[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Durchsetzfügen von sich überlappenden
Blechteilen mit einem Stempel und einem Amboß, an dem mindestens zwei Matrizenteile
seitlich beweglich abgestützt sind, die eine Öffnung begrenzen, so daß sie bei einer
Bewegung des Stempels in die Öffnung beim Verformen der Bleche seitlich ausweichen
und so ein Fügepunkt gebildet wird.
[0002] Bei allen bisher bekannten Verfahren und Vorrichtungen zum Durchsetzfügen besteht
das Problem, daß eine möglichst starke Hinterschneidung des stempelseitigen Bleches
an der amboßseitigen Außenkante des Fügepunktes erzielt werden muß, damit der Fügepunkt
die erforderliche Festigkeit erreicht.
[0003] Die Vorrichtungen zum Durchsetzfügen gemäß dem Stand der Technik (beispielsweise
U.S.-Patent 4 910 853) wiesen bisher einen Amboß auf, der einen nur wenig größeren
Durchmesser als der Stempel besaß. Der Amboß war dabei von den in Bewegungsrichtung
des Stempels länglich ausgebildeten Matrizenteilen umgeben, die während des Hinterfließvorgangs,
durch den die Hinterschneidung gebildet wurde, vom Amboß abgespreizt wurden. Dadurch
konnte das Material des Fügepunktes jedoch entlang der Außenseite des Ambosses nach
unten fließen. Die Hinterschneidungen blieben somit verhältnismäßig klein und die
Festigkeit des Fügepunktes unzureichend.
[0004] Um diesem Problem abzuhelfen, wurden im Stand der Technik bereits mehrstufige Durchsetzfügeverfahren
vorgeschlagen, bei denen der Fügepunkt nach dem Durchsetzen nochmals gestaucht wurde.
Dieses mehrstufige Durchsetzfügen ist jedoch nur mit einer sehr komplizierten Vorrichtung
realisierbar und erfordert eine große Anzahl Arbeitsschritte.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Durchsetzfügen
zu schaffen, die ohne zusätzlichen apparativen Aufwand bei der Fügevorrichtung und
ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte eine bessere Festigkeit der Fügepunkte bewirkt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruch 1 gelöst.
[0007] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Öffnung der Matrize einen kreisförmigen Querschnitt
aufweist, und die Fugen in Form von nach innen gekrümmten Bögen verlaufen, so daß
sich die Öffnung wie eine Iris-Blende öffnen kann. Bei dieser Lösung entstehen überhaupt
keine Spalten und damit ergibt sich ein über den ganzen Umfang des Fügepunktes gleichmäßiger
Hinterfließvorgang. Die Hinterschneidung ist überall gleich stark und fest.
[0008] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
FIGUR 1 eine Matrizenanordnung mit radial verlaufenden Fugen gemäß dem Stand der Technik
in geschlossenem Zustand;
FIGUR 2 die Anordnung der Figur 1 in geöffnetem Zustand (während des Hinterfließvorgangs);
FIGUR 3 einen mit der Matrizenanordnung gemäß dem Stand der Technik nach Figur 1 hergestellten
Fügepunkt in Draufsicht;
FIGUR 4 einen Schnitt entlang der Linie A-A der Figur 3;
FIGUR 5 einen Schnitt entlang der Linie B-B der Figur 3;
FIGUR 6 eine erfindungsgemäße Matrizenanordnung in "Iris-Blendenform" im geschlossenen Zustand;
FIGUR 7 die Anordnung der Figur 6 in geöffnetem Zustand (während des Hinterfließvorgangs);
FIGUR 8 eine weitere erfindungsgemäße Matrizenanordnung in Iris-Blendenform aus nur zwei
Teilen und
FIGUR 9 die Matrizenanordnung der Figur 8 auf dem Amboß montiert in Schnittdarstellung.
[0009] Zum Verständnis der erfindungsgemäßen Lösung mit der "irisblendenförmigen" Matrizenanordnung
ist in den Figuren 1 bis 5 ebenfalls wieder der Stand der Technik dargestellt. Figur
1 zeigt eine derzeit übliche Matrizenanordnung, die aus vier durch radial verlaufende
Fugen 300 getrennten Matrizenelementen 313, 314, 315, 316 besteht, die jeweils einen
Viertelkreis bilden.
[0010] Figur 2 zeigt die gleiche Anordnung im geöffneten Zustand, d.h. am Ende des Hinterfließvorgangs,
wenn durch das Fließen des Fügepunkts die Matrizenelemente 313, 314, 315, 316 maximal
auseinandergetrieben sind.
[0011] Figur 3 zeigt einen Fügepunkt, der mit der Matrizenvorrichtung gemäß Figur 1 und
2 hergestellt ist, in Draufsicht. Es ist deutlich erkennbar, daß der Fügepunkt nicht
vollständig rund ist, sondern an den Stellen, an denen die einzelnen Matrizenelemente
313 bis 316 aneinander stoßen, durch die Spalte 300 verursachte Ausnehmungen aufweist.
[0012] Wie aus den Figuren 4 und 5 ersichtlich, führen diese Ausnehmungen zu einer erheblichen
Verminderung der Festigkeit des Fügepunktes.
