[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Inertisierungsverfahren zur Minderung des
Risikos eines Brandes in einem umschlossenen Schutzbereich, bei dem der Sauerstoffgehalt
im Schutzbereich mit einem vorgebbaren Regelbereich durch Einleiten eines Sauerstoff
verdrängenden Gases aus einer Primärquelle für eine bestimmte Zeit auf einer unter
einer Betriebskonzentration liegenden Regelkonzentration gehalten wird, sowie eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Inertisierungsverfahren zur Brandverhütung und -löschung in geschlossenen Räumen
sind aus der Feuerlöschtechnik bekannt. Die bei diesem Verfahren resultierende Löschwirkung
beruht auf dem Prinzip der Sauerstoffverdrängung. Die normale Umgebungsluft besteht
bekanntlich zu 21 Vol.-% aus Sauerstoff, zu 78 Vol.-% aus Stickstoff und zu 1 Vol.-%
aus sonstigen Gasen. Zum Löschen wird durch Einleiten von z. B. reinem Stickstoff
als Inertgas die Stickstoffkonzentration in dem betreffenden Raum weiter erhöht und
damit der Sauerstoffanteil verringert. Es ist bekannt, dass eine Löschwirkung einsetzt,
wenn der Sauerstoffanteil unter etwa 15 Vol.-% absinkt. Abhängig von den in dem betreffenden
Raum vorhandenen brennbaren Materialien kann ferner ein weiteres Absenken des Sauerstoffanteils
auf beispielsweise 12 Vol.-% erforderlich sein. Bei dieser Sauerstoffkonzentration
können die meisten brennbaren Materialien nicht mehr brennen.
[0003] Die bei dieser "Inertgaslöschtechnik" verwendeten, Sauerstoff verdrängenden Gase
werden in der Regel in speziellen Nebenräumen in Stahlflaschen komprimiert gelagert.
Ferner ist denkbar, ein Gerät zur Erzeugung eines Sauerstoff verdrängenden Gases einzusetzen.
Diese Stahlflaschen bzw. dieses Gerät zur Erzeugung des Sauerstoff verdrängenden Gases
begründen die sogenannte Primärquelle der Inertgasfeuerlöschanlage. Im Bedarfsfall
wird dann das Gas von dieser Primärquelle über Rohrleitungssysteme und entsprechende
Austrittsdüsen in den betreffenden Raum geleitet.
[0004] Die zugehörige Inertgasfeuerlöschanlage verfügt dabei in der Regel zumindest über
eine Anlage zum plötzlichen Einleiten des Sauerstoff verdrängenden Gases von der Primärquelle
in den zu überwachenden Raum und eine Branderkennungsvorrichtung zum Detektieren einer
Brandkenngröße in der Raumluft.
[0005] Zum Auslegen der gesamten Brandvermeidungs- bzw. Inertgasfeuerlöschanlage auf einem
möglichst hohen Sicherheitsniveau gehört eine anlagentechnische und logistische Planung
für den Fall des Anlagenstillstands als Folge von Störfällen, um den sicherheitstechnischen
Anforderungen gerecht zu werden. Auch wenn während der Projektierung der Brandvermeidungs-
bzw. Inertgasfeuerlöschanlage alle Maßnahmen berücksichtigt werden, die es erlauben,
eine Wiederinbetriebnahme der Anlage möglichst schnell und übergangslos zu erreichen,
bringt das Inertisieren mittels der Inertgastechnik jedoch gewisse Probleme mit sich
und weist im Bezug auf die Ausfallsicherheit klare Grenzen auf. So hat sich gezeigt,
dass es zwar möglich ist, die Inertgasfeuerlöschanlage derart zu konzipieren, dass
die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Störfalls während der Absenkung bzw.
Regelung des Sauerstoffgehalts im Schutzbereich auf eine unter einer vorgenannten
Betriebskonzentration liegenden Regelkonzentration relativ gering ist, jedoch besteht
oftmals ein Problem darin, die Regelkonzentration für eine längere Zeit, während der
sogenannten Notbetriebphase, auf dem erforderlichen Wert zu halten, insbesondere deshalb,
weil bei den aus dem Stand der Technik bekannten Inertisierungsverfahren keine Möglichkeit
besteht, ein frühzeitiges Überschreiten eines Rückzündungsniveaus der Sauerstoffkonzentration
im Schutzbereich zu verhindern, wenn aufgrund eines Störfalls die Primärquelle ganz
oder zumindest teilweise ausfällt.
