(19)
(11) EP 1 259 210 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.07.2005  Patentblatt  2005/27

(21) Anmeldenummer: 01929393.5

(22) Anmeldetag:  02.03.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A61K 6/00, A47K 7/02, D03D 27/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2001/002393
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2001/064162 (07.09.2001 Gazette  2001/36)

(54)

TEXTILE HAUTREINIGUNGSVORRICHTUNG

TEXTILE SKIN CLEANING DEVICE

DISPOSITIF TEXTILE DE NETTOYAGE DE LA PEAU


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR

(30) Priorität: 03.03.2000 DE 10010162

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.11.2002  Patentblatt  2002/48

(73) Patentinhaber:
  • KOHLRUSS, Gregor
    D-46325 Borken (DE)
  • WIESNER, Hubert
    D-46354 Südlohn (DE)
  • Griebe, Oliver
    46414 Rhede (DE)

(72) Erfinder:
  • KOHLRUSS, Gregor
    D-46325 Borken (DE)
  • WIESNER, Hubert
    D-46354 Südlohn (DE)
  • Griebe, Oliver
    46414 Rhede (DE)

(74) Vertreter: Behrendt, Arne, Dipl.-Ing. 
Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte Huestrasse 23(Westfalenbankgebäude)
44787 Bochum
44787 Bochum (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 19 839 505
US-A- 5 439 487
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Hautreinigungsvorrichtung aus textilem Gebilde, die besonders auf die Reinigungsbedürfnisse fettiger Haut und Mischhaut abgestimmt ist.

    [0002] Zur Reinigung fettiger, unreiner Haut ist es üblich, Einwegartikel aus Vliesmaterial zu verwenden, welche mit hautreinigungs- oder hautpflegeaktiven Substanzen getränkt werden oder fertig getränkt angeboten werden. Die hautreinigungsaktiven Substanzen, in der Regel Hautreinigungslotion oder Hautreinigungswasser dienen dabei zur Anlösung der auf der Hautoberfläche befindlichen Schmutzpartikel, abgeschilferter Hautschüppchen sowie Hauttalg, welche dann mechanisch mit Hilfe der Einwegvliesartikel von der Haut abgetragen werden. Auch ist die Verwendung herkömmlicher textiler Waschlappen bekannter Stand der Technik, wie z.B. in der Offenlegungsschrift DE-A1-198 39 505. Da die Hautreinigung auf Basis von Wasser und dieser herkömmlichen Waschlappen nicht ausreichend für die Pflege fettiger Haut ist, werden üblicherweise zusätzlich Hautreinigungsdetergentien eingesetzt, um den Hauttalg und Schmutzpartikel zu binden und in Kombination mit der mechanischen Abriebwirkung des textilen Waschlappens die Hautreinigung herbeizuführen.

    [0003] Da es folglich bei den im Stand der Technik bekannten Methoden zur Hautreinigung unabdingbar ist, Einweg- bzw. Verbrauchsartikel einzusetzen, ist die Reinigung insbesondere problematischer, fettiger Haut mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Weiterhin ist der Abbau der meist synthetischen Hautreinigungsdetergentien aber auch zumindest einiger Bestandteile der Hautreinigungslotionen und -wasser nicht unproblematisch, so daß ihre Verwendung wasser- und somit umweltbelastend ist.

    [0004] Überdies weisen die hierbei verwendeten Detergentien, Lotionen oder Wasser potentielle Allergene auf, so daß sich bei diesbezüglich empfindlichen Menschen Allergien und allergische Reaktionen einstellen können.

