[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Herausziehen, Einziehen
und/oder Auswechseln eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes, einer
Papiermaschine.
[0002] Bisher erfolgte das Herausziehen, Einziehen und Auswechseln von Sieben und Filzen
der Sieb- und Pressenpartie von Hand und mit einfachen mechanischen Hilfsmitteln,
was mit einem entsprechenden Zeit- und Personalaufwand verbunden ist.
[0003] Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren sowie eine verbesserte Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, mit denen die betreffenden Vorgänge zumindest
weitgehend automatisch erfolgen können und der Zeit- und Personalaufwand entsprechend
verringert wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe u.a. gelöst durch ein Verfahren zum Herausziehen
eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes, aus einer Papiermaschine,
bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine Aufspannvorrichtung positioniert
und das betreffende Band mittels mehrerer entlang einer jeweiligen Führung quer zur
Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer aus der Papiermaschine heraus und auf
die Aufspannvorrichtung gezogen wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe überdies gelöst durch ein Verfahren zum
Einziehen eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes, in eine Papiermaschine,
bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine mit dem Band versehene Aufspannvorrichtung
positioniert und das betreffende Band mittels mehrerer entlang einer jeweiligen Führung
quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer von der Aufspannvorrichtung
abgezogen und in die Papiermaschine eingezogen wird.
[0006] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die genannte Aufgabe gelöst durch
ein Verfahren zum Auswechseln eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes,
einer Papiermaschine, bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine erste Aufspannvorrichtung
positioniert wird, das alte Band mittels mehrerer entlang einer jeweiligen Führung
quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer aus der Papiermaschine heraus
und auf die erste Aufspannvorrichtung gezogen wird, die erste Aufspannvorrichtung
mit dem alten Band weggefahren wird, auf der Führerseite der Papiermaschine eine mit
dem neuen Band versehene Aufspannvorrichtung positioniert wird und das neue Band mittels
mehrerer entlang einer jeweiligen Führung quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender
Greifer von der Aufspannvorrichtung abgezogen und in die Papiermaschine eingezogen
wird.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verfahren wird wenigstens
ein traversierender Greifer mit einem entlang der betreffenden Führung verfahrbaren
Schlitten und einem diesem zugeordneten Klemmmechanismus verwendet, der zum Ergreifen
und Heraus- bzw. Einziehen des Bandes aktiviert und anschließend wieder deaktiviert
wird.
[0008] In bestimmten Fällen ist es auch von Vorteil, wenn zumindest ein Teil der Führungen
auf einer jeweiligen Traverse oder einer jeweiligen Tragstange einer jeweiligen Aufspannvorrichtung
vorgesehen ist.
[0009] Grundsätzlich kann zumindest ein Teil der Führungen auch auf einer jeweiligen Traverse
in der Papiermaschine vorgesehen sein.
[0010] Ist zumindest ein Teil der Greifer- und/oder Führungen in der Papiermaschine vorgesehen,
so sind diese vorzugsweise aus der Papiermaschine heraus schwenkbar oder aus dieser
heraus verfahrbar.
[0011] Gemäß einer zweckmäßigen praktischen Ausgestaltung wird wenigstens ein traversierender
Greifer mittels einer Seilwinde verfahren.
[0012] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung wird wenigstens ein traversierender
Greifer mittels eines Elektromotors verfahren. Ein solcher Elektromotor kann insbesondere
auf dem Schlitten angeordnet sein. Dabei kann insbesondere ein batteriebetriebener
Elektromotor eingesetzt werden.
[0013] Die traversierenden Greifer werden vorzugsweise über eine Fernsteuerung angesteuert,
um Kabel und die entsprechenden Kabelführungen einzusparen.
[0014] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind zumindest in der Nähe von Walzen und/oder Umlenkstellen der durch das Band gebildeten
Bespannung Greifer am Umfang des einzuziehenden Bandes positioniert.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst wenigstens eine verfahrbare Aufspannvorrichtung
und mehrere entlang einer jeweiligen Führung quer zur Maschinenlaufrichtung traversierende
Greifer, über die ein betreffendes Band aus der Papiermaschine heraus- und auf die
Aufspannvorrichtung aufziehbar bzw. von der Aufspannvorrichtung ab- und in die Papiermaschine
einziehbar ist.
