[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einschalten von Bahnübergängen entsprechend
dem Oberbegriff des Anspruchs.
[0002] Bei der Zugleit- und Sicherungstechnik wird zunehmend Funk als Übertragungsmedium
genutzt. Mit dem funkbasierten Fahrbetrieb (FFB) wird angestrebt, den Fahrbetrieb
auf einer beliebigen Strecke unter Verzicht auf Signale und Streckengleisfreimeldungen
zu sichern. Dazu sind sowohl die Triebfahrzeuge als auch die Strecken entsprechend
auszurüsten, um z. B. über Streckenzentralen mittels eines Funkübertragungssystems
und über Streckenelemente sowie Fahrzeugeinrichtungen die Züge sicher zu leiten.
[0003] Auf Strecken, die mit Einrichtungen für den funkbasierten Fahrbetrieb ausgerüstet
sind, werden die Bahnübergänge durch mit Funk ausgerüstete Fahrzeuge zu den jeweils
optimalen Zeitpunkten eingeschaltet. Die zeitoptimierte Einschaltung eines Bahnübergangs
durch Funkbefehl erfolgt in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs und
veranlaßt das Anschalten von zum Beispiel Blinklicht für den Straßenverkehr sowie
das Durchführen einer Gefahrenraumfreimeldung und das Absenken der Schranken.
[0004] Wenn für den funkbasierten Fahrbetrieb ausgerüstete Strecken durch Fahrzeuge ohne
entsprechende Ausrüstung befahren werden, dann ist bislang eine zeitoptimale Einschaltung
von Bahnübergängen nicht möglich.
[0005] Die zur Zeit praktizierte Verfahrensweise (DE 195 29 374 A1) sieht daher den Halt
solcher Züge vor jedem Bahnübergang vor. Bei Annäherung eines Zuges an den Bahnübergang
werden dabei Schienenkontakte oder sonstige Gleisschaltmittel betätigt.
[0006] Bei diesen Gleisschaltmitteln kann es sich um die Ausschaltmittel vor dem Bahnübergang
handeln.
[0007] Mit den vor dem Bahnübergang liegenden Ausschaltmitteln wird der Bahnübergang eingeschaltet.
Mit dem Räumen des Bahnübergangs wird dieser automatisch über die hinter dem Bahnübergang
liegenden Ausschaltmittel zeitverzögert wieder ausgeschaltet.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Verfahren zu entwickeln, mit dem
die Nachteile des Standes der Technik vermieden und mit dem durch ein zuverlässiges
und zeitoptimales Einschalten der Bahnübergänge eine weitgehend störungsfreie Durchfahrt
von nicht mit Einrichtungen zum funkbasierten Fahrbetrieb ausgerüsteten Zügen gewährleistet
wird.
[0009] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs gelöst. Danach veranlasst der anrückende
Zug das Einschalten des ersten Bahnübergangs; anschließend veranlassen die in Funkverbindung
stehenden Bahnübergänge das von der Fahrgeschwindigkeit der Züge und dem Abstand der
Bahnübergänge abhängige zeitgerechte Einschalten des jeweils folgenden Bahnüberganges.
Die weiteren Bahnübergänge auf der Strecke werden durch das System des funkbasierten
Fahrbetriebs automatisch zeitoptimiert eingeschaltet, indem die Bahnübergänge entsprechende
Anrück- oder Passagemeldungen per Funk an den jeweiligen Folgebahnübergang übermitteln.
Diese Meldungen können den jeweils erwarteten Einschaltzeitpunkt des Folgebahnübergangs
beinhalten oder aber am Folgebahnübergang die Berechnung dieses Einschaltzeitpunktes
veranlassen.
[0010] Es ist damit gewährleistet, dass ein nichtausgerüsteter Zug auf Strecken mit Ausrüstung
für den funkbasierten Fahrbetrieb ohne unnötige Aufenthalte vor den Bahnübergängen
die Strecke schnell und sicher passieren kann.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0012] Auf einer für den funkbasierten Fahrbetrieb ausgerüsteten Strecke sind vor und hinter
jedem Bahnübergang Mittel wie Schienenkontakte zum Ein- bzw. Ausschalten des Bahnübergangs
durch den Zug angeordnet. Der für eine Fahrtrichtung als Einschaltkontakt wirkende
Kontakt bildet für die Gegenfahrtrichtung jeweils einen Ausschaltkontakt und umgekehrt.
[0013] Der Triebfahrzeugführer gibt dem Fahrdienstleiter in der Zentrale des funkbasierten
Fahrbetriebes per Sprechfunk die Abfahrbereitschaft seines nicht mit Mitteln oder
mit defekten Mitteln zum funkbasierten Fahrbetrieb ausgerüsteten Zuges bekannt; anstelle
einer Abfahrbereitschaftsmeldung kann auch eine z.B. beim Passieren eines Meldepunktes
vor dem Bahnübergang ausgebbare Anrückmeldung an die Zentrale übermittelt werden.
Der Fahrdienstleiter gibt den aktuellen Standort des Zuges in das System ein und fordert
für den Zug die Sicherung des ersten Bahnübergangs an. Vom System werden, ausgehend
vom aktuellen Standort und der dem System bekannten erlaubten Höchstgeschwindigkeit
auf der Strecke, die Anrückzeit des Zuges bis zum ersten Bahnübergang und die Liste
der zu befahrenden Bahnübergänge auf der zugewiesenen Strecke ermittelt. Der Fahrdienstleiter
übermittelt diese Anrückzeit dem Triebfahrzeugführer per Sprechfunk und dieser tritt
seine Fahrt an.
[0014] Die Einschaltung eines oder mehrerer Bahnübergänge danach erfolgt durch Mittel am
jeweils zuletzt befahrenen Bahnübergang per Funk. Die Einrichtungen am Bahnübergang
haben aus der Art der vorangegangenen Einschaltung gespeichert, daß der Bahnübergang
durch einen nichtausgerüsteten Zug befahren wurde. Die Einrichtungen des jeweils befahrenen
Bahnüberganges oder des oder der nächsten Bahnübergänge rechnen dann unter Nutzung
des Streckenatlas und der erlaubten Höchstgeschwindigkeit für nichtausgerüstete Züge
aus, wann der Zug den jeweils nächsten Bahnübergang frühestens befahren wird und veranlassen
durch ein entsprechendes Funksignal das zeitgerechte Einschalten dieses Bahnüberganges.
Entsprechende Zeitwerte können auch am jeweils folgenden Bahnübergang ermittelt oder
aus entsprechende Listen entnommen werden.
[0015] Im Streckenatlas sind alle Daten enthalten, welche die Strekke beschreiben, wie zum
Beispiel topologische Daten (Streckenabbild), Lage der Weichen und Bahnübergänge,
Strekkenhöchstgeschwindigkeiten und Funkadressen. Der Streckenatlas bildet die Datenbasis
für die Kommunikation im System des funkbasierten Fahrbetriebs.
[0016] Es ist nach der Erfindung auch möglich, daß der Zug auf der mit Mitteln für den funkbasierten
Fahrbetrieb ausgerüsteten Strecke mit verminderter Geschwindigkeit bis zum ersten
Bahnübergang vorrückt und über die in Fahrtrichtung vor dem Bahnübergang angeordneten
Ausschaltmittel den Bahnübergang einschaltet und danach weiterfährt. Alle weiteren
Bahnübergänge werden wie beschrieben durch das System des funkbasierten Fahrbetriebs
automatisch zeitoptimiert eingeschaltet.
[0017] Das Befahren der Bahnübergänge erfolgt über eine Rückmeldung des gesicherten Zustandes
des Bahnübergangs an den Fahrdienstleiter und von diesem an den Triebfahrzeugführer,
wobei diese Rückmeldung entweder über die Anzeige am Überwachungssignal, welches in
unmittelbarer Nähe des Bahnübergangs steht an den Triebfahrzeugführer oder über eine
entsprechende Funkmeldung auf das Triebfahrzeug vorgenommen wird. Im letzten Fall
muß dem Triebfahrzeugführer eine Funkverbindung (zum Beispiel ein "Handy") mit einem
sicheren Rechner zur Verfügung stehen.
[0018] Wenn eine Funk-Rückmeldung auf das Fahrzeug erfolgt, dann wird dem Triebfahrzeugführer
auch die verbleibende Zeit bis zur Sicherung des Bahnübergangs mitgeteilt.
[0019] Wenn das Schließen des Bahnübergangs länger als erwartet in Anspruch nimmt, zum Beispiel
wegen fehlendem Funkkontakt, dann muß der Triebfahrzeugführer die Zuggeschwindigkeit
erforderlichenfalls bis zum Stillstand des Zuges vor dem Bahnübergang verringern.
1. Verfahren zum Einschalten von Bahnübergängen auf Bahnstrecken mit funkbasiertem Fahrbetrieb
(FFB) für das Befahren durch Triebfahrzeuge ohne Ausrüstung für den Funkbasierten
Fahrbetrieb, wobei der erste Bahnübergang mit dem Befahren des in Fahrtrichtung vor
dem Bahnübergang angeordneten Schaltmittels durch den nichtausgerüsteten Zug eingeschaltet
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle danach folgenden zu befahrenden Bahnübergänge der Strecke automatisch und zeitoptimiert
eingeschaltet werden, indem der jeweils befahrene Bahnübergang eine Meldung über den
Zeitpunkt seiner Befahrung durch einen Zug oder den frühestmöglichen Zeitpunkt für
das Befahren des oder der folgenden Bahnübergänge per Funk an diesen bzw. diese übermittelt.
1. Method for switching on level crossings on railway routes with radio-based travel
operations (FFB) for motive power units to travel through without being equipped for
radio-based travel operations, the first level crossing being switched on by the non-equipped
train when the switching means which is arranged ahead of the level crossing in the
direction of travel is travelled through, characterized in that all the subsequent level crossings on the route which are to be travelled through
are switched on automatically and with optimized timing by the level crossing which
has been respectively travelled through transmitting a message about the time when
a train travels through it or about the earliest possible time when the following
level crossing or level crossings will be travelled through to said level crossing
or level crossings by radio.
1. Procédé pour fermer des passages à niveau sur des voies ferroviaires avec contrôle
de roulement par radio (FFB) pour permettre le passage de véhicules moteurs n'ayant
pas d'équipement destiné au contrôle de roulement par radio, le premier passage à
niveau étant fermé par le passage du train non équipé sur le moyen de commutation
placé avant le passage à niveau dans le sens de la marche,
caractérisé par le fait que tous les passages à niveau suivants à passer ensuite sur la voie sont fermés automatiquement
et de façon temporellement optimale du fait que le passage à niveau respectivement
passé transmet par radio au passage à niveau suivant ou aux passages à niveau suivants
un message concernant l'instant auquel un train le passe ou concernant l'instant le
plus précoce auquel un train passe ledit ou lesdits passages à niveau suivants.