    [0005] Ein weiterer Problemkreis ist die häufig vorkommende Überverwendung von Detergentien, Lotionen und Hautreinigungswassern, wobei in dem Bedürfnis, reine und normale Haut zu erhalten, oftmals beliebige Kombinationen dieser Reinigungssubstanzen im Übermaß eingesetzt werden. So wird die Haut häufig zunächst mit Wasser und einem Hautreinigungsdetergens vorgereinigt und anschließend mit Reinigungswasser und Gesichtslotion nachgereinigt. Dies stellt eine große Belastung für die Haut dar, so daß es infolge zur Störung des pH-Gleichgewichtes der Haut und mechanischer Überbeanspruchung kommt, so daß die Haut schutzlos gegenüber Umwelteinflüssen und invadierenden Mikroorganismen ist. Das Resultat ist häufig ein nicht verbessertes sondern verschlechtertes Hautbild. Insbesondere dadurch, daß die übermäßige Fettablösung zu einer gesteigerten Talgproduktion durch die Talgdrüsen der Haut führt, kann es schlimmstenfalls zu schweren Störungen des Hautbildes wie beispielsweise Akne kommen.

    [0006] Angesichts der mit der Verwendung von Detergentien, Lotionen oder Hautreinigungswassern einhergehenden Problematik und hinsichtlich der Tatsache, daß die sich im Stand der Technik befindenden herkömmlichen textilen Waschgebilde wie Waschlappen nicht ausreichend sind, fettige Haut ohne die Verwendung zusätzlicher hautreinigender Verbrauchsmaterialien befriedigend zu reinigen, ist es Aufgabe der Erfindung, eine textile Reinigungsvorrichtung für die Haut bereitzustellen, welche in Verbindung mit Wasser ausreichend ist, fettige Haut weitestgehend ohne die Verwendung zusätzlicher reinigender Verbrauchsmaterialien zu reinigen.

    [0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung eine Hautreinigungsvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 vor.

    [0008] Da bei Verwendung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung weitestgehend auf den Einsatz hautreinigender Verbrauchsmaterialien verzichtet werden kann und die Vorrichtung selbst auswaschbar und vielfach wiederverwendbar ist, weist die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung gegenüber dem Stand der Technik erhebliche Kostenvorteile auf. Ihre Verwendung kommt überdies dem Schutz der Umwelt zugute. Weiterhin werden durch Hautreinigungschemikalien vermittelte Hautirritationen vermieden, da der Säureschutzmantel der Haut erhalten bleibt und zudem das Risiko allergischer Reaktionen minimiert wird.

    [0009] Die lipophilen Fasern sind als extrem feine Mikrofasern ausgebildet, welche geeignet sind, aufgrund ihrer sehr geringen Durchmesser eine besonders große Reinigungsoberfläche zur Verfügung zu stellen und somit die Reinigungswirkung verstärken.

    [0010] Dabei ist die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung mit einem äußerst dichten Faserbesatz mit 30.000 bis 300.000 Fasern pro cm2 ausgerüstet. Durch die hohe Dichte des Mikrofaserbesatzes stellt die erfindungsgemäße textile Hautreinigungsvorrichtung eine extrem große aktive Oberfläche bereit, was ihr, verstärkt durch die Lipophilie der Mikrofasern eine besonders hohe Fettabsorptionskapazität verleiht.

    [0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das textile Gebilde der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung zumindest teilweise als Polstoff ausgebildet. Diese Ausführungsform besitzt den Vorteil, daß die aus der Ebene des Trägermaterials ragenden Polfäden sich besonders für die Reinigung der Poren und anderer Hautunebenheiten eignen. Dabei sind wiederum Materialien mit einer gewissen Rückstellfähigkeit besonders bevorzugt, die sich in der Pore aufrichten und den dort sitzenden Talg aufnehmen. Die Polfasern rufen bei Verwendung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung außerdem einen Mikromassageeffekt hervor, der sich günstig auf die Durchblutung der Haut auswirkt.

    [0012] Damit der Polfaser-Flor bei Flüssigkeitseinwirkung nicht an Volumen verliert, sind die Mikrofilamente der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung vorzugsweise gekräuselt ausgebildet, was ihrer Flüssigkeitsaufnahmefähigkeit ebenfalls zugute kommt.

