Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Zumischsystem zum Zumischen mindestens eines
Löschmittelzusatzes zu mindestens einem Löschmittel, aufweisend mindestens eine, insbesondere
als Bestandteil oder in Form mindestens einer Dosiereinheit oder mindestens eines
Zumischers, ausgebildete Löschmittelzusatz-Pumpe,
- die den Löschmittelzusatz mittels Überdruck in mindestens zwei Löschmittelleitungen
einmischt und
- die mit mindestens zwei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten in Verbindung steht.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren eine Lösch- oder Berieselungsanlage,
aufweisend
- mindestens ein Zumischsystem gemäß der vorstehend dargelegten Art,
- mindestens einen Löschmittelbehälter zum Speichern des Löschmittels,
- mindestens eine Löschmittelpumpe, die mit jeder der Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
über jeweils mindestens eine Löschmittelleitung verbunden ist, und
- mindestens einen Löschmittelzusatz-Behälter zum Speichern des Löschmittelzusatzes.
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Betreiben eines
Zumischsystems gemäß der vorstehend dargelegten Art und/oder einer Lösch- oder Berieselungsanlage
gemäß der vorstehend dargelegten Art.
Stand der Technik
[0004] Es ist bekannt, in ortsfesten Löschanlagen Feuerlöschmittel auf Wasserbasis einzusetzen.
Hierbei wird unter einer ortsfesten Löschanlage eine ständig betriebsbereite Anlage
verstanden, bei der aus einem ortsfest verlegten Rohrleitungssystem über geeignete
Aufgabevorrichtungen Löschmittel abgegeben werden. Ortsfeste Löschanlagen können automatisch
oder von Hand ausgelöst werden (vgl. auch DIN 14011-5:1980-05: "Begriffe aus dem Feuerwehrwesen
- Brandschutzeinrichtungen").
[0005] Zu den ortsfesten Löschanlagen, die mit wässrigen Löschmitteln arbeiten, zählen insbesondere
- die Sprinkleranlagen (DIN 14489:1985-05),
- die Sprühwasser-Löschanlagen (DIN 14494:1979-03) und
- die Schaum-Löschanlagen (DIN-Normenreihe 14493).
Wird Wasser ohne besondere Zusätze als Löschmittel verwendet, wird auch von Wasserlöschanlagen
gesprochen.
[0006] Ortsfeste Löschanlagen sind grundsätzlich so aufgebaut, dass von einer zentralen
Stelle, zum Beispiel von der Sprinklerzentrale, aus ein Rohrleitungsnetz geführt wird,
in dem das flüssige Medium bis an den Brandherd gelangt, an dem das flüssige Medium
seine Löschwirkung entfaltet. In der Regel wird Wasser als Löschmittel verwendet.
[0007] Für besondere Brandgüter bzw. Brandgefahren kann oder muss dem Wasser nun ein Zusatzmittel
zugegeben werden, das die Löscheigenschaften verbessert; so ist zum Beispiel bei Schaumlöschanlagen
die Zugabe von Schaummittel als Zusatzmittel das die Anlage prägende Merkmal.
[0008] Löschanlagen können vom Grundsatz her in zwei Gruppen unterteilt werden: in nasse
Löschanlagen und in trockene Löschanlagen. Bei den nassen Löschanlagen befindet sich
das Löschmittel bereits vor dem Auslösen der Feuerlöschanlage in den Rohrleitungen;
das Medium steht somit sofort bei Aktivierung der Löschanlage an der Brandstelle an.
Bei der trockenen Löschanlage wird das Rohrleitungsnetz hingegen erst mit Auslösen
bzw. Bedienen der Feuerlöschanlage gefüllt.
[0009] Üblicherweise wird in nassen oder trockenen Löschanlagen das Zusatzmittel an einer
zentralen Stelle dem Löschmittel zugegeben (nachfolgend "Fall A" genannt) oder aber
in nassen Löschanlagen dem Löschmittel "von vorne herein" beigemischt (nachfolgend
"Fall B" genannt; vgl. auch VdS CEA 4001 : 2003-01 "Sprinkleranlagen - Planung und
Einbau", Anhang M). In letzterem Fall steht also ein Löschwasser-Zusatzmittel-Gemisch,
(sogenanntes Premix) direkt an der Auslösestelle an, weswegen auch von einer Premix-Anlage
gesprochen wird.
[0010] Die jeweilige Problematik der beiden beschriebenen Methoden liegt in Folgendem begründet:
Fall A - Zentrale Zumischung:
[0011] Das Zusatzmittel wird bereits in der Löschzentrale zugegeben. Insbesondere in nassen
Löschanlagen benötigt das dort vorgemischte Löschmittel-Zusatzmittel-Gemisch einen
erheblichen Weg und somit eine erhebliche Zeitdauer, bis es an die Brandstelle gelangt.
Bis zu diesem Zeitpunkt, der für eine erfolgreiche Brandbekämpfung erforderlich sein
kann, wird die für die Löschanlage vorgesehene erhöhte Löschwirkung gegenüber dem
zuvor austretenden Löschmittel nicht erreicht.
Fall B - Premix-Anlage:
[0012] Im Fall der Premix-Anlage steht das Löschmittel-Zusatzmittel-Gemisch bereits direkt
an der Brandstelle zur Verfügung. Es wird somit die vorgesehene Löschwirkung von Beginn
der Brandbekämpfung an erreicht. Der Nachteil dieser Methode liegt jedoch darin, dass
das Zusatzmittel - stets ein Gemisch mit unterschiedlichen Tensiden - sich gegenüber
den Materialien des Leitungsrohrnetzes höchst korrosiv zeigt. Somit muss das Rohrleitungsnetz
häufig mit hohem Kostenaufwand saniert werden. Es können auch bestimmte, in der Verwendung
billigere Materialien überhaupt nicht verwendet werden, so dass höhere installationskosten
entstehen können und eine Nachrüstung von bestehenden Anlagen teilweise überhaupt
nicht möglich oder sinnvoll ist.
[0013] Auch sind in Deutschland zugelassene Feuerlöschmittel gemäß den Länderverordnungen
über Feuerlöschgeräte und Feuerlöschmittel stets biologisch verträglich gestaltet.
In Premix-Lösungen wird daher das Zusatzmittel nach und nach biologisch zersetzt,
so dass die Löschwirkung mit der Zeit nachlässt. Darüber hinaus sind einige Löschmittelzusätze,
wie zum Beispiel sogenannter Class-A-Foam (= Spezial-Schaummittel für die Brandbekämpfung
fester Brennstoffe) nicht geeignet, als Premix verwendet zu werden.
[0014] Ein weiterer Aspekt bezieht sich auf den Umweltschutz. Sinkt die Wirksamkeit des
Löschmittelzusatzes unter einen bestimmten Wert, ist das gesamte Rohrleitungsnetz
mit neuem Premix zu füllen. Dabei ist das alte Premix umweltgerecht zu entsorgen,
wobei die Zusatzmittel in der Regel wassergefährdende Stoffe darstellen und der Entsorgungsaufwand
entsprechend hoch ist.
[0015] Üblicherweise wird also in der stationären oder haibstationären Löschtechnik für
wässrige Löschmittel die Zugabe von Zusatzmitteln, wie zum Beispiel von Schaummittel,
entweder direkt in der Löschzentrale oder aber durch Bereitstellen einer vorgemischten
Lösung, eines sogenannten Premix, in der Löschanlage durchgeführt. Diese beiden Varianten
weisen den Nachteil auf, dass entweder das Löschmittelgemisch sehr spät an der Brandstelle
verfügbar ist oder aber Probleme mit den Rohrleitungen oder mit dem Premix, zum Beispiel
durch Zerfall oder Verwendungsbeschränkungen, auftreten.
