the precharacterising clause of at least
one of Claims 4 and also 7 to 9 and
- a conversion kit according to at least one of Claims 4 to 10.
12. A weapon system according to Claim 11, in which a common grip (11) made from plastic
is associated with the two components.
1. Pistolet semi-automatique avec les caractéristiques suivantes :
a) un élément de préhension (1),
b) un canon (3') fixement appuyé contre celui-ci,
c) une culasse (5) disposée du moins partiellement derrière le canon (3') et mobile
suivant la direction longitudinale de celui-ci entre une position avant de fermeture
et une position arrière d'ouverture,
d) un ressort de fermeture (19') hélicoïdal à spires multiples, qui pousse la culasse
(5) vers la position de fermeture, mais qui en position d'ouverture de celle-ci est
comprimé de telle sorte que toutes ses spires soient au moins largement en appui mutuel,
et
e) le ressort de fermeture (19') est entouré étroitement depuis l'extérieur par une
douille (24) en matériau élastomère dont la longueur correspond sensiblement à la
longueur du ressort de fermeture (19') comprimé.
2. Pistolet semi-automatique selon la revendication 1, caractérisé en ce que le ressort de fermeture (19') est formé à partir d'un fil plat ou d'une bande d'acier
de section rectangulaire oblongue, et en ce que les côtés allongés de la section transversale sont en appui mutuel lorsque le ressort
de fermeture (19') est comprimé.
3. Pistolet semi-automatique selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la douille (24) est logée dans un alésage prévu dans l'élément de préhension (1).
4. Ensemble de transformation pour un pistolet semi-automatique verrouillé qui présente
: un élément de préhension (1), une culasse (5), un canon mobile (3) pouvant être
mis en liaison fixe avec la culasse (5), et un ressort hélicoïdal (19), l'ensemble
de transformation présentant un canon mobile (3') pouvant être fixé dans l'élément
de préhension (1) sans engagement avec la culasse (5), et une douille (24) en matériau
élastomère entourant étroitement depuis l'extérieur le ressort de fermeture (19) ou
un ressort de fermeture de rechange (19') et dont la longueur correspond sensiblement
à la longueur du ressort de fermeture (19, 19') comprimé.
5. Ensemble de transformation selon la revendication 4, caractérisé par un ressort de fermeture de rechange (19') en fil plat de section rectangulaire oblongue
de telle sorte que les côtés allongés de la section transversale soient en appui mutuel
lorsque le ressort de fermeture (19') est comprimé.
6. Ensemble de transformation selon la revendication 4 ou 5, caractérisé par une culasse de rechange dont la masse est différente de celle de la culasse (5).
7. Ensemble de transformation selon l'une des revendications 4 à 6 pour un pistolet semi-automatique
verrouillé, qui présente un canon (3) qui vient en prise par l'intermédiaire de son
extrémité arrière, par au moins une saillie de verrouillage (7), dans un chariot (5)
formant la culasse, et qui sous son extrémité arrière présente un guide (9) permettant
le déplacement du canon (3) sur un trajet de verrouillage vers l'arrière et vers le
bas, caractérisé en ce que le canon de rechange (3') présente au niveau de son extrémité arrière : en haut une
surface continue (7') sans engagement avec le chariot (5), et en bas une configuration
d'engagement (9') pouvant être fixée à l'élément de préhension (1).
8. Ensemble de transformation selon la revendication 7 pour un pistolet semi-automatique
qui présente une barre-tampon (11) disposée sous le canon (3) et mobile longitudinalement
par rapport à l'élément de préhension (1), barre-tampon qui traverse et porte le ressort
de fermeture (19) et un ressort-tampon, et qui est configurée pour s'engager dans
le guide (9) du canon (3), caractérisé en ce qu' est prévue avec un ressort de fermeture de rechange (19') une barre-tampon de rechange
(11'), qui peut être fixée dans l'élément de préhension (1) sans possibilité de déplacement
relatif, et qui est configurée pour un engagement sans possibilité de déplacement
relatif dans la configuration d'engagement (9') du canon de rechange (3').
9. Ensemble de transformation selon la revendication 7 pour un pistolet semi-automatique,
dont la barre-tampon (11) présente pour permettre son déplacement longitudinal de
celle-ci un évidement oblong (15) ouvert de part et d'autre sur sa longueur, lequel
évidement est traversé par une tige transversale (17) amovible de section transversale
ronde, caractérisé en ce que la barre-tampon de rechange (11') présente un logement de tige (15') complémentaire
de la section transversale de la tige transversale (17).
10. Ensemble de transformation selon l'une des revendications 4 à 9, caractérisé en ce que le canon de rechange (3') présente, au moins dans la zone de sa surface extérieure
qui est visible depuis l'extérieur, notamment par l'ouverture d'éjection de la culasse
(5), une teinte et/ou une forme de surface se distinguent de la teinte superficielle
du canon (3').
11. Système d'arme dont les composants comprennent :
- un pistolet semi-automatique verrouillé selon le préambule d'au moins l'une des
revendications 4 et 7 à 9, et
- un ensemble de transformation selon au moins l'une des revendications 4 à 10.
12. Système d'arme selon la revendication 11, dans lequel un élément de préhension (11)
commun en matière plastique est associé aux deux composants.