    [0013] Für die Ausbildung einer möglichst großen aktiven Oberfläche ist es weiterhin von Vorteil, daß die Mikrofasern der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung gezwimt sind und eine eine Zwirnfeinheit zwischen 330 und 960 dtex aufweisen.

    [0014] Hinsichtlich der Ausbildung einer besonders reinigungsaktiven aber nicht zu strapazierenden Hautreinigungsoberfläche empfiehlt sich zur Ausbildung der Mikrofasern die Verwendung von Mikrofilamenten, welche aus einem oder mehreren der folgenden Materialien bestehen: Polyvinylalkohol+ (PVA+), Polypropylen (PP), Viskose, Polyester (PES), Polyamid (PA) und /oder Polyacrylnitril (PAN). Diese Fasern weisen ausgezeichnete Flüssigkeitsaufnahmekapazitäten auf, was der Absorptionsfähigkeit der Hautreinigungsvorrichtung zugute kommt. Andererseits sind Mikrofasern aus diesen Materialien selbst sehr strapazierfähig und strapazieren dennoch die zu reinigende Hautoberfläche nicht übermäßig.

    [0015] Zweckmäßig ist eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung, welche zusätzlich Bürstenfasern hoher Steifigkeit enthält. Die Bürstenfasern führen bei Verwendung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung einen Peeling-Effekt herbei, der die Ablösung abgestorbener Hautschüppchen erleichtert, so daß die Poren nicht verstopfen und der Talg ungehindert abfließen kann.

    [0016] Um eine gute Peeling-Wirkung zu erreichen, ist es von Vorteil, daß die Bürstenfasern eine Zwirnfeinheit von 167 dtex oder mehr, vorzugsweise zwischen 220 bis 1500 dtex aufweisen. Der Einsatz von Bürstenfasern, die Polyester (PES) und/oder Polyvinylchlorid (PVC) und/oder Polycarbonat (PC) und/oder Polyamid (PA) und/oder grobe Naturfasern enthalten, kommt diesem Zwecke ebenfalls zugute.

    [0017] Der Einsatz von Bürstenfasern aus Multifilamentgarn bewirkt eine gute Einbindung der Bürstenfasern in die Gesamtheit des Polgewebes, überdies tragen die feinen Mikrofilamente des Multifilamentgams zur weiteren Erhöhung der aktiv reinigenden Oberfläche der Hautreinigungsvorrichtung bei. Die Bürstenfasern stehen vorzugsweise stachelartig aus der Ebene des Trägermaterials heraus oder erheben sich aus dieser bogenformig und enden wieder in ihr.

    [0018] Vorteilhaft hinsichtlich der Voluminösität des Polgewebes und hinsichtlich eines guten Peeling-Effektes ist auch die Verwendung gekräuselter Bürstenfasern.

    [0019] Zur Kombination einer hohen Fettabsorptionskapazitat mit guter mechanischer Peeling-Wirkung auf derselben Fläche der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung empfiehlt sich die Bestückung mit einem Mikrofaserbesatz von zwischen 80.000 bis 120 000 Fasern pro cm2, welcher von Bürstenfasern in einer Dichte von 50 bis 1000 und vorzugsweise 300 bis 500 Fasern pro cm2 durchsetzt ist.

    [0020] Die Ausbildung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung mit Burstenfasern, welche über den Besatz an Mikrofasern herausragen, ist zweckmäßig, wenn ein besonders hoher Peeling-Effekt erreicht werden soll. Bei Einsatz gekräuselter Mikrofasern und/oder Bürstenfasern kann dies beispielsweise dadurch erreicht werden, daß die Bürstenfasern weniger stark gekräuselt sind als die Mikrofasern oder aber unterschiedlich lange Bürsten- und Mikrofasern eingesetzt werden.

