[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen von Druckfarbe in Farbkästen von
Druckmaschinen, bei dem die Druckmaschine zur Farbversorgung einen Farbkasten aufweist,
dem ein mit Farbdosierelementen zusammenwirkender Farbduktor zugeordnet ist, so dass
Farbzonen zur differenzierten Versorgung der Bedruckstoffe gebildet werden, der Farbbedarf
der Farbzonen oder von Farbzonengruppen ermittelt wird, diese Werte einem Rechner
zugeführt und dort verarbeitet werden, der Rechner dem lokalen Farbbedarf adäquate
Steuerbefehle zur Versorgung der einzelnen Farbzonen oder Farbzonengruppen ausgibt
und eine parallel zum Farbduktor verfahrbare Farbspendeeinrichtung die farbbedürftigen
Farbzonen oder Farbzonengruppen versorgt.
[0002] Aus der DE 23 24 462 C2 ist eine Einrichtung bekannt, durch die der Pegelstand im
Farbkasten einer Druckmaschine auf einem konstanten Niveau gehalten werden kann. Das
konstante Niveau wird angestrebt, um die im Farbkasten vorhandene Druckfarbe gering
halten zu können. Dazu wird ein Farbrührer eingesetzt, der entlang des Farbduktors
bewegt wird. Diese Bewegung erzeugt eine Welle, die von einem oberhalb des Farbrührers
mitlaufenden Taster als Maß für den Pegelstand erfasst wird. Dabei wird die Farbzufuhr
dann gesperrt, wenn der Pegelstand höher als das vorgegebene Niveau ist.
[0003] Diese Lösung soll bewirken, dass ein gleichmäßig niedriges Farbniveau im Farbkasten
gehalten werden kann.
[0004] Es ist aber nicht möglich, die Farbe so zuzuführen, dass die Zuführung der Farbe
in die einzelnen Farbzonen dem Farbbedarf entsprechend erfolgt. Dieses Problem soll
mit der DE 195 12 727 A1 gelöst werden. Hier ist eine Farbkartusche verfahrbar auf
einem Schlitten angeordnet. In Bewegungsrichtung vor der Farbkartusche ist ein mitfahrender
Sensor angeordnet, der den Füllstand zonal detektiert und bei Unterschreitung des
erforderlichen Niveaus einen Steuerbefehl ausgibt. Dieser bewirkt, dass die Farbkartusche
eine entsprechende Farbmenge an die bedürftige Farbzone abgibt.
[0005] Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass bei Auftragsende der Farbkasten nicht
hinreichend leer gedruckt werden kann. Da bedarfsgerecht zudosiert wird, verbleibt
bei Auftragsende ein unebenes Oberflächenprofil mit Bereichen, die infolge ihres geringen
Farbbedarfs Farbanhäufungen aufweisen. Diese Farbanhäufungen können nicht mehr verdruckt
werden und verbleiben im Farbkasten der Druckmaschine.
[0006] Aus der DE 44 24 591 C1 ist eine Vorrichtung zur Zufuhr von Druckfarbe aus einer
Farbspendeeinrichtung bekannt, bei der zum Leeren des Farbkastens am Auftragsende
ein auf die zu verdruckende Produktmenge einstellbarer Vorwahlzähler angeordnet ist.
Dieser ist schaltungstechnisch mit der Farbspendeeinrichtung verbunden. Dadurch kann
vor Auftragssende durch ein Steuersignal in Abhängigkeit von der zu bedruckenden Produktmenge
die Farbzufuhr von der Farbspendeeinrichtung gestoppt werden.
[0007] Auch durch diese Einrichtung ist es infolge des unebenen Oberflächenprofils nicht
möglich, den Farbkasten rückstandsfrei zu leeren.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Einrichtung zu entwickeln,
durch die eine dem Farbbedarf entsprechende zonale Dosierung erfolgen und der Farbkasten
bei Auftragsende oder bei Auftragswechsel weitgehend rückstandsfrei leer gefahren
werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des 1. Anspruchs gelöst. Die Erfindung erfährt
ihre Weiterbildung in den jeweils untergeordneten Ansprüchen.
[0010] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass bei Auftragsende oder
bei Auftragswechsel der Farbkasten nahezu leer gefahren ist. Dadurch entfällt neben
der Einsparung von Farbe die aufwendige manuelle Entleerung des Farbkastens durch
den Drukker.
