[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Bildübertragungsfolie
zur Übertragung eines Bildes von der Bildübertragungsfolie auf einen Bildträger nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 und eine nach dem Verfahren hergestellte Bildübertragungsfolie
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 4.
[0002] Der sogenannte Trockentransfer kennzeichnet sich dadurch, dass ein Bild von einer
Bildübertragungsfolie (folgend kurz Bildfolie) auf einen Bildträger (folgend kurz
Träger) übertragen wird. Dabei werden nicht die die bildliche, graphische oder sonstige
Darstellung bildenden Pigmentfarbstoffe als Haufwerke (folgend kurz Tonersubstrat
oder Substrat) als solche übertragen, sondern das Substrat wird mit der Bildfolie
übertragen, die anschliessend in auf dem Träger verbleibende Bildabschnitte und vom
Träger abgezogene Bildfolienreste vereinzelt wird. Dazu ist eine Bildfolie bekannt,
die in Form eines Laminates eine Tragschicht, eine auf die Tragschicht aufgebrachte
Schicht aus einem Klarlack, auf der Klarlackschicht Bildern entsprechende Tonersubstrat
und eine Tonersubstrat und Klarlackschicht abdeckende Schicht aus einem Klebstoff
umfasst. Dieses Laminat wird mit dem Träger über die Klebschicht, beispielsweise durch
Druck und Wärme in Eingriff gebracht. Bei diesem Vorgang bildet sich eine um den Umfang
der Fläche des Substrates umlaufende, senkrecht zur Klebschicht stehende Bruchstelle,
die sich in die Klarlackschicht fortsetzt. Die Bruchstelle bildet sich, weil das Tonersubstrat
mit abdeckender Klebschicht von dem Laminat aus Tragschicht, Klarlackschicht und Klarlackschicht
überziehender Klebschicht abragt. Die Adhäsion (Haftungskräfte) sind so eingestellt,
dass die Adhäsion zwischen der Klebschicht und dem Substrat und Klarlackschicht grösser
ist als die Adhäsion zwischen Klarlackschicht und Tragschicht. Nachdem die Bildfolie
mit dem Träger in Eingriff gebracht ist, folgt als nächster Fertigungsschritt die
Vereinzelung der auf dem Substrat aufgebrachten Bildfolie in Bildabschnitte und Bildfolienreste,
indem die Bildfolie wieder vom Träger abgezogen wird. Dabei löst sich die Bildfolie
entlang den Bruchstellen abreissend und aufgrund der Adhäsionsdifferenz die Tragschicht
sich von der Klarlackschicht über dem Substrat trennend ab, so dass auf dem Träger
von letzterem her gesehen, die Klebschicht, das Substrat und die das Substrat überdeckende
Klarlackschicht verbleibt, der Rest der Trägerfläche frei, d.h. unbedeckt von Bildfolie
ist. Dieser Trennungsvorgang, d.h. das Herauslösen der Bildabschnitte aus der Bildfolie
wird von der Fachwelt als "selective release" oder auch "weeding" als Synonym dazu
bezeichnet. Beide Bezeichnungen charakterisieren die Entfernung der Bildfolienreste
entlang bestimmter Bruchstellen (in Klebschicht, Substrat und Klarlackschicht), wobei
die Delamition von Bildfolienschichten (Tragschicht von der Klarlackschicht) nicht
unter den Begriff des "weeding" fällt. Die bekannte Bildfolie hat den Nachteil, dass
es beim "selective release" fallweise vorkommt, dass der Bildfolienrest sich nicht
einwandfrei entlang der umlaufenden Bruchlinie der auf dem Träger verbleibenden Klebschicht
des Bildabschnittes löst, was sich in Form von Fehldrucken darstellt, die mit Blick
auf wirtschaftliche Fertigungsgeschwindigkeiten ohne Einzelobjektinspektionen nicht
hinnehmbar sind. Ausgehend von diesem Stand der Technik hat sich der Erfinder die
Aufgabe gestellt, ein Verfahren zur Herstellung einer Bildfolie und eine nach dem
Verfahren ausgestaltete Bildfolie zu entwickeln, mit der eine fehlerbehaftete Abtrennung,
d.h. Vereinzelung der Bildfolie in Bildabschnitte und Bildfolienreste vermieden ist
und diese Aufgabe wird durch ein Herstellverfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 und durch eine Bildfolie mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 4 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen kennzeichnen die den Ansprüchen
1 und 4 folgenden Ansprüche.
[0003] Die Erfindung weicht zur Lösung der Aufgabe der Erfindung von der herrschenden Praxis
dadurch ab, dass sie bei Verklebung einer Bildfolie mit einem Träger, Klebstoff nur
entsprechend den geometrischen Konfigurationen der Bildteile der Bildfolie, d.h. entsprechend
denen der Tonersubstrate bereitstellt, indem die Substrate in ihnen aufgenommene Klebstoffmengen
zum Zeitpunkt der Verklebung oder Beschichtung freisetzen. Mit dieser "sektoriellen"
Freisetzung erübrigen sich die aus dem Stand der Technik bekannten Bruchlinien, so
dass der selective release mit der ihm anhaftenden Problematik unter Erhöhung der
Fertigungssicherheit umgangen ist.
[0004] Folgend wird das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemässen Bildfolie beschrieben.
Eine bevorzugte Ausführungsform einer nach dem Verfahren hergestellten Bildfolie ist
in der Zeichnung dargestellt, deren
- Fig. 1
- eine Bildfolie im Längsschnitt und
- Fig. 2
- eine Bildfolie vor Aufbringung auf einen Träger
darstellen.
[0005] Gemäss Fig. 1 umfasst die erfindungsgemässe Bildfolie 10 eine Tragschicht 11, eine
Klarlackschicht 12 und Druckbilder darstellende Tonersubstrate 13 (nur ein Tonersubstrat
ist dargestellt). Die Beschichtung der Tragschicht 11 mit der Klarlackschicht 12 erfolgt
nach herkömmlichen Techniken. Die Tragschicht 11 ist bevorzugt eine Folie, vorzugsweise
aus einem Polyester oder aus einem glattbeschichteten Papier, mit einer Stärke von
20 bis 50 µm, vorzugsweise einer Stärke von 23 bis 26 µm. Die auf die Tragschicht
11 aufgebrachte Klarlackschicht 12 ist aus einem Acryllack gebildet. Dieser Acryllack
ist mit einem Trennmittel versetzt, das die Trennung der Tragschicht 11 von der Klarlackschicht
12 nach erfolgtem Druckvorgang begünstigt. Das Trennmittel ist vorzugsweise ein verdampfbares
Wachs, das dem Acryllack der Klarlackschicht 12 in Anteilen (Gewicht) von 2% bis 5%,
vorzugsweise 2,5% bis 3,5%, beigegeben ist. Der Druckvorgang erfolgt unter Anwendung
von Wärme und Druck, wobei die in Bildfolie 10 eingetragene Wärme das Wachs verdampfen
lässt. Auf die Klarlackschicht 11 werden die Druckbilder, d.h. die Druckbilder darstellenden
Tonersubstrate 13 aufgebracht. Die Aufbringung des Substrates 13 wird bevorzugt von
Computer gesteuerten Druckern vorgenommen, die nach Massgabe eines in einer EDV (Computer)
Einrichtung gespeicherten Vorschrift oder Programm Tonerpartikel nach Farbe, Menge
und den Bereich des Druckbildes zur Ablagerung bringen. Das Substrat 13 wird so aufgebracht,
dass die zur Ansicht bestimmte Bildfläche des Substrates 13 mit der Klarlackschicht
in Eingriff steht. Nach Aufbringung des oder der Substrate 13 wird ein oder mehrere
Substrate 13 tragenden Fläche 12a vollflächig, mit einer auch Substrate 13 überdeckende
Klebschicht 14 überzogen, die anschliessend wieder vollflächig, ausgenommen in Substrate
13 eingetragenen Klebstoff, entfernt wird. Auftrag und Entfernung der Klebschicht
14 erfolgen durch rakelähnliche Beschichtungsleisten, die in gleichgerichteter Arbeitsrichtung
der Be- und Entschichtungseinrichtung einander folgend flüssigen Klebstoff aus einem
Vorratsbehälter abziehen, um ihn nach der Beschichtung als solchen einem Aufnahmebehälter
wieder zuzuführen. Das Tonersubstrat 13 kennzeichnet sich durch eine grössere Rauhigkeit
und Porosität als die Klarlackschicht 11, was zur Folge hat, dass bei Entfernung der
vollflächig aufgebrachten Klebschicht 14 Klebstoff dieser Schicht in das Tonersubstrat
13 als ein dort verbleibender und verfügbarer Klebmittelvorrat eingetragen wird. Der
Klebstoff wird bei erhöhter Temperatur, d.h. bei einer Temperatur von 100% C bis 140%
C, vorzugsweise 120% - 130% C, in schmelzflüssigen Zustand aufund anschliessend abgetragen,
wobei der im Substrat aufgenommene Klebstoff anschliessend abkühlt und sich verfestigen
kann, um sich bei Aufbringung der Bildfolie 10 auf einen Träger 15 zufolge der dabei
eingetragenen Wärme wieder zu Klebzwecken zu verflüssigen und anschliessend zu erstarren.