    [0021] Die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung ist vorzugsweise als Handschuh, Pad, Lappen oder Waschlappen ausgebildet. Der Waschhandschuh kann dabei ein Handschuh sein, welcher sich um die gesamte Handfläche fügt oder aber auch kleiner ausgestaltet sein. So kann die Ausbildung als Handschuh, der sich lediglich um den Bereich von Zeige- bis kleinen Finger fügt und den Daumen freiläßt, ebenso vorteilhaft sein, um gezielt kleine definierte Areale wie beispielsweise den Augenbereich zu reinigen.

    [0022] Die textilen Flächenbestandteile der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung sind dabei vorzugsweise mit einer oder mehren Pelznähten von außen zusammengefügt. Dieses Verfahren eignet sich deshalb, weil es technisch unaufwendig die Zusammenfugung von der späteren Benutzerseite ermöglicht und bei Verwendung der Hautreinigungsvorrichtung auf der Haut kaum spurbar ist. Dabei werden bei Verwendung von Polstoff und Ausgestaltung als Pad, zweiseitig nutzbarer Waschlappen oder als Handschuh die einzelnen Flächenbestandteile mit den Polfäden nach außen aneinandergefügt und vorzugsweise von außen mittels Pelznaht vernäht (wobei bei Ausgestaltung als Waschhandschuh eine Einführöffnung für die Hand bzw. einige Finger ausgespart gelassen wird).

    [0023] Zur Reinigung der empfindlichen Augenpartien von Make-up Resten etc. ist dabei die Verwendung einer als Pad oder kleiner, den Daumen aussparender Waschlappen ausgestalteten erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung besonders geeignet. Diese Vorrichtungen weisen dabei vorzugsweise eine Mikrofaserdichte von 100.000 pro cm2 auf, um die starken Verunreinigungen sicher zu entfernen. Die Einbringung von Bürstenfasern ist dabei nicht von Vorteil, da diese die empfindliche Augenpartie zu stark reizen würden.

    [0024] Besonders zweckmäßig ist weiterhin die Ausbildung der erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung als Handschuh oder Lappen, der nur stellenweise, vorzugsweise auf einer Seite mit Bürstenfasern einer Dichte zwischen 300 bis 500 pro cm2 ausgerüstet ist, wobei die davon abgewandte Seite keine Bürstenfasern aufweist. In einer besonders vorteilhaften Ausbildung des erfindungsgemäßen Lappens oder Handschuhs sind dabei zwei Lagen einseitigen Polstoffs mit den Polfäden nach außen aneinandergefügt, wobei eine der Lagen lipophile Mikrofasern einer Dichte von 30.000 bis 300.000 pro cm2 enthält und mit Bürstenfasern einer Dichte zwischen 50 bis 500 pro cm2 ausgerüstet ist. Die andere Lage enthält dabei vorzugsweise Bürstenfasern in geringerer Dichte oder gar keine Bürstenfasern. Diese Ausbildung erlaubt es dem Benutzer, den Einsatz von Peeling- und Reinigungsfunktion abgestimmt auf die Bedürfnisse seiner Haut unabhängig voneinander und individuell zu dosieren.

    [0025] Durch ihre hohe Fettabsorptionskapazität und die Peeling-Eigenschaften ist die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung hervorragend für Verfahren zur Reinigung fettiger Haut geeignet.

