(19)
(11) EP 1 501 066 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.01.2005  Patentblatt  2005/04

(21) Anmeldenummer: 04004931.4

(22) Anmeldetag:  03.03.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G09F 3/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 25.07.2003 DE 10333908

(71) Anmelder: Hueck Folien GmbH & Co. KG
92712 Pirk (DE)

(72) Erfinder:
  • Haase, Heinrich
    92637 Weiden (DE)

(74) Vertreter: Schneck, Herbert, Dipl.-Phys., Dr. et al
Rau, Schneck & Hübner Patentanwälte Königstrasse 2
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Etikett


(57) Bei einem Etikett für Flaschen und Behälter, insbesondere für den Hals von Flaschen, wie Bierflaschen, bestehend aus einer Folie, insbesondere einer Aluminiumfolie, die mit einer Prägung versehen ist, ist vorgesehen, dass die Prägung eine Mehrzahl zueinander im wesentlichen parallel verlaufender Prägerillen (10) aufweist, wobei diese Prägerillen (10) im wesentlichen senkrecht zu der im aufgebrachten Zustand des Etiketts (6') vertikal verlaufenden Mittel-Längsachse (13) des Etiketts (6') verlaufen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Etikett für Flaschen und Behälter, insbesondere für den Hals von Flaschen, wie Bierflaschen, bestehend aus einer Folie, insbesondere einer Aluminiumfolie, die mit einer Prägung versehen ist.

[0002] Ein derartiges Etikett ist aus EP 1 293 951 A2 bekannt. Bis zu dieser Veröffentlichung bestanden bekannte derartige Etiketten aus einer weichgeglühten Aluminiumfolie mit einer Dicke von beispielsweise 11 µm. Üblicherweise ist die Vorderseite dieser Etiketten mit einer Lackierung, z.B. zur Erzeugung eines goldfarbenen Grundtones, und mit einem Aufdruck, der z.B. die jeweilige Biermarke wiedergibt versehen.

[0003] Um solche dünne Folien handhaben zu können, müssen sie geprägt sein, d.h. eine Oberfläche aufweisen, die strukturiert ist. Durch eine solche herkömmliche vollflächige regelmäßige oder unregelmäßige Prägung wird allerdings die Lesbarkeit kleinerer Schriften erschwert oder grafische Details der Bedruckung werden negativ beeinflusst.

[0004] In neuer Zeit werden für Biere zunehmend sogenannte Langhalsflaschen eingesetzt, welche einen vergleichsweise langen, schlanken Flaschenhals aufweisen. Zur Etikettierung insbesondere solcher Flaschen hat sich metallisiertes oder mit Metallglanzfarben bedrucktes Papier durchgesetzt, welches sich im Gegensatz zu herkömmlichen Aluminiumfolien-Etiketten, welche mit der erwähnten Prägung versehen werden müssen, mit einer durchgehend glatten äußeren Oberfläche realisieren lassen. Solche Etiketten auf Papierbasis lassen sich zwar relativ problemlos stanzen und vereinzeln, sind aber feuchtigkeitsempfindlich, weil die Papiereigenschaften sich unter dem Einfluss von Feuchtigkeit bzw. bei einer nachfolgenden Trocknung verändern. Derartige Etiketten unterliegen auch während der maschinellen Verarbeitung einer Verformung und einer Veränderung der Zellstoff-Faserstruktur, hervorgerufen durch Aufnahme von Wasser z.B. aus dem Klebemedium (Kasein, Stärke oder Kunstharz-Dispersionen). Das Aufquellen und anschließende Schrumpfen während des Abtrocknens würde eine aus Dekorationsgründen aufgebrachte Prägestruktur weitgehend verschwinden lassen.

[0005] Zur Lösung dieser Problematik schlägt die EP 1 293 951 ein Etikett vor, bei welchem die Innenseite einer Aluminiumfolie mit einem strukturierten Aufdruck versehen ist, um hierdurch einerseits die grundsätzlichen Vorteile einer dünnen Aluminiumfolie zu wahren und andererseits eine Vereinzelung bzw. allgemein eine problemlose Verarbeitung zu ermöglichen.

[0006] Ausgehend von diesem bekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Etikett anzugeben, welches zuverlässig und schnell verarbeitbar ist, dabei aber auch noch einen verbesserten Dekorationseffekt, insbesondere Glanzeffekt aufweist.

[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Prägung eine Mehrzahl zueinander im wesentlichen parallel verlaufender Prägerillen aufweist, wobei diese Prägerillen im wesentlichen senkrecht zu der im aufgebrachten Zustand des Etiketts vertikal verlaufenden Mittel-Längsachse des Etiketts verlaufen.

[0008] Hierdurch wird ein helles, glänzendes Erscheinungsbild auch dann erreicht, wenn das Etikett, z.B. bei in einem Kasten stehenden Bierflaschen von oben betrachtet wird und auch der Lichteinfall im wesentlichen von oben her erfolgt.

[0009] Alternativ ist es grundsätzlich auch möglich, Matteffekte dadurch zu erreichen, dass die Prägerillen parallel zur Mittel-Längsachse verlaufen.

[0010] Bei herkömmlichen, keine erfindungsgemäße Prägung aufweisenden Folien-Etiketten wird das von oben kommende Licht nach dem Reflexionsgesetz großteils nach unten reflektiert und gelangt dementsprechend nicht ins Auge des Betrachters, so dass insbesondere aus einem entsprechenden Blickwinkel von oben das Etikett vergleichsweise dunkel erscheint im Vergleich zu einer Betrachtung etwa in Augenhöhe.

