[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Etikett für Flaschen und Behälter, insbesondere
für den Hals von Flaschen, wie Bierflaschen, bestehend aus einer Folie, insbesondere
einer Aluminiumfolie, die mit einer Prägung versehen ist.
[0002] Ein derartiges Etikett ist aus EP 1 293 951 A2 bekannt. Bis zu dieser Veröffentlichung
bestanden bekannte derartige Etiketten aus einer weichgeglühten Aluminiumfolie mit
einer Dicke von beispielsweise 11 µm. Üblicherweise ist die Vorderseite dieser Etiketten
mit einer Lackierung, z.B. zur Erzeugung eines goldfarbenen Grundtones, und mit einem
Aufdruck, der z.B. die jeweilige Biermarke wiedergibt versehen.
[0003] Um solche dünne Folien handhaben zu können, müssen sie geprägt sein, d.h. eine Oberfläche
aufweisen, die strukturiert ist. Durch eine solche herkömmliche vollflächige regelmäßige
oder unregelmäßige Prägung wird allerdings die Lesbarkeit kleinerer Schriften erschwert
oder grafische Details der Bedruckung werden negativ beeinflusst.
[0004] In neuer Zeit werden für Biere zunehmend sogenannte Langhalsflaschen eingesetzt,
welche einen vergleichsweise langen, schlanken Flaschenhals aufweisen. Zur Etikettierung
insbesondere solcher Flaschen hat sich metallisiertes oder mit Metallglanzfarben bedrucktes
Papier durchgesetzt, welches sich im Gegensatz zu herkömmlichen Aluminiumfolien-Etiketten,
welche mit der erwähnten Prägung versehen werden müssen, mit einer durchgehend glatten
äußeren Oberfläche realisieren lassen. Solche Etiketten auf Papierbasis lassen sich
zwar relativ problemlos stanzen und vereinzeln, sind aber feuchtigkeitsempfindlich,
weil die Papiereigenschaften sich unter dem Einfluss von Feuchtigkeit bzw. bei einer
nachfolgenden Trocknung verändern. Derartige Etiketten unterliegen auch während der
maschinellen Verarbeitung einer Verformung und einer Veränderung der Zellstoff-Faserstruktur,
hervorgerufen durch Aufnahme von Wasser z.B. aus dem Klebemedium (Kasein, Stärke oder
Kunstharz-Dispersionen). Das Aufquellen und anschließende Schrumpfen während des Abtrocknens
würde eine aus Dekorationsgründen aufgebrachte Prägestruktur weitgehend verschwinden
lassen.
[0005] Zur Lösung dieser Problematik schlägt die EP 1 293 951 ein Etikett vor, bei welchem
die Innenseite einer Aluminiumfolie mit einem strukturierten Aufdruck versehen ist,
um hierdurch einerseits die grundsätzlichen Vorteile einer dünnen Aluminiumfolie zu
wahren und andererseits eine Vereinzelung bzw. allgemein eine problemlose Verarbeitung
zu ermöglichen.
[0006] Ausgehend von diesem bekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Etikett anzugeben, welches zuverlässig und schnell verarbeitbar ist,
dabei aber auch noch einen verbesserten Dekorationseffekt, insbesondere Glanzeffekt
aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Prägung eine Mehrzahl
zueinander im wesentlichen parallel verlaufender Prägerillen aufweist, wobei diese
Prägerillen im wesentlichen senkrecht zu der im aufgebrachten Zustand des Etiketts
vertikal verlaufenden Mittel-Längsachse des Etiketts verlaufen.
[0008] Hierdurch wird ein helles, glänzendes Erscheinungsbild auch dann erreicht, wenn das
Etikett, z.B. bei in einem Kasten stehenden Bierflaschen von oben betrachtet wird
und auch der Lichteinfall im wesentlichen von oben her erfolgt.
[0009] Alternativ ist es grundsätzlich auch möglich, Matteffekte dadurch zu erreichen, dass
die Prägerillen parallel zur Mittel-Längsachse verlaufen.
[0010] Bei herkömmlichen, keine erfindungsgemäße Prägung aufweisenden Folien-Etiketten wird
das von oben kommende Licht nach dem Reflexionsgesetz großteils nach unten reflektiert
und gelangt dementsprechend nicht ins Auge des Betrachters, so dass insbesondere aus
einem entsprechenden Blickwinkel von oben das Etikett vergleichsweise dunkel erscheint
im Vergleich zu einer Betrachtung etwa in Augenhöhe.
[0011] Demgegenüber wird durch die erfindungsgemäße Prägung erreicht, dass die dem Auge
des Betrachters zugewandten Seitenwände der Prägerillen das von oben kommende Licht
im wesentlichen senkrecht in das Auge des Betrachters zurück reflektieren, wodurch
ein erhöhter Helligkeitseindruck erzielt wird.
[0012] Die Prägung kann das Etikett flächig bedecken oder bestimmte Bereiche aussparen,
auf welche ein Aufdruck aufgebracht werden kann.
[0013] Die Prägerillen können eine Tiefe von 5 bis 200 µm aufweisen, vorzugsweise beträgt
die Tiefe etwa 60 µm.
