[0001] Die Erfindung betrifft ein Kochgerät mit Glaskeramikkochfläche mit mehreren Kochzonen,
von denen wenigstens eine als Schnellkochzone ausgebildet ist.
[0002] Kochgeräte mit Glaskeramikkochflächen sind bekannt und beispielsweise in der Patentliteratur
hinreichend beschrieben vgl. z.B. DE 35 03 647 A1. Die Beheizung der Kochzonen erfolgt
bei diesen Kochgeräten in der Regel mittels im Bereich der Kochzonen unterhalb der
Glaskeramikkochfläche angeordneter elektrisch oder gasbetriebener Beheizungseinrichtungen.
Dies können z. B. elektrisch betriebene Kontakt- oder Strahlungsheizelemente oder
aber auch Gasstrahlungsbrenner sein.
[0003] Die Annehmlichkeiten von Kochgeräten mit einer vollflächigen ebenen Abdeckung der
Kochmulde mit einer Platte aus Glaskeramik sind bekannt. So sind insbesondere ihr
gefälliges Aussehen und ihre Designvielfalt, die sich mit sehr variablen Dekoren und
Farbabstimmungen der jeweiligen Küchengestaltung in idealer Weise anpassen lassen,
zu nennen. Auch eine Reinigung der ebenen Platte ist leicht und problemlos möglich,
ebenso wie die Nutzung der Platte als zusätzliche Arbeitsfläche oder sichere Abstellmöglichkeit.
Als nachteilig wird jedoch häufig die verzögerte Wärmeabgabe durch die Platte hindurch
an das zu erhitzende Gut mit einer dementsprechend geringeren Energieausnutzung (Wirkungsgrad)
des Heizmediums und daraus resultierend eine längere Ankochdauer empfunden.
[0004] Die DE 195 00 449 A1 zeigt ein Kochgerät gemäß Oberbegriff von Anspruch 1.
[0005] Die DE 42 27 672 C2 schlägt im Falle eines Kochgerätes mit gasbetriebenen Beheizungseinrichtungen
vor, die oben beschriebenen Nachteile durch Verwendung wenigstens eines offenen atmosphärischen
Gasbrenners neben den üblichen, unterhalb der Kochfläche angeordneten Gasstrahlungsheizelementen
zu überwinden. Offene atmosphärische Brenner übertragen die Wärme direkt und schnell
auf das zu erhitzende Gut, was zu kurzen Ankochzeiten führt. Darüber hinaus ist die
schnelle Regulierbarkeit offener atmosphärischer Gasbrenner bekannt und im Kreise
der Benutzer geschätzt. Ein mit wenigstens einer "Schnellkochzone" der oben beschriebenen
Art ausgerüstetes Kochgerät vereinigt somit in sich die oben beschriebenen Vorteile
eines Kochgerätes mit Glaskeramikkochfläche mit denen eines Kochgerätes mit offenen
atmosphärischen Brennern.
[0006] Eine vergleichbare Lösung wäre auch im Falle von Kochgeräten mit elektrisch betriebenen
Beheizungseinrichtungen wünschenswert. Aufgabe der Erfindung ist daher, elektrisch
betriebene Kochgeräte mit Glaskeramikkochflächen so weiterzubilden, daß sie sowohl
die Vorteile von Kochgeräten mit einer durchgehenden ebenen Glaskeramikkochfläche
aufweisen, andererseits aber wenigstens in einer Kochzone (Schnellkochzone) nicht
nur eine schnelle und direkte Erwärmung des zu erhitzenden Guts, sondern auch noch
eine schnelle und trägheitslose Regulierbarkeit der Wärmezufuhr, wie sie ansonsten
bei Glaskeramikkochflächen nicht üblich ist, erlauben.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Kochgerät der eingangs beschriebenen Art dadurch gelöst,
daß die Schnellkochzone durch eine in die Glaskeramikkochfläche integrierte Keramikkochplatte
gebildet wird.
