[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Gravur von Näpfchen in Druckzylindern
für den Tiefdruck, umfassend wenigstens eine Laserlichtquelle, mittels der Laserlicht
zur Ausbildung der Näpfchen auf den dabei rotierend angetriebenen Druckzylinder gerichtet
wird, wobei ein Ausgang der Laserlichtquelle in Abhängigkeit der Rotation des Druckzylinders
längs des Druckzylinders in dessen axialer Richtung konstant bewegt wird oder jeweils
nach Vollendung einer vollständigen Drehung des Druckzylinders um jeweils einen vorbestimmten
Betrag in dessen axialer Richtung bewegt wird.
[0002] Eine Vorrichtung zur Gravur von Näpfchen für den Tiefdruck ist bekannt (unveröffentlichte
europäische Patentanmeldung 04 004 470.3). Sowohl bei der Gravur von Druckzylindern
für den Tiefdruck mittels eines mechanischen Gravierorgans, bspw. eines Diamantstichels,
als auch beim Gravieren von Druckzylindern für den Tiefdruck mittels Laserlichts entsteht
im Zuge der Ausbildung der Näpfchen im Randbereich der Näpfchen zum Druckzylinder
hin, in dem die Näpfchen ausgebildet werden, Grat. Der zwangsweise an jedem mechanisch
gravierten Näpfchen entstehende Grat wird entweder nach Abschluß der vollständigen
Gravur des Druckzylinders in einem gesonderten Arbeitsvorgang durch flächiges Entgraten
des gesamten Druckzylinderumfanges, an dem die Näpfchen ausgebildet worden waren,
entfernt und dieser wird anschließend ggf. noch poliert, oder eine Abtragvorrichtung
läuft in einem gewissen Abstand nachfolgend versetzt zum Gravierorgan, ggf. synchronisiert
mit diesem in bezug auf die axiale Bewegung des Gravierorgans längs des Druckzylinders
mit, so daß in einem gewissen Abstand in Axialrichtung nach dem mechanischen Gravierorgan
im Zuge der Rotation des Druckzylinders die von dem Abtragorgan beaufschlagte Oberfläche
des Druckzylinders entgratet wird.
[0003] Diese Methoden des Entgratens von mittels mechanischer Gravur ausgebildeter Näpfchen
auf bzw. von Druckzylindern sind im Stand der Technik bekannt und werden in dieser
Form von der Fachwelt für diesen Zweck fortwährend ausgeführt.
[0004] Diese Art des Entgratens der Druckzylinder nach Ausbildung der Näpfchen ist in der
vorangehend beschriebenen Form nur bei einer mechanischen Gravur der Näpfchen möglich.
[0005] Bei der Gravur von Näpfchen in Druckzylindern mittels Laserlichts versagt die vorangehend
beschriebene Methode des Entgratens. Das hat seinen wesentlichen Grund darin, daß
ein mittels Laserlichts hergestelltes Näpfchen aufgrund der Verflüssigung des Werkstoffs
und dessen Verdampfung im Zuge der Beaufschlagung der Oberfläche des Druckzylinders,
die zumindest im Oberflächenbereich aus Metall besteht, im Randbereich des mittels
Laserlichts ausgebildeten Näpfchen immer ein bestimmter Randwulst gebildet wird, der
über die eigentliche Oberfläche des metallisches Druckzylinders hinaussteht, und zwar
entstehend durch das Schmelzen des Metalls und des Verdampfens des Metalls im Zentrum
des Laserlichtstrahles. Der Randbereich wird aufgrund des Strahlprofils des Laserstrahls
lediglich angeschmolzen, so daß sich dort ein Teil des im Zentrum des Strahlprofils
geschmolzenen Metalls anhäuft, nämlich der Teil, der nicht verdampft wird.
