[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Walze einer Papiermaschine,
bei dem in der Walzenoberfläche Entwässerungsöffnungen ausgebildet werden. Die Erfindung
betrifft ferner eine Walze.
[0002] So genannte "offene" Walzen wie z.B. Formierwalzen und Siebsaugwalzen dienen zum
Entwässern einer Papierbahn, die gemeinsam mit einem Sieb entlang der Walze geführt
oder von der Walze umgelenkt wird. Zu diesem Zweck ist die Oberfläche der Walze mit
Entwässerungsöffnungen versehen, die bezüglich der Walzenachse üblicherweise in radialer
Richtung verlaufen und in denen Flüssigkeit aus der Papierbahn aufgenommen werden
kann. Diese Entwässerungsöffnungen können als durchgehende Durchbrechungen ausgebildet
sein, so dass die Flüssigkeit in das Walzeninnere abgesaugt werden kann. Bei den Entwässerungsöffnungen
kann es sich auch um Blindbohrungen begrenzter Tiefe handeln, in denen die Flüssigkeit
vorübergehend aufgenommen wird, um später wieder - beispielsweise durch Abschleudern
- abgegeben zu werden.
[0003] Ein Problem bei dem Einsatz derartiger Walzen besteht darin, dass die Entwässerungsöffnungen
in manchen Fällen Lochschattenmarkierungen an der Papierbahn hinterlassen.
[0004] Um derartige Markierungen zu vermeiden, ist es bekannt, einen Schrumpfsiebbezug auf
eine Formierwalze aufzuziehen. Allerdings macht ein derartiger Bezug aufgrund seines
Verschleißes einen häufigen regelmäßigen Walzenwechsel erforderlich. Ferner können
unvorhergesehene Schäden an dem Schrumpfsiebbezug ein ungeplantes Auswechseln der
Formierwalze erforderlich machen.
[0005] Dadurch ergeben sich unerwünscht hohe Stillstandszeiten der Walze und somit der Papiermaschine.
Schließlich bestehen aufgrund der Materialeigenschaften des Schrumpfsiebbezugs auch
Einschränkungen hinsichtlich der für die Walze verwendbaren Reinigungsmittel.
[0006] Um aufgrund dieser Nachteile auf einen Schrumpfsiebbezug verzichten zu können, ist
außerdem versucht worden, die Struktur der Walzenoberfläche zu modifizieren, um die
Landflächen zu verkleinern, also diejenigen Abschnitte der Walzenoberfläche, an denen
die Papierbahn bzw. das Sieb anliegt.
[0007] Problematisch ist hierbei, dass diese bekannten Modifikationen der Walzenoberfläche
entweder nicht geeignet sind, um die Bildung der erläuterten Lochschattenmarkierungen
in dem erwünschten Ausmaß zu verringern, oder nur durch technisch schwierige Bearbeitungsprozesse
und/oder unter ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen hergestellt werden können.
[0008] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich insbesondere mit der Herstellung der Oberflächenstrukturen
an so genannten "offenen" Walzen wie Formierwalzen und Siebsaugwalzen.
[0009] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, auf möglichst einfache und wirtschaftliche
Weise eine Walze mit einer Walzenoberfläche herzustellen, mit der eine möglichst weitgehende
Verringerung der Bildung von Lochschattenmarkierungen erzielt werden kann, ohne dass
hierzu die Walze mit einem Schrumpfsiebbezug ausgestattet sein muss.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt zum einen durch die Merkmale des Anspruchs 1 und
insbesondere dadurch, dass vor der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen die zumindest
im Wesentlichen glatte Walzenoberfläche mit einer Erhebungen und Senken aufweisenden
Oberflächenstruktur versehen wird.