[0006] Die Rückzündungsphase bezeichnet den Zeitabschnitt nach der Brandbekämpfungsphase,
in welchem die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich einen bestimmten Wert, den
sogenannten Rückzündungsverhinderungswert, nicht überschreiten darf, um ein erneutes
Entzünden der im Schutzbereich vorhandenen Materialien zu vermeiden. Das Rückzündungsverhinderungsniveau
ist eine Sauerstoffkonzentration, die von der Brandlast des Schutzbereichs abhängt
und anhand von Versuchen ermittelt wird. Gemäß den VdS-Richtlinien muss beim Fluten
des Schutzbereichs die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich das Rückzündungsverhinderungsniveau
von beispielsweise 13,8 Vol.-% innerhalb der ersten 60 Sekunden ab Flutungsbeginn
erreicht werden (Brandbekämpfungsphase). Ferner soll das Rückzündungsverhinderungsniveau
innerhalb von 10 Minuten nach Ende der Brandbekämpfungsphase nicht überschritten werden.
Dabei ist vorgesehen, dass innerhalb der Brandbekämpfungsphase der Brand im Schutzbereich
vollständig gelöscht wird.
[0007] Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Inertisierungsverfahren wird bei einem
Detektionssignal die Sauerstoffkonzentration möglichst schnell auf eine sogenannte
Betriebskonzentration heruntergefahren. Das hierzu erforderliche Inertgas stammt dabei
aus der Primärquelle der Inertgasfeuerlöschanlage. Unter dem Begriff "Betriebskonzentration"
wird ein Niveau verstanden, das unterhalb einer sogenannten Auslegungskonzentration
liegt. Die Auslegungskonzentration ist eine Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich,
bei welcher die Entzündung eines jeden im Schutzbereich vorhandenen Stoffes wirksam
verhindert wird. Bei der Festlegung der Auslegungskonzentration eines Schutzbereichs
wird in der Regel von dem Grenzwert, bei der eine Zündung jeglicher Materialien im
Schutzbereich unterbunden wird, noch ein zur Sicherheit dienender Abschlag abgezogen.
Nach Erreichen der Betriebskonzentration in dem Schutzbereich wird üblicherweise die
Sauerstoffkonzentration auf einer unter einer Betriebskonzentration liegenden Regelkonzentration
gehalten.
[0008] Die Regelkonzentration ist ein Regelbereich der Restsauerstoffkonzentration im inertisierten
Schutzbereich, innerhalb welchem die Sauerstoffkonzentration während der Rückzündungsphase
gehalten wird. Jener Regelbereich wird durch eine obere Grenze, der Einschaltschwelle
für die Primärquelle der Inertgasfeuerlöschanlage, und einer unteren Grenze, der Ausschaltschwelle
der Primärquelle der Inertgasfeuerlöschanlage, begrenzt. Während der Rückzündungsphase
wird die Regelkonzentration durch wiederholtes Einleiten von Inertgas in diesem Regelbereich
gehalten. Jenes Inertgas stammt üblicherweise aus dem als Primärquelle dienenden Reservoir
der Inertgasfeuerlöschanlage, d.h., entweder dem Gerät zur Erzeugung von Sauerstoff
verdrängendem Gas (z.B. einem Stickstofferzeuger), aus Gasflaschen oder von anderen
Puffereinrichtungen. Im Falle einer Fehlfunktion oder Störung nun die Gefahr, dass
die Sauerstoffkonzentration in dem Schutzbereich frühzeitig ansteigt und das Rückzündungsverhinderungsniveau
überschreitet, wodurch die Rückzündungsphase verkürzt ist und eine erfolgreiche Brandbekämpfung
in dem Schutzbereich nicht mehr gewährleistet werden kann.
[0009] Ausgehend von den zuvor geschilderten Problemen hinsichtlich der sicherheitstechnischen
Anforderungen einer Inertgasfeuerlöschanlage bzw. eines Inertisierungsverfahrens liegt
der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, das aus dem Stand der Technik bekannte
und vorstehend erläuterte Inertisierungsverfahren derart weiterzuentwickeln, dass
selbst beim Auftreten eines die Primärquelle betreffenden Störfalls die Notbetriebsphase
hinreichend lang ist, um eine Entzündung oder Wiederentzündung der brennbaren Materialien
im Schutzbereich wirksam zu verhindern. Eine weitere Aufgabe liegt darin, eine entsprechende
Inertgasfeuerlöschanlage zur Ausführung des Verfahrens anzugeben.
[0010] Diese Aufgabe wird bei einem Inertisierungsverfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
als erste Alternative dadurch gelöst, dass die Regelkonzentration bei Ausfall der
Primärquelle für eine Notbetriebszeit durch eine Sekundärquelle aufrechterhalten wird.