Fig. 2 zeigt in schematisierter Form eine Vorrichtung 16 zur Aufbringung einer Bildfolie
10 auf einen Träger 15 (z.B. eine Compact Disc). Sie zeigt den Träger 15 und einen
Stempel 17, vorzugsweise aus Silikon, zwischen denen die Bildfolie 10 nach der Erfindung
angeordnet ist. Vor oder während der Aufbringung wird die Bildfolie 10 erhitzt und
durch Niederfahren des Stempels 17 mit dem Träger 15 verbunden, indem der durch die
Erwärmung reaktivierte Klebstoff aus dem Substrat 13 herausgepresst wird. Der für
die Verbindung notwendige Druck kann auch durch eine Walze (nicht gezeigt) auf die
Bildfolie 10 aufgebracht werden. Die Drücke, die Stempel 17 oder eine Walze aufzubringen
haben, liegen zwischen 0,75 kg pro mm
2 und 1,5 kg pro mm
2, vorzugsweise zwischen 1,0 kg pro mm
2 und 1,2 kg pro mm
2. Nach der Verklebung wird die Tragschicht 11 von der Klarlackschicht 12 abgezogen,
so dass auf dem Träger 15 der Klebstoff, das Substrat 13 mit der das Substrat 13 überspannenden
Klarlackschicht 12 als Schutzschicht für das Substrat 13 verbleibt.
1. Verfahren zur Herstellung einer Bildübertragungsfolie zur Übertragung eines Bildes
von der Bildübertragungsfolie auf einen Bildträger, umfassend Beschichtung einer Tragschicht
(11) mit einer Klarlackschicht (12), Aufbringung von Bilder bildenden Tonersubstraten
(13), überziehen der Klarlackschicht (12) und der Tonersubstrate (13) mit einer Klebschicht
(14) aus flüssigem Klebstoff, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an das Überziehen die Klebschicht (14) von der Klarlackschicht (12)
abgetragen und während des Abtragens flüssiger Klebstoff in Tonersubstrate (13) eingetragen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschicht (11) als eine Folie aus Polyester ausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Klarlackschicht (12) eine Schicht aus Acryllack auf die Tragschicht (11) aufgebracht
wird.
4. Bildfolie bestehend aus einer Tragschicht (11), einer auf die Tragschicht aufgebrachten
Klarlackschicht (12) mit auf der Klarlackschicht (12) aufgebrachten Tonersubstraten
(13), dadurch gekennzeichnet, dass in den Tonersubstraten (13) Klebstoff eingetragen ist.
5. Bildfolie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschicht (11) aus einer Folie aus Polyester oder aus einem glattbeschichteten
Papier gebildet ist.
6. Bildfolie nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschicht (11) eine Stärke von 20 bis 50 µm, vorzugsweise eine Stärke von 23
bis 26 µm aufweist.
7. Bildfolie nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klarlackschicht (12) aus einem Acryllack gebildet ist.
8. Bildfolie nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass dem Acryllack ein Trennmittel beigegeben ist.
9. Bildfolie nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennmittel ein verdampfbares Wachs ist.
10. Bildfolie nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennmittel dem Acryllack in Anteilen von 2% bis 5%, vorzugsweise 2,5% bis 3,5%,
beigegeben ist.