    [0026] Die Eigenschaften der Haut, insbesondere der Gesichtshaut unterliegen jedoch in Folge von jahreszeitenbedingten Temperaturschwankungen, Hautalterungsprozessen oder hormonellen Schwankungen ständigen Veränderungen. Überdies weisen die verschiedenen Gesichtszonen häufig einen unterschiedlich hohen Fettgehalt auf. Um den damit einhergehenden Ansprüchen der Haut Rechnung zu tragen, kann die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung in einer Ausgestaltung mindestens ein Areal zur Reinigung trockener bzw. normaler Haut enthalten. Das bei dieser Ausbildung eingefügte Areal weist hinsichtlich Fettabsorption und mechanischem Abrieb Eigenschaften auf, die den Anfordernissen trockener, empfindlicher Haut genügen. Zur Ausbildung dieses Areals wird vorzugsweise ein textiles Flächengebilde eingesetzt, welches im Vergleich zur Hautreinigungsvorrichtung für fettige Haut eine geringere Dichte an Fasern und insbesondere Mikrofasern aufweist, die ebenso wie die sie bildenden Mikrofilamente im Vergleich zur Reinigungsvorrichtung für fettige Haut einen größeren Durchmesser aufweisen. Das Areal weist überdies keine Bürstenfasern auf, sondern kann Fasern und insbesondere Mikrofasern enthalten, welche lipophob ausgerüstet sind und ist daher ideal an die Bedürfnisse trockener Haut angepaßt.

    [0027] In dieser Ausgestaltung eignet sich die erfindungsgemäße Hautreinigungsvorrichtung insbesondere für die Reinigung von Mischhaut oder normaler Haut. Ebenso kann allerdings eine Kombination von einer erfindungsgemäßen Hautreinigungsvorrichtung für fettige bzw. Mischhaut mit einer Hautreinigungsvorrichtung für trockene bzw. normale Haut verwendet werden.

    [0028] Die Erfindung soll im Folgenden anhand von Beispielen näher erläutert werden:

    Beispiel 1:



    [0029] In einem Beispiel ist die Hautreinigungsvorrichtung als Waschhandschuh ausgestaltet, welcher aus Polgewebe besteht. Die eine Seite des Waschhandschuhs ist als waschaktive Seite ausgebildet und enthält ein Polgewebe mit einer Mikrofaserdichte von 100.000 Fasern pro cm2 in einer Zwirnfeinheit von 600 dtex Die Mikrofasern enthalten Mikrofilamente aus Polyester (PES), die gekräuselt ausgebildet sind und einen Titer von 0,5 dtex aufweisen. Die besondere Feinheit der verwendeten Mikrofasern und der sie bildenden Mikrofilamente sowie das zur Ausbildung der Mikrofilamente verwendete Material verleihen der waschaktiven Seite des Hautreinigungswaschlappens eine besonders hohe Fettabsorptionskapazität.

    [0030] Die andere Seite des Hautreinigungswaschlappens enthält ein Polgewebe mit einem Besatz an Bürstenfasern in hoher Dichte. Die Bürstenfasern weisen eine Zwirnfeinheit von 200 dtex auf und bestehen aus Polyamid (PA), was ihnen eine hohe Steifigkeit und Rückstellfähigkeit verleiht. Die Bürstenfasern sind in einen Flor von Mikrofasern einer Dichte von 500 pro cm2 eingebettet, welche stärker gekräuselt sind, als die Bürstenfasern selbst, so daß die Bürstenfasern über den Flor an Mikrofasern hinausstehen und sich ein besonders hoher Peeling-Effekt ergibt

    [0031] Die Verwendung eines solchen Waschlappens ermoglicht die individuelle Abstimmung von Reinigungsaktivität einerseits und Peeling-Aktivität andererseits durch den Benutzer.

    Beispiel 2:



    [0032] In diesem Beispiel ist die Hautreinigungsvorrichtung ebenfalls als Waschhandschuh ausgebildet, dessen eine Seite die Peeling-Seite darstellt. Die andere Seite des Hautreinigungshandschuhs ist als waschaktive Seite ausgebildet, welche zwei farblich unterschiedlich gekennzeichnete Felder enthält. Das eine Feld besteht aus Polgewebe hoher Fettabsorptionskapazität mit einem Besatz von Mikrofasern einer Zwirnfeinheit von 500 dtex aus Polypropylen-Mikrofilamenten eines Titers von 0,03 dtex, die in einer Dichte von 200.000 Mikrofasern pro cm2 angeordnet sind. Das andersfarbig gekennzeichnete Areal der waschaktiven Seite des Waschhandschuhs besteht aus Polgewebe, welches an die Erfordernisse trockener Haut angepaßt ist. Es enthält Mikrofasern einer Zwirnfeinheit von 700 dtex in einer Dichte von 70.000 Mikrofasern pro cm2. 30 % der Mikrofasern bestehen aus Polyacrylnitril Mikrofilamenten, welche durch Teflonummantelung fettabweisend ausgerüstet sind. Die restlichen 70 % der Mikrofasern bestehen aus Viskose-Mikrofilamenten eines Titers von 0,3 dtex und weisen eine Zwirnfeinheit von 330 dtex auf.

    [0033] Durch die mit unterschiedlichen Reinigungseigenschaften ausgestatteten Reinigungsareale ermoglicht der Hautreinigungshandschuh die optimale Reinigung von Mischhaut oder von Haut, deren Eigenschaften sich, abhangig vom Hormonspiegel zwischen den Attributen fettig bis trocken bewegen. Die farbige Kennzeichnung der unterschiedlichen Reinigungsareale dient zur einfachen Onentierung des Benutzers, so daß er die Verwendung des Hautreinigungswaschlappens problemlos auf seine individuellen Bedürfnisse abstimmen kann

    Beispiel 3:



    [0034] In einem weiteren Beispiel ist die Hautreinigungsvorrichtung als Pad ausgebildet, welches aus zwei Lagen rund zugeschnittenem einseitigem Polstoff besteht. Die Lagen sind "Rücken an Rücken" aneinandergefügt, so daß die Polfasern zu beiden Seiten des Pads nach außen ragen. Vernäht sind die zwei Lagen mittels einer Pelznaht von außen, welche technisch einfach auszuführen ist, unauffällig und die Haut bei der Reinigung mit dem Pad nicht reizt. Dies ist besonders wichtig, da die Haut um die Augenpartie sehr empfindlich ist. Die beiden Lagen Polstoff haben eine Faserdichte von 200.000 Fasern pro cm2 und enthalten keine Bürstenfasern. Die Fasern sind als Mikrofasern einer von 500 dtex aus Polypropylen-Mikrofilamenten eines Titers von 0,03 dtex ausgebildet.

    [0035] Diese Ausgestaltung eignet sich besonders gut zur Reinigung der empfindlichen Augenpartie von Make-up Resten etc., weil sie durch den dichten Besatz mit Mikrofasern geringen Titers und geringen Mikrofilamentdurchmessers eine besonders hohe lipophile Reinigungsoberfläche zur Verfügung stellt, die eine hohe Aufnahmefahigkeit für Verunreinigungen aufweist, die Haut aber nicht reizt


    Ansprüche

    1. Hautreinigungsvorrichtung aus einem textilen Gebilde, insbesondere in Form eines Waschlappens, eines Waschhandschuhs oder eines Pads, welches zumindest teilweise mit einem Besatz aus Mikrofasern versehen ist, dadurch gekennzeichnet , daß die Mikrofasern des Besatzes einen Titer von 0,05 dtex bis unter 1,0 dtex, eine Faserdichte von 30.000 bis 300.000 Fasern pro cm2 und eine lipophile Wirkung haben.
     
    2. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Gebilde als Polstoff ausgebildet ist
     
    3. Hautreinigungsvorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofasern gekräuselt ausgebildet sind.
     
    4. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofasern mit einer Zwirnfeinheit von 330 bis 960 dtex gezwirnt sind.
     
    5. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofasern Mikrofilamente aus einem oder mehreren der nachfolgenden Materialien enthalten: Polypropylen (PP), Viskose, Polyacrylnitril (PAN), Polyvinylalkohol+ (PVA+), Polyester (PES), Polyamid (PA).
     