[0016] In jüngsten Überlegungen und Planungen von Herstellern von Anlagenkomponenten wurde
bereits durchaus über die Möglichkeit einer dezentralen Zumischung von Löschmittelzusätzen
spekuliert (vgl. Prospekt der Firma MSR Dosiertechnik GmbH, Wölfersheim, 2002: "Betriebsanleitung
FireDos® Zumischsystem für Brandbekämpfungsflüssigkeiten", Seite 19).
[0017] Das dort beschriebene Prinzip ist jedoch nicht für ein Gebäude mit mehreren Sprinklergruppen
geeignet. In einzelnen Gebäuden oder Gebäudeteilen sind jedoch in der Regel mehrere
Sprinklergruppen vorhanden, etwa zwei Gruppen für Deckensprinkler und eine Gruppe
für Regalsprinkler. Dabei ist es selbstverständlich möglich, dass nur eine oder aber
mehrere Sprinklergruppen gleichzeitig auslösen.
[0018] Das in diesem Prospekt vorgestellte System ist lediglich dazu geeignet, eine einzelne
Sprinklergruppe oder aber die ganze Sprinkleranlage, zum Beispiel mittels einer zentralen
Zumischung in der Sprinklerzentrale, mit Löschmittelzusätzen zu versorgen. Es stellt
insofern eine Kombination des vorgestellten Falls "A" mit dem vorgestellten Fall "B"
dar; diese Kombination ist nicht dazu geeignet, ein Gebäude mit mehreren Sprinklergruppen
zeitnah mit Löschmittelzusätzen zu versorgen. Auch entspricht das beschriebene Prinzip
einer Kombination einer ortsfesten mit einer teilbeweglichen (←→ manueller Eingriff
erforderlich) Löschanlage.
[0019] Auf dem diskutierten technischen Gebiet des Weiteren zu beachten ist die Druckschrift
US 1 467 377, in der ein Verfahren zur Zumischung (Dosierung) von flüssigen Löschmittelzusätzen
offenbart ist, wobei eine Zumischung der Löschmittelzusätze direkt am Sprinkler oder
an der Austrittsdüse für Feuerbekämpfungsmittel erfolgt. Bei einem derartigen Aufbau
benötigt die Anlage nahezu so viele Löschmittelzusatz-Behälter und Löschmittelzusatz-Pumpen
(Zumischer) wie Sprinklerköpfe.
[0020] In der Druckschrift US 1 299 272 ist ein teilbewegliches Feuerlöschgerät beschrieben,
bei dem zwei flüssige Löschmittel an der Austrittsdüse eines Feuerwehrschlauchs mischbar
sind. Dieses Verfahren ist für die manuelle Bedienung eines Feuerwehrschlauchs oder
einer Löschwasserleitung ausgelegt und kann nicht auf eine Löschanlage mit einer Vielzahl
von Berieselungs- oder Sprinklereinheiten übertragen werden.
[0021] Des Weiteren ist aus der Druckschrift EP 1 029 560 A2 eine mobile Pumpeinheit zur
Brandbekämpfung bekannt, die entweder einzeln oder gleichzeitig sowohl Nass- oder
Trockenschaum als auch Wasser als Löschmittel zur Verfügung stellen kann ist. Diese
Pumpeinheit ist ebenfalls für nur eine Löschwasserleitung ausgelegt.
[0022] In der Druckschrift DE 100 13 974 A1 wird ein sowohl für eine zentrale als auch für
eine dezentrale Schaumversorgung geeigneter Druckzumischer vorgeschlagen, der im Wesentlichen
für den Einsatz in der mobilen Brandbekämpfung vorgesehen ist; vom Grundsatz her könnte
dieser bekannte Druckzumischer auch in ortsfesten Löschanlagen verwendet werden.
[0023] Bei der Anlage gemäß der Druckschrift DE 100 13 974 A1 mündet die Schaumleitung oder
Löschmitteizusatz-Leitung in das Düsengehäuse der Berieselungs- oder Sprinklereinheit,
was angesichts der korrosiven Wirkung des Löschmittelzusatzes problematisch erscheint
(allerdings ist der Nachteil der Korrosivität im Falle einer Sprinklerauslösung im
Brandfall nicht überaus relevant).
[0024] Ein weiterer Nachteil des in der Druckschrift DE 100 13 974 A1 beschriebenen Druckzumischers
besteht darin, dass ein aufwändiges Rohrleitungssystem mit Haupt- und Nebenstromleitungen
des Löschmittels benötigt wird, um die Zumischung des Löschmittelzusatzes gleichbleibend
regulieren zu können.
[0025] Schließlich wird bei dieser bekannten Anlage, bei der vor der Zumischeinheit ein
Rückschlagventil angeordnet sein kann, in der Löschmittelführung eine Venturidüse
eingesetzt. Venturi- oder ähnliche bekannte Zumischsysteme sind unvorteilhafterweise
sowohl von Ausgangs- und Durchflussdrücken als auch von Gegendrücken in den saug-
und druckseitigen Wasser- und Zusatzmittelleitungen stark abhängig.
[0026] Das bekannte Venturi-Prinzip gibt es in verschiedenen technischen Ausführungsvarianten,
zum Beispiel als Saugzumischer, als Gleichdruckzumischer oder als Blasentankzumischer
(Überdruck auf der Saugseite des Zusatzmittels, unter anderem verwendet bei Sprinkleranlagen).
Allerdings funktionieren diese Systeme allesamt auf Grundlage des Injektorprinzips.
[0027] Die Länge der Ansaugstrecke des Venturi-Zumischers ist begrenzt, die Ansaugmenge
ist druckabhängig. Um das System für Sprinkleranlagen zu stabilisieren, wird daher
das Zusatzmittel unter Druck (Blasentank) gesetzt, um das Ansaugen zu erleichtern
und die Zumischrate zu festigen.
[0028] Schließlich ist aus der Druckschrift DE 37 26 672 A1 eine Löschanlage der eingangs
genannten Art bekannt. Bei dieser mit einem automatischen, elektronisch gesteuerten
Zumischer ausgestatteten Einrichtung für Feuerlöschfahrzeuge wird dem Löschwasser
hinter der Löschwasserpumpe ein Schaummittel zugemischt, wonach das Löschwasser-Schaummittel-Gemisch
über Zweigleitungen mehreren Verbrauchern zugeführt wird.
[0029] Die Variante gemäß der Druckschrift DE 37 26 672 A1 ist nicht für eine Feuerlöschanlage
mit einer Vielzahl von Berieselungs- oder Sprinklereinheiten geeignet, denn das Löschmittelgemisch
gelangt in diesem Fall nur mit Zeitverzögerung zu den Berieselungs- oder Sprinklereinheiten,
die nicht nahe bei der Löschwasserpumpe gelegen sind.
Darstellung der Erfindung: Aufgabe, Lösung, Vorteile
[0030] Ausgehend von den vorstehend dargelegten Nachteilen und Unzulänglichkeiten sowie
unter Würdigung des umrissenen Standes der Technik soll durch die vorliegende Erfindung
gewährleistet werden, dass unmittelbar nach Inbetriebnahme des Zumischsystems ohne
größeren Aufwand allen Berieselungs- oder Sprinklereinheiten ein Gemisch aus Löschmittel
und Löschmittelzusatz zur Verfügung steht.
[0031] Diese Aufgabe wird sowohl durch ein Zumischsystem mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen als auch durch eine Lösch- oder Berieselungsanlage mit den im Anspruch 6
angegebenen Merkmalen als auch durch ein Verfahren mit den im Anspruch 9 angegebenen
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Weiterbildungen der
vorliegenden Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0032] Erfindungsgemäß wird der Löschmittelzusatz, der auch als Löschmitteladditiv bezeichnet
werden kann, dem Löschmittel erst im Moment der Inbetriebnahme des Zumischsystems
bzw. der das erfindungsgemäße Zumischsystem aufweisenden Lösch- oder Berieselungsanlage
zugesetzt, wobei die Löschmittelzusatz- oder Löschmitteladditiv-Pumpe mit jeder der
Berieselungs- oder Sprinklereinheiten über jeweils mindestens eine Löschmittelzusatz-Leitung
verbunden ist.
[0033] Vorteilhafterweise werden für den Löschmittelzusatz oder das Zusatzmittel geeignete
und beständige Leitungen verwendet, so dass die Nachteile der Korrosivität und des
Zerfalls des Löschmittelzusatzes in den Rohrleitungen entfallen.
[0034] Erfindungsgemäß ist die jeweilige Löschmittelleitung mit der jeweiligen Löschmittelzusatz-Leitung
oder Zusatzmittelleitung im Bereich vor, insbesondere kurz vor, der jeweiligen Berieselungs-
oder Sprinklereinheit zusammengeführt und/oder vereint. Auf diese Weise wird der Löschmittelzusatz
oder das Zusatzmittel, das heißt das Additiv erst möglichst nahe an der Brandstelle
dem Rohrleitungsnetz des Löschmittels zugegeben, das heißt der Sprinklergruppe zugeführt.
Mithin wird das Additiv oder Zusatzmittel unter Druck möglichst nahe an den einzelnen
Sprinklergruppen und somit in die Löschwasserleitung eingespeist.
[0035] Dies bietet den Vorteil, dass umweltschädliche Premix-Lösungen vermieden werden und
grundsätzlich alle flüssigen Löschmittelzusätze verwendet werden können, also auch
Class-A-Foam, der im Stand der Technik nicht einmal als Premix-Lösung verwendbar ist.
[0036] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Löschmittelzusatz-Leitung
bereits mit dem Zusatzmittel befüllt, wobei dieses Zusatzmittel erst bei Auslösen
des Zumischsystems und/oder der Lösch- oder Berieselungsanlage dem Löschmittel zugegeben
wird.
[0037] Durch eine derartige, in erfindungswesentlicher Weise dezentrale Zumischung bzw.
Dosierung stellt sich bei Inbetriebnahme des Zumischsystems bzw. der Lösch- oder Berieseiungsaniage
die volle Löschwirkung zeitnah ein. Zudem zeichnet sich die Erfindung durch ihren
einfachen Aufbau, ihre Praxistauglichkeit bei der Brandbekämpfung und ihre gute Nachrüstbarkeit
in bestehende Lösch- oder Berieselungsanlagen aus.
[0038] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Zumischsystems basiert die Löschmitteladditiv-
oder Zumischpumpe auf hydraulischem Antrieb. Dieser Antrieb wird vom Löschmittelvolumen
durchströmt. Die Mechanik im Inneren des Antriebs nutzt entstehenden Druckdifferenzen
aus und wandelt diese Druckdifferenzen in Hub- oder Rotationsbewegungen um.
[0039] Des Weiteren ist bei einer zweckmäßigen Ausgestaltungsform des Zumischsystems die
Löschmitteladditivpumpe mit dem Antrieb über mindestens eine mechanische Kupplung
zur Momentübertragung verbunden und fördert das Zusatzmittel aus dem Löschmittelzusatz-
oder Vorratsbehälter in die Zusatzmittelleitungen und von dort mittelbar in den Löschwasservolumenstrom
der Berieselungs- oder Sprinklereinheiten, zum Beispiel der Sprinklergruppen.
[0040] Die Zusatzmittel- oder Löschmitteladditivpumpe ist vorteilhafterweise als mindestens
eine Kolbenpumpe ausgebildet, denn eine derartige Pumpe kann die Druckverluste der
Saug- und Zumischleitungen überwinden und die zur Zumischung notwendige Druckerhöhung
herstellen.
[0041] Neben den beschriebenen Hauptkomponenten Antrieb, Additivpumpe, Kupplung und Rohrleitungssystem
weist eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Zumischsystems noch
die Komponenten Tragwerk und Entlüftung auf.
[0042] Im Falle mindestens dreier Berieselungs- oder Sprinklereinheiten kann vorteilhafterweise
mindestens eine der Löschmittelzusatz-Leitungen jeweils mindestens zwei der Berieselungs-
oder Sprinklereinheiten mit der Löschmitteizusatz-Pumpe verbinden. Hierdurch kann
der mit Installation und Betrieb der Löschmittelzusatz-Leitungen verbundene Aufwand
minimiert werden.
[0043] Weiterhin können im Falle von mindestens drei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
zueinander benachbart liegende Berieselungs- oder Sprinklereinheiten jeweils unterschiedlichen
Löschmittelzusatz-Leitungen zugeordnet sein. Hierdurch wird unter anderem eine besonders
stabile und zuverlässige Durchflussregulierung gewährleistet.
[0044] Aus demselben Grund ist unabhängig hiervon oder in Verbindung hiermit jeder Berieselungs-
oder Sprinklereinheit vorzugsweise nicht mehr als eine Löschmittelzusatz-Leitung zuordbar.
[0045] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht darin,
dass mittels mindestens einer Ringleitung, zum Beispiel in Form mindestens eines den
Löschmittelzusatz-Behälter und die Löschmittelzusatz-Leitungen miteinander verbindenden
Löschmittelzusatz-Rücklaufs, eine Rückführung des Löschmittelzusatzes in den Löschmittelzusatz-Behälter
gewährleistet ist, um ein Ausflocken bzw. Zersetzen des Löschmittelzusatzes zu verhindern.
[0046] Da die Löschmittelzusatz-Pumpe in erfindungswesentlicher Weise den Löschmittelzusatz
aus dem Löschmittelzusatz-Behälter auch über längere Entfernungen konstant heraussaugt,
kann im Unterschied zu anderen bekannten Löschanlagen, etwa zu Löschanlagen mit Venturi-Blasentank-Zumischer,
bei der vorliegenden Erfindung in bevorzugter Weise ein drucklos gehaltener Löschmittelzusatz-Behälter
verwendet werden.
[0047] Darüber hinaus funktioniert die vorliegende Erfindung bei Verwendung einer derartigen
Löschmittelzusatz-Pumpe in Abhängigkeit von der Durchflussmenge in der Wasserleitung,
jedoch unabhängig vom Druck in der Wasserieitung. Dies bietet den Vorteil, dass der
Löschmittelzusatz dem Löschmittel unabhängig vom Druck in der Löschmittelleitung zugemischt
werden kann; dagegen sind Venturi- oder ähnliche bekannte Zumischsysteme sowohl von
Ausgangs- und Durchflussdrücken als auch von Gegendrücken in den saug- und druckseitigen
Wasser- und Zusatzmittelleitungen stark abhängig.
[0048] Beispielhaft wird im Folgenden der Aufbau einer vorteilhaften Ausführung der Lösch-
oder Berieselungsanlage gemäß der vorliegenden Erfindung im Einzelnen dargestellt.