[0011] Demgegenüber wird durch die erfindungsgemäße Prägung erreicht, dass die dem Auge des Betrachters zugewandten Seitenwände der Prägerillen das von oben kommende Licht im wesentlichen senkrecht in das Auge des Betrachters zurück reflektieren, wodurch ein erhöhter Helligkeitseindruck erzielt wird.

[0012] Die Prägung kann das Etikett flächig bedecken oder bestimmte Bereiche aussparen, auf welche ein Aufdruck aufgebracht werden kann.

[0013] Die Prägerillen können eine Tiefe von 5 bis 200 µm aufweisen, vorzugsweise beträgt die Tiefe etwa 60 µm.

[0014] Der Abstand der Prägerillen voneinander kann 50 bis 600 µm, vorzugsweise 300 µm betragen.

[0015] Aufgrund der erfindungsgemäßen Prägung sind die damit versehenen Etiketten beim Aufbringen auf den Flaschenhals gut vereinzelbar. Trotzdem kann zusätzlich noch vorgesehen sein, dass die Rück- bzw. Innenseite des Etiketts wenigstens partiell beschichtet ist, um hierdurch eine Art Abstandshalter zu schaffen.

[0016] Die Außenseite des Etiketts kann in an sich bekannter Weise mit einer Lackschicht versehen und/oder bedruckt sein. Vorzugsweise wird ein erfindungsgemäßes Etikett aus einer Aluminiumfolie mit einer Dicke zwischen 6 bis 50 µm realisiert. Im Prinzip können auch Aluminiumverbundfolien eingesetzt werden. Es können ein- oder mehrlagige, auch metallisierte Kunststoff-Folien verwendet werden. Papierhaltige Verbundfolien können im Hinblick auf die eingangs geschilderten Nachteile nur mit Einschränkungen eingesetzt werden.

[0017] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1
eine schematische Darstellung der Lichtverhältnisse an dem Flaschenhals einer Bierflasche mit einem Glanz-Etikett nach dem Stand der Technik und
Fig. 2
eine entsprechende Darstellung der Verhältnisse bei Verwendung eines erfindungsgemäßen Etiketts.


[0018] In der Zeichnung ist schematisch ein Fenster 1 als Lichtquelle dargestellt, wobei das Auge 2 eines Betrachters von oben auf eine beispielsweise in einem Bierkasten befindliche Bierflasche 3 mit einem Flaschenhals 4 und einem Kronkorkverschluss 5 schaut.

[0019] Der Flaschenhals 4 ist mit einem Etikett 6 dekoriert, welches eine glänzende, reflektierende Oberfläche aufweist.

[0020] Die Darstellung veranschaulicht, dass ein vom Fenster 1 kommender repräsentativer Lichtstrahl 7 auf die Oberfläche 8 auftrifft und dort nach den Reflektionsgesetzen so reflektiert wird, dass der reflektierte Strahl 9 nach unten geht. dementsprechend gelangt kein reflektiertes Licht in das Auge 2 des Betrachters und das Etikett erscheint vergleichsweise matt und weist einen geringen Glanz auf. Noch extremer sind die Verhältnisse in der Realität, wenn z.B. ein Bierkasten von einer Deckenleuchte angestrahlt wird.

[0021] In Fig. 2 sind die Lichtverhältnisse grundsätzlich ebenso wie in Fig. 1. Der Flaschenhals 4 ist nun aber mit einem erfindungsgemäßen Etikett 6' versehen, welches eine Mehrzahl parallel zueinander verlaufender Prägerillen 10 aufweist, die voneinander einen Abstand A von 300 µm aufweisen und eine Tiefe T von 60 µm. Die Größenverhältnisse im Vergleich zum Flaschenhals sind zur besseren Veranschaulichung also extrem überhöht dargestellt. Jede Prägerille 10 des aus 11 µm dicker Aluminiumfolie bestehenden Etiketts ist von Seitenflächen 11, 12 begrenzt. Die Prägerillen 10 laufen senkrecht zur Mittel-Längsachse 13 des Etiketts 6' bzw. der Flasche 3.

[0022] Der vom Fenster 1 kommende repräsentative Lichtstrahl 7 trifft nun auf die Seitenfläche 12 der Prägerillen 10 und wird dementsprechend in Form des reflektierenden Strahl 9' nach oben in Richtung des Auges 2 des Betrachters reflektiert, so dass ein im Vergleich zum Stand der Technik auffälliger Glanz-Effekt erreicht wird.


Ansprüche

1. Etikett für Flaschen und Behälter, insbesondere für den Hals von Flaschen, wie Bierflaschen, bestehend aus einer Folie, insbesondere einer Aluminiumfolie, die mit einer Prägung versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägung eine Mehrzahl zueinander im wesentlichen parallel verlaufender Prägerillen (10) aufweist, wobei diese Prägerillen (10) im wesentlichen senkrecht zu der im aufgebrachten Zustand des Etiketts (6') vertikal verlaufenden Mittel-Längsachse (13) des Etiketts (6') verlaufen.
 
2. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägerillen (10) eine Tiefe (T) von 5 bis 200 µm aufweisen.
 
3. Etikett nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe der Prägerillen (10) etwa 60 µm beträgt.
 
4. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Prägerillen (10) voneinander 50 bis 600 µm beträgt.
 
5. Etikett nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Prägerillen (10) ca. 300 µm beträgt.
 
6. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rück- bzw. Innenseite des Etiketts (6') wenigstens partiell beschichtet ist.
 
7. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Etiketts (6') mit einer Lackschicht versehen und/oder bedruckt ist.
 
8. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine Aluminiumfolie insbesondere mit einer Dicke zwischen 6 und 50 µm ist.
 
9. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine Aluminium-Verbundfolie ist.
 
10. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine ein- oder mehrlagige Kunststoff-Folie oder eine metallisierte Kunststoff-Folie ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht