[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE 36 38 353 A1, gegenüber der die Erfindung abgegrenzt ist, ist ein als
Türschließer ausgebildeter Türantrieb bekannt, mit einem in einem Gehäuse geführten
Kolben, einer mit dem Kolben zusammenwirkenden Schließerfeder, einer hydraulischen
Dämpfungseinrichtung und mit einer über ein Getriebe mit dem Kolben verbundenen Abtriebswelle.
Das Getriebe umfasst ein exzentrisch gelagertes Ritzel, welches auf seinem Umfang
unterschiedlich ausgestaltete Zähne aufweist. Die Abtriebswelle trägt dabei auf ihrem
Umfang das Ritzel, welches hierzu eine Bohrung entsprechend dem Wellendurchmesser
aufweist und drehfest mit der Abtriebswelle verbunden ist.
[0003] Nachteilig dabei ist es, dass eine passgenaue, formschlüssige Verbindung von Abtriebswelle
und Ritzel aufwändig in der Herstellung ist. Ein mögliches, toleranzbedingtes Spiel
zwischen Abtriebswelle und Ritzel führt zu einer erst verzögert einsetzenden Bewegung
des Türschließerkolbens beim Betätigen der Tür, wodurch eine unkomfortable Handhabung
entsteht. Durch den möglicherweise unvollständigen Formschluss kann sich aufgrund
von Materialverformung die formschlüssige Verbindung zwischen Abtriebswelle und Ritzel
verschlechtern.
[0004] Die DE 17 59 450 A1 zeigt einen obenliegenden Türschließer, mit einem Gehäuse, in
dem eine Schließerfeder und ein Dämpfungskolben untergebracht sind, der unter Beeinflussung
der Schließerfeder durch ein Ritzel bewegbar ist, und dessen Achse mit einem Gestänge
formschlüssig verbunden ist, wobei das Schließergehäuse an der Tür und das Gestänge
am Türrahmen oder umgekehrt angeordnet ist. Die Achse ist dabei ebenfalls als Steckachse
ausgebildet, auf welche das Ritzel formschlüssig aufgeschoben wird.
[0005] Diese Anordnung weist dieselben, bereits zur DE 36 38 353 A1 genannten Probleme auf.
[0006] Weiterhin sind Abtriebswellen von Türantrieben bekannt, bei welchen die Abtriebswelle
und das Ritzel einstückig ausgebildet sind. Dabei werden beiderseits eines, als Strangpressprofil
angefertigten Ritzels die Wellenabschnitte abgedreht. Diese Fertigung ist aufwändig
und bedingt einen hohen Werkzeugverschleiß durch das Abdrehen des gezahnten Ritzelmaterials.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abtriebswelle für einen Antrieb für
einen Flügel einer Tür oder eines Fensters mit einem Ritzel auszubilden, welche kostengünstig
herzustellen ist und eine sichere Verbindung zwischen Ritzel und Abtriebswelle aufweist,
sowie ein Herstellungsverfahren hierzu.
[0008] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 5 gelöst.
[0009] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
[0010] Es sind mechanische und elektromechanische Antriebe für einen Flügel einer Tür oder
eines Fensters bekannt. Als mechanische Antriebe werden beispielsweise obenliegende
oder im Boden eingebaute Türschließer verwendet. Obenliegende Türschließer sind als
Gestänge- oder Gleitarmtürschließer ausgebildet. Das Gestänge oder der Gleitarm übertragen
dabei als Hebel die Kräfte zwischen dem Flügel und dem Türschließer. Der Türschließer
kann auf dem Flügel oder am Rahmen angeordnet sein. Das Gestänge stützt sich entsprechend
umgekehrt zur Anordnung des Türschließers entweder am Rahmen oder am Flügel ab. Die
Krafteinleitung des Hebels am Türschließer erfolgt über eine Abtriebswelle, welche
ein Endprofil zur drehfesten Anbringung des Hebels aufweist. Die Abtriebswelle weist
ein Ritzel auf, welches mit einem im Türschließergehäuse angeordneten, in einer Gehäusebohrung
verschiebbar angeordneten Kolben zusammenwirkt, wobei der Kolben eine Verzahnung aufweist,
in welche das Ritzel eingreift. Der Kolben teilt die Gehäusebohrung in zwei Kolbenräume
auf, welche mit einer Dämpfungsflüssigkeit gefüllt sind, wobei durch Überströmkanäle,
Bohrungen und Ventile eine Beeinflussung der Kolbenbewegung und des Türschließerverhaltens
möglich ist. In den Kolbenräumen können Federn angeordnet sein, welche bei einer Verschiebung
des Kolbens als Energiespeicher wirken.
[0011] Wird der geschlossene Flügel einer Tür oder eines Fensters geöffnet so wird über
den Hebel eine Drehbewegung auf die Abtriebswelle des Türschließers übertragen. Durch
das in die Verzahnung des Kolbens eingreifende Ritzel wird der Kolben verschoben und
die Feder gespannt. Wird der Flügel nun freigegeben, bewirkt die in der Feder gespeicherte
Energie, dass der Kolben zurückgeschoben wird, wodurch die Abtriebswelle zurückgedreht
wird und diese über den Hebel den Flügel wieder in seine Geschlossenlage führt.
[0012] Die Antriebe können mit dem prinzipiell gleichen Aufbau auch mit einer elektrohydraulischen
Pumpe versehen sein, welche die Dämpfungsflüssigkeit von einem Kolbenraum in den anderen
Kolbenraum drängt, wodurch ein motorisches Öffnen und Schließen des Flügels erfolgt.
Dabei kann auf eine Feder als Energiespeicher verzichtet werden. Diese kann jedoch
auch zusätzlich im Antrieb verbleiben, um eine Schließung des Flügels ohne motorische
Betätigung des Antriebs zu ermöglichen, wie es bei Brandschutztüren erforderlich ist.
[0013] Durch das Zusammenwirken des auf der Abtriebswelle angeordneten Ritzels mit der Verzahnung
des Kolbens wird die Drehbewegung des Flügels in eine lineare Bewegung des Kolbens
umgewandelt. Das Ritzel kann dabei unterschiedliche Verzahnungsarten aufweisen und
mit der Verzahnung exzentrisch oder koaxial ausgerichtet sein, wodurch der Drehmomentverlauf
beeinflussbar ist. Dazu werden Ritzel verwendet, welche mit der entsprechende Verzahnung
im Kolben zusammenwirken.
[0014] Da die Kraftübertragung zwischen der Abtriebswelle und dem auf deren Umfang angeordneten
Ritzel erfolgt, muss die kraftschlüssige Verbindung zwischen Abtriebswelle und Ritzel
möglichst spielfrei ausgebildet sein, um eine zuverlässige und dauerhafte Verbindung
zu gewährleisten.
[0015] Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, dass an einem separat angefertigten Ritzel
an einer oder an beiden Stirnflächen durch ein Widerstandsschweißverfahren Wellenabschnitte
so angeschweißt werden, dass die Achsen koaxial fluchtend liegen. Durch das Widerstandsschweißverfahren
können, unter Anwendung eines Impulsverfahren für die Regelung des Stromflusses, hochwertige
Schweißverbindungen hergestellt werden. Dabei werden die Wellenabschnitte flächig
mit dem Ritzel verschweißt. Damit wird eine sichere, kraftschlüssige Verbindung zur
Übertragung hoher Abtriebskräfte erzielt.
[0016] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
[0017] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Abtriebswelle mit einem erfindungsgemäßen Ritzel in der Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Abtriebswelle nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Ritzels mit einseitig angesetztem Wellenabschnitt vor dem
Schweißvorgang.
- Fig. 4
- die Anordnung nach Fig. 3 nach dem Schweißvorgang.
[0018] In der Fig. 1 ist eine Abtriebswelle 1 eines Antriebs eines Flügels einer Tür oder
eines Fensters gezeigt, wobei ein Ritzel 2 entlang der axialen Erstreckungsrichtung
der Abtriebswelle 1 an deren Umfang angeordnet ist. Das Ritzel 2 kann dabei eine runde
oder eine unrunde Wälzkurve aufweisen und zentrisch oder exzentrisch zur Mittelachse
der Abtriebswelle 1 angeordnet sein. In den Figuren ist beispielhaft eine Abtriebswelle
1 mit einem runden, zentrisch angeordneten Ritzel 2 dargestellt.
[0019] Die Abtriebswelle 1 weist ein Endprofil 4 auf, welches der kraftschlüssigen Verbindung
eines Gestänges oder eines Gleitarms mit der Abtriebswelle 1 dient, um die Kräfte
zwischen dem Flügel und dem Antrieb zu übertragen. Häufig wird dazu ein Vier- oder
Sechskant verwendet. Es finden jedoch auch andere Endprofilarten Anwendung, wie beispielsweise
eine Kronenverzahnung.
