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(11) |
EP 1 039 017 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.10.2004 Patentblatt 2004/42 |
| (22) |
Anmeldetag: 20.03.2000 |
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Verfahren zum Herstellen von Textilvor-oder Textilendprodukten mit wenigstens stellenweiser
Fluoreszenzstrahlung
Process for producing textile intermediates or end-products with at least local fluorescence
Procédé de production de produits textiles intermediaires ou finales ayant une fluorescence
localisée
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Priorität: |
23.03.1999 DE 19912946
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.09.2000 Patentblatt 2000/39 |
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Patentinhaber: Rinke Etiketten Karl Rinke GmbH & Co. KG |
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45549 Sprockhövel (DE) |
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Erfinder: |
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- Medilek, Peter
51371 Leverkusen (DE)
- Feickert, Rolf
42555 Velbert (DE)
- Riegel, Dieter
42327 Wuppertal (DE)
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| (74) |
Vertreter: Mentzel, Norbert, Dipl.-Phys. |
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Patentanwälte Dipl.-Phys. Buse,
Dipl.-Phys. Mentzel,
Dipl.-Ing. Ludewig,
Kleiner Werth 34 42275 Wuppertal 42275 Wuppertal (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 2 764 237
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US-A- 2 873 206
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- DATABASE WPI Section Ch, Week 199314 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
F05, AN 1993-111950 XP002157341 & JP 05 049774 A (TORAY IND INC), 2. März 1993 (1993-03-02)
- DATABASE WPI Section Ch, Week 199148 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
F07, AN 1991-350101 XP002157342 & JP 03 234860 A (TORAY IND INC), 18. Oktober 1991
(1991-10-18)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zum Herstellen der im Oberbegriff des
Anspruches 1 angegebenen Produkte. Unter "Textilvorprodukt" sollen textiltechnisch
unverarbeitete Garne oder Fasern verstanden werden. Dazu gehören z.B. textile Fäden
(=Garne) gefügt aus endlosen Fasern (=Filament), überwiegend gefertigt in Form von
Multifilamentgarn, d.h. zusammengesetzt aus zahlreichen feinen Filmanenten (=Kapillarfasern);
Monofilamentgarn; Fasergarn gefügt aus kurzen Fasern, Zwirn.
[0002] Mit dem Begriff "Textilendprodukt" sollen die verschiedenen aus solchen Textilvorprodukten
gebildeten textilen Flächenerzeugnisse erfasst werden, die in beliebiger Weise hergestellt
sein können. Dazu gehören z.B. Gewebe, Maschenwaren, Nonwoven oder Vliese. Die Flächenerzeugnisse
können dabei eine beliebige Form aufweisen, z.B. als Breitware oder als Bänder, insbesondere
Etikett, ausgebildet sein.
[0003] In der Veredlung von Textilien sind Bleiche und Weißtönen übliche Verfahren, bei
denen fluoreszierende Präparate zur Steigerung des Weißgrades eingesetzt werden. Für
alle Faserarten stehen Weißtöner zur Verfügung.
[0004] Weiter werden mitunter Weißtöner neben den Farbstoffen zur Erhöhung der Brillanz
von sehr hellen Färbungen (Pastelltönen) in Färbe-/druckrezepturen eingestellt. Stark
fluoreszierende Färbungen können mit Fluoreszenzfarbstoffen in den Bunttönen Gelb,
Orange, Rot, erzeugt werden, weil sie im kurzwelligen sichtbaren Spektrum Anregungsenergie
absorbieren können, was bei Grün, Blau, Braun, Grau, Schwarz zunehmend infolge Eigenabsorption
nicht mehr der Fall ist und so aus physikalischen Gründen z.B. kein fluoreszierendes
Schwarz existieren kann. Trotzdem besteht daran Interesse, weil z.B. die Erstellung
von Strichcodmarkierungen auf Basis eines Fluoreszenz-Kontrastes mit allen bunten
und unbunten Farben möglich sein muß, will man ein universell anwendbares Markierungsverfahren
etablieren.
[0005] Bei den bekannten Produkten wurde in einem Fall der Weißtöner oberflächig aufgebracht.
Diese Anbringung war nicht permanent. So konnte bereits bei der textiltechnischen
Verarbeitung solcher Garne, z.B. beim Weben, der oberflächige Weißtöner durch Abrieb
beschädigt oder entfernt werden. Wenn durch die Einarbeitung des Garns in das Flächenerzeugnis
Informationen enthalten waren, die von einem Lesegerät erfasst werden sollten, so
war dies bei Abrieb nicht mehr möglich. Die Information war beschädigt oder zerstört.
[0006] In anderen Fällen wurde beim Aufbringen des Weißtöners die Faser durchgefärbt. Das
hatte zur Folge, dass die bei UV-Lichtanregung erzeugte Fluoreszenz in der Faser absorbiert
wurde, vor allem wenn es sich dabei um Fasern in dunklen Farben handelte, nämlich
rot, blau, grün und insbesondere schwarz. Eine Datenerfassung durch ein Lesegerät
war nicht möglich.
[0007] Aus der FR-OS 2 764 237 ist ein typographischer Aufdruckprozess mit lösemittelhaltigen
Druckpasten bekannt, wobei oberflächlich mittels eines Binders eine Markierung befestigt
wird. Nachteilig bei diesem Verfahren ist, daß sich infolge des Binderauftrags Griff
und Glanz des Materials irreversibel ändern. Auch ist eine Anwendung eines solchen
Verfahrens für Textilien aus toxikologischen und brandtechnischen Gründen auszuschließen.
[0008] In dem Patent US 2,873,206 wird ein Verfahren zum Weißtönen von Polyesterfäden mit
einer Weißtönersuspension offenbart. Nach dem Imprägnieren erfolgt ein Trocknen und
Hitzefixieren des Materials. Für eine solche Behandlung eignen sich nur spezielle
Weißtöner. Nachteilig ist des Weiteren, daß dabei der Faserquerschnitt homogen mit
Weißtönern vollständig durchsetzt wird und die Faser bei natürlicher Beleuchtung ihr
Aussehen verändert.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine dunkle in allen Spektralbereichen des
sichtbaren Lichtes absorbierende, Färbung auf vorzugsweise spinngefärbtem Garn oder
textilen Flächen nachgängig durch Ausbildung einer fluoreszierenden dem Faserumfang
folgenden Randschicht permanent und echt mit intensiver Fluoreszenzeigenschaft zu
versehen, dabei aber nicht das ursprüngliche Aussehen des Farbtons der Färbung bei
Tageslicht zu verändern. Dies wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruches
1 angeführte Maßnahme erreicht, denen folgende besondere Bedeutung zukommt.
[0010] Weil sich der Weißtöner bei der Erfindung in eine Ringzone bis zu einer tieferen
Schicht gelangt, ist er zur Faseroberfläche hin geschützt und damit abriebfest. Der
Weißtöner nimmt vorzugsweise nur 15% des verfügbaren Faserquerschnitts ein. Der Restquerschnitt
ist davon frei. Selbst wenn das Produkt in sehr dunklen Tönen ausgebildet ist, z.B.
die Farbe schwarz aufweist, wird die Fluoreszenzstrahlung nicht ausgelöscht. Sie strahlt
durch die dünne, von der Faseroberfläche getrennte Schicht in ausreichender Intensität
nach außen. Diese Strahlung kann von einem Daten erfassenden Gerät gelesen werden.
Unsichtbare Markierungen von Gegenständen mit Fluoreszenzträgern, ähnlich wie bei
Banknoten, dienen u.a. zur Kennzeichnung der Echtheit, des Ursprunges, der Qualität.
Sie sollen mit Geräten für die Datenerfassung möglichst lange und global lesbar sein.