[0011] Erfindungsgemäß wird die Oberflächenstruktur gebildet, bevor die Entwässerungsöffnungen
in die Walzenoberfläche eingebracht werden. Diese Reihenfolge der Walzenbearbeitung
hat den Vorteil, dass bei der Ausbildung der Oberflächenstruktur auf die Entwässerungsöffnungen
keine Rücksicht genommen zu werden braucht. Ferner ist es möglich, bei der Ausbildung
der Entwässerungsöffnungen deren Anordnung gezielt auf die zu diesem Zeitpunkt bereits
vorhandene Oberflächenstruktur und insbesondere an die Lage, Größe und Form der Erhebungen
und Senken abzustimmen, sofern die jeweils gewählte Oberflächenstruktur eine hierfür
geeignete konkrete Ausgestaltung aufweist.
[0012] Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe erfolgt zum anderen durch
die Merkmale des Anspruchs 6 und insbesondere dadurch, dass nach der Ausbildung der
Entwässerungsöffnungen die Walzenoberfläche mit einer Erhebungen und Senken aufweisenden
Oberflächenstruktur versehen wird, wobei die Erhebungen über das Ausgangsniveau der
Walzenoberfläche hinaus vorstehen.
[0013] Hierdurch lassen sich bisher nicht bekannte Entwässerungswirkungen und Tragbilder,
d.h. von der Gesamtheit der Erhebungen gebildete, über dem Ausgangsniveau liegende
Tragebereiche, für das Sieb bzw. die Papierbahn erzielen. Des Weiteren ist von Vorteil,
dass die Erhebungen Landflächen bilden, die von tiefer liegenden Oberflächenbereichen
umgeben sind, wobei die vorstehenden Erhebungen eine einzige zusammenhängende oder
mehrere große Landflächen oder eine Vielzahl von kleinen Landflächen umfassen können.
Die tiefer liegenden Bereiche bilden gewissermaßen "Wasserwege" um die erhabenen Inseln
herum, wobei die Oberflächenstruktur insgesamt derart ausgebildet werden kann, dass
zumindest einige der Wasserwege miteinander und/oder mit wenigstens einigen der zwischen
den Erhebungen liegenden Entwässerungsöffnungen verbunden sind. Auf diese Weise lässt
sich eine besonders effektive und gleichmäßige Entwässerung erreichen.
[0014] Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung sowie
der Zeichnung angegeben.
[0015] So kann auch bei dem Herstellungsverfahren gemäß dem erstgenannten Aspekt der Erfindung
(Oberflächenstruktur vor Entwässerungsöffnungen) die Bildung der Erhebungen derart
erfolgen, dass die Erhebungen über das Ausgangsniveau der zumindest im Wesentlichen
glatten Walzenoberfläche hinaus vorstehen.
[0016] Ferner wird vorgeschlagen, zur Herstellung der Oberflächenstruktur von der Walzenoberfläche
Material abzunehmen. Die Materialabnahme kann beispielsweise durch mechanische und/oder
chemische Materialbearbeitung erfolgen. In Frage kommen z.B. Drehen, Fräsen, Bohren,
Rillen, Erodieren und/oder Ätzen.
[0017] Ein weiteres Ausführungsbeispiel sieht vor, dass nach der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen
die zuvor hergestellte Oberflächenstruktur weiter verändert wird. Die Bearbeitung
der Walzenoberfläche erfolgt hierbei also sowohl vor als auch nach der Herstellung
der Entwässerungsöffnungen.
[0018] Die Bearbeitung der Walzenoberfläche zur Herstellung der jeweils gewünschten Oberflächenstruktur
sowohl vor als auch nach der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen kann erfindungsgemäß
auf verschiedene Arten erfolgen, auf die nachstehend näher eingegangen wird, wobei
die beschriebenen Möglichkeiten sowohl für das Herstellungsverfahren gemäß dem ersten
Aspekt (Oberflächenstruktur vor Entwässerungsöffnungen) als auch für das Herstellungsverfahren
gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung (vorstehende Erhebungen nach Entwässerungsöffnungen)
mögliche Ausführungsbeispiele darstellen.
[0019] So wird gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgeschlagen,
dass zur Herstellung der Oberflächenstruktur an der Walzenoberfläche Material umgeformt
wird.
[0020] Vorzugsweise erfolgt die Materialumformung derart, dass Material bereichsweise über
das Ausgangsniveau der Walzenoberfläche hinaus gedrückt wird.
