(19)
(11) EP 1 238 569 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.08.2003  Patentblatt  2003/32

(21) Anmeldenummer: 99957244.9

(22) Anmeldetag:  15.12.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H04R 25/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH9900/604
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 0002/2902 (27.04.2000 Gazette  2000/17)

(54)

VERFAHREN ZUR ERZEUGUNG EINER VORGEGEBENEN ODER VORGEBBAREN EMPFANGSCHARAKTERISTIK AN EINEM DIGITALEN HÖRGERÄT UND DIGITALES HÖRGERÄT

METHOD FOR GENERATING A PREDETERMINED OR PREDETERMINABLE RECEPTION CHARACTERISTIC ON A DIGITAL HEARING AID, AND A DIGITAL HEARING AID

PROCEDE D'OBTENTION D'UNE CARACTERISTIQUE DE RECEPTION PREDETERMINEE OU PREDETERMINABLE DANS UN APPAREIL AUDITIF NUMERIQUE, ET APPAREIL AUDITIF NUMERIQUE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE DK LI

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.09.2002  Patentblatt  2002/37

(73) Patentinhaber: PHONAK AG
8712 Stäfa (CH)

(72) Erfinder:
  • KLOOTSEMA, Ronald
    CH-2072 St. Blaise (CH)
  • VAN OERLE, Gerard
    CH-8610 Uster (CH)

(74) Vertreter: Troesch, Jacques J., Dr. sc. nat. 
Troesch Scheidegger Werner AG, Schwäntenmos 14
8126 Zumikon
8126 Zumikon (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-C- 19 814 180
US-A- 4 635 061
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 016, no. 532 (P-1448), 30. Oktober 1992 (1992-10-30) -& JP 04 199200 A (MATSUSHITA ELECTRIC IND CO LTD), 20. Juli 1992 (1992-07-20)
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer vorgegebenen oder vorgebbaren Empfangscharakteristik an einem digitalen Hörgerät mit mindestens zwei Mikrophonen, bei welchem die Ausgangssignale der Mikrophone einer Analog/Digital-Wandlung unterzogen werden, die digital gewandelten Signale additiv überlagert werden, nachdem mindestens eines der digitalen Signale einer gegebenen oder einstellbaren Zeitverzögerung unterzogen worden ist, wobei weiter die Analog/Digital-Wandlung des mindestens einen zeitverzögerten Signals mittels Über-Abtastung erfolgt.

[0002] Im weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein digitales Hörgerät mit mindestens zwei Mikrophonen, den Mikrophonen je nachgeschalteten Analog/Digital-Wandlern, wobei die Analog/Digital-Wandlerausgänge, davon mindestens einer über ein Verzögerungsglied, mit den Eingängen einer additiven Überlagerungseinheit wirkverbunden sind und mindestens der über das Verzögerungsglied auf die Überlagerungseinheit wirkende Analog/Digital-Wandler als Analog/Digital-Wandler mit Über-Abtastung ausgebildet ist.

[0003] Für das Erzeugen vorgegebener oder vorgebbarer Empfangscharakteristiken, insbesondere auch an digitalen Hörgeräten mit mindestens zwei Mikrophonen, ist das sogenannte "delay and add-Verfahren" bekannt.

[0004] In der DE 198 14 180 ist ein derartiges Vorgehen beschrieben, bei welchem unmittelbar nachfolgend auf die Sigma/Delta-Konversion die Signalverzögerung vorgenommen wird bzw. unmittelbar dem Sigma/Delta-Konverter folgend das Verzögerungsglied vorgesehen ist. Weil bei der Sigma/Delta-Konversion eine Über-Abtastung erfolgt, ist dieses Vorgehen insofern vorteilhaft, als damit die Zeitverzögerung fein abgestuft verstellt werden kann.

