(19)
(11) EP 1 144 780 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.05.2004  Patentblatt  2004/19

(21) Anmeldenummer: 99950751.0

(22) Anmeldetag:  16.10.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E05B 55/00, E05B 13/10, E05B 9/08
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP1999/007866
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2000/028175 (18.05.2000 Gazette  2000/20)

(54)

ROTORANORDNUNG FÜR EIN BESCHLAGSYSTEM

ROTOR ARRANGEMENT FOR AN ARMATURE ARRANGEMENT

CONFIGURATION ROTORIQUE POUR SYSTEME DE FERRURES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 07.11.1998 DE 29819917 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
17.10.2001  Patentblatt  2001/42

(73) Patentinhaber: Hoppe Holding AG
7537 Müstair (CH)

(72) Erfinder:
  • ENGEL, Heinz-Eckhard
    I-39020 Glurns (IT)
  • SCHUBERTH, Oliver
    I-39023 Laas (IT)
  • ZEUS, Christian
    I-39020 Stilfs (IT)

(74) Vertreter: Olbricht, Karl Heinrich, Dipl.-Phys. 
Olbricht & Buchhold, Am Weinberg 15
35096 Weimar/Lahn
35096 Weimar/Lahn (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 574 594
US-A- 5 768 926
WO-A-98/32938
   
     
    Bemerkungen:
    Derzeit sind die WIPO-Publikationsdaten A3 nicht verfügbar.
     
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Rotoranordnung für ein Beschlagsystem gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

    [0002] Bei einem neuzeitlichen Beschlagsystem gemäß EP 0 574 594, das in zwei sich kreuzenden Bohrungen eines Raumabschluß-Bauelements - einer Tür, eines Fensters o.dgl. - montierbar ist, hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, daß eine werksmäßig vormontierte Beschlag-Baugruppe in kurzer Zeit von z.B. unter 1 min exakt an dem Tür- bzw. Fensterelement anschlagbar ist. Durch Betätigung einer Handhabe, etwa eines Griffs, Knopfs o.dgl., wird eine federbelastete Falle zurückgezogen, so daß sich die Tür bzw. das Fenster öffnen läßt. Dabei erfolgt der Kraftfluß ausgehend vom Griff über einen damit drehfest verbundenen Rotor zu einer in diesem enthaltenen Brücke. Ein im Gehäuse exzentrisch gelagerter Mitnehmer ist als schwenkbarer Hebel mit zwei ungleich langen Armen ausgebildet; er wird gegensinnig zum Rotor bewegt. Der kürzere Arm stützt sich herkömmlich an einer Anlagefläche der Brücke ab, während der lange Arm mit Koppel-Fortsätzen am hinteren (inneren) Ende der Falle in Eingriff steht. Bei Loslassen des Griffs bewegen sich alle Bauteile unter der Einwirkung von Druckfedern in ihre Ausgangspositionen zurück.

    [0003] Solche Beschlagsysteme lassen sich abschließen, indem der Rotor in seiner hülsenförmigen Lagerung verriegelt wird, beispielsweise mit einem in der Griffachse angeordneten Schieber, der translatorisch oder auch durch Drehbewegung betätigbar ist. Der so abgeschlossene Griff ist allerdings nicht schwenkbar. Weil nun das Gebraucher-Verhalten von der Schwenkbarkeit auch abgeschlossener Systeme ausgeht, kann es beim Betätigungs-Versuch leicht zu einer starken Belastung kommen, die von der Konstruktion aufgefangen werden muß.

    [0004] Es hat sich zudem gezeigt, daß ein Bedarf daran besteht, bei derartigen Beschlägen schließanlagenfähige und gegebenenfalls austauschbare Schließzylinder bauseits montieren zu können, was mit den genannten Systemen bislang nicht möglich war.

    [0005] Es ist ein wichtiges Ziel der Erfindung, diese und weitere Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein Beschlagsystem der genannten Art mit wirtschaftlichen Mitteln und konstruktiv übersichtlicher, stabiler Gestaltung so zu verbessern, daß bequerne Abschließbarkeit gesichert und den Gebraucher-Gewohnheiten Rechnung getragen ist. Auch sollen Bauteile und -gruppen mit existierenden Beschlagsystemen kompatibel bzw. auf einfache Weise austauschbar sein. Ferner wird ein besonders fester Sitz des montierten Beschlagsystems angestrebt.