[0016] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0017] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung können
somit Siebe und Filze zumindest weitgehend automatisch aus der Papiermaschine herausgezogen
und auf eine Aufspannoder Aufziehvorrichtung vor der Papiermaschine aufgezogen werden,
von einer Aufspann- oder Aufziehvorrichtung vor der Papiermaschine in die Papiermaschine
eingezogen werden bzw. ausgewechselt werden. Aufgrund der sich erfindungsgemäß ergebenden
weitgehenden Automatisierung ist lediglich noch zum Betätigen der Steuerung und zur
Überwachung entsprechendes Personal erforderlich. Die jeweilige Aufspannvorrichtung
wird auf der Führerseite der Sieb- bzw. Pressenpartie der Papiermaschine positioniert.
Soll von der jeweiligen Aufspannvorrichtung ein jeweiliges Band abgezogen und in die
Papiermaschine eingezogen werden, so ist das Band, d.h. insbesondere Sieb oder Filz,
so auf der Aufspannvorrichtung aufgespannt, wie es anschließend in die Papiermaschine
eingezogen werden soll. Die Sieb- bzw. Pressenpartie sollte voll cantileverbar sein.
Sieb- bzw. Filzspanner müssen entlastet und Zwischenstücke müssen entfernt werden.
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher beschrieben; in dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung zweier verfahrbarer Aufspannvorrichtungen,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines über eine Seilwinde verfahrbaren Greifers,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Greifers, der mit- tels eines Elektromotors über
ein Zahnstangengetriebe verfahrbar und dessen Klemmmechanismus über eine Zylinder/Kolben-Anordnung
betätigbar ist,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Greifers, der mit- tels eines Elektromotors über
ein Zahnstangengetriebe verfahrbar und dessen Klemmmechanismus über einen weiteren
Elektromotor mit Getriebe betätigbar ist, und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung verschiedener Greiferpo- sitionen beim Einziehen eines
jeweiligen Bandes in die Papiermaschine.
[0019] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung zwei beispielhafte Ausführungsformen einer
verfahrbaren Aufspannvorrichtung 10, die zu einer Vorrichtung 12 zum Herausziehen,
Einziehen und/oder Auswechseln eines endlosen Bandes 14 einer Papiermaschine gehören.
Bei dem jeweiligen endlosen Band 14 kann es sich insbesondere um ein Filz- oder Siebband
handeln.
[0020] Die Vorrichtung 12 umfasst überdies mehrere entlang einer jeweiligen Führung quer
zur Maschinenlaufrichtung traversierende Greifer 16, über die ein betreffendes Band
14 aus der Papiermaschine heraus- und auf die Aufspannvorrichtung 10 aufziehbar bzw.
von der Aufspannvorrichtung 10 ab- und in die Papiermaschine einziehbar ist.
[0021] Vorzugsweise sind zumindest in der Nähe von Walzen und/oder Umlenkstellen der durch
das Band 14 gebildeten Bespannung Greifer 16 am Umfang des einzuziehenden Bandes 14
positioniert. Im vorliegenden Fall sind an den betreffenden Stellen Bleche 18 vorgesehen,
die die Kontur eines betreffenden Abschnitts der Walzen zeigen.
[0022] Zum Verfahren einer jeweiligen Aufspannvorrichtung 10 sind dieser Rollen 20 zugeordnet.
[0023] In der Fig. 1 is überdies ein jeweiliger Querträger oder sogenannter "Cantilever"
22 zu erkennen.
[0024] Für einen Band- oder Bespannungswechsel können zwei verfahrbare Aufspannungsvorrichtungen
10 vorgesehen sein.
[0025] Die jeweilige Vorrichtung 10 ist zweckmäßigerweise cantileverbar.
[0026] Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform eines
traversierenden Greifers 16 mit einem entlang der betreffenden Führung verfahrbaren
Schlitten 24 und einem diesen zugeordneten Klemmmechanismus 26, der zum Ergreifen
und Heraus- bzw. Einziehen des Bandes 14 (vgl. auch Fig. 1) aktivierbar und anschließend
wieder deaktivierbar ist.
[0027] Im vorliegenden Fall ist die betreffende Führung auf einer Traverse 28 vorgesehen,
die obere und untere Laufflächen 30 aufweist, die mit dem Schlitten 24 zugeordneten
Laufrollen 32 zusammenwirken.
[0028] Die insbesondere die Laumächen 30 umfassenden Führungen können auf einer jeweiligen
Traverse einer Aufspannvorrichtung 10 oder auf einer jeweiligen Traverse in der Papiermaschine
vorgesehen sein.
