[0001] Die Erfindung betrifft eine Lebensmittelverpackung, insbesondere einen Eierkarton,
mit einem Unterteil, das mindestens eine Reihe von Formvertiefungen zur Aufnahme von
vereinzelten Lebensmittelstücken, insbesondere Eiern, aufweist, und einem Deckelteil,
das klappbar an dem Unterteil angeordnet ist, wobei das Unterteil und das Deckelteil
mit komplementären Klemmerhebungen und Klemmöffnungen versehen sind.
[0002] Eierkartons mit komplementären Klemmerhebungen und Klemmöffnungen an dem Unterteil
und an dem Oberteil sind an sich bekannt (zum Beispiel FR-A-2 441 549). Bei der bekannten
Verpackung sind jedoch die Klemmerhebungen und die Klemmöffnungen so angeordnet, daß
beim Übereinanderstapeln von Eierkartons die Klemmerhebungen eines Eierkartons in
die Klemmöffnungen des darüber bzw. darunter befindlichen Eierkartons eingreifen.
Diese Anordnung der Klemmerhebungen und Klemmöffnungen erlaubt zwar einen sicheren
Verbund unmittelbar übereinander gestapelter Eierkartons, jedoch erweist sich dies
als nachteilig, wenn Eierkartons einzeln entnommen werden sollen, beispielsweise zum
Verkauf. Über das Verklemmen unmittelbar übereinander gestapelter Eierkartons hinaus
bietet die Anordnung der Klemmerhebungen und -öffnungen bei den bekannten Eierkartons
keine zusätzliche Funktionalität.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lebensmittelverpackung der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei der die Funktionalität der Klemmelemente verbessert
ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lebensmittelverpackung der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei der die Funktionalität der Klemmelemente verbessert
ist.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung liegt in einer Lebensmittelverpackung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Erfindungsgemäß ist bei einer Lebensmittelverpackung, insbesondere einem Eierkarton,
mit einem Unterteil, das mindestens eine Reihe von Formvertiefungen zur Aufnahme von
vereinzelten Lebensmittelstücken, insbesondere Eiern, aufweist, und einem Deckelteil,
das klappbar an dem Unterteil angeordnet ist, wobei das Unterteil und das Deckelteil
mit komplementären Klemmerhebungen und Klemmöffnungen versehen sind, vorgesehen, daß
die Klemmöffnungen an einem der beiden, dem Deckelteil oder dem Unterteil, und die
Klemmerhebungen an dem anderen der beiden, dem Unterteil oder dem Deckelteil, angeordnet
sind, wobei die Klemmöffnungen seitlich versetzt in Bezug auf die Klemmerhebungen
angeordnet sind.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird erreicht, daß die Klemmerhebungen und
Klemmöffnungen unmittelbar übereinander gestapelter Lebensmittelverpackungen nicht
fluchten miteinander angeordnet sind und deshalb nicht ineinander eingreifen können.
Ein Verklemmen unmittelbar übereinander gestapelter Eierverpackungen wird auf diese
Weise vermieden. Dennoch, und darin liegt der Pfiff der Erfindung, können übereinander
gestapelte Lebensmittelverpackungen miteinander klemmend verbunden werden, und zwar,
wenn sie versetzt zueinander angeordnet sind. Dies bietet eine überraschende zusätzliche
Funktionalität. Herkömmlicherweise haben Lebensmittelverpackungen, nachdem ihr Inhalt
aufgebraucht ist, keine weitere Funktion; sie werden weggeworfen, nachdem ihr Inhalt
entnommen ist. Die Erfindung stellt eine zweite Verwendungsmöglichkeit für die Lebensmittelverpackungen,
insbesondere für Eierkartons bereit. Durch die komplementären Klemmerhebungen und
-öffnungen können die nach Gebrauch leeren Lebensmittelverpackungen nämlich weiterhin
verwendet werden, und zwar als Klemmbausteine. Somit können die erfindungsgemäßen
Lebensmittelverpackungen, nachdem sie ihrer Verpackungsfunktion genügt haben, noch
als Spielzeug dienen. Da Lebensmittelverpackungen im Vergleich zu klassischen Klemmbausteinen
verhältnismäßig große Abmessungen aufweisen, eigenen sie sich insbesondere zur Bildung
vergleichsweise großer Strukturen, wie zum Beispiel zum Aufbau von Spielburgen für
Kinder, die mit herkömmlichen Klemmbausteinen nicht oder nur mit unverhältnismäßig
hohem Aufwand hergestellt werden können. Dank ihrer Größe ermöglichen sie so einen
raschen Aufbau auch großer Strukturen. Darüber hinaus haben die erfindungsgemäßen
Lebensmittelverpackungen den Vorteil, daß sie als Klemmbausteine nahezu kostenlos
zur Verfügung stehen.