[0008] Die Verwendung von Keramikplatten als Kochplatten bei Elektrokochgeräten ist an sich
bekannt, beispielsweise aus der EP 0 069 298 B1. In dieser Schrift wird u.a. auf die
aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit und geringen thermischen Ausdehnung sowie
hohen Temperaturwechselbeständigkeit besondere Eignung von Siliziumnitrid als Kochplattenmaterial
hingewiesen. Gemäß der EP besitzt das Material eine hohe mechanische Festigkeit und
kann daher als dünne Platte ausgebildet werden. Hieraus resultiert eine geringe Wärmekapazität
der Platte, so daß auch eine schnelle trägheitslose Regulierbarkeit der Wärmezufuhr
gewährleistet ist.
[0009] Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit der Keramik ist der Wärmefluß durch die Kochplatten
auf das zu erhitzende Gut besonders groß: Aufheizgeschwindigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit
und Energieausnutzung sind besonders vorteilhaft.
[0010] Andererseits ist es aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit der Keramik nicht, wie
im Falle von Kochgeräten mit Glaskeramikkochflächen, möglich, eine einstückige Kochfläche
zu benutzen, da dann die Wärme aus dem Heißbereich abfließen würde. Die Energieausnutzung
würde in einem solchen Fall verschlechtert und die am Rahmen des Gerätes zulässigen
Temperaturen würden überschritten werden. Es ist daher erforderlich, eine solche Keramikkochplatte
thermisch isoliert in eine Grundplatte einzufügen.
[0011] Die hohe Wärmeleitfähigkeit des keramischen Materials verhindert weiterhin die Ausbildung
von Mehrkreiskochzonen mit an das Kochgeschirr angepaßten Durchmessern oder Bräterzonen
mit unabhängig voneinander schalt- und steuerbaren Teilzonen, wie sie bei Glaskeramikkochflächen
bereits sei Jahren bekannt und allgemein in Gebrauch sind. Benachbarte Zonen würden
sich gegenseitig mit erhitzen.
[0012] Kochgeräte, deren Kochzonen ausschließlich, so wie in der oben genannten EP beschrieben,
durch Keramikkochplatten gebildet werden, weisen somit trotz der genannten Vorteile
gegenüber Kochgeräten mit Glaskeramikkochflächen und -zonen eine Reihe von Nachteilen
auf.
[0013] Ein weiterer Nachteil von Kochgeräten mit ausschließlich durch Keramikkochplatten
gebildete Kochzonen ist z. B., daß Keramikkochplatten eine nicht zu vernachlässigende
Wärmeausdehnung besitzen. Da eine Kochplatte aus Keramik sich somit im Betrieb ausdehnt,
dürfen bei Fügung beispielsweise mit spröden Materialien (Glas, Keramik) keine hohen
Betriebstemperaturen auftreten. Alternativ kann mit einem dauerhaft elastischen Material
gefügt werden. Diese dauerelastischen Materialien sind aber nur bis ca. 300 °C beständig.
Weiterhin liegt die Abschreckfestigkeit der Keramikscheiben typisch bei maximal etwa
300 K.
[0014] Die Betriebstemperatur von Keramikkochplatten ist damit auf etwa 300 °C beschränkt.
Um die Keramikkochplatte aber bei diesen niedrigen Temperaturen benutzen zu können,
ist es notwendig, teure, speziell Töpfe mit einem sehr planen Boden zu verwenden.
Demgegenüber werden bei handelsüblichen Geschirren aufgrund der fehlenden Planizität
der Böden Kochzonentemperaturen bis zu 600 °C benötigt, um das zu erhitzende Gut zügig
zum Kochen zu bringen.
[0015] Die oben beschriebene erfindungsgemäße Integration wenigstens einer Kochplatte aus
Keramik in eine ansonsten herkömmliche Kochfläche aus Glaskeramik verbindet somit
in vorteilhafter Weise die Annehmlichkeiten beider unterschiedlicher Systeme in ein
und demselben Kochgerät, während die jeweiligen Nachteile durch die Auswahlmöglichkeit
zwischen den beiden Systemen je nach Anwendungsfall weitgehend aufgehoben werden.