[0011] Diese Aufgabe wird des weiteren dadurch gelöst, dass bei dem eingangs genannten Inertisierungsverfahren
die Regelkonzentration und die Betriebskonzentration unter Bildung eines Ausfallsicherheitsabstandes
so weit unter die für den Schutzbereich festgelegte Auslegungskonzentration gesenkt
werden, dass die Anstiegskurve des Sauerstoffgehalts bei Ausfall der Primärquelle
eine für den Schutzbereich ermittelte Grenzkonzentration erst in einer vorgegebenen
Zeit erreicht.
[0012] Das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende technische Problem wird ferner durch
eine Vorrichtung zur Durchführung des vorstehend genannten Verfahrens gelöst, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Primärquelle und/oder die Sekundärquelle eine
das Sauerstoff verdrängende Gas erzeugende Maschine, eine Flaschenbatterie, ein Puffervolumen
oder eine sauerstoffentziehende oder ähnliche Maschine ist.
[0013] Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, dass ein einfach zu realisierendes
und dabei sehr effektives Inertisierungsverfahren zur Minderung des Risikos eines
Brandes in einem umschlossenen Schutzbereich erzielbar ist, wobei selbst in einem
Störfall, d.h. zum Beispiel bei Ausfall der Primärquelle, aus welcher das zum Einstellen
der Regelkonzentration im Schutzbereich verwendete Inertgas stammt, die Regelkonzentration
für eine Notbetriebzeit mittels einer Sekundärquelle aufrechterhalten wird (Alternative
1). Unter dem Begriff "Primärquelle" ist in diesem Zusammenhang jegliches Inertgasreservoir
zu verstehen, wie z.B. ein Stickstofferzeuger, eine Gasflaschenbatterie, in der das
Inertgas in komprimierter Form vorliegt, oder ein anderes Puffervolumen. Im analogen
Sinne ist unter dem Begriff "Sekundärquelle" ein von der Primärquelle redundantes
Reservoir, was wiederum beispielsweise ein Stickstofferzeuger, eine Flaschenbatterie
oder jegliches Puffervolumen sein kann, zu verstehen. Ein wesentlicher Aspekt der
vorliegenden Erfindung liegt nun darin, dass die Sekundärquelle redundant von der
Primärquelle ausgelegt ist, um somit beide Systeme voneinander zu entkoppeln und die
Störanfälligkeit des Inertisierungsverfahrens zu verringern. Dabei ist vorgesehen,
dass die Sekundärquelle derart konzipiert ist, um die Regelkonzentration bei Ausfall
der Primärquelle für eine Notbetriebszeit aufrechtzuerhalten, die hinreichend lang
ist, um beispielsweise zumindest eine 10-minütige Rückzündungsphase oder eine 8-stündige
Notbetriebsphase im Schutzbereich bereitstellen zu können, in welcher der Sauerstoffgehalt
im Schutzbereich nicht über das Rückzündungsverhinderungsniveau steigt. Selbstverständlich
ist hier auch denkbar, die Sekundärquelle entsprechend einer beliebigen Notbetriebszeit
auszulegen.
[0014] In der zweiten Alternative handelt es sich bei der Grenzkonzentration beispielsweise
um das Rückzündungsverhinderungsniveau des Schutzraumes. Hier handelt es sich um eine
Sauerstoffkonzentration, bei welcher sichergestellt ist, dass sich Brandstoffe des
Schutzbereichs nicht mehr entzünden lassen. Dabei ist vorgesehen, die Betriebskonzentration
von vornherein so weit herunterzusetzen, dass die Anstiegskurve der Sauerstoffkonzentration
den Grenzwert erst nach einer bestimmten Zeit erreicht. Diese vorgegebene Zeit beträgt
beispielsweise 10, 30 oder 60 Minuten für eine Feuerlöschanlage und 8, 24 oder 36
Stunden für eine Brandvermeidungsanlage bis Service-Personal mit Ersatzteilen eintrifft,
und ermöglicht somit eine Realisierung einer Rückzündungsphase bzw. Notbetriebsphase,
in welcher der Sauerstoffgehalt nicht über ein Rückzündungsverhinderungsniveau steigt
und somit wirksam ein Entzünden bzw. Wiederentzünden von Brandstoffen im Schutzbereich
verhindert. Durch dieses sogenannte "Tieferfahren" der Betriebskonzentration, d.h.
durch das Festlegen der Betriebskonzentration unter Bildung eines Ausfallsicherheitsabstandes
unterhalb der Auslegungskonzentration des Schutzraumes, wird eine Alternative zu den
zuvor beschriebenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens
angegeben, bei der ebenfalls sichergestellt ist, dass bei Ausfall der Primärquelle
für eine Notbetriebszeit die Sauerstoffkonzentration unter einem festgelegten Wert,
in vorteilhafter Weise unter dem Rückzündungsverhinderungsniveau, gehalten wird. Selbstverständlich
ist hier aber auch denkbar, beide Alternativen miteinander zu kombinieren. Um die
Notbetriebszeit zu verlängern, ist es ferner möglich, dass zusätzliche Maßnahmen ergriffen
werden, wie zum Beispiel die Vornahme von Betriebseinschränkungen, etwa die zeitweilige
Herabsetzung der Begehung.