[0006] Da bei der hochauflösenden Lasergravur, bei der auf der gleichen Fläche des Druckzylinders,
auf der bisher ein einziges mittels mechanischer Gravur ausbirldbares Näpfchen ausgebildet
werden konnte, eine Vielzahl von Näpfchen, bspw. 50 und mehr Näpfchen, ausgebildet
werden müssen, die Spuren, in denen das Laserlicht um den Umfang des Druckzylinders
herum zur Ausbildung der hochauflösenden Vielzahl von Näpfchen sehr viel dichter in
axialer Bewegungsrichtung des Laserlichts längs des Druckzylinders aneinanderliegen,
würde bei einer Lasergravur nach einer Gravur in einer Spur um den Druckzylinder herum
bei Beginn der nächsten Spur die benachbarte, fertig gravierte Spur durch den vorbeschriebenen
Schmelzaufwurf der nachfolgenden Spur derart beeinträchtigt werden, daß die Gravur
in der vorangegangenen Spur unbrauchbar würde, da die zuvor in der vorangegangenen
Spur ausgebildeten Näpfchen durch den Schmelzaufwurf der nachfolgenden Spur wieder
teilweise geschlossen, zumindest aber in bezug auf die Näpfchenkontur derart beeinträchtigt
würden, daß derart mit Laserlicht gravierte Druckzylinder mangelhafte Druckergebnisse
liefern würden.
[0007] Es sind in diesem Zusammenhang viele Versuche unternommen worden, bspw. das Strählprofil
des Laserlichts derart zu fokussieren und durch Blenden zu begrenzen, daß der besagte
Schmelzaufwurf nicht mehr so gravierend auftritt. Das hatte aber i.d.R. zur Folge,
daß dadurch auch die effektiv abgegebene Leistung des Laserlichts am Auftreffort auf
dem Druckzylinder begrenzt wurde, so daß die mittels des Laserlichts an sich mögliche
und auch angestrebte hochauflösende Lasergravur wieder im Hinblick auf die an sich
dadurch erreichten guten Gravurergebnisse wieder erheblich begrenzt wurde.
[0008] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu sahaffen , mit der auch mittels der Lasergravur eine hochauflösende Gravur
mit höchsten Ansprüchen genügenden Druckergebnissen des gravierten Druckzylinders
möglich ist und zudem nach Abschluß der Lasergravur aufwendige Entgratungsmaßnahmen
des fertig gravierten Druckzylinders entfallen, so daß der fertig gravierte Druckzylinder
faktisch unmittelbar nach Abschluß des Graviervorganges für den nachfolgenden Druckvorgang
bereit ist, so daß der Herstellungsaufwand des für den Druck fertigen Druckzylinders
gegenüber bisherigen Vorgängen zu seiner Herstellung erheblich vermindert werden kann,
wobei die Vorrichtung prinzipiell einfach ausführbar sein soll und auch im Stand der
Technik bekannte Vorrichtungen durch entsprechende Nachrüstung i.S: der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ausgestaltet werden können.
[0009] Gelöst wird die Aufgabe gem. der Erfindung dadurch, daß im Bereich des Auftreffortes
des Laserlichts auf dem Druckzylinder ein Abtragelement derart angeordnet ist, daß
mit diesem der bei der Beaufschlagung des Druckzylinders mit Laserlicht zur Ausbildung
des Näpfchens entstehende, einen Grat bildende Schmelzaufwurf des Werkstoffs fortwährend
und unmittelbar nach seiner Entstehung entfernt wird.
[0010] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht im wesentlichen darin, daß mittels
des Abtragelementes der Gravierspur der allseitig des Näpfchens entstehende Schmelzaufwurf
faktisch unmittelbar nach seiner Gravur entfernt wird, wobei hier Spur derart definiert
ist, daß diese entweder schraubenförmig um den Druckzylinder herumläuft, oder streng
radial um den Druckzylinder herumläuft und nach Ausführung einer vollständigen Drehung
des Druckzylinders um eine entsprechende Breite der Spur in axialer Richtung des Druckzylinders
versetzt eine neue Spur begonnen wird usw. Da gem. der Erfindung der Schmelzaufwurf
unmittelbar nach der Gravur des Näpfchens in axialer Richtung des Druckzylinders allseitig
des Näpfchens entfernt wird, ist bei einer neuen, zur fertigen Gravierspur benachbarten
Gravierspur der Schmelzaufwurf der ersten fertigen Gravierspur, auf der die Näpfchen
der ersten Gravierspur liegen, nicht mehr hinderlich.
[0011] Nach Abschluß der Gravur des gesamten Druckzylinders ist der gesamte Druckzylinder
somit vom Schmelzaufwurf, d.h. vom Grat, befreit, so daß der Druckzylinder faktisch
nachbearbeitungsfrei für seine bestimmungsgemäße Druckfunktion benutzt werden kann.
