[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur Halterung von mit Fuge angeordneten Einfach-
oder Isolierglasplatten einer Glasfassade oder eines Glasdaches mit an einer Tragkonstruktion
angebauten Haltern, wobei die die Fuge begrenzenden Plattenränder stellenweise oder
durchgehend einander gegenüberliegende Nuten aufweisen und die Halter mit ihrem Kopf
innerhalb der Fuge mit den Nuten beider Platten in Eingriff bringbar sind.
[0002] Bei Glasfassaden sind Punkthalter für die Glasplatten bekannt, die mit Abstand vom
Plattenrand die Glasplatte durchgreifen und mit einer Tragkonstruktion verbunden sind.
Die Glasplatte muss für den Durchgriff der Halter durchbohrt werden. Dies ist schon
bei Einfachglasscheiben durch die erhöhte Bruchgefahr nachteilig; bei Isolierglasscheiben
resultiert durch die Bohrungen eine erhebliche Beeinträchtigung der bei Dichtheit
technisch möglichen sehr guten Wärmedämmung.
[0003] Aus den genannten Gründen sind auch Glasfassaden bekannt, bei denen die Platten randseitig
durch Profilschienen gefasst und mittels dieser Schienen gehalten sind. So ist es
beispielsweise aus DE-A-37 34 576 bekannt, auf die Ränder von Isolierglasplatten winkelförmige
Tragleisten aufzukleben, die innenseitig Kupplungsstege zum Angreifen von Klemmspannern
haben. Diese Plattenhalterung mittels angeklebter Halteschienen ohne formschlüssige
Sicherung der Glasscheiben bringt ein Gefahrenpotential mit sich, da das Langzeitverhalten
von Klebungen unter den gegebenen Umweltbedingungen oft nicht bekannt ist. Infolgedessen
werden derartige Glasfassaden ohne formschlüssige Sicherung im allgemeinen behördlich
nicht genehmigt.
[0004] Das eingangs erwähnte System ist beispielsweise aus der GB-A-2333305 - hier für Isolierglasplatten
- bekannt. Bei einem solchen eingangs erwähnten System zur Halterung von Einfach-
oder Isolierglasscheiben einer Glasfassade oder eines Glasdaches können einerseits
Durchbohrungen der Glasplatten vermieden werden und andererseits wird eine sichere
Randhalterung der Platten erreicht. Insbesondere kann dieses Halterungssystem auch
ohne einen aussen- und/oder innenseitig den Glasplattenrand übergreifenden Rahmen
auskommen, um die optische Rasterung der Glasfassade nur durch die Glasplattenteilung
in Erscheinung treten zu lassen und die Reinigung der Aussenseite nicht durch vorstehende
Rahmenteile zu behindern. Schliesslich ist auch das Austauschen von Glasplatten einfach
möglich sein. Durch die Längsnuten in den Scheibenrandflächen ist nämlich die Möglichkeit
geschaffen, durch im Kopfbereich geeignet ausgebildete, bolzenartige Halter durch
Eingriff in diese Längsnuten eine mehr oder weniger formschlüssige Verbindung zwischen
Halter und Glasplatte herzustellen, ohne dass irgendwelche Teile der Halterung an
der Aussen- und/oder Innenseite der Glasplatten anliegen und dadurch den optischen
Eindruck der Fassade beeinträchtigen. Die Längsnuten können in die Scheibenrandflächen
der Glasscheiben eingearbeitet sein. Bei Isolierglasscheiben kann die Längsnut auch
durch einen zurückgesetzten Abstandssteg (Stufenstege) gebildet sein. Wesentlich ist,
dass im Randbereich der Glasscheiben durchgehende oder nicht durchgehende Nuten und
dadurch Eingriffsmöglichkeiten geschaffen werden, so dass zur Plattenhalterung ein
Übergreifen des Plattenrandes und die Bildung von Klebefugen im Plattenbereich vermieden
werden.
[0005] Ein ähnliches System, welches allerdings nicht alle genannten Vorteile bietet, ist
weiters aus der FR-A-2652843 bekannt.
[0006] [0005a] Ausgehend von dem genannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der Erfindung,
das eingangs erwähnte System derart weiterzubilden, dass eine form- und kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Halter und den Glasplatten hergestellt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem eingangs erwähnten System dadurch gelöst, dass erfindungsgemäss
der Halterkopf wenigstens an seinem Umfang mit einer die Wärmedehnungen der Platten
aufnehmenden elastischen Schicht bekleidet. Die elastische Bekleidung stellt die form-
und kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Halter und den Glasplatten her. Da sie
auch thermische Ausdehnungen der Glasplatten aufnehmen soll, liegt ihre radiale Dicke
im Bereich von 2,5 bis 7 mm, vorzugsweise im Bereich von 3 und 6 mm. Die elastische
Bekleidung kann auf den Halterkopf aufvulkanisiert sein. Eine geeignete Shore-Härte
des Bekleidungswerkstoffs liegt in dem Bereich von 70 bis 100, z.B. bei 90. Die elastische
Bekleidung kann sich über den Umfang des Kopfes hinaus auch auf die Seitenwandungen
des Kopfes erstrecken, um eine elastische Halterung der Platte auch bei auf die Platte
einwirkenden Normalkräften zu gewährleisten.
[0008] Bei der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Halterungssystems ist der
Halter ein Bolzen mit einem asymmetrischen Kopf, der durch Axialdrehung mit den Nuten
der Platten in Eingriff bringbar ist. Der Bolzenkopf hat zweckmäßigerweise eine große
Durchmesserdimension und senkrecht dazu eine kleine Durchmesserdimension. So kann
der Bolzenkopf in die Plattenfuge eingeführt werden, wenn seine große Durchmesserdimension
parallel zur Fuge steht. Nach der Einführung in die Fuge kann der Bolzen um 90° gedreht
werden, wodurch die große Durchmesserdimension des Kopfes quer in der Fuge ausgerichtet
wird und so der Kopf in die Nuten eingreift und die formschlüssige Halterung der Platten
erreicht wird. Der Bolzenkopf kann unterschiedlich ausgebildet sein, je nach dem Profil
der Nut, nämlich ob z.B. eine Längsnut von keilförmigem Querschnitt in der Randfläche
der Platte oder eine Nut von viereckigem Querschnitt durch den zurückgesetzten Abstandssteg
der Isolierglasplatte gebildet ist. Zweckmäßigerweise ist der Querschnitt des Bolzenkopfes
dem Eingriffsprofil der Nut angepaßt.
[0009] Bei einer Ausführungsform des Halterungssystems weist der asymmetrische Bolzenkopf
auf einer Seite eine Abschnittsfläche auf. Durch den einseitig fehlenden Kopfüberstand
kann bei entsprechender Axialdrehung des Bolzens der Eingriff in eine der Nuten aufgehoben,
d.h. nach entsprechender Drehung aller Bolzen an einer Glasplatte kann diese ausgewechselt
werden, während der Eingriff der Bolzenköpfe in die Nuten der benachbarten Platten
erhalten bleibt.
[0010] Vorzugsweise weist bei diesem System der Bolzen kopfseitig einen diametralen Schlitz
und im Bereich des Schlitzes eine Ringnut auf und enthält der Bolzen ausgehend von
der Kopfseite eine Axialbohrung mit einem hinteren Gewindeteil und einer konischen
Mündung, wobei in die Axialbohrung zur Spreizung des Bolzenkopfes eine Kegelkopfschraube
einschraubbar ist. Durch das Einschrauben der Kegelkopfschraube kann der Bolzenkopf
gespreizt werden, wodurch Maßtoleranzen der Glasplatten oder Nuten ausgeglichen werden
können.
[0011] Bei Isolierglasplatten ist die erfindungsgemäße Ausgestaltung vorzugsweise derart,
daß die Nut durch einen zurückgesetzten Abstandssteg zwischen den Platten gebildet
ist und die Randflächen der Platten unter Bildung sich zu den Nuten hin verengender
Fugenbereiche angeschrägt sind und daß auf der Außenseite des Kopfes und innenseitig
auf dem Halter im Eingriff mit den sich verendenden Fugenbereichen befindliche Profilkörper
lösbar befestigt sind, die auf ihren den Randflächen zugewandten Flächen mit einer
elastischen Schicht versehen sind. Auch bei dieser Ausführungsform greift der Halter
nur in der Fuge an den Platten an. Auch hier kann der Halter so gedreht werden, daß
sein Kopf in die Nuten beider Isolierglasplatten oder nur in die Nut der einen oder
der anderen Platte eingreift, so daß hierdurch beide Platten oder nur eine von ihnen
gehalten wird. Außerdem werden beide Scheiben der Isolierglasplatten noch separat
mittels der Profilkörper in den sich verengenden Fugenbereichen innen und außen gehalten.
Die sich verengenden Fugenbereiche und die Profilkörper sind vorzugsweise keilförmig.
Die keilförmigen Profilkörper erstrecken sich nur über einen Teil der Fugen und haben
z.B. eine Länge in dem Bereich von 3 bis 10 cm, vorzugsweise von 4 bis 6 cm. Sie werden
in Eingriff mit den Keilfugen gebracht, nachdem der Kopf axial so gedreht wurde, daß
er in die Nuten beider Isolierglasscheiben eingreift. Die elastische Bekleidung der
keilförmigen Profilkörper gewährleistet ebenso wie die elastische Schicht des eigentlichen
Halterkopfes die Aufnahme der Wärmeausdehnung der Isolierglasscheibe.
[0012] Vorzugsweise besteht bei dieser Ausführungsform der Kopf aus einem an einem Bolzen
angeordneten Innenteil und einem an dem Innenteil lösbar angebrachten Außenteil. Beide
Teile sind z.B. durch mehrere Schrauben verbunden. Der Abstand zwischen dem Außen-
und Innenteil ist daher veränderbar, so daß eine Anpassung des Kopfes an unterschiedliche
Nutenbreiten (Plattenabstände der Isolierglasscheiben) möglich ist. Wesentlicher Grund
für die Zweiteiligkeit des Kopfes ist der gegenseitige Abstand von Innen- und Außenteil,
wodurch zwischen ihnen eine wärmeisolierende Schicht gebildet ist. Diese Schicht kann
eine Luftschicht sein. Zur Vermeidung von Kondenswasserbildung in diesem Zwischenraum
ist dieser vorzugsweise mit einem wärmeisolierenden Material ausgefüllt. Der an der
äußeren keilförmigen Fuge angreifende Profilkörper ist bei dem zweiteiligen Kopf auf
das Außenteil aufgeschraubt, während der an der inneren keilförmigen Fuge angreifende
Profilkörper mittels einer auf den Gewindebolzen, der sich an den Innenteil des Kopfes
anschließt, aufgeschraubten Schraube in Eingriff mit der Keilfugenfläche gepreßt wird.
Vorteilhaft bei dieser Montage ist, daß nicht nur thermische Dehnungen durch die elastischen
Schichten aufgenommen werden können, sondern fertigungsbedingte Toleranzen der Keilfugenbreite
dadurch kompensiert werden können, daß die keilförmigen Profilkörper in den Keilfugen
axial unterschiedlich positioniert werden.
[0013] Das Halterungssystem umfaßt vorzugsweise auch eine an einer tragenden Konstruktion
anzubringende Einrichtung mit vier, drei oder zwei Armen, an deren Enden die Halter
angebracht sind. Diese mehrarmige Einrichtung wird zweckmäßig hinter einer Fugenkreuzung
angebracht, so daß die Halter mit Abstand zum Fugenkreuz in die Fugen eingreifen können.
[0014] Zwei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Halterungssystems werden nachfolgend
an Hand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen
Figur 1 die Ansicht einer Modellfassade aus nur sechs quadratischen Glasplatten, die
durch das erfindungsgemäße Halterungssystem gehalten werden;
Figur 2 eine erste Ausführungsform des Halterungssystems für Einfachglasplatten, teilweise
im Schnitt;
Figur 3 den bei dem in Figur 2 gezeigten Halterungssystem benutzten Halter in der
Seitenansicht;
Figur 4 die Seitenansicht des in Figur 3 gezeigten Halters nach einer Axialdrehung
um 90°, teilweise im Schnitt;
Figur 5 die Frontansicht des in Figur 3 gezeigten Halters mit eingeschraubter Kegelkopfschraube
in der Fuge zwischen zwei Glasplatten in einer solchen Drehstellung, daß die obere
Scheibe herausnehmbar und die untere Scheibe arretiert sind;
Figur 6 eine Darstellung wie in Figur 5, jedoch in einer Drehstellung, daß beide Scheiben
arretiert sind;
Figur 7 eine Darstellung entsprechend Figur 5, jedoch in einer Drehstellung, so daß
die untere Scheibe herausnehmbar und die obere scheibe arretiert sind;
Figur 8 eine Darstellung wie Figur 4, jedoch mit in den Halter eingeschraubter Kegelkopfschraube
und Eingriff des Kopfes in die Fugen beider Glasplatten entsprechend Figur 6;
Figur 9 eine Darstellung entsprechend Figur 8, jedoch mit weiter eingeschraubter Kegelkopfschraube;
Figur 10 die Stirnansicht des in Figur 9 gezeigten Halters mit verriegelten Platten;
Figur 11 verschiedene Querschnitte von Plattenrändern mit unterschiedlichen Nutenquerschnitten;
Figur 12 eine zweite Ausführungsform des Halterungssystems für Isolierglasplatten,
teilweise im Schnitt;
Figur 13 die Seitenansicht des bei dem System nach Figur 12 benutzten Halters ohne
sein Außenteil, teilweise im Schnitt;
Figur 14 eine Darstellung wie in Figur 13, jedoch um 90° axial gedreht;
Figur 15 die Außenansicht des in Figur 12 gezeigten Halters in einer Drehlage, in
der beide Platten verriegelt sind, mit äußerem Profilkörper;
Figur 16 die Außenansicht des Halters in einer Drehlage, in der nur die untere Platte
blockiert ist, wobei der keilförmige Profilkörper weggelassen ist;
Figur 17 die Außenansicht bei der in Figur 15 gezeigten Drehlage des Halters, jedoch
ohne den Profilkörper;
Figur 18 eine Darstellung entsprechend Figur 16, wobei jedoch nur die obere Platte
blockiert ist;
Figur 19 die Außenansicht des äußeren keilförmigen Profilkörpers;
Figur 20 einen Schnitt nach der Linie XX-XX der Figur 19;
Figur 21 die Ansicht des inneren keilförmigen Profilkörpers;
Figur 22 einen Schnitt nach der Linie XXII-XXII der Figur 21; und
Figur 23 eine Detaildarstellung der Figur 12 in vergrößertem Maßstab.
[0015] Figur 1 zeigt das Modell einer Glasfassade unter Benutzung der erfindungsgemäßen
Glasplattenhalterung. Die Glasplatten 1 haben beispielsweise eine Dimension von 2,5
m x 2,5 m. Wie ersichtlich, werden die Platten durch in den Fugen oder am Rande angreifende
Halter 2 gehalten. Die von den Plattenecken entfernten Halter sind direkt mit der
Tragkonstruktion (nicht dargestellt) verbunden. Die den Plattenecken benachbarten
Halter sind dagegen auf vier-, drei- oder zweiarmigen Einrichtungen 3 bzw. 3' bzw.
3" montiert, die jeweils auf den Eckpunkten des Rasters auf der Tragkonstruktion angebracht
sind. Auf diese Weise können Fassaden und Dächer aus einer beliebigen Anzahl von Glasplatten
aufgebaut werden. Die Fassade hat keine über ihre Außenseite vorstehende Halteteile.
Sie entspricht auch ästhetischen Gesichtspunkten, weil die Umrahmung der einzelnen
Platten und damit die äußere Rasterung der Fassade unauffällig ist.
[0016] Bei der in den Figuren 2 bis 10 gezeigten Ausführungsform sind an den vier Armen
3
a der Trägereinrichtung 3, wie sie im Prinzip aus DE-A-197 13 337 bekannt ist, Halter
4 angebracht, von denen in Figur 2 nur drei sichtbar sind. Anstelle der vierarmigen
Trageinrichtung 3 können die Halter 4 auch an drei- oder zweiarmigen Einrichtungen
3' bzw. 3" angebracht sein, oder sie können direkt an der Tragkonstruktion (nicht
dargestellt) montiert sein.
[0017] In die in Figur 2 gezeigten Einfachglasplatten 1 ist randseitig eine Keilnut 5 eingearbeitet,
z.B. eingefräst, wie insbesondere aus Figur 8 erkennbar ist. Diese Längskeilnuten
erstrecken sich über die gesamte Länge des Plattenrandes oder nur über eine begrenzte
Strecke, wie aus Figur 2 an den beiden äußeren Köpfen ersichtlich ist. Die hier dargestellte
Keilnut kann auch eine abweichende Querschnittsform haben. Mögliche Querschnittsformen
sind aus Figur 11 ersichtlich. Der Keilwinkel der hier gewählten Nut beträgt z.B.
20°.
[0018] Der Halter 4 trägt einen Kopf 6, auf dem eine Gummischicht 7 aufvulkanisiert ist.
Die Gummischicht hat im äußeren Bereich gemäß Figur 4 ebenfalls eine keilförmige Kontur,
wobei der Keilwinkel der Nut angepaßt ist. Wie aus den Figuren 3 und 5 bis 7 erkennbar
ist, ist der Kopf 6 einseitig unter Bildung der ebenen Fläche 6
b abgefräst. Durch eine Axialdrehung des Halters 4 z.B. mittels eines Schlüssels (nicht
dargestellt) in der Schlüsselaufnahme 4
a kann der Halter 4 und damit der Kopf 6 so gedreht werden, daß er anders als in Figur
2 gezeigt, an einer der Nuten 5 außer Eingriff ist, wie dies in Figur 5 für die obere
Platte dargestellt ist. Dann ist die Halterung dieser (oberen) Glasplatte freigegeben.
Wenn alle Halter 4 an dieser Platte in dieser Weise außer Eingriff sind, kann diese
Glasplatte 1 aus der Fassade entnommen und durch eine andere ersetzt werden. Figur
6 zeigt die Drehstellung des Halters 4 bei Eingriff des Kopfes 6,7 in die Nuten 5
der beiden benachbarten Platten 1. Figur 7 zeigt die Drehstellung des Halters 4, in
der der Kopf 6 nur mit der oberen Glasplatte in Eingriff ist und die untere Glasplatte
freigegeben ist.
[0019] Wie aus den Figuren 3 und 4 ersichtlich ist, hat der bolzenförmige Halter 4 eine
von der Kopfseite 6
a ausgehende Sackbohrung 8, die im hinteren Teil ein Innengewinde 8
a und vorne eine konische Mündung 8
b hat. Die Figuren 4 bis 7 zeigen auch, daß der Halter 4 einen von der Kopfseite 6
a ausgehenden diametralen Schlitz 9 aufweist. Der Halter 4 hat ferner eine Umfangsrille
10 etwa in dem Abstand von der Kopfseite 6
a, wo auch der Schlitz 9 endet. In die Bohrung 8 kann eine Kegelkopfschraube 11 eingeschraubt
werden, wie dies in den Figuren 8 bis 10 gezeigt ist. Wenn dabei der Kegelkopf der
Schraube 11 mit der konischen Mündung 8
b der Bohrung 8 in Eingriff kommt, wird mit weiterem Einschrauben der Schraube 11 der
Kopf 6,7 gespreizt, wodurch Toleranzen der Glasplatten 1 und dadurch bedingt der Fuge
12 ausgeglichen werden können.
[0020] In der Figur 11 zeigen a) und b) keilförmige Nutenquerschnitte mit einem Keilwinkel
von 90 bzw. 60°. c) zeigt eine orthogonale Nut mit parallelen Seitenwänden. d) zeigt
eine orthogonale Nut mit unter einem Winkel von etwa 20° abgeschrä-gten Seitenwänden,
wie sie bei der Ausführungsform nach den Figuren 2 bis 10 zur Anwendung kommt. e)
und f) zeigen Nuten von kreissegmentförmigem Querschnitt; bei e) liegt der Kreismittelpunkt
auf der Glaskante, bei f) oberhalb der Glaskante. g) zeigt eine Nut von hyperbolischem
Querschnitt und h) eine Nut von parabolischem Querschnitt. Alle diese Querschnittsformen
können bei der Erfindung zur Anwendung kommen.
[0021] Die in den Figuren 12 bis 23 gezeigte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Plattenhalterungssystems
dient zur Halterung von Isolierglasscheiben 1', die durch zurückgesetzte Abstandsstege
13 mit Silikonschicht oder 13
a oder dergl. verbunden sind. Zwischen den Platten 1' ist z.B. eine metallbedampfte
Folie 14gespannt, die zur hohen Wärmedämmung dieser Isolierglasscheibe beiträgt. Die
Scheiben 1' haben eine 60°-Abfasung 20, so daß sich außen- und innenseitig eine Keilfuge
ergibt. Im übrigen besteht auch bei dieser Isolierglasscheibe zwischen den Platten
1' durch die zurückgesetzten Abstandsstege 13 eine Nut 5, in die der Kopf 6 eingreift.
[0022] Der Kopf 6 besteht bei der dargestellten Ausführungsform aus einem an dem Gewindebolzen
4
b des Halters angeformten Innenteil 15 und einem durch mehrere Schrauben 16 mit dem
Innenteil verschraubten Außenteil 17, vergl. auch Figur 23. Der Kopf 6 ist, wie aus
dem linken Teil der Figur 12 ersichtlich ist, in Bezug auf seine Achse 6' asymmetrisch
gebaut, so daß er je nach Drehlage des Gewindebolzens 4
b in die Nuten 5 beider Isolierglasscheiben oder die Nut nur einer Scheibe eingreift.
Das Innenteil 15 ist am Umfang mit einer elastischen Schicht 18 bekleidet, die sich
in axialer Richtung auch über das Außenteil 17 erstreckt. Die elastische Bekleidung
18 kann auf das Innenteil 15 aufvulkanisiert sein, oder sie kann als separates Teil
eingelegt sein. Zwischen dem Innenteil 15 und dem Außenteil 17 befindet sich ein Spalt
19, der mit einem wärmedämmenden Material, z.B. Delrin, ausgefüllt ist. Hierdurch
wird eine thermische Trennung innerhalb des Kopfes 6 erreicht.
[0023] In die Keilfugen 12 innen und außen sind je ein keilförmiger Profilkörper 21 eingesetzt.
Der äußere Profilkörper ist mittels Schraube 22 an dem Außenteil 17 des Kopfes lösbar
befestigt. Der innere keilförmige Profilkörper 21 wird mittels einer auf den Bolzen
4
b aufgeschraubten Schraube 23 in die Keilfuge gedrückt. Die Profilkörper 21 haben auf
ihrer Keilfläche ebenfalls eine elastische Bekleidung 24. Wie ersichtlich, können
die Profilkörper 21 je nach der Breite der Keilfuge in kleinerem oder grösserem Abstand
von dem Kopf an der Abfasung 20 zur Anlage kommen. In der Figur 23 ist z.B. eine mittlere
Lage der Profilkörper 21 in Bezug auf die Platten 1' gezeigt, während in der Figur
12 die Profilkörper zur Anlage an die Abfasungen 20 axial fast ganz nach innen verschoben
sind. Auf diese Weise können Fertigungstoleranzen der Isolierglasscheiben kompensiert
werden. Wärmedehnungen der Isolierglasscheiben werden durch die elastischen Bekleidungen
18,24 reversibel aufgenommen.
[0024] Die Figuren 13 und 14 entsprechen den Figuren 3 und 4 und zeigen den Halter mit dem
Innenteil 15 des Kopfes und der elastischen Bekleidung 18. Aus Figur 13 ist die asymmetrische
Ausbildung des Kopfes ersichtlich; Figur 14 zeigt den Kopf nach einer Axialdrehung
um 90°.
[0025] Figur 15 zeigt die Außenansicht des Halters in der Fuge mit dem außenseitig aufgeschraubten
keilförmigen Profilkörper 21. Die Figuren 16 bis 18 entsprechen des Figuren 5 bis
7 bei Einfachglasplatten. Die Figuren 19 und 20 zeigen den äußeren keilförmigen Profilkörper
in der Ansicht bzw. im Schnitt. Der Profilkörper 21, der aus Metall, z.B. Leichtmetall
besteht, hat eine Senkkopfbohrung 25 zur Aufnahme des Kopfes der Schraube 22 für die
Montage an dem Außenteil 17 des Kopfes. Der innere keilförmige Profilkörper 21 ist
gemäß den Figuren 21 und 22 ähnlich ausgebildet wie der äußere Profilkörper. Anstelle
der Senkkopfbohrung hat er jedoch eine zylindrische Durchgangsbohrung 26, da er mittels
der Mutter 23 und einer Unterlagscheibe in die Keilfuge gepresst wird, vergl. die
Figur 23.
[0026] Das erfindungsgemäße Halterungssystem für Glasfassaden und -dächer verzichtet auf
die Anlage von Konstruktionsteilen an der Außen- oder Innenseite der Glasplatten.
Die Einrahmung der Glasplatten fällt daher nur wenig ins Auge, so daß die Fassade
den Eindruck großer Leichtigkeit hervorruft. Die verbleibende Fuge 12 kann mit einem
Silikonprofilband oder dergl. außen- und innenseitig bündig verschlossen werden, so
daß eine Verschmutzung der Fuge vermieden und die Reinigung der Außenseite der Fassade
erleichtert werden.
1. System zur Halterung von mit Fuge angeordneten Einfach- oder Isolierglasplatten einer
Glasfassade oder eines Glasdaches mit an einer Tragkonstruktion angebauten Haltern,
wobei die die Fuge (12) begrenzenden Plattenränder stellenweise oder durchgehend einander
gegenüberliegende Nuten (5) aufweisen und die Halter (4) mit ihrem Kopf (6) innerhalb
der Fuge (12) mit den Nuten (5) beider Platten (1;1') in Eingriff bringbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halterkopf (6) wenigstens an seinem Umfang mit einer die Wärmedehnungen der Platten
(1;1') aufnehmenden elastischen Schicht (7;18) bekleidet ist.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (5) unmittelbar in der Einfachglasplatte angeordnet sind bzw. die Nuten
unmittelbar von den eine Isolierglasplatte bildenden Platten (1') begrenzt sind.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (4) ein Bolzen (4b) mit einem asymmetrischen Kopf (6; 15,17) ist und durch Axialdrehung mit den Nuten
(5) in Eingriff bringbar ist.
4. System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Kopfes (6; 15,17) dem Eingriffsprofil der Nuten angepasst ist.
5. System nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen kopfseitig einen diametralen Schlitz (9) und im Bereich dieses Schlitzes
eine Ringnut (10) aufweist und dass er ausgehend von der Kopfseite (6a) eine Axialbohrung (8) mit einem hinteren Gewindeteil (8a) und einem konischen Kopfteil (8b) enthält, in die zur Spreizung des Kopfes (6) eine Kegelkopfschraube (11) einschraubbar
ist.
6. System nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (5) einen orthogonalen, keilförmigen, kreis-, hyperbel- oder parabelsegmentförmigen
Querschnitt haben.
7. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (5) bei Isolierglasplatten durch einen zurückgesetzten Abstandssteg (13)
zwischen den Platten (1') gebildet ist und die Randflächen (20) der Platten (1') unter
Bildung sich zu den Nuten (5) hin verengender Fugenbereiche streckenweise oder durchgehend
angeschrägt sind und dass auf der Aussenseite des Kopfes (6) und innenseitig auf dem
Halter (4) im Eingriff mit den Fugenbereichen befindliche Profilkörper (21) lösbar
befestigt sind, die auf ihren den Randflächen (20) zugewandten Flächen mit einer elastischen
Schicht (24) versehen sind.
8. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf aus einem an einem Bolzen (4b) angeordneten Innenteil (15) und einem an diesem lösbar angebrachten Aussenteil (17)
besteht.
9. System nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen dem Aussenteil (17) und dem Innenteil (15) veränderbar ist und
zwischen ihnen eine thermische Isolierschicht (19) angeordnet ist.
10. System nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine an einer tragenden Konstruktion anzubringende Einrichtung (3,3',3") mit vier,
drei oder zwei Armen (3a), an deren Enden die Halter (4) angebracht sind.
1. A system for retaining abutment-jointed single glass panes or double glazing units
of a glass facade or a glass roof comprising retainers mounted on a supporting structure,
wherein the pane edges delimiting the joint (12) have opposing grooves (5) at certain
points of, or continuously along, said edges, and said retainers (4) can be caused
to engage said grooves (5) of opposing panes (1, 1') by means of the retainer head
(6) disposed inside said joint (12),
characterized in that said retainer head (6) is covered, at least around its circumference, with a resilient
layer (7, 18) accommodating the thermal expansion of said panes (1, 1').
2. A system as defined in claim 1, characterized in that said grooves (5) are disposed directly in a single pane of glass or said grooves
are directly delimited by the panes of glass (1') forming said double-glazing unit.
3. A system as defined in claim 1 or claim 2, characterized in that said retainer (4) is a bolt (4b) with an asymmetrical head (6; 15, 17) and can be caused to engage said grooves (5)
by axial rotation.
4. A system as defined in claim 3, characterized in that the cross-section of said head (6; 15, 17) matches the profile of engagement of said
grooves.
5. A system as defined in any one of claims 3 to 4, characterized in that said bolt has a diametric slot (9) at its head end and an annular groove (10) in
the vicinity of said slot and that it contains, as regarded from the head end (6a), an axial bore (8) having a rear threaded portion (8a) and a cone-shaped front portion (8b), into which a pan head screw (11) can be screwed for the purpose of expanding said
head (6).
6. A system as defined in any one of claims 1 to 5, characterized in that said grooves (5) have an orthogonal, wedge-shaped, circular, hyperbolic, or parabolic
cross-section.
7. A system as defined in any one of claims 1 to 3, characterized in that said groove (5) is formed, in the case of double-glazing units, by back-spaced distance
pieces (13) located between said panes (1'), and the edge surfaces (20) of panes (1')
are chamfered continuously or in certain regions thereof so as to form joint regions
which narrow toward said grooves (5), and that profiled elements (21) are releasably
attached on the outside of said head (6) and on the inside of said retainer (4) to
engage said joint regions, which profiled elements are provided with a resilient layer
(24) on their surfaces facing said edge surfaces (20).
8. A system as defined in claim 7, characterized in that the head consists of a core (15) disposed on a bolt (4b) and an outer part (17) releasably mounted thereon.
9. A system as defined in claim 8, characterized in that the distance between said outer part (17) and said core (15) can be modified, and
a thermal insulating layer (19) is disposed therebetween.
10. A system as defined in any one of claims 1 to 9, characterized by a jig (3, 3', 3") for mounting on a supporting structure and having four, three or
two arms (3a), on the ends of which said retainers (4) are mounted.
1. Système pour maintenir des plaques de verre simples ou isolantes d'une façade vitrée
ou d'un toit vitré disposées avec joint au moyen d'appuis rapportés sur une ossature,
dans lequel les bords de plaque délimitant le joint (12) présentent des rainures (5)
situées en regard les unes des autres ponctuellement ou continuellement, et les appuis
(4) peuvent être mis en prise par leur tête (6) avec les rainures (5) des deux plaques
(1 ; 1') à l'intérieur du joint (12),
caractérisé en ce que la tête d'appui (6), au moins au niveau de sa périphérie, est revêtue d'une couche
élastique (7 ; 18) absorbant les dilatations thermiques des plaques (1 ; 1').
2. Système selon la revendication 1, caractérisé en ce que les rainures (5) sont disposées directement dans la plaque de verre simple, ou les
rainures sont délimitées directement par les plaques (1') formant une plaque de verre
isolante.
3. Système selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'appui (4) est un boulon (4b) avec une tête asymétrique (6 ; 15, 17) pouvant être mis en prise avec les rainures
(5) par rotation axiale.
4. Système selon la revendication 3, caractérisé en ce que la section transversale de la tête (6 ; 15, 17) est adaptée au profil de prise des
rainures.
5. Système selon l'une quelconque des revendications 3 à 4, caractérisé en ce que côté tête, le boulon présente une fente (9) et dans la zone de cette fente une rainure
annulaire (10), et comprend un alésage axial (8) partant du côté de tête (6a) avec une partie filetée arrière (8e) et une partie de tête conique (8b), dans lequel une vis à tête conique (11) peut être vissée pour prolonger la tête
(6).
6. Système selon l'une quelconque des revendication 1 à 5, caractérisé en ce que les rainures (5) présentent une section transversale orthogonale, cunéiforme, en
forme de segment de cercle, d'hyperbole ou de parabole.
7. Système selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour des plaques de verre isolantes, la rainure (5) est formée par une nervure d'écartement
(13) décalée en arrière située entre les plaques (1'), et les surfaces de bord (20)
des plaques (1') sont chanfreinées en partie ou continuellement en formant de zones
de joint se rétrécissant en direction des rainures (5) et, à la face extérieure de
la tête (6) et la face intérieure de l'appui (4), des corps profilés (21) sont fixés
de façon amovible se trouvant en prise avec les zones de joint, et présentent une
couche élastique (24) sur leurs surfaces situées en regard des surfaces de bord (20).
8. Système selon la revendication 7, caractérisé en ce que la tête est composée d'une pièce intérieure (15) disposée sur un boulon (4b) et une pièce extérieure (17) fixée de façon amovible à la pièce intérieure (15).
9. Système selon la revendication 8, caractérisé en ce que la distance entre la pièce extérieure (17) et la pièce intérieure (15) est variable,
et une couche d'isolation thermique (19) est disposée entre celles-ci.
10. Système selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé par un dispositif (3, 3', 3") à fixer à une construction porteuse et comprenant quatre,
trois ou deux bras (3a) aux extrémités desquels sont montés les appuis (4).