[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Füllstation zum Ausfüllen
von Hohlräumen in Gegenständen, insbesondere zum automatischen Hohlraumausfüllen von
Hohlblocksteinen aus Beton oder dgl., mit einem Füllstoffbehälter, insbesondere einem
Vorratsbunker, und einer Transportbahn zur Beförderung von Unterlagen, auf denen jeweils
wenigstens ein zu befüllender Gegenstand aufliegt.
[0002] Um den Wärmedämmwert von bspw. hohlen Betonbausteinen zu erhöhen, werden die Hohlräume
derartiger Hohlblocksteine mit einem Füllmaterial ausgefüllt. Als Füllmaterial kommen
bspw. sehr leichte mineralische Stoffe zum Einsatz, die eine granulatartige Konsistenz
haben und kurz vor dem Einfüllen in die Hohlblocksteine mit einer Klebeemulsion vermischt
werden. Der Füllstoff härtet dann zusammen mit der Klebeemulsion in den Hohlräumen
der Betonsteine aus.
[0003] Das Ausfüllen von Hohlräumen in derartigen Betonformsteinen erfolgt teilweise manuell
und ist dann mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Aus der DE 30 37 409 A1 ist ein
Verfahren zur Herstellung eines Hohlblocksteins bekannt, dessen Hohlräume in seinem
frischen, noch nicht vollständig abgebundenen Zustand mit einem Trocken- oder Frischmörtel
befüllt werden, welche ggf. einen Leichtzuschlagstoff und/oder einen Luftporenbildner
enthalten. Das Befüllen des frischen Hohlblocksteins erfolgt in einer Vorrichtung
mit einem Füllkasten, der auf einem Lochtisch über die Hohlblocksteine verschiebbar
ist, so dass der Mörtel durch den Lochtisch in die Hohlblocksteine rieseln kann. Für
eine gleichmäßige Befüllung der Hohlblocksteine mit Mörtel sind Vibratoren an einem
Hubtisch angebracht.
[0004] Mit dieser bekannten Vorrichtung ist eine gezielte Verdichtung des Füllstoffs in
den Kammern der Hohlblocksteine nicht möglich, so dass sich Lufteinschlüsse in den
Kammern bilden können. Zudem kann der Füllstoff in den Kammern während des Aushärtens
weiter absacken, so dass die Hohlblocksteine nicht vollständig gefüllt sind.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren sowie eine Füllstation
der eingangs genannten Art bereitzustellen, um Füllstoff gleichmäßig und in kurzer
Zeit mit einem definierten Verdichtungsgrad in Hohlräume von Gegenständen, insbesondere
in Kammern von Hohlblocksteinen, einzubringen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, nach dem zunächst
wenigstens ein einen Hohlraum aufweisender Gegenstand zu einer Füllstation mittels
einer Transportbahn zugeführt wird, der wenigstens eine Gegenstand mittels einer Relativbewegung
zu einem Füllstoffbehälter vertikal unterhalb des Füllstoffbehälters positioniert
wird, der Füllstoff in wenigstens einen Hohlraum des wenigstens einen Gegenstandes
unter gleichzeitigem Rütteln des wenigstens einen Gegenstandes eingefüllt wird und
weiter der wenigstens eine befüllte Gegenstand aus der Füllstation mittels der Transportbahn
ausgebracht wird, wobei der Füllstoff zusätzlich zu dem Rütteln während des Einfüllens
in den wenigstens einen Hohlraum und/oder daran anschließend verdichtet wird.