Dazu eigenen sich gut Strichcods, gebildet aus z.B. textilen Fäden oder Drucken auf
textilen Flächen mit und ohne Fluoreszenz, kombiniert mit jeder beliebigen bunten
und unbunten Farbe, die mit dem Gegenstand fest verbunden werden und gleichzeitig
mit sichtbaren Zeichen z.B. Werbeträger sein können. Dabei hängt die Marktfähigkeit
des Verfahrens ganz wesentlich davon ab ob sich die Strichcodemarkierung auch auf
dunkel gefärbten Artikeln z.B. Einnähetiketten verwirklichen lassen oder nicht. Auch
anders geformte Markierungen, die auf diesem Prinzip der Kontrastbildung durch Mitverwendung
von fluoreszierenden Fäden beim Herstellungsprozess der Textilien sind zur Identifikation
geeignet.
[0011] Weiter sind Marktchancen im modischen Bereich zu erkennen: Fluoreszierende Effekte
in der Bekleidung, die nur unter Diskobeleuchtung sichtbar werden. Auch läßt sich
eine waschpermanente unsichtbare Testmarkierung in die Unterbekleidung einwirken bzw.
einweben, die z.B. den Sonnenbankbesucher über Intensität der UV-Strahlung informiert.
[0012] Bisher können nur helle oder weiße Materialien mit Strichcodes versehen werden. Auf
schwarzen oder dunkelfarbigen Materialien, insbesondere Textilien, reicht die Fluoreszenzintensität
für die entsprechenden Lesegeräte nicht aus, oder/und die Permanenz ist nicht gewährleistet
oder/und der Farbton der Originalfärbung wird zu stark beeinflußt.
[0013] Es wurde mit gleichzeitigem Färben von Schwarzfarbstoff und fluoreszierenden Substanzen
vergeblich versucht eine fluoreszierende Schwarzfärbung zu erstellen. Das gleiche
gilt, wenn das Rohmaterial bereits vor dem dunkel Färben mit fluoreszierenden Stoffen
versehen ist. Ebenso führte das Überfärben eines nicht spinngefärbten Garns zu keiner
ausreichender Fluoreszenz. Unter Spinn- oder Massefärbung ist eine Färbemethode bekannt,
bei der die Färbemittel bereits der Spinnschmelze bzw. Spinnlösung von Chemiefasern
zugefügt werden, bevor der Spinnfaden extrudiert wird. Weiter wurde versucht durch
Aufbringen von weißtönerhaltigen Bindersystemen auf die Garnoberfläche das Problem
zu lösen. Obwohl die Fluoreszenzintensität ausreicht, mangelt es erheblich an Kontrastklarheit
und Permanenz des Effekts, die Abriebfestigkeit ist zu gering.
[0014] Weiter wurde ein dunkel gefärbtes Gewebe mit einem weißen Untergewebe, die den Strichcode
enthält, so bindungstechnisch konstruiert, daß sich die dunkle Oberschicht nicht sichtbar
verändert. Dabei bestand die Erwartung den Strichcode von oben durch das dunkle Obergewebe
hindurch anregen und Auslesen zu können. Das gelang nicht, weil der Strahlungsfluß
durch die dunkle Farbe des Materials fast vollständig absorbiert wird.
[0015] Alle diese Mängel werden erfindungsgemäß vermieden, wobei der Einsatz üblicher Färbe-
oder Drucktechnik für textile Materialien einerseits und übliche Strichcode - Lesegeräte
anderseits nur wenig modifiziert, beibehalten werden können.
Beispiel 1
[0016] Handelsübliches dunkelfarbiges Polyester -Filamentgarn (z.B. schwarzes spinngefärbtes
Multifilamentgarn, Feinheit 76/24 dtex ) wird auf perforierte Färbehülsen mit optimaler
Spannung gespult und im Labor -Kreuzspulfärbeapparat (Celtex-Colorstar CS-2 mit Datexprogrammsteuerung,
Durchflußrate 1 L /Minute, Differenzdruck 0,4 bar, Strömungsrichtungswechsel alle
2 Minuten) einem chemischen Naßprozeß im Flottenverhältnis (Warengewicht /Flottenvolumen)
1:8 mit vollentsalztem Wasser unterzogen:
[0017] In einem ersten Schritt werden eventuell vorhandene Spinnpräparationen durch eine
Alkalibehandlung bei 110°C vom Garn entfernt. Diese Behandlung dient weiter zur Aufrauhung
und chemischen Modifizierung der Faseroberfläche des Polyester-Garnes auf Grund einer
dabei von der Faseroberfläche her einsetzenden Esterspaltung, die so gesteuert werden
muß, das ein Gewichtsverlust von höchstens 1% eintritt. Zwischenspülen und Badwechsel
entfernt die abgelöste Spinnpräparation und stellt den Flotten-pH-Wert neutral.