[0013] Die Figur 4 zeigt einen Schnitt durch den Fügepunkt der Figur 3 entlang der Linie
A-A. Wie ersichtlich, ist dort die Hinterschneidung gut und der Fügepunkt scheint
somit gute Festigkeitswerte aufzuweisen.
[0014] Schneidet man jedoch entlang der Linie B-B der Figur 3, wie dies in Figur 5 dargestellt
ist, wobei der Schnitt also dann durch die durch die Spalte 300 gebildeten Ausnehmungen
des Fügepunktes verläuft, so erkennt man aus Figur 5, daß hier fast keine Hinterschneidung
gebildet worden ist. Diese Bereiche des Fügepunktes tragen somit nicht zur-Festigkeit
bei. Dem gemäß dem Stand der Technik hergestellten Fügepunkt fehlt daher ein erheblicher
Teil der theoretisch erreichbaren maximalen Festigkeit.
[0015] Um diesem Übelstand abzuhelfen, lehrt die vorliegende Erfindung, die entsprechenden
Spalte 300 nicht radial (in Fließrichtung des Hinterfließvorgangs) verlaufen zu lassen.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform ist in Figur 6 dargestellt. Hierbei sind
die Fugen 400 zwischen den einzelnen Matrizenelementen 413 bis 416 bogenförmig ausgebildet,
so daß sich auch beim Auftreiben der Matrize durch den Hinterfließvorgang keine Spalten
bilden können, da die einzelnen Matrizenelemente 413 bis 416 ohne Spaltenbildung auseinander
wandern können, wie dies in Figur 7 dargestellt ist.
[0016] Da sich bei dieser erfindungsgemäßen Lösung keine Spalten zwischen den einzelnen
Matrizenelementen bilden können, ist auch eine vereinfachte Anordnung gemäß Figur
8 mit nur zwei Matrizenelementen 414, 416 möglich. Selbstverständlich funktioniert
diese Anordnung auch mit einer anderen Anzahl von Matrizenelementen. Bei mehr als
fünf Matrizenelementen dürfte die Konstruktion jedoch zu aufwändig werden.
[0017] Figur 9 zeigt eine Schnittdarstellung durch die Matrizen-Amboßanordnung für eine
Matrizenform gemäß Figur 8. Der Amboß 412 ist hier ebenfalls breiter als die Maximalbreite
des Fügepunktes ausgeführt. Die L-förmigen Matrizenelemente 414 und 416 sind an den
Seitenflächen des Ambosses angebracht. Sie werden durch einen Federring 420 bewegbar
und elastisch zurückfedernd in ihrer Position gehalten.
[0018] Durch die vorliegende Erfindung kann durch eine wenig aufwändige Abwandlung der Amboß-Matrizenanordnung
eine erheblich bessere Festigkeit der Fügepunkte erzielt werden, ohne daß hierfür
zusätzliche Arbeitsschritte beim Durchsetzfügevorgang erforderlich wären.
1. Vorrichtung zum Durchsetzfügen von sich überlappenden Blechteilen, mit einem Stempel
und einem Amboß, an dem mindestens zwei Matrizenteile seitlich beweglich abgestützt
sind, die eine Öffnung begrenzen, so daß sie bei einer Bewegung des Stempels in die
Öffnung beim Verformen der Bleche seitlich ausweichen und so ein Fügepunkt gebildet
wird wobei die Öffnung (417) der Matrize einen kreisförmigen Querschnitt aufweist
und die Matrizenteile (413, 414, 415, 416) durch Fugen (400) getrennt sind, die nicht
radial verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen (400) tangential zu der genannten Öffnung (417) verlaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen (400) in Form von nach innen gekrümmten Bögen verlaufen, so daß sich die
Öffnung wie eine Iris-Blende öffnen kann.
1. Apparatus for clinching of overlapping metal sheet members having a punch and an anvil
on which at least two die members are supported in a laterally movable way limiting
an opening such that these members with a movement of the punch into the opening during
the deformation of the metal sheets are yielding sidewardly such that a clinching
point is formed wherein the opening (410) of the die is having a circular cross-section
and the die elements (413, 414, 415, 416) are separated by joints (400) which are
not extending radially, characterised in that the joints (400) are extending tangentially with respect to said opening (417).
2. Apparatus according to claim 1, characterised in that the joints (400) are having the shape of inwardly bent arcs such that the opening
can open like an iris-diaphragm.
1. Dispositif pour l'assemblage par interpénétration de pièces en tôle se chevauchant,
comportant un poinçon et une enclume sur laquelle prennent appui, de manière déplaçable
latéralement, au moins deux parties de matrice qui délimitent une ouverture, de sorte
qu'au cours d'un mouvement du poinçon dans l'ouverture, elles s'écartent latéralement
lors de la déformation des tôles et qu'il est ainsi formé un point d'assemblage, l'ouverture
(417) de la matrice présentant une section circulaire et les parties de matrice (413,
414, 415, 416) étant séparées par des joints (400) qui ne sétendent pas radialement
caractérisé en ce que les joints (400) s'étendent tangentiellement auxdites ouvertures (417).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que les joints (400) s'étendent en forme d'arcs incurvés vers l'intérieur, de sorte que
l'ouverture peut s'ouvrir comme un diaphragme d'iris.