[0007] Mit diesem Verfahren ist es möglich, einen oder mehrere Gegenstände, die Hohlräume
aufweisen, wie bspw. Hohlblocksteine oder dgl., weitgehend automatisiert in einer
Füllstation zu befüllen und den Füllstoff zu verdichten. Durch das Ein- und Ausbringen
der zu befüllenden Gegenstände mittels der Transportbahn kann die Beförderung der
zu befüllenden Gegenstände auf den Füllvorgang abgestimmt durchgeführt werden. Durch
das Rütteln der die Hohlräume aufweisenden Gegenstände während des Befüllvorganges
wird das Einfüllen und Nachfließen des Füllstoffs erleichtert. Das gleichzeitige oder
anschließende Verdichten des Füllstoffs in den Hohlräumen stellt sicher, dass die
Hohlräume in den Gegenständen rasch und vollständig ausgefüllt werden. Größere Lufteinschlüsse
oder nachträgliches Absacken des Füllstoffs können so vermieden werden und der Gegenstand
wird bis zu seiner Oberkante vollständig gefüllt.
[0008] Vorzugsweise wird der Füllstoff mittels Schaufeln eines in dem Füllstoffbehälter
positionierten Rotors unter Druck in den wenigstens einen Hohlraum eingefüllt. Der
Füllstoff wird dabei durch Einweisschaufeln des Rotors sowohl innerhalb des Füllstoffbehälters
in Richtung auf die Hohlräume geleitet, als auch mit Druck beaufschlagt, so dass der
Füllstoff in den Hohlräumen verdichtet wird.
[0009] Alternativ oder zusätzlich hierzu kann der Füllstoff in dem wenigstens einen Hohlraum
mittels eines Stempels oder dgl. komprimiert werden. Der Stempel ist dabei in seiner
Geometrie an den Hohlraum angepasst, so dass er in diesen zum Verdichten des Füllstoffs
eindringen kann. Mittels einer bspw. pneumatischen oder hydraulischen Hub- und Senkeinrichtung
kann der Stempel einen definierten Druck auf den Füllstoff aufbringen, um diesen zu
verdichten. Zusätzlich zu der Vorvibration während des Einfüllens des Füllstoffs kann
auch während des Einpressens des Stempels oder dgl. eine Vibration durch einen oder
mehrere Rüttler erfolgen.
[0010] In Weiterbildung des Erfindungsgedankens ist es vorgesehen, dass in einem Arbeitstakt
mehrere Hohlräume aufweisende Gegenstände gleichzeitig befüllt werden. Dies bringt
den Vorteil mit sich, dass das Verfahren mit höherem Durchsatz und daher gesteigerter
Wirtschaftlichkeit durchführbar ist.
[0011] Wenn die Transportbahn in vertikaler Richtung von dem Füllstoffbehälter beabstandet
ist, lässt sich die Füllstation in bereits vorhandene Produktionslinien mit einer
Transportbahn integrieren. Es kann dann erforderlich sein, dass der wenigstens eine
Gegenstand zum Positionieren unterhalb des Füllbehälters mittels eines Hubtisches
von der Transportbahn vertikal nach oben angehoben wird.
[0012] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass das Niveau des Füllstoffs in dem
Füllstoffbehälter durch eine Sonde überwacht und bei Absinken unter ein vorbestimmtes
Niveau aufgefüllt wird. So ist sichergestellt, dass in dem Füllstoffbehälter stets
eine ausreichende Menge Füllstoff für das Befüllen von Hohlräumen in Gegenständen
vorgehalten wird.
[0013] Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird der Füllstoffbehälter zum Einfüllen
des Füllstoffs in den wenigstens einen Hohlraum mittels einer Verschiebeeinrichtung
über den wenigstens einen Gegenstand verfahren und wird nach dem Einfüllen des Füllstoffs
wieder von dem wenigstens einen Hohlraum aufweisenden Gegenstand entfernt, wodurch
ein Stempel über den wenigstens einen Gegenstand verfahren wird. Das Befüllen und
Verdichten erfolgt dabei in zwei aufeinanderfolgenden Schritten, wobei das jeweils
erforderliche Werkzeug - der Füllstoffbehälter und der Stempel - nacheinander über
den oder die Gegenstände mit dem wenigstens einen Hohlraum verfahren werden.