[0018] In einem zweiten, entscheidenden, Schritt wird ein handelsüblicher Dispersions-Weißtöner
vorzugsweise auf Basis eines Disteryl-biphenyl-Derivates ohne Sulfogruppen, in einer
Konzentration von 0,5% vom Materialgewicht appliziert, wobei der Flotten-pH-Wert sauer
(pH 4,0; Methansäure) eingestellt ist und die Aufheizrate von 25°C bis 95 °C 4°/ Minute
und weiter von 100° bis 130°C 1°/Minute beträgt. Die Behandlungszeit bei 130°C ist
nicht länger als 10 Minuten. Als Kriterium für das Ende der Behandlung dient der Zeitpunkt
des Verschwindens der Fluoreszenz im Behandlungsbad, was durch laufende Beurteilung
von zeitproportionalen Flottenproben unter UV-Licht bestimmt wird. Nach Abkühlen und
Spülen des Färbegutes wird, falls erforderlich, eine Garn-Avivage aufgebracht, die
in Art und Menge so gewählt werden muß, dass keine Fluoreszenzminderung und ein einwandfreier
Webprozeß ermöglicht wird.
Beispiel 2
[0019] Handelsübliches dunkelfarbiges Polyester -Filamentgarn (z.B. schwarzes spinngefärbtes
Garn, Feinheit 76/24 dtex ) wird auf perforierte Färbehülsen mit optimaler Spannung
gespult und im Labor -Kreuzspulfärbeapparat (Celtex-Colorstar CS-2 mit Datexprogrammsteuerung,
Durchflußrate 1 L / Minute, Differenzdruck 0,4 bar, Strömungsrichtungswechsel alle
2 Minuten) einem chemischen Naßprozeß im Flottenverhältnis (Warengewicht /Flottenvolumen)
1:28 mit vollentsalztem Wasser unterzogen:
[0020] In einem ersten Schritt werden eventuell vorhandene Spinnpräparationen durch eine
Alkalibehandlung bei 110°C vom Garn entfernt. Diese Behandlung dient weiter zur Aufrauhung
und chemischen Modifizierung der Faseroberfläche des Polyester-Garnes auf Grund einer
dabei von der Faseroberfläche her einsetzenden Esterspaltung, die so gesteuert werden
muß, das ein Gewichtsverlust von höchstens 1% eintritt. Zwischenspülen und Badwechsel
entfernt die abgelöste Spinnpräparation und stellt den Flotten - pH-Wert neutral.
[0021] In einem zweiten, entscheidenden Schritt wird ein handelsüblicher Dispersions-Weißtöner
vorzugsweise auf Basis eines Disteryl-biphenyl-Derivates ohne Sulfogruppen, in einer
Konzentration von 0,5% vom Materialgewicht und ein fluoreszierender Dispersionsgelbfarbstoff
auf Basis Naphtalimid-Derivates appliziert, wobei der Flotten-pH-Wert schwach sauer
(pH 4,5 bis 5; Methansäure) eingestellt ist und 1 g/L Färbebeschleuniger auf Basis
Kresotinsäuremethylester zugesetzt wird. Die Aufheizrate beträgt von 25°C bis 95 °C
4°/min und von 100° bis 106°C 1°/min. Die Behandlungszeit bei 106°C ist allgemein
nicht länger als 10 bis 15 Minuten, wobei als Kriterium für das Ende der Behandlung
der Zeitpunkt des Verschwindens der Fluoreszenz im Behandlungsbad, durch laufende
Beurteilung von zeitproportionalen Flottenproben unter UV-Licht, dient. Durchfärbung
des Faserquerschnitts ist zu vermeiden. Nach Abkühlen und Spülen des Färbegutes wird,
falls erforderlich, eine Garn-Avivage aufgebracht, die in Art und Menge so gewählt
werden muß, dass keine Fluoreszenzminderung und ein einwandfreier Webprozeß ermöglicht
wird.