[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Vorgehen obgenannter Art vorzuschlagen, bei welchem Zeitverzögerung und eine Signalanpassung optimal kombiniert erfolgen können. Dies wird erfindungsgemäss am Verfahren eingangs genannter Art dadurch erreicht, dass das mittels Über-Abtastung gewandelte Digitalsignal, nach Abwärts-Abtastung, sowohl zeitverzögert wie auch pegelangepasst wird bzw. dadurch, dass am Hörgerät eingangs genannter Art das Verzögerungsglied als nach abwärts getastetes Filterglied ausgebildet ist, woran auch eine Pegelanpassung der der Überlagerungseinheit zugeführten Signale erfolgt.

[0006] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand von Figuren erläutert. Die Figuren zeigen:
Fig. 1
in Form eines Funktionsblock/Signalflussdiagrammes, ein nach dem erfindungsgemässen Verfahren konzipiertes Hörgerät, und
Fig. 2
am erfindungsgemässen Hörgerät nach Fig. 1 ein Blockdiagramm der Pegelanpasseinheit sowie der daraus resultierenden Pegelabstufung.


[0007] Gemäss der Figur 1 sind am erfindungsgemässen Hörgerät 1 zwei Mikrophone 3a und 3b vorgesehen, welche physisch in vorgegebenem Abstand voneinander angeordnet sind. Die Ausgangssignale der Mikrophone 3a bzw. 3b werden je am Analog/Digital-Wandler 5a bzw. 5b in digitale Signale gewandelt. An mindestens einem der erwähnten Analog/Digital-Wandler wird Überabtastung (oversampling), wie dargestellt beispielsweise am Wandler 5a, vorgenommen. Das Ausgangssignal des z.B. als Sigma/Delta-Konverter ausgebildeten Wandlers 5a wird, beispielsweise als Einbit-Ausgangsdatenstrom, an einer Filtereinheit 7 abwärts getastet (downsampling), wodurch in Serie anfallend Datenworte von beispielsweise 16 bits entstehen. An einer dieser Filtereinheit 7 nachfolgenden Einheit 8 wird die Zeitverzögerung τ entsprechend dem "delay and add"-Richtverfahren eingestellt bzw. verändert, welche minimal in Inkrementen von anfallenden Datenworten bei entsprechend tieferer Tastfrequenz erfolgen kann. Gleichzeitig wird - wie schematisch mit P dargestellt - eine Pegelanpassung des ausgangsseits erscheinenden digitalen Signales vorgenommen, was auf höchst einfache Art und Weise durch Schieben, Addieren/Subtrahieren der an der Filtereinheit 7 gebildeten Datenworte möglich ist. Die digitalen Signale ausgangsseitig des zweiten vorgesehenen Analog/Digital-Wandlers 5b, ggf. über eine weitere Filtereinheit 9 geführt, liegen ausgangsseits im gleichen Datenformat an wie die digitalen Ausgangssignale der Filtereinheit 7. In bekannter Art und Weise werden die Ausgangssignale der Einheiten 8 bzw. 9 an einer digitalen Überlagerungseinheit 11 überlagert und gegebenenfalls über ein Filter 12 der digitalen Verarbeitungseinheit 13 des Hörgerätes zugeführt, welche ausgangsseitig auf den elektromechanischen Ausgangswandler des Hörgerätes wirkt.

[0008] In Fig. 2 ist das Blockdiagramm der Pegelanpasseinheit an der Einheit 8 gemäss Fig. 1 dargestellt sowie, in Tabellenform, die damit erreichbare Pegelabstufungsskala. Grundsätzlich können sowohl Zeitverzögerung τ wie auch Pegelanpassung P mittels Verzögerungselementen, z.B. Schieberegistern, realisiert werden.

[0009] Dadurch, dass an mindestens einem der Analog/Digital-Wandler Über-Abtastung erfolgt, unmittelbar darnach aber Abwärts-Abtastung, ergibt sich die Möglichkeit, in höchst einfacher Art und Weise, dem Prinzip des "delay and add" folgend, sowohl eine vorgegebene oder vorgebbare zeitverzögerung einzubauen und, hinzu, eine Pegelanpassung der beiden überlagerten Digitalsignale vorzusehen.


