[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bebilderung von Druckplatten gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bebilderung von Flachdruck bzw. Druckplatten für den Offsetdruck sind verschiedene
Verfahren bekannt. Zum einen werden photoempfindliche Platten mit Lasern belichtet
und anschließend nasschemisch entwickelt. Weiter existieren im Stand der Technik sogenannte
Thermoplatten, bei denen durch Laserenergie eine Vernetzung der obersten Schicht erreicht
wird und in einem weiteren Schritt der so angestoßene Prozess zu Ende geführt wird.
Ein anderer Ansatz wurde bei den sogenannten thermisch ablasiven Platten gewählt.
Dort wird eine absorbierende Zwischenschicht durch den Laser zum Verdampfen gebracht,
worauf die darüber liegende, farbabstoßende Schicht gelöst ist und in einem Folgeschritt
entfernt werden kann (vgl. US 54 87 338 A).
[0003] Ferner ist es bekannt, eine Druckplatte durch das Auftragen einer geeigneten Flüssigkeit
zu bebildern. Gemäß der US 40 03 312 A wird auf ein Druckplattensubstrat eine Silikonlösung
entsprechend dem zu druckenden Bild aufgespritzt und dort ausgehärtet, wodurch die
erforderliche Oberflächenstruktur der Druckplatte erzeugt wird. Die Verarbeitung der
aufzuspritzenden Silikonschicht ist jedoch schwierig. Zudem kommt die Aushärtung der
aufgespritzten Silikonschicht hinzu.
[0004] Die JP 101 19 230 A offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer Druckplatte. Bei
dieser Druckplatte liegt die farbannehmende Schicht, d. h. die druckende Schicht,
auf der wasserannehmenden Schicht. Zur Herstellung der Platte wird die farbannehmende
Schicht mit einem bildgebenden Material mittels eines Ink-Jets besprüht, so daß die
nicht druckenden Bereiche wasserlöslich werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Bebilderung von Druckplatten
zu schaffen.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass mit
einem Ink-Jet-Druckwerk auf die farbabstoßende Schicht entsprechend einem zu druckenden
Bild eine Entwicklungsflüssigkeit aufgetragen wird, mit der die farbabstoßende Schicht
in dem bespritzten Bereich an- bzw. aufgelöst wird und die an- bzw. aufgelösten Bereiche
der farbabstoßenden Schicht entfernt werden.
[0008] Es wird also unmittelbar durch das Besprühen bzw. Bedrucken der obersten Schicht
mittels des Ink-Jet-Druckwerkes die oberste Schicht abgetragen bzw. soweit an- bzw.
aufgelöst, dass diese abtragbar ist. Mit der Entwicklungsflüssigkeit wird die Eigenschaft
der farbabstoßenden Schicht derart verändert, dass diese in den mit der Entwicklungsflüssigkeit
bedruckten Bereichen leicht zu entfernen ist. Die nicht mit der Entwicklungsflüssigkeit
bedruckten Bereiche verbleiben auf der Druckplatte, so dass die gewünschte Oberflächenstruktur
erreicht wird. In den Bereichen, in denen die farbabstoßende Schicht entfernt wird,
wird die farbannehmende Schicht freigelegt, so dass die Druckplatte entsprechend dem
zu druckenden Bild farbannehmende Bereiche und farbabweisende Bereiche erhält. Mit
Hilfe des Ink-Jet-Druckwerkes, kann die Entwicklungsflüssigkeit tröpfchenweise präzise
aufgetragen werden.
[0009] Durch das unmittelbare An- bzw. Auflösen der Oberflächenschicht der Druckplatte in
der beschriebenen Weise werden beträchtliche Vorteile erreicht. Es ergibt sich eine
höhere Betriebssicherheit des Ink-Jet-Verfahrens, insbesondere wird das bei den herkömmlichen
Verfahren bekannte Eintrocknen der Tinte verhindert. Beim Aufspritzen von Silikonlösungen
oder dem Auftrag lichtabweisender Druckfarben zur photographischen Entwicklung der
Druckplatten verklebte häufig der Druckkopf, was eine aufwendige Reinigung erforderlich
machte, bzw. den Druckkopf gänzlich unbrauchbar machte. Im Gegensatz hierzu kann die
bei der vorliegenden Erfindung verwendete Entwicklungsflüssigkeit den Druckkopf des
Ink-Jet-Druckwerkes nicht verkleben.
[0010] Zudem entfallen weitere Schritte bei der Bearbeitung der Druckplatte wie z. B. die
Aushärtung der aufgespritzten Silikon- bzw. Kunstharzlösung oder die übliche photographische
Entwicklung photosensitiver Schichten nach der Fixierung der nicht abzulösenden Bereiche.