Beispiel 3
[0022] Gewebte textile Flächen mit Flächengewichten von 50 bis 120 g/m
2 aus Polyestermaterial werden, analog Beispiel 1 und 2, alkalisch vorbehandelt, dann
mit Dispersionsfarbstoffen in dunklen Farben nach einem üblichen Klotz-Thermosolverfahren
eingefärbt, wobei der Färbeflotte ein versteifend wirkendes, falls erforderlich wieder
auswaschbares, Agens z.B. auf Basis Carboxymethylcellulose beigefügt wird. Die Flächenfärbung
wird zunächst nicht fixiert, nur getrocknet. Es folgt, nach beliebiger Zeit, ein Bedrucken
der versteiften textilen Fläche mit einem von der Software generierten Muster mittels
Ink-Jet-Drucker (z.B. PC-Jet-Printer HP690 ). Die Tintenpatrone wird dazu mit einer
speziellen Zubereitung bestehend aus Weißtöner und Lösevermittler, wie Polyaminalkohol,
befüllt. Abschließend werden Färbung und Aufdruck gemeinsam durch eine Hitzebehandlung
mit Heißluft, bei maximal 150°C 1 Minute lang, fixiert.
[0023] Die Fig. 1 der Zeichnungen zeigt, in starker Vergrößerung, einen Querschnitt durch
einige Kapilarfasern 10 eines aus Polyamid bestehenden Multifilaments. Es handelt
sich dabei um eine spinngefärbte, vorzugsweise schwarze Faser. Wie durch die Schraffur
verdeutlicht, hat die Faser eine dunkle Färbung 11. Nach Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einem der vorgenannten Beispiele 1 bis 3, ist, wie durch Strichelungen
in Fig. 1 verdeutlicht, ein Weißtöner 12 in die Randzone der Faser 10 gebracht. Diese
Schicht an Weißtöner 12 nimmt eine Ringzone 14 ein, die sich unmittelbar unterhalb
der Faseroberfläche 13 ausgebildet; sie ist subkutan.
[0024] Zwischen der inneren Grenze des Weißtöners 12 und der Faseroberfläche 13 liegt also
eine dünne Lage des Fasermaterials, die, neben den schwarzen Farstoffpigmenten der
Grundfärbung, überwiegend mit Weißtönerpigment oder Mischungen von Weißtönerpigment
mit Dispersionsfluoreszenzfarbstoffen durchsetzt ist.
[0025] Bei Einfall von UV-Licht 15 entsteht gemäß Fig. 2 in der Schicht der Faseroberfläche
13 eine Fluoreszenz 16. Diese durchstrahlt mühelos die dünne Schicht der Ringzone
14. Bei Betrachtung in Vergrößerung erscheint jede Faser 10 von einem hellen Saum
umhüllt. Es erscheint in Fig. 2 durch Strahlungslinien verdeutliche Fluoreszenz 16
im Umfangsbereich der Fasern 10.
[0026] Die Fig. 3 zeigt die graphische Darstellung der dabei verwendeten Dispersions-Weißtöner
gemäß Beispiel 1. Auf der Abszise ist die Wellenlänge des sichtbaren Lichts in Nanometern
(nm) angegeben. Auf der Ordinate ist die Lichtreflektionen schwarzer Färbungen aufgetragen,
die jeweils mit einem Weißtöner bzw. zusätzlich zum Weißtöner noch mit Fluoreszenzfarbstoffen
versetzt, bei uv-Einstrahlung ein mit Fluoreszlicht angereichertes sichtbares Licht
verschieden intensiv rückstrahlen. Durch unterschiedliche Symbole sind vier Kurven
20 bis 23 gezeigt, die das unterschiedliche Verhalten der Fluoreszenzmaterialien verdeutlichen.
Die Kurve 20 zeigt das fluoreszenzhaltige Licht eines Weißtöners ohne Eigenfarbe auf
einer schwarzen Grundfarbe und zwar in einer Konzentration von 0,5 %, bezogen auf
das Fasergewicht.
[0027] Die Kurven 21, 22 und 23 zeigen die entsprechenden Verhältnisse, wenn man zu der
Substanz gemäß der Kurve 20 noch Fluoreszenzfarbstoffe in einer Konzentration von
0,1 % hinzufügt. Die Kurve 21 zeigt einen roten Fluoreszenzfarbstoff. Die Kurve 22
ebenfalls einen roten Farbstoff mit einer gegenüber Fig. 21 etwas geringerer Intensität.
Die Kurve 23 verdeutlicht die Verhältnisse, wenn zur Substanz von Kurve 20 noch ein
gelber Fluoreszenzfarbstoff hinzugefügt wird. Die Flächen unter den Kurven verdeutlichen
die Stärke der Fluoreszenz.
1. Verfahren zum Herstellen von insbesondere dunkle Farbtöne aufweisenden Textilvorprodukten,
wie Garnen, oder Textilendprodukten, wie Geweben,
wobei das Produkt wenigstens stellenweise mit Weißtönern (12) behandelt wird, welche
bei UV-Lichtanregung (15) eine Fluoreszenzstrahlung (16) abgeben,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Aufbringen des Weißtöners (12) das Produkt solange einer Wärmebehandlung
unterzogen wird,
bis der Weißtöner (12) in eine unterhalb der Faseroberfläche (13) liegende Schicht
eingedrungen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Textilvorprodukt eine Faser (10) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung zeitlich und temperaturmäßig so gesteuert wird, dass der Weißtöner
(12) eine Ringfärbung im Faserquerschnitt erzeugt, die höchstens 30% des Faserradius
beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Textilvorprodukt eine Faser (10) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung zeitlich und temperaturmäßig so gesteuert wird, dass der Weißtöner
(12) eine Ringfärbung im Faserquerschnitt erzeugt, die im wesentlichen 15% des Faserradius
beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Textilvorprodukt eine Polyesterfaser
(10) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser (10) zunächst unter Wärme solange einer alkalischen Vorbehandlung unterzogen
wird, bis maximal ein Gewichtsverlust von 1% der Faser eintritt.
und dass danach ein Dispersionsweißtöner auf die Faser (10) aufgebracht und einer
zeitgesteuerten Wärmebehandlung ausgesetzt wird, bis eine Erweichung des Polyesters
eintritt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein spinngefärbtes Garn (10) vor der Alkalibehandlung in einem vollentsalzten Wasser
vorbehandelt wird,
dass nach der Alkalibehandlung ein Zwischenspülen des Garns (10) in einer Flotte mit
neutralen pH-Wert ausgeführt wird
und dass die Wärmebehandlung in einer Aufheizrate erfolgt, bis die Fluoreszenz im
Behandlungsbad sich deutlich erniedrigt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung mit einer schnellen Anfahrphase beginnt und mit einer langsamen
Schlussphase endet.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung bei 130° C endet und die Behandlungszeit dabei nicht länger als
10 Minuten beträgt, wodurch ein Glasumwandlungspunkt des Polyestermaterials erreicht
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung bei 106° C endet und die Behandlungszeit dabei nicht länger als
15 Minuten beträgt, wodurch ein Glasumwandlungspunkt des Polyestermaterials infolge
Mitverwendung eines Färbebeschleunigers bereits bei geringerer Temperatur als 130°C
erreicht wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei als Textilendprodukt ein textiles
Flächengebilde vorliegt, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Endprodukt eine Versteifungsappretur unterzogen wird,
dass danach der Weißtöner aufgedruckt wird
und dass schließlich die mit dem Aufdruck versehene Schicht einer Heißluftbehandlung
unterzogen wird, die den Aufdruck im Endprodukt fixiert.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Endprodukt aus Polyesterfäden gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Gewebe gefügten Polyesterfäden (10) vor dem Bedrucken einer Alkalibehandlung
unterzogen und danach in einer Flotte mit neutralem pH-Wert gewaschen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedrucken des Textilendprodukts mittels eines Ink-Jet-Druckers ausgeführt wird
und dass das Muster im Endprodukt durch eine Softwaresteuerung des Druckers erfolgt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Weißtöner (12) ein fluorenszierender Stoff ohne Eigenfarbe (20) dient.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Weißtöner (12) ein fluorenszierender Stoff mit einer Eigenfarbe oder aus einer
Mischung von fluorenszierenden Stoffen mit verschiedenen Eigenfarben (21 bis 23) verwendet
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass als fluorenszierender Stoff 4,4-Disteryl-biphenyl-Derivaten verwendet wird.
1. Method for producing textile intermediates such as yarns, or textile end products
such as fabrics, particularly those with dark shades,
whereby the product is at least in parts treated with fluorescent brightening agents
(12) that under UV light excitation (15) produce a fluorescent radiation (16),
characterized in that
after application of the fluorescent brightening agent (12) the product is subjected
to heat treatment until,
the fluorescent brightening agent (12) has penetrated into a layer below the fiber
surface (13).
2. Method in accordance with claim 1, characterized in that the textile intermediate product is a fiber (10), characterized in that the timing and temperature of the heat treatment is controlled so that the fluorescent
brightening agent (12) creates a circular coloration in the fiber cross-section, that
amounts to a maximum of 30% of the radius of the fiber.
3. Method in accordance with claim 1, whereby the textile intermediate product is fibre
(10), characterized in that the timing and temperature of the heat treatment is controlled in such a way that
the fluorescent brightening agent (12) creates a circular coloration in the fibre
cross-section that is essentially 15% of the fibre radius.
4. Method in accordance with one of claims 1 to 3, whereby the textile intermediate product
is a polyester fiber (10), characterized in that the fiber (10) is first subjected to an alkaline pre-treatment under heat until a
maximum weight loss of 1% of the fiber occurs,
and that then a dispersing fluorescent brightening agent is applied to the fiber (10)
and a time-controlled heat treatment applied until softening of the polyester occurs.
5. Method in accordance with claim 4, characterized in that a spin-dyed yarn (10) is pretreated in a totally demineralized water before the alkaline
treatment,
that after the alkaline treatment an intermediate rinsing of the yarn (10) in a bath
with a neutral pH is carried out
and that the heat treatment takes place at a heating rate such that the fluorescence
in the treatment bath distinctly reduces.
6. Method in accordance with claim 5, characterized in that the heat treatment begins with a fast starting phase and ends with a slow final phase.
7. Method in accordance with claim 5 or 6, characterized in that the heat treatment ends at 130° and the treatment time is not longer than 10 minutes,
with a glass transition point of the polyester material being reached.
8. Method in accordance with claim 5 or 6, characterized in that the heat treatment ends at 160°C and the treatment time in this case does not exceed
15 minutes, with a glass transition point of the polyester material have already been
reached at a lower temperature than 130° by the additional use of a dyeing accelerator.
9. Method in accordance with one of claims 1 to 8, whereby a textile fabric is present
as the textile end product, characterized in that a stiffness treatment is applied to the end product,
and that thereafter the fluorescent brightening agent is printed on
and that then the layer provided with the print is subjected to hot-air treatment
that fixes the print in the end product.
10. Method in accordance with claim 9, with the end product being formed from polyester
threads, characterized in that the polyester threads (10) formed into a fabric are subjected to an alkaline treatment
before printing and then washed in a bath with a neutral pH
11. Method in accordance with claim 9 or 10, characterized in that the printing of the textile product is carried out by means of an inkjet printer
and that the pattern in the end product is produced by software control of the printer.
12. Method in accordance with claims 1 to 11, characterized in that a fluorescing substance without self-color (20) serves as a fluorescent brightening
agent (12).
13. Method in accordance with claims 1 to 11, characterized in that a fluorescing substance with a self-color, or consisting of a mixture of fluorescing
substances with various self-colors (21 to 23) is used as a fluorescent brightening
agent (12).
14. Method in accordance with claim 12 or 13, characterized in that 4,4 disteryl-biphenyl-derivates are used as the fluorescing substance.
1. Procédé de fabrication de produits textiles intermédiaires, tels que des fils, ou
de produits textiles finis, tels que des tissus, présentant notamment des teintes
sombres,
sachant que le produit subit au moins localement un traitement avec des teintures
blanches (12), lesquelles émettent un rayonnement fluorescent (16) lorsqu'excitées
par de la lumière ultraviolette (15),
caractérisé en ce que,
après application de la teinture blanche (12), le produit subit un traitement thermique
le temps nécessaire à ce que
la teinture blanche (12) pénètre dans une couche située en dessous de la surface (13)
de la fibre.
2. Procédé selon la revendication 1, sachant que le produit textile intermédiaire est
une fibre (10), caractérisé en ce qu'on pilote le traitement thermique dans le temps et en température de telle sorte que
la teinture blanche (12) teigne la fibre de façon annulaire lorsque observée selon
la section de la fibre, cet anneau représentant au maximum 30 % du rayon de la fibre.
3. Procédé selon la revendication 1, sachant que le produit textile intermédiaire est
une fibre (10), caractérisé en ce que l'on pilote le traitement thermique dans le temps et en température de telle sorte
que la teinture blanche (12) teigne la fibre de façon annulaire lorsque observée selon
la section de la fibre, cet anneau représentant pour l'essentiel 15 % du rayon de
la fibre.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, sachant que le produit textile intermédiaire
est une fibre (10) de polyester, caractérisé en ce que l'on soumet d'abord la fibre (10) à un traitement alcalin préliminaire sous apport
de chaleur, jusqu'à ce que la fibre ait perdu au maximum 1 % de son poids,
et qu'ensuite on applique une teinture blanche à dispersion sur la fibre (10) et qu'on
lui fait subir un traitement thermique piloté en temps, jusqu'à obtenir un ramollissement
du polyester.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'un fil (10) teinté à la filature subit un traitement alcalin dans une eau entièrement
déminéralisée,
en ce qu'après le traitement alcalin on exécute un rinçage intermédiaire du fil (10) dans un
bain présentant un pH neutre,
et que le traitement thermique a lieu selon une certaine vitesse d'échauffement jusqu'à
ce que la fluorescence diminue nettement dans le bain de traitement.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le traitement thermique commence par une phase de démarrage rapide suivie d'une phase
terminale lente.
7. Procédé selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que le traitement thermique prend fin à 130°C et que la durée de ce traitement ne dépasse
pas 10 minutes, ce qui permet d'obtenir un produit de transition vitreuse du matériau
en polyester.
8. Procédé selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que le traitement thermique prend fin à 106°C et que la durée de ce traitement ne dépasse
pas 15 minutes, ce qui permet, en raison de l'utilisation aussi d'un accélérateur
de teinture, d'obtenir un produit de transition vitreuse du matériau en polyester
dès une température inférieure à 130°.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, sachant que l'on dispose d'une surface
textile comme produit textile fini, caractérisé en ce que l'on soumet le produit fini à un apprêt de rigidification,
en ce qu'ensuite on imprime la teinture blanche
et qu'enfin l'on soumet la couche revêtue de l'impression à un traitement à l'air
chaud ayant pour effet de fixer l'impression dans le produit fini.
10. Procédé selon la revendication 9, sachant que le produit fini est formé par des fils
de polyester, caractérisé en ce que l'on soumet à un traitement alcalin, avant de les imprimer, les fils de polyester
(10) insérés dans le textile, et qu'ensuite on les lave dans un bain d'un pH neutre.
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que l'impression du produit fini textile a lieu avec une imprimante à jet d'encre
et en ce que la formation du motif dans le produit fini est assurée par la commande logicielle
de l'imprimante.
12. Procédé selon la revendication 1 à 11, caractérisé en ce que l'on utilise, comme teinture blanche (12), une substance fluorescente sans couleur
propre (20).
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'on utilise, comme teinture blanche (12), une substance fluorescente avec couleur
propre ou formée par un mélange de substances fluorescentes contenant différentes
couleurs propres (21 à 23).
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que l'on utilise, comme substance fluorescente, des dérivés de 4,4-distéryle-biphényle.