[0008] Die erfindungsgemäße Anordnung der Klemmerhebungen und Klemmöffnungen hat ferner
den Vorteil, daß die Stapelbarkeit der Lebensmittelverpackungen im geöffneten Zustand
unbeeinträchtigt bleibt. Die Verpackungen können weiterhin im geöffneten Zustand gestapelt
und gegebenenfalls auch leicht entstapelt werden. Damit dies Entstapeln (Entnesten)
leicht gelingt, sind die Klemmerhebungen und/oder Klemmöffnungen vorzugsweise nicht
höher bzw. tiefer als eine maximale Nestungshöhe. Der Betrag der maximalen Nestungshöhe
ist von den konkreten Parametern der jeweiligen Lebensmittelverpackung abhängig, insbesondere
der gewünschten Entnestungsfähigkeit und dem erforderlichen Platzbedarf. Abhängig
von der Materialstärke und dem Reibungskoeffizienten des Materials beträgt die Nestungshöhe
in der Regel zwischen 4 und 15 mm und liegt vorzugsweise zwischen 7 und 9 mm. Dank
der damit erreichten Stapelbarkeit verringern sich sowohl für den Hersteller wie auch
für das Verpackungsunternehmen die Lagerkosten und das Verpacken kann rationeller
erfolgen.
[0009] Zweckmäßigerweise sind die Klemmöffnungen so angeordnet, daß sie im geschlossenen
Zustand des Deckelteils etwa mittig über zwei in einer Reihe benachbarten Klemmerhebungen
angeordnet sind. Mit einem solchen Versatz können mehrere erfindungsgemäße Lebensmittelverpackungen
besonders gut im Verbund zueinander angeordnet werden. Dadurch können stabile, über
längere Strecken laufende Wandabschnitte aufgebaut werden oder es können sogar Eckverbindung
geschaffen werden.
[0010] Zur besseren Verbindung mehrerer Lebensmittelverpackungen im Verbund ist zweckmäßigerweise
die Oberkante des Deckelteils so ausgestaltet, daß ihr Abstand zu der randnächsten
Klemmöffnung höchstens so groß ist, wie der freie Abstand zwischen benachbarten Klemmerhebungen.
Unter freier Abstand wird die lichte Weite zwischen zwei benachbarten Klemmerhebungen
verstanden. Mit dieser Gestaltung wird erreicht, daß die Klemmerhebungen einer aufgesetzten
Lebensmittelverpackung entweder in die Klemmöffnungen auf dem Deckelteil der unteren
Lebensmittelverpackung eingreifen oder sich jenseits der Oberkante des Deckelteils
befinden. Dadurch wird vermieden, daß Klemmerhebungen direkt auf der Oberseite des
Deckelteils aufliegen, wodurch die obere Lebensmittelverpackung schief positioniert
würde und ein sicherer und korrekter Sitz der Lebensmittelverpackung verhindert würde.
[0011] Zweckmäßigerweise weisen die Klemmerhebungen und die Klemmöffnungen eine Konizität
von 2° bis 15°, vorzugsweise von 7° bis 9° auf. Mit einer solchen Konizität läßt sich
einerseits eine gute Sicherheit der Klemmverbindung erzielen, andererseits ermöglicht
sie aber noch ein hinreichend leichtes Trennen der Lebensmittelverpackungen, ohne
das dazu übermäßiger Kraftaufwand erforderlich ist. Dies gilt insbesondere für das
Entnesten von im geöffneten Zustand gestapelten Lebensmittelverpackungen.
[0012] Vorzugsweise sind die Klemmerhebungen an ihrem unteren Rand mit einer Ringstruktur
als Ausbuchtung versehen. Besonders bewährt hat sich eine Ringstruktur, die torusartig
ausgebildet ist, so daß sich eine torusartige Ausnehmung bildet. Aufgrund ihrer Form
bildet sie eine gesteigerte Elastizität in diesem Bereich, durch die das verpackte
Lebensmittel besonders gut gegen Beschädigungen durch Stoß, beispielsweise durch hartes
Aufsetzen, geschützt wird. Somit verbessern derartige Ausbuchtungen nicht nur die
Schutzfunktion, sondern zusätzlich verbessern sie auch den optischen Gesamteindruck
der Lebensmittelverpackung.