[0015] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Möglichkeit zur Durchführung des
vorstehend beschriebenen Verfahrens angegeben. Hierbei ist vorgesehen, dass die Primärquelle
und/oder die Sekundärquelle ein jegliches Reservoir, wie etwa eine Maschine, die ein
Sauerstoff verdrängendes Gas erzeugt, eine Flaschenbatterie, in der das Inertgas in
komprimierter Form vorliegt, ein anderes Puffervolumen, oder aber auch eine sauerstoffentziehende
oder ähnliche Maschine ist. Anstatt ein Sauerstoff verdrängendes Gas zu erzeugen,
ist es auch denkbar, der Raumluft Sauerstoff zu entziehen, beispielsweise mit Hilfe
von Brennstoffzellen. Als Sekundärquellen kommen sowohl stationäre als auch mobile
Einrichtungen in Frage, wie zum Beispiel Löschmitteltanks mit Verdampfer auf einem
LKW. Die Umschaltung zwischen der Primär- und der Sekundärquelle erfolgt entweder
manuell oder automatisch.
[0016] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind bezüglich des Verfahrens in den Unteransprüchen
2 und 4 bis 9 angegeben.
[0017] So ist für das Verfahren bevorzugt vorgesehen, dass die Betriebskonzentration gleich
oder in etwa gleich einer für den Schutzbereich festgelegten Auslegungskonzentration
ist. Durch diese Weiterbildung des Verfahrens ist es möglich, den Verbrauch von Inertgas
bzw. Löschmittel für den Schutzbereich optimal zu reduzieren, indem die Betriebskonzentration
auf eine Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich festgelegt wird, bei welcher sich
die Stoffe des Schutzbereichs gerade nicht mehr entzünden lassen. Zur Festlegung der
Auslegungskonzentration wird in bevorzugter Weise von der Konzentration, bei welcher
sich die Stoffe des Schutzbereichs gerade nicht mehr entzünden lassen, noch ein Abschlag
abgezogen.
[0018] Besonders bevorzugt wird der Ausfallsicherheitsabstand unter Berücksichtigung einer
für den Schutzbereich geltenden Luftwechselrate, insbesondere eines n
50 - Wertes des Schutzbereiches, und /oder der Druckdifferenz zwischen Schutzbereich
und Umgebung, ermittelt. Um eine möglichst genaue Anpassung des erfindungsgemäßen
Verfahrens an den betreffenden Schutzbereich zu ermöglichen, ist dabei vorgesehen,
dass der Ausfallsicherheitsabstand umso größer wird, je größer der n
50-Wert des Zielbereiches ist.
[0019] Um eine weitere Erhöhung der Ausfallsicherheit der Anlage zu erreichen, ist in besonders
bevorzugter Weise vorgesehen, dass die Auslegungskonzentration um einen Sicherheitsabschlag
unter die für den Schutzbereich ermittelte Grenzkonzentration gesenkt wird. Damit
kann zum Beispiel während der Zeit bis zur Bereitstellung der Sekundärquelle sichergestellt
werden, dass der Sauerstoffgehalt unter dem Rückzündungsverhinderungsniveau bzw. der
Grenzkonzentration bleibt. So ist es denkbar, dass der Sicherheitsabschlag unter Berücksichtigung
der Grenzkonzentration und/oder der Luftwechselrate n50 ermittelt wird; d.h. es gilt
S = α([O
2,Luft] - GK) , wobei S der Sicherheitsabschlag, [O
2,Luft] die Sauerstoffkonzentration in der Luft des Schutzbereiches, GK das Rückzündungsverhinderungsniveau
und α ein vorgegebener Faktor sind. Beispielsweise ergibt sich für α = 20%, [O
2,Luft] = 20,9 Vol.-%, GK = 16 Vol.-% ein Sicherheitsabschlag von S = 1 Vol.-% und für α
= 20%, [O
2,Luft] = 20,9 Vol.-%, GK = 13 Vol.-% ein Sicherheitsabschlag von S = 1,6 Vol.-%.