[0029] Ist zumindest ein Teil der Greifer 16 und/oder Führungen 30 in der Papiermaschine
vorgesehen, so sind diese vorzugsweise aus der Papiermaschine heraus schwenkbar oder
aus dieser heraus verfahrbar.
[0030] Beim in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der betreffende Greifer
16 über eine Seilwinde verfahrbar, mit deren Seil 34 der Schlitten 24 verbunden ist.
[0031] Der Klemmmechanismus 26 umfasst einen Klemmhebel 36, der über eine in eine Gewindebuchse
38 eingreifende Gewindespindel 40 um eine Achse 42 verschwenkbar ist, um das endlose
Band 16 zu klemmen bzw. wieder freizugeben.
[0032] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel wird der Klemmhebel 36 über einen Elektromotor
44 mit Getriebe betätigt, durch den über eine Kupplung 46 die Gewindespindel 40 entsprechend
antreibbar ist.
[0033] Fig. 3 zeigt in schematischer Darstellung einen Greifer 16, der mittels eines Elektromotors
48 mit Getriebe verfahrbar ist.
[0034] Wie anhand der Fig. 3 zu erkennen ist, ist der Elektromotor 48 an dem Schlitten 24
angeordnet. Dabei kann es sich insbesondere um einen batteriebetriebenen Elektromotor
48 handeln.
[0035] Durch den Elektromotor 48 wird wenigstens ein Zahnrad 50 angetrieben, das mit einer
auf der Traverse 28 vorgesehenen Zahnstange 52 kämmt, wodurch der Greifer 16 entsprechend
verfahrbar ist.
[0036] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel wird der Klemmhebel 36 anstatt durch einen
Elektromotor z.B. durch eine hydraulische Zylinder/Kolben-Anordnung 54 betätigt.
[0037] Im übrigen kann der Greifer 16 zumindest im wesentlichen wieder den gleichen Aufbau
wie der gemäß Fig. 2 besitzen. Einander entsprechenden Teilen sind gleiche Bezugszeichen
zugeordnet.
[0038] Der in der Fig. 4 dargestellte Greifer 16 unterscheidet sich von dem der Fig. 3 lediglich
dadurch, dass der Klemmhebel 36 in der gleichen Weise wie bei der Ausführung gemäß
Fig. 2 wieder über einen Elektromotor 44 mit Getriebe betätigbar ist. Der Elektromotor
44 treibt über eine Kupplung 46 also insbesondere wieder eine Gewindespindel 40 an,
die mit einer dem Klemmhebel 36 zugeordneten Gewindebuchse 38 zusammenwirkt.
[0039] Im übrigen kann der Greifer 16 zumindest im wesentlichen wieder den gleichen Aufbau
wie der in der Fig. 3 gezeigte Greifer 16 besitzen. Einander entsprechenden Teilen
sind gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
[0040] Fig. 5 zeigt in schematischer Darstellung verschiedene Greiferpositionen beim Einziehen
eines jeweiligen Bandes 14 in die Papiermaschine.
[0041] In den beiden Teilen a) und b) dieser Fig. 5 sind jeweils zwei z.B. in der Papiermaschine
angeordnete Traversen 28 mit zugeordneten Greifern 26 sowie eine der Papiermaschine
zugeordnete Walze 56 zu erkennen.
[0042] Im Teil a) der Fig. 5 sind die die endlose Bahn 14 ergreifenden verfahrbaren Greifer
16 beim Einziehen der endlosen Bahn 14 dargestellt. Sie werden in Richtung der Pfeile
F quer zur Maschinenlaufrichtung weiter in die Papiermaschine verfahren, bis die endlose
Bahn 14 vollständig in die Papiermaschine eingezogen ist.
[0043] Im Teil b) der Fig. 5 nehmen die Greifer 16 ihre Endposition ein, in der das Band
14 vollständig in die Papiermaschine eingezogen ist.
