(19)
(11) EP 1 467 394 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.10.2004  Patentblatt  2004/42

(21) Anmeldenummer: 04008368.5

(22) Anmeldetag:  06.04.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01H 50/02, H01H 50/64
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(30) Priorität: 09.04.2003 DE 10316509

(71) Anmelder: Song Chuan Europa GmbH
65624 Altendiez (DE)

(72) Erfinder:
  • Pfenning, Hans
    74348 Lauffen/N (DE)
  • Wu, Steve (Sung-Jen) Song-Chuan Prec. Co. Ltd.
    Shu-Lin Cheng Taipei Hsien, ROC 238 (TW)

(74) Vertreter: KEIL & SCHAAFHAUSEN 
Patentanwälte, Cronstettenstrasse 66
60322 Frankfurt am Main
60322 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) Elektromagnetisches Relais


(57) Es wird ein elektromagnetisches Relais mit einer Bodenplatte und einem darauf anordenbaren Grundkörper 1 beschrieben. Um große Kriech- und Luftstrecken zwischen dem Antriebssystem und der Schaltkontaktanordnung bei einfacher Montage zu erreichen, bilden die Seitenwände 5a, 5b, 5c des Grundkörpers 1 eine nach oben offene erste Kammer 2 zur Aufnahme eines Erregerkreises und eine nach unten offene zweite Kammer 3 zur Aufnahme einer Kontaktanordnung, wobei die erste Kammer 2 und die zweite Kammer 3 durch einen Zwischenboden 4 voneinander getrennt sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Relais mit einer Bodenplatte und einem darauf anordenbaren Grundkörper. In dem Grundkörper sind normalerweise ein Erregerkreis und eine Kontaktanordnung vorgesehen, wobei der Erregerkreis aus einer Spule mit einem Eisenkern und einem Joch besteht, die einen Anker antreiben, der über eine Schaltfeder einen schließenden und/oder öffnenden Kontakt in dem Relais auslöst.

[0002] Ein derartiges Relais ist aus der DE 198 48 734 A1 bekannt, welches einen aus Eisen bestehenden Magnetbügel aufweist, dessen erster Schenkel ein Kern ist und die Spule zur Erzeugung der Magnetkraft trägt, und dessen zweiter Schenkel ein Joch bildet und stirnseitig als Polfläche ausgebildet ist, an die ein verschwenkbarer Anker durch die Magnetkraft mit einer Gegenpolfläche anliegt und von dieser gehalten ist, wobei ein vom Anker mitbewegtes Betätigungsglied zum Schalten der Relaiskontakte vorgesehen ist. Dabei befinden sich die Magnetspule und der Anker in einem ersten Gehäuseteil, das durch eine Trennwand von einem zweiten Gehäuseteil mit den Relaiskontakten getrennt ist. Aufgrund dieser Trennung ist es möglich, große Kriech- und Luftstrecken zwischen dem Antriebssystem und dem Kontakt-Schaltkreis zu erreichen. Die vorgeschlagene Anordnung erfordert jedoch eine sehr genaue Justage aller Bauteile in dem Gehäuse, insbesondere der Lage des Betätigungsgliedes relativ zu den Schaltkontakten, so dass die Herstellung eines solchen Schaltrelais aufwendig ist.

[0003] Eine ähnliche Anordnung zeigt die DE 41 15 092 A1, bei der auch ein Erregerkreis und eine Kontaktanordnung innerhalb eines Gehäuses angeordnet sind. Der Erregerkreis und die Kontaktanordnung sind durch eine Trennrippe voneinander getrennt, die der Vergrößerung der Kriechstrecke dient. Allerdings müssen die Spulenanordnung, der Anker, das Betätigungsglied und die Kontaktfedern separat in das Gehäuse eingepasst und justiert werden, was auch hier einen erheblichen Arbeitsaufwand darstellt. Außerdem schirmt die Trennrippe die Gehäuseteile mit der Spule und dem Kontaktschaltkreis nicht zuverlässig gegeneinander ab.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein elektromagnetisches Relais, insbesondere ein Miniaturrelais mit kleinen Abmessungen, vorzuschlagen, das große Kriech- und Luftstrecken zwischen dem Antriebssystem und dem Kontakt-Schaltkreis aufweist und das aufgrund der Ausbildung und Anordnung der Einzelelemente besonders einfach montierbar ist.