[0011] In besonders vorteilhafter Weise kann bei der beschriebenen Bebilderung einer Druckplatte
auf Reinraumbedingungen in der Druckmaschine, die bei den bislang bekannten Verfahren
einzuhalten war, verzichtet werden, da kein Material aufgetragen, sondern lediglich
Material abgetragen wird.
[0012] Grundsätzlich können verschiedene Druckplatten eingesetzt werden. Vorzugsweise jedoch
wird insbesondere eine wasserlose Druckplatte mit einer farbabstoßenden Schicht aus
Silikon verwendet. Als farbannehmende Schicht kommen verschiedene Schichten in Betracht,
die der Entwicklungsflüssigkeit für die farbabstoßende Schicht standhalten, insbesondere
kann eine Polyethylenfolie unter der Silikonschicht liegend vorgesehen sein.
[0013] Die verwendete Entwicklungsflüssigkeit wird zweckmäßigerweise auf die an- bzw. aufzulösende
Schicht abgestimmt. Insbesondere wird ein Lösungsmittel verwendet, mit dem die entsprechenden
Bereiche der farbabstoßenden Schicht verflüssigt werden. Hierdurch kann die Silikonschicht
in einem nachfolgenden Schritt in den angelösten Bereichen besonders einfach entfernt
werden.
[0014] Zur Entfernung der an- bzw. abgelösten Bereiche der oben liegenden Schicht der Druckplatte
kommen verschiedene Varianten in Betracht. Zum Beispiel können die an- bzw. aufgelösten
Bereiche mit der ersten Druckfarbe oder durch eine geeignete Reinigungseinheit mechanisch
entfernt werden. Vorzugsweise werden die an- bzw. aufgelösten Bereiche der oben liegenden
Schicht der Druckplatte durch mechanische Beanspruchung der Druckplatte, insbesondere
durch einen Druckvorgang entfernt. Hierdurch werden die erforderlichen Arbeitsschritte
zur Bebilderung minimiert und eine effiziente sowie einfache Druckplattenbebilderung
erzielt.
[0015] Anstelle der zuvor beschriebenen An- bzw. Auflösung und Entfernung der farbabweisenden
Schicht ist es grundsätzlich auch möglich, eine oben liegende, farbannehmende Schicht
mit Entwicklungsflüssigkeit in der genannten Weise mittels eines Ink-Jet-Druckwerkes
zu bedrucken und hierdurch an- und aufzulösen sowie zu entfernen, so dass die in diesem
Fall darunter liegende, farbabstoßende Schicht bereichsweise freigelegt wird. Vorzugsweise
jedoch wird in der zuvor beschriebenen Art und Weise eine Druckplatte mit oben liegender,
farbabweisender Schicht insbesondere aus Silikon verwendet, die bereichsweise entsprechend
dem zu druckenden Bild entfernt wird.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben.
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Druckplatte im Rohzustand vor dem Auftrag der
Entwicklungsflüssigkeit mittels eines Druckkopfes gemäß einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der Druckplatte aus Fig. 1 nach der Bebilderung.
[0018] Die in Fig. 1 gezeigte Druckplatte 01 besitzt eine Trägerschicht bzw. ein Substrat
02, das aus Aluminium sein kann und eine geeignete Dicke besitzt, um die gewünschten
mechanischen Eigenschaften zu erzielen. Darauf aufgebracht sind eine farbannehmende
Schicht 03 sowie darüber liegend eine farbabweisende Schicht 04. Die farbannehmende
Schicht 03 kann als Polyethylenfolie ausgebildet sein. Ihre Dicke kann im Bereich
von 5 - 50 µm liegen, vorzugsweise kann sie etwa 20 µm betragen. Die farbabweisende
Schicht 04 besteht aus Silikon. Ihre Dicke ist geeignet gewählt. Sie kann im Bereich
einiger µm liegen, in der gezeigten Ausführung beträgt sie etwa 2 µm. Zwischen dem
Substrat 02 und der farbannehmenden Schicht 03 kann eine Haft- oder Grundierschicht
liegen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Titam-Oxid-Schicht vorgesehen.
[0019] Vorzugsweise wird eine wasserlose Druckplatte der Firma Presstek (PearlDry) verwendet,
wie sie in der US 54 87 338 A beschrieben ist, auf die bezüglich des Aufbaus der Druckplatte
ausdrücklich verwiesen wird.
