Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Kraftstoffeinspritzsystem für eine Brennkraftmaschine
nach der Gattung des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Einpritzsystem ist beispielsweise durch die EP 0 711 914 A1 bekanntgeworden.
[0003] Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Beschreibung werden zunächst einige Begriffe
näher erläutert: Bei einem
druckgesteuerten Kraftstoffeinspritzsystem wird durch den im Düsenraum eines Injektors herrschenden Kraftstoffdruck ein Ventilkörper
(z.B. eine Düsennadel) gegen die Wirkung einer Schließkraft aufgesteuert und so die
Einspritzöffnung für eine Einspritzung des Kraftstoffes freigegeben. Der Druck, mit
dem Kraftstoff aus dem Düsenraum in den Zylinder austritt, wird als Einspritzdruck
bezeichnet. Unter einem
hubgesteuerten Kraftstoffeinspritzsystem wird im Rahmen der Erfindung verstanden, daß das Öffnen und Schließen der Einspritzöffnung
eines Injektors mit Hilfe eines verschieblichen Ventilglieds aufgrund des hydraulischen
Zusammenwirkens der Kraftstoffdrücke in einem Düsenraum und in einem Steuerraum erfolgen.
Weiterhin ist im folgenden eine Anordnung als zentral bezeichnet, wenn sie gemeinsam
für alle Zylinder vorgesehen ist, und als lokal, wenn sie für nur einen einzelnen
Zylinder vorgesehen ist.
[0004] Bei dem aus der EP 0 711 914 A1 bekannten druckgesteuerten Kraftstoffeinspritzsystem
wird mit Hilfe einer Hochdruckpumpe Kraftstoff auf einen ersten hohen Kraftstoffdruck
von etwa 1200 bar komprimiert und in einem ersten Druckspeicher gespeichert. Weiterhin
wird der unter Hochdruck stehende Kraftstoff auch in einen zweiten Druckspeicher gefördert,
in welchem durch Regelung seiner Kraftstoffzufuhr mittels eines 2/2-Wegventils ein
zweiter hoher Kraftstoffdruck von ca. 400 bar aufrechterhalten wird. Über eine zentrale
Ventilsteuereinheit wird entweder der tiefere oder höhere Kraftstoffdruck in den Düsenraum
eines Injektors geleitet. Dort wird durch den Druck ein federbelasteter Ventilkörper
von seinem Ventilsitz abgehoben, so daß Kraftstoff aus der Düsenöffnung austreten
kann.
[0005] Bei diesem bekannten Kraftstoffeinspritzsystem wird der Kraftstoff für eine Einspritzung
aus dem jeweiligen zentralen Druckspeicher über die zentrale Ventileinheit und die
zentrale Verteilereinrichtung auf die einzelnen Injektoren aufgeteilt. Das jeweils
maximal mögliche Einspritzfenster ist damit durch die Ventileinheit und die Verteilereinrichtung
gemeinsam bestimmt.
Vorteile der Erfindung
[0006] Zur Vergrößerung des Einspritzfensters für den tieferen Kraftstoffdruck, d.h. für
die Vor- bzw. Nacheinspritzung, wird erfindungsgemäß der tiefere Kraftstoffdruck direkt
aus dem zentralen Druckspeicher zugemessen, ohne über die Verteilereinrichtung zu
gehen.
[0007] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung sind
der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0008] Zwei verschiedene Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen druckgesteuerten Kraftstoffeinspritzsystemen,
bei denen Kraftstoff mit zwei unterschiedlich hohen Kraftstoffdrücken eingespritzt
wird, sind in der Zeichnung schematisch dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Kraftstoffeinspritzsystem mit einem zentralen Druckspeicher für den tieferen Kraftstoffdruck,
mit einer zentralen Verteilereinrichtung für den höheren Kraftstoffdruck sowie mit
jeweils einer lokalen Ventileinheit für jeden Injektor zum Umschalten zwischen beiden
Kraftstoffdrücken; und
- Fig. 2
- ein der Fig. 1 entsprechendes Einspritzsystem, bei dem sich die lokale Ventileinheit
außerhalb des Injektors befindet.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0009] Bei dem in
Fig. 1 dargestellten druckgesteuerten Kraftstoffeinspritzsystem
1 wird eine zweistufige Hochdruckpumpe
2 verwendet, um Kraftstoff
3 aus einem Vorratstank
4 mit zwei unterschiedlichen Kraftstoffdrücken zu fördern. In der ersten Stufe wird
der Kraftstoff auf einen ersten (tieferen) Druck von ca. 300 bar komprimiert und über
eine Förderleitung
5 einem zentralen Druckspeicher
6 (Common Rail) zugeführt, in dem der Kraftstoff unter diesem Druck gespeichert wird.
