GEBIET DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein geschütztes Verschlusssystem für Laborröhrchen
bzw. Pfropfenröhrchen, die in medizinischen Labors verwendet werden, z.B. zur Blutentnahme
oder für die Behandlung von biologischen Flüssigkeiten.
BESCHREIBUNG DES STANDES DER TECHNIK
[0002] Seit einiger Zeit sind sogenannte geschützte Verschlusssysteme für Laborröhrchen
bekannt; diese Verschlusssysteme werden so genannt, weil sie mit einer Kappe bzw.
mit einem Deckel ausgerüstet sind, die sowohl den Pfropfen als auch das obere Teil
bzw. das obere Ende des Laborröhrchens schützen, d.h. das Teil des Laborröhrchens,
in das der Pfropfen eingesetzt wird.
[0003] Im Wesentlichen enthält ein solches geschütztes Verschlusssystem zwei Teile, die
formschlüssig miteinander gekuppelt sind:
einen inneren Körper aus Elastomer (der echte Pfropfen), der dazu dient, das Laborröhrchen
zu verschließen und dazu geeignet ist, durchlöchert zu werden, um somit das Einsetzen
der Nadel der Spritze ins Laborröhrchen zu ermöglichen; und
eine Kappe, die aus Kunststoffmaterial hergestellt und in entsprechender Weise starr
ist.
[0004] Im Stand der Technik sind verschiedene geschützte Verschlusssysteme bekannt.
[0005] Beispielsweise sei das geschützte Verschlusssystem genannt, das in der europäischen
Patentschrift EP 0 129.029 beschrieben ist; bei diesem geschützten Verschlusssystem
weist die Kappe auf der inneren dem inneren Körper gegenüberliegenden Oberfläche eine
Rippe auf, in die eine entsprechende Rille eingesetzt wird, die sich aus dem oben
genannten inneren Körper erstreckt.
[0006] Sowohl das oben beschriebene geschützte Verschlusssystem als auch andere bekannte
ähnliche Systeme haben den Nachteil, dass der Körper der Kappe Unterteile aufweist,
die das Herstellen der Kappe durch Spritzgiessen äußerst kompliziert und schwierig
machen.
[0007] Des Weiteren, weil Rippen auf der inneren Oberfläche des Deckels angebracht sind,
muss die Wand des Deckels genügend dick sein; dies widerspricht aber der Voraussetzung,
dass der Unterschied zwischen dem äußeren Durchmesser des Pfropfens und dem äußeren
Durchmesser des Laborröhrchens so gering wie möglich sein muss, weil sonst das Laborröhrchen
im geschlossenen Zustand, d.h. mit dem Verschlusssystem, nicht in Behälter oder andere
Adapter von Labormaschinen eingesetzt werden kann.
[0008] Das europäische Patent EP 0 419 490 hat versucht, solche Nachteile zu überwinden,
indem die Verkupplung zwischen den zwei Teilen des geschützten Verschlusssystems allein
durch zwei Verlängerungen geschaffen wird, die sich aus der zylindrischen inneren
Oberfläche der Kappe in Richtung der Längsachse erstrecken; diese Verlängerungen bilden
eine Greifzone, die die Form einer Rippe bzw. eine Aussparung aufweist und dazu geeignet
ist, eine ringförmige Rille aufzunehmen, die sich aus dem inneren Körper erstreckt,
wobei die Verlängerung, die gegenüber dem Laborröhrchen liegt, sich zwischen dem Vorderteil
des Laborröhrchens und der oben genannten ringförmigen Rille befindet. Diese Ausführungsform
hat aber den Nachteil, dass das Teil des inneren Körpers, das in das Laborröhrchen
eingesetzt wird (der echte Pfropfen) eine reduzierte Länge aufweist; weil aber die
Länge des Pfropfens von der Länge der Nadel der Spritze vorbestimmt ist, wird die
Reibungskraft zwischen Pfropfen und Laborröhrchen auch minimiert.
[0009] Ziel der Erfindung ist es, die oben genannten Probleme zu überwinden.
[0010] Insbesondere ist ein Ziel der Erfindung, ein geschütztes Verschlusssystem für Laborröhrchen
zu schaffen, das aus zwei einzelnen Teilen besteht, nämlich einen inneren Körper (der
Pfropfen) aus Elastomer und einen äußeren Körper (die Kappe) aus Kunststoff, wobei
die äußere Wand dieses zweiten Körpers so dünn wie möglich sein soll, so dass der
Unterschied zwischen dem äußeren Durchmesser des zweiten Körpers und dem Durchmesser
des Laborröhrchens so gering wie möglich ist.
[0011] Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein geschütztes Verschlusssystem
zu schaffen, wobei die Kappe durch Spritzgiessen hergestellt werden kann und wobei
ganz einfache Spritzgussformen verwendet werden können, so dass die Herstellungskosten
niedriger sind als die Herstellungskosten von bekannten geschützten Verschlusssystemen.
[0012] Ein noch weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein geschütztes Verschlusssystem
zu schaffen, wobei der Zusammenbau der zwei Teile, d.h. das Aufsetzen der Kappe auf
den inneren Körper schnell und zuverlässig ist.
[0013] Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein geschütztes Verschlusssystem
zu schaffen, bei dem die Kappe immer in Berührung mit dem äußeren oberen Teil des
Laborröhrchens ist, so dass die Verkupplung des Verschlusssystems mit dem Laborröhrchen
verbessert wird, ohne dass zu diesem Zweck Schrauben oder Haken verwendet werden müssen.
ÜBERBLICK DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
[0014] Zu der die oben genannten Ziele erreichenden Erfindung gehört zuerst ein geschütztes
Verschlusssystem nach Anspruch 1, nämlich ein Verschlusssystem für Laborröhrchen bzw.
Propfenröhrchen, das die folgenden Merkmale enthält: einen inneren im Wesentlichen
zylindrischen Körper mit einem unteren Teil, das dazu geeignet ist, in das obere Teil
des Labörröhrchens eingesetzt zu werden; eine im Wesentlichen zylindrische Kappe mit
einer oberen Schließwand und eine zylindrische Wand, die dazu dient, den inneren Körper
und das obere Teil des Laborröhrchens zu enthalten; wobei das Verschlusssystem dadurch
gekennzeichnet ist, dass sich Vorsprünge aus der inneren Oberfläche der zylindrischen
Wand in radialer Richtung erstrecken, die dazu geeignet sind, in Berührung mit der
äußeren Oberfläche des Laborröhrchens zu kommen und gegen diese äußere Oberfläche
einen Druck auszuüben, um die Verkupplung des Verschlusssystems mit dem Laborröhrchen
zu ermöglichen.
[0015] Ferner gehört zu der die oben genannten Ziele erreichenden Erfindung ein Laborröhrchen
gemäß Anspruch 13.
[0016] Weitere Ausführungsformen der die oben genannten Ziele erreichenden Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen definiert.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0017] Die vorliegende Erfindung wird besser verstanden durch die Beschreibung einer möglichen
Ausführungsform, die in Bezug auf die Figuren gegeben wird, die aber nur als Beispiels
dient, ohne den Umfang der Erfindung zu beschränken. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein Laborröhrchens mit einem geschützten Verschlusssystem gemäß
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine Plansicht der Kappe des Verschlusssystems von Fig. 1;
- Fig. 3-8
- perspektivische Teilschnittdarstellungen einiger möglicher Ausführungsformen der Kappe
des Verschlusses von Fig. 1.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0018] Wie in Fig. 1 gezeigt ist, enthält das geschützte Verschlusssystem, das mit 1 gekennzeichnet
ist und zum Verschließen des Laborröhrchens 2 dient, einen inneren im Wesentlichen
zylindrischen Körper 3 aus Elastomer, wie Gummi oder Ähnliches, wobei ein Teil 4 dieses
inneren Körpers 3 dazu geeignet ist, ins Laborröhrchen eingesetzt zu werden; weiterhin
weist der Körper 3 einen oberen Ring 5 auf, der sich in radialer Richtung ausdehnt
und gegen den der obere Rand 2a des Laborröhrchen eingesetzt wird.
[0019] Des Weiteren weist das Verschlusssystem eine Kappe 6 auf, der im Wesentlichen zylindrisch
und aus einem kompakten Kunststoff ist; diese Kappe 6 dient dazu, den inneren Körper
3 und das obere Teil des Laborröhrchens aufzunehmen (siehe Fig. 1). Die Kappe 6 weist
auf ihrer oberen Schließwand 7 eine mittlere Öffnung 8 auf, um das Einführen der Entnahmenadel
zu ermöglichen und besitzt eine zylindrische Wand 9, die den Pfropfen und den oberen
Abschnitt des Laborröhrchens umschließt.
[0020] Gemäß der vorliegenden Erfindung erstrecken sich aus der zylindrischen Wand 9 in
radialer Richtung einige Vorsprünge 11, die in Berührung mit der äußeren Oberfläche
12 des Laborröhrchens 2 kommen und gegen diese äußere Oberfläche 12 einen Druck ausüben,
um die Verkupplung des Verschlusssystems mit dem Laborröhrchen zu ermöglichen.
[0021] Wie in Fig. 1 gezeigt, erstrecken sich die Vorsprünge 11 bis zu einer Entfernung
"X" von der oberen Wand 7 der Kappe 6 aus, wobei diese Entfernung größer ist als die
Höhe "Y" des Rings 5 des inneren Körpers. Somit wird eine Abstützstufe des Rings dargestellt
und wird dadurch gewährleistet, dass in geschlossenem Zustand, die Kappe gegen das
obere Teil des Laborröhrchens festgehalten wird.
[0022] Wie in Fig. 2 gezeigt ist, sind die Vorsprünge 11 in Übereinstimmung mit Öffnungen
13 angeordnet, die in der oberen Wand 7 der Kappe 6 angebracht sind, wobei der Querschnitt
der Vorsprünge 11 innerhalb der Fläche dieser Öffnung 13 enthalten ist.
