[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuerung für Rotationsdruckmaschinen in Aggregatbauweise
mit dezentralen Antrieben gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruches.
Jedes Aggregat einer Rotationsdruckmaschine mit dezentralen Antrieben stellt eine
abgrenzbare Bau- und Funktionseinheit mit lokaler (dezentraler) Steuerung und eigenen
lokalen (dezentralen ) Antrieben dar, die aggregatübergreifend von einem Leitrechner
im Zusammenwirken mit einer zentralen Maschinensteuerung synchronisiert werden.
[0002] Die Steuerung von Rotationsdruckmaschinen läuft im Allgemeinen hierarchisch in mindestens
zwei Steuerungsebenen ab: in der Aggregatsteuerung und in der untergeordneten Antriebssteuerung.
[0003] Zur dezentralen Steuerung der einzelnen Funktionen innerhalb eines Aggregates sind
in jedem Aggregat zwei Aggregatsteuerungseinheiten angeordnet. Mit der ersten Steuerungseinheit
werden die wesentlichen Aggregatfunktionen, Sicherheits- und Arbeitsschutzfunktionen
realisiert, die zweite Steuerungseinheit dient der redundanten Steuerung und Überwachung
der Schutz- und Sicherheitsfunktionen, in dem sie die erste Steuerungseinheit auf
richtige Verarbeitung der Schutz- und Sicherheitssignale kontrolliert . Für beide
Aggregatsteuerungseinheiten werden programmierbare Steuerungen (SPS) verwendet.
[0004] Zur redundanten Steuerung und Überwachung von Sicherheitsfunktionen sind verschiedene
Konzepte Stand der Technik. In der EP 1031 420 A1 wird ein Überwachungssystem für
sicherheitsrelevante Vorgänge an Stell- und Antriebselementen beschrieben, das mittels
Sicherheitseingabeeinrichtungen sicherheitsrelevante Zustände dezentral am Ort der
Entstehung erfasst und an zusätzliche dezentrale Sicherheitsüberwachungssteuerungen
weiterleitet, die diesen Stell- und Antriebselementen zugeordnet sein können.
Aus der DE 19529430 ist bekannt, die Antriebssteuerung durch Fehleranalysefunktionen
zu erweitern. In dieser Schrift wird ein zum Antriebssystem gehörendes Sicherheitsmodul
beschrieben, das zur Fehlererkennung und -diagnose für alle zum Antriebssystem gehörenden
Funktionen (z. B. Geberausfall, überhöhter Motorstrom, Kollisionsbetrachtungen) dient.
[0005] Zur taktweisen synchronen Steuerung der für Rotationsdruckmaschinen charakteristischen
drehwinkelabhängigen Aggregatfunktionen (Druckschaltung, Bogenführung) sind Winkelverarbeitungseinheiten
(elektronische Nockenschaltwerke) Bestandteil der zentralen Maschinensteuerung, die
die Signale von separaten zentralen oder dezentralen Drehwinkelgebern zu binären Schaltfunktionen
verarbeiten.
[0006] Dezentrale Antriebe oder Einzelantriebe und Verfahren zu deren Synchronisierung sind
nach dem heutigen Stand der Technik allgemein bekannt (z.B. DE 19626287). Ein solcher
Antrieb besteht im Wesentlichen aus einem Motor mit Antriebsregler, einem mit der
Antriebswelle verbunden hochauflösenden Drehwinkelgeber und einer programmierbaren
elektronischen Antriebssteuereinheit.
[0007] Die Antriebssteuereinheiten sind wiederum SPS, die alle unmittelbar für den Antrieb
notwendigen Steuerfunktionen, wie z. B. Hochlauf- und Bremsrampen oder Lageregelung
der Antriebswelle des Motors nach einer vorgegebenen Funktion (virtuelle Leitachse,
Folgeachsensteuerung) ausführen.
[0008] Aggregatsteuerungseinheiten und Antriebssteuereinheiten kommunizieren über Bussysteme
oder Netzwerke und sind der zentralen Maschinensteuerung sowie dem Leitrechner untergeordnet.
Nachteilig an dieser Steuerungsarchitektur ist der hohe Aufwand an Steuerungseinheiten
und Drehwinkelgebern.
[0009] Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Steuerungssysteme
kostensparend zu vereinfachen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Steuerung mit den Merkmalen des ersten Anspruches gelöst.
Zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0011] Die dezentralen Antriebe müssen hohen Anforderungen hinsichtlich Geschwindigkeitskonstanz
oder Positionsgenauigkeit genügen und besitzen deshalb leistungsfähige Antriebssteuereinheiten.
Die Erfindung nutzt nun die in den Antriebssteuereinheiten stets vorhandenen Kapazitätsreserven,
um die Funktionen der Aggregatsteuerung, die über die unmittelbaren Antriebsfunktionen
hinausgehen, zusätzlich in den Antriebssteuereinheiten zu implementieren und damit
den Hardwareaufwand zu senken und Signallaufzeiten zu minimieren.
[0012] Weiterhin bietet die hohe Genauigkeit der dezentralen Drehwinkelgeber in den dezentralen
Antrieben die Möglichkeit, die separaten Drehwinkelgeber der zentralen Maschinensteuerung
einzusparen und die Taktsteuerung der Aggregate auf der Basis der in den dezentralen
Antriebssteuerungen selbst gebildeten Taktsignale zu realisieren.
Durch die dezentrale Aufteilung der winkelverarbeitenden Funktionen, die direkt den
einzelnen, diese Funktionen ausführenden Aggregaten und ihren Steuerungseinheiten
zugeordnet werden, ergeben sich die bekannten Vorteile dezentraler verteilter Steuerungsfunktionen:
Reduzierter Verdrahtungsaufwand, übersichtliche Strukturierung der Steuerungsfunktionen,
Einsparung von Kommunikationszeiten usw.
[0013] Für die Ausführung von Maschinen- und Arbeitsschutzfunktionen sind aus Gründen der
Funktionssicherheit (Redundanz) jeweils zwei parallelarbeitende Steuereinheiten vorgesehen.
Durch die Einbeziehung der Aggregatsteuerung in die Antriebssteuereinheiten entfällt
der Einbau einer zweiten Aggregatsteuereinheit nur für redundante Sicherungsfunktionen.
[0014] Im Folgenden werden Beispiele für die erfindungsgemäßen Ausführungsformen der Erfindung
dargestellt.
[0015] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- die Hierarchie bekannter Maschinensteuerungen und die erfindungsgemäße Hierarchie
in einem Abschnitt einer Rotationsdruckmaschine
- Fig.2
- einen Ausschnitt einer Steuerung einer Rotationsdruckmaschine mit zwei dezentralen
Antrieben
- Fig.3
- die Steuerung mit zwei dezentralen Antrieben mit separaten Signalein- und ausgangsmodulen,
- Fig.4
- die Steuerung mit 2 dezentralen Antrieben je Aggregat für die redundante Ausführung
von Sicherheitsfunktionen.
[0016] In der Fig. 1a ist ein Abschnitt einer bekannten Steuerung einer Rotationsdruckmaschine,
der zwei Druckwerke DW1,DW2 mit je zwei dezentralen Antrieben 5 umfasst, dargestellt.