[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Relais der eingangs genannten Art mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei bilden die Seitenwände des Grundkörpers eine nach oben offene erste Kammer zur Aufnahme eines Erregerkreises und eine nach unten offene zweite Kammer zur Aufnahme einer Kontaktanordnung, wobei die erste Kammer und die zweite Kammer durch einen insbesondere vollständig geschlossenen Zwischenboden voneinander getrennt sind. Die mit dem Grundkörper verbindbare Bodenplatte schließt dabei die zweite Kammer mit der Kontaktanordnung vorzugsweise von unten ab, wobei die Bodenplatte insbesondere die Anschlussseite des elektrischen Relais mit den verschiedenen Anschlusspins ist. Durch die Trennung in zwei separate Kammern werden besonders große Kriech- und Luftstrecken bei einer gleichzeitig sehr eng beieinanderliegenden Anordnung von Antriebssystem und Kontakt-Schaltkreis erreicht, so dass in den Abmessungen besonders kompakte Miniaturrelais mit hervorragenden elektrischen Eigenschaften erreicht werden können. Da der Grundkörper sowohl den Erregerkreis in die erste Kammer als auch den Kontakt-Schaltkreis in die zweite Kammer aufnimmt, lassen sich die Elemente besonders gut und einfach vormontieren, bevor der mit dem Erregerkreis und der Kontaktanordnung versehene Grundkörper auf die Bodenplatte aufgesetzt wird. Zum Schutz vor Verunreinigungen oder Spritzwasser kann der gesamte Grundkörper mit einer insbesondere aufsteckbaren Schutzkappe umschließbar sein.

[0006] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist an der der Innenseite der Kammern abgewandten Außenseite einer Seitenwand eine Führung für einen durch den Erregerkreis betätigten Kontaktschieber vorgesehen, welcher an einer Schaltfeder der Kontaktanordnung angreift. Der Kontaktschieber wird dabei vorzugsweise durch den Anker des Erregerkreises betätigt, der auf der oberen offenen Seite der ersten Kammer angeordnet ist und zumindest teilweise über den Kammerrand hinausragt. Da der die Schaltbewegung des Ankers mechanisch übertragende Kontaktschieber außerhalb der Kammern vorgesehen ist, können diese gegeneinander weitestgehend abgeschirmt sein. Vorzugsweise ist die Führung dabei derart ausgebildet, dass sie eine Bewegung senkrecht zu dem Zwischenboden zulässt. Durch eine solche Anordnung können insbesondere bei einem kleinen Relais die vorhandenen Schaltwege optimal ausgenutzt werden.

[0007] Erfindungsgemäß kann die Führung des Kontaktschiebers aus zwei Nuten bestehen, die insbesondere an den beiden gegenüberliegenden, senkrecht zum Zwischenboden verlaufenden Seiten der Seitenwand angeordnet sind, wobei die Nuten jeweils zur Mitte der Seitenwand hin offen sind. In diesem Fall kann ein bspw. als Plättchen ausgebildeter Kontaktschieber in diesen Nuten frei geführt werden und auch bei der Vormontage des Relais einfach in die Nuten eingesteckt werden, ohne dass eine besonders aufwendige Justage notwendig wird.

[0008] Die Seitenwand mit der Führung kann im Bereich der zweiten Kammer eine Öffnung aufweisen, durch die eine Angriffsfläche der Schaltfeder hindurchragt, an der der Kontaktschieber angreift. Alternativ dazu könnte auch der Kontaktschieber abgewinkelt ausgebildet sein und durch die Öffnung in der Seitenwand in die zweite Kammer durchgreifen.

[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann die erste Kammer eine offene Seite aufweisen, welche vorzugsweise gegenüber der Seitenwand mit der Führung angeordnet ist. Durch diese offene Seite können die elektrischen Zuleitungen von der Spule zu der Bodenplatte vorbei an der vorzugsweise seitlich geschlossenen zweiten Kammer geführt werden, um eine möglichst große elektrische Trennung von Erregerkreis und Kontakt-Schaltkreis zu erreichen.