[0011] Die Erfindung soll nachfolgend an Hand von einem Ausführungsbeispiel näher erläutert
werden. Die Zeichnungen hierzu haben folgende Bedeutung:
- Figur 1
- Schnittdarstellung (Schema) der erfindungsgemäßen Einrichtung mit einer verfahrbaren
Farbkartusche als Farbreservoir.
- Figur 2
- Darstellung der erfindungsgemäßen Einrichtung nach Figur 1 in der Draufsicht.
[0012] Wie aus der Figur 1 hervorgeht, besteht die erfindungsgemäße Einrichtung aus einem
Farbkasten 1, dem ein Farbduktor 2 zugeordnet ist. Der Farbduktor 2 erstreckt sich
über die gesamte Breite des Farbkastens 1 (siehe Figur 2). An der dem Farbduktor 2
zugewandten Seite des Farbkastens 1 ist ein Farbmesser 3 angeordnet, dass in mehrere
Abschnitte 3.1 ... 3.x unterteilt ist (siehe hierzu Figur 2). Diese Abschnitte 3.1
... 3.x realisieren sogenannte Farbzonen. Diesen sind Farbdosierelemente 4 zugeordnet,
die je nach Farbbedarf der entsprechenden Farbzonen den betreffenden Abschnitt des
Farbmesser 3 in einem definierten Abstand zum Farbduktor 2 stellen, so dass über die
Länge des Farbduktor 2 zwischen diesem und dem Farbmesser 3 ein Dosierspalt 5 gebildet
wird.
[0013] Oberhalb des Farbduktors 2 ist eine Traverse 6 angeordnet, die sich parallel zum
Farbduktor 2 erstreckt. Auf der Traverse 6 läuft ein auf dieser verfahrbare Schlitten
7.1, an dem eine Farbspendeeinrichtung 7, hier in Form einer Farbkartusche 7.2, befestigt
ist.
[0014] Die Farbkartusche 7.2 ist mit einem Auslassventil 7.3 versehen, das durch einen nicht
dargestellten Rechner ansteuerbar ist. Durch nicht dargestellte pneumatische Mittel
oder andere geeignete Mittel wird ein konstanter Druck auf das Innere der Farbkartusche
7.2 ausgeübt.
[0015] Zur Überwachung des Füllstandes des Farbkastens 1 ist dem Schlitten 7.1 ein Sensor
8 zugeordnet.
[0016] Mit dieser oben beschriebenen Einrichtung wird gemäß der Erfindung folgendes Verfahren
realisiert:
[0017] Der Farbbedarf der einzelnen Farbzonen wird ermittelt. Das erfolgt, indem dem Rechner
Daten über den laufenden Auftrag eingegeben werden. Diese Daten werden entweder von
einem Plattenscanner eingelesen oder können auch in Form der für den Auftrag bekannten
Vorstufendaten eingegeben werden. Weiterhin werden veränderliche maschinenbezogenen
Daten, wie zum Beispiel die Drehzahl des Farbduktors 2, permanent ermittelt und dem
Rechner zur Verfügung gestellt bzw. werden unveränderliche maschinenbezogene im Speicher
des Rechners abgelegt. Diese Daten werden im Rechner verarbeitet und - dem lokalem
Farbbedarf entsprechende - Steuerbefehle zur Versorgung der einzelnen Farbzonen ausgegeben.
Dabei ist es auch möglich, dass mehrere Farbzonen zu einer Farbzonengruppe zusammengefasst
werden, die dann und im Rechner wie eine Farbzone behandelt wird.
[0018] Die Dosierung geschieht nun auf folgende Weise:
[0019] Mit der Farbkartusche 7.2 wird der Sensor 8 auf der ersten Traverse 6 parallel zum
Farbduktor 2 verfahren. Dieser tastet den Füllstand der einzelnen Farbzonen oder Farbzonengruppen
ab. Wird der Füllstand im Farbkasten 1 in der abgetasteten Farbzone oder Farbzonengruppe
unterschritten, dosiert die Farbkartusche 7.2 eine definitiv festgelegte Menge. Die
Dosierung erfolgt dabei auf dem Farbduktor 2.
[0020] Während des Dosiervorganges wird neben der Höhe des Füllstandes gleichzeitig die
Position der Farbkartusche 7.2 detektiert und an den Rechner übermittelt.
[0021] Über eine bekannte, hier nicht dargestellte Zähleinrichtung wird die Produktmenge
erfasst. Das heißt, die bedruckten Druckbögen werden gezählt und an den Rechner übermittelt.