[0021] Die Materialumformung kann durch Kaltumformen und/oder Warmumformen erfolgen. Eine
Möglichkeit besteht darin, eine dem Molettieren von Gravuren entsprechende oder ähnliche
Bearbeitung vorzusehen. Ein weiteres Beispiel ist das Prägen von Vertiefungen unter
gleichzeitigem Aufwölben der die Vertiefungen begrenzenden Randbereiche. Die Randbereiche
bilden die über das Ausgangsniveau der Walzenoberfläche hinaus vorstehenden Erhebungen,
während die Vertiefungen die Senken darstellen.
[0022] Besteht der Walzenmantel bzw. der Oberflächenbereich des Walzenmantels oder der Walze
aus einem nicht-metallischen Werkstoff wie z.B. Kunststoff, so kann gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel die Materialumformung durch thermisches Plastifizieren erfolgen.
[0023] Eine weitere erfindungsgemäße Möglichkeit zur Bildung der Erhebungen besteht darin,
die Erhebungen ausgehend von dem Ausgangsniveau der Walzenoberfläche aufzubauen. Insbesondere
werden hierbei die Erhebungen durch Aufbringen zusätzlichen Materials auf die Walzenoberfläche
gebildet.
[0024] Der Materialauftrag kann beispielsweise durch ein Metallaufspritzverfahren, durch
galvanisches Beschichten, durch Plattieren und/oder durch Aufschweißen mit bzw. von
Zusatzmaterial erfolgen.
[0025] Ferner wird vorgeschlagen, die Erhebungen dadurch zu bilden, dass auf die Walzenoberfläche
separate Strukturteile aufgebracht und mit der Walzenoberfläche fest verbunden werden.
Die Strukturteile weisen bevorzugt eine Noppenform oder noppenförmige Abschnitte auf.
Dabei kann eine Vielzahl von kleinen Strukturteilen auf die Walzenoberfläche aufgebracht
werden. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, Strukturteile in Form von größeren,
insbesondere verzweigten Strukturgebilden vorzusehen, wobei beispielsweise jedes Zweigende
eine noppenförmige Erhebung bildet.
[0026] Die Verbindung der Strukturteile mit der Walzenoberfläche kann beispielsweise durch
Verkleben, Verschrauben, Vernieten, Eingießen und/oder Einwalzen erfolgen.
[0027] Das Aufbauen der Erhebungen ausgehend von dem Ausgangsniveau der Walzenoberfläche
hat den Vorteil, dass zur Bildung der Senken keine zusätzliche Bearbeitung der Walzenoberfläche
erforderlich ist, sondern die zwischen den zum Materialaufbau bzw. Materialauftrag
für die Erhebungen vorgesehenen Bereichen liegenden Oberflächenbereiche einfach auf
dem Ausgangsniveau der Walzenoberfläche belassen werden, um die Senken zu bilden.
[0028] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung werden die Entwässerungsöffnungen
in der zumindest im Wesentlichen glatten Walzenoberfläche ausgebildet. Die Herstellung
der Entwässerungsöffnungen stellt hier also den ersten Bearbeitungsschritt dar, an
den sich die Oberflächenstrukturierung anschließt.
[0029] Alternativ ist es möglich, vor der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen die zumindest
im Wesentlichen glatte Walzenoberfläche mit einer Erhebungen und Senken aufweisenden
Oberflächen-Vorstruktur zu versehen.
[0030] Des Weiteren wird vorgeschlagen, die Oberflächenstruktur in Form eines regelmäßigen
oder systematischen Musters herzustellen, wobei vorzugsweise die Erhebungen und Senken
gemäß einer vorgegebenen Anordnungsregel auf der Walzenoberfläche positioniert werden.
[0031] Alternativ ist es möglich, eine unregelmäßige oder unsystematische Oberflächenstruktur
herzustellen. Dabei können die Erhebungen und Senken nach einem Zufallsprinzip auf
der Walzenoberfläche verteilt werden.