[0013] Vorzugsweise sind mindestens sechs Klemmerhebungen vorgesehen, angeordnet in Doppelreihe.
Es versteht sich, daß dann auch eine entsprechende Anzahl, z. B. vier, Klemmöffnungen
vorzusehen sind. Mit dieser Anzahl kann eine stabile Klemmverbindung von mehreren
Lebensmittelverpackungen im Verbund erreicht werden. Selbstverständlich können auch
acht oder mehr Klemmerhebungen vorgesehen sein.
[0014] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform, die gegebenenfalls auch unabhängigen
Schutz verdient, weist das Dekkelteil einen nach oben offenen Trog und ein Abdeckmittel
auf, der den Trog nach oben hin abdeckt. Unter nach oben offen ist hierbei zu verstehen,
daß der Trog im geschlossenen Zustand des Deckelteils von außen zugänglich ist. Dadurch
wir erreicht, daß zum einen mit dem Trog ein zusätzliches Aussteifungselement zur
Verfügung steht, zum anderen wird erreicht, daß der Trog und das Abdeckmittel einen
Raum schaffen, in den Gegenstände eingelegt werden können. Das Abdeckmittel verhindert,
daß der eingelegte Gegenstand ungewollt aus dem Trog herausfällt. Dazu ist das Abdeckmittel
so ausgebildet, daß es in Verbindung mit dem Trog einen abgeschlossenen Aufnahmeraum
bildet. Vorzugsweise weisen die Flanken und der Boden des Trogs keine Durchbrechungen
oder nur Durchbrechungen mit einer lichten Weite auf, die klein genug ist, um einen
ungewollten Durchgang der einzulegenden Gegenstände zu verhindern. Die einzulegenden
Gegenstände sind vorzugsweise bereits von dem Lieferanten der Lebensmittelverpackung
eingelegt worden, können aber gegebenenfalls auch erst beim Verpacken der Lebensmittel
oder später von einem Händler hineingelegt werden. Bei dem Gegenstand kann es sich
beispielsweise um Zettel mit Rezeptinformationen oder um Kleinutensilien, insbesondere
um Kinderspielzeug, einen Eierlöffel und/oder um eine Portionstüte mit Gewürzen handeln.
Der Kunde erhält dann mit der Lebensmittelverpackung nicht nur die darin enthaltenen
Lebensmittel, sondern als Mehrwert auch den in den Trog eingelegten Gegenstand. Das
Abdeckmittel hat außer seiner sichernden Funktion noch eine weitere, wichtige Wirkung.
Der Benutzer muß das Abdeckmittel erst von dem Trog entfernen, um an den darin befindlichen
Gegenstand zu gelangen. Durch dieses Auspacken entsteht bei dem Nutzer eine freudige
Erwartungshaltung auf das, was unter dem Abdeckmittel zum Vorschein kommen wird, ähnlich
dem Überraschungseffekt beim Auspacken von Geschenken. Da der Benutzer bereits bei
dem Kauf der Lebensmittel weiß, daß er später diesen angenehmen überraschungseffekt
erleben wird, stellt sich ihm die Lebensmittelverpackung schon bei der Kaufentscheidung
in einem günstigen Licht dar. Damit kommt die erfindungsgemäße Lebensmittelverpackung
der wichtigen Funktion einer Verpackung, nämlich außer dem Schutze darin enthaltenen
Ware auch den Kunden zu einem Kauf zu animieren, in besonders hohem Maße nach.
[0015] Darüber hinaus wirkt der Trog auch noch aussteifend für das Deckelteil. Er bildet
mit seinen Flanken eine zusätzliche Verrippung für das Deckelteil, welches so an Steifigkeit
gewinnt. Damit verbessert sich auch die Schutzfunktion der erfindungsgemäßen Lebensmittelverpackung.
Es ergibt sich insgesamt also ein überraschender kombinatorischer Effekt, daß nämlich
einerseits die Lebensmittelverpackung versteift wird und damit das aufgenommene Lebensmittel
besser geschützt ist, und andererseits die Präsentation dadurch verbessert wird, daß
ein Aufnahmeraum für kleine Gegenstände geschaffen ist.