    [0006] Wesentliche Merkmale der Erfindung sind in Anspruch 1 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 12.

    [0007] Bei einer Rotoranordnung für ein Beschlagsystem, das in zwei sich waagrecht kreuzenden Bohrungen einer Tür, eines Fensters o.dgl. montierbar ist und wenigstens einen mit einem Rotor drehfest verbundenen Griff aufweist, mit einer Antriebsverbindung zu einem zweiarmigen Mitnehmer, der zur Betätigung einer federbelasteten Falle gegensinnig zur Bewegung des rückholgefederten Rotors schwenkbar ist, und mit einem den Rotor axialfest lagernden, im wesentlichen zylindrischen Gehäuse, in das quer zur Rotorachse eine die Falle führende Hülse einschraubbar ist, sieht die Erfindung gemäß Anspruch 1 vor, daß die Antriebsverbindung zwischen Rotor und Mitnehmer durch eine Kupplung wahlweise herstell- oder aufhebbar ist, wobei der Mitnehmer einen Arm hat, der mit einem Mitnehmerstift in oder außer Eingriff bringbar ist. Nach Bedarf kann also der zwischen Rotor und Mitnehmer wirksame formschlüssige Kraftfluß wahlweise mechanisch unterbrochen werden. Der konstruktive Aufwand für diese Anordnung ist klein; sie läßt sich dank geringen Platzbedarfs auch gut in der Beschlag-Baugruppe unterbringen.

    [0008] Als vorteilhaft erweist sich die Gestaltung von Anspruch 2, wonach der Mitnehmerstift radialbeweglich und wahlweise mit dem zweiarmig ausgebildeten Mitnehmer antriebsverbindbar ist. Die außerordentlich platzsparende Anordnung erfordert besonders geringen konstruktiven Aufwand. Günstig ist es ferner, wenn der Mitnehmerstift gemäß Anspruch 3 in bezug auf die Rotorachse heb- und senkbar ist, nämlich durch zwangsläufig gleichzeitige Drehung von Flügeln jedes Kupplungsteils. Mithin entspricht der Mitnehmerstift funktionsmäßig der herkömmlichen Anlagefläche, er kann jedoch im Gegensatz zu deren starrer Form bzw. Lage ausweichen.

    [0009] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den Ansprüchen 4 bis 11 angegeben. Die exzentrische Anordnung eines Stabes, der die beiden Kupplungsteile drehstarr, jedoch axial lösbar verbindet, ermöglicht gute Unterbringung auch in beengtem Raum. Der Mitnehmerstift kann beim Abschließen drehachsparallel in eine untere Sperrposition gelangen, während er beim Aufsperren durch Angriff der Flügel-Seitenflächen wieder in eine obere Freigabestellung kommt. Stets bleibt dabei jeder Griff in üblicher Weise schwenkbar.

    [0010] Die Rotoranordnung von Anspruch 12 zeichnet sich dadurch aus, daß das samt Rotor in die Tür bzw. das Fenster eingesetzte Gehäuse daran unter Mehrfach-Verspannung verankerbar ist, bevorzugt durch axiales Aufschrauben je einer Schraubrosette auf zugeordnete, gegenläufige Außengewinde und durch radiales Einschrauben der Fallenhülse in das Gehäuse. Man erzielt so eine Dreifach-Verspannung und damit einen außerordentlich festen Sitz, der auch starken Beanspruchungen auf Dauer gewachsen ist.

    [0011] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Darin zeigen:
    Fig. 1
    eine Explosions-Schrägansicht einer Beschlageinheit,
    Fig. 2a und Fig. 2b
    eine Schrägansicht einer Rotoranordnung in geöffneter bzw. gesperrter Stellung,
    Fig. 3
    eine auseinandergezogene Schrägansicht einer Kupplung.
    Fig. 4a bis Fig. 4d
    Stirnansichten einer Rotoranordnung in verschiedenen Positionen und
    Fig. 5a und Fig. 5b
    vergrößerte Stirnansichten einer abgewandelten Rotoranordnung in geöffneter bzw. gesperrter Stellung.