[0014] Ein Arbeitstakt dauert bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zwischen 10 und 60 Sekunden,
insbesondere zwischen 15 und 30 Sekunden. Bei dieser Frequenz ist ein hoher Durchsatz
von zu befüllenden Gegenständen und damit ein wirtschaftlicher Einsatz des Verfahrens
möglich.
[0015] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird weiter mit einer Füllstation der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass in der Füllstation eine Verdichtungsvorrichtung
zum druckbeaufschlagten Einfüllen von Füllstoff in den wenigstens einen Hohlraum vorgesehen
ist. Die Hohlräume aufweisenden Gegenstände, wie bspw. Hohlblocksteine oder dgl.,
werden einzeln oder in Gruppen auf Unterlagen, bspw. Unterlagspaletten, mittels der
Transportbahn im Arbeitstakt der Füllstation zugeführt. Durch das Einfüllen des Füllstoffs
unter Druck wird das Einfließen des Füllstoffes in die Hohlräume der zu befüllenden
Gegenstände erleichtert und gleichzeitig wird der Füllstoff verdichtet. Auf diese
Weise lässt sich vermeiden, dass durch eine unzureichende Befüllung der Hohlräume
Lunker oder dgl. entstehen oder die Hohlräume durch nachträgliches Absacken des Füllstoffes
nicht vollständig ausgefüllt sind. Vielmehr werden die Hohlräume der zu befüllenden
Gegenstände, also bspw. die Kammern eines Hohlblocksteins, bis zur Oberkante des Gegenstands
vollständig befüllt.
[0016] Die Verdichtungsvorrichtung kann durch wenigstens einen in dem Füllstoffbehälter
angeordneten Rotor mit an Tragarmen befestigten Einweisschaufeln gebildet sein, welche
den Füllstoff in Richtung zu dem wenigstens einen Hohlraum fördern. Der Füllstoff
wird dabei unter Druck in die Hohlräume, bspw. Kammern eines Hohlblocksteins, eingefüllt
und in diesen verdichtet.
[0017] Eine besonders vorteilhafte Bauweise der erfindungsgemäßen Füllstation sieht vor,
dass vertikal oberhalb der Transportbahn ein Matrizenblech lösbar angeordnet ist,
welches Öffnungen mit einer den Hohlräumen des wenigstens einen zu befüllenden Gegenstands
entsprechenden Lochverteilung aufweist, und dass durch jede Öffnung des Matrizenblechs
und/oder Abstandsbleche ein Kanal gebildet wird, dessen Querschnitt dem des zugeordneten
Hohlraums entspricht. In diesem Kanal wird zusätzlich zu dem infolge der Schwerkraft
in den Hohlraum eindringenden Füllstoff eine weitere Schicht Füllstoff aufgenommen,
die in den Hohlraum nachsacken kann. Durch diese zusätzliche Füllstoffmenge kann folglich
die Höhenreduzierung des Füllstoffs während des Verdichtungsvorgangs ausgeglichen
werden. Das Matrizenblech kann dabei aus Metall, Kunststoff oder einem anderen geeigneten
Material bestehen. Zur Veränderung der Dicke des Matrizenblechs und damit der Füllmenge
der Kanäle kann das Matrizenblech austauschbar in der Füllstation aufgenommen sein
oder durch mehrere Platten als Abstandsbleche gebildet sein.
[0018] Dabei kann die Verdichtungsvorrichtung einen Stempel mit Vorsprüngen in einer den
Hohlräumen des wenigstens einen zu befüllenden Gegenstands entsprechenden Verteilung
aufweisen. Die Vorsprünge des Stempels lassen sich mit definiertem Druck in die Kanäle
des Matrizenblechs absenken, um den darin aufgenommenen Füllstoff in die Hohlräume
zu pressen.