[0016] Die Vorteile eines erfindungsgemäßen Kochgerätes sind hier noch einmal stichwortartig
zusammengefaßt:
im Hinblick auf die Glaskeramikkochfläche:
- Mehrkreiskochzonen mit an das Kochgeschirr angepaßten Durchmessern
- Bräterzonen
- Verwendbarkeit handelsüblicher Geschirre, da Betriebstemperaturen bei Glaskeramikkochflächen
bis oberhalb von 600 °C möglich sind
im Hinblick auf die Keramikkochplatte:
- gute Energieausnutzung
- kurze Ankochdauer
- gute Regulierbarkeit
[0017] Darüber hinaus bleiben, anders als im Falle der aus dem Stand der Technik bekannten
Verwendung von unterhalb der Kochfläche angeordneten Gasstrahlungsbrennern und oberhalb
oder in der Kochflächenebene angeordneten offenen atmosphärischen Brennern, da die
Kochplatte nach der vorliegenden Erfindung in die Kochfläche eingefügt wird, die Vorteile
einer durchgehenden Glaskeramikkochfläche, wie Verwendbarkeit der Kochfläche als Arbeitsplatte,
Dekorierbarkeit und Designvielfalt, bei dem erfindungsgemäßen Kochgerät erhalten.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren näher erläutert:
[0019] Es zeigen:
- Figur 1:
- in Draufsicht ein Kochgerät mit Glaskeramikkochfläche bei welchem eine Kochzone durch
eine in die Kochfläche integrierte Keramikkochplatte gebildet wird;
- Figur 2:
- ebenfalls in Draufsicht ein Kochgerät analog zu dem aus Figur 1, bei welchem aber
die Keramikkochplatte in eine Platte aus einem Material mit besseren Fügeeigenschaften
eingesetzt ist, die wiederum in eine entsprechende Aussparung in der Glaskeramikkochfläche
eingesetzt ist.
[0020] Man erkennt in Figur 1 eine Kochplatte 1, die in eine Glaskeramikkochfläche 2 eingefügt
ist. Die Kochplatte 1 bildet eine sogenannte Schnellkochzone, während die übrigen
Kochzonen 3, wie bei Glaskeramikkochflächen üblich, durch im Bereich der Kochzonen
unterhalb der Glaskeramikkochfläche 2 angeordnete, elektrisch betriebene Beheizungseinrichtungen
beheizt werden. Solche Beheizungseinrichtungen können z. B. die eingangs beschriebenen
Kontakt- oder Strahlungsheizelemente sein.
[0021] Die Fügung 4 zwischen Keramik 1 und Glaskeramik 2 kann über verschiedene Techniken
erfolgen. Die Keramikplatte 1 kann z. B. mittels eines Silikonklebers in die entsprechende
Aussparung in der Glaskeramikkochfläche eingeklebt werden. Es ist auch möglich, die
Platte 1 über ein thermisch isolierendes Material (Keramik, Metall, Glas) einzufügen.
Diese thermisch isolierenden Materialien können auch dazu dienen, die Temperatur bis
zur Fügestelle zum Plattenmaterial hin abzusenken, so daß hier geringere Spannungen
entstehen, bzw. sicher mit Silikon verklebt werden kann. Zur Absenkung dieser Temperatur
können auch Kühlkörper eingesetzt werden. Auch Keramikkleber sind möglich als Übergang
zur Glaskeramik 2 selbst, oder aber zu dem isolierenden Zwischenmaterial. Materialien
mit Negativausdehnung können Spannungen als Fügematerial auffangen oder es kann Platz
für das Ausdehnen der Keramik durch einen Zwischenraum gelassen werden. Dieser Zwischenraum
muß so gestaltet sein, daß durch ihn kein Wasser oder ähnliches in den Heizbereich
eindringen kann (z. B. durch lokales Einkleben mit Silikonklebern).
[0022] Der Aufbau kann auch, wie in Figur 2 dargestellt, so erfolgen, daß aus der Glaskeramikscheibe
2 eine Ecke oder die Hälfte der Scheibe herausgenommen wird, die dann mit einem anderen
Material, welches bessere Fügeeigenschaften mit der Keramikscheibe besitzt, verbunden
wird. In dieses andere Material (z. B. vorgespanntes Glas, Glaskeramik oder Kunststoff)
wird dann die Keramikkochplatte 1 eingepaßt.
[0023] Wie bereits oben erwähnt, muß das keramische Material eine hohe Wärmeleitfähigkeit
besitzen. Ist das Material auch noch elektrisch isolierend, wie z. B. im Falle des
Si
3N
4 oder SiC, kann die Beheizungseinrichtung in einfacher Weise in Form von aufgedruckten
elektrischen Widerständen direkt auf die Unterseite der Kochplatte 1 selbst aufgebracht
werden.
Die Energieausnutzung und die Aufheizgeschwindigkeit sind dann besonders hoch.
[0024] Ist die Keramik nicht isolierend, kann die Beheizung mittels handelsüblicher Strahlungsheizkörper
erfolgen, wie sie auch bei herkömmlichen Glaskeramikkochflächen Verwendung findet.
1. Kochgerät mit Glaskeramikkochfläche mit mehreren Kochzonen, von denen wenigstens eine
als Schnellkochzone ausgebildet ist, wobei
die Kochzonen (1,3)mittels elektrisch betriebener Heizeinrichtungen beheizbar sind,
dadurch gekennzeichnet daß die Schnellkochzone durch eine in die Glaskeramikkochfläche (2) integrierte Keramikkochplatte
(1) gebildet wird.
2. Kochgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Keramikkochplatte (1) direkt in die Glaskeramikkochfläche (2) eingefügt ist.
3. Kochgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Keramikkochplatte mittels eines Silikonklebers in eine entsprechende Aussparung
in der Glaskeramikkochfläche eingeklebt ist.
4. Kochgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Keramikkochplatte (1) in eine Platte aus thermisch isolierender Keramik, aus
Metall oder aus vorgespanntem Glas (6) eingefügt ist, die wiederum in eine Aussparung
in der Glaskeramikkochfläche (2) eingefügt ist.
5. Kochgerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Keramikkochplatte (1) aus Si3N4 oder SiC besteht.
1. Cooking appliance with a glass-ceramic hob having a plurality of cooking rings, at
least one of which is designed as a rapid cooking ring, in which the cooking rings
(1, 3) can be heated by means of electrically operated heating devices, characterized in that the rapid cooking ring is formed by a ceramic hotplate (1) which is integrated into
the glass-ceramic hob (2).
2. Cooking appliance according to Claim 1, characterized in that the ceramic hotplate (1) is inserted directly into the glass-ceramic hob (2).
3. Cooking appliance according to Claim 2, characterized in that the ceramic hotplate is bonded into a corresponding cutout in the glass-ceramic hob
by means of a silicone adhesive.
4. Cooking appliance according to Claim 1, characterized in that the ceramic hotplate (1) is inserted into a plate made of thermally insulating ceramic,
made of metal or made of toughened glass (6), which plate is, in turn, inserted into
a cutout in the glass-ceramic hob (2).
5. Cooking appliance according to at least one of Claims 1 to 4, characterized in that the ceramic hotplate (1) consists of Si3N4 or SiC.
1. Appareil de cuisson ayant une surface de cuisson en vitrocéramique à plusieurs zones
de cuisson, dont au moins une est réalisée en tant que zone de cuisson rapide, les
zones de cuisson (1, 3) pouvant être chauffées à l'aide de dispositifs de chauffage
fonctionnant à l'aide d'électricité, caractérisé en ce que la zone de cuisson rapide est réalisée par une plaque de cuisson en céramique (1)
intégrée dans la surface de cuisson en vitrocéramique (2).
2. Appareil de cuisson selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plaque de cuisson en céramique (1) est incorporée directement dans la surface
de cuisson en vitrocéramique (2).
3. Appareil de cuisson selon la revendication 2, caractérisé en ce que la plaque de cuisson en céramique est collée à l'aide d'un adhésif à silicones dans
un évidement correspondant dans la surface de cuisson en vitrocéramique.
4. Appareil selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plaque de cuisson en céramique (1) est insérée dans une plaque en céramique isolante
du point de vue thermique, en métal ou en verre précontraint (6), qui est insérée
elle-même à nouveau dans un évidement dans la surface de cuisson en vitrocéramique
(2).
5. Appareil de cuisson selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la plaque de cuisson en céramique (1) se compose de Si3N4 ou de SiC.