STAND DER TECHNIK
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Plausibilisierung von zur Berechnung der
Steuersignale für die Kraftstoffeinspritzung einer Brennkraftmaschine verwendeten
Bezugsmarken, insbesondere für Common Rail Systeme.
[0002] Derzeitige Steuergeräte für Common Rail Systeme beinhalten ein drehzahlsynchrones
Einspritz-Software-Timing, wobei die Berechnung jeweils des zylinderspezifischen Einspritzbeginns
durch statische Interrupt-Signale ausgelöst wird. Diese werden winkelsynchron mit
Hilfe eines Zahngebers und einer Zähleinrichtung erzeugt. Rechzeitig vor dem berechneten
Einspritzbeginn wird ein dynamisches Interrupt-Signal ausgelöst, durch das die Berechnung
der Ansteuerdauer, also der Einspritzzeit, berechnet wird. Die Erfassung der Drehzahl
erfolgt üblicherweise in einem separaten Mikrocontroller bzw. ASIC. Zur Plausibilisierung
und Überwachung der Interrupts wird in bekannter Weise eine Zeitüberwachung bzw. Deadline-Überwachung
durchgeführt. Diese Überwachung eignet sich zwar noch recht gut für zeitsynchrone
Abläufe, jedoch sind für die Überwachung sicherheitsrelevanter, ereignissynchroner
Abläufe, wie die Berechnung und Ausführung von Einspritz-Beginn und -ende nicht mehr
ausreichend, so dass die Plausibilisierung von statischen und dynamischen Interrupts
hinsichtlich ihrer Konsistenz, Lage und Anzahl insbesondere bei Common Rail Systemen
ein dringendes Problem darstellt.
VORTEILE DER ERFINDUNG
[0003] Durch das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 können in
vorteilhafter Weise schnell und sicher Fehler im Interrupt-Timing sowohl hinsichtlich
der statischen als auch hinsichtlich der dynamischen Interrupts erkannt werden. Dies
führt sowohl zu einer größeren Sicherheit für Personen, nämlich Fahrer des mit der
Brennkraftmaschine versehenen Kraftfahrzeugs, sowie zu einem besseren Schutz vor Motorschäden
infolge fehlerhafter Einspritzung.
[0004] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Verfahrens möglich.
[0005] Geeignete Notmaßnahmen sind insbesondere die Auslösung von Resets und/oder die Umschaltung
auf Notbetrieb und/oder die Abschaltung der Brennkraftmaschine. Als Fehlererkennungsmaßnahmen
eignen sich Anzeigemittel und/oder die Speicherung von Fehlern in Speichermitteln,
damit bei einer späteren Diagnose die Fehlerursachen und Fehlerhäufigkeit sicher erkannt
werden können. Die Auslösung der unterschiedlichen Notmaßnahmen und/oder Fehlererkennungsmaßnahmen
erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit der Fehlerhäufigkeit. So kann beispielsweise
die Auslösung eines Resets bei Ausbleiben eines dynamischen Interrupts vorgesehen
sein, während beispielsweise nach drei vergeblichen Resets hintereinander die Umschaltung
auf einen Notbetrieb oder gar die vollständige Abschaltung der Brennkraftmaschine
erfolgt, wobei letztere Maßnahme auch erst dann vorgesehen sein kann, wenn der Notbetrieb
ebenfalls nicht zu einem zufriedenstellenden Fahrverhalten führt.
[0006] Die Berechnung der Steuersignale für die Kraftstoffeinspritzung erfolgt nur bei korrekt
ermittelten Bezugsmarken bzw. Interrrupts. Hierdurch soll verhindert werden, dass
durch fehlerhafte Kraftstoffeinspritzung zu ungeeigneten Zeitpunkten Schäden an der
Brennkraftmaschine entstehen.
[0007] Während die erste Bezugsmarke die Berechnung des Beginns der Kraftstoffeinspritzung
vorgibt, löst die zweite Bezugsmarke die Berechnung der Dauer oder des Endes der Kraftstoffeinspritzung
aus. Hierdurch kann diese Dauer oder das Ende mit möglichst exakten Parametern sehr
kurz vor dem Einspritzbeginn berechnet werden.
[0008] Im Hinblick auf mögliche zeitliche Überlappungen sind für die verschiedenen Kraftstoffeinspritzarten
(Voreinspritzung, Haupteinspritzung, Nacheinspritzung) jeweils eigene Zählvorgänge
und Zähleinrichtungen vorgesehen.
[0009] Die ersten Bezugsmarken (statische Interrupts) lösen abwechselnd die Berechnung des
Beginns unterschiedlicher Einspritzarten aus. Hierdurch werden zu lange Zeitintervalle
zwischen Bezugsmarke und Beginn der jeweiligen Einspritzart verhindert.