[0010] Erfindungsgemäß kann der Grundkörper an dieser offenen Seite der ersten Kammer einen vorzugsweise in deren Mitte angeordneten Fortsatz zur Fixierung des Erregerkreises aufweisen. Dieser Fortsatz ist vorzugsweise derart an die Form des Erregerkreises angepasst, dass dieser nach dem Einsetzen in die erste Kammer unmittelbar ohne weitere Justage richtig fixiert ist. Dazu kann der Fortsatz insbesondere Ausnehmungen oder Vorsprünge aufweisen, die formschlüssig bspw. an den Spulenkörper angepasst sind.

[0011] Entsprechend der vorliegenden Erfindung kann der Erregerkreis einen von einer Spule umwickelten Kern und ein Joch aufweisen, wobei ein Anker vorzugsweise an oder vor dem Kern angelenkt ist und sich bis über das Joch erstreckt. Dabei sind die Anlenkung des Ankers und das Joch vorzugsweise an entgegengesetzten Enden der Spule vorgesehen, wobei sich die Spule bspw. über die gesamte Längsachse des Relais erstreckt. Ein solcher Erregerkreis bildet eine einsatzfertig vormontierbare Einheit, die einfach in die erste Kammer des Grundkörpers einsetzbar ist. Vorzugsweise ist der Anker an dem Kern der Spule im Bereich der offenen Seite der Kammer angelenkt und erstreckt sich über die gesamte Spulenlänge bis zu dem am entgegengesetzten Ende auf der Oberseite der Spule ausgebildeten Joch. In diesem Fall kann der Fortsatz Kern und Anker fixieren. Bei Beaufschlagung der Spule mit Strom wird der Anker dann durch die magnetische Kraft an das Joch angezogen und betätigt den Kontaktschieber. Nach Abschalten des Spulenstroms sorgt eine Vorspannung der Schaltfeder dafür, dass der Kontaktschieber bspw. durch die Federkraft der Schaltfeder in seiner Führung zurückgeschoben wird und der Anker wieder in den von dem Joch beabstandeten Ruhezustand zurückkehrt. Bei einer solchen Anordnung schaltet das Relais bspw. ein, solange ein Spulenstrom anliegt und aus, sobald die Spule nicht mehr von Strom durchflossen wird. Je nach Ausbildung der Kontaktanordnung sind jedoch auch andere Schaltzustände realisierbar.

[0012] Um die Spulenanschlüsse einfach an der zweiten Kammer vorbeiführen zu können, ist es zweckmäßig, die Spulenanschlüsse auf einer Seite der Spule senkrecht zur Spulenachse anzuordnen. Vorzugsweise sind die Spulenanschlüsse auch bereits isolierend ummantelt. In diesem Fall ragen die Spulenanschlüsse nach Einlegen des Erregerkreises in die erste Kammer aus der offenen Seite der offenen Kammer heraus und werden an der zweiten Kammer vorbeigeführt.

[0013] Eine besonders einfache Vormontage der einzelnen Bauelemente des Relais in dem Grundkörper ergibt sich erfindungsgemäß, wenn die Schaltfeder in der unteren Kammer an dem Zwischenboden festgelegt ist. Dabei ist die Schaltfeder im Wesentlichen parallel zu dem Zwischenboden ausgerichtet.

[0014] Eine einfache Art der Befestigung lässt sich erfindungsgemäß dadurch erreichen, dass an dem Zwischenboden mindestens ein Zapfen und an der Schaltfeder mindestens ein Durchbruch mit mindestens einer in den Durchbruch hineinragenden Kralle vorgesehen ist, wobei der Zapfen und der Durchbruch jeweils derart in Eingriff bringbar sind, dass sich jede Kralle an dem Zapfen festlegt. Die Schaltfeder kann so bspw. aus einem metallischen Material durch eine Stanztechnik hergestellt. Dabei können die Zapfen und der Durchbruch im Wesentlichen rund ausgebildet werden, wobei in dem Durchbruch von der runden Grundfläche in den Durchbruch hineinragende Nasen ausgespart werden, die sich beim Eindrücken der Schaltfeder abbiegen, in die Zapfen verkrallen und die Schaltfeder so sicher fixieren und festhalten.