[0016] Vorzugsweise ist das Abdeckmittel ein Aufkleber. Damit kann auf besonderes rationelle
und kostengünstige Weise der Trog abgedeckt werden. Außerdem stellt der Aufkleber
eine Bedrukkungsfläche zur Verfügung, die für weitere Präsentationszwekke oder für
andere Werbeaufdrucke genutzt werden kann.
[0017] Zweckmäßigerweise ist bei einer Lebensmittelverpackung mit zwei Reihen von Formvertiefungen
der Trog so angeordnet, daß er sich über der Mitte zwischen diesen beiden Reihen befindet.
Es können aber auch mehrere Tröge vorgesehen sein, die dann vorzugsweise parallel
zueinander angeordnet sind.
[0018] Zweckmäßig ist es, wenn das Deckelteil mit Haltevertiefungen versehen ist, die vorzugsweise
mit dem Trog verbunden sind. Die Haltevertiefungen steifen das Deckelteil zusätzlich
aus. Zudem können sie so geformt sein, daß sie mit den aufzunehmenden Lebensmittelstücken
zusammenwirken, bei einem Eierkarton also insbesondere mit der Oberseite der Eier.
Dadurch können unerwünschte Bewegungen der Eier in den Formvertiefungen verhindert
werden, wie sie beispielsweise bei schnellen Bewegen eines Eierkartons, insbesondere
beim Transport, auftreten. Ist der Trog mit den Haltevertiefungen verbunden, so hat
dies ferner den Vorteil, daß ein wesentlich größerer Aufnahmeraum bei gleichzeitig
erhöhter Steifigkeit des Deckelteils entsteht.
[0019] Zweckmäßigerweise weisen der Trog und die Haltevertiefungen etwa die gleiche Tiefe
auf. Damit wird erreicht, daß die Sohlen der jeweiligen Vertiefungen auf gleicher
Höhe liegen, so daß sie insgesamt eine ebene Fläche bilden. Dies hat den Vorteil,
daß das Deckelteil und damit die gesamte Lebensmittelverpackung ein ansprechendes
Äußeres erhält, als dies bei unterschiedlichen Tiefen mit daraus resultierenden zerklüfteten
Struktur der Sohle der Fall wäre. Der Trog kann auch eine größere Tiefe als die Haltevertiefungen
aufweisen, so daß sich in dem Aufnahmeraum eine Rinne im Bereich des Trogs ausbildet.
Eine solche Rinne kann einerseits für die einzulegenden Gegenstände durchaus erwünscht
sein. Andererseits wirkt die Rinne zusätzlich aussteifend, so daß die Steifigkeit
des Deckelteils noch weiter verbessert wird.
[0020] Vorzugsweise weist der Trog und/oder die Haltevertiefungen eine Tiefe auf, die nicht
größer eine maximale Nestungshöhe der Lebensmittelverpackung ist. Durch eine Begrenzung
der Tiefe auf die maximale Nestungshöhe wird die Stapelbarkeit der Lebensmittelverpackungen
im geöffneten, noch unbefüllten Zustand verbessert. Ein besonderer Vorteil liegt darin,
daß die Lebensmittelverpackungen auch bei einem bereits durch das Abdeckmittel verschlossenen
Trog gestapelt werden können. Dies ist insbesondere in dem Fall von Vorteil, wenn
das Abdeckmittel ein Aufkleber, wie zum Beispiel ein Etikett ist. Dann können auch
bereits etikettierte Lebensmittelverpackungen gestapelt werden. Das ermöglicht es,
die Lebensmittelverpackungen bereits vor dem Befüllen zu etikettieren und mit den
einzulegenden Gegenständen zu versehen. Die Nestungshöhe beträgt in der Regel zwischen
4 und 15 mm und liegt vorzugsweise zwischen 7 und 9 mm.