[0044] Zum Herausziehen eines jeweiligen endlosen Bandes 14, insbesondere Siebes oder Filzes,
aus der Papiermaschine auf eine Aufspannvorrichtung 10 kann beispielsweise wie folgt
vorgegangen werden:
[0045] Mittels der Greifer 16 wird das endlose Band 14 geklemmt und damit ergriffen und
über Traversen 28, die beispielsweise auf der Aufspannvorrichtung 10 befestigt sind,
aus der Papiermaschine auf die genannte Aufspannvorrichtung 10 gezogen. Danach geben
die Greifer 16 das endlose Band 14 wieder frei. Personal ist im wesentlichen nur zum
Öffnen und Schließen der Stuhlung erforderlich. Es sind entsprechend weniger bzw.
keine Laufstege speziell zum Entfernen der Siebe und Filze erforderlich.
[0046] Es können z.B. Greifer verwendet werden, die jeweils aus einer Traverse mit Schlitten
bestehen. Ein jeweiliger Schlitten ist mit einem Klemmmechanismus für ein vorübergehendes
Klemmen oder Ergreifen des endlosen Bandes versehen.
[0047] Auf der Traverse der Aufspannvorrichtung auf der Führerseite vor der Papiermaschine
kann eine z.B. durch ein T-Profil gebildete Führung für eien jeweiligen Schlitten
vorgesehen sein. Der Schlitten kann beispielsweise über ein Seil mittels einer Seilwinde
von der Führerseite zur Wand hin gezogen werden. Es kann beispielsweise ein Elektromotor
mit zugeordneter Batterie (Akku) vorgesehen, über den eine entsprechende Traversierung
des Greifers erfolgt. Damit wird der traversierende Greifer von der Führerseite der
Papiermaschine zur Wandseite gefahren.
[0048] Beispielsweise über einen Hebel mit Elektromotor und Spindelhubelement kann das in
der Papiermaschine vorgesehene endlose Band auf den Schlitten geklemmt werden.
[0049] Zum Herausziehen des endlosen Bandes sind je nach Bandverlauf mehrere traversierende
Greifer erforderlich.
[0050] Hat der jeweilige, einen Schlitten mit Greifmechanismus umfassende Greifer das endlose
Band geklemmt, wird er über die Seilwinde bzw. den Elektromotor mit Akkubetrieb zur
Wand des Papiermaschinengebäudes gezogen, bis das endlose Band sich außerhalb der
Papiermaschine befindet. Anschließend lässt der Greifer mit einem entsprechenden Entlasten
des Klemmmechanismus das Band wieder los. Das Band kann somit ohne mechanische Handarbeit
aus der Papiermaschine herausgezogen werden. Bevorzugt ist eine elektronische Ablaufsteuerung
vorgesehen. Die Ansteuerung der Greifer kann beispielsweise über eine Funksteuerung
erfolgen, um Kabel und die entsprechenden Kabelführungen einzusparen.
[0051] Der Schlitten mit Traversierung kann eventuell auch auf den Tragstangen der Aufspannvorrichtung
oder Bandaufziehvorrichtung befestigt werden.
[0052] Das endlose Band kommt somit auf einen fest definierten Platz auf der Führerseite
der Papiermaschine und kann schneller aus dem Betriebsbereich der Papiermaschine entfernt
werden.
[0053] Beim Einziehen eines jeweiligen endlosen Bandes von einer Aufspannvorrichtung vor
der Papiermaschine in die Papiermaschine kann beispielsweise wie folgt vorgegangen
werden:
Mittels der Greifer wird das endlose Band, d.h. beispielsweise das betreffende Sieb
oder betreffende Filz geklemmt und ergriffen und über Traversen von der Aufspannvorrichtung
in die erforderliche Position in der Papiermaschine gezogen. Danach lösen die Greifer
die Klemmung, woraufhin das endlose Band wieder freigegeben wird.
[0054] Personal ist im wesentlichen lediglich zum Öffnen und Schließen der Stuhlung erforderlich.
Es sind somit weniger bzw. keine Laufstege speziell zum Entfernen der Siebe und Filze
erforderlich.
[0055] Es können insbesondere wieder Greifer mit einem entlang einer Traverse geführten
Schlitten verwendet werden. Ein jeweiliger Schlitten kann wieder mit einem Klemmmechanismus
zum vorübergehenden Klemmen bzw. Ergreifen des endlosen Bandes versehen sein.
[0056] Die Greifer und/oder Traversen sind in der Papiermaschine in der Nähe des endlosen
Bandes positioniert. Grundsätzlich können diese auch aus der Papiermaschine herausgeschwenkt
und/oder verfahren werden, um eine Verschmutzung zu vermeiden.
[0057] Auf einer jeweiligen Traverse der Aufspannvorrichtung auf der Führerseite vor der
Papiermaschine ist eine Führung mit einem in der Führung geführten Schlitten vorgesehen.
Der Schlitten wird beispielsweise wieder über ein Seil mit Seilwinde von der Führerseite
zur Wand hin gezogen. Es kann beispielsweise auch wieder ein Elektromotor mit Akku
für die Traversierung sorgen. Damit wird der traversierende Greifer von der Führerseite
der Papiermaschine zur Wandseite gefahren.
[0058] Das in der Papiermaschine befindliche endlose Band wird beispielsweise wieder über
einen Hebel mit Elektromotor und Spindelhubelement auf den Schlitten geklemmt.
[0059] Zum Einziehen des endlosen Bandes sind je nach Bandverlauf zweckmäßigerweise wieder
mehrere traversierende Greifer vorgesehen. Hat ein jeweiliger, einen Schlitten mit
Greifmechanismus umfassender Greifer das endlose Band geklemmt, so wird er beispielsweise
über die Seilwinde bzw. den Elektromotor mit Akkubetrieb von der Führerseite zur Triebseite
der Papiermaschine gezogen, bis das Sieb in der Papiermaschine die erforderliche Position
einnimmt, und durch ein Entlasten des Klemmmechanismus wird das Band dann wieder freigegeben.
Entsprechend wird das Band ohne menschliche Handarbeit, automatisch, in die Papiermaschine
eingezogen. Vorzugsweise ist wieder eine elektronische Ablaufsteuerung vorgesehen.
Die Ansteuerung der Greifer kann insbesondere wieder über eine Fernsteuerung erfolgen,
um Kabel und die entsprechenden Kabelführungen einzusparen.
[0060] Der Schlitten mit Traversierung kann grundsätzlich beispielsweise auch wieder auf
den Tragstangen der Aufspannvorrichtung bzw. Sieb/Filz-Aufziehvorrichtung befestigt
werden.
[0061] Das betreffende endlose Band kommt somit ohne Handarbeit schnell auf einen fest definierten
Platz in der Papiermaschine.
[0062] Beim Auswechseln eines betreffenden endlosen Bandes kann beispielsweise wie folgt
vorgegangen werden:
[0063] Es wird vorausgesetzt, dass die Versorgungsleitungen von der Triebseite kommen.
[0064] Mittels einer Aufspann- oder Aufziehvorrichtung wird das endlose Band, z.B. Sieb-
oder Filzband, aus der Sieb- bzw. Pressenpartie, (vgl. das Prinzip mit Sieb-Filzgreifer)
herausgezogen und dann seitlich weggefahren.
[0065] Eine zweite Aufspann- oder Aufziehvorrichtung, die mit dem neuen endlosen Band, z.B.
Sieb oder Filz, bestückt ist, wird vor die Sieb- bzw. Pressenpartie gefahren. Über
die Greifer wird das neue endlose Band, d.h. insbesondere das neue Sieb bzw. der neue
Filz, in die Stuhlung gezogen.
[0066] Personal ist im wesentlichen nur zum Öffnen und Schließen der Stuhlung erforderlich,
wobei jedoch auch dies automatisiert werden kann. Es sind somit weniger bzw. keine
Laufstege speziell zum Entfernen der Siebe und Filze erforderlich.
[0067] Eine jeweilige Aufspann- oder Aufziehvorrichtung kann insbesondere die Kontur des
aufzuziehenden endlosen Bandes besitzen. An den Stellen, an denen sonst in der Papiermaschine
die Walzen anzutreffen sind, können Bleche vorgesehen sein, die die Kontur der Walzen
haben. Die Aufspannvorrichtung kann, wie bereits beschrieben, mit Greifern versehen
sein, um das in der Papiermaschine befindliche endlose Band aus der Papiermaschine
herauszuziehen. Die Aufspannvorrichtung ist wieder verfahrbar und cantileverbar. Optional
kann die Aufspannvorrichtung z.B. wie beim Pressmantelwechsel der sogenannten "NipcoFlex"-Walze
zur Abstützung der Stuhlung verwendet werden, womit eine Cantilevereinrichtung eingespart
wird.
[0068] In der Papiermaschine können ebenfalls Greifer auf Traversen geführt sein, um das
neue endlose Band in die Papiermaschine einzuziehen. Optional sind diese aus der Papiermaschine
verfahrbar, um nicht zu verschmutzen.