[0032] Eine mögliche konkrete Oberflächenstrukturierung besteht z.B. in der Herstellung
einer welligen Walzenoberfläche, wobei die Oberflächenwelligkeit entweder einem regelmäßigen
Muster folgt oder unregelmäßig ausgeführt.
[0033] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Entwässerungsöffnungen und die Oberflächenstruktur
derart relativ zueinander positioniert werden, dass zumindest einige der Entwässerungsöffnungen
über die Senken der Oberflächenstruktur miteinander verbunden werden.
[0034] Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden die Herstellung
der Oberflächenstruktur und die Ausbildung der Entwässerungsöffnungen derart aufeinander
abgestimmt, dass an der Walzenoberfläche ein zumindest bereichsweise zusammenhängendes,
insbesondere regelmäßiges Kanalsystem oder Entwässerungsnetzwerk aus Entwässerungsöffnungen
und diese verbindenden Senken geschaffen wird.
[0035] Hierdurch kann eine vorteilhafte Vergleichmäßigung der Entwässerungswirkung erzielt
werden.
[0036] Ferner wird vorgeschlagen, die Herstellung der Oberflächenstruktur und die Ausbildung
der Entwässerungsöffnungen derart aufeinander abzustimmen, dass die Verbindung von
Entwässerungsöffnungen gemäß einem vorgegebenen Muster erfolgt.
[0037] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Entwässerungsöffnungen gemäß einem vorgegebenen
Muster entlang der Walzenoberfläche angeordnet werden.
[0038] Für die Herstellung der Oberflächenstruktur kommen grundsätzlich alle bekannten Mittel
und Werkzeuge in Frage, mit denen eine Oberflächenbearbeitung erfolgen kann.
[0039] Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe erfolgt des Weiteren durch
die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 27 und insbesondere durch eine Walze einer
Papiermaschine mit einem Muster von Entwässerungsöffnungen sowie mit einer Erhebungen
und Senken aufweisenden Oberflächenstruktur an der Walzenoberfläche, wobei die Erhebungen
über das durch die zumindest im Wesentlichen glatten Walzenoberfläche definierte Ausgangsniveau
hinaus vorstehen.
[0040] Die Oberflächenstruktur ist vorzugsweise durch Materialumformung an der Walzenoberfläche
hergestellt. Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Erhebungen durch Materialumformung
über das Ausgangsniveau hinaus gedrückt werden. In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
sind die Senken durch auf dem Ausgangsniveau liegende Oberflächenbereiche gebildet.
[0041] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Erhebungen durch Aufbringen zusätzlichen Materials
auf die Walzenoberfläche gebildet sind.
[0042] Die Erhebungen können in Form von separaten, insbesondere noppenförmigen und/oder
noppenförmige Abschnitte aufweisenden Strukturteilen vorgesehen sein, die auf die
Walzenoberfläche aufgebracht und mit der Walzenoberfläche fest verbunden sind.
[0043] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Erhebungen voneinander
getrennte, jeweils vollständig von Senken umgebende Materialinseln sind.
[0044] Des Weiteren ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Oberflächen der Erhebungen als
Tragebereiche für ein Sieb ausgebildet sind.
[0045] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben,
deren einzige Figur schematisch an der Oberfläche einer Formierwalze 15 mehrere erfindungsgemäße
Möglichkeiten (a) bis (f) zur Herstellung einer Oberflächenstruktur veranschaulicht.
[0046] In der Praxis sind die Walzen 15 vorzugsweise lediglich mit einer einzigen Art oder
"Sorte" von Oberflächenstruktur versehen. Insofern ist die Figur derart zu verstehen,
dass sie gleichzeitig mehrere erfindungsgemäße Oberflächenstrukturen (a) bis (f) zeigt,
die mittels eines erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens in der Walzenoberfläche
13 ausgebildet werden können. Grundsätzlich können verschiedenartige Oberflächenstrukturen
aber auch an einer einzigen Walze 15 miteinander kombiniert werden.