[0020] Um die Silikonschicht 04 entsprechend dem zu druckenden Bild bereichsweise abzulösen
bzw. zu entfernen wird mittels des in Fig. 1 schematisch dargestellten Druckkopfes
05 eines Ink-Jet-Druckwerkes als Entwicklungsflüssigkeit ein Lösungsmittel tröpfchenweise
auf die Oberfläche der Silikonschicht 04 aufgebracht. Die Steuerung des Druckkopfes
05 erfolgt in der für Tintenstrahldrucker üblichen Weise. Das entsprechend dem zu
druckenden Bild aufgebrachte Lösungsmittel verflüssigt das Silikon in den Bereichen,
in denen es aufgebracht ist, so dass das Silikon in diesen Bereichen einfach herausgelöst
werden kann. Anstelle des Verflüssigung kann auch nur eine Veränderung der Eigenschaften
der Silikonschicht 04, z. B. durch Quellen oder Verminderung der Halterung zur darunterliegenden
Schicht erfolgen. Die angelöste Silikonschicht 04 bzw. deren angelöste Bereiche können
mit der ersten Farbe oder einer geeigneten Reinigungseinheit fortgeführt werden. Vorteilhaft
ist hierbei, dass das angelöste Silikon als Flüssigkeit vorliegt. Insbesondere kann
das verflüssigte Silikon durch die mechanische Beanspruchung eines Druckvorganges
entfernt werden.
[0021] Die fertig bebilderte Druckplatte mit den entfernten Bereichen der Silikonschicht
04 ist in Fig. 2 gezeigt. Die Druckplatte 01 wird mit Druckfarbe in Berührung gebracht,
die nur an der farbannehmenden Polyethylenschicht 03, d. h. in den Bereichen, in denen
die Silikonschicht 04 entfernt wurde, haften bleibt. Dementsprechend wird die Bebilderung
der Druckplatte auf den zu bedruckenden Träger übertragen.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 01
- Druckplatte
- 02
- Substrat
- 03
- farbannehmende Schicht, Silikonschicht
- 04
- farbabweisende Schicht, Polyethylenschicht
- 05
- Druckkopf
1. Verfahren zur Bebilderung einer Druckplatte, bei dem eine Druckplatte (01) mit einer
farbannehmenden Schicht (03) und einer daraufliegenden, farbabstoßenden Schicht (04)
bereitgestellt wird, mit einem Ink-Jet-Druckwerk (05) auf die farbabstoßende Schicht
(04) entsprechend einem zu druckenden Bild eine Entwicklungsflüssigkeit aufgetragen
wird, mit der die farbabstoßende Schicht (04) in den beaufschlagten Bereichen verändert
wird, und die veränderten Bereiche der farbabstoßenden Schicht (04) entfernt werden.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei eine Druckplatte (01) für den wasserlosen
Offsetdruck mit einer farbabstoßenden Schicht (04) aus Silikon verwendet wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Entwicklungsflüssigkeit
verwendet wird, mit der die bespritzten Bereiche der farbabstoßenden Schicht (04)
verflüssigt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die an- bzw. aufgelösten
Bereiche der farbabstoßenden Schicht (04) durch mechanische Beanspruchung der Druckplatte
(01) entfernt werden.
1. Method of imaging a printing plate in which a printing plate (01), having an ink-accepting
layer (03) and, situated thereon, an ink-repellent layer (04), is provided, there
is applied to the ink-repellent layer (04), by an ink-jet printing unit (05), in the
pattern of the image to the printed, a developing liquid which changes the ink-repellent
layer (04) in the areas to which it is applied, and the changed areas of the ink-repellent
layer (04) are removed.
2. Method according to the foregoing claim, in which a printing plate (01) for waterless
offset printing, having an ink-repellent layer (04) of silicone, is used.
3. Method according to either of the foregoing claims, in which a developing liquid is
used by which the sprayed areas of the ink-repellent layer (04) are liquefied.
4. Method according to one of the foregoing claims, in which the regions of the ink-repellent
layer (04) which have been initially or fully dissolved are removed by applying mechanical
stress to the printing plate (01).
1. Procédé de formation d'images d'une plaque d'impression, pour lequel une plaque d'impression
(01) munie d'une couche (03) recevant l'encre et d'une couche (04) repoussant l'encre,
placée par dessus, est fournie, un liquide de développement est appliqué à l'aide
d'une imprimante à jet d'encre (05) sur la couche repoussant l'encre (04), de manière
correspondant à une image à imprimer, liquide de développement à l'aide duquel la
couche repoussant l'encre (04) est modifiée dans les zones exposées, et les zones
modifiées de la couche repoussant l'encre (04) étant enlevées.
2. Procédé selon la revendication précédente, une plaque d'impression (01) pour une impression
offset sans eau avec une couche repoussant l'encre (04) en silicone étant utilisée.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, étant utilisé un liquide de développement,
à l'aide duquel les zones de couches repoussant l'encre (04), soumises à une projection,
sont rendues liquides.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, les zones de couches repoussant
l'encre (04), dissoutes dans la masse ou en surface, étant enlevées en exposant la
plaque d'impression (01) à une sollicitation mécanique.