[0021] Vorzugsweise sind die Haltevertiefungen seitlich versetzt zu den Formvertiefungen
angeordnet. Seitlich versetzt bedeutet, daß die Haltevertiefungen im Deckelteil nicht
genau über den jeweiligen Formvertiefungen des Bodenteils angeordnet sind, sondern
horizontal versetzt sind, so daß eine Haltevertiefung etwa in der Mitte über zwei
in einer Reihe benachbarten Vertiefungen angeordnet ist. Bei der versetzten Anordnung
reicht eine geringere Anzahl von Haltevertiefungen aus, um auf sämtliche verpackte
Lebensmittelstücke in der Lebensmittelverpakkung einzuwirken. Beispielsweise reichen
bei einem Eierkarton für sechs Eier dann vier Haltevertiefungen aus. Zur weiteren
Aussteifung der Haltevertiefungen kann es zweckmäßig sein, wenn die Haltevertiefungen
eine Ausbuchtung an ihrer Sohle aufweisen. Diese Ausbuchtung kann konkav oder vorzugsweise
konvex, d.h. nach oben gewölbt, sein.
[0022] Zweckmäßigerweise sind die Haltevertiefungen als Klemmöffnungen und die Formvertiefungen
als Klemmerhebungen ausgebildet. Zum Beispiel können die Formvertiefungen mit einem
unteren Rand versehen sein, der so bemessen ist, daß er kraftschlüssig in die Klemmöffungen
eingreift. Auf diese Weise läßt sich mit nur geringem zusätzlichen Aufwand die Lebensmittelverpakkung
als Klemmbaustein ausbilden.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die in der Zeichnung dargestellten
Eierkartons als Ausführungsbeispiele näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Eierkartons im geöffneten Zustand;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Eierkartons nach Fig. 1 im geschlossenen Zustand;
- Fig. 3
- den erfindungsgemäßen Eierkarton; und
- Fig. 4
- mehrere Eierkartons im Klemmverbund miteinander.
[0024] Ein erfindungsgemäßer Eierkarton ist in Fig. 1 im aufgeklappten Zustand, in Fig.
2 im geschlossenen Zustand dargestellt. Der in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen
1 bezeichnete Eierkarton umfaßt ein Unterteil 2 und ein Deckelteil 3, das über ein
Biegescharnier 25 klappbar an dem Unterteil 2 befestigt ist, sowie einen darauf angebrachten
Aufkleber 7 (siehe Fig. 3). Im geschlossenen Zustand liegt das Deckelteil 3 auf dem
Unterteil 2 auf und überdeckt dieses vollständig. Durch Schwenken des Deckelteils
3 um die Achse des Biegescharniers 25 um etwa 180 ° wird das Deckelteil 3 in seine
geöffnete Position gebracht. In dieser befindet sich das Deckelteil 3 etwa in einer
Ebene mit dem Bodenteil 2. In dieser Stellung können mehrere Eierverpackungen raumsparend
gestapelt werden.
[0025] Das Bodenteil 2 weist eine Mehrzahl von Formvertiefungen zur Aufnahme von Eiern auf.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Formvertiefungen 21 in zwei parallelen
Reihen zu je drei Formvertiefungen 21 angeordnet. Die Formvertiefungen 21 sind durch
entsprechende Gestaltung der Wandung des Bodenteils 2 sowie durch zwei in der Mitte
angeordnete Stützen 23 gebildet. Die Formvertiefungen sind so ausgeführt, daß in sie
eingesetzte Eier sich nicht gegenseitig berühren. Um das Deckelteil 3 im geschlossenen
Zustand zu fixieren, sind zwei Haltenasen an einer Vorderseite des Bodenteils 2 angeordnet.
[0026] Das Deckelteil 3 ist von wannenförmiger Gestalt und besteht aus einem Rückteil, einem
Oberteil 31, zwei Seitenteilen 32 sowie einem Vorderteil 33. In dem Vorderteil 33
sind zwei Öffnungen 34 angeordnet, die zum Zusammenwirken mit den Nasen 24 des Bodenteils
2 bestimmt sind, um das Deckelteil 3 im geschlossenen Zustand mit dem Bodenteil 2
zu verriegeln. Das Deckelteil 3 begrenzt im geschlossenen Zustand zusammen mit dem
Bodenteil 2 einen Innenraum, in dem die Eier geschützt angeordnet sind.
[0027] In Fig. 2 ist die Gestaltung des Oberteils 31 des Deckelteils näher zu erkennen.
Das Oberteil 31 ist von einer Oberkante 30 umgrenzt. Das Oberteil 31 ist mit vier
Haltevertiefungen 36 versehen. Die Haltevertiefungen 36 sind versetzt in Bezug auf
die Formvertiefungen 21 des Bodenteils 2 angeordnet, und zwar in der Weise, daß im
geschlossenen Zustand des Eierkartons 1 die Haltevertiefungen 36 jeweils mittig über
zwei unmittelbar in einer Reihe benachbarten Formvertiefungen 21 angeordnet sind.