[0019] Vorzugsweise ist der Stempel mit einer Hub- und Senkeinrichtung zur Erzeugung eines
statischen oder verstellbaren Auflastdruckes auf den Füllstoff in den Hohlräumen gekoppelt.
Eine derartige Hub- und Senkeinrichtung kann bspw. eine hydraulische oder pneumatische
Kolbenanordnung oder ein Linearantrieb sein.
[0020] Nach einer Ausführungsform der Füllstation ist der Transportbahn ein Hubtisch zugeordnet,
auf dem die Unterlage mit dem wenigstens einen Gegenstand von der Transportbahn anhebbar
und vertikal unter dem Füllstoffbehälter positionierbar ist. Dabei werden die Gegenstände
von unten gegen das Matrizenblech angedrückt. Die Füllstation lässt sich auf diese
Weise in bestehende Fertigungslinien mit einer Transportbahn integrieren, indem der
Füllstoffbehälter oberhalb der Transportbahn angeordnet wird und im Arbeitstakt jeweils
eine Unterlage mit einem oder mehreren zu befüllenden Gegenständen durch den Hubtisch
an den Füllstoffbehälter herangeführt wird.
[0021] Wenn zusätzlich wenigstens ein Rüttler in den Hubtisch integriert ist, lässt sich
der Füllstoff gleichmäßiger in die Hohlräume einfüllen. Durch die Kombination des
Hubtisches mit dem wenigstens einen Rüttler wird sichergestellt, dass nicht nur während
des Befüllvorganges, sondern auch während der Verdichtung des Füllstoffs in den Hohlräumen
eine gleichmäßige Verteilung des Füllstoffs eintritt.
[0022] Vorzugsweise ist dem Füllstoffbehälter eine Sonde zum Messen des Niveaus des Füllstoffes
in dem Füllstoffbehälter zugeordnet. Auf diese Weise kann der Füllstand in dem Füllstoffbehälter
überwacht werden und neuer Füllstoff bei Bedarf diskontinuierlich zugeführt werden.
Bei dieser Ausgestaltung der Füllstation wird sichergestellt, dass nicht zu viel Füllstoff
in dem Füllstoffbehälter vorgehalten wird, so dass die Klebeemulsion nicht schon in
dem Füllstoffbehälter aushärtet, andererseits jedoch stets genügend Füllstoff zum
Befüllen der Hohlräume in dem Füllstoffbehälter vorgehalten wird.
[0023] Das Einfüllen und Verdichten des Füllstoffs kann taktweise in zwei Schritten erfolgen,
wenn der Füllstoffbehälter zwischen einer Befüllposition vertikal oberhalb des Matrizenblechs
und einer geschlossenen Position in einer Richtung quer zu der Transportrichtung der
Transportbahn verschiebbar ist. In seiner geschlossenen Position ist der Füllstoffbehälter
dabei durch ein Blech an seiner Unterseite verschlossen, auf dem er aufliegt. Durch
das Verschieben des Füllstoffbehälters in die Befüllposition wird dessen Unterseite
durch die Öffnungen in dem Matrizenblech geöffnet, so dass der Füllstoff in die Hohlräume
eintreten kann. In der geschlossenen Position des Füllstoffbehälters kann dann bspw.
ein Stempel den Füllstoff definiert verdichten.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Füllstation,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Füllstation nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine Füllstation nach einer weiteren Ausführungsform und
- Fig. 4
- in perspektivischer Ansicht einen befüllten Gegenstand.
[0026] In Fig. 1 ist eine Füllstation 1 zum Ausfüllen von Hohlräumen 2 in Gegenständen 3
dargestellt. Als Beispiel für derartige Gegenstände ist in Fig. 4 ein Hohlblockstein
3 aus Beton abgebildet, der mehrere schlitzförmige Kammern oder Hohlräume 2 aufweist.