Der übergeordnete Leitrechner 1 ist über ein bekanntes Bussystem 2 mit jeweils zwei
Aggregatsteuereinheiten 4 in den einzelnen Druckmaschinenaggregaten verbunden. Die
Aggregatsteuereinheiten 4.1,4.2 eines Aggregates sind untereinander mit Busleitungen
3 gekoppelt. Die Bussysteme 2 und 3 können sich voneinander unterscheiden, aber auch
ein gemeinsames Bussystem bilden. Die jeweils erste Aggregatsteuereinheit 4.1 sei
beispielsweise mit zwei untergeordneten Antriebssteuereinheiten 6.1,6.2 von zwei dezentralen
Antrieben 5.1,5.2 in diesem Druckwerk verbunden (z.B. ein Antrieb für die bogenführenden
Zylinder und ein separater Antrieb für den Platten-, Gummi- und/oder einen oder mehrere
der Farbwerkszylinder). Durch die vollständige Integration der Funktionen der nach
dem Stand der Technik den Antrieben übergeordneten Aggregatsteuerungen 4 in die Antriebssteuereinheiten
6 werden die bisher für die Aggregatsteuerung vorgesehenen SPS nicht mehr benötigt.
Damit entfällt eine Steuerungsebene, so dass die Signalwege und Reaktionszeiten wesentlich
verkürzt werden (Fig. 1b).
[0017] Jede Antriebssteuereinheit 6 umfasst eine SPS für die aggregatspezifische Antriebssteuerung
(z. B. für Hochlauf und Bremsrampen), einen Antriebsregler, einen Leistungselektronikteil
und Ein- und Ausgänge für die Steuerungssignale. Die SPS der Antriebssteuerung weist
die für die Kommunikation erforderlichen Signal- und Busein- und -ausgänge E,A auf
(Fig. 2).
[0018] Den Antriebssteuereinheiten 6 ist jeweils ein Antriebsmotor 8 zugeordnet. Im Motor
8 integriert oder auf der vom Motor 8 angetriebenen Welle ist ein Drehwinkelgeber
9 angeordnet, der die Lageinformationen über die angetriebene Baugruppe der Antriebssteuerung
übermittelt.
[0019] In der Antriebssteuereinheit 6 werden die Drehwinkelsignale zunächst in bekannter
Weise zur Lageregelung des Antriebsmotors 8 genutzt. Die an dezentralen Antrieben
eingesetzten Drehwinkelgeber 9 besitzen aber bereits die sehr hohe Auflösung von Drehwinkelgebern
für die zentrale Taktsteuerung und Synchronisierung der Druckmaschinenaggregate. Der
Erfindungsgegenstand beinhaltet deshalb, die nach dem Stand der Technik von einer
separaten Winkelverarbeitungseinheit 7 (elektronisches Nockenschaltwerk) innerhalb
der zentralen Maschinensteuerung für die Aggregatsteuerung in den einzelnen Aggregaten
benötigten Taktsignale direkt vor Ort von der dezentralen Antriebssteuerung bilden
zu lassen. Dazu ist lediglich ein Programmmodul zur frei programmierbaren Winkelverarbeitung
in die Antriebssteuereinheiten 6 aufzunehmen. Durch die Erweiterung des Funktionsumfanges
der Antriebssteuereinheiten 6 mit einem Modul zur Winkelsignalverarbeitung 7 können
die drehwinkelabhängigen Steuersignale (Taktsignale) für die Taktsteuerung der Aggregatfunktionen
direkt von der Antriebssteuerung des jeweiligen Aggregates zur Verfügung gestellt
werden. Somit ist keine zusätzliche Hardware für die zentrale Winkelerfassung und
-verarbeitung notwendig.
[0020] Eine weitere Anwendung des Erfindungsgedankens führt zur Integration der sonst in
der im Leitrechner 1 implementierten Synchronisierungsfunktionen von Antrieben innerhalb
eines Aggregates und/oder aggregatübergreifend in die Antriebssteuereinheiten 6 der
zu synchronisierenden Antriebsmotoren 8 bzw. Aggregate DW1,DW2, so dass die Antriebssteuereinheiten
6.11,6.12,6.21 ein Antriebsregelungssystem bilden. Die dazu erforderlichen hochauflösenden
Drehwinkelgeber 9 sind bereits in den dezentralen Antrieben 5 vorhanden. Die zu synchronisierenden
Antriebssteuereinheiten 6 sind über das Bussystem 2, welches die Synchronisierungssignale
überträgt, untereinander und mit dem Leitrechner 1 verbunden, der nur noch Teilfunktionen
entsprechend der Regelungsaufgabe (z.B. Vorgabe der virtuellen Leitachse) ausführt.