    6. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Besatz des textilen Gebildes zusätzlich Bürstenfasern hoher Steifigkeit enthält.
     
    7. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern eine Zwirnfeinheit von 167 dtex oder mehr, vorzugsweise zwischen 220 bis 1500 dtex aufweisen.
     
    8. Hautreinigungsvorrichtung nach den Ansprüchen 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern Polyester (PES) und/oder Polyvinylchlorid (PVC) und/oder Polycarbonat (PC) und/oder Polyamid (PA) und/oder grobe Naturfasern enthalten.
     
    9. Hautreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern aus einem Multifilamentgarn bestehen.
     
    10. Hautreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern stachelartig aus der Ebene des Trägermaterials herausstehen und sich bogenförmig aus dieser erheben und/oder wieder an ihr enden.
     
    11. Hautreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern gekräuselt sind.
     
    12. Hautreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Mikrofaserbesatz von zwischen 80.000 bis 120.000 Fasern pro cm2 aufweist, welcher durchsetzt ist von Bürstenfasern mit einer Dichte von 50 bis 1000 und vorzugsweise zwischen 300 bis 500 Fasern pro cm2.
     
    13. Hautreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenfasern über den Besatz an Mikrofasern herausragen.
     
    14. Hautreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Gebilde

    a.) aus zwei Lagen einseitigem Polstoff besteht, die mit Polfäden nach außen aneinander gefügt sind, wobei

    b.) eine der Lagen lipophile Mikrofasern mit einer Dichte von 30.000 bis 300.000 Fasern pro cm2 enthält und mit Bürstenfasern mit einer Dichte zwischen 50 bis 500 Fasern pro cm2 ausgerüstet ist und

    c.) die andere Lage Bürstenfasern eine geringere Dichte oder keine Bürstenfasern enthält.


     


    Claims

    1. A skin cleansing device comprising a textile article, in particular in the form of a flannel, a flannel mitt or a pad, which is at least partially provided with a facing of microfibres, characterised in that the microfibres of the facing have a titer of 0.05 dtex to below 1.0 dtex, a fibre density of 30,000 to 300,000 fibres per cm2 and a lipophilic action.
     
    2. A skin cleansing device according to claim 1 characterised in that the textile article is in the form of a pile fabric.
     
    3. A skin cleansing device according to claims 1 and 2 characterised in that the microfibres are of a crimped configuration.
     
    4. A skin cleansing device according to claim 1 characterised in that the microfibres are twisted with a twist fineness of 330 to 960 dtex.
     
    5. A skin cleansing device according to claim 1 characterised in that the microfibres contain microfilaments of one or more of the following materials: polypropylene (PP), viscose, polyacrylonitrile (PAN), polyvinyl alcohol+ (PVA+), polyester (PES) and polyamide (PA).
     
    6. A skin cleansing device according to claim 1 characterised in that the facing of the textile article additionally includes brush fibres of high stiffness.
     
    7. A skin cleansing device according to claim 6 characterised in that the brush fibres have a twist fineness of 167 dtex or more, preferably between 220 and 1500 dtex.
     
    8. A skin cleansing device according to claim 6 or claim 7 characterised in that the brush fibres contain polyester (PES) and/or polyvinyl chloride (PVC) and/or polycarbonate (PC) and/or polyamide (PA) and/or coarse natural fibres.
     
    9. A skin cleansing device according to one of claims 6 to 8 characterised in that the brush fibres comprise a multifilament yarn.
     
    10. A skin cleansing device according to one of claims 6 to 9 characterised in that the brush fibres protrude spine-like out of the plane of the carrier material and rise arcuately therefrom and/or terminate thereat again.
     
    11. A skin cleansing device according to one of claims 6 to 10 characterised in that the brush fibres are crimped.
     
    12. A skin cleansing device according to one of claims 6 to 11 characterised in that it has a microfibre facing of between 80,000 and 120,000 fibres per cm2, which is interspersed with brush fibres of a density of 50 to 1000 and preferably between 300 and 500 fibres per cm2.
     
