| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 248 906 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
26.10.2005 Patentblatt 2005/43 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.06.2000 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F04B 1/12 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2000/006072 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2001/007757 (01.02.2001 Gazette 2001/05) |
|
| (54) |
KOLBENANORDNUNG FÜR EINE KOLBENMASCHINE
PISTON ARRANGEMENT FOR A PISTON ENGINE
ENSEMBLE A PISTON POUR MACHINE A PISTON
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
21.07.1999 DE 19934217
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
16.10.2002 Patentblatt 2002/42 |
| (73) |
Patentinhaber: Brueninghaus Hydromatik GmbH |
|
89275 Elchingen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- BECK, Josef
D-72401 Haigerloch (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Körfer, Thomas et al |
|
Mitscherlich & Partner,
Patent- und Rechtsanwälte,
Sonnenstrasse 33 80331 München 80331 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-98/42949 FR-A- 2 532 367 US-A- 3 188 973
|
DE-A- 2 364 725 GB-A- 1 115 620 US-A- 5 553 378
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kolbenanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Eine Kolbenanordnung ist in der DE 197 34 217 A1 beschrieben. Diese bekannte Kolbenanordnung
weist einen Kolben mit einem Basisabschnitt auf, von dem sich in der einen Axialrichtung
ein Gelenkteil erstreckt und in der anderen Axialrichtung eine hohlzylindrische Umfangswand
bis zum vorderen freien Ende des Hohlkolbens erstreckt, die einen zylindrischen Hohlraum
im Kolben umschließt. Das sich in die andere Axialrichtung erstreckende Gelenkteil
ist durch eine halbkugelförmige Gelenkausnehmung gebildet, in der die Gelenkkugel
eines Gleitschuhs schwenkbar gelagert ist, wobei ein den Äquator der Gelenkausnehmung
überragender Ausnehmungsrand in eine die Gelenkkugel formschlüssig hintergreifende
Position gebördelt ist. Bei dieser bekannten Kolbenanordnung wird der mit einem Querschnittsübermaß
vorgefertigte Kolben nach seiner Verbindung mit dem Gleitschuh durch kaltes Bördeln
eines von der Mantelfläche des Kolbens radial abstehenden Ausnehmungsrandes formschlüssig
mit der Gelenkkugel des Gleitschuhs verbunden. Dann wird der Kolben an seiner Mantelfläche
gehärtet, wonach eine Endbearbeitung der Mantelfläche, insbesondere durch Schleifen,
erfolgt. Bei diesem bekannten Verfahren bedarf es eines beträchtlichen Arbeitsaufwandes,
wobei der spanabhebende Arbeitsgang der letzte Arbeitsgang ist. Außerdem ist mit einer
beträchtlichen Aufweitung der Bördelung zu rechnen, was darauf zurückzuführen ist,
daß aufgrund der beim kalten Verformen auftretenden beträchtlichen Spannungen die
Bördelung zurückfedert und deshalb die Bördelung die Gelenkkugel nur mit einem verhältnismäßig
großen Bewegungsspiel hintergreift.
[0003] Bei dieser bekannten Kolbenanordnung kann die eine Führungsfläche bildende Mantelfläche
des Kolbens sich bis in den Bereich des Ausnehmungsrandes erstrecken, wodurch zum
einen eine verbesserte Führung für den Kolben erreicht wird und zum anderen sich eine
kürzere Bauweise für die Kolbenanordnung und daraus resultierend auch für die Kolbenmaschine
erreichen läßt.
[0004] Eine Kolbenanordnung, wie sie im Oberbegriff des Anspruchs 1 definiert ist, ist z.B.
aus der Patentanmeldung EP 0 808 988 A bekannt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kolbenanordnung der eingangs angegebenen
Art so auszugestalten, daß die Länge der Gleitfläche erhöht wird und ein mitkomprimiertes
Totvolumen vermieden wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Durch die Anordnung der Gelenkkugel am Gleitschuh anstatt am Kolben wird eine längere
Gleitfläche geschaffen. Durch den Abschluß des Hohlraums wird ein bei einem zum Arbeitsvolumen
hin offenen Kolben vorhandenes mitkomprimiertes Totvolumen vermieden.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Kolbenanordnung nach Anspruch 1 weist der Hohlkolben einen
Ringhohlraum auf, der innen durch einen Mittelzapfen begrenzt ist, der sich vom Basisabschnitt
des Hohlkolbens bis zu einem Deckel erstreckt, der mit der Umfangswand des Kolbens
verbunden ist und dabei den Ringhohlraum schließt. Bei dieser Ausgestaltung bildet
der Mittelzapfen ein axiales Stütz- und Stabilisierungselement, das sich axial am
Deckel abzustützen vermag und dadurch den Basisabschnitt wesentlich stabilisiert.
Infolgedessen kann der Basisabschnitt mit einer geringeren axialen Länge ausgebildet
werden. Zusätzlich zu dieser Verkürzung und Stabilisierung läßt sich auch noch Material
und Gewicht einsparen, was durch die verringerte Längsabmessung des Hohlkolbens bedingt
ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Nachfolgend werden die Erfindung und weitere durch sie erzielbare Vorteile anhand
von bevorzugten Ausgestaltungen und Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Kolbenanordnung im axialen Schnitt;
- Fig. 2
- die Kolbenanordnung nach Fig. 1 in abgewandelter Ausgestaltung;
- Fig. 3
- die Kolbenanordnung in weiter abgewandelter Ausgestaltung;
- Fig. 4
- die Kolbenanordnung in weiter abgewandelter Ausgestaltung;
- Fig. 5
- die Kolbenanordnung in weiter abgewandelter Ausgestaltung.
[0011] Die allgemein mit 1 bezeichnete Kolbenanordnung umfaßt einen Hohlkolben 2, vorzugsweise
aus Stahl, und einen Gleitschuh 3, vorzugsweise aus Bronze oder Messing, die durch
eine Kugelgelenkverbindung 1A bei Gewährleistung einseitiger begrenzter Schwenkbewegungen
zwischen dem Hohlkolben 2 und dem Gleitschuh 3 schwenkbar miteinander verbunden sind.
Die Mittelachsen des Kolbens 2 und des Gleitschuhs 3 sind mit 2a und 3a bezeichnet.
[0012] Die Gelenkverbindung 1A weist eine kalottenförmige bzw. kugelabschnittförmige Gelenkausnehmung
5 mit einer Tiefe a auf, die größer ist als der Kugelradius r einer darin schwenkbar
gelagerten Gelenkkugel 4, wobei ein den Äquator 6 der Gelenkausnehmung 5 axial überragender
Ausnehmungsrand 7 die Gelenkkugel 4 hintergreift und dabei der in dieser Kugelringzone
konvergenten Form der Gelenkugel 4 bei Aufrechterhaltung eines Bewegungsspiels wenigstens
teilweise folgen kann. Wie aus Fig. 1 zu entnehmen ist, ist die axiale Länge b des
Ausnehmungsrandes 7 so lang bemessen, daß sie in der in Fig. 1 dargestellten maximalen
Schwenkstellung sich bis in den Eckenbereich zwischen der Gelenkkugel 4 und einem
Kugelhals oder einem Basisteil 8 des Gleitschuhs 3 erstreckt. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
verjüngt sich der Ausnehmungsrand 7 zu seinem freien Ende hin, wobei die Außenmantelfläche
vorzugsweise eine Kegelfläche sein kann.
[0013] Der als Ringraum ausgebildeter Hohlraum 9 erstreckt sich von einem hinteren Basisabschnitt
11, in dem die Gelenkausnehmung 5 angeordnet ist, bis zu einem stirnseitigen Endabschnitt,
der durch einen Deckel 12 gebildet ist und vorzugsweise durch ein Reibschweißverfahren
mit der Umfangswand des übrigen Kolbenteils verbunden ist. Die vor dem Reibschweißverfahren
vorhandene Fuge zwischen den verschweißten Teilen ist durch eine gestrichelte Linie
verdeutlicht. Der ringförmige Hohlraum 9 umgibt einen zylindrischen Mittelzapfen 13,
der sich einteilig vom Basisabschnitt 11 nach vorne erstreckt und ebenfalls durch
Reibschweißen mit dem Deckel 12 bzw. einem von diesem zurückstehenden Mittelzapfenansatz
14 verbunden ist. Dies gilt auch für die im Bereich des Hohlraums 9 hohlzylindrische
Umfangswand 15 des Kolbens 2, die sich ebenfalls einteilig vom Basisabschnitt 11 nach
vorne erstreckt und durch Reibschweißen mit dem Deckel 12 oder einem darum angeordneten
Umfangswandansatz 16 verbunden ist. Innenseitig von der allgemein mit 17 bezeichneten
Schweißstelle ist der Mittelzapfen 13 durch eine Ringscheibe 18 radial an der Umfangswand
15 abgestützt, wobei die Ringscheibe 18 an einer vorzugsweise an der Umfangswand 15
vorhandenen Innenschulterfläche 13a anliegt.
[0014] Durch die geschlossene Bauweise des Hohlkolbens 2 werden eine Querschnittsvergrößerung
des Hohlkolbens bei hohem Druck und Kompressionsverluste aufgrund des verhältnismäßig
großen Volumens der Kolbenkammern vermieden.
[0015] Längs durch den Hohlkolben 2 und den Gleitschuh 3 erstreckt sich jeweils ein Kanal
19a, 19b, der in eine an der ebenen Fußfläche 21 des Gleitschuhs 3 angeordnete flache
Ausnehmung 22 mündet. Durch die Kanäle 19a, 19b kann sich im Funktionsbetrieb der
hydrostatischen Maschine der Arbeitsdruck im hydraulischen Medium bis zur Ausnehmung
22 fortpflanzen, wo das hydraulische Medium eine Schmierung und der Druck eine Druckentlastung
in an sich bekannter Weise bewirkt.
[0016] Der Hohlkolben 2 besteht vorzugsweise aus härtbarem Stahl, insbesondere aus durch
Nitrierhärten härtbarem Stahl. Zwecks Vergrößerung der Festigkeit und Härte ist seine
Mantelfläche vorzugsweise nitriert und gehärtet.
[0017] Die vorliegende Kugelgelenkverbindung 1A eignet sich zur schwenkbaren Abstützung
eines Kolbens 2 für Kolbenmaschinen, insbesondere Axialkolbenmaschinen, an einer Stützfläche
S, an der der Gleitschuh 3 mit seiner Fußfläche 21 anliegt. Bei einer Axialkolbenmaschine
kann es sich bei der Stützfläche S um die schiefe Fläche einer sogenannten Schrägschreibe
handeln.
[0018] Nachfolgend werden die Verfahrensschritte eines bevorzugten Herstellungsverfahrens
der den Hohlkolben 2 und den damit unlösbar verbundenen Gleitschuh 3 umfassenden Kolbenanordnung
1 beschrieben.
[0019] Der Gleitschuh 3 kann als endgültig fertiggestelltes Bauteil in einer großen Stückzahl
hergestellt und zur Verbindung mit dem Hohlkolben 2 bereitgestellt werden.
[0020] Der Hohlkolben 2 wird als vorgefertigter Kolbenrohling vorzugsweise ebenfalls in
großer Stückzahl vorgefertigt und bereitgestellt. In dieser Vorfertigungsform erstreckt
sich der Ausnehmungsrand 7 axial mit einem Innendurchmesser d, der unter Berücksichtigung
eines Bewegungsspiels an den Durchmesser der Gelenkkugel 4 oder der Gelenkausnehmung
5 angepaßt sein kann, so daß die Gelenkkugel 4 in die Gelenkausnehmung 5 einführbar
ist. Dabei werden der stirnseitige Deckel 12 und der übrige Kolbenteil 2b mit einem
Querschnittübermaß x hergestellt, das nach dem Schweißen gegebenenfalls nach vorheriger
Nitrierung gehärtet und spanabhebend endbearbeitet wird, z.B. durch Schleifen. Dabei
kann die Reihenfolge der Verfahrensschritte vor oder nach dem Schweißen, nämlich das
Einarbeiten des Hohlraums 9 der Gelenkausnehmung 5 und des Kanals 19a beliebig sein.
Es ist vorteilhaft die formschlüssige Verbindung der Gelenkkugel 4 mit dem Hohlkolben
2 nach dem Nitrieren und/oder Härten und Endbearbeiten der Mantelfläche 2c als letzten
Arbeitsgang durchzuführen.
[0021] Zum Verbinden werden die Gelenkkugel 4 und die Gelenkausnehmung 5 zusammengesteckt
und gegebenenfalls der Gleitschuh 3 in seiner mittleren Stellung gehalten, was durch
Abstützen erfolgen kann. Dann wird der Ausnehmungsrand 7 mittels einer geeigneten
Heizvorrichtung, z.B. in Form eines andeutungsweise dargestellten Heizringes 23 etwa
in der Breite der axialen Länge b, auf eine Temperatur erwärmt, bei der die Härte
des Materials vermindert wird, so daß auch nach dem Erkalten des Materials der Ausnehmungsrand
7 mit geringeren Verformungskräften gebördelt werden kann oder auf eine Temperatur
erwärmt werden kann, bei der die Festigkeit des Materials verringert ist und der Ausnehmungsrand
7 warmgebördelt werden kann. In beiden Fällen läßt sich der Ausnehmungsrand 7 mit
relativ geringen Kräften plastisch in die in Fig. 1 dargestellte, die Gelenkkugel
4 formschlüssig hintergreifende Form bördeln.
[0022] Die verhältnismäßig geringen Verformungskräfte stellen sicher, daß der Ausnehmungsrand
7 ohne eine mechanische Überlastung des z.B. aus weicherem Material bestehenden Gleitschuhs
3 verformt wird. Das Erwärmen kann durch direkte Erwärmung z.B. mittels einer Flamme
oder induktiv durch eine induktive elektrische Heizvorrichtung erfolgen. Durch das
lokale Erwärmen des Ausnehmungsrandes 7 wird in diesem Bereich das gehärtete Material
wieder weich und es kann somit leicht verformt werden, ohne daß der übrige Bereich
des Kolbens 2 wesentliche Härteverluste erleidet.
[0023] Ein wesentlicher Vorteil des vorbeschriebenen Verfahrens besteht darin, daß der Hohlkolben
2 vor dem Zusammenfügen und Verbinden mit dem Gleitschuh 3 vollständig fertig bearbeitet
werden kann, ohne daß bei der vorbeschriebenen Erwärmung besondere Maßnahmen im Hinblick
auf das Bördeln erforderlich wären, wie z.B. Abdecken des zu verformenden Ausnehmungsrandes
7 beim Nitrieren, insbesondere Gasnitrieren, Abdrehen bereits nitrierter Bereiche
vor dem Bördeln usw. Durch Feinabstimmung der Vorgänge Erwärmen, Bördeln und Abkühlen
kann das optimale Spiel der Kugelgelenkverbindung 1 sehr einfach eingestellt und auch
in der Serienfertigung sicher reproduziert werden.
[0024] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung führt zum einen zu einer wesentlichen Stabilisierung
des Hohlkolbens 2 und zwar nicht nur hinsichtlich Biegespannungen sondern bezüglich
axialen Druckspannungen, denen der Hohlkolben 2 insbesondere bei einem Druckhub ausgesetzt
ist, bei dem eine durch den Pfeil 25 verdeutlichte Druckkraft gegen seine Arbeitsfläche
26 an seinem freien Ende wirkt, die vom Gleitschuh 3 in der Gelenkverbindung 1A aufgenommen
wird. Dabei wird die mit dem Pfeil 27 verdeutlichte, gleich große und entgegengesetzte
gerichtete Widerstandskraft in den Hohlkolben 2 eingeleitet wird und zwar gegen den
Basisabschnitt 3. Der Basisabschnitt 3 ist somit das den Druckspannungen unmittelbar
ausgesetzte Teil des Hohlkolbens 2.
[0025] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung bildet der Mittelzapfen 13 ein axial wirksames
Stütz- bzw. Verbindungsteil, das bei der Wirksamkeit von Druckkräften 25, 27 die Druckspannung
auf den Basisabschnitt 3 und den Deckel 12 verteilt, so daß diese Teile mit einer
geringeren Druckspannung beaufschlagt werden. Deshalb können der Basisabschnitt 3
und/oder der Deckel 12 mit einer kleineren axialen Abmessung, d.h. dünner ausgebildet
werden. Folglich läßt sich der Hohlkolben 2 oder auch eine diese Hohlkolben 2 aufweisende
Kolbenmaschine, insbesondere Axialkolbenmaschine, mit einer entsprechend kürzeren
Baulänge ausführen.
[0026] Eine vergleichbare Stütz- und Stabilisierungswirkung übt der Mittelzapfen 13 auch
bei einem Saughub des Hohlkolbens 2 aus, bei dem entgegen den Druckkräften 25, 27
gerichtete Zugkräfte an ihm wirksam sind. Auch diese Zugkräfte werden durch den Mittelzapfen
13 sowohl auf den Deckel 12 als auch auf den Basisabschnitt 13 verteilt und dadurch
in ihrer Auswirkung verringert.
[0027] Die Stütz- und Stabilisierungsfunktion des Mittelzapfens 13 wird bereits dann erfüllt,
wenn der Mittelzapfen 13 sich zwischen dem Basisabschnitt 3 und dem Deckel 12 erstreckt,
wobei es sich um ein separates Bauteil handeln kann, das zwischen dem Basisabschnitt
3 und dem Deckel 12 gehalten ist. Bei einer solchen Ausgestaltung ist die Stütz- und
Stabilisierungsfunktion des Mittelzapfens 13 jedoch auf eine Druckspannung begrenzt,
da er mangels Verbindung mit dem Basisabschnitt 3 und dem Deckel 12 lediglich Druckspannungen
weiterzuleiten vermag. Beim Vorhandensein von Zugspannungen wäre ein solcher Mittelzapfen
13 unwirksam. Da jedoch im Funktionsbetrieb der Kolbenmaschine die auftretenden Zugkräfte
beim Saughub wesentlich geringer sind als beim Druckhub, kann auch ein solcher Mittelzapfen
13 in Form eines zusätzlichen Bauteils die Funktionsfähigkeit der Kolbenmaschine gewährleisten,
da die Gefahr einer Überlastung hauptsächlich nur bei einem Druckhub besteht.
[0028] Eine bevorzugte Herstellungsmaßnahme für den Mittelzapfen 13 und die Umfangswand
15 besteht darin, diese Teile durch Kalt- oder Warmfließpressen herzustellen. Bei
einem solchen Herstellungsvorgang wird nicht nur eine höhere Festigkeit im Materialgefüge
dieser Teile erzielt, sondern es werden durch das Fließpressen auch bezüglich des
Grundes des Ringhohlraums 9 U-förmige Faserstrukturen im Material geschaffen, wodurch
die Festigkeit der Stabilität weiter vergrößert wird.
[0029] Das Ausführungsbeispeil nach Fig. 2 bei dem gleiche oder vergleichbare Teile mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind, unterscheidet sich vom vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
dadurch, daß anstelle eines einstückig ausgebildeten Mittelzapfen 13 ein zweistückig
gebildeter Mittelzapfen 13 vorgesehen ist, der durch einen Stift oder eine Hülse gebildet
ist, der bzw. die in axialen Löchern 12a entsprechender Querschnittsgröße im Basisabschnitt
3 und im Deckel 12 sitzt und darin befestigt ist, z.B. durch Schweißen, Löten oder
Kleben.
[0030] Die Ausführungsbeispiele nach Fig. 3 bis 5 umfassen Ausgestaltungen, die die Gleitlagerung
des Gleitschuhs 3 verbessern. Diese Maßnahmen ermöglichen unter anderem den Körper
24 des Gleitschuhs 3 aus einem weniger gleitfreudigen Material zu fertigen, z.B. aus
einem Metall größerer Festigkeit, z.B. aus Stahl. Dagegen ist es üblich, den Gleitschuh
3 aus Kupfer- und Zinklegierungen, wie z.B. Messing oder Bronze zu bilden. Diese Materialien
haben zwar eine gute Gleiteigenschaft, jedoch ist ihre Festigkeit verhältnismäßig
gering und geringer als Stahl. Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 ist die halbkugelförmige
Fläche der Gelenkausnehmung 5 durch eine Gleitmaterialschicht 25, z.B. Messing oder
Bronze, ausgekleidet. Diese Schicht 25 erstreckt sich bis zum Äquator 6 der Gelenkausnehmung
5. Wenn die Gleitmaterialschicht 25 dicker ist als ein Film, bedarf es einer Vergrößerung
der radialen Abmessung der Ausnehmung 5 um die Schichtdicke.
[0031] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4, bei dem gleiche oder vergleichbare Teile ebenfalls
mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, erstreckt sich die Gleitlagerschicht 25
auch bis in den Bereich des Ausnehmungsrandes 7. Hierdurch ist auch beim Auftreten
von Zugkräften an der Kolbenanordnung 1 ein verhältnismäßig geringer Verschleiß an
der ringzonenförmigen Gleitfläche des Ausnehmungsrandes 7 gewährleistet. Bei dieser
Ausgestaltung ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, den Ausnehmungsrand 7 durch
das Gleitlagematerial zu bilden und hierdurch ist aufgrund der geringeren Festigkeit
des Gleitlagermaterials im Vergleich zu Stahl ein leichteres Bördeln des Ausnehmungsrandes
7 ermöglicht.
[0032] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 5, bei dem gleiche oder vergleichbare Teile mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind, ist eine entsprechende Gleitlagerschicht 26
an der vorzugsweise ebenen Fußfläche 21 des Gleitschuhkörpers 24 angeordnet. Diese
Gleitmaterialschicht 25 kann sich über die gesamte Fläche der Fußfläche 21 oder nur
über Teilflächen, z.B. in Form von vorzugsweise konzentrischen Ringen erstrecken.
Bei diesem Ausführungsbeispiel können die Gleitlagerausgestaltungen nach Fig. 3 und/oder
4 ebenfalls ausgebildet sein.
[0033] Bei der Gleitmaterialschicht 25, 26 kann es sich um eine vorgefertigte Materialschicht
handeln, die z.B. durch Löten, Schweißen und Kleben an der sie tragenden Fläche befestigt
ist oder es kann sich auch um einen Schichtauftrag handeln, der in einem flüssigen
oder teigigen Zustand aufgetragen wird und dann erhärtet.
[0034] Infolge dessen können sowohl der Basisabschnitt 11 als auch der Endabschnitt bzw.
Deckel 12 mit einer kleineren axialen Abmessung, d.h. dünner, ausgebildet werden,
wodurch sowohl die axiale Länge verringert wird als auch Material und Gewicht eingespart
wird.
1. Kolbenanordnung (1) für eine Kolbenmaschine, mit
einem Hohlkolben (2) und einem Gleitschuh (3), die durch eine Kugelgelenkverbindung
(1A) schwenkbar miteinander verbunden sind, die durch eine Gelenkkugel (4) und eine
halbkugelförmige Gelenkausnehmung (5) gebildet ist,
wobei ein Ausnehmungsrand (7) der Gelenkausnehmung (5) den Äquator (6) der Gelenkausnehmung
(5) überragt und die Gelenkkugel (4) formschlüssig hintergreift,
wobei der Hohlkolben (2) einen Basisabschnitt (11) aufweist,
wobei sich vom Basisabschnitt (11) in der der Gelenkausnehmung (5) gegenüberliegenden
Achsrichtung einstückig eine Umfangswand (15) erstreckt, die den Hohlraum (9) umgibt,
und wobei der Hohlraum (9) des Hohlkolbens (2) durch einen Deckel (12) geschlossen
ist, der mit der Umfangswand (15) verbunden ist, und der Hohlkolben (2) einen Mittelzapfen
(13) aufweist, der sich einstückig vom Basisabschnitt (11) bis zum Deckel (12) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gelenkkugel (4) am Gleitschuh (3) und die Gelenkausnehmung (5) im Hohlkolben
(2) gebildet sind, wobei die Gelenkausnehmung (5) und der Ausnehmungsrand (7) am Ende
des Basisabschnitts (11) angeordnet sind und wobei der Mittelzapfen (13) spanlos am
Basisabschnitt (11) angeformt ist.
2. Kolbenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Umfangswand (15) spanlos am Basisabschnitt (11) angeformt ist.
3. Kolbenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mittelzapfen (13) und/oder die Umfangswand (15) durch Fließpressen, insbesondere
Kaltfließpressen, vorzugsweise gleichzeitig am Basisabschnitt (11) angeformt sind.
4. Kolbenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (12) mit dem Mittelzapfen (13) verbunden ist.
5. Kolbenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (12) durch Schweißen, insbesondere Reibschweißen, mit der Umfangswand
(15) und vorzugsweise auch mit dem Mittelzapfen (13) verbunden ist.
6. Kolbenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausnehmungsrand (7) kaltgebördelt oder warmgebördelt ist.
7. Kolbenanordnung, nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkolben (2) und/oder der Gleitschuh (3) aus Stahl besteht.
8. Kolbenanordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gelenkausnehmung (5) mit einer Gleitmateriälschicht (25) ausgekleidet ist.
9. Kolbenanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleitmaterialschicht (25) sich bis in den Bereich des Ausnehmungsrandes (7) erstreckt.
10. Kolbenanordnung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausnehmungsrand (7) durch die Gleitmaterialschicht (25) gebildet ist.
11. Kolbenanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fußfläche (21) des Gleitschuhs (3) am Gleitmaterial ausgebildet ist.
12. Kolbenanordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fußfläche (21) an einer Gleitmaterialschicht (26) angeordnet ist.
1. A piston arrangement (1) for a piston engine, having a tubular piston (2) and a slipper
(3) which are pivotally connected to one another by a ball-joint connection (1A) formed
by a joint ball (4) and a hemispherical joint recess (5),
a recess edge (7) of the joint recess (5) projecting beyond the equator (6) of the
joint recess (5) and reaching behind the joint ball (4) in form-fitting manner,
the tubular piston (2) having a base portion (11),
a peripheral wall (15) extending in one piece from the base portion (11) in the axial
direction opposite the joint recess (5), said peripheral wall surrounding the cavity
(9), and
the cavity (9) of the tubular piston (2) being closed by a cover (12) which is connected
to the peripheral wall (15), and the tubular piston (2) having a central shaft (13)
which extends in one piece from the base portion (11) to the cover (12),
characterised in that
the joint ball (4) is formed on the slipper (3) and the joint recess (5) is formed
in the tubular piston (2), the joint recess (5) and the recess edge (7) being arranged
at the end of the base portion (11) and the central shaft (13) being integrally formed
on the base portion (11) without cutting.
2. A piston arrangement according to Claim 1,
characterised in that
the peripheral wall (15) is integrally formed on the base portion (11) without cutting.
3. A piston arrangement according to Claim 2,
characterised in that
the central shaft (13) and/or the peripheral wall (15) is/are integrally formed on
the base portion (11) preferably simultaneously by extrusion, in particular cold extrusion.
4. A piston arrangement according to one of the preceding claims,
characterised in that
the cover (12) is connected to the central shaft (13).
5. A piston arrangement according to one of the preceding claims,
characterised in that
the cover (12) is connected to the peripheral wall (15), and preferably also to the
central shaft (13), by welding, in particular friction welding.
6. A piston arrangement according to one of the preceding claims,
characterised in that
the recess edge (7) is cold-flanged or hot-flanged.
7. A piston arrangement according to one of the preceding claims,
characterised in that
the tubular piston (2) and/or the slipper (3) is/are made of steel.
8. A piston arrangement according to Claim 7,
characterised in that
the joint recess (5) is lined with a sliding-material layer (25).
9. A piston arrangement according to Claim 8,
characterised in that
the sliding-material layer (25) extends into the region of the recess edge (7).
10. A piston arrangement according to Claim 9,
characterised in that
the recess edge (7) is formed by the sliding-material layer (25).
11. A piston arrangement according to one of Claims 7 to 10,
characterised in that
the bottom face (21) of the slipper (3) is constructed on the sliding material.
12. A piston arrangement according to Claim 11,
characterised in that
the bottom face (21) is arranged on a sliding-material layer (26).
1. Structure de piston (1) pour une machine à pistons, avec un piston creux (2) et un
patin de glissement (3), qui sont liés entre eux de manière orientable par une liaison
à rotule (1a), formée d'une sphère d'articulation (4) et d'une cavité d'articulation
(5) demi sphérique,
un rebord de cavité (7) de la cavité d'articulation (5) dépassant de l'équateur (6)
de la cavité d'articulation (5) et enserrant la sphère d'articulation (4) par codage
de forme, le piston creux (2) présentant un tronçon de base (11),
une paroi périphérique (15) qui entoure l'espace creux (9), s'étendant d'un seul tenant
depuis le tronçon de base (11), en direction axiale opposée à la cavité d'articulation
(5),
l'espace creux (9) étant fermé par un couvercle (12), relié à la paroi périphérique
(15), et le piston creux (2) présentant une tige centrale (13), qui s'étend d'un seul
tenant du tronçon de base (11) jusqu'au couvercle (12),
caractérisé en ce que
la sphère d'articulation (4) est formée sur le patin de glissement (3) et la cavité
d'articulation (5) est formée dans le piston creux (2), la cavité d'articulation (5)
et le rebord de cavité (7) étant disposés à l'extrémité du tronçon de base (11) et
la tige centrale (13) étant formée par formage plastique sur le tronçon de base (11).
2. Structure de piston selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
la paroi périphérique (15) est formée par formage plastique sur le tronçon de base
(11).
3. Structure de piston selon la revendication 2,
caractérisée en ce que
la tige centrale (13) et / ou la paroi périphérique (15) sont formés par extrusion,
en particulier par extrusion à froid, de préférence simultanément au tronçon de base
(11).
4. Structure de piston selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
le couvercle (12) est relié à la tige centrale (13).
5. Structure de piston selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
le couvercle (12) est relié par soudage, en particulier par soudage à friction, à
la paroi périphérique (15), et de préférence, aussi à la tige centrale (13).
6. Structure de piston selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
le rebord de cavité (7) est serti à froid ou à chaud.
7. Structure de piston selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
le piston creux (2) et/ou le patin (3) se compose d'acier.
8. Structure de piston selon la revendication 7,
caractérisée en ce que
la cavité d'articulation (5) est garnie d'une couche de matériau de glissement (25).
9. Structure de piston selon la revendication 8,
caractérisée en ce que
la couche de matériau de glissement (25) s'étend jusque dans la zone du rebord de
cavité (7).
10. Structure de piston selon la revendication 9,
caractérisée en ce que
le rebord de cavité (7) est formé par la couche de matériau de glissement (25).
11. Structure de piston selon l'une des revendications 7 à 10,
caractérisée en ce que
la surface d'appui (21) du patin glissement (3) est formée au niveau du matériau de
glissement.
12. Structure de piston selon la revendication 11,
caractérisée en ce que
la surface d'appui (21) est disposée au niveau d'une couche de matériau de glissement
(26).