[0012] Faktisch braucht das Abtragelement konstruktiv lediglich der Spur zugeordnet sein,
die im Zuge des Graviervorganges mittels Laserlichts gerade mit Näpfchen versehen
wird bzw. in denen die Näpfchen ausgebildet werden. Es sind aber auch Ausführungsformen
der Vorrichtung möglich, bei denen mehrere Laserstrahlen gleichzeitig mehrere Spuren
parallel zur Ausbildung der Näpfchen beaufschlagen. Um sicherzustellen, daß der dabei
pro Spur pro Näpfchen entstehende Schmelzaufwurf keine Behinderung der benachbarten
Spur im voraufgeführten Sinne hervorruft und somit unzureichend gravierte Näpfchen
hergestellt werden, ist es vorteilhaft, das Abtragelement unmittelbar im Bereich des
Auftreffortes des Laserlichts auf dem Druckzylinder in Drehrichtung des Druckzylinders
nachfolgend anzuordnen, so daß faktisch unmittelbar nach der Entstehung des Näpfchens
mittels Laserlichts der Schmelzaufwurf entfernt werden kann.
[0013] Grundsätzlich kann jede Laserlichtquelle unter der Maßgabe, daß diese eine ausreichend
hohe Laserenergie zur Ausführung des erfindungsgemäßen Graviervorganges zu liefern
imstande ist, für die erfindungsgemäßen Zwecke eingesendet werden. Dabei kann die
Laserlichtquelle bspw. abgesetzt vom Bereich des Auftreffortes des Laserlichts auf
den Druckzylinder angeordnet sein, wobei das erzeugte Laserlicht bspw. über einen
Lichtleiter auf eine Optik zur Fokussierung des Laserlichts und ggf. auch zur Kollimierung
des Laserlichts geleitet werden kann, der unmittelbar im Bereich des Auftrittsortes
des Laserlichts auf dem Druckzylinder angeordnet ist. Der Lichtleiter kann bei dieser
Konstruktion zudem auch als aktiver Fiberlaser ausgebildet sein, um die Energie des
Laserlichts am Auftreffort des Laserlichts auf den Druckzylinder zu erhöhen.
[0014] Im Hinblick auf die eingangs gestellte Aufgabe, nämlich die Vorrichtung einfach und
effektiv wirkend aufbauen zu können, ist es vorteilhaft, die Laserlichtquelle nicht
abgesetzt vom Bereich des Auftreffortes des Laserlichts auf den Druckzylinder abgesetzt
auszubilden, sondern wenigstens die Lichtquelle und den Ausgang des Laserlichts, der
i.S. des vorangehend Gesagten die Optik der Lasereinrichtung umfaßt, zusammengefaßt
längs des Druckzylinders in dessen axialer Richtung bewegbar auszubilden, d.h. vorteilhafterweise
den Ausgang des Laserlichts und die Laserlichtquelle in einer Einheit zusammenzufassen,
die auf einem Support achsparallel zur Drehachse des Druckzylinders in axialer Richtung
hin und her bewegbar ist. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß die gesamte Einheit
bei Funktionsstörungen und Wartung ausgetauscht und gegen eine neue ersetzt werden
kann, so daß eine Unterbrechung des Graviervorganges mittels dieser vorteilhaften
Ausgestaltung der Vorrichtung auf ein Minimum reduziert werden kann und die Wartung
und Instandhaltung der Lasereinheit sehr stark vereinfacht werden kann.
[0015] Da das Abtragelement zur Beseitigung des Schmelzaufwurfs örtlich mit dem Entstehungsort,
d.h. des Ortes der Ausbildung des Näpfchens durch Laserlichtbeaufschlagung, korreliert,
ist es vorteilhaft, das Abtragelement antriebsgekoppelt zusammen mit wenigstens dem
Ausgang des Laserlichts längs des Druckzylinders bewegbar auszugestalten, so daß ein
gesonderter Antrieb des Abtragelementes bei dieser vorteilhaften Ausgestaltung der
Vorrichtung und somit auch eine gesonderte Steuerung des Abtragelementes im Hinblick
auf seine Bewegung in axialer Richtung zum Druckzylinder entfallen kann. Grundsätzlich
ist es aber auch möglich, die Bewegung des Abtragelementes längs des Druckzylinders
von der Bewegung des Laserlichts längs des Druckzylinders zu entkoppeln, d.h. mit
einem eigenen Antrieb zu versehen.