Gleichzeitig wird der Farbverbrauch ermittelt und ebenfalls dem Rechner zur Verfügung
gestellt. Mit diesen Daten ist der Rechner nunmehr in der Lage, den Farbbedarf pro
Produkteinheit zu ermitteln. Da die auftragsbezogenen Daten bekannt sind, kann der
Rechner unter Einbeziehung der maschinenbezogenen Daten und der insgesamt zu verdruckenden
Produktmenge den Zeitpunkt ermitteln, wann für die Farbzone oder Farbzonengruppe mit
dem geringsten Farbbedarf keine Farbzufuhr bis zum Auftragsende mehr erforderlich
ist. Das heißt, dass in dieser Farbzone oder Farbzonengruppe ausreichend Farbe bis
zu Bedrucken des letzten Druckbogens vorhanden ist. Beim Erreichen dieses Zeitpunktes
wird ein Restdosiervorgang eingeleitet.
[0022] Dieser besteht darin, dass jetzt nur noch diejenigen Farbzonen oder Farbzonengruppen
bedient werden, die die zugeführte Farbe bis zum vorausberechneten Auftragsende noch
verbrauchen können.
[0023] Dabei kann eine Änderung der Dosierzyklen im Restdosiervorgang erforderlich werden.
Das bedeutet, dass die diskrete Menge, die pro Dosiergang in die Farbzone oder Farbzonengruppe
eingebracht wird, verringert wird. In Folge davon muss dann die Anzahl der Dosiergänge
pro Zeiteinheit erhöht werden, um für die Farbzonen mit hohen Farbbedarf den Verbrauch
abzudecken. Die bedürftige Farbzone oder Farbzonengruppe muss häufiger bedient werden,
als das beim Hauptdosiervorgang erforderlich war.
[0024] In einer weiteren Ausführung der Erfindung wird vorgeschlagen, beim Restdosiervorgang
die Maschinengeschwindigkeit, das heißt also die Drehzahl der Eintourenwelle, abzusenken.
Der Druckvorgang erfolgt dann langsamer. Damit kann die Geschwindigkeit der Dosierung
mit den geringen diskreten Farbmengen beibehalten werden, da die Farbversorgungseinrichtung
nunmehr in der Lage ist, die Farbzonen und Farbzonengruppen mit dem höchsten Farbverbrauch
bis zum vorausberechneten Auftragsende mit Farbe zu versorgen.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0025]
- 1
- Farbkasten
- 2
- Farbduktor
- 3
- Farbmesser
- 4
- Farbdosierelement
- 5
- Dosierspalt
- 6
- Erste Traverse
- 7
- Verfahrbare Farbspendeeinrichtung
- 7.1
- Schlitten
- 7.2
- Farbkartusche
- 7.3
- Auslassventil
- 8
- Sensor
1. Verfahren zum Zuführen von Druckfarbe in Farbkästen von Druckmaschinen, wobei die
Druckmaschine zur Farbversorgung einen Farbkasten (1) aufweist, dem ein mit Farbdosierelementen
(3;4) zusammenwirkender Farbduktor (2) zugeordnet ist, so dass Farbzonen zur differenzierten
Versorgung der Bedruckstoffe gebildet werden, der Farbbedarf der Farbzonen oder von
Farbzonengruppen ermittelt wird, diese Werte einem Rechner zugeführt und dort verarbeitet
werden, der Rechner dem lokalen Farbbedarf adäquate Steuerbefehle zur Versorgung der
einzelnen Farbzonen oder Farbzonengruppen ausgibt und eine parallel zum Farbduktor
(2) verfahrbare Farbspendeeinrichtung die farbbedürftigen Farbzonen oder Farbzonengruppen
versorgt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitpunkt ermittelt wird, wann für die Farbzone oder Farbzonengruppe mit dem geringsten
Farbbedarf keine Farbzufuhr bis zum vorausberechneten Auftragsende mehr erforderlich
ist, mit diesem Zeitpunkt ein Restdosiervorgang mit veränderten Dosierzyklen eingeleitet
wird, bei dem den verbleibenden Farbzonen oder Farbzonengruppen weiterhin Farbe zugeführt
wird und die Farbversorgung der betreffenden Farbzonen und Farbzonengruppen eingestellt
wird, wenn deren Farbbedarf bis zum vorausberechneten Auftragsende gedeckt ist.