Neben einer Entlastung der zentralen Maschinensteuerung sind kürzere Übertragungswege,
dadurch geringere Reaktionszeiten und damit ein verbessertes Regelungsverhalten und
letztendlich eine Verbesserung der Synchronität der Antriebe zu erreichen.
[0021] Zur Ausführung zusätzlicher dezentraler Aggregatsteuerungsfunktionen durch die Antriebssteuereinheiten
6 ist es vorteilhaft, die zur Überwachung und Steuerung notwendigen Signale auf kürzestem
Wege am Ort ihres Entstehens zu erfassen bzw. auszugeben. Dies kann durch separate,
vor Ort angeordnete Ein- und Ausgangsmodule 10,11 erfolgen, die dazu über ein die
Zustands- und Steuersignale übermittelndes Bussystem 3 mit den diese Signale verarbeitenden
Antriebssteuereinheiten 6 verbunden sind (Fig. 3). Auf diesem Wege ist eine einfache
Erweiterung der Funktionalität der Antriebssteuereinheiten 6 durch Ankopplung mehrerer
Ein- und Ausgabemodule 10,11 entsprechend der Anzahl auszuführender Aggregatsteuerfunktionen
möglich.
[0022] Eine weitere Erweiterung des Funktionsumfanges der Antriebssteuereinheiten 6 mit
Steuerungsfunktionen, die nicht unmittelbare Antriebsfunktionen sind, bilden die Sicherheitsfunktionen,
wie z. B. die Überwachung und Ausführung von Arbeitsschutzfunktionen. Die sicherheitsrelevanten
Zustände müssen an zwei unabhängigen Eingängen eingelesen und unabhängig voneinander
in voneinander unabhängigen Sicherheitsmodulen verarbeitet werden. Zur Sicherung der
geforderten Redundanz sind jeweils doppelte Sicherheitskontakte an den Schutzschaltern
für die Auslösung der sicherheitsrelevanten Signale, getrennte Signaleingänge und
2 unabhängige, Sicherheitssignale verarbeitende Sicherheitsmodule in getrennten Steuerungseinheiten
für die parallele Verarbeitung der Sicherheitssignale notwendig. Der sicherheitsrelevante
Vorgang wird bereits dann ausgelöst, wenn in nur einem Modul - entweder im Sicherheitsmodul
oder im redundanten Sicherheitsüberwachungsmodul - eine Auslösung eines Sicherheitskontaktes
erkannt wird. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass im Falle einer Störung
in der Sicherheitssignalverarbeitung das redundante Funktionsmodul die Sicherheitsfunktion
über den zweiten Sicherheitskontakt auslöst. Zusätzlich werden die Signalzustände
der Sicherheitskontakte und der gebildeten Ausgangssignale beider Sicherheitsmodule
vom Sicherheitsüberwachungsmodul auf Gleichheit überwacht und bei Ungleichheit wird
eine Störungsmeldung ausgegeben.
Bei einer Rotationsdruckmaschine mit zwei Antrieben 5.11,5.12 pro Druckwerk DW1 (z.B.
Übergabeeinheit und Druckzylinder jeweils separat angetrieben) sind pro Aggregat zwei
Antriebssteuereinheiten 6.11,6.12 vorhanden, die jeweils eines der Sicherheitsmodule
13,13.S zur Realisierung der redundanten Sicherheitsfunktionen aufweisen. Aber auch
bei nur einem dezentralen Antrieb je Aggregat kann die redundante Sicherheitssignalverarbeitung
gesichert werden, indem zwei dezentrale Steuerungseinheiten 6.11,6.21 aus verschiedenen
Aggregaten DW1,DW2 bei der Sicherheitssignalverarbeitung parallel arbeiten (Fig. 4).
Jedem Sicherheitsmodul 13,13.S sind jeweils ein oder mehrere Sicherheitssignaleingangsmodule
10.S mittels Sicherheitsbusleitungen 3.S zugeordnet.
Das jeweilige Sicherheitssignaleingangsmodul 10.S liest die Zustände der Notaustaster,
Endschalter, Temperaturfühler o.ä. 12 ein und übermittelt diese über ein sicherheitsgerichtetes
Bussystem 3.S an das zuständige Sicherheitsmodul 13 in einer Antriebssteuereinheit
6. Parallel zum ersten Sicherheitssignal wird das redundante Sicherheitssignal an
einen zweiten, vom ersten Eingang unabhängigen Sicherheitssignaleingang E.S in einem
zweiten Sicherheitssignaleingangsmodul 10.S geleitet und im Sicherheitsüberwachungsmodul
13.S verarbeitet. Sobald mindestens einer der beiden Sicherheitskontakte 12 auslöst,
wird somit die für den jeweiligen Störfall vorgesehene Sicherheitsfunktion aktiviert,
indem von einem der beiden oder von beiden Sicherheitsmodulen 13,13.S die entsprechenden
Signalausgänge A aktiviert werden. Dabei werden die jeweils ersten Sicherheitskontakte
12 und das erste Sicherheitsmodul 13 vom zweiten Sicherheitsüberwachungsmodul 13.S
auf ordnungsgemäße Funktion kontrolliert durch Vergleich mit den Schutzkontakteingangszuständen
E.S und den vom Sicherheitsmodul gebildeten Ausgangssignalen A. Sollten Abweichungen
in den Signalzuständen E.S oder in der Sicherheitssignalverarbeitung zwischen den
redundant arbeitenden Funktionsmodulen auftreten, indem nur ein Sicherheitskontakt
12 ausgelöst wird oder einer der beiden Busse 3.S ausfällt oder ein Sicherheitsmodul
13, 13.S fehlerhaft arbeiten, erfolgt die Ausgabe einer Fehlermeldung an den Leitrechner
1 und/oder die zwangsweise Überführung der Druckmaschine in einen sicheren Zustand.
[0023] Eine weitere Ausbildung des Erfindungsgegenstandes ist auf die Erhöhung der Signalübertragungsgeschwindigkeit
zwischen der zentralen Maschinensteuerung, den Antriebssteuereinheiten und den Signalein-
und -ausgangsmodulen gerichtet, indem die Signalübertragung auf optischem Wege, z.B.
mittels Lichtleiter, erfolgt. Damit verbunden ist eine vorteilhafte Unempfindlichkeit
der Bussysteme 2,3 gegenüber EMV-Störeinflüssen.
[0024] Die erfindungsgemäße Steuerungsstruktur ist auch mit den in peripheren Zusatzantrieben
vorhandenen Antriebssteuereinheiten, die nicht unmittelbar zu den Druckmaschinenaggregaten
gehören, umsetzbar, sofern sie über die benötigten Leistungsreserven - vergleichbar
mit den in den Druckwerken DW1 ,DW2 vorhandenen dezentralen Antriebssteuereinheiten
6 - verfügen.
Bezugszeichen
[0025]
- 1
- Leitrechner
- 2
- Bussystem
- 3
- Busleitungen
- 3.S
- Sicherheitsbus
- 4
- Aggregatsteuerung
- 5
- dezentraler Antrieb
- 6
- Antriebssteuereinheit
- 7
- elektronisches Nockenschaltwerk
- 8
- Antriebsmotor
- 9
- Drehwinkelgeber
- 10
- Signaleingangsmodul
- 10.S
- Sicherheitssignaleingangsmodul
- 11
- Signalausgangsmodul
- 12
- Sicherheits-/Schutzkontakt
- 13
- Sicherheitsmodul
- 13.S
- Sicherheitsüberwachungsmodul
- A
- Signalausgänge
- DW1
- Druckwerk 1
- DW2
- Druckwerk 2
- E
- Signaleingänge
- E.S
- Sicherheitssignaleingang
1. Steuerung für Rotationsdruckmaschinen in Aggregatbauweise
- mit dezentralen Antrieben in den Aggregaten (DW1 ,DW2), bestehend aus mindestens
einem Antriebsmotor (8), einem Drehwinkelgeber (9), einer elektronischen Antriebssteuereinheit
(6) und Signalein- und -ausgängen (E,A),
- mit einem Leitrechner (1) und
- mit die Steuerungskomponenten und Antriebssteuereinheiten (6) untereinander verbindenden
Bussystemen (2) oder Netzwerken,
dadurch gekennzeichnet,
dass in den Antriebssteuereinheiten (6) der dezentralen Antriebe (5) frei programmierbare
Funktionsmodule implementiert sind, die im Zusammenwirken mit anderen Steuerungskomponenten
dezentrale Steuerungsfunktionen ausführen, welche keine unmittelbaren und lokalen
Antriebsfunktionen sind.
2. Steuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Antriebssteuereinheiten (6) Lage abhängige Signale des im dezentralen Antrieb
(5) integrierten Drehwinkelgebers (9) verarbeitende und daraus Drehwinkel abhängige
Steuersignale bildende Funktionsmodule implementiert sind, die die Drehwinkel abhängige
Taktsteuerung der Aggregate (DW1,DW2) übernehmen.
3. Steuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Antriebssteuereinheiten (6) Funktionsmodule zur Synchronisierung mehrerer
dezentraler Antriebe (5) implementiert sind, die ein Antriebsregelungssystem bilden.
4. Steuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Antriebssteuereinheiten (6) Funktionsmodule zur Synchronisierung mehrerer
Aggregate (DW1 ,DW2) mittels Leitrechner (1) implementiert sind und die Funktionsmodule
dazu über ein auch die Synchronisierungssignale übertragendes Bussystem (2) mit dem
zentrale Maschinensteuerungsfunktionen ausführenden Leitrechner (1) verbunden sind.
5. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass den Antriebssteuereinheiten (6) separate Signaleingangs- und Signalausgabemodule
(10,11) für Steuerungssignale vorgeordnet sind, die mittels Bussystem (6) mit den
Antriebssteuereinheiten (6) gekoppelt sind.
6. Steuerung nach Anspruch 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in jeweils zwei Antriebssteuereinheiten, die sich in einem Aggregat (6.11,6.12)
oder in zwei verschiedenen Aggregaten (6.11,6.21) befinden, Funktionsmodule zur redundanten
Ausführung von Sicherheitsfunktionen implementiert sind, wobei das jeweils erste Funktionsmodul
(13) die Sicherheitssignale verarbeitet und die vorgesehene Sicherheitsfunktion auslöst
und das jeweils zweite Funktionsmodul (13.S) das jeweils erste Funktionsmodul (13)
auf richtige Signalverarbeitung kontrolliert und im Störungsfall anstelle des ersten
Funktionsmoduls (13) die Sicherheitsfunktion auslöst,
- den Sicherheitssignale verarbeitenden Funktionsmodulen (13,13.S) in den Antriebssteuereinheiten
(6) dazu separate Sicherheitssignaleingangsmodule (10.S) vorgeordnet sind,
- die Sicherheitssignaleingangsmodule (10.S) mittels Sicherheitsbusleitungen (3.S)
mit den Sicherheitssignaleingängen (E.S) der Antriebsteuereinheiten (6.11,6.12,6.21)
verbunden sind,
- die gemäß den implementierten Sicherheitsfunktionen zu verarbeitenden Sicherheitssignale
parallel auf die Sicherheitssignaleingänge (E.S) der jeweils ersten (6.11) und zweiten
Antriebssteuereinheit (6.12,6.21) geführt sind.
7. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalübertragung in den Bussystemen (2,3) optisch erfolgt.
8. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die dezentralen Antriebe (5) Zusatzantriebe von peripheren Aggregaten sind.