[0010] Zusätzlich können noch in vorteilhafter Weise die Winkelabstände der ersten Bezugsmarken
untereinander überprüft werden. Dies erfolgt in einer zweckmäßigen Ausgestaltung des
Verfahrens dadurch, dass die Winkelsignale eines von der Brennkraftmaschine angetriebenen
Zahngebers in einer Zähleinrichtung gezählt werden, wobei jeweils nach einer vorgebbaren
Zahl von Winkelsignalen eine der ersten Bezugsmarken generiert wird, und dass bei
jeder ersten Bezugsmarke die Zählerdifferenz zwischen dem aktuellen Zählerstand und
dem bei der letzten Bezugsmarke erfassten Zählerstand daraufhin überprüft wird, ob
diese der vorgebbaren Zahl entspricht.
ZEICHNUNG
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert Es zeigen:
- Figur 1
- ein Signaldiagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise und
- Figur 2
- eine schematische Blockdarstellung einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
BESCHREIBUNG DES AUSFÜHRUNGSBEISPIELS
[0012] Bei dem in Figur 2 vereinfacht dargestellten Kraftstoffeinspritzsystem für eine Brennkraftmaschine
erzeugt ein beispielsweise von der Nockenwelle angetriebener Zahngeber 10 eine Vielzahl
von Winkelimpulsen pro Umdrehung. Diese werden in einem Zahnzähler 11 gezählt, der
in einem Drehzahlerfassungsmodul 12 untergebracht ist. In diesem Drehzahlerfassungsmodul
12 wird die Drehzahl n der Brennkraftmaschine anhand der erfassten Zahnimpulse erfasst,
wozu beispielsweise ein separater Mikrocontroller vorgesehen ist. Jeweils nach einer
festgelegten Zahl von Zahnimpulsen löst das Drehzahlerfassungsmodul 12 einen statischen
Interrupt Is aus, wobei diese statischen Interrupts eine erste Art von äquidistanten
Bezugsmarken darstellen. Obwohl diese statischen Interrupts aus Gründen der Abtastung
von Sensorwerten üblicherweise äquidistant sind, können aus Gründen der Gleichverteilung
der Laufzeitbelastung auch nicht-äquidistante Abstände günstiger sein.
[0013] Diese statischen Interrupts Is lösen jeweils in einer Berechnungsstufe 13 der CPU
14 für die Berechnung der Kraftstoff-Einspritzsignale einen Berechnungsschritt B für
die Berechnung eines dynamischen Interrupt-Signals Id und die Berechnung des Einspritzbeginns,
also Beginns des Einspritz-Signals E1, aus. Das dynamische Interrupt-Signal Is als
zweite Bezugsmarkenart beginnt nach einem Intervall a so rechtzeitig vor Beginn des
Einspritzsignals E1, das dieses Interrupt-Signal Id in einer zweiten Berechnungsstufe
15 einen Berechnungsschritt B zur Berechnung der Dauer c des Einspritzsignals E1 auslöst.
Die Berechnungsstufen 13, 15 steuern eine Endstufe 16 und diese wiederum wenigstens
ein Einspritzventil 17.
[0014] Die statischen Interrupt-Signale Is lösen abwechselnd die Freigabe und Berechnung
des Ansteuerbeginns für die Voreinspritzung VE und die Haupteinspritzung HE sowie
für die entsprechenden dynamischen Interrupt-Signale Id für die Berechnung der Dauer
von Voreinspritzung und Haupteinspritzung aus.
[0015] In an sich bekannter Weise können selbstverständlich auch mehrere Voreinspritzvorgänge
und auch Nacheinspritzvorgänge vorgesehen sein.
[0016] Zur Plausibilisierung der Interrupt-Signale ist für jeden Einspritztyp, also zum
Beispiel Voreinspritzungen, Haupteinspritzung und Nacheinspritzung, ein eigener Interrupt-Zähler
vorgesehen, der jeweils mit einem statischen Interrupt-Signal Is inkrementiert wird.
Zur Vereinfachung ist in Figur 2 nur ein einziger solcher Interrupt-Zähler 18 dargestellt.
Mit den dynamischen Interrupt-Signalen Id bzw. mit den Interrupt-Serviceroutinen der
jeweiligen Einspritztypen wird ebenfalls ein Interrupt-Zähler 19 hochgezählt bzw.
inkrementiert. Auch hier können je nach vorgesehenen Einspritztypen mehrere Interrupt-Zähler
19 vorgesehen sein. Mit dem dynamischen Interrupt-Signal Id werden nun die Inhalte
der Interrupt-Zähler 18, 19 mit Hilfe eines Vergleichers 20 verglichen. Folgt im ordnungsgemäßen
Betrieb jedem statischen Interrupt-Signal Is ein dynamisches Interrupt-Signal Id,
so müssen die Zählerstände zum Zeitpunkt des dynamischen Interrupt-Signals Id immer
gleich groß sein. Voneinander abweichende Zählerstände werden als Fehler interpretiert,
worauf Notmaßnahmen und/oder Fehlererkennungsmaßnahmen ausgelöst werden. Die Fehlererkennung
besteht darin, dass ein solcher Fehler in einem Fehlerspeicher 21 registriert wird.