[0069] Überdies wird eine zweite Aufspannvorrichtung mit dem vorgespannten neuen endlosen
Band, insbesondere Sieb oder Filz verwendet. Diese zweite Aufspannvorrichtung muss
nicht zwingend auch mit Greifern versehen sein.
[0070] Für einen jeweiligen Bespannungswechsel fährt die erste Aufspannvorrichtung vor das
zu wechselnde endlose Band, insbesondere Sieb der Filz.
[0071] Die Stuhlung wird geöffnet, was manuell oder automatisch geschehen kann. Die Greifer
der Aufspannvorrichtung ziehen das endlose Band aus der Papiermaschine heraus. Diese
erste Aufspannvorrichtung fährt dann aus dem betreffenden Bereich heraus, so dass
die zweite Aufspannvorrichtung mit dem neuen endlosen Band, z.B. Sieb oder Filz, in
Position vor der Sieb- bzw. Pressenpartie fahren kann.
[0072] Danach fährt die zweite Aufspannvorrichtung vor die Sieb- bzw. Pressenpartie in Position.
Die z.B. in der Papiermaschine vorgesehenen Greifer ziehen das endlose Band in die
erforderliche Position in der Papiermaschine.
[0073] Für den Fall, dass die Aufspannvorrichtung zum Abstützen der Stuhlung verwendet wird,
muss zum Abfahren der ersten Aufspannvorrichtung die Stuhlung wieder geschlossen und
nach dem Anfahren und "Aufstecken" der zweiten Aufziehvorrichtung wieder geöffnet
werden.
[0074] Die Stuhlung wird nach dem gesamten Ablauf wieder geschlossen, und die durch das
betreffende endlose Band gebildete Bespannung wird dann wieder gespannt, so dass der
Produktionsprozess weiterlaufen kann.
[0075] Das Anfahren und Wegfahren der Aufspannvorrichtungen kann insbesondere wieder über
eine Fernbedienung und/oder über eine Ablaufsteuerung erfolgen.
[0076] Die Greifer sind vorzugsweise zumindest an den Stellen am Umfang der einzuziehenden
Bespannung positioniert, die in der Nähe von Walzen und/oder Umlenkstellen der Bespannung
liegen.
[0077] Somit wird das endlose Band, mit wenig oder ohne Handarbeit auf einen fest definierten
Platz in der Papiermaschine verbracht, womit Stillstandszeiten reduziert und Arbeitskräfte
eingespart werden. Ein eventuell höherer Aufwand im Zusammenhang mit den Aufspannvorrichtungen
wird durch die kürzeren Stillstandszeiten zumindest kompensiert. Das Anfahren und
Wegfahren der Aufspannvorrichtungen kann insbesondere wieder über eine Fernbedienung
und/oder über eine Ablaufsteuerung erfolgen.
Bezugszeichenliste
[0078]
- 10
- verfahrbare Aufspannvorrichtung
- 12
- Vorrichtung zum Herausziehen, Einziehen und/oder Auswechseln eines endlosen Bandes
- 14
- endloses Band, Filz- oder Siebband
- 16
- Greifer
- 18
- Blech
- 20
- Rolle
- 22
- Querträger, Cantilever
- 24
- Schlitten
- 26
- Klemmmechanismus
- 28
- Traverse
- 30
- Führung, Lauffläche
- 32
- Laufrolle
- 34
- Seil
- 36
- Klemmhebel
- 38
- Gewindebuchse
- 40
- Gewindespindel
- 42
- Schwenkachse
- 44
- Elektromotor
- 46
- Kupplung
- 48
- Elektromotor
- 50
- Zahnrad
- 52
- Zahnstange
- 54
- Zylinder/Kolben-Einheit
- 56
- Walze
1. Verfahren zum Herausziehen eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes,
aus einer Papiermaschine, bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine Aufspannvorrichtung
positioniert und das betreffende Band mittels mehrerer entlang einer jeweiligen Führung
quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer aus der Papiermaschine heraus
und auf die Aufspannvorrichtung gezogen wird.
2. Verfahren zum Einziehen eines endlosen Bandes, insbesondere Filzoder Siebbandes, in
eine Papiermaschine, bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine mit dem Band
versehene Aufspannvorrichtung positioniert und das betreffende Band mittels mehrerer
entlang einer jeweiligen Führung quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer
von der Aufspannvorrichtung abgezogen und in die Papiermaschine eingezogen wird.