    [0012] Man erkennt in Fig. 1 die Bestandteile einer Beschlageinheit 10. Ihr Aufbau entspricht allgemein einem in WO 93/25788 A1 beschriebenen Beschlagsystem. Eine Falle 15 wird von einer Druckfeder 16 belastet und in einer Fallenhülse 18 geführt, die in eine (nicht dargestellte) Längsbohrung einer Tür eingesetzt werden kann. In eine diese kreuzende Querbohrung läßt sich ein Rotor 40 einbauen, der mit Beschlag-Handhaben 20 verbunden ist. Die Hauptfunktion besteht darin, bei Handhaben-Betätigung die federbelastete Falle 15 an Koppel-Fortsätzen 19 zurückzuziehen.

    [0013] Dabei erfolgt erfindungsgemäß der Kraftfluß vom Griff 20 ausgehend über den mit ihm drehstarr verbundenen Rotor 40 auf einen darin befindlichen Stift 201, an dem sich ein kurzer Arm 54 eines Mitnehmers 50 abstützen kann, der gegensinnig zum Rotor 40 rotiert und mit einem langem Arm 52 an den Koppel-Fortsätzen 19 angreift. Nach Loslassen des Griffs 20 bewegen sich sämtliche Bauteile unter der Einwirkung von Druckfedern 16, 34 in ihre Ausgangspositionen zurück. Die Federn 34 sind am bzw. im Rotor 40 untergebracht. Dieser ist in seiner mittigen Symmetrie-Ebene quergeteilt und somit axial in ein ebenfalls spiegelsymmetrisches Gehäuse 30 einführbar, das zu diesem Zweck beidseitig Öffnungen 35 hat. Wangen 48 des Rotors 40 sind mit Drehanschlägen 47 und Bajonettansätzen 49 versehen. An inneren Stirnseiten 191 der Griffe 20 sind dazu passende Bajonettausnehmungen 123 vorhanden.

    [0014] Das Gehäuse 30 hat allgemein zylindrische Gestalt. An seinen beiden Enden ist es mit Außengewinden 214 versehen. Exzentrisch zur Achse des Gehäuses 30 und parallel zu ihr ist ein Lagerbolzen 53 vorhanden. An ihm wird ein Mitnehmer 50 schwenkbar angebracht, nämlich ein Blech-Stanzteil mit einem Rücken 51, der sich nach unten als langer Arm 52 fortsetzt und von dem kurze Arme in Form von Wangen 54 mit Bohrungen für den Lagerbolzen 53 abgewinkelt sind.

    [0015] Mit dem axialverschraubten Rotor 40 sind Griffe 20 drehfest verbindbar, die Griffhalsbohrungen 209 aufweisen, in welche man jeweils eine Dreholive 207 (Fig. 1 rechts oben) oder ein Schließzylinder 208 (Fig. 1 links unten) axial einsetzen kann.

    [0016] Ein solches Element ist jeweils mit einer achsparallelen Zunge 230 versehen, die mit einer Kupplung 200 zusammenwirkt. Deren Aufbau ist aus Fig. 3 ersichtlich. Sie hatzwei Kupplungsteile 202, die jeweils einen Flügel 216 und einen Außenvierkant 221 aufweisen. Letzterer hat eine Stufe 219, die mit einem Vorsprung 222 eines Kerns 217 zusammenwirkt, der in einer Axialbohrung 223 einen Zentrierzapfen 224 der Kupplung 202 aufnimmt. Die beiden Kupplungsteile 202 sind durch einen Stab 206 drehstarr verbunden, der insbesondere ein Vierkantstift ist. Für den Kraftschluß zum Mitnehmer 50 ist ein in Langlöchern 210 radialbeweglicher Mitnehmerstift 201 vorgesehen. Beim nichtabgeschlossenen Beschlagsystem nach Fig. 2a, 4a und 5a ruht der im Querschnitt vorzugsweise kreiszylindrische Mitnehmerstift 201 auf dem Umfang der Flügel 216 der Kupplungsteile 202, die spiegelsymmetrisch in den Rotorstimflächen versenkt angeordnet sind. Über die kurzen Arme 54 des Mitnehmers 50 ist dieser verschwenkbar (Fig. 4b), so daß sein langer Arm 52 über die Koppel-Fortsätze 19 bei Griffbetätigung den Rückzug der Falle 15 bewirkt.