[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung ist die zweite Kammer an einer Seite des Grundkörpers gegenüber der ersten Kammer zurückgesetzt. In diesem zurückgesetzten Bereich weist dann die Bodenplatte einen Ansatz mit Durchführungen auf, durch die bei entsprechender Anordnung die Spulenanschlüsse durchführbar sind. Dabei ist der Ansatz in der Form an die Zurücksetzung der zweiten Kammer angepasst, so dass sich der Grundkörper und die Bodenplatte einfach und genau miteinander verbinden lassen und nach außen eine geschlossene Einheit bilden.

[0016] Zum Abstützen der Schaltfeder kann die Bodenplatte ferner einen Vorsprung zur Anlage an der Schaltfeder aufweisen. Dabei können in dem Vorsprung an den den Zapfen des Zwischenbodens gegenüberliegenden Stellen entsprechende Ausnehmungen vorgesehen werden, in die die Zapfen bei der Montage des Grundkörpers auf die Bodenplatte eingreifen. Durch einen derartigen Vorsprung wird die Schaltfeder auch während des Betriebes gegen ein Abrutschen von den Zapfen zuverlässig gesichert.

[0017] Um den Kriechweg zwischen der Schaltfeder und den in dem Ansatz der Bodenplatte isolierten Spulenanschlüsse weiter zu erhöhen, kann erfindungsgemäß zwischen dem Ansatz und dem Vorsprung in der Bodenplatte eine Nut ausgebildet sein, in die eine an dem Zwischenboden des Grundkörpers ausgebildete Rippe eingreift.

[0018] Ferner kann die Schaltfeder zur Vereinfachung der Fertigung einteilig mit einem Kontakt-Pin und einem Anschluss-Pin ausgebildet sein, wobei der Anschluss-Pin vorzugsweise abknickbar ist und durch eine entsprechende Öffnung in der Bodenplatte ausführbar ist. Entsprechendes gilt für die Kontaktfedern oder Kontaktanschlüsse, die bspw. einfach auf der Bodenplatte festlegbar sind.

[0019] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung. Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich Teil der vorliegenden Erfindung, auch unabhängig von der Zusammenfassung in den Ansprüchen und deren Rückbezügen.

[0020] Es zeigen:
Fig. 1
den Grundkörper eines erfindungsgemäßen Relais in einer dreidimensionalen Ansicht;
Fig. 2
den Erregerkreis zum Einsetzen in den Grundkörper des erfindungsgemäßen Relais in einer dreidimensionalen Ansicht;
Fig. 3
die Bodenplatte des erfindungsgemäßen Relais in der dreidimensionalen Ansicht;
Fig. 4
eine Schaltfeder des erfindungsgemäßen Relais in der Aufsicht;
Fig. 5
eine in dem erfindungsgemäßen Relais angebrachte Schaltfeder im Querschnitt;
Fig. 6
das erfindungsgemäße Relais in einer dreidimensionalen Ansicht und
Fig. 7
das erfindungsgemäße Relais in einer anderen dreidimensionalen Ansicht.


[0021] Der in Fig. 1 dargestellte Grundkörper 1 des erfindungsgemäßen Relais weist einen Zwischenboden 4 auf, um den herum Seitenwände 5a, 5b und 5c angeordnet sind. Diese Seitenwände 5a, 5b und 5c bilden mit dem Zwischenboden 4 eine erste, nach oben offene Kammer 2 und eine zweite, nach unten offene Kammer 3 aus.

[0022] Oberhalb des Zwischenbodens 4 weist die erste Kammer 2 eine offene Seite 5d auf, die unterhalb des Zwischenbodens 4 durch eine die zweite Kammer 3 begrenzende Seitenwand geschlossen ist. Dabei ist der Zwischenboden 4 derart innerhalb der Seitenwände angeordnet, dass die erste Kammer 2 deutlich höher ist als die zweite Kammer 3.