[0020] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist ferner ein Detektor zum Erkennen
einer Brandkenngröße vorgesehen, wobei der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich beim
Detektieren eines Entstehungsbrandes oder eins Brandes rasch auf die Regelkonzentration
abgesenkt wird, wenn der Sauerstoffgehalt vorher auf einem höheren Niveau lag. Durch
diese Weiterbildung des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens ist es nun möglich,
das Verfahren beispielsweise auch in einem mehrstufigen Inertisierungsverfahren zu
implementieren. So ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Schutzbereich anfänglich,
um beispielsweise eine Begehung durch Personen zuzulassen, auf einem entsprechend
höheren Niveau liegt. Dieses höhere Niveau kann entweder die Konzentration der Raumluft
(21 Vol.-%) oder ein erstes bzw. Grundinertisierungsniveau von beispielsweise 17 Vol.-%
sein. So ist denkbar, dass zunächst der Sauerstoffgehalt in dem Schutzbereich auf
ein bestimmtes Grundinertisierungsniveau von beispielsweise 17 Vol.-% abgesenkt und
im Fall eines Brandes der Sauerstoffgehalt auf ein bestimmtes Vollinertisierungsniveau
weiter auf die Regelkonzentration abgesenkt wird. Ein Grundinertisierungsniveau von
17 Vol.-% Sauerstoffkonzentration bedeutet keinerlei Gefährdung von Personen oder
Tieren, so dass diese den Raum immer noch problemlos betreten können. Das Einstellen
des Vollinertisierungsniveaus bzw. der Regelkonzentration kann entweder nach der Detektion
eines Entstehungsbrandes eingestellt werden, denkbar wäre hier jedoch auch, dass dieses
Niveau beispielsweise nachts eingestellt wird, wenn keine Personen den betreffenden
Raum betreten. Bei der Regelkonzentration ist die Entflammbarkeit sämtlicher Materialien
im Schutzraum so weit herabgesetzt, dass sie sich nicht mehr entzünden können. Durch
das Bereitstellen einer redundanten Sekundärquelle oder alternativ hierzu durch das
Tieferfahren der Sauerstoffkonzentration wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass
die Ausfallsicherheit des Inertisierungsverfahren deutlich erhöht wird, da somit sichergestellt
ist, dass selbst bei Ausfall der Primärquelle ein hinreichender Brandschutz vorliegt.
[0021] Vorzugsweise beträgt der Regelbereich etwa ± 0,2 Vol.-% und vorzugsweise maximal
± 0,2 Vol.-% Sauerstoffgehalt um die Regelkonzentration im Schutzraum. Hierbei handelt
es sich um einen Bereich, der durch einen oberen und einen unteren Schwellwert definiert
wird, die etwa 0,4 Vol.-% und vorzugsweise maximal 0,4 Vol.-% auseinanderliegen. Die
beiden Schwellwerte bezeichnen die Restsauerstoffkonzentrationen, bei denen die Sekundärquelle
ein- oder ausgeschalten wird, um den Sollwert zu halten oder zu erreichen, wenn die
Primärquelle ausfällt. Selbstverständlich sind hier aber auch andere Größenordnungen
für den Regelbereich denkbar.
[0022] Um eine möglichst gute Anpassung des Inertisierungsverfahrens an den betreffenden
Schutzraum zu erreichen, ist in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Inertisierungsverfahrens vorgesehen, dass die Regelung des Sauerstoffgehalts im Schutzbereich
unter Berücksichtigung der Luftwechselrate, insbesondere des n
50 - Wertes des Schutzbereiches, und /oder der Druckdifferenz zwischen Schutzbereich
und Umgebung erfolgt. Hierbei handelt es sich um einen Wert, der das Verhältnis des
erzeugten Leckagevolumenstromes in Relation zum vorhandenen Raumvolumen bei einer
erzeugten Druckdifferenz zur Umgebung von 50 Pa bezeichnet. Der n
50-Wert ist somit ein Maß für die Dichtigkeit des Schutzbereichs und somit eine entscheidende
Größe zur Dimensionierung der Inertgasfeuerlöschanlage bzw. zur Auslegung des Inertisierungsverfahrens
hinsichtlich der Ausfallsicherheit der Primärquelle. In bevorzugter Weise wird der
n
50-Wert mittels einer sogenannten BlowerDoor-Messung bestimmt, um die Dichtigkeit der
den Schutzbereich begrenzenden Umfassungsbauteile beurteilen zu können. Dabei wird
in den Schutzbereich ein genormter Über- bzw. Unterdruck von 10 bis 60 Pa erzeugt.
Die Luft entweicht über die Leckageflächen der Umfassungsbauteile nach außen oder
dringt dort ein. Ein entsprechendes Messgerät misst den erforderlichen Volumenstrom
zur Aufrechterhaltung der zur Messung geforderten Druckdifferenz von z.B. 50 Pa. Anschließend
errechnet ein Messprogramm den n
50-Wert, der sich standardisiert auf die erzeugte Druckdifferenz von 50 Pa bezieht.