3. Verfahren zum Auswechseln eines endlosen Bandes, insbesondere Filz- oder Siebbandes,
einer Papiermaschine, bei dem auf der Führerseite der Papiermaschine eine erste Aufspannvorrichtung
positioniert wird, das alte Band mittels mehrerer entlang einer jeweiligen Führung
quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender Greifer aus der Papiermaschine heraus
und auf die erste Aufspannvorrichtung gezogen wird, die erste Aufspannvorrichtung
mit dem alten Band weggefahren wird, auf der Führerseite der Papiermaschine eine mit
dem neuen Band versehene Aufspannvorrichtung positioniert wird und das neue Band mittels
mehrerer entlang einer jeweiligen Führung quer zur Maschinenlaufrichtung traversierender
Greifer von der Aufspannvorrichtung abgezogen und in die Papiermaschine eingezogen
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein traversierender Greifer mit einem entlang der betreffenden Führung
verfahrbaren Schlitten und einem diesem zugeordneten Klemmmechanismus verwendet wird,
der zum Ergreifen und Heraus- bzw. Einziehen des Bandes aktiviert und anschließend
wieder deaktiviert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Führungen auf einer jeweiligen Traverse oder einer jeweiligen
Tragstange einer jeweiligen Aufspannvorrichtung vorgesehen ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Führungen auf einer jeweiligen Traverse in der Papiermaschine
vorgesehen ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Greifer und/oder Führungen in der Papiermaschine vorgesehen
ist, wobei diese vorzugsweise aus der Papiermaschine heraus schwenkbar oder aus dieser
heraus verfahrbar sind.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein traversierender Greifer mittels einer Seilwinde verfahren wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein traversierender Greifer mittels eines Elektromotors verfahren wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektromotor an dem Schlitten angeordnet ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein batteriebetriebener Elektromotor eingesetzt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die traversierenden Greifer über eine Fernsteuerung angesteuert werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest in der Nähe von Walzen und/oder Umlenkstellen der durch das Band gebildeten
Bespannung Greifer am Umfang des einzuziehenden Bandes positioniert sind.
14. Vorrichtung (12) zum Herausziehen, Einziehen und/oder Auswechseln eines endlosen Bandes
(14), insbesondere Filz- oder Siebbandes, einer Papiermaschine, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens einer verfahrbaren
Aufspannvorrichtung (10) und mehreren entlang einer jeweiligen Führung (30) quer zur
Maschinenlaufrichtung traversierenden Greifern (16), über die ein betreffendes Band
(14) aus der Papiermaschine heraus- und auf die Aufspannvorrichtung (10) aufziehbar
bzw. von der Aufspannvorrichtung (10) ab- und in die Papiermaschine einziehbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass für einen Band- oder Bespannungswechsel zwei verfahrbare Aufspannvorrichtungen (10)
vorgesehen sind.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
dass wenigstens ein traversierender Greifer (16) mit einem entlang der betreffenden Führung
(30) verfahrbaren Schlitten (24) und einem diesem zugeordneten Klemmmechanismus (26)
vorgesehen ist, der zum Ergreifen und Heraus- bzw. Einziehen des Bandes (14) aktivierbar
und anschließend wieder deaktivierbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Führungen (30) auf einer jeweiligen Traverse (28) oder einer
jeweiligen Tragstange einer jeweiligen Aufspannvorrichtung (10) vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Führungen (30) auf einer jeweiligen Traverse in der Papiermaschine
vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Teil der Greifer (16) und/oder Führungen (30) in der Papiermaschine
vorgesehen ist, wobei diese vorzugsweise aus der Papiermaschine heraus schwenkbar
oder aus dieser heraus verfahrbar sind.
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein traversierender Greifer (16) mittels einer Seilwinde verfahrbar ist.
21. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein traversierender Greifer (16) mittels eines Elektromotors (48) verfahrbar
ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektromotor an dem Schlitten (24) angeordnet ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein batteriebetriebener Elektromotor (48) eingesetzt wird.
24. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die traversierenden Greifer (16) über eine Fernsteuerung ansteuerbar sind.
25. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest in der Nähe von Walzen und/oder Umlenkstellen der durch das Band (14) gebildeten
Bespannung Greifer (16) am Umfang des einzuziehenden Bandes (14) positioniert sind.
26. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die jeweilige Aufspannvorrichtung (10) zusammenfaltbar ist.