Bei dem in dem Ausführungsbeispiel dargestellten Eierkarton 1 mit sechs Formvertiefungen
21 sind somit viel Haltevertiefungen 36 in dem Oberteil 31 des Deckelteils 3 angeordnet.
Die Haltevertiefungen 36 weisen jeweils eine Sohle 38 auf, die eine konvexe nach oben
gewölbte Ausnehmung 37 beinhalten. Die Ausnehmung 37 dient zur Versteifung der Sohle
38 der Haltevertiefung 36. Mit dem Rand der Sohle 38 wird jede der Haltevertiefungen
36 stabilisierend auf die Oberseite der Eier ein, die in den reihenmäßig benachbarten
Formvertiefungen 21 angeordnet sind. Es ist dazu nicht zwingend erforderlich, daß
die Eier den Rand der Sohle 38 im eingesetzten Zustand berühren; insbesondere bei
kleineren Eiern wird dies häufig nicht der Fall sein. Die Wirkung der Haltevertiefung
36 besteht vielmehr darin, eine unerwünschte Bewegung der Oberseite der Eier zu begrenzen.
Dadurch können Schäden durch Aneinanderschlagen von Eiern in benachbarten Formvertiefungen
11 in Folge abrupter und grober Handhabung des Eierkartons vermieden werden. Die Haltevertiefungen
36 dienen ferner dazu, das Deckelteil 3 zusätzlich auszusteifen. Dadurch kann Eierkarton
1 die verpackten Eier besser vor Beschädigungen schützen. Außerdem verbessert sich
dadurch die Stapelfähigkeit des Eierkartons 1.
[0028] In Fig. 4 sind mehrere Eierkartons 1, 1', 1'' im Klemmverbund dargestellt. Ferner
dargestellt ist ein weiterer Eierkarton 1*, der nicht im Klemmverbund mit den übrigen
Eierkartons steht. Wie aus Fig. 4 oder im Detail auch aus Fig. 2 ersehen werden kann,
weist das Unterteil 2 der Eierverpackung 1 an den jeweiligen unteren Enden der Formvertiefungen
21 eine Klemmerhebung 5 auf. Diese ist als ein umlaufender Rand der jeweiligen Formvertiefung
21 ausgebildet. An dem Deckelteil 3 sind die Haltevertiefungen 36 in der Weise ausgebildet,
daß sie als Klemmöffnungen 6 fungieren. Die Abmessungen der Klemmerhebungen 5 und
Klemmöffnungen 6 sind so aufeinander abgestimmt, daß die Klemmerhebungen 5 kraftschlüssig
in die Klemmöffnungen 6 aufgenommen werden können. Da die Haltevertiefungen 36 den
gleichen Abstand voneinander aufweisen wie die Formvertiefungen 21 mit ihren Klemmerhebungen
5, können mehrere Eierkartons 1, 1' versetzt zueinander klemmend verbunden werden.
Zweckmäßigerweise ist die Oberkante 30 des Deckelteils 3 dabei soweit eingezogen,
daß ihr Abstand von der nächsten Klemmöffnung 6 geringer ist als der Abstand der Klemmerhebungen
5 von einander. Dadurch ist sicher gestellt, daß bei einem versetzten Montieren eines
Eierkartons 1 auf einem anderen Eierkarton 1' keine der Formvertiefungen 5 mit dem
Oberteil 31 des Deckelteils 3 kollidiert. Ein schiefer Sitz des oberen Eierkartons
1 wird damit vermieden. Dadurch wird ein sicherer Klemmsitz erreicht.
[0029] Die versetzte Anordnung der Klemmerhebungen 5 und der Klemmöffnungen 6 bewirkt ferner,
daß genau übereinander gestapelte Eierkartons 1, 1* nicht miteinander verklemmen können.
Dies ist im oberen Teil der Fig. 4 zu erkennen. Das hat den Vorteil, daß gefüllte
Eierkartons, die üblicherweise zur Lagerung oder zum Verkauf direkt übereinander gestapelt
sind, nicht zusammenklemmen können. Dadurch wird auf einfache, aber wirkungsvolle
Weise vermieden, daß beim Entnehmen des obersten Eierkartons 1' versehentlich auch
ein darunter befindlicher Eierkarton 1 oder ein ganzer Stapel von Eierkartons mitbewegt
wird, wodurch es zu einem Umfallen des Stapels und damit zu einer Beschädigung der
Eier kommen könnte.