[0020] Vorteilhaft ist es, die Abtriebswelle 1 mehrteilig auszubilden. Dabei werden Wellenabschnitte
3 spanabhebend durch Drehen und Fräsen oder durch ein Umformverfahren aus einem kostengünstigen
Rundmaterial hergestellt, wobei das Rundmaterial bereits den gewünschten Außendurchmesser
aufweisen kann.
[0021] Der Wellenabschnitt 3 wird, wie in Fig. 3 gezeigt, mit dem am Wellenabschnitt 3 ausgebildeten
Fortsatz 5 auf der Stirnfläche des Ritzels 2 in der für die gewählte Ausbildung des
Ritzels 2 erforderlichen Weise - mit der Verzahnung zentrisch oder koaxial ausgerichtet
- angeordnet. Dies geschieht vorteilhaft in einem Werkzeug, welches die Teile aufnimmt
und positioniert. Anschließend wird das Ritzel 2 und der Wellenabschnitt 3 durch ein
Widerstandsschweißverfahren verschweißt. Dabei kann im Werkzeug die Kontaktierung
für die Stromzufuhr vorgesehen sein. Als Widerstandsschweißverfahren kann auch ein
Widerstands-Impulsschweißverfahren angewandt werden, welches eine genauere Steuerung
des Schweißvorgangs ermöglicht.
[0022] Der Fortsatz 5 ist dabei vorteilhaft so ausgebildet, dass eine verringerte Auflagefläche
zwischen Fortsatz 5 und Ritzel 2 besteht, welche das Schmelzen des Materials beim
Schweißen begünstigt. Der Fortsatz 5 ist gegenüber dem Außendurchmesser des Wellenabschnitts
3 zudem verjüngt, und kann dabei die durch Materialverdrängung beim Schweißen entstehende
Schweißnaht aufnehmen.
[0023] Die beiderseits des Ritzels 2 vorgesehenen Wellenabschnitte 3 können auch in einem
Vorgang mit diesem verschweißt werden, wodurch sich die Fertigungszeit verkürzt.
Liste der Referenzzeichen
[0024]
- 1
- Abtriebswelle
- 2
- Rifzel
- 3
- Wellenabschnitt
- 4
- Endprofil
- 5
- Fortsatz
1. Antrieb für den Flügel einer Tür oder eines Fensters, mit einem Gehäuse und einem
in dem Gehäuse verschiebbar angeordneten Kolben, welcher eine Verzahnung aufweist,
mit einer Abtriebswelle und einem an der Abtriebswelle angeordneten, separat gefertigten
Ritzel, welches mit der Verzahnung zusammenwirkt und drehfest mit der Abtriebswelle
verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abtriebswelle (1) koaxial an eine Stirnfläche des Ritzels (2) anschließend mit
dem Ritzel (2) durch Schweißen verbunden ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebswelle (1) mit Wellenabschnitten (3) ausgebildet ist, die beidseitig des
Ritzels (2) an dieses angeschweißt sind.
3. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebswelle (1) einen Fortsatz (5) aufweist, der in seiner Kontaktfläche zum
Ritzel (2) verringert ist, wodurch die Materialschmelzung der gegenseitigen Kontaktflächen
erhöhbar ist.
4. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (5) in seinem Durchmesser gegenüber dem Außendurchmesser der Abtriebswelle
(1) zur Aufnahme von durch das Schweißen bedingten Materialfluss verjüngt ist.
5. Verfahren zur Herstellung einer Abtriebswelle für einen Antrieb für den Flügel einer
Tür oder eines Fensters nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verschweißen des Ritzels (2) mit dem Wellenabschnitt (3) durch ein Widerstandsschweißverfahren
erfolgt, durch welches die Materialien des Wellenabschnitts (3) und des Ritzels (2)
miteinander verschmelzen.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Wellenabschnitt (3) koaxial an ein Ritzel (2) anschließend angeordnet
wird, und der Wellenabschnitt (3) und das Ritzel (2) mittels einer Widerstandschweißeinrichtung
verschweißt werden, und der Wellenabschnitt (3) und das Ritzel (2) dabei als Elektroden
der Widerstandsschweißeinrichtung verwendet werden.