[0023] Die Seitenwand 5c und die durchbrochen dargestellte Seitenwand 5b sind entlang der Längsseite des Grundkörpers 1 angeordnet. Zwischen diesen beiden Seitenwänden ist auf der einen, in der Darstellung hinteren Seite des Grundkörpers gegenüber der offenen Seite 5d eine Seitenwand 5a eingesetzt. Die Seitenwand 5a und der Zwischenboden 4 sind gegenüber den seitlichen Seitenwänden 5b und 5c soweit nach innen versetzt, dass außerhalb der Kammern 2 und 3 auf der Außenwand der Seitenwand 5a eine aus Nuten 10a, 10b bestehende Führung ausgebildet ist, in die ein Kontaktschieber 11 (vgl. Fig. 6) einschiebbar ist und die durch die seitlichen Wände abgedeckt wird. Dadurch erhält das Relais einen kompakten Aufbau und der Kontaktschieber wird gegen äußere Einwirkungen geschützt.

[0024] In die erste Kammer 2 ist der in Fig. 2 dargestellte Erregerkreis 18 passgenau einsetzbar. Dieser Erregerkreis besteht aus einer Spule 23, deren nicht dargestellte Windungen einen Kern 8, bspw. einen Eisenkern, umschließen. Der Kern 8 und das Joch 22 sind einstückig verbunden, wobei das Joch 22 oben auf dem Gehäuse der Spule 23 an einer der beiden Schmalseiten angeordnet ist. Auf der dem Joch 22 entgegengesetzten Schmalseite der Spule 23 sind nach unten ausgehend Anschlussgehäuse 6 angeformt, die isolierend die Spulenanschlüsse 6a, 6b tragen. Die Spulenanschlüsse 6a und 6b erstrecken sich senkrecht zu der Hauptachse der Spule 23 nach unten.

[0025] Oberhalb des Anschlussgehäuses 6 ist ein Anker 9 vor dem Kern 8 in dem Gehäuse der Spule 23 gelagert, wobei der Anker 9 oberhalb des Gehäuses der Spule 23 abknickt und sich bis zu dem Joch 22 erstreckt. Im vorderen Teil des Ankers 9 ist eine dem Joch 22 entsprechende Anlagefläche ausgebildet. Der Anker 9 ist dabei derart beweglich im Bereich des Kerns 8 angelenkt, dass er durch eine Kippbewegung auf dem Joch 22 aufliegen oder von diesem beabstandet sein kann.

[0026] Dieser so fertig vormontierte Erregerkreis 18 kann in die von oben offene Kammer 2 des Grundkörpers 1 einfach eingesetzt werden. Zur Fixierung des Erregerkreises 18 ist in der Mitte der offenen Seite 5d der ersten Kammer 2 des Grundkörpers 1 ein Fortsatz 7 ausgebildet, der sich von dem Zwischenboden 4 im Wesentlichen senkrecht nach oben erstreckt und den in die Kammer 2 eingesetzten Erregerkreis 18 vor einem Herausrutschen schützt und ihn dort fixiert. Im oberen Bereich des Fortsatzes 7 ist die Innenseite des Fortsatzes 7 leicht abgerundet, so dass dieser im montierten Zustand an dem angelenkten Bereich des Ankers 9 angreift und diesen so abkippt, dass der Anker 9 von dem Joch 22 beabstandet ist. Die Anschlussgehäuse 6 der Spule 23 und der Fortsatz 7 des Grundkörpers 1 sind dabei derart in der Form aneinander angepasst, um den Erregerkreis 18 passgenau in der erste Kammer 2 des Grundkörpers 1 zu halten.

[0027] Zur weiteren Sicherung des Erregerkreises 18 in der ersten Kammer 2 ist an den Seitenwänden 5c und 5b im Bereich des Joches 22 eine Erhöhung mit einem bspw. rechteckigen Loch 28 ausgebildet, in das ein seitlich an dem Joch 22 vorstehender Fortsatz 29 einrastbar ist.

[0028] Da die durch die Seitenwände 5a, 5b und 5c geschlossene erste Kammer 2 nach oben und zu einer Seite 5d offen ist, kann der Erregerkreis besonders einfach in den Grundkörper 1 eingesetzt werden, wodurch die Montage erheblich erleichtert wird. Durch die spezielle Ausgestaltung des Ansatzes 7 wird dabei ohne weitere Justage erreicht, dass der Anker 9 im Ruhezustand des Relais 21, in dem die Spule 23 nicht von einem Spulenstrom durchflossen wird, von dem Joch beabstandet ist.

[0029] Dieser auf einfache Weise mit dem Erregerkreis 18 bestückte Grundkörper 1 wird vor der Endmontage auf einer Bodenplatte 15 noch mit einer Schaltfeder 13 in der zweiten Kammer 3 des Grundkörpers ausgestattet, wie Fig. 5 zu entnehmen ist. Die Schaltfeder 13 wird dabei an einem speziell verstärkten Befestigungsbereich des Zwischenbodens 4 festgelegt. Dazu sind an dem Zwischenboden 4 zwei Zapfen 12a und 12b ausgebildet, auf die die Schaltfeder 31 mit in ihr ausgebildeten Durchbrüchen 14a und 14b (vgl. Fig. 4) aufsteckbar ist. Um die Schaltfeder 13 auf den Zapfen 12a und 12b festzulegen, sind in den Durchbrüchen 14a und 14b Krallen 24 vorgesehen, die sich beim Aufdrücken der Schaltfeder 13 auf die Zapfen 12a und 12b abbiegen und verkrallen. Dadurch wird die Schaltfeder 13 sicher fixiert und festgehalten. Der Bereich des Zwischenbodens 4, an dem die Zapfen 12a und 12b ausgebildet sind, ist gegenüber dem restlichen Zwischenboden 4 verbreitert, um der im Wesentlichen parallel zum Zwischenboden 4 angeordnete Schaltfeder 13 Bewegungsmöglichkeiten nach oben und unten zu geben, d. h. auf den Zwischenboden 4 zu und von diesem weg.

[0030] Besonders einfach lässt sich die Schaltfeder 13 aus einem planen Metallband herstellen. Sie weist einen Kontakt-Pin 26 sowie einen Anschluss-Pin 27 auf, der bspw. aus dem planen Metallband ausgestanzt werden kann. Dabei ist ferner um dem Kontakt-Pin 26 auf drei Seiten ein diesen umgebender Spalt 30 vorgesehen, um Kontaktbrand beim Öffnen und Schließen der Kontakte zu minimieren. Der Anschluss-Pin 27 ist seitlich an der Kontaktfeder 13 angeordnet und von dem Kontakt-Pin 26 durch einen Spalt getrennt. Um den Anschluss-Pin 27 aus dem Relais 21 hinauszuführen, kann dieser Anschluss-Pin 27 nach unten abgeknickt und durch die Bodenplatte 15 durchgesteckt werden. Im vorderen Bereich der Schaltfeder 13 ist ein Angriffsbereich 31 vorgesehen, an dem ein in die Nuten 10a und 10b eingeschobener Kontaktschieber 11 angreift, um die Schaltfeder 13 zu bewegen.

[0031] Nach der Montage der Schaltfeder 13 an dem Grundkörper 1 kann dieser bspw. durch Aufstecken auf die Bodenplatte 15 aufgesetzt werden. Die Bodenplatte 15 dient zur Abdeckung der zweiten Kammer 2 des Grundkörpers 1 und enthält die elektrischen Anschluss-Pins.

[0032] Auf ihren einen Schmalseite weist die Bodenplatte 15 einen Ansatz 16 auf, in dem zwei Durchbrüche 16a und 16b an jeder Seite gegenüberliegend vorgesehen sind. Beabstandet davon ist auf der Bodenplatte 15 ein Vorsprung 25 vorgesehen, so dass zwischen dem Ansatz 16 und dem Vorsprung 25 eine Nut 17 ausgebildet ist. Damit der Grundkörper einfach und in einer definierten Position auf die Bodenplatte 15 aufgesetzt werden kann, ist an dem Zwischenboden 4 eine Rippe 17a vorgesehen, die in die Nut 17 der Bodenplatte 15 eingreift.