[0023] Schließlich, wie in Fig. 3 und in den anderen Figuren gezeigt ist, können die Vorsprünge
11 verschiedene Formen aufweisen; zum Beispiel können langförmige Vorsprünge 11 in
Richtung der Längsachse des Laborröhrchens orientiert sein und einen quadratischen
oder dreieckigen Querschnitt aufweisen (Fig. 3).
[0024] Des Weiteren können die in Längsrichtung orientierten Vorsprünge durch eckige Vorsprünge
14 verbunden sein (Fig. 4) oder die Vorsprünge können eine kurvenförmige Ausdehnung
aufweisen (Fig. 8). Die Vorsprünge können auch aus einer Vielzahl von Elementen 11.4
bestehen, die punktförmig bzw. noppenförmig sind (Fig. 7) oder die Vorsprünge können
Winkelsegmente 11.5 sein, die quer zur Längsachse des Laborröhrchens liegen (Fig.
6).
[0025] Von der oben erwähnten Beschreibung kann man feststellen, dass die Ziele dieser Erfindung
erreicht worden sind: das erfindungsgemäße Verschlusssystem weist keine Rille bzw.
Vertiefungen auf seinem zylindrischen Teil, sondern nur Vorsprünge 11 auf, so dass
der erforderliche mechanische Widerstand mit einer minimalen Dicke der Wand 9 gewährleistet
werden kann.
[0026] Natürlich sind andere Ausführungsformen möglich als die oben beschriebenen Ausführungsformen;
alle diese möglichen Ausführungsformen gehören jedoch zum Schutzumfang der folgenden
Ansprüche.
1. Geschütztes Verschlusssystem (1) für Laborröhrchen bzw. Propfenröhrchen (2), das folgende
Merkmale enthält:
einen inneren im Wesentlichen zylindrischen Körper(3) mit einem unteren Teil (4),
das dazu geeignet ist, in das obere Teil eines Laborröhrchens eingesetzt zu werden;
eine im Wesentlichen zylindrische Kappe (6) mit einer oberen Schließwand (7) und einer
zylindrischen Wand (9), die dazu dient, den inneren Körper (3) und das obere Teil
des Laborröhrchens (2) aufzunehmen,
wobei das Verschlusssystem (1)
dadurch gekennzeichnet ist, dass sich Vorsprünge (11) aus der inneren Oberfläche der zylindrischen Wand in radialer
Richtung erstrecken, die dazu geeignet sind, in Berührung mit der äußeren Oberfläche
(12) des Laborröhrchens (2) zu kommen und gegen diese äußere Oberfläche (12) einen
Druck auszuüben, um die Verkupplung des Verschlusssystems mit dem Laborröhrchen zu
ermöglichen.
2. Geschütztes Verschlusssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Körper (3) einen oberen Stellring (5) aufweist, der sich in radialer Richtung
erstreckt und gegen den im geschlossenen Zustand oberen Rand (2a) des Laborröhrchens
(2) eingesetzt ist.
3. Geschütztes Verschlusssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Vorsprünge (11) axial bis zu einer Entfernung X von der oberen Schließwand
(7) erstrecken, wobei diese Entfernung X größer ist als die Höhe Y des Stellrings
(5).
4. Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) sich in radialer Richtung einwärts bis auf eine gedachte zylindrische
Fläche erstrecken, deren Durchmesser kleiner ist als der äußere Durchmesser des Laborröhrchens,
so dass im geschlossenen Zustand eine Reibungskraft erzeugt wird, deren Intensität
die Verkupplung der Kappe auf dem Laborröhrchen gewährleistet und gleichzeitig einen
gewissen Aufwand des Benutzers verlangt, um das Laborröhrchen zu öffnen bzw. zu schließen.
5. Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Schließwand (7 ) der Kappe (3) über ihren Umfang verteilt Öffnungen (13)
aufweist, wobei der Querschnitt der Vorsprünge (11) immer innerhalb der Fläche dieser
Öffnungen (13) enthalten ist.
6. Geschütztes Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) sich in Längsrichtung, d.h. in die Richtung ausdehnen, in der
die Längsachse des Laborröhrchens liegt.
7. Geschütztes Verschlusssystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) einen quadratischen Querschnitt (11.1) aufweisen.
8. Geschütztes Verschlusssystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) einen dreieckigen Querschnitt (11.2) aufweisen.
9. Geschütztes Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Vorsprünge (14) vorgesehen sind, die die in Längsrichtung ausdehnenden Vorsprünge
verbinden.
10. Geschütztes Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) aus einer Vielzahl von punktförmigen bzw. noppenförmigen Elementen
(11.4) bestehen.
11. Geschütztes Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (11) Winkelsegmente (11.5) sind, die quer zur Längsachse des Laborröhrchens
liegen.
12. Geschütztes Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Körper (3) aus Elastomer ist und dass die Kappe (6) aus kompaktem Kunststoff
ist.
13. Laborröhrchen (2), das in medizinischen Labors verwendet werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem geschützten Verschlusssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgerüstet
ist.