Gleichzeitig wird ein ResetSignal R für die CPU ausgelöst, und eine Berechnung und
Programmierung der Einspritzdauer findet nicht statt. Weitere Notmaßnahmen sind beispielsweise
die Umschaltung auf einen Notbetrieb bei mehreren Fehlersignalen oder schließlich
gar eine Abschaltung der Brennkraftmaschine. Weiterhin kann. eine Anzeigevorrichtung
22 zur Fehleranzeige vorgesehen sein, wobei auch hier die Anzeige stufenweise mit
wachsender Zählerzahl erfolgen kann, oder es erfolgt eine exaktere Anzeige auf einem
Display.
[0017] Um zu überprüfen, ob das Drehzahlerfassungsmodul 12 die statischen Interrupt-Signale
Is im jeweils richtigen Winkel auslöst und die CPU 14 rechtzeitig reagiert hat, wird
von der CPU im statischen Interrupt jeweils der Zahnzähler 11 abgefragt und die Zahnzählerdifferenz
zum letzten statischen Interrupt-Signal bestimmt. Ist die Zahnzählerdifferenz gleich
der definierten Anzahl von Zähnen zwischen den statischen Interrupts (definierter
Winkelabstand bzw. Interrupt-Abstand bzw. Segmentlänge), dann kann die Berechnung
B des Einspritzbeginns und die Programmierung der dynamischen Interrupt-Signale Id
beginnen. Zur Definition einer festen Bezugsmarke, beispielsweise des oberen Totpunkts,
besitzt der Zahngeber 10 eine aus wenigstens einem Zahn bestehende Zahnlücke. Bei
der Berechnung werden die fehlenden Zähne vom Rechner extrapoliert.
[0018] In Figur 1 sind in der untersten Zeile die Einspritzsignale für ein anderes Einspritzventil
bzw. einen anderen Zylinder dargestellt. Die Berechnung wird ebenfalls durch die statischen
Interrupt-Signale Is ausgelöst. Die in den Berechnungsintervallen B ermittelten Abstände
sind entsprechend mit a', b' und c' bezeichnet.
1. Verfahren zur Plausibilisierung von zur Berechnung der Steuersignale (E1, E2) für
die Kraftstoffeinspritzung einer Brennkraftmaschine verwendeten Bezugsmarken, insbesondere
für Common Rail Systeme, wobei erste Bezugsmarken (statische Interrupts Is) drehwinkelabhängig
generiert werden und zu jeder ersten Bezugsmarke (Is) rechnerisch in Abhängigkeit
von Parametern eine zweite, zeitlich oder winkelmäßig spätere Bezugsmarke (dynamische
Interrupts Id) generiert wird, wobei die ersten und zweiten Bezugsmarken (Is, Id)
jeweils separat gezählt und die Zählerstände zyklisch miteinander verglichen werden,
und wobei unzulässige Abweichungen der Zählerstände voneinander Notmaßnahmen und/oder
Fehlererkennungsmaßnahmen auslösen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösung von Resets (R) und/oder die Umschaltung auf Notbetrieb und/oder die
Abschaltung der Brennkraftmaschine als Notmaßnahmen vorgesehen sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Anzeigemittel (22) und/oder die Speicherung von Fehlern in Speichermitteln (21) als
Fehlererkennungsmaßnahmen vorgesehen sind.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösung unterschiedlicher Notmaßnahmen und/oder Fehlererkennungsmaßnahmen in
Abhängigkeit der Fehlerhäufigkeit unterschiedlich erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der Steuersignale (E1, E2) für die Kraftstoffeinspritzung nur bei
als korrekt ermittelten Bezugsmarken (Is, Id) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bezugsmarke (Is) die Berechnung des Beginns der Kraftstoffeinspritzung
und die zweite Bezugsmarke (Id) die Berechnung der Dauer oder des Endes der Kraftstoffeinspritzung
auslöst.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die verschiedenen Kraftstoffeinspritzarten (Voreinspritzungen, Haupteinspritzung,
Nacheinspritzung) jeweils eigene Zählvorgänge und Zähleinrichtungen (18, 19) vorgesehen
sind.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Bezugsmarken (statische Interrupts Is) abwechselnd die Berechnung des
Beginns der unterschiedlichen Einspritzarten auslösen.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelabstände der ersten Bezugsmarken (Is) überprüft werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelsignale eines von der Brennkraftmaschine angetriebenen Zahngebers (10)
in einer Zähleinrichtung (11) gezählt werden, wobei jeweils nach einer vorgebbaren
Zahl von Winkelsignalen eine der ersten Bezugsmarken (Is) generiert wird, und dass
bei jeder ersten Bezugsmarke (Is) die Zählerdifferenz zwischen dem aktuellen Zählerstand
und dem bei der letzten Bezugsmarke (Is) erfassten Zählerstand daraufhin überprüft
wird, ob diese der vorgebbaren Zahl entspricht.