Die BlowerDoor-Messung ist vor der konkreten Auslegung des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens,
insbesondere vor der Auslegung der erfindungsgemäß vorgesehenen, von der Primärquelle
redundanten Sekundärquelle bzw. vor der Auslegung des Ausfallsicherheitsabstandes
bei dem alternativen Inertisierungsverfahren durchzuführen.
[0023] In einer besonders bevorzugten Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass die Berechnung der Löschmittelmenge für das Halten der Regelkonzentration
im Schutzbereich unter Berücksichtigung der Luftwechselrate n
50 erfolgt. Demgemäss ist es möglich, die Größe bzw. die Kapazität der Primärquelle
und/oder der Sekundärquelle in Abhängigkeit des n
50-Wertes und somit genau an den Schutzbereich angepasst auszulegen.
[0024] Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand der Figuren näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Ausschnitt eines zeitlichen Verlaufs der Sauerstoffkonzentration in einem Schutzbereich,
wobei die Betriebskonzentration und die Regelkonzentration des Sauerstoffgehalts gemäß
der ersten Alternative des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens mittels einer
Sekundärquelle aufrechterhalten werden;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt eines zeitlichen Verlaufs der Sauerstoffkonzentration in einem Schutzbereich,
wobei die Betriebskonzentration und die Regelkonzentration des Sauerstoffgehalts gemäß
der zweiten Alternative des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens unter die Auslegungskonzentration
des Schutzbereichs gesenkt werden; und
- Fig. 3
- einen Verlauf des Sauerstoffgehalts in einem Schutzbereich, wobei die zweite Alternative
des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem zugrundeliegenden Inertiserungsverfahren implementiert
ist.
[0026] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt eines zeitlichen Verlaufs der Sauerstoffkonzentration
in einem Schutzbereich, wobei die Betriebskonzentration BK und die Regelkonzentration
RK des Sauerstoffgehalts gemäß der ersten Alternative des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens
mittels einer Sekundärquelle aufrechterhalten werden. In der dargestellten Auftragung
stellen die Ordinatenachse den Sauerstoffgehalt im Schutzbereich und die Abzissenachse
die Zeit dar. Im vorliegenden Fall ist bereits der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich
auf ein sogenanntes Vollinertisierungsniveau herabgesenkt, d.h. auf eine unter einer
Betriebskonzentration BK liegenden Regelkonzentration RK. In dem in Fig. 1 schematisch
dargestellten Szenario entspricht die Betriebskonzentration BK genau der Auslegungskonzentration
AK.
[0027] Die Auslegungskonzentration AK ist ein Sauerstoffkonzentrationswert im Schutzbereich,
der grundsätzlich unterhalb einer für den Schutzbereich spezifischen Grenzkonzentration
GK liegt. Die Grenzkonzentration GK, die häufig auch "Rückzündungsverhinderungsniveau"
genannt wird, bezieht sich auf den Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre des Schutzbereichs,
bei dem ein definierter Stoff mit einer definierten Zündquelle gerade nicht mehr entzündet
werden kann. Der jeweilige Wert der Grenzkonzentration GK muss experimentell ermittelt
werden und stellt die Basis für die Festlegung der Auslegungskonzentration AK fest.
Hierzu wird von der Grenzkonzentration GK ein Sicherheitsabschlag abgezogen.
[0028] Die Betriebskonzentration BK darf grundsätzlich nicht größer als die Auslegungskonzentration
AK sein. Die Betriebskonzentration BK ergibt sich unter Berücksichtigung des Sicherheitskonzepts
für die Inertgasfeuerlöschanlage bzw. das eingesetzte Inertisierungsverfahrens. Um
die Betriebskosten der Inertgasfeuerlöschanlage möglichst gering zu halten, wird in
bevorzugter Weise der Abstand zwischen der Betriebskonzentration BK und der Auslegungskonzentration
AK möglichst klein gewählt, da über das notwendige Schutzniveau hinausgehende Absenkungen
der Sauerstoffkonzentration einen erhöhten Einsatz von Löschmitteln bzw. Inertgas
nach sich ziehen.
[0029] Bei dem in der Fig. 1 dargestellten zeitlichen Verlauf der Sauerstoffkonzentration
ist ferner eine Regelkonzentration RK angegeben, die mittig in einem Regelbereich
liegt, wobei die obere Grenze des Regelbereichs identisch mit der Betriebskonzentration
BK ist. Die Regelkonzentration RK repräsentiert einen Konzentrationswert, um welchen
die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich schwankt. Dabei ist vorgesehen, dass
die Schwankungen in dem Regelbereich stattfinden. Erreicht nun der Sauerstoffgehalt
im Regelbereich die obere Grenze (hier die Betriebskonzentration BK) so wird der Sauerstoffgehalt
im Schutzbereich durch Einleiten von Inertgas erneut abgesenkt, bis die untere Grenze
des Regelbereichs erreicht wird, woraufhin eine weitere Einleitung von Inertgas in
den Schutzbereich angehalten wird. Somit entspricht die obere Grenze des Regelbereichs
einem oberen Schwellenwert für das Einleiten des Inertgases und die untere Grenze
des Regelbereichs einem unteren Schwellenwert, bei dem eine weitere Zufuhr des Inertgases
in den Schutzbereich unterlassen wird. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass der
obere Schwellenwert ein Aktivieren einer Primär- bzw. Sekundärquelle und der untere
Schwellenwert ein Deaktivieren der Primär- bzw. Sekundärquelle entspricht.
[0030] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass selbst bei Ausfall der Primärquelle die
Sauerstoffkonzentration in dem Regelbereich um die Regelkonzentration RK herum für
eine hinreichend lange Zeit aufrechterhalten werden kann. Dabei ist vorgesehen, dass
die Sekundärquelle redundant von der Primärquelle ausgeführt ist. Die Zeit, in welcher
durch Einleiten des Inertgases aus einer Primärquelle und die Notbetriebszeit, bei
welcher bei Ausfall der Primärquelle die Regelkonzentration RK durch die Sekundärquelle
aufrechterhalten wird, ist vorteilhafter Weise so lang, dass eine Notbetriebsphase
bereitgestellt wird, in welcher der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich die Auslegungskonzentration
AK nicht überschreitet und somit ein Entzünden von Materialien im Schutzbereich weiterhin
unterbunden wird.
[0031] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt eines zeitlichen Verlaufs der Sauerstoffkonzentration
in einem Schutzbereich, wobei die Betriebskonzentration BK und die Regelkonzentration
RK des Sauerstoffgehalts gemäß der zweiten Alternative des erfindungsgemäßen Inertisierungsverfahrens
unter die Auslegungskonzentration AK des Schutzbereichs gesenkt werden. Der Unterschied
zur Fig. 1 liegt nun darin, dass in diesem Fall die Auslegungskonzentration AK nicht
mehr mit der Betriebskonzentration BK übereinstimmt. Stattdessen ist die Betriebskonzentration
BK und somit auch die Regelkonzentration RK mit dem zugehörigen Regelbereich nach
unten verschoben, wobei die Beabstandung zwischen der Auslegungskonzentration AK und
der Betriebskonzentration BK einem Ausfallssicherheitsabstand ASA entspricht. Bei
dem in der Fig. 2 dargestellten Szenario wird die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich
durch abwechselndes Ein- bzw. Ausschalten der Primärquelle in dem Regelbereich um
die Regelkonzentration RK herum gehalten. Dabei ist vorgesehen, dass der Ausfallssicherheitsabstand
ASA derart gewählt ist, dass bei Ausfall der Primärquelle die Anstiegskurve des Sauerstoffgehalts
im Schutzbereich die Grenzkonzentration BK bzw. das Rückzündungsverhinderungsniveau
erst in einer vorgegebenen Zeit erreicht. Jene Zeit ist in bevorzugter Weise derart
gewählt, dass eine Notbetriebsphase sichergestellt werden kann, die lang genug ist,
um vor der Wiederinbetriebsetzung der Brandvermeidungs- bzw. Feuerlöschanlage ein
Entzünden bzw. Wiederentzünden von Materialien im Schutzbereich weiterhin zu verhindern.
[0032] Fig. 3 zeigt einen Verlauf des Sauerstoffgehalts in einem Schutzbereich, wobei hier
die zweite Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem Inertisierungsverfahren
implementiert ist. Wie bereits bei den Figuren 1 und 2 stellt hier die Ordinatenachse
den Sauerstoffgehalt im Schutzbereich und die Abzissenachse die Zeit dar. Ausweislich
der Fig. 3 ist anfänglich im Schutzbereich eine Sauerstoffkonzentration von 21 Vol.-%
vorhanden.
[0033] Nachdem eine prophylaktische Erstabsenkung einer Brandvermeidungsanlage zum Zeitpunkt
t
0 beginnt, wird der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich rasch auf die Regelkonzentration
RK abgesenkt. Wie dargestellt, erreicht die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich
das Rückzündungsverhinderungsniveau bzw. die Grenzkonzentration GK zum Zeitpunkt t
1 und die Regelkonzentration RK zum Zeitpunkt t
2. Die Zeitspanne von t
0 bis t
2 wird als Erstabsenkung bezeichnet.
[0034] Um nach der Erstabsenkung zu verhindern, dass sich die im Schutzbereich befindlichen
Materialien entzünden können, ist ferner eine sich direkt an die Erstabsenkung anschließende
Brandschutzphase zur wirksamen Brandverhinderung vorgesehen. In jener Phase wird die
Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich unterhalb des Rückzündungsverhinderungsniveaus
bzw. der Grenzkonzentration GK gehalten. Üblicherweise erfolgt dies, indem bei Bedarf
aus der Primärquelle Inertgas bzw. Sauerstoff verdrängendes Gas in den Schutzbereich
eingebracht wird, um die Sauerstoffkonzentration in dem Regelbereich um die Regelkonzentration
RK bzw. unterhalb der Betriebskonzentration BK zu halten.
[0035] Bei Ausfall der Primärquelle ist nun erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Ausfallssicherheitsabstand
ASA zwischen der Grenzkonzentration GK und der Betriebskonzentration BK so groß ist,
dass die Anstiegskurve des Sauerstoffgehalts die Grenzkonzentration GK erst in einer
vorgegebenen Zeit z erreicht, wodurch eine hinreichende Notbetriebsphase erzielt wird.
[0036] Zur Erläuterung sei darauf hingewiesen, dass in Fig. 3 der Ausschnitt eingetragen
ist, der in vergrößertem Ausmaß in der Fig. 2 dargestellt wird.
1. Inertisierungsverfahren zur Minderung des Risikos eines Brandes in einem umschlossenen
Schutzbereich, bei dem der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich mit einem vorgebbaren
Regelbereich durch Einleiten eines Sauerstoff verdrängenden Gases aus einer Primärquelle
für eine bestimmte Zeit auf einer unter einer Betriebskonzentration (BK) liegenden
Regelkonzentration (RK) gehalten wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Regelkonzentration (RK) bei Ausfall der Primärquelle für eine Notbetriebszeit
durch eine Sekundärquelle aufrechterhalten wird.
2. Inertisierungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Betriebskonzentration (BK) gleich oder in etwa gleich einer für den Schutzbereich
festgelegten Auslegungskonzentration (AK) ist.
3. Inertisierungsverfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Regelkonzentration (RK) und die Betriebskonzentration (BK) unter Bildung eines
Ausfallsicherheitsabstandes (ASA) so weit unter die für den Schutzbereich festgelegte
Auslegungskonzentration (AK) gesenkt werden, dass die Anstiegskurve des Sauerstoffgehalts
bei Ausfall der Primärquelle eine für den Schutzbereich ermittelte Grenzkonzentration
(GK) erst in einer vorgegebenen Zeit erreicht.
4. Inertisierungsverfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Ausfallsicherheitsabstand (ASA) unter Berücksichtigung einer für den Schutzbereich
geltenden Luftwechselrate, insbesondere eines n50 - Wertes des Schutzbereiches, und /oder der Druckdifferenz zwischen Schutzbereich
und Umgebung ermittelt wird.
5. Inertisierungsverfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslegungskonzentration (AK) um einen Sicherheitsabschlag (S) unter die für den
Schutzbereich ermittelte Grenzkonzentration (GK) gesenkt wird.
6. Inertisierungsverfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, mit einem Detektor zum Erkennen
einer Brandkenngröße,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Sauerstoffgehalt im Schutzbereich beim Detektieren eines Entstehungsbrandes oder
eines Brandes rasch auf die Regelkonzentration abgesenkt wird, wenn der Sauerstoffgehalt
vorher auf einem höheren Niveau lag.
7. Inertisierungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Regelbereich etwa ± 0,2 Vol.-% Sauerstoffgehalt um die Regelkonzentration (RK)
beträgt.
8. Inertisierungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Regelung des Sauerstoffgehalts im Schutzbereich unter Berücksichtigung der Luftwechselrate,
insbesondere des n50 - Wertes des Schutzbereiches, und /oder der Druckdifferenz zwischen Schutzbereich
und Umgebung erfolgt.
9. Inertisierungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Berechnung der Löschmittelmenge für das Halten der Regelkonzentration (RK) im
Schutzbereich unter Berücksichtigung der Luftwechselrate des Zielraumes, insbesondere
des n50 - Wertes des Zielraums, und /oder der Druckdifferenz zwischen Zielraum und Umgebung
erfolgt.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Primärquelle und/oder die Sekundärquelle eine das Sauerstoff verdrängende Gas
erzeugende Maschine, eine Flaschenbatterie, ein Puffervolumen oder eine sauerstoffentziehende
oder ähnliche Maschine ist.