[0047] Die jeweilige Oberflächenstruktur erstreckt sich bereichsweise über die Walzenoberfläche
13 oder über die gesamte Walzenoberfläche 13, und zwar jeweils entweder gemäß einem
regelmäßigen Muster oder in einer unregelmäßigen Anordnung.
[0048] In der Walze 15 sind in radialer Richtung verlaufende Entwässerungsöffnungen 11 vorgesehen,
die durch Bohren hergestellt werden. Die Entwässerungsöffnungen 11 weisen jeweils
eine zylindrische Grundform auf und umfassen jeweils zwei zylindrische Abschnitte
unterschiedlichen Durchmessers, wobei der Abschnitt größeren Durchmessers näher an
der Walzenoberfläche 13 gelegen ist und zwischen den beiden zylindrischen Abschnitten
eine Senkung 31 ausgebildet ist. Um an der Walzenoberfläche 13 den Anteil der offenen
Fläche zu vergrößern und damit die zwischen den Entwässerungsöffnungen 11 befindlichen,
so genannten Landflächen zu verkleinern, können einige oder alle Entwässerungsöffnungen
11 an der Walzenoberfläche 13 mit einer weiteren Senkung 31 versehen sein, wie es
in der Figur an einigen Entwässerungsöffnungen 11 gezeigt ist.
[0049] Bei Betrachtung der Figur von links nach rechts ist zunächst als ein Beispiel (a)
für die Ausbildung einer Erhebungen 17 und Senken 19 aufweisenden Oberflächenstruktur
eine Aussparung oder Ausnehmung 33 gezeigt, die durch Materialabnahme von der Walzenoberfläche
13 hergestellt wird.
[0050] Die Form und der Verlauf der Ausnehmung 33 ist grundsätzlich beliebig und wird entsprechend
der gewünschten Entwässerungswirkung und insbesondere auch in Abhängigkeit von der
Art und der Anzahl der Entwässerungsöffnungen 11 gewählt. So kann die Ausnehmung 33
beispielsweise Bestandteil einer Rille sein, die sich parallel zur Längsachse der
Walze 15 erstreckt. In dem dargestellten Beispiel werden zwei benachbarte Entwässerungsöffnungen
11 durch die Aussparung 33 miteinander verbunden.
[0051] Während die Aussparung 33 eine Senke 19 der Oberflächenstruktur bildet, werden deren
Erhebungen 17 von den zwischen den Aussparungen 33 verbleibenden, beispielsweise stegförmigen
Materialabschnitten gebildet. Die als Tragefläche für ein Sieb oder eine Papierbahn
dienenden Oberflächen der Erhebungen 17 liegen folglich auf dem Ausgangsniveau 21
der zumindest im Wesentlichen glatten Walzenoberfläche 13.
[0052] Die Materialabnahme zur Ausbildung der Ausnehmungen 33 erfolgt beispielsweise durch
mechanische oder chemische Materialbearbeitung, wofür beispielsweise Drehen, Fräsen,
Bohren, Rillen Erodieren oder Ätzen in Frage kommt.
[0053] Die beiden nächsten Ausführungsbeispiele (b) und (c) zeigen jeweils eine Oberflächenstruktur,
die durch Materialumformung an der Walzenoberfläche 13 hergestellt wird. Hierbei wird
z.B. durch Kaltumformen oder Warmumformen Material bereichsweise bzw. partiell über
das Ausgangsniveau 21 der Walzenoberfläche 13 hinaus gedrückt, wodurch über das Ausgangsniveau
21 hinaus vorstehende Erhebungen 17 in Form von aufgewölbten Randbereichen 25 erzeugt
werden, welche die Senken 19 bildende Vertiefungen 23 begrenzen, deren tiefste Stelle
jeweils unterhalb des Ausgangsniveaus 21 der Walzenoberfläche 13 liegt.
[0054] Wie die Figur zeigt, können die Entwässerungsöffnungen 11 entweder gemäß Beispiel
(b) im Bereich der Vertiefungen 23 oder gemäß Beispiel (c) in einem durch die vorstehenden
Randbereiche 25 von den Vertiefungen 23 getrennten Bereich in die Walzenoberfläche
13 münden.
[0055] Die Materialumformung zur Herstellung dieser Oberflächenstrukturen (b) und (c) kann
beispielsweise durch eine Oberflächenbearbeitung erfolgen, die dem Molettieren von
Gravuren entspricht oder ähnlich ist. Die Oberflächenstrukturen können auch durch
Prägen der Walzenoberfläche 13 gebildet werden. Besteht der Walzenmantel aus Kunststoff,
so kann die Materialumformung durch thermisches Plastifizieren erfolgen.
[0056] Die nächsten drei Ausführungsbeispiele (d), (e) und (f) haben gemeinsam, dass zur
Herstellung der Oberflächenstrukturen deren Erhebungen 17 jeweils durch Aufbringen
zusätzlichen Materials auf die Walzenoberfläche 13 gebildet werden, wobei zur Bildung
der Senken 19 die entsprechenden Oberflächenbereiche auf dem Ausgangsniveau 21 der
Walzenoberfläche 13 belassen werden, d.h. von der im Wesentlichen glatten Walzenoberfläche
13 selbst gebildet werden.
[0057] Zur Bildung der Erhebungen 17 werden separate Strukturteile 27 auf die Walzenoberfläche
13 aufgebracht und mit der Walzenoberfläche 13 fest verbunden. In dem Ausführungsbeispiel
(d) liegt der Verbindungsbereich auf dem Ausgangsniveau 21 der Walzenoberfläche 13,
d.h. die Walzenoberfläche 13 bleibt insofern intakt, als die Strukturteile 27 lediglich
auf die Walzenoberfläche 13 aufgesetzt werden.
[0058] Die Verbindung zwischen den Strukturteilen 27 und der Walze 15 erfolgt beispielsweise
durch Verkleben, Verschrauben, Vernieten oder Verschweißen. Die Form der Strukturteile
27 ist grundsätzlich beliebig und wird entsprechend der jeweils gewünschten Entwässerungswirkung
gewählt. Bevorzugt sind noppenförmige Strukturteile 27, deren Kanten und Flächen abgerundet
sein können.
[0059] Das Ausführungsbeispiel (e) zeigt Strukturteile 27, die nach wie vor über das Ausgangsniveau
21 der Walzenoberfläche 13 hinaus vorstehen, jedoch bis unterhalb des Ausgangsniveaus
21 in die Walze 15 hinein ragen und an der Walzenoberfläche befestigt sind. Die Befestigung
oder Verankerung der Strukturteile 27 kann mit oder ohne vorherige Ausbildung entsprechender
Aufnahmevertiefungen an der Walzenoberfläche 13 erfolgen. Wenn derartige Aufnahmevertiefungen
vorgesehen sind, erfolgt die Befestigung beispielsweise durch Verkleben, Verschrauben,
Vernieten, Verschweißen oder Eingießen. Auf die vorherige Ausbildung der Aufnahmevertiefungen
kann auch verzichtet werden, indem beispielsweise die Strukturteile 27 in die Walzenoberfläche
13 eingewalzt oder auf andere Art und Weise in die Walzenoberfläche 13 hinein gedrückt
werden.
[0060] Ausführungsbeispiel (f) entspricht Ausführungsbeispiel (e) mit dem Unterschied, dass
die Strukturteile 27 jeweils mehr als eine Erhebung 17 bilden und in Form von größeren,
verzweigten Strukturgebilden vorgesehen sind, die eine Mehrzahl von beispielsweise
noppenförmigen, jeweils eine Erhebung 17 bildenden Abschnitten 29 aufweisen.
[0061] Hinsichtlich weiterer Varianten, insbesondere auch betreffend die Anordnung sowohl
der Entwässerungsöffnungen 11 als auch der die Oberflächenstrukturen bildenden Erhebungen
17 und Senken 19 wird auf die allgemeinen Ausführungen im Einleitungsteil verwiesen.
Einander nicht widersprechende Varianten können erfindungsgemäß an einer einzigen
Formierwalze 15 miteinander kombiniert werden.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 11
- Entwässerungsöffnung
- 13
- Walzenoberfläche
- 15
- Walze
- 17
- Erhebung
- 19
- Senke
- 21
- Ausgangsniveau
- 23
- Vertiefung
- 25
- Randbereich
- 27
- Strukturteil
- 29
- noppenförmiger Abschnitt
- 31
- Senkung
- 33
- Ausnehmung, Aussparung
1. Verfahren zur Herstellung einer Walze (15) einer Papiermaschine, insbesondere einer
Formier- oder Siebsaugwalze, bei dem in der Walzenoberfläche (13) Entwässerungsöffnungen
(11) ausgebildet werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen (11) die zumindest im Wesentlichen
glatte Walzenoberfläche (13) mit einer Erhebungen (17) und Senken (19) aufweisenden
Oberflächenstruktur versehen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Herstellung der Oberflächenstruktur von der Walzenoberfläche (13) Material abgenommen
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialabnahme durch mechanische und/oder chemische Materialbearbeitung erfolgt,
insbesondere durch Drehen, Fräsen, Bohren, Rillen, Erodieren und/oder Ätzen.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Erhebungen (17) gebildet werden, die über das Ausgangsniveau (21) der zumindest im
Wesentlichen glatten Walzenoberfläche (13) hinaus vorstehen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen (11) die zuvor hergestellte Oberflächenstruktur
weiter verändert wird.
6. Verfahren zur Herstellung einer Walze (15) einer Papiermaschine, insbesondere einer
Formier- oder Siebsaugwalze, bei dem in der Walzenoberfläche (13) Entwässerungsöffnungen
(11) ausgebildet werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen (11) die Walzenoberfläche (13) mit
einer Erhebungen (17) und Senken (19) aufweisenden Oberflächenstruktur versehen wird,
wobei die Erhebungen (17) über das Ausgangsniveau (21) der Walzenoberfläche (13) hinaus
vorstehen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Herstellung der Oberflächenstruktur an der Walzenoberfläche (13) Material umgeformt
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialumformung derart erfolgt, dass Material vorzugsweise partiell über das
Ausgangsniveau (21) der Walzenoberfläche (13) hinaus gedrückt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialumformung durch Kaltumformen und/oder Warmumformen erfolgt, insbesondere
durch eine dem Molettieren von Gravuren entsprechende oder ähnliche Bearbeitung und/oder
durch Prägen von Vertiefungen (23) unter gleichzeitigem Aufwölben der die Vertiefungen
(23) begrenzenden Randbereiche (25).
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Verwendung nicht-metallischer Werkstoffe die Materialumformung durch thermisches
Plastifizieren erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) ausgehend von dem Ausgangsniveau (21) der Walzenoberfläche aufgebaut
werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Bildung der Senken (19) Oberflächenbereiche auf dem Ausgangsniveau (21) der Walzenoberfläche
(13) belassen werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) durch Aufbringen zusätzlichen Materials auf die Walzenoberfläche
(13) gebildet werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Materialauftrag durch ein Metallaufspritzverfahren, durch galvanisches Beschichten,
durch Plattieren und/oder durch Aufschweißen mit bzw. von Zusatzmaterial erfolgt.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Bildung der Erhebungen (17) auf die Walzenoberfläche (13) separate, insbesondere
noppenförmige oder noppenförmige Abschnitte (29) aufweisende Strukturteile (27) aufgebracht
und mit der Walzenoberfläche (13) fest verbunden werden, insbesondere durch Verkleben,
Verschrauben, Vernieten, Eingießen und/oder Einwalzen.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entwässerungsöffnungen (11) in der zumindest im Wesentlichen glatten Walzenoberfläche
(13) ausgebildet werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor der Ausbildung der Entwässerungsöffnungen (11) die zumindest im Wesentlichen
glatte Walzenoberfläche (13) mit einer Erhebungen und Senken aufweisenden Oberflächen-Vorstruktur
versehen wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) als Tragebereiche für ein Sieb ausgebildet werden.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) als voneinander getrennte, jeweils vollständig von Senken (19)
umgebende Materialinseln gebildet werden.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberflächenstruktur in Form eines regelmäßigen oder systematischen Musters hergestellt
wird, wobei vorzugsweise die Erhebungen (17) und Senken (19) gemäß einer vorgegebenen
Anordnungsregel auf der Walzenoberfläche (13) positioniert werden.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine unregelmäßige oder unsystematische Oberflächenstruktur hergestellt wird, wobei
vorzugsweise die Erhebungen (17) und Senken (19) nach einem Zufallsprinzip auf der
Walzenoberfläche (13) verteilt werden.
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entwässerungsöffnungen (11) und die Oberflächenstruktur derart relativ zueinander
positioniert werden, dass zumindest einige der Entwässerungsöffnungen (11) über die
Senken (19) der Oberflächenstruktur miteinander verbunden werden.
23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Herstellung der Oberflächenstruktur und die Ausbildung der Entwässerungsöffnungen
(11) derart aufeinander abgestimmt werden, dass an der Walzenoberfläche (13) ein zumindest
bereichsweise zusammenhängendes, insbesondere regelmäßiges Kanalsystem oder Entwässerungsnetzwerk
aus Entwässerungsöffnungen (11) und diese verbindenden Senken (19) geschaffen wird.
24. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Herstellung der Oberflächenstruktur und die Ausbildung der Entwässerungsöffnungen
(11) derart aufeinander abgestimmt werden, dass die Verbindung von Entwässerungsöffnungen
(11) gemäß einem vorgegebenen Muster erfolgt.
25. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entwässerungsöffnungen (11) gemäß einem vorgegebenen Muster entlang der Walzenoberfläche
(13) angeordnet werden.
26. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entwässerungsöffnungen (11) durch Bohren und/oder Senken insbesondere in radialer
Richtung hergestellt werden.
27. Walze einer Papiermaschine, insbesondere Formier- oder Siebsaugwalze, mit einem Muster
von Entwässerungsöffnungen (11) sowie mit einer Erhebungen (17) und Senken (19) aufweisenden
Oberflächenstruktur an der Walzenoberfläche (13),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) über das durch die zumindest im Wesentlichen glatte Walzenoberfläche
(13) definierte Ausgangsniveau (21) hinaus vorstehen.
28. Walze nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberflächenstruktur durch Materialumformung an der Walzenoberfläche (13) hergestellt
ist.
29. Walze nach Anspruch 27 oder 28,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) durch Materialumformung vorzugsweise partiell über das Ausgangsniveau
(21) hinaus gedrückt sind.
30. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 29,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Senken (19) durch auf dem Ausgangsniveau (21) liegende Oberflächenbereiche gebildet
sind.
31. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 30,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) durch Aufbringen zusätzlichen Materials auf die Walzenoberfläche
(13) gebildet sind.
32. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 31,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) in Form von separaten, insbesondere noppenförmigen und/oder noppenförmige
Abschnitte (29) aufweisenden Strukturteilen (27) vorgesehen sind, die auf die Walzenoberfläche
(13) aufgebracht und mit der Walzenoberfläche (13) fest verbunden sind.
33. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 32,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erhebungen (17) voneinander getrennte, jeweils vollständig von Senken (19) umgebende
Materialinseln sind.
34. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 33,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberflächen der Erhebungen (17) als Tragebereiche für ein Sieb ausgebildet sind.
35. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 34,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entwässerungsöffnungen (11) entlang der Walzenoberfläche (13) in einer regelmäßigen
Anordnung vorgesehen sind, und/oder
dass die Entwässerungsöffnungen (11) entlang der Walzenoberfläche (13) voneinander beabstandet
angeordnet sind, und/oder
dass die Entwässerungsöffnungen (11) eine zylindrische Grundform besitzen, und/oder
dass die Entwässerungsöffnungen (11) mit Senkungen (31) versehen sind.
36. Walze nach einem der Ansprüche 27 bis 35,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 26 hergestellt ist.