[0014] Der Abstand der Prägerillen voneinander kann 50 bis 600 µm, vorzugsweise 300 µm betragen.
[0015] Aufgrund der erfindungsgemäßen Prägung sind die damit versehenen Etiketten beim Aufbringen
auf den Flaschenhals gut vereinzelbar. Trotzdem kann zusätzlich noch vorgesehen sein,
dass die Rück- bzw. Innenseite des Etiketts wenigstens partiell beschichtet ist, um
hierdurch eine Art Abstandshalter zu schaffen.
[0016] Die Außenseite des Etiketts kann in an sich bekannter Weise mit einer Lackschicht
versehen und/oder bedruckt sein. Vorzugsweise wird ein erfindungsgemäßes Etikett aus
einer Aluminiumfolie mit einer Dicke zwischen 6 bis 50 µm realisiert. Im Prinzip können
auch Aluminiumverbundfolien eingesetzt werden. Es können ein- oder mehrlagige, auch
metallisierte Kunststoff-Folien verwendet werden. Papierhaltige Verbundfolien können
im Hinblick auf die eingangs geschilderten Nachteile nur mit Einschränkungen eingesetzt
werden.
[0017] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Lichtverhältnisse an dem Flaschenhals einer Bierflasche
mit einem Glanz-Etikett nach dem Stand der Technik und
- Fig. 2
- eine entsprechende Darstellung der Verhältnisse bei Verwendung eines erfindungsgemäßen
Etiketts.
[0018] In der Zeichnung ist schematisch ein Fenster 1 als Lichtquelle dargestellt, wobei
das Auge 2 eines Betrachters von oben auf eine beispielsweise in einem Bierkasten
befindliche Bierflasche 3 mit einem Flaschenhals 4 und einem Kronkorkverschluss 5
schaut.
[0019] Der Flaschenhals 4 ist mit einem Etikett 6 dekoriert, welches eine glänzende, reflektierende
Oberfläche aufweist.
[0020] Die Darstellung veranschaulicht, dass ein vom Fenster 1 kommender repräsentativer
Lichtstrahl 7 auf die Oberfläche 8 auftrifft und dort nach den Reflektionsgesetzen
so reflektiert wird, dass der reflektierte Strahl 9 nach unten geht. dementsprechend
gelangt kein reflektiertes Licht in das Auge 2 des Betrachters und das Etikett erscheint
vergleichsweise matt und weist einen geringen Glanz auf. Noch extremer sind die Verhältnisse
in der Realität, wenn z.B. ein Bierkasten von einer Deckenleuchte angestrahlt wird.
[0021] In Fig. 2 sind die Lichtverhältnisse grundsätzlich ebenso wie in Fig. 1. Der Flaschenhals
4 ist nun aber mit einem erfindungsgemäßen Etikett 6' versehen, welches eine Mehrzahl
parallel zueinander verlaufender Prägerillen 10 aufweist, die voneinander einen Abstand
A von 300 µm aufweisen und eine Tiefe T von 60 µm. Die Größenverhältnisse im Vergleich
zum Flaschenhals sind zur besseren Veranschaulichung also extrem überhöht dargestellt.
Jede Prägerille 10 des aus 11 µm dicker Aluminiumfolie bestehenden Etiketts ist von
Seitenflächen 11, 12 begrenzt. Die Prägerillen 10 laufen senkrecht zur Mittel-Längsachse
13 des Etiketts 6' bzw. der Flasche 3.
[0022] Der vom Fenster 1 kommende repräsentative Lichtstrahl 7 trifft nun auf die Seitenfläche
12 der Prägerillen 10 und wird dementsprechend in Form des reflektierenden Strahl
9' nach oben in Richtung des Auges 2 des Betrachters reflektiert, so dass ein im Vergleich
zum Stand der Technik auffälliger Glanz-Effekt erreicht wird.
1. Etikett für Flaschen und Behälter, insbesondere für den Hals von Flaschen, wie Bierflaschen,
bestehend aus einer Folie, insbesondere einer Aluminiumfolie, die mit einer Prägung
versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägung eine Mehrzahl zueinander im wesentlichen parallel verlaufender Prägerillen
(10) aufweist, wobei diese Prägerillen (10) im wesentlichen senkrecht zu der im aufgebrachten
Zustand des Etiketts (6') vertikal verlaufenden Mittel-Längsachse (13) des Etiketts
(6') verlaufen.
2. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägerillen (10) eine Tiefe (T) von 5 bis 200 µm aufweisen.
3. Etikett nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe der Prägerillen (10) etwa 60 µm beträgt.
4. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Prägerillen (10) voneinander 50 bis 600 µm beträgt.
5. Etikett nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Prägerillen (10) ca. 300 µm beträgt.
6. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rück- bzw. Innenseite des Etiketts (6') wenigstens partiell beschichtet ist.
7. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Etiketts (6') mit einer Lackschicht versehen und/oder bedruckt
ist.
8. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine Aluminiumfolie insbesondere mit einer Dicke zwischen 6 und 50 µm ist.
9. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine Aluminium-Verbundfolie ist.
10. Etikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine ein- oder mehrlagige Kunststoff-Folie oder eine metallisierte Kunststoff-Folie
ist.