    [0017] Fächerförmige Senkungen 205 bilden seitlich solide Drehanschläge für die Flügel-Seitenflächen 204 der vom Rotor 40 axial beiderseits vorstehenden Kupplungsteile 202. Diese sind durch den Vierkantstift 206 drehfest miteinander verbunden, so daß sie beide stets zwangsläufig und deckungsgleich rotieren. An den nach außen weisenden Enden der Kupplungsteile 202 sind die Drehhandhaben 207 bzw. 208 durch die Griffhalsbohrungen 209 der Griffe 20 hindurch ankuppelbar.

    [0018] Ausgehend vom Schaltzustand nach Fig. 2a entzieht eine Drehung der Kupplung 200 in die Winkelstellung nach Fig. 2b, 4c und 5b dem Mitnehmerstift 201 seine beiden radialen Auflager. Infolgedessen fällt er in den beiden miteinander fluchtenden Langlöchern 210 des Rotors 40 parallel zu dessen Drehachse nach unten. Bei Griffbetätigung greift der Stift 201 nun ins Leere (Fig. 4d), wodurch der Mitnehmer 50 und die Falle 15 in ihren Ausgangspositionen verbleiben. Das Beschlagsystem ist in dieser Position gesperrt, gestattet aber im Gegensatz zum Stand der Technik das Verschwenken der Griffe 20.

    [0019] Wird die Kupplung 200 entgegengesetzt um 90° gedreht, so heben die Flügel-Seitenflächen 204 den Mitnehmerstift 201 wieder in seine obere Ausgangslage, wo er auf dem Umfang der Kupplungsflügel 216 aufliegt (Fig. 2a). Dabei steht der Stift 201 wieder mit dem kurzen Arm 54 des Mitnehmers 50 im Eingriff, so daß bei Griffbetätigung die Falle 15 zurückgezogen wird.

    [0020] Die Handhaben (Dreholive 207 bzw. Schließzylinder 208) lassen sich axial durch die Griffhalsbohrungen 209 hindurch griffbündig in die Beschlageinheit 10 einschieben, was auch bauseits geschehen kann. An den Handhabenzungen 230 sind Durchgangsbohrungen 211 vorgesehen, die eine Festlegung der Zungen 230 im Inneren des Rotors 40 gestatten, wozu Senkkopf-Schrauben 212 vorgesehen sind (Fig. 1). Dadurch sind die Handhabenkeme 217 über ihre Vorsprünge 222 mit den Außenteilen 221 der Kupplungen 202 in Wirkverbindung.

    [0021] Im Unterschied zu herkömmlichen vergleichbaren Beschlagsystemen wird die Einheit 10 durch Mehrfach-Schraubverspannung an einem (nicht dargestellten) Türblatt stabil angeschlagen. Dazu dienen zwei Schraubrosetten 213 (Fig. 1), die von beiden Seiten auf die gegenläufigen Außengewinde 214 des Gehäuses 30 geschraubt werden, in das die Hülse 18 mit einem Gewinde 37 radial eindrehbar ist. Alle drei Verschraubungen leiten Zugspannungen unterschiedlicher Richtungen in das Gehäuse 30 ein, wodurch es sicher und lagerichtig am Türstulp verspannt wird.

    [0022] Während die Dreholiven 207 mit einem Innenvierkant-Längsprofil (vergl. Fig. 2a) auf den Außenvierkant 221 der Kupplungsteile 202 formschlüssig aufsteckbar sind, benötigen Schließzylinder 208 in Drehrichtung einen Freilauf; auf der nichtbetätigten Türseite rotieren sie ja nicht, wenn auf der gegenüberliegenden Türseite zu- oder aufgesperrt wird. Man erkennt aus Fig. 3, daß der stirnseitige Vorsprung 222 des Kerns 217 hierzu als Viertelkreis-Sektor ausgebildet ist. Ein zentrisches Loch bzw. eine Axialbohrung 223 im Kern 217 nimmt den kupplungsseitigen Zentrierzapfen 224 auf. Beide Kupplungsteile 202 haben eine im Querschnitt halbkreisförmige Abflachung 225, die im axialen Eingriff mit den Viertelkreis-Sektoren 222 der Kerne 217 stets die 90°-Schwenkung der Kupplung 200 zuläßt. Die Flügel 216 der Kupplungsteile 202 finden an den Seitenflächen der Aussparung 203 einen Drehanschlag (Fig. 2a, 2b). Nach innen setzen sich die Kupplungsteile 202 abgestuft fort, wobei längsrillenartige Rastnuten 228 (Fig. 3) der Verrastung in den 90°-Positionen dienen können.

    [0023] Im Beispiel der Fig. 5a und 5b stützt sich an einer Schrägfläche 229 im Inneren des Rotors 40 eine Blattfeder 226 ab, die eine Rastnase 227 hat. Diese wirkt mit Rastnuten 228 des Kupplungsteils 202 zusammen, so daß das Einrasten sowohl in geöffneter Stellung (Fig. 5a) als auch in gesperrter Position (Fig. 5b) spürbar ist.

    [0024] Aus Fig. 1 geht hervor, daß der Mitnehmer 50 am Rücken 51 im unteren Bereich Stanzfenster 215 hat, die mit den Koppel-Fortsätzen 19 der Falle 15 kuppelbar sind, so daß diese bei einer Verschwenkung des Mitnehmers 50 zurückgezogen bzw. vorbewegt wird. Für die Aufnahme an einer Falztür sind zwei Stanzfenster nebeneinander vorgesehen, während an einer Stumpftür ein mittiges Stanzfenster genügt. Die Ausweichbewegung des Mitnehmerstifts 201 ersieht man am besten aus den Fig. 4a bis 4d sowie Fig. 5a und 5b.

    [0025] Die erfindungsgemäße Rotoranordnung erlaubt die Verwendung drehstarrer Handhaben, die sich auch in gespenter Rotor-Stellung verschwenken lassen. Man erkennt, daß eine Rotoranordnung für ein Beschlagsystem 10, das in sich waagrecht kreuzenden Bohrungen einer Tür, eines Fensters o.dgl. montierbar ist und mit dem Rotor 40 drehfest verbundene Griffe 20 grundsätzlich aufweist, einen wahlweise absenkbaren Stift 201 hat, an dem ein zweiarmiger Mitnehmer 50 angreift, der gegensinnig zur Bewegung des rückholgefederten, in einem zylindrischen Gehäuse 30 axialfest gelagerten Rotors 40 schwenkbar ist, um eine federbelastete Falle 15 zu betätigen. Durch eine Kupplung 200 ist die Antriebsverbindung zwischen Rotor 40 und Mitnehmer 50 wahlweise herstell- oder aufhebbar. Zum Auf- und Zusperren dient eine am Rotor 40 festlegbare Handhabe (Dreholive 207, 208). Ein kurzer Arm 54 des Mitnehmers 50 bewirkt das Ein- oder Auskuppeln mittels des Stifts 201, der durch Drehung von Flügeln 216 jedes Kupplungsteils 202 heb- und senkbar ist. Die beiden Kupplungsteile 202 verbindet ein Stab 206 drehstarr, jedoch axial lösbar. Er sitzt außermittig in einer Aussparung 220 und ist auf einem 90°-Bogen im Rotor 40 schwenkbar, der den Mitnehmerstift 201 in fluchtenden Langlöchem 210 radialbeweglich führt Ein Handhaben-Kern 217 kann axial mit einem Stirnseiten-Vorsprung 222 eines Kupplungsteils 202 in Eingriff gebracht werden. Der Mitnehmer 50 ist ein Blech-Stanzteil mit einem oder zwei Stanzfenstern 215 zum Einhaken des Fallenendes 19. Das Gehäuse 30 samt eingesetztem Rotor 40 ist an einer Tür, einem Fenster o.dgl. unter Mehrfach-Zugspannung verankerbar, namentlich durch Verschraubungen in unterschiedlichen Spannrichtungen.

    Bezugszeichenliste



    [0026] 
    10
    Beschlageinheit
    15
    Falle
    16
    Druckfeder
    18
    Fallenhülse
    19
    Koppel-Fortsätze
    20
    Griff
    23
    Griffhals
    30
    Gehäuse
    34
    Federpaar
    35
    Öffnung
    37
    Gewinde
    40
    Rotor
    47
    Drehanschlag
    48
    Wangen
    49
    Bajonettansätze
    50
    Mitnehmer
    51
    Rücken
    52
    (langer) Arm
    53
    Schwenklager (bolzen)
    54
    (kurzer) Arm / Wangen
    123
    Bajonettausnehmungen
    191
    Stirnflächen
    200
    Kupplung
    201
    Mitnehmerstift
    202
    Kupplungsteil
    203
    Aussparung
    204
    Seitenflächen
    205
    Senkungen
    206
    Stab / Vierkantstift
    207
    Dreholiven
    208
    Schließzylinder
    209
    Griffhalsbohrung
    210
    Langlöcher
    211
    Durchgangsbohrung
    212
    [Senkkopf-] Schrauben
    213
    Schraubrosetten
    214
    Außengewinde
    215
    Stanzfenster
    216
    Flügel
    217
    Kern
    218
    Absätze / Rastnuten
    219
    Stufe
    221
    Außenvierkant(fasen)
    222
    Vorsprung
    223
    Axialbohrung
    224
    Zentrierzapfen
    225
    Abflachung
    226
    Blattfeder
    227
    Rastnase
    229
    Schrägfläche
    230
    Zunge



    Ansprüche

    1. Rotoranordnung für ein Beschlagsystem (10), das in zwei sich waagrecht kreuzenden Bohrungen einer Tür, eines Fensters o.dgl. montierbar ist und wenigstens einen mit dem Rotor (40) drehfest verbundenen Griff (20) aufweist, mit einer Antriebsverbindung zu einem zweiarmigen Mitnehmer (50), der zur Betätigung einer federbelasteten Falle (15) gegensinnig zur Bewegung des rückholgefederten Rotors (40) schwenkbar ist, und mit einem letzteren axialfest lagernden, im wesentlichen zylindrischen Gehäuse (30), in das quer zur Rotorachse (R) eine die Falle (15) führende Hülse (18) einschraubbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsverbindung zwischen Rotor (40) und Mitnehmer (50) durch eine Kupplung (200) wahlweise herstell- oder aufhebbar ist, wobei der Mitnehmer (50) einen Arm (54) hat, welcher mit einem Mitnehrmerstift (201) in oder außer Eingriff bringbar ist.
     
    2. Rotoranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmerstift (201) radialbeweglich und wahlweise mit dem zweiarmig ausgebildeten Mitnehmer (50) antriebsverbindbar ist.
     
    3. Rotoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmerstift (201) durch zwangsläufig gleichzeitige Drehung von Flügeln (216) jedes Kupplungsteils (202, 202') in bezug auf die Rotorbrücke (45) heb- und senkbar ist.
     
    4. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stab (206) die beiden Kupplungsteile (202, 202') drehstarr, jedoch axial lösbar verbindet.
     
    5. Rotoranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor (40) eine achsparallele Aussparung (220) aufweist, in welcher der Stab (206) insbesondere außermittig angeordnet und vorzugsweise auf einem 90°-Bogen schwenkbar ist.
     
    6. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor (40) an zwei einander axial gegenüberstehenden Wangen (48) miteinander fluchtende, deckungsgleiche Langlöcher (210) aufweist, die den Mitnehmerstift (201) führen.
     
    7. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (50), z.B. ein aus Blech gefertigtes Stanz-Biege-Teil, abgewinkelte Schwenklager-Wangen (53) an einem Rücken (51) aufweist, der zur Aufnahme des inneren Fallenendes (19) Stanzfenster (215) aufweist.
     
    8. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zum Antrieb zumindest eines Kupplungteils (202, 202') der Kupplung (200) eine Handhabe, beispielsweise eine Dreholive (207), ein Schließzylinder (208) o.dgl., in eine Griffhalsbohrung (209) axial einschiebbar und an dem Rotor (40) festlegbar ist.
     
    9. Rotoranordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die bzw. jede Handhabe (207; 208) einen rotierbaren Kern (217) aufweist, der axial mit einem stirnseitigen Vorsprung (222) eines der beiden Kupplungsteile (202, 202') in Eingriff steht bzw. bringbar ist.
     
    10. Rotoranordnung Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die bzw. jede Handhabe (207; 208) zylindrisch ausgebildet ist und eine axiale Zunge (230) hat, die durch Formschluß und/oder durch Verschraubung (211, 212) an einer zugeordneten Rückenfläche am Rotor (40) lösbar befestigt ist.
     
    11. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an den Kupplungsteilen (202) in einem Umfangsabstand, z.B. 90° Rastmittel (228) vorhanden sind, die mit im Rotor (40) abgestützten Rastelementen zusammenwirken, namentlich mit Rastnasen (227) an Blattfedern (226).
     
    12. Rotoranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (30) samt eingesetztem Rotor (40) an einer Tür (T), einem Fenster o.dgl. unter Mehrfach-Zugspannung verankerbar ist, und zwar bevorzugt durch axiales Aufschrauben je einer Schraubrosette (213) auf zugeordnete Außengewinde (214) und durch radiales Einschrauben der Fallenhülse in das Gehäuse (30), das hierzu beidseitig vorstehende, spiegelsymmetrisch angeordnete, gegenläufige Außengewinde (214) aufweist, wobei auf letztere je eine Schraubrosette (213) bis zur formschlüssigen Anlage an der Tür (T), dem Fenster o.dgl. aufschraubbar ist.
     


    Claims

    1. Rotor device for a system (10) of builder's hardware adapted for mounting in two intersecting bores of a room closure element, such as a door, a window or the like, comprising at least one handle (20) joined to a rotor (40) for rotation therewith and drive-connected to a two-arm catch means (50) which, for operation of a spring-biassed latch bolt (15), is pivotable in an opposite direction to the rotor (40) that is return-spring loaded and is supported in an axially tight manner within a substantially cylindrical casing (30) into which a sleeve (18) guiding the latch bolt (15) is screwable in a direction transverse to the rotor axis, wherein the drive connection between the rotor (40) and the catch means (50) is adapted to be selectively activated or released by coupling means (200), the catch means (50) having an arm (54) for either engaging or disengaging a catch pin (204).
     
    2. Rotor device according to claim 1, wherein the catch pin (201) is radially movable and is adapted for selective drive connection with the two-arm catch means (50).
     
    3. Rotor device according to claim 1 or claim 2, wherein the catch pin (201) is adapted to be lifted or lowered by positively synchronous rotation ― relative to the rotor bridge (45) - of wings (216) on either coupling portion (202, 202').
     
    4. Rotor device according to any one of claims 1 to 3, wherein the two coupling portions (202, 202') are joined for common rotation by an axially releasable bar (206).
     
    5. Rotor device according to claim 4, wherein parallel to its axis, the rotor (40) comprises a recess (220) in which the bar (206) is arranged, in particular eccentrically and preferably pivotable over a 90 degree arc.
     
    6. Rotor device according to any one of claims 1 to 5, wherein the rotor (40) comprises two congruent elongated holes (210) which are in alignment with each other at two axially opposed cheeks (48) and which guide the catch pin (201).
     
    7. Rotor device according to any one of claims 1 to 6, wherein the catch (50), e.g. a punch-bent sheet metal component part, includes offset pivot cheeks (53) at a back (51) that comprises punched apertures (215) for receiving the inner latch bolt end (19).
     
    8. Rotor device according to any one of claims 1 to 7, wherein for driving at least one coupling portion (202, 202') of the coupling means (200), an operating means such as a turn button (207), a cylinder lock (208) or the like is axially insertable into a handle neck bore (209) and is attachable to the rotor (40).
     
    9. Rotor device according to claim 8, wherein the or each operating means (207; 208) includes a rotatable core (217) in, or adapted for, axial engagement with a front face projection (222) of one of the coupling portions (202, 202').
     
    10. Rotor device according to claim 8, wherein the or each operating means (207; 208) is cylindrical and comprises an axial tongue (230) detachably fixed to an associated back at the rotor (40) by positive engagement or by screw connection (211, 212).
     
    11. Rotor device according to any one of claims 1 to 10, wherein the coupling portions (202) include detent means (228) arranged at a peripheral distance, e.g. at 90°, for cooperation with rotor-supported locking means, in particular with locking lugs (227) of leaf springs (226).
     
    12. Rotor device according to any one of claims 1 to 11, wherein the casing (30) containing the inserted rotor (40) is securable to a door (T), a window or the like under multiple tensioning, preferably by axially screwing-on a screwable rosette (213) each onto an associated external thread (214) and by radially screwing-in the latch bolt sleeve (18) into the casing (30) which latter comprises for the purpose external threads (214) that project on either side, are arranged in mirror symmetry and are contra-tapped for screwing on one rosette (213) each up to positive engagement with the door (T), window or the like.
     