[0027] Die Füllstation 1 ist vertikal oberhalb einer in Fig. 1 senkrecht zur Zeichenebene
verlaufenden Transportbahn 4 angeordnet, auf welcher hintereinander Unterlagspaletten
5, auf denen die zu befüllenden Gegenstände 3 angeordnet sind, befördert werden. Die
Transportbahn 4 kann dabei Bestandteil einer Fertigungsstraße zum Herstellen der zu
befüllenden Gegenstände, also bspw. eine Fertigungsstraße für Hohlblocksteine, sein.
In der Füllstation 1 ist vertikal unterhalb der Unterlage 5 ein Hubtisch 6 mit wenigstens
einem integrierten Rüttler 7 positioniert. Vertikal oberhalb der Unterlage 5 ist in
der Füllstation 1 ein Füllstoffbehälter 8 in Form eines Vorratsbunkers zur Aufnahme
von Füllstoff 9 angeordnet.
[0028] Der Füllstoffbehälter 8 ist ein seitlich und oben geschlossener, aber unten offener
Kasten, der auf Schienen 10 quer zu der Transportrichtung der Transportbahn 4 zwischen
einer geschlossenen Position und einer in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Befüllposition
verfahrbar ist. In seiner geschlossenen Position ist der Füllstoffbehälter 8 in Fig.
1 nach links über ein ortsfestes Verschlussblech 11 verschoben, so dass die geöffnete
Unterseite des Füllstoffbehälters 8 durch das Verschlussblech 11 abgedichtet ist.
In Fig. 1 ist schematisch ein Antrieb 12 zur Bewegung des Füllstoffbehälters 8 zwischen
seiner geschlossenen Position und der Befüllposition gezeigt.
[0029] In einer Ebene mit dem Verschlussblech 11 ist an dieses anschließend oberhalb der
Transportbahn 4 ein Matrizenblech 13 aus Metall, Kunststoff oder dgl. lösbar in der
Füllstation 1 befestigt. Das Matrizenblech 13 weist dabei entsprechend der Querschnittsform
und der Anzahl der Hohlräume 2 in den zu befüllenden Gegenständen 3 Öffnungen 14 auf.
Das Matrizenblech 13 hat dabei eine so große Höhe, dass die Öffnungen 14 darin Kanäle
bilden, welche in die Hohlräume 2 in den zu befüllenden Gegenständen 3 münden.
[0030] In dem Füllstoffbehälter 8 ist, wie in Fig. 2 angedeutet, ein Rotor 15 mit drei Tragarmen,
an denen jeweils eine Einweisschaufel 16 befestigt ist, zur gleichmäßigen Verteilung
des Füllstoffes 9 angeordnet. Die Einweisschaufeln 16 fördern den Füllstoff 9 dabei
in Richtung des Matrizenblechs 13 und pressen ihn durch die Öffnungen 14 in die Hohlräume
2 ein.
[0031] Die Ausführungsform nach Fig. 3 unterscheidet sich von der beschriebenen Füllstation
1 darin, dass in dem Füllstoffbehälter 8 zwei Rotoren 15 angeordnet sind. Dies ermöglicht
es, dass die Einweisschaufeln 16 eine größere Fläche überstreichen, ohne dass die
Breite des Füllstoffbehälters 8 zunimmt. Der Füllstoff 9 kann somit besser in die
Kanäle des Matrizenblechs 13 gepresst werden.
[0032] Über eine in Fig. 1 an der Oberseite des Füllstoffbehälters 8 angeordnete Sonde 17
wird das Niveau des Füllstoffes 9 in dem Füllstoffbehälter 8 überwacht. Bei Unterschreiten
eines Mindestniveaus von Füllstoff 9 in dem Füllstoffbehälter 8 kann dem Füllstoffbehälter
8, wie durch den Pfeil in Fig. 1 angedeutet, Füllstoff 9 zugeführt werden.