[0030] Ferner hat die versetzte Anordnung der Vorteil, daß bei genau aufeinander gestapelten
Eierkartons 1, 1' die Klemmerhebungen 5 jeweils auf dem Oberteil 31 aufliegen und
sich nicht über Klemmöffnungen 6 befinden, so daß sie von dem Aufkleber 7 getragen
werden müssen. Der Gefahr einer Beschädigung des Aufklebers 7 durch Überlastung wird
dadurch entgegengewirkt.
[0031] Wie weiter aus Fig. 4 ersehen werden kann, können entsprechenderweise auch mehrere
Eierkartons 1, 1 " über Eck miteinander klemmend verbunden werden. Dies ermöglicht
den Aufbau von Eckstrukturen.
[0032] Durch die Klemmerhebungen 5 an der Unterseite und die Klemmöffnungen 6 an der Oberseite
können die Eierkartons 1 einer zweiten Verwendung als Klemmbausteine zugeführt werden.
Da sie kostengünstig verfügbar sind und verhältnismäßig große Abmessungen aufweisen,
eigenen sie sich als Spielzeug für kleine und große Kinder. Mit den Eierkartons als
Klemmbausteinen können rasch und kostengünstig verhältnismäßig große Strukturen aufgebaut
werden, beispielsweise Spielhäuser oder Spielburgen.
[0033] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Trog 4 etwa in der Mitte des Oberteils
31 des Deckelteils 3 angeordnet.
[0034] Der Trog 4 ist parallel zur Achse des Biegescharniers 25 ausgerichtet und erstreckt
sich über mindestens die Hälfte des Deckelteils 3, im dargestellten Beispiel etwa
über ein ¾ der Länge. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel verbindet der Trog
4 alle vier Haltevertiefungen 36 miteinander. Dadurch entsteht ein Aufnahmeraum 40,
der von oben gesehen die Gestalt eines abgerundeten Buchstaben "H" hat. Bei dem in
Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel liegt eine Sohle 41 des Trogs 4 tiefer als
die Sohle 38 der Haltevertiefungen 36. Dadurch entsteht innerhalb des Aufnahmeraums
40 eine Mittelrinne. Es versteht sich, daß die Sohle 41 des Trogs 4 auch höher liegen
kann als die Sohle 38 der Haltevertiefungen 36. Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel
liegt die Sohle 41 auf gleicher Höhe wie die Sohle 38 der Haltevertiefungen 36. Der
durch die Verbindung der Haltevertiefungen 36 mit dem Trog 4 entstehende Aufnahmeraum
40 ist verhältnismäßig geräumig. Er eignet sich sowohl zur Aufnahme länglicher Gegenstände,
wie auch solcher Gegenstände mit unregelmäßiger Gestalt, beispielsweise einen Flaschenöffner
mit seinem verbreiterten Ende. Die Länge des Trogs 4 ist zweckmäßigerweise so gewählt,
daß der aufzunehmende Gegenstand bequem hineingelegt werden kann. Die Länge braucht
nicht unbedingt durch den Abstand der Haltevertiefung 36 vorgegeben zu sein, sie kann
auch abhängig von den jeweiligen Anforderungen größer oder kleiner gewählt sein.
[0035] Um im geöffneten Zustand gestapelte Eierkartons leicht voneinander trennen zu können,
sind die Flanken des Trogs 4 und der Haltevertiefung 36 gegenüber der Vertikalen geneigt.
Die Größe der Neigung ist abhängig von den Materialeigenschaften, insbesondere der
Materialstärke und dem Reibungskoeffizient und beträgt üblicherweise zwischen 2° und
20°, vorzugsweise zwischen 6° und 9°. Damit lassen sich die gestapelten Eierkartons
optimal wieder entstapeln, d.h., es ergibt sich eine gute Entnestungsfähigkeit.
[0036] Um ein Herausfallen des in dem Aufnahmeraum 40 eingelegten Gegenstandes beim Transport
zu vermeiden, ist ein Aufkleber 7 vorgesehen. Er wird so auf das Oberteil 31 des Deckelteils
3 geklebt, daß er sich über die vier Haltevertiefungen 36 und den Trog 4 erstreckt,
so daß der gesamte Aufnahmeraum 40 von dem Aufkleber 7 bedeckt ist. Der Aufkleber
7 dient aber nicht nur zum Verhindern des Herausfallens des eingelegten Gegenstandes.
Er hat ferner die Funktion, den in dem Aufnahmeraum 40 eingelegten Gegenstand vor
dem Auge des Benutzers zu verbergen. Damit weiß der Benutzer erst beim Abziehen des
Aufklebers 7 von dem Deckelteil des Eierkartons 1, was für ein Gegenstand sich dahinter
in dem Aufnahmeraum 40 verbirgt. Dadurch wird ein durchaus erwünschter Überraschungseffekt
erzielt, der Eierkarton hinterläßt bei dem Benutzer einen nachdrücklicheren und positiveren
Eindruck. Der Aufkleber 7 hat den weiteren Vorteil, daß er noch eine Bedruckungsfläche
zur Verfügung stellt, die für Produktinformation oder Werbung genutzt werden kann.
Die in Fig. 3 gezeigte Größe des Aufklebers ist an sich beliebig, solange er den Trog
4 und die Halteverbindung 36 hinreichend abdeckt. Der Aufkleber kann auch wesentlich
größer ausgeführt sein, so kann seine Vorderseite bis zur Unterkante des Vorderteils
33 des Deckelteils 3 heruntergezogen sein.
1. Lebensmittelverpackung, insbesondere Eierkarton, mit einem Unterteil (2), das mindestens
eine Reihe von Formvertiefungen (21) zur Aufnahme von vereinzelten Lebensmitteistücken,
insbesondere Eiern, aufweist, und einem Deckelteil (3), das klappbar an dem Unterteil
(2) angeordnet ist, wobei das Unterteil (2) und das Deckelteil (3) mit komplementären
Klemmerhebungen (5) und Klemmöffnungen (6) versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmöffnungen (6) an einem der beiden, dem Deckelteil (3) oder Unterteil (2)
und die Klemmerhebungen (5) an dem anderen der beiden angeordnet sind, wobei die Klemmöffnungen
(6) seitlich versetzt in Bezug auf die Klemmerhebungen (5) angeordnet sind.
2. Lebensmittelverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmerhebungen (5) und/oder die Klemmöffnungen (6) nicht höher bzw. tiefer sind
als eine maximale Nestungshöhe von vorzugsweise 4 bis 15 mm, weiter vorzugsweise von
7 bis 9 mm.
3. Lebensmittelverpackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmöffnungen (6) etwa mittig über zwei in einer Reihe benachbarten Klemmerhebungen
(5) angeordnet sind.
4. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberkante des Dekkelteils (3) so gestaltet ist, daß der Abstand der randnächsten
Klemmöffnung (6) höchstens so groß ist wie der freie Abstand zwischen zwei benachbarten
Klemmerhebungen (5).
5. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmerhebungen (5) und die Klemmöffnungen (6) eine Konizität von 2° bis 15°,
vorzugsweise von 7° bis 9° aufweisen.
6. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens sechs in Doppelreihe angeordnete Klemmerhebungen (5) vorgesehen sind.
7. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Deckelteil (3) einen nach oben offenen Trog (4) und ein Abdeckmittel (7) aufweist,
das den Trog (4) nach oben hin abschließt.
8. Lebensmittelverpackung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckmittel (7) ein Aufkleber ist.
9. Lebensmittelverpackung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Deckelteil (3) mit Haltevertiefungen (36) versehen ist, die vorzugsweise mit
dem Trog (4) verbunden sind.
10. Lebensmittelverpackung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Trog (4) und die Haltevertiefungen (36) etwa die gleiche Tiefe aufweisen.
11. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Trog (4) und/oder die Haltevertiefung (36) eine Tiefe aufweisen, die nicht größer
als eine maximale Nestungshöhe der Lebensmittelverpackung ist.
12. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 9 bis 11 dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevertiefungen (36) seitlich versetzt zu den Formvertiefungen (21) angeordnet
sind.
13. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevertiefungen (36) eine Ausbuchtung (37) an ihrer Sohle (38) aufweisen.
14. Lebensmittelverpackung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmöffnungen (6) durch die Haltevertiefungen (36) gebildet sind.