    Revendications

    1. Arrangement rotatoire pour un système de ferrures (10), susceptible d'être monté dans des trous de forage se croisant horizontalement et appartenant à une porte, une fenêtre ou autre chose de ce genre, étant muni au moins d'une poignée (20) liée au rotor (40) d'une manière fixe et mobile autour d'une axe, d'une connexion motrice avec un entraîneur (50) à deux bras dont l'entraîneur (50) est orientable d'une manière opposée par rapport au mouvement du rotor sur ressorts de rappel (40) pour commander une pêne (15) chargée par ressort, et d'une caisse essentiellement cylindrique (30) qui loge le rotor (40) d'une manière axialement fixée et qui est susceptible de recevoir à vis une douille (18) orientée en transversal par rapport à l'axe du rotor et guidant la pêne (15), caractérisé en ce que la connexion motrice entre le rotor (40) et l'entraîneur (50) est apte à être facultativement réalisée ou annulée par un coupleur (200), l'entraîneur (50) étant muni d'un bras (54) susceptible d'être mis en ou hors prise avec une cheville d'entraînement (201).
     
    2. Arrangement selon la revendication 1, caractérisé en ce que la cheville d'entraînement (201) est radialement mobile et apte à être facultativement reliée d'une manière propulseure à l'entraîneur (50) à deux bras.
     
    3. Arrangement selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que lors d'une rotation forcement simultanée des ailes (216) de chaque pièce d'accouplement (202, 202'), la cheville d'entraînement (201) est susceptible d'être levée ou baissée par rapport au pont de rotor (45).
     
    4. Arrangement selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'un bâton (206) relie les deux pièces d'accouplement (202, 202') d'une façon rigide à la rotation mais axialement amovible.
     
    5. Arrangement selon la revendication 4, caractérisé en ce que le rotor (40) est équipé d'un évidement (220) parallèle à l'axe dans lequel le bâton (206) est agencé en particulier à l'excentrique étant de préférence orientable le long d'un arc de 90°.
     
    6. Arrangement selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le rotor présente sur deux jumelles étant axialement en face l'un de l'autre des trous oblongs (210) coïncidents qui s'alignent l'un avec l'autre et guident la cheville d'entraînement (201).
     
    7. Arrangement selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'entraîneur (50), par exemple une pièce découpée, pliée et fabriquée en tôle, présente sur un dos (51) des jumelles coudées à palier orientable (53), dont ce dos (51) montre des fenêtres poinçonnées (215) aptes à recevoir le bout intérieur (19) de la pêne.
     
    8. Arrangement selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'une manette par example une olive de condamnation (207), un cylindre de fermeture (208) ou autre chose de ce genre est apte à être axialement introduite dans un trou de forage du cou de poignée (209) et fixée au rotor (40) pour commander au moins une pièce d'accouplement (202, 202') du coupleur (200).
     
    9. Arrangement selon la revendication 8, caractérisé en ce que la ou chaque manette (207; 208) est munie d'un noyau (217) apte à être tourné, qui est axialement engrené dans ou susceptible d'être mis en prise axiale avec une partie en saillie frontale (222) d'une des deux pièces d'accouplement (202, 202').
     
    10. Arrangement selon la revendication 8, caractérisé en ce que la ou chaque manette (207, 208) est cylindrique et montre une langue axiale (230) oui est fixée par engagement positif et/ou par raccord à vis (211, 212) d'une manière amovible contre une surface dorsale correspondante du rotor (40).
     
    11. Arrangement selon une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'il y a des moyens d'encliquetage (218) se trouvant sur des pièces d'accouplement (202) à une distance périphérique, par example de 90°, qui coopèrent avec des éléments d'encliquetage s'appuyant sur le rotor (40), notamment avec des taquets d'encliquetage (227) situés sur des ressort à lames (226).
     
    12. Arrangement selon une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que la caisse (30) avec le rotor inséré (40) est apte à être ancrée dans une porte (P), une fenêtre ou autre chose de ce genre sous contrainte de traction multiple, c'est-à-dire de préférence en vissant respectivement une rosace à vis (213) d'une manière axiale sur des filetages extérieurs correspondants (214) et en vissant la douille de pêne d'une manière radiale dans la caisse (30), qui est munie à cet effet de filetages extérieurs (214) en opposé, débordants sur les deux côtés et arrangés en symétrie à miroir, ces derniers étant aptes à recevoir à vis une rosace à vis (213) respective jusqu'au appui à engagement positif sur une porte (P), une fenêtre ou autre chose de ce genre.
     




    Zeichnung