2. Verfahren zum Zuführen von Druckfarbe in Farbkästen von Druckmaschinen nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass die Produktmenge und der Farbverbrauch während des Druckes erfasst werden, der Farbbedarf
pro Produkteinheit ermittelt und unter Einbeziehung der insgesamt zu verdruckenden
Produktmenge daraus der Zeitpunkt bestimmt wird, an dem die Farbzufuhr zu den Farbzonen
oder Farbzonengruppen mit dem geringsten Farbbedarf unterbunden werden.
3. Verfahren zum Zuführen von Druckfarbe in Farbkästen von Druckmaschinen nach Anspruch
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die diskrete Menge, die pro Dosiergang in die Farbzone oder Farbzonengruppe eingebracht
wird, verringert wird und die Anzahl der Dosiergänge pro Zeiteinheit erhöht werden.
1. Method of feeding printing ink in ink fountains of printing machines, wherein the
printing machine has for the ink supply an ink fountain (1) with which is associated
an ink ductor (2) co-operating with ink metering elements (3; 4), so that inking zones
are formed for differentiated supply to the materials to be printed, the ink requirement
of the inking zones or of inking zone groups is ascertained, these values are fed
to a computer and processed there, the computer issues control commands, which are
adequate for the local ink requirement, for supply of the individual inking zones
or inking zone groups and an ink dispensing device movable parallel to the ink ductor
(2) supplies the inking zones or inking zone groups requiring ink, characterised in that the instant is ascertained when an ink feed, which is for the inking zone or inking
zone group with the smallest ink requirement, up to the precomputed end of application
is no longer required, and a residual metering process with changed metering cycles
is initiated at this instant, in which further ink is fed to the remaining inking
zones or inking zone groups and the ink supply of the inking zones and inking zone
groups concerned is discontinued if the ink requirement thereof up to the precomputed
end of application is covered.
2. Method of feeding printing ink in ink fountains of printing machines according to
claim 1, characterised in that the product quantity and the ink consumption during printing are detected, the ink
requirement per product unit is ascertained and with consideration of the overall
product quantity to printed the instant is determined therefrom at which the ink feed
to the inking zones or inking zone groups with the lowest ink requirement will be
stopped.
3. Method of feeding printing ink in ink fountains of printing machines according to
claim 1 and 2, characterised in that the discrete quantity which is introduced into the inking zone or inking zone group
per metering process is reduced and the number of metering processes per unit of time
is increased.
1. Procédé pour fournir de l'encre à des encriers de machines d'impression selon lequel
la machine d'impression comprend un encrier (1) pour l'alimentation en encre auquel
est associé un ducteur (2) coopérant avec des éléments de dosage d'encre (3, 4) de
façon à former des zones d'encre pour une alimentation différentiée des produits d'impression,
et on détermine le besoin en encre des zones ou des groupes de zones d'encre, on fournit
ces valeurs à un calculateur qui les traite pour fournir des ordres selon le besoin
local d'encre, pour alimenter les différentes zones ou groupes de zones d'encre et
une installation de distribution d'encre, mobile parallèlement au ducteur (2) pour
alimenter les zones ou groupes de zones d'encre ayant besoin d'encre,
caractérisé en ce qu'
on détermine l'instant auquel il n'est plus nécessaire de fournir de l'encre jusqu'à
la fin de la tâche, calculée de manière prévisionnelle à la zone ou au groupe de zones
d'encre ayant le besoin d'encre le plus faible, et à cet instant on lance une procédure
de dosage de résidu avec des cycles de dosage modifiés et aux zones ou groupes de
zones d'encre qui subsistent, on continue de fournir de l'encre et on arrête l'alimentation
en encre des zones ou groupes de zones d'encre concernés lorsque leur besoin d'encre
est couvert jusqu'à la fin de la tâche, prévue par calcul.
2. Procédé d'alimentation d'encre à des encriers de machines d'impression selon la revendication
1,
caractérisé en ce qu'
on saisit la quantité de produits et la consommation d'encre pendant l'impression,
on détermine le besoin d'encre par unité de produit et en tenant compte de la quantité
globale de produits à imprimer, on en déduit l'instant auquel on arrête l'alimentation
en encre des zones ou groupes de zones d'encre ayant le besoin d'encre le plus faible.
3. Procédé d'alimentation en encre d'encriers de machines d'impression selon les revendications
1 et 2,
caractérisé en ce qu'
on diminue la quantité discrète introduite par opération de dosage dans la zone ou
groupe de zones d'encre et on augmente le nombre d'opérations de dosage par unité
de temps.