[0033] Auf der in den Figuren 1 bis 3 rechten Seite ist ein Stempel 18 schematisch dargestellt,
der mehrere Vorsprünge 19 mit einer den Hohlräumen 2 und den Öffnungen 14 des Matrizenblechs
13 entsprechenden Verteilung aufweist. Mittels einer Hub- und Senkeinrichtung 20 können
die Vorsprünge 19 mit definiertem Druck abgesenkt oder wieder angehoben werden. Der
Stempel 18 ist gemeinsam mit der Hub- und Senkeinrichtung 20 in einer Ebene oberhalb
des Matrizenblechs 13 verschiebbar, so dass die Vorsprünge 19 in die Kanäle des Matrizenblechs
13 eingeführt werden können, wenn der Füllstoffbehälter 8 in seine geschlossene Position
verschoben ist.
[0034] Im Folgenden wird das Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen 2 in Gegenständen 3,
wie bspw. Hohlblocksteinen aus Beton, erläutert. Nach dem Formen und Aushärten der
Gegenstände 3 in einer nicht dargestellten Fertigungsstraße werden diese einzeln oder,
wie in Fig. 1 dargestellt, in Gruppen auf der Unterlage 5 mittels der Transportbahn
4 der Füllstation 1 zugeführt. Sobald eine Unterlage 5 mit einem oder mehreren Gegenständen
3 durch die Transportbahn 4 unterhalb des Matrizenblechs 13 positioniert ist, wird
die Unterlage 5 durch den Hubtisch 6 in vertikaler Richtung nach oben bewegt, so dass
die Oberseite der zu befüllenden Gegenstände 3 an dem Matrizenblech 13 anliegt. Die
Öffnungen 14 in dem Matrizenblech 13 liegen dabei deckungsgleich über den Hohlräumen
2 in den zu befüllenden Gegenständen 3.
[0035] Durch den Antrieb 12 wird nun der Füllstoffbehälter 8, in horizontaler Richtung in
seine in den Figuren 1 bis 3 gezeigte Befüllposition bewegt. Der in dem Füllstoffbehälter
8 vorgehaltene Füllstoff 9, bspw. ein Gemisch aus einem leichten, granulatartigen
Mineralstoff mit einer Klebeemulsion, tritt durch die Öffnungen 14 des Matrizenblechs
13 in die Hohlräume 2 der zu befüllenden Gegenstände 3 ein. Der Rotor 15 erzeugt dabei
mit den Einweisschaufeln 16 einen Druck, der den Füllstoff 9 in die Hohlräume 2 presst.
Durch den Rüttler 7 wird die Unterlage 5 mit den darauf angeordneten Gegenständen
3 in Vibration versetzt, so dass das Einfüllen des Füllstoffes 9 in die Hohlräume
2 erleichtert wird und der Füllstoff 9 gleichzeitig in den Hohlräumen 2 vorverdichtet
wird.
[0036] Nachdem die Hohlräume 2 in den zu befüllenden Gegenständen 3 sowie die Kanäle in
dem Matrizenblech 13 vollständig mit Füllstoff 9 ausgefüllt sind, wird der Füllstoffbehälter
8 durch dessen Antrieb 12 in horizontaler Richtung in seine geschlossene Position
zurückbewegt. Gleichzeitig wird der Stempel 18 über das Matrizenblech 13 verfahren
und die Vorsprünge 19 mittels der Hub- und Senkeinrichtung in die durch die Öffnungen
14 gebildeten Kanäle gepresst, wobei auch der wenigstens eine Rüttler 7 betätigt werden
kann. Dadurch wird der Füllstoff 9 in den Hohlräumen 2 durch die zusätzliche Füllstoffmenge
aus den Kanälen definiert verdichtet. Über eine Variation der Dicke des Matrizenblechs
13 lässt sich so der Verdichtungsgrad regulieren.