[0016] Grundsätzlich können beliebige geeignete und geeignet geformte Abtragelemente zur
Lösung der erfindungsgemäßes Aufgabe vorgesehen sein. Es hat sich aber als vorteilhaft
erwiesen, das Abtragelement an seinem zum Druckzylinder gerichteten Ende in Form eines
Schabers auszubilden, und zwar derart, wie diese bei der spananhebenden Bearbeitung
von Metallteilen durch Schaben verwendet werden.
[0017] Normalerweise liegt das Abtragelement fortwährend bei der Bearbeitung des Druckzylinders
mittels Laserlichts zur Ausbildung der Näpfchen an dem Druckzylinder an, und zwar
mittels einer geeignet eingestellten Kraft, die u.a. auch auf den regelmäßig metallischen
Werkstoff des Druckzylinders abstellt, in dem die Näpfchen ausgebildet werden. Da
sich das Abtragelement aber im Zuge seiner Abtragtätigkeit abnutzt, ist es vorteilhaft,
das Abtragelement gesteuert zur Anlage an den Druckzylinder auszubilden, so daß während
des Graviervorganges des Druckzylinders der Abnutzung Rechnung getragen werden kann
und geeignet gesteuert fortwährend mit gleichbleibendem Druck auf dem Druckzylinder
anliegen kann. Zum Auswechseln und Justieren kann es vorteilhaft sein, das Abtragelement
auch derart weiterzubilden, daß es vom Druckzylinder wegbewegt werden kann.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung stützt sich das Abtragelement
aufgrund einer Federkraft auf der Oberfläche des Druckzylinders gleitend über ein
Stützelement ab, womit dem Umstand Rechnung getragen werden kann, daß sich das Abtragelement
bspw. infolge einer Abnutzung während des bestimmungsgemäßen Betriebes sowie der damit
ggf. einhergehenden Veränderung des Schabewinkels nicht unkontrolliert zur Oberfläche
des Druckzylinders bewegen kann und diese infolgedessen ggf. beschädigen würde.
[0019] Um zu verhindern, daß das Stützelement selbst die Oberfläche des Druckzylinders beeinträchtigt,
kann es vorteilhaft sein, die Stützfläche des Stützelements aus einem Hartstoff mit
guten Gleiteigenschaften auszubilden oder aber die Stützfläche aus Diamant auszubilden.
[0020] Es kann grundsätzlich sinnvoll sein, die entsprechenden Bereiche der Oberfläche des
Druckzylinders, die gerade graviert worden sind, und deren Schmelzaufwurf durch das
Abtragelement erfindungsgemäß beseitigt worden ist, nachfolgend zu schleifen, d.h.
die ursprüngliche Güte der Oberfläche des Druckzylinders vor Ausführung der Gravur
zumindest wieder herzustellen. Ein Schleifelement kann somit unmittelbar dem Bereich
des Abtragelementes in Drehrichtung des Druckzylinders nachfolgend angeordnet werden,
das den Bereich des abgetragenen Schmelzaufwurfs schleift. Bei einer hoch anderen
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Abtragelement selbst in Form eines
Schleifelementes ausgebildet, d.h. der Schmelzaufwurf wird durch Schleifen abgetragen,
wodurch ein gesonderter zusätzlicher Schleifvorgang nach dem Abtragvorgang entfallen
kann.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren anhand eines Ausführungsbeispieles
im einzelnen beschrieben. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in stark schematisierter Form eine Vorrichtung zur Gravur von Näpfchen in Druckzylindern
mittels Laserlicht zur Ausbildung von Näpfchen und ein Abtragelement, das den als
Schmelzaufwurf entstehenden Grat nach der Ausbildung der Näpfchen entfernt,
- Fig. 2
- eine Einheit, bestehend aus Laserlichtquelle und einem Ausgang, über den das Laserlicht
austritt, das zur Ausführung der Gravur von Näpfchen auf den Druckzylinder gerichtet
ist,
- Fig. 3
- in Form eines Blockschaltbildes eine. Einheit, mittels der Laserlicht erzeugt und
auf den Druckzylinder gerichtet wird,
- Fig. 4
- eine schematisierte Vorrichtung zur Gravur von Näpfchen in der Seitenansicht, wobei
eine Lasereinheit und ein Abtragelement auf einem radial und axial bewegbaren Trägerelement,
das nach Art eines Supports ausgebildet ist, angeordnet sind,
- Fig. 5
- in der Seitenansicht das Abtragelement im Zusammenwirken mit dem Druckzylinder in
vergrößerter Darstellung,
- Fig. 6
- eine Darstellung des Abtragelementes im Zusammenwirken mit dem Druckzylinder gemäß
Fig. 5, jedoch in der Draufsicht,
- Fig. 7
- eine Darstellung des Abtragelementes und eines Stützelementes im Zusammenwirken mit
dem Druckzylinder in der Draufsicht,
- Fig. 8
- ein typisches Gravierraster mit einer Mehrzahl von mittels der hochauflösenden Lasergravur
erzeugten Näpfchen und
- Fig. 9
- eine vergrößerte Darstellung der Fig. 4 mit parallel verlaufend angedeuteten Gravierspuren
zur Erläuterung der Erfindung.
[0022] Es wird zunächst Bezug genommen auf die Darstellung von Fig. 1, die im Querschnitt
eine Vorrichtung 10 zur Gravur von Näpfchen 11 in einem Druckzylinder 12 für den Tiefdruck
zeigt. In der Vorrichtung 10 ist eine Laserlichtquelle 13 vorgesehen, mittels der
Laserlicht 14 zur Ausbildung der Näpfchen 11 erzeugt wird. Der Druckzylinder 12 ist
mittels hier nicht dargestellter Antriebsmittel antreibbar und wird bei seiner bestimmungsgemäßen
Rotation mit bestimmungsgemäßer Umdrehungsgeschwindigkeit in Richtung des Pfeiles
22, der die Drehrichtung des Druckzylinders 12 andeutet, gedreht. Die Achse 16 des
Druckzylinders ist auf geeignete Weise mittels hier nicht dargestellter Lager in der
Vorrichtung 10 gehalten. Der grundsätzliche Aufbau einer derartigen Vorrichtung 10
ist im Stand der Technik bekannt, so daß hierauf nicht weiter eingegangen zu werden
braucht.
[0023] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausgestaltung der Vorrichtung 10 ist die Laserlichtquelle
13 abgesetzt vom Bereich des Auftreffortes 19 des Laserlichts 14 angeordnet, wobei
die Verbindung der Laserlichtquelle 13 mit dem Ausgang 15, aus dem Laserlicht 14,
geeignet fokussiert und kollimiert, austritt, über einen Lichtleiter 29, der bspw.
als Fiberlaser oder als einfacher Lichtleiter (Laserfiber) mit dem Ausgang 15 ausgebildet
sein kann, erfolgen kann.
[0024] Im Bereich 18, d.h. in unmittelbarer Nähe des Auftreffortes 19 des Laserlichts 14
auf den Druckzylinder 12, ist ein Abtragelement 20 angeordnet, worauf noch weiter
unten im einzelnen im Zusammenhang mit der Funktion des Abtragelementes 20 eingegangen
wird.
[0025] Anders als in Fig. 1 dargestellt ist, können auch die Laserlichtquelle 13 und der
Ausgang 15 des Laserlichts in einer Einheit 23 zusammengefaßt sein, vgl. die Fig.
2 und 3, so daß nicht, wie bei Fig. 1, lediglich der Ausgang der Laserlichtquelle
in Abhängigkeit der Rotation des Druckzylinders 12 längs des Druckzylinders in dessen
axialer Richtung 17, vgl. auch Fig. 5, bewegt werden kann, sondern die gesamte Einheit
23. Zur Bewegung in axialer Richtung 17 des Ausganges 15, wie in Fig.1 dargestellt,
oder zur Bewegung der Einheit 23, in der der Ausgang 15 des Laserlichts 14 und die
Laserlichtquelle 13 zusammengefaßt sind, ist ein Trägerelement 110 nach Art eines
Supports vorgesehen, das diese trägt, wobei das Trägerelement 110 in axialer Richtung
17 längs des Druckzylinders 12 bewegt wird. Die Bewegung des Ausgangs 15 oder der
Einheit 23 erfolgt in Abhängigkeit der Rotation des Druckzylinders 12 längs des Druckzylinders
12 in dessen axialer Richtung 17 entweder mittels eines konstanten Vorschubs, so daß
sich daraus eine schraubenförmige Gravierspur 27, worauf noch weiter unten eingegangen
wird, vgl. auch Fig. 9, ergibt, oder es erfolgt jeweils nach Vollendung einer vollständigen
Drehung des Zylinders 12 ein Vorschub in axialer Richtung 17 um einen vorbestimmten
Betrag entsprechend der Breite der Spur 27, wodurch jeweils vollkreisige Gravierspuren
27 gebildet werden.
[0026] In der Fig. 4 ist, ausgehend von der Darstellung von Fig. 1, die im wesentlichen
auf die Darstellung der Laserlichtquelle 13 sowie des Austritts des Laserlichts 14
aus dem Ausgang 15 abstellt, in stark schematisierter Form die Vorrichtung 10 nochmals
in der Seitenansicht dargestellt. Die Laserlichtquelle 13 ist hier als Einheit 23
ausgebildet. Die Einheit 23 ist auf einem Trägerelement 100 angeordnet, das nach Art
eines Supports ausgebildet ist. Das Trägerelement 100 ist sowohl in axialer Richtung
17 als auch in radialer Richtung 170 bewegbar. Die Bewegung sowohl in axialer Richtung
17 als auch in radialer Richtung 170 erfolgt längs Führungen 102, die als Schlittenführung
und/oder Rollen ausgebildet sein können. Auf dem Teil des Trägerelements 100, das
auch die Einheit 23 trägt, ist das Abtragelement 20 über einen Kopf 200 gelenkig angeordnet,
wobei der Kopf 200 um ein Gelenk 105, das eine im wesentlichen zur axialen Richtung
17 parallele Drehachse aufweist, drehbar ist. Mittels eines Federelementes 103 kann
der Kopf 200 und damit das Abtragelement 20 mit geeignet eingestelltem Druck an den
Druckzylinder 12 angepreßt werden. Aufgrund der Verschiebbarkeit des Trägerelementes
auch in radialer Richtung 170 kann das Abtragelement 20 auch an unterschiedlich große
Durchmesser des Druckzylinders 12 leicht angepaßt werden. Zu Beginn des Abtragvorganges,
worauf noch weiter unten eingegangen wird, wird das Abtragelement 20 mit geeignet
einstellbarem Druck in eine Sollstellung relativ zum Druckzylinder 12 verschoben,
so daß dann, wenn diese erreicht ist und ein geeigneter Druck des Abtragelementes
20 eingestellt ist, der Abtragvorgang beginnen kann.
[0027] Fig. 5 stellt lediglich eine ausschnittsweise vergrößerte Darstellung der Fig. 4
dar.
[0028] Das Abtragelement 20, vgl. die Figuren 1, 4 und 5, ist bspw. in Form eines Schabers
ausgebildet, wobei das Abtragelement 20 gesteuert zur Anlage an dem Druckzylinder
12 und von diesem weg bewegt werden kann (nicht dargestellt). Auch das Abtragelement
20 und ggf. sein Halte-und Steuermechanismus werden entweder zusammen mit der Einheit
23 bzw. dem Ausgang 15 des Laserlichts 14 längs des Druckzylinders 12 in dessen axialer
Richtung 17 bewegt, es ist aber auch möglich, für das Abtragelement 20 einschl. seines
Anlage- und Schwenkmechanismus eine gesonderte Führung bzw. dafür einen gesonderten
Antrieb vorzusehen, mittels denen das Abtragelement 20 längs des Druckzylinders 12
in dessen axialer Richtung 17 bewegt werden kann. Das Abtragelement 20 kann mit einem
Stützelement 25 versehen sein, mit dem es sich auf der Oberfläche 24 des Druckzylinders
12 abstützen kann. Die Stützfläche 26 des Stützelements kann aus einem geeignet abriebfesten,
gute Gleiteigenschaften aufweisenden Werkstoff bestehen, bspw. Hartmetall oder Diamant.
Das Abtragelement 20 kann in Form eines Schabers, aber auch in Form eines Schleifelementes,
das mit Diamant als Schleifmittel bestückt sein kann, oder auch in Form eines Polierelementes
ausgebildet sein.
[0029] Die Figuren 6 und 7 zeigen in der Draufsicht in einem Teilausschnitt das Zusammenwirken
des Abtragelementes 20 mit dem Druckzylinder 12. Die Funktion des Abtragelementes
20 im Zusammenwirken mit dem Graviervorgang selbst wird weiter unten im einzelnen
beschrieben.
[0030] Die Einheit 23, von der entweder lediglich der Ausgang 15 längs der axialen Richtung
17 des Druckzylinders auf dem besagten Support bewegt werden kann oder die gesamte
Einheit 23 selbst, umfaßt die eigentliche Laserlichtquelle 13, die bspw. aus wenigstens
einer Laserdiode, aber auch aus einer sonstigen geeigneten Laserquelle bestehen kann.
Zum Betrieb der Laserlichtquelle 13 wird von einer Spannungsversorgungseinrichtung
30 Versorgungsspannung geliefert, wobei das von der Laserlichtquelle 13 erzeugte Laserlicht,
wie oben schon angedeutet, auf den Ausgang 15 gegeben wird, der optische Mittel wie
Linsen und ggf. Blenden umfaßt, um einen geeignet fokussierten und ggf. kollimierten
Strahl von Laserlicht 14 zu erzeugen, wobei das Laserlicht 14 auf die Oberfläche 24
des Druckzylinders 12 gegeben wird. Dieses erfolgt mittels einer Steuer- und Regelungseinrichtung
31, die in die Gesamtsteuer- und -regelungsfunktion der Vorrichtung 10 eingebettet
ist. Da diese Steuerung der Vorrichtung 10 sowie die Steuerung und Regelung der Einheit
23 für die vorangehend aufgeführten Komponenten an sich im Stand der Technik bekannt
ist, wird hierauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.
[0031] Es wird nun Bezug genommen auf die Darstellungen der Fig. 8 und 9, wobei Fig. 8 ein
zur Ausbildung von Näpfchen 11 in der Oberfläche 24 des Druckzylinders 12 für den
Tiefdruck typisches Gravierraster im Zusammenhang mit einer hochauflösenden, direkten
Lasergravur zeigt.
[0032] Wie oben schon angedeutet, rotiert bei der Ausführung der Gravur der Druckzylinder
12 in Richtung des Pfeiles 22. Dabei werden zur Ausführung der Gravur die einzelnen
Näpfchen 11, Spur 27, für Spur 27, in Drehrichtung 22 nacheinander graviert.
[0033] Im Bild gem. Fig. 9 unten ist schematisch das Strahlprofil 28 des Laserstrahls 14
am Auftreffort 19 auf dem Druckzylinder 12 dargestellt. Wie ersichtlich, überlappen
sich die Strahlprofile 28 von Spur 27 zu Spur 27. Aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten
ist es nicht möglich, das Strahlprofil 28 zu den Kanten der Näpfchen 11 abrupt zu
beschränken, wie es bspw. bei einem Querschnitt in bezug auf die Breite des Strahls
wünschenswert wäre, d.h. einen rechteckförmigen Verlauf anzustreben. Da dieses nicht
möglich ist, beeinflußt der Strahl des Laserlichts 14 der einen Spur 27 die benachbarte
Spur 27, wie dieses ebenfalls in Fig. 9 unten schematisch angedeutet ist. Somit entstehen
normalerweise in den jeweiligen Randbereichen der Näpfchen 12 und somit im Zuge des
Gravierens in jeder Spur 27 Schmelzaufwürfe 21 aus dem geschmolzenen Metall des Druckzylinders
12, Spur 27 für Spur 27, so daß durch die Ausbildung der jeweils benachbarten Näpfchen
11 jeweils benachbarter Spuren 27 die Näpfchen 11 in der vorangegangenen Spur teilweise
wieder mit erstarrtem Druckzylinderwerkstoff gefüllt werden. Um diesen Schmelzaufwurf
21 zu verhindern, ist im Bereich 18 des Auftreffortes 19 des Laserlichts 14 auf den
Druckzylinder 12 das besagte Abtragelement 20 angeordnet. Die Anordnung des Abtragelementes
20 ist derart gewählt, daß der Werkstoff des Druckzylinders 12, d.h. der Schmelzaufwurf
21, unmittelbar nach seiner Entstehung entfernt wird. Das Abtragelement 21 ist unmittelbar
im Bereich des Auftreffortes 19 des Laserlichts 14 auf den Druckzylinder 12 in Drehrichtung
22 des Druckzylinders 12 nachfolgend angeordnet, wie es aus Fig. 1 und verdeutlicht
aus Fig. 9 ersichtlich ist.
[0034] Unabhängig davon, ob nun der metallische Werkstoff des Druckzylinders 12, in den
die Näpfchen 11 graviert werden, Kupfer, Chrom oder auch Zink ist, kann der Schmelzaufwurf
21 erfindungsgemäß vollständig entfernt werden.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 10
- Vorrichtung
- 100
- Trägerelement
- 101
- Lagerbock
- 102
- Führung
- 103
- Federelement
- 105
- Gelenk
- 106
- Bett
- 11
- Näpfchen
- 12
- Druckzylinder
- 13
- Laserlichtquelle
- 14
- Laserlicht
- 15
- Ausgang
- 16
- Achse - Druckzylinder
- 17
- axiale Richtung
- 170
- radiale Richtung
- 18
- Bereich
- 19
- Auftreffort
- 20
- Abtragelement
- 200
- Kopf
- 201
- Vorschubbewegung
- 21
- Schmelzaufwurf
- 22
- Drehrichtung
- 23
- Einheit
- 24
- 0berfläche - Druckzylinder
- 25
- Stützelement
- 26
- Stützfläche
- 27
- Spur
- 28
- Strahlprofil
- 29
- Lichtleiter
- 30
- Spannungsversorgungseinrichtung
- 31
- Steuer- und Regelungseinrichtung
1. Vorrichtung (10) zur Gravur von Näpfchen (11) in Druckzylindern (12) für den Tiefdruck,
umfassend wenigstens eine Laserlichtquelle (13), mittels der Laserlicht (14) zur Ausbildung
der Näpfchen (11) auf den dabei rotierend angetriebenen Druckzylinder (12) gerichtet
wird, wobei ein Ausgang (15) der Laserlichtquelle (13) in Abhängigkeit der Rotation
des Druckzylinders (12) längs des Druckzylinders (12) in dessen axialer Richtung konstant
bewegt wird oder jeweils nach Vollendung einer vollständigen Drehung des Druckzylinders
(12) um jeweils einen vorbestimmten Betrag in dessen axialer Richtung (17) bewegt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich (18) des Auftreffortes (19) des Laserlichts (14) auf den Druckzylinder
(12) ein Abtragelement (20) derart angeordnet ist, daß mit diesem der bei der Beaufschlagung
des Druckzylinders (12) mit Laserlicht (14) zur Ausbildung des Näpfchens (11) entstehende,
einen Grat bildende Schmelzaufwurf (21) des Werkstoffs des Druckzylinders (12) fortwährend
und unmittelbar nach seiner Entstehung entfernt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtragelement (21) unmittelbar im Bereich des Auftreffortes (19) des Laserlichts
(14) auf den Druckzylinder (12) diesem in Drehrichtung (22) des Druckzylinders (12)
nachfolgend angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die Laserlichtquelle (13) und der Ausgang (15) des Laserlichts (14) zusammengefaßt
längs des Druckzylinders (12) in dessen axialer Richtung bewegt werden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens der Ausgang (15) des Laserlichts (14) und die Laserlichtquelle (13) in
einer Einheit (23) zusammengefaßt sind.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtragelement (20) antriebsgekoppelt zusammen mit wenigstens dem Ausgang (15)
des Laserlichts (14) längs des Druckzylinders (12) bewegbar ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtragelement (20) an seinem zum Druckzylinder (12) gerichteten Ende in Form
eines Schabers ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtragelement (20) gesteuert zur Anlage an den Druckzylinder (12) und von diesem
weg bewegt werden kann.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Abtragelement (20) auf der Oberfläche (24) des Druckzylinders (12) gleitend
über ein Stützelement (25) abstützt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützelement (25) eine aus Diamant bestehende Stützfläche (26) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtragelement (20) in Form eines Schleifelementes ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens der Bereich der Oberfläche (24) des Druckzylinders (12), in dem die Näpfchen
(11) ausgebildet werden, aus metallischem Werkstoff besteht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Werkstoff Kupfer ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Werkstoff Chrom ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Werkstoff Zink ist.