Von dem zentralen Druckspeicher 6 führen mehrere, der Anzahl einzelner Zylinder entsprechende
erste Druckleitungen
7 zu den einzelnen, in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragenden
Injektoren
8 (Einspritzeinrichtung). In Fig. 1 ist lediglich einer der Injektoren 8 näher dargestellt.
Die zweistufige Hochdruckpumpe 2 kann z.B. eine Nockenpumpe mit Spritzversteller ähnlich
der aus DE 35 16 867 A1 bekannten Verteilereinspritzpumpe sein.
[0010] In der zweiten Stufe erfolgt die Druckerzeugung auf einen zweiten (höheren) Kraftstoffdruck
von ca. 300 bar bis ca. 1800 bar. Über eine Förderleitung
9 wird der Kraftstoff einer zentralen Verteilereinrichtung
10 zugeführt, die den Kraftstoff auf zweite Druckleitungen
11 verteilt, die ebenfalls zu den Injektoren 8 abführen. Da die beiden Förderleitungen
5, 9 über ein 2/2-Wege-Ventil
12 miteinander verbunden sind, wird der höhere Kraftstoffdruck erst aufgebaut, wenn
diese Verbindung durch Bestromen des 2/2-Wege-Ventils 12 unterbrochen wird. Es ist
ebenso möglich, daß die beiden Kraftstoffdrücke durch zwei unterschiedliche Pumpen
erzeugt werden. Um die Drehzahlabhängigkeit der Druckerzeugung zu reduzieren, kann
auch ein zweiter Druckspeicher (Common Rail), in dem der Kraftstoff unter dem höheren
Druck gelagert wird, vor der zentralen Verteilereinrichtung 10 vorgesehen werden.
[0011] Zwischen dem tieferen und dem höheren Kraftstoffdruck kann für jeden Injektor 8 einzeln
über eine lokale Verteilereinrichtung
13 (3/2-Wege-Ventil) jederzeit während eines Einspritzzyklusses umgeschaltet werden.
Der jeweilige Druck wird dann über eine Druckleitung
14 in einen Düsenraum
15 des Injektors 8 geleitet. Die Einspritzung erfolgt druckgesteuert mit Hilfe eines
in einer Führungsbohrung axial verschiebbaren kolbenförmigen Ventilglieds
16 (Düsennadel), dessen konische Ventildichtfläche
17 mit einer Ventilsitzfläche am Injektorgehäuse zusammenwirkt und so die dort vorgesehenen
Einspritzöffnungen
18 verschließt. Innerhalb des Düsenraums 15 ist eine in Öffnungsrichtung des Ventilglieds
16 weisende Druckfläche des Ventilgliedes 16 dem dort herrschenden Druck ausgesetzt,
wobei sich der Düsenraum 15 über einen Ringspalt zwischen dem Ventilglied 16 und der
Führungsbohrung bis an die Ventildichtfläche 17 des Injektors 8 fortsetzt. Durch den
im Düsenraum 15 herrschenden Druck wird das die Einspritzöffnungen 18 abdichtende
Ventilglied 16 gegen die Wirkung einer Schließkraft (Schließfeder
19) aufgesteuert, wobei der Federraum
20 mittels einer Leckageleitung
21 druckentlastet ist.
[0012] Eine Voreinspritzung mit dem tieferen Kraftstoffdruck erfolgt bei stromlosem 2/2-Wege-Ventil
12 durch Bestromen der lokalen Ventileinheit 13. Durch Bestromen des 2/2-Wege-Ventils
12 erfolgt dann bei unbestromter lokaler Ventileinheit 13 die Haupteinspritzung mit
dem höheren Kraftstoffdruck. Für eine Nacheinspritzung mit dem tieferen Kraftstoffdruck
wird die lokale Ventileinheit 13 erneut bestromt.
[0013] Die lokale Ventileinheit 13 kann entweder Teil des Injektorgehäuses sein, wie in
Fig. 1 gezeigt ist, oder außerhalb des Injektorgehäuses angeordnet sein (Fig. 2).
Im letzteren Fall läßt sich eine kleinere Baugröße des Injektorgehäuses erreichen.
[0014] Der höhere Kraftstoffdruck kann auch über eine zentrale Druckübersetzungseinheit
mit Wiederbefüllung und Steuermechanismus erzeugt werden. Für den höheren Kraftstoffdruck
kann ebenfalls ein zentraler Druckspeicher vorgesehen werden. Anstelle von druckgesteuerten
Injektoren können auch hubgesteuerte Injektoren eingesetzt werden.
[0015] Bei einem Kraftstoffeinspritzsystem 1 für eine Brennkraftmaschine, bei dem Kraftstoff
mit mindestens zwei unterschiedlich hohen Kraftstoffdrücken über Injektoren 8 in den
Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann, mit einer zentralen Verteilereinrichtung
10 zum Aufteilen des Kraftstoffes auf die einzelnen Injektoren 8 und mit einem zentralen
Druckspeicher 6 für den tieferen Kraftstoffdruck ist jeweils eine Ventileinheit 13
zum Umschalten zwischen den beiden Kraftstoffdrücken lokal für jeden Injektor 8 einzeln
vorgesehen. Außerdem ist die zentrale Verteilereinrichtung 10 für den höheren Kraftstoffdruck
parallel zum zentralen Druckspeicher 6 für den tieferen Kraftstoffdruck angeordnet.
Zur Vergrößerung des Einspritzfensters für die Vor- bzw. Nacheinspritzung wird der
tiefere Kraftstoffdruck aus dem zentralen Druckspeicher 6 zugemessen, ohne über die
Verteilereinrichtung 10 zu gehen.
1. Kraftstoffeinspritzsystem (1) für eine Brennkraftmaschine, bei dem Kraftstoff mit
mindestens zwei unterschiedlich hohen Kraftstoffdrücken über Injektoren (8) in den
Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann, mit einer zentralen Verteilereinrichtung
(10) zum Aufteilen des Kraftstoffes auf die einzelnen Injektoren (8), mit einem zentralen
Druckspeicher (6) für den tieferen Kraftstoffdruck und mit einer Ventileinheit (13)
zum Umschalten zwischen den beiden Kraftstoffdrücken,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventileinheit (13) zum Umschalten zwischen den beiden Kraftstoffdrücken lokal
für jeden Injektor (8) einzeln vorgesehen ist und daß die zentrale Verteilereinrichtung
(10) für den höheren Kraftstoffdruck parallel zum zentralen Druckspeicher (6) für
den tieferen Kraftstoffdruck angeordnet ist.
2. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Kraftstoffdruck eine unterschiedliche Ventileinheit vorgesehen ist.
3. Kraftstoffeinspritzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Injektoren (8) für eine Drucksteuerung ausgebildet sind.
4. Kraftstoffeinspritzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Injektoren für eine Hubsteuerung ausgebildet sind.
1. Fuel injection system (1) for an internal combustion engine, in which fuel having
at least two different fuel pressures can be injected into the combustion space of
the internal combustion engine via injectors (8), with a central distributor device
(10) for allocating the fuel to the individual injectors (8), with a central pressure
accumulator (6) for the lower fuel pressure, with a valve unit (13) for changing over
between the two fuel pressures, characterized in that the valve unit (13) for changing over between the two fuel pressures is individually
provided locally for each injector (8), and in that the central distributor device (10) for the higher fuel pressure is arranged parallel
to the central pressure accumulator (6) for the lower fuel pressure.
2. Fuel injection system according to Claim 1, characterized in that a different valve unit is provided for each fuel pressure.
3. Fuel injection system according to one of the preceding claims, characterized in that the injectors (8) are designed for pressure control.
4. Fuel injection system according to one of the preceding claims, characterized in that the injectors are designed for stroke control.
1. Système d'injection de carburant (1) pour un moteur à combustion interne, dans lequel
du carburant peut être injecté dans la chambre de combustion du moteur à combustion
interne à au moins deux niveaux différents de pression au moyen d'injecteurs (8),
comportant une installation de distribution (10) centrale destinée à distribuer le
carburant aux injecteurs (8) particuliers, un réservoir de pression (6) central pour
la pression de carburant la plus basse et une unité de soupapes (13) destinée à passer
d'une pression de carburant à l'autre,
caractérisé en ce que
l'unité de soupapes (13) destinée à passer d'une pression de carburant à l'autre est
prévue localement pour chaque injecteur (8) individuellement et l'installation de
distribution (10) centrale pour la pression de carburant la plus élevée est parallèle
au réservoir de pression central (6) pour la pression de carburant la plus basse.
2. Système d'injection de carburant selon la revendication 1,
caractérisé par
une unité de soupapes différente pour chaque pression de carburant.
3. Système d'injection de carburant selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les injecteurs (8) sont conçus pour une commande de la pression.
4. Système d'injection de carburant selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les injecteurs sont conçus pour une commande de course.