[0037] Der Hubtisch 6 senkt nun die Unterlage 5 mit den darauf angeordneten befüllten Gegenständen
3 wieder auf die Transportbahn 4 ab, mittels der die Unterlage 5 mit den befüllten
Gegenständen 3 aus der Befüllstation 1 ausgetragen wird, während gleichzeitig eine
neue Unterlage 5 mit zu befüllenden Gegenständen 3 in die Füllstation 1 eingebracht
wird.
[0038] Die Konsistenz des Füllstoffes 9 in dem Füllstoffbehälter 8 wird dabei mittels des
Rotors 15 gleichmäßig gehalten. Das Absinken des Füllstoffniveaus in dem Füllstoffbehälter
8, wird bei Unterschreiten eines voreinstellbaren Niveaus durch die Sonde 17 erfasst
und dem Füllstoffbehälter 8 kann frischer Füllstoff 9 zugeführt werden.
[0039] Nach diesem Verfahren kann der Füllstoff 9 gleichmäßig und in besonders kurzer Zeit
in die Hohlräume 2 der zu befüllenden Gegenstände 3 eingebracht werden, da die Vibration
des wenigstens einen Rüttlers 7 sowie der durch den Rotor 15 erzeugte Druck das Ausfüllen
der Hohlräume 2 mit Füllstoff 9 erleichtert. In Abhängigkeit der Viskosität des Füllstoffes
9 und der Größe der Hohlräume 2 in den zu befüllenden Gegenständen 3 kann ein Arbeitstakt
bspw. zwischen 10 und 60 Sekunden, insbesondere zwischen 15 und 30 Sekunden, dauern.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Füllstation
- 2
- Hohlraum
- 3
- zu befüllender Gegenstand
- 4
- Transportbahn
- 5
- Unterlage
- 6
- Hubtisch
- 7
- Rüttler
- 8
- Füllstoffbehälter
- 9
- Füllstoff
- 10
- Schiene
- 11
- Verschlussblech
- 12
- Antrieb
- 13
- Matrizenblech
- 14
- Öffnung/Kanal
- 15
- Rotor
- 16
- Einweisschaufel
- 17
- Sonde
- 18
- Stempel
- 19
- Vorsprung
- 20
- Hub- und Senkeinrichtung
1. Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen in Gegenständen, insbesondere zum automatischen
Hohlraumausfüllen von Hohlblocksteinen aus Beton oder dgl., mit einem Füllstoff, welches
folgende Schritte aufweist:
a) Zuführen wenigstens eines einen Hohlraum (2) aufweisenden Gegenstandes (3) zu einer
Füllstation (1) mittels einer Transportbahn (4),
b) Positionieren des wenigstens einen Gegenstandes (3) vertikal unterhalb eines Füllstoffbehälters
(8) mittels einer Relativbewegung des wenigstens einen Gegenstands (3) und des Füllstoffbehälters
(8) zueinander,
c) Einfüllen des Füllstoffes (9) in wenigstens einen Hohlraum (2) des wenigstens einen
Gegenstandes (3) unter gleichzeitigem Rütteln des wenigstens einen Gegenstands (3)
und
d) Ausbringen des wenigstens einen befüllten Gegenstandes (3) aus der Füllstation
(1) mittels der Transportbahnen (4),
dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff (9) zusätzlich zu dem Rütteln während des Einfüllens in den wenigstens
einen Hohlraum (2) und/oder daran anschließend durch Beaufschlagung mit Druck verdichtet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff (9) mittels Schaufeln (16) eines in dem Füllstoffbehälter (8) positionierten
Rotors (15) unter Druck in den wenigstens einen Hohlraum (2) eingefüllt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff (9) in dem wenigstens einen Hohlraum (2) mittels eines Stempels (18)
oder dgl., ggf. unter gleichzeitigem Rütteln, komprimiert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Arbeitstakt mehrere Hohlräume (2) aufweisende Gegenstände (3) gleichzeitig
befüllt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Gegenstand (3) zum Positionieren unterhalb des Füllstoffbehälters
(8) mittels eines Hubtisches (6) von der Transportbahn (4) vertikal nach oben angehoben
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Niveau des Füllstoffes (9) in dem Füllstoffbehälter (8) durch eine Sonde (17)
überwacht und bei Absinken unter ein vorbestimmtes Niveau aufgefüllt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoffbehälter (8) zum Einfüllen des Füllstoffs (9) in den wenigstens einen
Hohlraum (2) mittels einer Verschiebeeinrichtung (10, 12) über den wenigstens einen
Gegenstand (3) verfahren wird und nach dem Einfüllen des Füllstoffs (2) wieder von
dem wenigstens einen Hohlraum (2) aufweisenden Gegenstand (3) entfernt wird, wodurch
ein Stempel (18) über den wenigstens einen Gegenstand (3) verfahren wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Arbeitstakt zwischen 10 und 60 Sekunden, insbesondere zwischen 15 und 30 Sekunden
dauert.
9. Füllstation zum Ausfüllen von Hohlräumen in Gegenständen, insbesondere zum automatischen
Hohlraumausfüllen von Hohlblocksteinen aus Beton oder dgl. nach einem Verfahren gemäß
einem der vorhergegangenen Ansprüche, mit einem Füllstoffbehälter (8), insbesondere
einem Vorratsbunker, und einer Transportbahn (4) zur Beförderung von Unterlagen (5),
auf welchen jeweils wenigstens ein Gegenstand (3) aufliegt, gekennzeichnet durch eine Verdichtungsvorrichtung (15, 16; 18, 19, 20) zum Einfüllen von Füllstoff (9)
in den wenigstens einen Hohlraum (2) unter Druck.
10. Füllstation nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtungsvorrichtung wenigstens einen in dem Füllstoffbehälter (8) angeordneten
Rotor (15) mit an wenigstens einem Tragarm befestigten Einweisschaufeln (16) aufweist,
welche den Füllstoff (9) in Richtung zu dem wenigstens einen Hohlraum (2) fördern.
11. Füllstation nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass vertikal oberhalb der Transportbahn (4) ein Matrizenblech (13) lösbar angeordnet
ist, welches Öffnungen (14) mit einer den Hohlräumen (2) des wenigstens einen zu befüllenden
Gegenstands (3) entsprechenden Lochverteilung aufweist, und dass durch jede Öffnung
(14) des Matrizenblechs (13) und/oder Abstandsbleche ein Kanal gebildet wird, dessen
Querschnitt dem des zugeordneten Hohlraums (2) entspricht.
12. Füllstation nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtungsvorrichtung einen Stempel (18) mit Vorsprüngen (19) in einer den
Hohlräumen (2) des wenigstens einen zu befüllenden Gegenstands (3) entsprechenden
Verteilung aufweist.
13. Füllstation nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (18) mit einer Hub- und Senkeinrichtung (20) zur Erzeugung eines statischen
oder verstellbaren Auflastdruckes auf den Füllstoff (9) in den Hohlräumen (2) gekoppelt
ist.
14. Füllstation nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportbahn (4) ein Hubtisch (6) zugeordnet ist, auf dem die Unterlage (5)
mit dem wenigstens einen Gegenstand (3) von der Transportbahn (4) anhebbar und vertikal
unter dem Füllstoffbehälter (8) positionierbar ist.
15. Füllstation nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Rüttler (7) in den Hubtisch (6) integriert ist.
16. Füllstation nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass dem Füllstoffbehälter (8) eine Sonde (17) zum Messen des Niveaus des Füllstoffes
(9) in dem Füllstoffbehälter (8) zugeordnet ist.
17. Füllstation nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoffbehälter (8) zwischen einer Befüllposition vertikal oberhalb des Matrizenblechs
(13) und einer geschlossenen Position in einer Richtung quer zu der Transportrichtung
der Transportbahn (4) verschiebbar ist.