    13. A skin cleansing device according to one of claims 6 to 12 characterised in that the brush fibres project beyond the facing of microfibres.
     
    14. A skin cleansing device according to claim 1 characterised in that the textile article

    a) comprises two layers of single-sided pile fabric, which are joined together with pile threads outwardly, wherein

    b) one of the layers contains lipophilic microfibres of a density of 30,000 to 300,000 fibres per cm2 and is provided with brush fibres of a density of between 50 and 500 fibres per cm2, and

    c) the other layer contains brush fibres of lesser density or no brush fibres.


     


    Revendications

    1. Dispositif de nettoyage de la peau en une structure textile, en particulier sous la forme d'un gant de toilette ou d'un coussinet qui est pourvu au moins partiellement d'un revêtement en microfibres, caractérisé en ce que les microfibres du revêtement possèdent un titre de 0,05 dtex jusqu'à moins que 1,0 dtex, une densité de fibres de 30000 à 300000 fibres par cm2 et un effet lipophile.
     
    2. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure textile est réalisée comme tissu à poils.
     
    3. Dispositif de nettoyage de la peau selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les microfibres sont frisées.
     
    4. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 1, caractérisé en ce que les microfibres sont retordues avec une finesse de retordage de 330 à 960 dtex.
     
    5. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 1, caractérisé en ce que les microfibres comprennent des microfilaments d'un ou de plusieurs des matériaux suivants: polypropylène (PP), viscose, polyacrylnitrile (PAN), alcool de polyvinyle+ (PVA+), polyester (PES), polyamide (PA).
     
    6. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 1, caractérisé en ce que le revêtement de la structure textile contient de plus des fibres de brosse d'une rigidité élevée.
     
    7. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 6, caractérisé en ce que les fibres de brosse présentent une finesse de retordage de 167 dtex ou plus, de préférence entre 220 et 1500 dtex.
     
    8. Dispositif de nettoyage de la peau selon les revendications 6 ou 7, caractérisé en ce que les fibres de brosse contiennent du polyester (PES) et/ou du chlorure de polyvinyle (PVC) et/ou du polycarbonate (PC) et/ou du polyamide (PA) et/ou des fibres naturelles grossières.
     
    9. Dispositif de nettoyage de la peau selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisé en ce que les fibres de brosse sont constituées d'un filé multifilament.
     
    10. Dispositif de nettoyage de la peau selon l'une des revendications 6 à 9, caractérisé en ce que les fibres de brosse dépassent à la manière de pics_ du plan du matériau de support et s'élèvent en forme d'arc de celui-ci et/ou se terminent de nouveau à celui-ci.
     
    11. Dispositif de nettoyage de la peau selon l'une des revendications 6 à 10, caractérisé en ce que les fibres de brosse sont frisées.
     
    12. Dispositif de nettoyage de la peau selon l'une des revendications 6 à 11, caractérisé en ce qu'il présente un revêtement de microfibres compris entre 80000 à 120000 fibres par cm2, qui est traversé de fibres de brosse d'une densité de 50 à 1000 et de préférence entre 300 à 500 fibres par cm2.
     
    13. Dispositif de nettoyage de la peau selon l'une des revendications 6 à 12, caractérisé en ce que les fibres de brosse font saillie sur le revêtement en microfibres.
     
    14. Dispositif de nettoyage de la peau selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure textile

    a) est constituée de deux couches d'un tissu à poils à un côté, qui sont assemblées avec des fils à poils vers l'extérieur, où

    b) l'une des couches contient des microfibres lipophiles d'une densité de 30000 à 300000 fibres par cm2 et est équipée de fibres de brosse d'une densité entre 50 et 500 fibres par cm2 et

    c) l'autre couche contient des fibres de brosse d'une plus faible densité ou ne contient pas de fibres de brosse.