[0049] Um Schäden an den Pumpen in zuverlässiger Weise zu vermeiden und eine gleichmäßige
Dosierung der Zumischung bei Einhaltung der erforderlichen Mindestzumischrate zu erreichen,
können die Löschmittelzusatz-Leitungen mindestens eine Steuer- und/oder Regeleinheit
aufweisen. Diese Steuer- und/oder Regeleinheit kann als mindestens eine elektronische,
hydraulische und/oder mechanische Einrichtung ausgebildet sein, die an die Lösch-
oder Berieselungsanlage angepasst ist.
[0050] Beispielsweise kann diese Steuer- und/oder Regeleinheit als mindestens ein Druckbegrenzer
ausgebildet sein, der bei Überschreitung eines Grenz- oder Lieferdrucks den Löschmittelzusatz
über den Löschmittelzusatz-Rücklauf in den Löschmittelzusatz-Behälter zurückleitet.
[0051] In einer einfachen Variante kann es sich bei der Steuer-/Regeleinheit zum Beispiel
um ein federbelastetes Überdruckventil handeln, das entsprechend den Erfordernissen
der Sprinkleranlage manuell eingestellt wird. Nach Bedarf kann hier überschüssiges
Zusatzmittel in den Zusatzmittelbehälter rückgeführt werden.
[0052] Auch kann es in Abhängigkeit vom Anlagentyp vorteilhaft sein, weitere Bauteilkomponenten
einzubauen. So ist in der Regel der Einbau von mindestens einem Rückschiagventii an
mindestens einer Zumischstelle, das heißt im Bereich vor, insbesondere kurz vor, der
Einmündung der jeweiligen Löschmittelzusatz-Leitung in die jeweilige Löschmittelleitung
dienlich, um ein ungewolltes Eindringen von Zusatzmittel in die Löschwasserleitung
zu verhindern. Gegebenenfalls kann auch ein zwei- oder mehrstufiges Rückschlagsystem
mit Spüleinrichtung vorgesehen werden. In jedem Fall sollte die Ausführung anlagen-
und nutzerspezifisch ermittelt werden.
[0053] Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum insbesondere dosierten
Einmischen oder Zusetzen mindestens eines Löschmittelzusatzes zu mindestens einem
Löschmittel, wobei
- der Löschmittelzusatz mindestens zwei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten durch
mindestens eine Löschmittelzusatz-Pumpe, insbesondere durch mindestens einen Zumischer,
über mindestens zwei Löschmittelzusatz-Leitungen zugeführt oder zugeleitet wird,
- die Zuführung oder Zuleitung des Löschmittelzusatzes im Bereich, insbesondere in Bezug
auf die Strömungsrichtung kurz vor, der jeweiligen Berieselungs- oder Sprinklereinheit
erfolgt und
- die Löschmittelzusatz-Pumpe den Löschmittelzusatz mittels Überdruck in das Löschmittel
einmischt oder dem Löschmittel zusetzt.
[0054] Dieses Verfahren basiert also auf einer dezentralen Zumischung des Löschmittelzusatzes
in die Löschmittelleitung nahe der Brandstelle, wobei das Zusatzmittel in eigenen
Rohrleitungen geführt wird.
[0055] Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung reduziert dabei zum einen den Zeitraum
bis zur Bereitstellung des Gemisches an der Brandstelle und zum anderen die Probleme
mit dem Rohrleitungsnetz und dem Premix. Darüber hinaus ist das Verfahren für alle
flüssigen Löschmittelzusätze sowie für neue Lösch- oder Berieselungsanlagen wie auch
zur Nachrüstung bestehender Lösch- oder Berieselungsanlagen geeignet.
[0056] Das beschriebene Verfahren ist vorwiegend zum Löschen mindestens eines Brandes und/oder
mindestens eines Feuers, insbesondere mindestens eines Schadenfeuers, und/oder zur
Oberflächenkühlung mittels einer ortsfesten oder teilbeweglichen Löschanlage oder
Berieselungsanlage, insbesondere gemäß DIN 14011-5:1980-05, vorgesehen (hierbei wird
unter einem Brand ein sogenanntes "Schadenfeuer" verstanden, das einen nicht beabsichtigten
Schaden verursacht und/oder seinen bestimmungsgemäßen Ort verlässt, wohingegen ein
sogenanntes "Nutzfeuer" zu keinem Schaden führt und/oder seinen bestimmungsgemäßen
Ort nicht verlässt).
[0057] Dementsprechend betrifft die Erfindung schließlich die Verwendung mindestens eines
Zumischsystems gemäß der vorstehend dargelegten Art und/oder mindestens einer Lösch-
oder Berieselungsanlage gemäß der vorstehend dargelegten Art und/oder eines Verfahrens
gemäß der vorstehend dargelegten Art in mindestens einer bzw. als mindestens eine
ortsfeste oder teilbewegliche Löschanlage oder Berieselungsanlage, insbesondere gemäß
DIN 14011-5:1980-05.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0058] Wie bereits vorstehend erörtert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der
vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu
wird einerseits auf die den Ansprüchen 1 und 6 nachgeordneten Ansprüche verwiesen,
andererseits werden weitere Ausgestaltungen, Merkmale und Vorteile der vorliegenden
Erfindung nachstehend anhand des durch die Figuren 1 bis 4 veranschaulichten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0059] Es zeigt:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Lösch-
oder Berieselungsanlage, die ein erfindungsgemäßes Zumischsystem aufweist und die
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet;
- Fig. 2
- als technische Zeichnung eine ausführlichere Darstellung der Lösch- oder Berieselungsanlage
aus Fig. 1;
- Fig. 3
- in schematischer Darstellung eine beispielhafte Zuordnung der Löschmittelzusatz-Leitungen
zu den Berieselungs- oder Sprinklereinheiten der Lösch- oder Berieselungsanlage aus
den Fig. 1 und 2; und
- Fig. 4
- in diagrammatischer Darstellung die Verteilung der Zumischraten des Löschmittelzusatzes
in Abhängigkeit von der Anzahl der geöffneten Sprinkler der Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
der Lösch- oder Berieselungsanlage aus den Fig. 1 und 2.
[0060] Gleiche oder ähnliche Ausgestaltungen, Elemente oder Merkmale sind in den Figuren
1 bis 4 mit identischen Bezugszeichen versehen.
Bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0061] Zur vereinfachten Darstellung ist das Prinzip der erfindungsgemäßen Merkmale in den
Figuren 1 bis 4 an einer stationären oder ortsfesten Sprinkleranlage 200 dargestellt.
[0062] Das Prinzip der erfindungsgemäßen Merkmale ist aber auch auf andere Löschanlagen,
zum Beispiel auf teilbewegliche Feuerlöschanlagen oder auf Berieselungsanlagen, anwendbar:
- Bei einer teilbeweglichen Löschanlage handelt es sich um eine nicht in allen Teilen
ortsfest installierten Anlage. Eine teilbewegliche Löschanlage wird durch die Zuführung
von Löschmittel 22 und gegebenenfalls durch Zuschaltung geeigneter Geräte betriebsbereit.
Im Allgemeinen fallen unter diesen Anwendungsbereich die sogenannten halbstationären
Feuerlöschanlagen.
- Eine Berieselungsanlage ist eine Anlage, die Löschmittel 22 zur Oberflächenkühlung
abgibt.
[0063] In den Figuren 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel für eine sechsgruppige Sprinkleranlage
200 dargestellt. Diese Sprinkleranlage 200 weist an einer geeigneten Stelle - in den
Figuren 1 und 2 in einer Löschzentrale 60 - folgende Komponenten auf, die der Dosierung
und Beimischung von Löschmittelzusatz 32 dienen:
- einen zentralen Löschmittelzusatz-Behälter 30, nämlich einen Zusatzmitteltank, wobei
aufgrund der technischen Möglichkeiten jeder Vorratsbehälter als Zusatzmitteltank
30 verwendet werden kann, sowie
- für den Löschmittelzusatz 32 einen Zumischer 34,
- der mit drei Löschmittelzusatz-Rohrleitungen 36p1, 36p2, 36p3 verbunden ist,
- dem drei Steuer-/Regeleinheiten 40p1, 40p2, 40p3 zugeordnet sind und
- der über einen Zusatzmittelrücklauf 38 mit dem Zusatzmitteltank 30 verbunden ist.
[0064] Des Weiteren sind in der Zentrale 60 für die Versorgung der Sprinkleranlage 200 mit
Löschmittel 22 folgende Komponenten angeordnet:
- ein zentraler Löschmitteltank oder eine Löschwasserversorgung 20 sowie
- eine Löschmittel-Pumpe 24 in Form einer Sprinklerpumpe, die mit einer zentralen Löschmittelleitung
26z verbunden ist.
[0065] Die zentrale Löschmittelleitung 26z ist über sechs Löschmittelleitungen 26a, 26b,
26c, 26d, 26e, 26f mit sechs Berieseiungs- oder Sprinklereinheiten 10, nämlich sechs
Sprinklergruppen 10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f verbunden. Die Sprinklergruppen 10a,
10b, 10c, 10d, 10e, 10f sind einem Objekt 70, beispielsweise einem Gebäude, zugeordnet.
[0066] Im Objekt 70 verzweigen sich die Löschmittelzusatz-Leitungen oder Zusatzmittelleitungen
36p1, 36p2, 36p3 so, dass jeweils eine Zusatzmittelleitung 36p1 bzw. 36p2 bzw. 36p3
zwei nicht benachbarte, insbesondere (durch Abstand zueinander) räumlich getrennte
und/oder insbesondere (durch jeweils mindestens eine Trennwand 80, 82) baulich getrennte,
Sprinklergruppen 10a, 10d bzw. 10b, 10e bzw. 10c, 10f über jeweils eine Löschmittelzusatz-Leitung
36a, 36d bzw. 36b, 36e bzw. 36c, 36f mit Löschmittelzusatz 32 versorgt.
[0067] Mit Ausnahme der ersten Sprinklergruppe 10a, die von der zweiten Sprinklergruppe
10b durch eine erste Trennwand 80 und von der dritten Sprinklergruppe 10c durch eine
zweite Trennwand 82 baulich getrennt ist, liegt im exemplarischen Falle der Figur
3 eine räumliche Trennung der Sprinklergruppen 10a, 10d bzw. 10b, 10e bzw. 10c, 10f
durch Abstand zueinander vor. Es ist aber in erfindungswesentlicher Weise auch möglich,
die (durch Abstand zueinander bewerkstelligte) räumliche Trennung und die (durch mindestens
eine Trennwand bewerkstelligte) bauliche Trennung alternativ zueinander vorzusehen.
[0068] Dementsprechend bildet
- die Löschmittelzusatz-Leitung 36p1 mit den den beiden Sprinklergruppen 10a, 10d zugeordneten
Löschmittelzusatz-Leitungen 36a, 36d eine Zusatzmittelgruppe 36adp1,
- die Löschmittelzusatz-Leitung 36p2 mit den den beiden Sprinklergruppen 10b, 10e zugeordneten
Löschmittelzusatz-Leitungen 36b, 36e eine Zusatzmittelgruppe 36bep2 und
- die Löschmittelzusatz-Leitung 36p3 mit den den beiden Sprinklergruppen 10c, 10f zugeordneten
Löschmittelzusatz-Leitungen 36c, 36f eine Zusatzmittelgruppe 36cfp3.
[0069] Der Zumischer oder die Dosiereinheit 34 erhält das Zusatzmittel 32 aus dem stationären
oder mobilen Vorratsbehälter 30 und speist dieses Zusatzmittel 32 in das parallel
zum Löschwassernetz 26 (= Löschmittelleitungen 26a, 26b, 26c, 26d, 26e, 26f, 26z)
verlegte Löschmittelzusatz-Netz 36 (= Löschmittelzusatz-Leitungen 36a, 36b, 36c, 36d,
36e, 36f, 36p1, 36p2, 36p3) ein.
[0070] Die Zusatzmittelgruppen 36adp1, 36bep2, 36cfp3 werden so geführt, dass den Sprinklergruppen
10 das Zusatzmittel 32 versetzt zugemischt wird; versetzt bedeutet, dass bei Auslösen
der Löschanlage 200 jeder Sprinklergruppe 10 bis zum Erreichen der jeweiligen Wirkfläche
der Löschanlage 200 exakt eine Zusatzmittelgruppe 36adp1, 36bep2, 36cfp3 zugeordnet
ist. Dies ist notwendig, damit die erforderliche Mindestzumischrate erreicht wird.
[0071] Würden nämlich im Brandfalle mehrere Sprinklergruppen 10 über dieselbe Zusatzmittelgruppe
36adp1, 36bep2, 36cfp3 versorgt, würde sich das Zusatzmittel den hydraulisch günstigeren
Weg suchen, so dass in einer der zwei oder mehr betroffenen Sprinklergruppen 10 keine
oder eine nur eingeschränkte Zumischung erfolgen würde; von der fehlenden oder eingeschränkten
Zumischung betroffen wäre die Sprinklergruppe, in der die geringere bzw. geringste
Anzahl an Sprinklerköpfen geöffnet hätte.
[0072] Die Zusatzmittelleitungen 36 bzw. die Einteilung der Zusatzmittelgruppen 36adp1,
36bep2, 36cfp3 wird daher in Bezug auf das Objekt 70 festgelegt. Ein zu Figur 1 und
Figur 2 passendes Beispiel für ein Objekt 70 kann Figur 3 entnommen werden. Hierbei
sind die vier Sprinklergruppen 10a, 10b, 10c, 10d als Deckensprinkler und die beiden
Sprinklergruppen 10e, 10f als Regalsprinkier ausgebiidet.
[0073] Erfindungsgemäß wird das Zusatzmittel 32 dem Löschmittel 22 somit dezentral zugemischt
(vgl. Figuren 1 und 2). Hierfür sind die Zumischstellen 12a bzw. 12b bzw. 12c bzw.
12d bzw. 12e bzw. 12f, das heißt die Einmündungen der Zusatzmittelleitungen 36a bzw.
36b bzw. 36c bzw. 36d bzw. 36e bzw. 36f in die jeweilige Löschmittelleitung 26a bzw.
26b bzw. 26c bzw. 26d bzw. 26e bzw. 26f möglichst nahe an den einzelnen Sprinklergruppen
10a bzw. 10b bzw. 10c bzw. 10d bzw. 10e bzw. 10f und damit an den Brandherd heran
geführt.
[0074] Ein derartiger Aufbau der Sprinkleranlage 200 ermöglicht es in erfindungswesentlicher
Weise, die Zugabe des Löschmittelzusatzes 32 zentral zu steuern und gleichzeitig den
Löschmittelzusatz 32 dem Löschmittel 22 dezentral zuzumischen.
[0075] Der Zumischer 34 (Dosierpumpe oder Dosiereinheit) für das Zusatzmittel 32 der Löschanlage
200 ist so ausgebildet, dass der Zumischer 34 eine erforderliche Zumischung in die
Löschmittelleitungen 26 ermöglicht. Hierfür eignen sich Pumpen 34p1, 34p2, 34p3 (vgl.
Figur 2), mittels derer das Zusatzmittel 32 unter Druck in die Löschmittelleitung
26 eingebracht werden kann. Geeignet sind zum Beispiel Kolbenpumpen; Pumpen nach dem
Venturi-Prinzip oder andere "passive" Zumischsysteme sind weniger gut geeignet.
[0076] Figur 2 ist entnehmbar, dass die Dosiereinheit oder der Zumischer 34 auf einem hydraulischen
Antrieb 34a basiert. Der Antrieb 34a wird vom Löschwasservolumen der zentralen Löschmittelleitung
26z durchströmt. Die Mechanik im Inneren des Antriebs 34a nutzt entstehende Druckdifferenzen
aus und wandelt diese Druckdifferenzen in eine Hub- und/oder Rotationsbewegung um.
[0077] Des Weiteren ist Figur 2 entnehmbar, dass der Zumischer 34 das Zusatzmittel 32 mittels
dreier, mit dem Antrieb 34a über eine mechanische Kupplung 34k zur Momentübertragung
verbundener Löschmitteladditivpumpen 34p1 bzw. 34p2 bzw. 34p3 aus dem Vorratsbehälter
30 in die Zusatzmittelleitungen 36p1 bzw. 36p2 bzw. 36p3 und von dort mittelbar in
den Löschwasservolumenstrom der Sprinklergruppen 10a, 10d bzw. 10b, 10e bzw. 10c,
10f fördert.
[0078] Die Löschmitteladditivpumpen 34p1, 34p2, 34p3 des Zumischers 34 überwinden in diesem
Zusammenhang die Druckverluste der Saug- und Zumischleitungen 36p1, 36p2, 36p3 und
stellen die zur Zumischung notwendige Druckerhöhung her.
[0079] Darüber hinaus ist der Zumischer 34 in der Lage, jeden Zusatzmittelstrang bzw. jede
Zusatzmittelgruppe 36adp1, 36bep2, 36cfp3 separat einzuspeisen. Um diese Funktionen
zu erfüllen, kann zum Beispiel eine mehrstufige Kolbenpumpe als Zumischer 34 oder
als Löschmittelzusatz-Pumpe 34p1, 34p2, 34p3 verwendet werden.
[0080] Im Allgemeinen reicht die beschriebene Funktionsfähigkeit einer Sprinkleranlage 200
aus, um im Sinne einer geeigneten Brandbekämpfung den Schutzzielen des Brand- und
Feuerschutzes und/oder der Oberflächenkühlung gerecht zu werden. Soll jedoch aus bestimmten
Gründen der Funktionssicherheit der Lösch- oder Berieselungsanlage 200 eine exakte
Zumischrate erreicht werden, können weitere Maßnahmen ergriffen werden.
[0081] Eine exakte Zumischung ist zum Beispiel über folgende zwei Wege erreichbar:
(i) Die einzelnen Zusatzmittelgruppen 36adp1, 36bep2, 36cfp3 erhalten keine festen
Zumischraten, sondern flexible Zumischraten, die über die Durchfiussmenge (und damit
mittelbar über die geöffneten Sprinkler) in der jeweiligen Zusatzmittelgruppe 36adp1,
36bep2, 36cfp3 geregelt werden. Diese Funktion wird in Figur 1 von den mess- und regeltechnischen
Steuerelementen 40p1, 40p2, 40p3 übernommen.
Figur 2 kann entnommen werden, dass diese Regel-/Steuerelemente 40p1 bzw. 40p2 bzw.
40p3 verstellbare Druckbegrenzungsventile mit Dynamik sein können, die den Einlassdruck
der jeweiligen Zusatzmittelleitungen 36p1 bzw. 36p2 bzw. 36p3 durch eine Vorsteuerung
begrenzen. In Abhängigkeit von der Gestaltung der Lösch- oder Berieselungsanlage 200
können diese Regel-/Steuerelemente 40 an mindestens einer geeigneten Stelle im Leitungsnetz
positioniert werden und müssen nicht, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, in der
Nähe des Zumischers 34 angeordnet sein.
(ii)Jede Zusatzmittelgruppe erhält einen eigenen Zumischer 34 mit fest eingestellter
Zumischrate. Verglichen mit Figur 1 bedeutet dies, dass eine geänderte Führung des
Löschwassers 22 in der Löschzentrale 60 zu wählen ist, so dass jeweils eine Zumischergruppe
36adp1, 36bep2, 36cfp3 bzw. zwei Sprinklergruppen 10 einem Zumischer 34 zugeordnet
werden (hier: Sprinklergruppe 10a, 10d bzw. 10b, 10e bzw. 10c, 10f). Insgesamt kommen
so drei Dosiereinheiten zum Einsatz. Im Gegenzug kann in diesem Fall auf die Überdruckventile
40p1 bzw. 40p2 bzw. 40p3 verzichtet werden.
[0082] Auch kann es in Abhängigkeit vom Anlagentyp erforderlich sein, weitere Bauteilkomponenten
einzubauen. So empfiehlt sich beispielsweise der Einbau von Rückschlagventilen 14a
bzw. 14b bzw. 14c bzw. 14d bzw. 14e bzw. 14f mit Federdynamik in den Zusatzmittelleitungen
26a bzw. 26b bzw. 26c bzw. 26d bzw. 26e bzw.26f, insbesondere an den Zumischstellen
12a bzw. 12b bzw. 12c bzw. 12d bzw. 12e bzw. 12f (vgl. Figur 2).
[0083] In Figur 2 sind des Weiteren den mit Federdynamik ausgestatteten Rückschlagventilen
14a bzw. 14b bzw. 14c bzw. 14d bzw. 14e bzw. 14f gegenüberliegend Rückschlagventile
16a bzw. 16b bzw. 16c bzw. 16d bzw. 16e bzw. 16f ohne (Feder-)Dynamik angeordnet.
[0084] Als weitere Einspeisemöglichkeit in die stationäre Sprinkleranlage 200 ist zudem
- ein Absperrventil 42 im Bereich des Abgangs des Löschwassertanks 20 sowie
- ein Absperrventil 44 im Bereich des Abgangs des Zusatzmitteltanks 30 eingebaut (vgl.
Figur 2).
[0085] Im Falle der exemplarischen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung als halbstationäre
Löschanlage dienen die Absperrventile 42, 44 in vorteilhafter Weise funktional zum
Anschluss von Löschmittel(zusatz)behältern.
[0086] Hinsichtlich des zuvor beschriebenen Systems ist abschließend zu bedenken, dass sich
bei der dezentralen Zumischung mit nur einem Zumischer 34 nach den Figuren 1 und 2
unterschiedliche Zumischraten in den einzelnen Sprinklergruppen 10 einstellen, wenn
im Brandfalle mehr als eine Sprinklergruppe 10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f öffnet.
[0087] Hat jeder Kolben der Zumischpumpe 34 etwa eine feste Zumischrate von einem Prozent,
so stellt sich beim Öffnen von zwei Sprinklergruppen 10 (bzw. Zusatzmittelgruppen)
eine Gesamt-Zumischrate von zwei Prozent, bei drei Sprinklergruppen 10 von drei Prozent
usw. ein. Die Zumischrate verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig auf die Sprinklergruppen
10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f, sondern proportional auf die in jeder Sprinklergruppe
10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f geöffneten Sprinklerköpfe.
[0088] Eine beispielhafte Darstellung der sich einstellenden Zumischraten für eine Sprinkleranlage
200 bei Ansprechen mehrerer Sprinklergruppen 10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f mit insgesamt
vierzig Sprinklerköpfen (fiktive maximale Wirkfläche der Sprinkleranlage) kann Figur
4 entnommen werden.
[0089] In Figur 4 ist auf der Rechtsachse die Anzahl aller geöffneten Sprinkler abzüglich
der geöffneten Sprinkler einer, nämlich der zu betrachtenden Nebengruppe dargestellt;
die Hochachse gibt die Zumischrate der betrachteten Nebengruppe in Prozent an. N gibt
die Anzahl der Sprinkler wieder, und H stellt die Hauptgruppe dar. Die Hauptgruppe
ist die Sprinklergruppe, in der die meisten Sprinklerköpfe geöffnet sind. Im Verlauf
eines Brandgeschehens können durch zeitversetztes Öffnen von Sprinklerköpfen in verschiedenen
Sprinklergruppen Haupt- und Nebengruppen variieren bzw. wechseln.
[0090] Wie in Figur 4 zu erkennen ist, wird in jedem Falle eine Überdosierung in den einzelnen
Sprinklergruppen 10a, 10b, 10c, 10d, 10e, 10f einsetzen, so dass die Mindest-Zumischrate
(hier: ein Prozent) nicht unterschritten wird.
Bezugszeichenliste
[0091]
- 100
- Zumischsystem
- 10
- Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere Sprinklergruppe, der Löschanlage
200, nämlich
- 10a
- erste Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere erste Sprinklergruppe, zum
Beispiel erster Deckensprinkler, der Löschanlage 200
- 10b
- zweite Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere zweite Sprinklergruppe, zum
Beispiel zweiter Deckensprinkler, der Löschanlage 200
- 10c
- dritte Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere dritte Sprinklergruppe, zum
Beispiel dritter Deckensprinkler, der Löschanlage 200
- 10d
- vierte Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere vierte Sprinklergruppe, zum
Beispiel vierter Deckensprinkler, der Löschanlage 200
- 10e
- fünfte Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere fünfte Sprinklergruppe, zum
Beispiel erster Regalsprinkler, der Löschanlage 200
- 10f
- sechste Berieselungs- oder Sprinklereinheit, insbesondere sechste Sprinklergruppe,
zum Beispiel zweiter Regalsprinkler, der Löschanlage 200
- 12a
- der ersten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10a zugeordnete Zumischsteile
- 12b
- der zweiten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b zugeordnete Zumischstelle
- 12c
- der dritten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c zugeordnete Zumischstelle
- 12d
- der vierten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10d zugeordnete Zumischstelle
- 12e
- der fünften Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10e zugeordnete Zumischstelle
- 12f
- der sechsten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10f zugeordnete Zumischstelle
- 14a
- der ersten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10a zugeordnetes, insbesondere in der
Löschmittelzusatz-Leitung 36a angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder mit
Feder
- 14b
- der zweiten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b zugeordnetes, insbesondere in
der Löschmittelzusatz-Leitung 36b angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder
mit Feder
- 14c
- der dritten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c zugeordnetes, insbesondere in
der Löschmittelzusatz-Leitung 36c angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder
mit Feder
- 14d
- der vierten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10d zugeordnetes, insbesondere in
der Löschmittelzusatz-Leitung 36d angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder
mit Feder
- 14e
- der fünften Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10e zugeordnetes, insbesondere in
der Löschmittelzusatz-Leitung 36e angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder
mit Feder
- 14f
- der sechsten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10f zugeordnetes, insbesondere in
der Löschmittelzusatz-Leitung 36f angeordnetes Rückschlagventil mit Dynamik und/oder
mit Feder
- 16a
- der ersten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10a zugeordnetes Rückschlagventil ohne
Dynamik und/oder ohne Feder
- 16b
- der zweiten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b zugeordnetes Rückschlagventil
ohne Dynamik und/oder ohne Feder
- 16c
- der dritten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c zugeordnetes Rückschlagventil
ohne Dynamik und/oder ohne Feder
- 16d
- der vierten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10d zugeordnetes Rückschlagventil
ohne Dynamik und/oder ohne Feder
- 16e
- der fünften Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10e zugeordnetes Rückschlagventil
ohne Dynamik und/oder ohne Feder
- 16f
- der sechsten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10f zugeordnetes Rückschlagventil
ohne Dynamik und/oder ohne Feder
- 20
- Löschmittelbehälter, insbesondere Löschmitteltank oder Löschwasserversorgung
- 22
- Löschmittel, insbesondere Löschwasser
- 24
- Löschmittelpumpe, insbesondere Hydropumpe und/oder Sprinklerpumpe
- 26
- Löschmittelleitung oder Löschmittelnetz, nämlich
- 26a
- der ersten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10a zugeordnete Löschmittelleitung
- 26b
- der zweiten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b zugeordnete Löschmittelleitung
- 26c
- der dritten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c zugeordnete Löschmittelleitung
- 26d
- der vierten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10d zugeordnete Löschmittelleitung
- 26e
- der fünften Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10e zugeordnete Löschmittelleitung
- 26f
- der sechsten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10f zugeordnete Löschmittelleitung
- 26z
- zentrale Löschmittelleitung
- 30
- Löschmittelzusatz-Behälter, insbesondere Zusatzmitteltank
- 32
- Löschmittelzusatz
- 34
- Dosiereinheit oder Zumischer
- 34a
- Antrieb, insbesondere Hydromotor mit konstantem Verdrängungsvolumen, der Dosiereinheit
oder des Zumischers 34
- 34k
- Kopplung, insbesondere mechanische Kupplung, zwischen Antrieb 34a und Löschmittelzusatz-Pumpen
34p1, 34p2, 34p3
- 34p1
- erste Löschmittelzusatz-Pumpe der Dosiereinheit oder des Zumischers 34
- 34p2
- zweite Löschmittelzusatz-Pumpe der Dosiereinheit oder des Zumischers 34
- 34p3
- dritte Löschmittelzusatz-Pumpe der Dosiereinheit oder des Zumischers 34
- 36
- Löschmittelzusatz-Leitung oder Löschmittelzusatz-Netz, nämlich
- 36a
- der ersten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10a zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36b
- der zweiten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36c
- der dritten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36d
- der vierten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10d zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36e
- der fünften Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10e zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36f
- der sechsten Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10f zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36p1
- der ersten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p1 zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36p2
- der zweiten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p2 zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36p3
- der dritten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p3 zugeordnete Löschmittelzusatz-Leitung
- 36adp1
- der ersten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p1 zugeordnete Zusatzmittelgruppe
- 36bep2
- der zweiten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p2 zugeordnete Zusatzmittelgruppe
- 36cfp3
- der dritten Löschmitteizusatz-Pumpe 34p3 zugeordnete Zusatzmittelgruppe
- 38
- Löschmittelzusatz-Rücklauf, insbesondere Zusatzmittelrücklauf
- 40p1
- der ersten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p1 zugeordnete, insbesondere in der Löschmittelzusatz-Leitung
36p1 angeordnete Steuer- und/oder Regeleinheit
- 40p2
- der zweiten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p2 zugeordnete, insbesondere in der Löschmittelzusatz-Leitung
36p2 angeordnete Steuer- und/oder Regeleinheit
- 40p3
- der dritten Löschmittelzusatz-Pumpe 34p3 zugeordnete, insbesondere in der Löschmittelzusatz-Leitung
36p3 angeordnete Steuer- und/oder Regeleinheit
- 42
- Absperrarmatur oder Absperrventil des Löschmittelbehälters 20
- 44
- Absperrarmatur oder Absperrventil des LöschmittelzusatzBehälters 30
- 48
- Antrieb, insbesondere Elektromotor oder Verbrennungsmotor, der Löschmittelpumpe 24
- 60
- Löschzentrale
- 70
- Objekt
- 80
- erste Trennwand, insbesondere zwischen erster Berieselungs- oder Sprinklereinheit
10a und zweiter Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10b
- 82
- zweite Trennwand, insbesondere zwischen erster Berieselungs- oder Sprinklereinheit
10a und dritter Berieselungs- oder Sprinklereinheit 10c
- 200
- Lösch- oder Berieselungsanlage, insbesondere Sprinkleranlage oder Feuerlöschanlage
- H
- Hauptgruppe
- N
- Anzahl der geöffneten Sprinkler der betrachteten Nebengruppe
- R
- Strömungsrichtung
1. Zumischsystem (100) zum Zumischen mindestens eines Löschmittelzusatzes (32) zu mindestens
einem Löschmittel (22), aufweisend mindestens eine, insbesondere als Bestandteil oder
in Form mindestens einer Dosiereinheit oder mindestens eines Zumischers (34), ausgebildete
Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2, 34p3),
- die den Löschmittelzusatz (32) mittels Überdruck in mindestens zwei Löschmittelleitungen
(26) einmischt und
- die mit mindestens zwei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten (10) in Verbindung
steht,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2, 34p3) mit jeder der Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
(10) über jeweils mindestens eine Löschmittelzusatz-Leitung (36) verbunden ist und
- dass die jeweilige Löschmittelleitung (26a, 26b, 26c, 26d, 26e, 26f) mit der jeweiligen
Löschmittelzusatz-Leitung (36a, 36b, 36c, 36d, 36e, 36f) im Bereich, insbesondere
in Bezug auf die Strömungsrichtung (R) kurz vor, der jeweiligen Berieselungs- oder
Sprinklereinheit (10) zusammengeführt ist und/oder vereint wird.
2. Zumischsystem gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass im Falle von mindestens drei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten (10)
- mindestens eine der Löschmittelzusatz-Leitungen (36) jeweils mindestens zwei der
Berieselungs- oder Sprinklereinheiten (10) mit der Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1,
34p2, 34p3) verbindet und/oder
- zueinander benachbart liegende Berieselungs- oder Sprinklereinheiten (10) jeweils
unterschiedlichen Löschmittelzusatz-Leitungen (36) zugeordnet sind und/oder
- jeder Berieselungs- oder Sprinklereinheit (10) nicht mehr als eine Löschmittelzusatz-Leitung
(36) zugeordnet ist.
3. Zumischsystem gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Löschmittelzusatz-Leitung (36a, 36b, 36c, 36d, 36e, 36f) mindestens ein insbesondere
mehrstufiges, zum Beispiel zweistufiges, Rückschlagventil (14a, 14b, 14c, 14d, 14e,
14f), vorzugsweise mit Spüleinrichtung, aufweist, das im Bereich, insbesondere in
Bezug auf die Strömungsrichtung (R) kurz vor, der Einmündung der jeweiligen Löschmittelzusatz-Leitung
(36a, 36b, 36c, 36d, 36e, 36f) in die jeweilige Löschmittelleitung (26a, 26b, 26c,
26d, 26e, 26f) angeordnet sein kann.
4. Zumischsystem gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2,34p3)
- den Löschmittelzusatz (32) in jede der Löschmittelzusatz-Leitungen (36) separat
einspeist und/oder
- für eine insbesondere elektronische, hydraulische und/oder mechanische Steuerung
und/oder Regelung der Menge des in die jeweilige Löschmittelzusatz-Leitung (36) einzuspeisenden
Löschmittelzusatzes (32) ausgelegt ist.
5. Zumischsystem gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass jeder Löschmittelzusatz-Leitung (36) mindestens eine Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1,
34p2, 34p3) zugeordnet ist und/oder
- dass die, insbesondere jede, Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2, 34p3) eine fest einstellbare
Menge an Löschmittelzusatz (32) in die jeweilige Löschmittelzusatz-Leitung (36) pumpt.
6. Lösch- oder Berieselungsanlage (200), aufweisend
- mindestens ein Zumischsystem (100) gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
- mindestens einen Löschmittelbehälter (20) zum Speichern des Löschmittels (22),
- mindestens eine Löschmittelpumpe (24), die mit jeder der Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
(10) über jeweils mindestens eine Löschmittelleitung (26) verbunden ist, und
- mindestens einen Löschmittelzusatz-Behälter (30) zum Speichern des Löschmittelzusatzes
(32).
7. Lösch- oder Berieselungsanlage gemäß Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Löschmittelzusatz-Behälter (30) mit den Löschmittelzusatz-Leitungen (36) über
mindestens einen Löschmittelzusatz-Rücklauf (38) verbunden ist und
- dass der Löschmittelzusatz (32) über den Löschmittelzusatz-Rücklauf (38) in den Löschmittelzusatz-Behälter
(30) rückführbar ist.
8. Lösch- oder Berieselungsanlage gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Löschmittelzusatz-Leitungen (36) mindestens eine insbesondere elektronische,
hydraulische und/oder mechanische Steuer- und/oder Regeleinheit (40p1, 40p2, 40p3)
aufweisen, zum Beispiel in Form mindestens eines Druckbegrenzers, der bei Überschreitung
eines Grenz- oder Lieferdrucks den Löschmittelzusatz (32) über den Löschmittelzusatz-Rücklauf
(38) in den Löschmitteizusatz-Behälter (30) zurückleitet.
9. Verfahren zum insbesondere dosierten Einmischen oder Zusetzen mindestens eines Löschmittelzusatzes
(32) zu mindestens einem Löschmittel (22), wobei
- der Löschmittelzusatz (32) mindestens zwei Berieselungs- oder Sprinklereinheiten
(10) durch mindestens eine Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2, 34p3), insbesondere
durch mindestens einen Zumischer (34), über mindestens zwei Löschmittelzusatz-Leitungen
(36) zugeführt oder zugeleitet wird,
- die Zuführung oder Zuleitung des Löschmittelzusatzes (32) im Bereich, insbesondere
in Bezug auf die Strömungsrichtung (R) kurz vor, der jeweiligen Berieselungs- oder
Sprinklereinheit (10) erfolgt und
- die Löschmittelzusatz-Pumpe (34p1, 34p2, 34p3) den Löschmittelzusatz (32) mittels
Überdruck in das Löschmittel (22) einmischt oder dem Löschmittel (22) zusetzt.
10. Verwendung
- mindestens eines Zumischsystems (100) gemäß mindestens einem der Ansprüche 1 bis
5 in mindestens einer ortsfesten oder teilbeweglichen Feuerlösch- oder Berieselungsanlage,
insbesondere gemäß DIN 14011-5:1980-05, und/oder
- einer Lösch- oder Berieselungsanlage (200) gemäß mindestens einem der Ansprüche
6 bis 8 als ortsfeste oder teilbewegliche Feuerlösch- oder Berieselungsanlage, insbesondere
gemäß DIN 14011-5:1980-05, und/oder
- eines Verfahrens gemäß Anspruch 9
-- zum Löschen mindestens eines Brandes und/oder mindestens eines Feuers, insbesondere
mindestens eines Schadenfeuers, und/oder
-- zur Oberflächenkühlung mittels einer ortsfesten oder teilbeweglichen Feueriöschaniage
oder Berieselungsanlage, insbesondere gemäß DIN 14011-5:1980-05.