[0033] Der Ansatz 16 mit den Durchbrüchen 16a und 16b dient der Durchführung der Spulenanschlüsse 6a und 6b, die dadurch gegenüber der zweiten Kammer noch einmal besonders isoliert sind. Der Vorsprung 25 in der Grundplatte 15 ist gegenüber der Zapfen 12a und 12b des Zwischenbodens 4 angeordnet und stützt die auf die Zapfen 12a und 12b aufgesteckte Schaltfeder zusätzlich ab. Dafür sind in dem Vorsprung 25 den Zapfen 12a und 12b gegenüberliegende Ausnehmungen 25a und 25b vorgesehen, in die die Zapfen 12a und 12b beim nehmungen 25a und 25b vorgesehen, in die die Zapfen 12a und 12b beim Aufstecken des Grundkörpers 1 auf die Bodenplatte 15 eingreifen, so dass der Vorsprung 25 unmittelbar an der Schaltfeder 13 anliegt und diese zusätzlich vor dem Abrutschen sichert.

[0034] Auf der Grundplatte 15 sind ferner nicht dargestellte Kontaktfedern vorgesehen, deren Kontakte gegenüber dem Kontakt-Pin 26 angeordnet sind und einen Kontakt herstellen, wenn die Schaltfeder durch den Kontaktschieber bewegt wird.

[0035] Durch die Einbettung des Erregerkreises 18 in eine ersten Kammer und der gesamten Kontaktanordnung 19 in eine zweiten Kammer 3 des Grundkörpers 1, die im Wesentlichen voneinander abgetrennt sind, werden große Kriech- und Luftstrecken zwischen dem Antriebssystem und dem Kontakt-Schaltkreis erreicht. Der Kriechweg zwischen der an dem Zwischenboden 4 montierten Schaltfeder und den in den Durchbrüchen 16a und 16b des Ansatzes 16 geführten Spulenanschlüssen 6a und 6b wird bei der vorliegenden Anordnung durch die zusätzliche Rippe 17a an dem Zwischenboden, die in die Nut 17 der Bodenplatte 15 eingreift, noch weiter erhöht.

[0036] Mit Bezug auf die in Fig. 6 und Fig. 7 dargestellten Gesamtansichten des Relais 21 wird nachfolgend die Funktion des Relais näher erläutert.

[0037] Dargestellt ist der Grundkörper 1, der auf die Bodenplatte 15 aufgesetzt ist. Die Stirnwand 5a des Grundkörpers 1 weist die Nuten 10a und 10b zur Führung des in den Nuten 10a und 10b senkrecht zum Zwischenboden 4 verschiebbaren Kontaktschiebers 11 auf, dessen eines Ende an dem Angriffsbereich 31 der Kontaktfeder angreift und dessen entgegengesetztes Ende von einem Ausläufer des Ankers 9 betätigt wird. In einer im Bereich der unteren zweiten Kammer 3 angeordneten Öffnung in der Seitenwand 5a ist ein Kontaktmesser 32 zu erkennen, welches unterhalb der Schaltfeder 13 auf der Grundplatte 15 angeordnet ist, so dass durch ein Herunterdrücken der Schaltfeder 13 ein elektrischer Kontakt zwischen der Schaltfeder 13 und dem Kontaktmesser 32 hergestellt werden kann. Die Schaltfeder 13 und das Kontaktmesser 32 bilden die in der zweiten Kammer 3 angeordnete Kontaktanordnung 19.

[0038] Sobald der Spule 23 über die Spulenanschlüsse 6a und 6b Strom zugeführt wird, wird der Anker 9 von dem Joch 22 angezogen und bewegt den Kontaktschieber 11 nach unten, der dabei die Schaltfeder 13 auf das Kontaktmesser 32 drückt. Wenn der Spulenstrom ausgeschaltet wird, bewirkt eine Vorspannung der Schaltfeder 13, dass sich der Anker 9 wieder von dem Joch 22 weg bewegt. Dabei drückt die Schaltfeder 13 den Kontaktschieber 11 nach oben, so dass das Relais keinen Schaltkontakt mehr gibt.

[0039] Durch die erfindungsgemäße Anordnung, die beispielhaft in dem vorbeschriebenen Relais 21 zum Ausdruck kommt, ist ein kompaktes, elektromagnetisches Miniaturrelais geschaffen, das besonders einfach montiert werden kann und große Kriech- und Luftstrecken zwischen dem Antriebssystem und dem Kontakt-Schaltkreis aufweist.