Ansprüche

1. Verfahren zur Erzeugung einer vorgegebenen oder vorgebbaren Empfangsrichtcharakteristik an einem digitalen Hörgerät mit mindestens zwei Mikrophonen (3a, 3b), bei welchem die Ausgangssignale der Mikrophone (3a, 3b) einer Analog/Digital-Wandlung (5a, 5b) unterzogen werden, die digital gewandelten Signale additiv überlagert werden, nachdem mindestens eines der digitalen Signale einer gegebenen oder einstellbaren Zeitverzögerung unterzogen worden ist, wobei weiter die Analog/Digital-Wandlung des mindestens einen zeitverzögerten Signals mittels Über-Abtastung erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass das mittels Über-Abtastung gewandelte Digitalsignal nach einer Abwärts-Abtastung sowohl zeitverzögert wie auch pegelangepasst wird.
 
2. Digitales Hörgerät mit mindestens zwei Mikrophonen (3a, 3b), den Mikrophonen (3a, 3b) je nachgeschalteten Analog/Digital-Wandlern (5a, 5b), wobei die Analog/Digital-Wandler-Ausgänge, mindestens einer über ein Verzögerungsglied (8), mit den Eingängen einer additiven überlagerungseinheit (11) wirkverbunden sind und mindestens der über das Verzögerungsglied auf die Überlagerungseinheit (11) wirkende Analog/Digital-Wandler als Analog/Digital-Wandler mit Überabtastung ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verzögerungsglied als nach abwärts getastetes Filterglied ausgebildet ist, woran auch eine Pegelanpassung der der Überlagerungseinheit (11) zugeführten Signale erfolgt.
 


Claims

1. Method for producing a prescribed or prescribable reception directional characteristic on a digital hearing device having at least two microphones (3a, 3b), where the output signals from the microphones (3a, 3b) are subjected to analogue/digital conversion (5a, 5b) and the digitized signals are additively superposed after at least one of the digital signals has been subjected to a prescribed or adjustable time delay, with the analogue/digital conversion of the at least one time-delayed signal further being effected by means of oversampling, characterized in that, following downsampling, the digital signal converted by means of oversampling is subjected both to time delaying and to level matching.
 
2. Digital hearing device having at least two microphones (3a, 3b) with analogue/digital converters (5a, 5b) connected downstream of each of the microphones (3a, 3b), where the analogue/digital converter outputs, at least one via a delay element (8), are operatively connected to the inputs of an additive superposition unit (11), and at least the analogue/digital converter which acts on the superposition unit (11) via the delay element is in the form of an analogue/digital converter with oversampling, characterized in that the delay element is in the form of a downsampled filter element which also performs level matching for the signals supplied to the superposition unit (11).
 


Revendications

1. Procédé de génération d'une caractéristique directive prédéterminée ou prédéterminable de réception à un appareil auditif numérique avec au moins deux microphones (3a, 3b), où les signaux de sortie des microphones (3a, 3b) sont soumis à une conversion analogique/numérique (5a, 5b), les signaux convertis numériques sont superposés de manière additive après qu'au moins un des signaux numériques a été soumis à un retard de temps donné ou réglable, où en outre la conversion analogique/numérique d'au moins un signal précité retardé dans le temps a lieu au moyen d'un sur-échantillonnage, caractérisé en ce que le signal numérique converti au moyen du sur-échantillonnage, après un échantillonnage vers le bas, est à la fois retardé dans le temps et aussi adapté au niveau.
 
2. Appareil auditif numérique avec au moins deux microphones (3a, 3b), des convertisseurs analogiques/numériques, respectivement montés en aval des microphones (3a, 3b), où les sorties des convertisseurs analogiques/ numériques, au moins une par un organe de retard (8), sont fonctionnellement reliées aux entrées d'une unité de superposition additive (11), et au moins le convertisseur analogique/numérique agissant par l'organe de retard sur l'unité de superposition (11) est réalisé comme convertisseur analogique/numérique à sur-échantillonnage, caractérisé en ce que l'organe de retard est réalisé comme organe filtrant échantillonné vers le bas, auquel a lieu également une adaptation du niveau des signaux amenés à l'unité de superposition (11).
 




Zeichnung