Bezugszeichenliste:



[0040] 
1
Grundkörper
2
erste Kammer
3
zweite Kammer
4
Zwischenboden
5a, b, c
Seitenwand
5d
offene Seite
6
Anschlussgehäuse
6a, b
Spulenanschluss
7
Fortsatz
8
Kern
9
Anker
10
Führung
10a, b
Nut
11
Kontaktschieber
12a, b
Zapfen
13
Schaltfeder
14a, b
Durchbruch
15
Bodenplatte
16
Ansatz
16a, b
Durchbruch
17
Nut
17a
Rippe
18
Erregerkreis
19
Kontaktanordnung
20
Öffnung
21
Relais
22
Joch
23
Spule
24
Kralle
25
Vorsprung
25a, b
Ausnehmung
26
Kontakt-Pin
27
Anschluss-Pin
28
Loch
29
Fortsatz
30
Spalt
31
Angriffsbereich
32
Kontaktmesse



Ansprüche

1. Elektromagnetisches Relais mit einer Bodenplatte (15) und einem darauf anordenbaren Grundkörper (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände (5a, 5b, 5c) des Grundkörpers (1) eine nach oben offene erste Kammer (2) zur Aufnahme eines Erregerkreises (18) und eine nach unten offene zweite Kammer (3) zur Aufnahme einer Kontaktanordnung (19) bilden, wobei die erste Kammer (2) und die zweite Kammer (3) durch einen Zwischenboden (4) voneinander getrennt sind.
 
2. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, an der Außenseite einer Seitenwand (5a) eine Führung (10) für einen durch den Erregerkreis (18) betätigten Kontaktschieber (11) vorgesehen ist, welcher an einer Schaltfeder (13) der Kontaktanordnung (19) angreift.
 
3. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (10) aus Nuten (10a, 10b) besteht.
 
4. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5a) mit der Führung (10a, 10b) eine Öffnung (20) im Bereich der zweiten Kammer (3) aufweist.
 
5. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kammer (2) eine offene Seite (5d) aufweist, welche vorzugsweise gegenüber der Seitenwand (5a) mit der Führung (10a, 10b) angeordnet ist.
 
6. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundköper (1) an der offenen Seite (5d) der ersten Kammer (2) einen Fortsatz (7) zur Fixierung des Erregerkreises (18) aufweist.
 
7. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Erregerkreis (18) einen von einer Spule (23) umwickelten Kern (8) und ein Joch (22) aufweist, wobei ein Anker (9) vorzugsweise im Bereich des Kerns (8) angelenkt ist und sich bis über das Joch (22) erstreckt.
 
8. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Spulenanschlüsse (6a, 6b) auf einer Seite der Spule (23) senkrecht zur Spulenachse angeordnet sind.
 
9. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schaltfeder (13) in der unteren Kammer (3) an dem Zwischenboden (4) festgelegt ist.
 
10. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Zwischenboden (4) mindestens ein Zapfen (12a, 12b) und an der Schaltfeder (13) mindestens ein Durchbruch (14a, 14b) mit mindestens einer in den Durchbruch (14a, 14b) hineinragenden Kralle (24) vorgesehen sind, wobei der Zapfen (12a, 12b) und der Durchbruch (14a, 14b) jeweils derart in Eingriff bringbar sind, dass sich die Kralle (24) an dem Zapfen (12a, 12b) festlegt.
 
11. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kammer (3) an einer Seite des Grundkörpers (1) gegenüber der ersten Kammer (2) zurückgesetzt ist und dass die Bodenplatte (15) in diesem Bereich einen Ansatz (16) mit Durchführungen (16a, 16b) aufweist.
 
12. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (15) einen Vorsprung (25) zur Anlage an der Schaltfeder (13) aufweist.
 
13. Elektromagnetisches Relais nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Ansatz (16) und dem Vorsprung (25) eine Nut (17) ausgebildet ist, in die eine an dem Zwischenboden (4) des Grundköpers (1) ausgebildete Rippe (17a) eingreift.
 
14. Elektromagnetisches Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltfeder (13) mit einem Kontakt-Pin (26) und einem Anschluss-Pin (27) einteilig ausgebildet ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht